| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||
| Kreis: | Kreisfreie Stadt | ||||
| Höhe: | 160 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 168,41 km² | ||||
| Einwohner: | 356.420 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 2116 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 42001–42399 (alt: 5600) | ||||
| Vorwahlen: | 0202 02058 (Dornap) 02053 (Siebeneick) |
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| Kfz-Kennzeichen: | W | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 24 000
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| Stadtgliederung: | 10 Stadtbezirke | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Johannes-Rau-Platz 1 42275 Wuppertal | ||||
| Webpräsenz: | |||||
| Oberbürgermeister: | Peter Jung (CDU) | ||||
| Lage der Stadt in Nordrhein-Westfalen | |||||
Wuppertal ist die größte Stadt des Bergischen Landes und versteht sich als Hauptstadt, Wirtschafts-, Industrie- und Kulturzentrum dieser Region. Die „Großstadt im Grünen“ liegt südlich des Ruhrgebiets etwa in der geographischen Mitte der Metropolregion Rhein-Ruhr, zirka 30 Kilometer östlich von Düsseldorf, etwa 40 Kilometer nordöstlich von Köln und zirka 23 Kilometer südöstlich von Essen.
Die Universitätsstadt Wuppertal ist mit rund 360.000 Einwohnern siebzehntgrößte Stadt Deutschlands und eines der Oberzentren des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.
Die Stadt wurde zum 1. August 1929 durch Vereinigung der kreisfreien Städte Elberfeld (Großstadt seit etwa 1883) und Barmen (Großstadt seit etwa 1884), sowie der Städte Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel unter dem Namen Barmen-Elberfeld als kreisfreie Stadt gegründet und im Jahr 1930 nach einer Bürgerbefragung in Wuppertal umbenannt, womit die geographische Lage der Stadt an der Wupper zum Ausdruck gebracht wurde.
Neben der weltberühmten Schwebebahn ist die Stadt vor allem bekannt für das international renommierte Tanztheater Pina Bausch, den landschaftlich reizvollen Zoo, die historische Stadthalle sowie das Von-der-Heydt-Museum für bildende Kunst.
Inhaltsverzeichnis
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Wuppertal liegt in einem Bogen der Wupper entlang der Grenze zum Niederbergischen im Norden und den oberbergischen Hochflächen im Süden. Der südöstliche Teil des Stadtgebietes gehört zur Bergischen Hochfläche mit Höhen bis zu ca. 350 m, die durch tiefe Kerbtäler von Gewässer- und Bachläufen durchschnitten wird. Der nordwestliche Bereich des Stadtgebietes ist Teil des Niederbergischen Hügellandes, das Geländehöhen bis zu ca. 322 m aufweist.
Aufgrund der erheblichen Höhenunterschiede innerhalb des Stadtgebiets gibt es zahlreiche steile Straßen und viele Treppen. Daher gilt Wuppertal als die Stadt Deutschlands mit den meisten öffentlichen Treppen. Wuppertal wurde wegen seiner zahlreichen steilen, geraden Straßen (zum Beispiel in der Elberfelder Nordstadt) auch als „San Francisco“ Deutschlands bezeichnet.
Die Entstehung aus einer Städtefusion spiegelt sich auch heute noch im Stadtbild wider. So hat Wuppertal mit Elberfeld und Barmen nach wie vor zwei größere urbane Zentren und fünf weitere Stadtteile (Beyenburg, Cronenberg, Langerfeld, Ronsdorf und Vohwinkel) mit überwiegend kleinstädtischen Elementen. Von nahezu jedem Ort aus lässt sich in kurzer Zeit eine erholsame Grünzone oder ein ausgedehntes Waldgebiet auf den Höhen erreichen.
Geografisch und geologisch liegt das Bergische Land am Rand des Rheinischen Schiefergebirges, eines deutschen Mittelgebirges, dessen Gesteine hauptsächlich aus der Zeit des Devons und des Karbons stammen.
In den südöstlichen Stadtteilen Wuppertals findet man mit Tonschiefer, Grauwacken und Konglomeraten des Unterdevons die erdgeschichtlich ältesten Gesteine. Nordwestlich davon schließen sich Wechselfolgen von mittel-devonisch schieferigen Ton-, Schluff-, und Grauwacken an. Diese Gesteine des Devon entstanden vor etwa 416 bis 359 Millionen Jahren.
Eine andauernde Absenkung des Bodens führte in dieser Region im späteren Mittel- bis Oberdevon unter günstigen klimatischen Bedingungen zur Ausbildung mächtiger Riffkomplexe. Der devonische Massenkalk dieser ehemaligen Riffe erstreckt sich in Nordost-südwestlicher Richtung quer durch das Wuppertaler Stadtgebiet. Er gehört zum Rheinisch-Westfälischen Kalkzug, der sich am Nordrand des Sauerlandes und des Bergischen Landes von Düsseldorf über Wuppertal, Hagen und Iserlohn bis nach Brilon erstreckt.
