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Zeesen

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Zeesen
Koordinaten: 52° 17′ N, 13° 38′ O52.27861111111113.63416666666737Koordinaten: 52° 16′ 43″ N, 13° 38′ 3″ O
Höhe: 37 m
Fläche: 9 km²
Einwohner: 5000
Eingemeindung: 26. Okt. 2003
Postleitzahl: 15711
Vorwahl: 03375
Zeesener See von Senzig aus

Die bis 2003 selbständige Gemeinde Zeesen ist ein Ortsteil der Stadt Königs Wusterhausen am Zeesener See. Der Ort wurde im Jahre 1542 erstmals als Czeisen urkundlich erwähnt. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet Ort, wo Fische mit Netzen gefangen werden.[1]

In Zeesen befindet sich die Ruine des Lustschlosses der Familie von Danckelmann, welches um 1688 wohl von Johann Arnold Nering errichtet wurde, der zur gleichen Zeit auch deren Berliner Stadtpalais plante. Nach mehrfachem Besitzerwechsel im 18. Jahrhundert erfolgten Anfang des 19. Jahrhunderts Umbauten, die die Gestalt des Hauses bis heute prägen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war das Schloss Domizil der Berliner Finanz- und Kulturaristokratie und in den 1930er Jahren schließlich Sommersitz des Schauspielers und Regisseurs Gustaf Gründgens und seiner Frau, der Schauspielerin Marianne Hoppe. Nach unterschiedlichen Nutzungen seit 1945, vorwiegend als Kinder- und Ferienheim, steht es seit 1999 leer und verfällt. Nach der Wende wohnten Mitglieder der linken autonomen Szene im Schloss und in einer Wagenburg auf dem Gelände. Dies führte zu häufigen Auseinandersetzungen mit politisch rechts gerichteten Jugendlichen.

Während des Ersten Weltkriegs baute die Fa. Schütte-Lanz Luftschiffe in Zeesen. Der Werftbetrieb begann im Jahre 1916. Gebaut wurden hier (aber nur) die Kriegsluftschiffe SL 12, SL 17 und SL 21. Wesentlich bedeutender war an diesem Standort der Bau von Flugzeugen (500 bis September 1918) sowie die Entwicklung und der Bau von Torpedogleitern (über 100), einer frühen Form von Marschflugkörpern.

Zeesen war von 1929 bis 1945 Standort von Kurzwellenrundfunksendern, wobei erstmals Tannenbaumantennen eingesetzt wurden. Daneben existierte bis 1939 auch ein Sendeturm, der aus Holz gebaut war. Von 1927 bis 1939 wurde in Zeesen auch der Deutschlandsender betrieben, der als Antenne eine T-Antenne besaß, die an zwei 210 Metern hohen abgespannten Stahlfachwerkmasten aufgehängt war. Der westliche dieser Masten stürzte beim Bau im Jahr 1927 ein, als seine Konstruktion eine Höhe von 40 Metern erreicht hatte. Hierdurch verzögerte sich die Fertigstellung der Sendeanlage um 3 Wochen, so dass deren Einweihung erst am 20. Dezember 1927 erfolgte. Alle Sendemasten wurden 1945 von der Roten Armee demontiert, die Sendehäuser wurden gesprengt.

Zeesen ist heute Ortsteil von Königs Wusterhausen und hat ca. 5.000 Einwohner auf einer Fläche von ca. 9 km². Die Nähe zu Berlin und die Lage an der Berliner Seenplatte führt zu einem hohen Bevölkerungszuwachs. Körbiskrug ist ein Ortsteil von Zeesen und liegt an der Bundesstraße 179 von Bestensee nach Königs Wusterhausen. Teilflächen der Zeesener Gemarkung gehören zum 1995 gebildeten Naturschutzgebiet Tiergarten, dessen Kern, das alte königliche Jagdrevier Tiergarten, im Norden an das Senziger Luch grenzt. Das Senziger Luch schließt an die Nordspitze des Zeesener Sees an.

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 188 ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

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