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Zeilenumbruch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Der Begriff Zeilenumbruch oder Absatz stammt aus dem Schriftsatz und gibt an, an welcher Stelle ein Text von einer Zeile in die nächste übergehen soll.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Auf einer Schreibmaschine etwa wird der Zeilenumbruch explizit durch Betätigen einer Taste oder eines Hebels durchgeführt. Dabei werden zwei Funktionen ausgeführt: Positionierung der Schreibstelle um eine Zeile nach unten und Positionierung der Schreibstelle zum Zeilenanfang (ganz links).

Reine Textdateien auf dem Computer ähneln in ihrer Darstellung einem auf einer Schreibmaschine geschriebenen Text. Bei der Entwicklung des ASCII-Zeichensatzes wurden daher zwei Zeichen reserviert, die genau die Zeilenumbruchfunktion einer Schreibmaschine darstellen:

Diese Zeichen werden auch Steuerzeichen genannt und sind für den Benutzer im Allgemeinen unsichtbar.

Es existieren verschiedene Standards, um den Zeilenumbruch in einer Textdatei explizit zu kodieren:

Betriebssystem Zeichensatz Abkürzung Code Hex Code Dezimal Escape-Sequenz
Unix, Linux, Mac OS X, AmigaOS, BSD, weitere ASCII LF 0A 10 \n
Windows, DOS, OS/2, CP/M, TOS (Atari) CR LF 0D 0A 13 10 \r\n
Mac OS bis Version 9, Apple II CR 0D 13 \r
AIX OS & OS/390 EBCDIC NEL 15 21

Auf IBM-Großrechnern ist der Zeilenumbruch in den Dateien kein Steuerzeichen. Vielmehr wird die Zeilenlänge im DCB (Recordformat F oder FB) beziehungsweise in einem Längenfeld am Zeilenanfang (Recordformat V oder VB) gespeichert.

Um Dateien zwischen dem Windows- und dem Unix-Format zu konvertieren, existiert unter anderem das Kommandozeilenprogramm dos2unix (bzw. unix2dos).

[Bearbeiten] Textverarbeitung: Harter, weicher und automatischer Zeilenumbruch

Unterschieden wird in der Textformatierung der Textverarbeitungssysteme zwischen einem harten, einem weichen (die beiden manuellen Zeilenumbrüche, und dem automatischen Zeilenumbruch.

  1. Der eigentlich dem klassischen Absatz entsprechende Umbruch ist der Absatzumbruch, mit dem Steuerzeichen «» (Absatzmarke, Pilcrow). Sie markiert den Abschluss einer Zeile in einfachen Texten (plaintext), eines klassischen Absatzes in komplex formatierten (rich text) Schriftwerken – Eingabe erfolgt mit Enter/. Beim harten Zeilenumbruch wird zusätzlich am Ende der Vorzeile eine Absatzmarke aus Sonderzeichen eingefügt, so dass der Zeilenumbruch „hart“ in die bearbeitete Datei geschrieben wird.
  2. Der weiche Zeilenumbruch ist ein erzwungener Zeilenneubeginn ohne Absatzmarke, er wird als «↵» dargestellt, Eingabe erfolgt mit ⇧ Shift+↵ Enter – er dient dazu, eine neue Zeile zu beginnen, ohne die Absatzformatierung zu unterbrechen, oder um Zeilenumbrüche in Tabellen zu erzeugen, wo eine Zelle durch die Absatzmarke abgeschlossen wird. Er wird ebenfalls in der Datei gespeichert.
  3. Automatischer Zeilenumbruch, die beim Überschreiten einer bestimmten Zeilenlänge, insbesondere aber der Festerbreite das aktuelle Wort automatisch an den Anfang einer neuen Zeile platzieren, damit der Text komplett angezeigt werden kann, ohne dass der Benutzer horizontal scrollen muss. Der weiche Zeilenumbruch erfolgt nur auf dem Bildschirm, wird jedoch nicht in der Datei gespeichert, und kann auch nicht als solcher eingegeben werden. Hierdurch wird der Benutzer von der Notwendigkeit, die Zeilen manuell umzubrechen, befreit. Viele moderne Texteditoren besitzen eine automatische Zeilenumbruchsfunktion (dadurch wird vermieden, dass er den gesamten Absatz neu umbrechen muss, wenn er nur ein Wort zusätzlich einfügt), in der Webtypographie (HTML-Dokumente) ist sie standardmäßig voreingestellt. Der automatische Zeilumbruch erfolgt immer bis zum nächsten Absatzumbruch, kann durch den weichen Umbruch erzwungen werden, oder muss durch besondere Formatierungsanweisungen (wie etwa <pre> in HTML, oder die Anweisung kein automatischer Zeilenumbruch in der Absatzformatierung) ausdrücklich ausgesetzt werden.