In dieser Gegend wurde bereits im 9. Jahrhundert Kalk gewonnen, im Ortsteil Dornap und dem angrenzenden Wülfrath gibt es seit der Industrialisierung bis heute noch Kalktagebau. Ein Kalktrichterofen aus dem 19. Jahrhundert ist als historisches Industriedenkmal im Wuppertaler Stadtbezirk Elberfeld-West (Quartier Varresbeck) noch erhalten.
Im Stadtteil Wichlinghausen gibt es kleinere Vorkommen des Vulkangesteins Diabas (Grünstein), die auf dem Meeresboden im Oberdevon gebildet wurden.
Ganz im Norden Wuppertals sind als jüngste Schichten noch Schiefer, Quarzite und Grauwacken erhalten, die im Zeitalter des Karbon vor etwa 359 bis 299 Millionen Jahren gebildet wurden.
Die abgelagerten Gesteine wurden im Laufe der Erdgeschichte, teilweise unter erhöhtem Druck und Temperatur, gefaltet und gegeneinander verschoben. In Wuppertal können daher häufig gefaltete und steil aufgestellte Gesteinsschichten beobachtet werden, besonders gut z.B. im Nordpark).
Im Tertiär, das vor ca. 65 Millionen Jahren begann und bis zum Beginn der Eiszeit dauerte, wurden in einigen Tälern Sande und Kiese abgelagert.
Während der Eiszeit, die vor rund 2,6 Millionen Jahren begann, wurde im gesamten Bereich von Wuppertal sehr fruchtbarer, gelb-brauner Löss abgelagert, der aus gleichkörnigem, äußerst feinem Quarzstaub mit einem geringen Anteil an kalkigen Bruchstücken besteht.[2]
Vom Gymnasium Sedanstraße über den Barmer Nordpark bis zum Naturschutzgebiet Dolinengebiet im Hölken führt ein 9,5 Kilometer langer geologischer Wanderlehrpfad.[3]
Die Länge der Stadtgrenze beträgt 94,5 Kilometer. Das Tal der Wupper erstreckt sich im Stadtgebiet mit einer Länge von 33,9 Kilometern überwiegend von Osten nach Westen und weist Aufweitungen mit Breiten von bis zu zwei Kilometer auf, in denen die Stadtzentren Barmen und Elberfeld gelegen sind.
Höchster Punkt im Stadtgebiet ist Lichtscheid mit 350 Meter über NN, der tiefste Punkt im Stadtgebiet liegt an der Wupper bei Müngsten mit 100 Meter über NN.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Wuppertal; sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Hattingen, Sprockhövel, Schwelm und Ennepetal (alle Ennepe-Ruhr-Kreis), Radevormwald (Oberbergischer Kreis), Remscheid und Solingen (beides kreisfreie Städte) sowie Haan, Mettmann, Wülfrath und Velbert (alle Kreis Mettmann).
Das Stadtgebiet Wuppertals ist in zehn Stadtbezirke eingeteilt.
Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke in insgesamt 69 Quartiere unterteilt.
Der Stadtkörper Wuppertals stellt als räumliche Typologie eine Besonderheit dar. Die heutige Gesamtstadt ist durch die Genese aus mehreren Einzelstädten und -dörfern zwar im gemeinsamen Tal eindeutig fixiert, zugleich jedoch dezentral organisiert. Die geographisch-topographische Lage bedingt den Zusammenhalt als städtische Einheit, die auch historisch und strukturell logisch-zwingend ist (gemeinsame Industriegeschichte, ähnliche Wachstumsbedingungen und Identifikation bereits lange vor der Fusionierung).
Durch die längliche ost-westliche Tallage ergibt sich nun ein geradliniges Agglomerationsband, das stadträumlich als Typ keine Parallele im deutschen Raum hat. Entlang einer Achse aus Hauptverkehrsstraße (Bundesstraße 7), Haupteisenbahnlinie und Fluss mit dem örtlichen Hauptverkehrsmittel, der Schwebebahn, reihen sich alle wichtigen Funktionen der Stadt auf einer Länge von etwas weniger als 15 Kilometer aneinander.
Hierdurch ist eine klare Zentrenbildung erschwert, was heute als strukturelle Schwäche im Wettbewerb der Nachbarstädte erkennbar wird: Die immer noch konkurrierenden Mittelpunkte der beiden annähernd gleichgewichtigen Großstädte Barmen und Elberfeld behindern die Entwicklung einer kritischen Zentrumsgröße, die eine Anziehungskraft im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl somit nicht entfalten können. Die schleichende Verlagerung aller kommerziellen Gewichte ins Elberfelder Zentrum kann diesen Zustand nur unzureichend ausgleichen. Außerdem sind hiermit strukturelle Ausblutungseffekte im Barmer Innenstadtkern verbunden.
Der topographisch bedingt häufig mögliche Überblick über die Talstadt zeigt diese in scheinbarer Größe, was subjektiv ebenfalls verstärkend wirkt. Ein weiterer Vorteil der Bandstadt ist ihre parallele Begleitung durch nahegelegene Grünflächen bzw. Hangwälder, die das Ausweichen aus dem Tal in grüne Randbereiche bereits nach wenigen hundert Metern erlauben. Somit sind auch zahlreiche gründerzeitlich-hochwertige Villengebiete äußerst zentrums- bzw. talbandnah gelegen (Briller Viertel, Zoo-Viertel, mittelbar auch Elberfelder Südhöhen und Barmer Toelleturmgegend).
Da die Entwicklung zur Bandstadt ihren Ursprung in der industriellen Nutzung des Wuppertales bzw. der Wupper selbst hat, ergeben sich durch den seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts endgültig einsetzenden Strukturwandel (Deindustrialisierung) zahlreiche Verfalls- und Leerflächen inmitten des Zentrumsbandes der Stadt. Dies bewirkt eine subjektive (optische) wie auch objektive Strukturschwäche (Entvölkerung, De-Funktionalisierung) gerade im Innenstadtbereich, die nicht ausreichend mit nachwachsenden Tertiärnutzungen (Dienstleistungen, Verwaltung) gefüllt werden kann. Die eher mittelständische Industriestruktur führt in Wuppertal nicht zu ausreichenden Modernisierungseffekten, die etwa nun zu wissenschaftlichen oder administrativen Zentrumsaufgaben führen würden.
Dies ist ebenfalls ein Ergebnis der geographischen Lage, da eine Ansiedlung von Großindustrie im engen Wuppertal nicht möglich war; bereits der hier entstandene Bayer-Konzern musste mangels Erweiterungsmöglichkeit Anfang des 20. Jahrhunderts ausweichen und expandierte im noch in der mittleren Umgebung Wuppertals gelegenen Leverkusen. Die genannte funktionale oder tatsächliche Brachflächenbildung führt zu einer stärkeren Schwächung des Stadtzusammenhangs, als dies bei zentral-radial organisierten Städten ähnlicher Größe auftreten würde. Die aus den Nutzungsveränderungen bedingten Suburbanisierungsprozesse entlang der Talachse unterstützen diese Schwächung.
Die Ursachen für die Bandstadt-Bildung sind zugleich die begrenzenden Faktoren der Stadtentwicklung für Wuppertal: Die Topographie lässt die Erweiterung von Gewerbe- und Industrieflächen kaum zu. Dies unterscheidet die natürlich gewachsene Bandstadt Wuppertal von künstlichen Planungen der Moderne, wie es beispielsweise Berlin nach dem Krieg werden sollte (Hans Scharoun et. al.), wie es Brasília zu Beginn seiner Idealplanung war oder auch seit den 90er Jahren die Stadt Shenzhen in China, als langes Band am Rande der Grenze zu Hongkong gelegen.
Wuppertal liegt im nordwestdeutschen Klimabereich, wobei das maritime, subatlantisch geprägte Klima zu allgemein kühlen Sommern und relativ milden Wintern führt. Einflüsse des Reliefs und der Landnutzung führen dabei im Stadtgebiet zu lokal unterschiedlichen Ausprägungen der Klimaparameter Temperatur, Feuchte, Wind, Niederschlag und Strahlung.
An den Höhen des Bergischen Landes treffen feuchte atlantische Luftmassen mit den vorherrschenden westlichen Luftströmungen erstmals auf ein Hindernis und werden gestaut. Dadurch steigen die Wolken in höhere Luftschichten, die gewöhnlich kälter sind, kondensieren und regnen als so genannter Steigungsregen ab. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge mit 1116 mm im Tal und 1183 mm auf den Höhen ist etwa doppelt so hoch wie in der Hauptstadt Berlin und gehört damit zu den höchsten in einer deutschen Stadt. Die niederschlagsreichsten Monate sind der Dezember und der Juni. In der Redensart "In Wuppertal werden die Kinder mit dem Regenschirm geboren." spiegelt sich diese Tatsache auch im Volksmund wider.
Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt zwischen 8,5 und 9°C. In der Vegetationszeit, in der an 150 bis 180 Tagen eine Temperatur von mehr als 10°C herrscht, liegt die mittlere Temperatur bei 13 bis 16°C. Der Juli ist mit mittleren Temperaturen von 17,2 °C der wärmste Monat, der Januar mit 1,9 °C der kälteste. Im Mittel gibt es 26 Sommertage mit Temperaturmaxima über 25 °C und 62 Frosttage.