[Bearbeiten] Textdarstellung

Ein Text soll oft auf unterschiedlichen Medien oder in unterschiedlicher Schriftgröße dargestellt werden. In diesem Falle ist eine explizite Angabe des Zeilenumbruchs nicht wünschenswert, da dieser bei optimaler Ausnutzung des Mediums nicht feststeht. Computerprogramme zur Textdarstellung ignorieren daher in solchen Situationen vorgegebene Zeilenumbrüche und setzen den Text in Bezug auf die Zeilenlänge des Mediums.

[Bearbeiten] Programmierung: Codierung mit CR und LF

Klassischerweise gibt es zwei Steuerzeichen für den Zeilenumbruch, die sich von der Schreibmaschine (bzw. exakter, dem Fernschreiber) herleiten: der Wagenrücklauf (CR carriage return, Zurücksetzen an den vorderen Textrand), und der Zeilenvorschub (LF line feed). Durch die verschiedenen Konventionen zum Kodieren der Formen des Zeilenumbruchs auf Computersystemen, die bei der Übernahme der Fernschreib/Schreibmaschinen-Konventionen in die elektronische Textverarbeitung entstanden, treten beim Austausch zwischen unterschiedlichen Systemen Probleme auf.

Bekanntes Beispiel ist die Funktion printf() bzw. fprintf() aus der Standard C Library zum Schreiben in Dateien. Die Escape-Sequenz \n (LF) steht in C für einen Zeilenumbruch. Beim Schreiben in Dateien wird in C zwischen Textmodus und Binärmodus unterschieden. Bei im Textmodus geöffneten Dateien erfolgt eine Übersetzung von \n in die auf dem jeweiligen System üblichen Steuerzeichen für den Zeilenumbruch. Somit erfolgt in unixartigen Betriebssystem keine Umsetzung, da dort LF bereits für den Zeilenumbruch steht. Dagegen findet unter Windows eine Substitution durch CR LF statt. Die resultierenden Dateien sind folglich nicht identisch. Ist die Datei im Binärmodus geöffnet, erfolgt keine Übersetzung, sondern es wird stets ein LF in die Datei geschrieben.

Bei Java stehen die Escapesequenzen \n und \r zur Verfügung; eine Umwandlung erfolgt nicht, stattdessen können mittels gesonderter Funktionen die plattformabhängigen Zeichen für den Zeilenumbruch eingefügt werden. Beim Einlesen ist die Java-Bibliothek tolerant und akzeptiert sowohl CR, LF als auch CR+LF als Zeilenende.[1] Auch andere Programmiersprachen wie Visual Basic oder Perl stellen ähnliche Funktionalitäten zur Verfügung, um Textdateien korrekt zu verarbeiten.

Zahlreiche Netzwerkprotokolle zur Übertragung von Text, z. B. HTTP, SMTP oder FTP, definieren die Sequenz CR+LF für einen Zeilenumbruch. Einige Programme, z. B. Mail Transfer Agents, sind strikt und verweigern sogar die Verarbeitung solcher Daten.[2] Andere Protokolle empfehlen jedoch, auch ein einzelnes LF als (ggf. weichen) Umbruch zu interpretieren.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Java-Dokumentation: java.io.BufferedReader
  2. Bare LFs in SMTP

[Bearbeiten] Weblinks

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