Die mittlere jährliche Sonnenscheindauer liegt mit 1300 bis 1400 Stunden etwas unterhalb des deutschen Mittelwertes von 1550 Stunden.
Die mittleren jährlichen Windgeschwindigkeiten variieren von ca. 2,9 m/s im Tal bis ca. 3,8 m/s in höheren Lagen.
Die natürliche Vegetation hat bei diesen Klimamerkmalen sehr günstige Wachstumsbedingungen, durch die Gefahr von Starkregenfällen und Spätfrösten sind die Bedingungen für die Landwirtschaft in diesem Klima allerdings eher schwierig.
Seit 1991 ist Wuppertal Sitz des weltweit renommierten Wuppertal Institutes für Klima, Umwelt, Energie.
29 % (= 4.858 Hektar) des Stadtgebietes sind Wald- und Freiflächen, 7,8 % (= 1.318 Hektar) Parkanlagen und Grünfläche, 21 % (ca. 3500 Hektar) werden landwirtschaftlich genutzt. Außerdem gibt es etwa 8.000 Kleingärten auf 380 Hektar und 46 Friedhöfe auf einer Fläche von 160 Hektar.
Die Topografie Wuppertals bedingt, dass einige innenstadtnahe Gebiete wegen des steilen Geländes nicht bebaut wurden. Manche Felsformationen reichen bis an die Wupper heran und sind bis heute baumbestanden. Einige dieser Gebiete wurden zu Parks oder Landschaftgärten gestaltet.
Im Stadtgebiet und direkt angrenzend gibt es zahlreiche Waldgebiete, die Wuppertal zu einer Stadt im Grünen machen.
Der Staatsforst Burgholz in Cronenberg ist für seine bundesweit einmalige Sammlung verschiedener oft auch exotischer Gehölze (Arboretum) bekannt, in dem forstwissenschaftliche Studien durchgeführt werden. Besucher können auf vier Arboretumswegen (Waldlehrpfaden) den Bestand erkunden.
Das Naturschutzgebiet Gelpetal bildet zusammen mit dem Saalbachtal ein bewaldetes Naherholungsgebiet im Süden der Stadt, in dem bereits seit dem 14. Jahrhundert Eisen und Stahl industriell bearbeitet wurde. Noch heute sieht man dort entlang eines Industrie-Geschichtslehrpfads Reste von Hammerwerken und Schleifkotten.
Das an den Barmer Wald angrenzende Naherholungsgebiet Scharpenacken auf einem ehemaligen Standortübungsplatz in Ronsdorf ist durch weitläufige Wald- und Freiflächen mit unverbauten Aussichten geprägt. Es steht unter Landschaftsschutz und beherbergt einige wertvolle Biotope, wie den Schmalenhofer Bach als naturnahen Mittelgebirgsbach, die größten Magerwiesen des Niederbergischen Landes und einige kleine artenreiche Feuchtbiotope bei Erbschlö. Der Scharpenacken ist unter anderem bei Wanderern, Joggern, Drachensteigern und Modellflugzeugfliegern beliebt.
Im Nordosten liegt nahe der Ortschaft Linde mit dem Staatsforst Marscheider Wald ein ausgedehntes Waldgebiet, das insbesondere von Wanderern und Joggern genutzt wird.
An den Norden angrenzend bilden das Naturschutzgebiet Deilbachtal und das Felderbachtal die Verbindung zum südlichen Essen.
Ein Wildgehege gibt es auf dem Ehrenberg zwischen Langerfeld und Schwelm, ein weiteres im Nordpark in Barmen.
Der hohe Freizeitwert von Wuppertals Wäldern wird durch die Einrichtung von 250 Kilometern Wanderwegen, 50 Kilometern Reitwegen, 18 Wetterschutzhütten und 14 Wanderparkplätzen deutlich.
In einem ausgedehnten Parkgelände von rund 24 Hektar befindet sich am Hang des Kiesbergs der Zoo Wuppertal, in dem rund 5.000 Tiere von knapp 500 Arten aus allen Teilen der Erde gehalten werden. In zahlreichen Tierhäusern zeigt er unter anderem Menschenaffen, Affen, Bären, Großkatzen, Elefanten, Vögel, Fische und Reptilien. Besonders beliebt sind die vier jungen Elefanten und die Tapire, die die einzigen ihrer Art in einem europäischen Zoo sind. Im Mai 2007 wurde eine der modernsten und größten Raubtier-Anlagen Deutschlands eröffnet.
Im Jahr 2006 feierte der Wuppertaler Zoo sein 125-jähriges Bestehen mit der Pinguinale. Hierzu wurden im gesamten Stadtgebiet große, künstlerisch bearbeitete Pinguinfiguren aufgestellt, von denen einige noch heute im Stadtgebiet und im Zoo zu sehen sind. Bei einem Test der Zeitschrift Stern im Frühjahr 2008 wurde der Wuppertaler Zoo als drittbester deutscher Großzoo eingestuft.
Die Barmer Anlagen sind ein ausgedehnter Landschaftspark am Hang der Barmer Südhöhen. Die parkähnliche Anlage am Südrand Barmens geht in ein Waldgebiet über, an das sich der Vorwerk-Park anschließt, der von der Familie Vorwerk (Gründer des gleichnamigen Unternehmens) angelegt wurde, als diese noch die dort gelegene Villa bewohnte.
In den Barmer Anlagen stand unter anderem bis 1947 das erste Großplanetarium der Welt, das jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach aus finanziellen Gründen nie wieder erbaut wurde.
Der zentral gelegene Bergrücken der Hardt beherbergt einen Park mit unterschiedlichen Einrichtungen. So befindet sich hier eine große Freilichtbühne, auf der auch Musik-Stars wie Seeed oder Silbermond auftreten, der Botanische Garten, der mehr als 5.000 interkontinentale Pflanzen sowie ein „Spezialhaus“ für Sonderpflanzen aufweist, sowie zwei Türme, der Elisenturm und der Wuppertaler Bismarckturm.
Im Nordpark in Barmen gibt es einen großen Spielplatz, ein Wildgehege und einen Geologie-Lehrpfad, der am Gymnasium Sedanstraße beginnt und im Naturschutzgebiet Dolinengebiet im Hölken endet.
Ansonsten findet man in Wuppertal weitere Parks und kleinere Waldstücke wie den Mirker Hain, den Vohwinkeler Stadtwald, die Ronsdorfer Anlagen, den Vorwerk-Park mit seinen zahlreichen Rhododendronarten, das Gelände um den Weyerbuschturm und den Cronenberger Wald.
In Wuppertal sind 20 von der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) verwaltete Naturschutzgebiete ausgewiesen, außerdem gibt es in allen Stadtteilen zahlreiche Naturdenkmäler.
Auf dem Wuppertaler Stadtgebiet gibt es mit der Herbringhauser Talsperre, der Ronsdorfer Talsperre und dem Beyenburger Stausee drei größere Standgewässer.
Die mehr als 500 Fließgewässer (Bäche und Flüsse) sind mit einer durchschnittlichen Fließgewässerdichte von ca. 1,9 km Gewässerlänge je Quadratkilometer hier besonders prägende Landschaftsbestandteile.
Trotz relativ schlechter klimatischer Bedingungen wird in Wuppertal 21 % des Stadtgebietes landwirtschaftlich genutzt. 20 Landwirte haben sich zu dem Arbeitskreis Bauern in Wuppertal zusammengeschlossen, um ihre Produkte und Dienstleistungen gemeinsam anzubieten.[4]
Die Stadt Wuppertal besteht, abgesehen von einer kleineren Gebietsreform 1975, in der heutigen Form erst seit dem Jahr 1929. Die in diesem Jahr zu Wuppertal vereinten Städte und Gemeinden besitzen eine lange eigene Geschichte, die detailliert in den jeweiligen Artikeln zu den Vorgängerkommunen aufgeführt wird.
Erste Spuren von Menschen im Tal der Wupper gehen auf das Jahr 1000 v. Chr. zurück. Eine zwei Mal drei Meter große bronzezeitliche Fundstelle mit Bruchstücken von Keramik wurde im Jahr 2003 bei Erdarbeiten unter dem Deweerth’schen Garten in Elberfeld entdeckt.
Ab dem 7. Jahrhundert erfolgte die relativ späte und spärliche Besiedelung des Wupperraums durch germanische Volksstämme. Einzelne Höfe Barmens (Westkotten, Wichlinghausen) werden aufgrund von Ortsnamenforschung auch ohne urkundliche Belege auf eine Besiedlung durch die unter sächsischer Herrschaft stehenden Borchter im 8. bis 9. Jahrhundert datiert. Die Region war lange Zeit Grenzgebiet zwischen dem Herrschaftsraum der Franken und Sachsen, was größere Siedlungsstrukturen verhinderte.
Karl der Große ließ in Folge zur Sicherung des Wuppergebiets fränkische Herrenhöfe anlegen, unter anderem vermutlich auch Elberfeld. Der Bau einer Kirche in Sonnborn ist um 874 belegt. Der in Corvey wirkende Geschichtsschreiber Widukind berichtete gegen Ende des 10. Jahrhunderts von den ersten Herren einer Fliehburg Elberfeld. Diese Fliehburg war ab 955 im Besitz des Kölner Erzbischofs und diente vermutlich als Versorgungsstation an der Heerstraße nach Soest.
Urkunden belegen die ursprünglichen Vorgängersiedlungen der heutigen Stadt Wuppertal größtenteils etwa um die erste Jahrtausendwende. Sie wurden wie folgt erstmals gesichert urkundlich erwähnt: Cronenberg 1050, Barmen 1070, Elberfeld 1161, Schöller 1182, Ronsdorf 1246, Beyenburg 1298 (einzelne Ortslagen bereits 1189), Langerfeld 1304, Dönberg 1355 und Vohwinkel 1356.
Nach der Gründung des Deutschen Reiches im 10. Jahrhundert setzte die große Rodungszeit im Wuppergebiet ein, die bis ins 16. Jahrhundert dauerte. Damit verbunden waren viele neue Siedlungen und ein Ausbau der Herrenhöfe zu Burgen. 1101 wurde Adolf von Berg erstmals urkundlich als Graf erwähnt. Die Grafen und später Herzöge von Berg erwarben durch Kauf, Heirat, Erbschaft und Verpfändungen im Laufe der nächsten Jahrhunderte den größten Teil des heutigen Wuppertaler Stadtgebiets und verwalteten es durch die Burg Elberfeld und die Burg Beyenburg.
Wie oben erwähnt ist die Entstehung Elberfelds ohne nähere urkundliche Belege. Die Chroniken Widukinds sprechen von einem sächsischen Burgherrn Droste Brüning, Lehnsmann Kaiser Konrad I.. Nach dessen Tod beanspruchte laut Widukind Eberhard von Franken die Burg. Trotz Belagerung konnte er seine Ansprüche nicht durchsetzen. 1161 wurde ein Schulte (villicus) vom Tafelhof Elverfeldt erstmals urkundlich erwähnt. Der Erzbischof von Köln verpfändete 1176 Elberfeld an den Grafen Engelbert von Berg. Nach wechselnden Herrschaftsverhältnissen blieb Elberfeld ab 1428 nun ständiger bergischer Besitz. Elberfeld wurde ab 1444 als „Freiheit“ bezeichnet (1530 als Stadt) und hatte damit eine städtische Ratsverfassung. Das Stadtprivileg wurde jedoch erst 1610 erteilt und 1623 erweitert. Am 22. Mai 1687 zerstörte ein Stadtbrand 350 Häuser und das gesamte Ortszentrum, erst 1707 wurde das Rathaus neu aufgebaut. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde Elberfeld Sitz eines Landkreises, der aus den Bürgermeistereien Elberfeld und Barmen gebildet wurde. Ihm wurden 1820 die Gemeinden des Landkreises Mettmann angegliedert.
Der Name Barmen wurde 1070 das erste Mal als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden urkundlich erwähnt. 1244 gingen die Güter in Barmen („Bona de Barme“) aus dem Besitz des Grafen Ludwig von Ravensberg in den des Grafen von Berg über. Die dazugehörige Vertragsurkunde ist die zweite urkundliche Erwähnung Barmens. Barmen war also zunächst die Sammelbezeichnung für ein Gebiet, das aus einem lockeren Verbund von Einzelhöfen und Siedlungsplätzen bestand. 1399 wird schließlich erstmals die Verwaltungszugehörigkeit Barmens zu dem frisch gegründeten bergischen Amt Beyenburg deutlich. Hauptort war Gemarke. 1808 wurde Barmen zur Stadt erhoben und gehörte ab 1815 zum Landkreis Elberfeld. Die Bürgermeisterei Barmen bestand aus der Stadt Gemarke, dem Flecken Wupperfeld (ab 1780 entstanden), den Dörfern Heckinghausen, Rittershausen und Wichlinghausen, dem Weiler Karnap und 58 kleineren Ortschaften und Gehöften.
1861 schieden Elberfeld und Barmen aus dem Landkreis Elberfeld aus und wurden kreisfreie Städte. Der verbleibende Rest des Landkreises Elberfeld wurde in Landkreis Mettmann (ab 1929 Landkreis Düsseldorf-Mettmann und ab 1975 erneut in Kreis Mettmann) umbenannt.
Ab 1885 wurden im Stadtkreis Barmen nur noch sieben Wohnplätze unterschieden: Stadt Barmen, Hatzfeld, Lichtenplatz, Westen, Heckinghausen, Heidt, Karnap. 1922 erfolgte die Eingliederung der Gemeinden Langerfeld und Nächstebreck. In Elberfeld unterschied man 1885 insgesamt 20 Wohnplätze: Stadt Elberfeld, die Weiler Arrenberg, Hahnerberg, Hipkenberg, Ruthenbeck, Steinbeck, Stockmannsmühle, Theishahn, Uellendahl, Weinberg, Wolfshahn und Wüstenhof, ferner einzelne Häuser wie Funkloch. Später wurden weitere Güter erworben, so etwa Buchenhofen, Evertsaue, Kirberg und Schloss Lüntenbeck.
Barmen-Elberfeld war seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eines der größten Wirtschaftszentren des Deutschen Reiches, noch vor dem Ruhrgebiet, das einen Gutteil seines Aufschwungs der Funktion als Rohstofflieferant der Wuppertaler Region zu verdanken hatte und sich erst später entwickelte. Zahlreiche historische Transportstrecken führten zu den Stadtkreisen, wie die Bergische Eisenstraße oder mehrere Kohlenwege aus dem Ruhrgebiet. Die heutige Bundesstraße 7 (B 7) nach Hagen war eine der allerersten befestigten Straßen in Preußen. Eine bereits relativ frühe Industrialisierung basierte auf der starken Nutzung der Wasserkraft als Antrieb etwa für Hammerwerke oder sonstige Maschinen.
Der Eisenbahnbau nach Barmen-Elberfeld wurde frühzeitig von Düsseldorf (Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft) mit der ersten dampfbetriebenen Eisenbahnstrecke im Westen Deutschlands und von Essen mit der 1831 gegründeten Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft forciert. Der Streckenbau nach Köln und Hagen (Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft) folgte Mitte des 19. Jahrhunderts. Mehrere Gesellschaften erschlossen eigene Trassen durch das Stadtgebiet. Auch hier standen die benötigte Transportkapazität für Rohstoffe und der weltweite Versand der Erzeugnisse im Vordergrund.
Das Bahnnetz erlaubte in seiner Vollausbaustufe den direkten Anschluss von Cronenberg (Burgholzbahn), Solingen (Korkenzieherbahn) und (Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn), Remscheid (Bahnstrecke Wuppertal–Opladen/Solingen und Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn), Essen (Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr), Witten (Elbschetalbahn), Hattingen (Bahnstrecke Wuppertal-Wichlinghausen–Hattingen), Gevelsberg-Silschede (Bahnstrecke Schee–Silschede), Mettmann (Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd), Velbert (Niederbergbahn), Ratingen (Angertalbahn), dem Oberbergischen Land (Wippertalbahn) und dem märkischen Sauerland (Wuppertalbahn) mit jeweils einer eigenen Strecke.
Das Barmen-Elberfelder Straßenbahnnetz zählte zu den vier größten des Deutschen Reichs und reichte von Hagen im Osten bis nach Düsseldorf-Benrath im Westen und von Essen im Norden bis nach Wermelskirchen im Süden.
Um die Jahrhundertwende 1900 brachten Kleineisenhandwerk und Textilindustrie mit florierender Produktion und beachtlichem Handel beiden Städten einen kräftigen Wachstumsschub, der freilich den Ersten Weltkrieg nicht überdauerte. 1920 ging der Widerstand gegen den Kapp-Putsch von Elberfeld aus, wo sich Vertreter von KPD, USPD und SPD getroffen, in einem gemeinsamen Aufruf zum Widerstand gegen die Putschisten durch Streik und Erringung der politischen Macht aufgerufen und so den Ruhraufstand in Gang gesetzt hatten. Der Ruhraufstand führte auch in Wuppertal zu schweren und opferreichen Kämpfen zwischen Freikorps und Polizei auf der einen sowie bewaffneten Arbeitern der Roten Ruhrarmee auf der anderen Seite.
Die Vereinigung von Elberfeld und Barmen erfolgte zum 1. August 1929.
1934 formierte sich der christliche Widerstand gegen Hitler in Wuppertal in der Barmer Bekenntnissynode. Unter der Federführung von Karl Barth verabschiedete die von Reformierten, Lutherischen und Unierten gebildete Bekennende Kirche die Barmer Erklärung, das wichtigste Dokument kirchlicher Ablehnung der Naziherrschaft.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch schwere Angriffe der Alliierten (zweimal mit mehreren tausend Toten) zu großen Teilen zerstört (siehe hierzu den Hauptartikel: Luftangriffe auf Wuppertal). Die historische Bausubstanz in den urbanen Hauptzentren wurde bis auf wenige Ausnahmen zerstört oder so schwer beschädigt, dass etliche sehenswerte Gebäude der Gründerzeit abgerissen werden mussten. Zum Opfer fielen kulturhistorisch bedeutende Gebäude wie beispielsweise die Barmer Stadthalle und das weltweit zweite Planetarium, aber auch hunderte der alten Bürgerhäuser.
Die heute von vielen als unattraktiv empfundenen Zentrumsbereiche Elberfelds und Barmens verdanken ihr Aussehen dieser Zerstörung und den vermeintlich „modernen“ Bauplanungen der 1950er Jahre, die vor allem die schnelle Errichtung von funktionellen wie schnörkellosen Baukörpern und die Schaffung breiter Straßenschneisen für den wachsenden Individualverkehr im Blick hatten. Überlegungen, auch das schwer zerstörte Schwebebahngerüst abzureißen, wurden schnell verworfen.
Die Stadt konnte insgesamt einen guten Neuanfang machen. Die Textilindustrie war bis weit in die siebziger Jahre wesentlicher wirtschaftlicher Faktor der Stadt, bis diese durch die Globalisierung des Textilmarktes an Bedeutung verlor. Weltweit führend ist Wuppertal heute vor allem noch in der Werkzeugfertigung.
Der Strukturwandel machte Wuppertal als Industriestadt ähnlich wie den Ruhrgebietsstädten schwer zu schaffen. Während das Ruhrgebiet seit den 1980er Jahren öffentliche Mittel für den Strukturwandel zur Verfügung gestellt bekam, wurde Wuppertal mit seinen gleichgelagerten Problemen von Seiten der Landesregierung fast vollkommen allein gelassen. Erst durch den großen persönlichen Einsatz der Wuppertaler Oberbürgermeister Hans Kremendahl und Peter Jung in Form von politischer Arbeit und medienwirksamen Protestaktionen findet allmählich ein Umdenken statt.
Im Zuge der Gemeindereform 1975 wurden weitere Gebiete wie z. B. Dönberg, das vormals ein Stadtteil von Neviges war, nach Wuppertal eingegliedert. Damit erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.
Ursprünglich lag Wuppertal auf der Sprachgrenze zwischen rheinischen (ripuarischen), südniederfränkischen und oberbergischen Mundarten. Heute herrscht Hochdeutsch mit geringem rheinisch-niederfränkischem Substrat vor.
Wuppertal gilt als die Stadt Deutschlands mit den meisten unterschiedlichen Religionen und Gemeinden mit großer konfessioneller Vielfalt. Der heutige Stadtteil Ronsdorf zum Beispiel wurde für eine religiöse Gemeinde gegründet.
Das Gebiet der heutigen Stadt Wuppertal gehörte ursprünglich zum Erzbistum Köln, Elberfeld zum Archidiakonat des Domdekans und zum Dekanat Neuss. Zum Kirchspiel Elberfeld gehörte auch Unterbarmen. Oberbarmen hingegen war Teil des Archidiakonats St. Georg im Dekanat Lüdenscheid. Erst um 1300 wurde Elberfeld eine eigene Gemeinde, nachdem sie zuvor zu Richrath gehörte.
In Elberfeld wurde 1566 durch Peter Loh die Reformation nach reformiertem Bekenntnis eingeführt. Während der spanischen Besatzung wurde der evangelische Gottesdienst zwischen 1625 bis 1627 vorübergehend verboten. Ab 1690 gab es auch eine lutherische Gemeinde. Nach dem Übergang der Stadt an Preußen unterstanden die reformierten und lutherischen Gemeinden Elberfelds zunächst dem Konsistorium in Düsseldorf, dann in Köln und schließlich ab 1822 in Koblenz, das seinerzeit Sitz der rheinischen Provinzialkirche wurde (heute Evangelische Kirche im Rheinland). Elberfeld wurde Sitz einer Kreissynode (heute Kirchenkreis), zu dem auch die evangelischen Gemeinden von Sonnborn, Vohwinkel, Cronenberg und Ronsdorf gehörten und bis heute gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt.
Auch in Barmen, das aus einer Vielzahl von Siedlungen hervorging, wurde im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt. Doch trennte sich die reformierte Gemeinde Gemarke erst 1702 von der Pfarrei Schwelm. Die lutherische Gemeinde Wichlinghausen erst 1744. Von dieser trennte sich 1778 die Wupperfelder Gemeinde ab. Unterbarmen gehörte kirchlich zu Elberfeld. Auch Barmen wurde in preußischer Zeit Sitz einer Kreissynode (heute Kirchenkreis), zu dem heute alle protestantischen Gemeinden des Stadtteils Barmen gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt.
Auch in den anderen heutigen Wuppertaler Stadtteilen wurde im 16. Jahrhundert die Reformation meist nach reformiertem Bekenntnis eingeführt. Später gab es auch lutherische Gemeinden. In einigen kleineren Orten entstanden erst sehr spät eigene reformierte beziehungsweise lutherische Gemeinden, so etwa in Beyenburg 1854 und in Vohwinkel 1886.
Wenngleich in ganz Preußen 1817 die Union zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden eingeführt wurde, so blieben die jeweiligen Gemeinden in ihrer Wahrnehmung jedoch ihren bisherigen Traditionen treu. So unterscheidet man heute in Wuppertal nach wie vor zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden innerhalb der unierten Landeskirche. Einige Gemeinden wurden jedoch auch von Anfang an als „unierte“ Gemeinden gegründet. Hierzu gehört die unierte Gemeinde Unterbarmen. Als Reaktion auf die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung 1835, die eine vereinheitlichte Liturgie für die preußischen protestantischen Kirchen vorschrieb, trennten sich aus Bekenntnisgründen eine altlutherische Kirchengemeinde und die Niederländisch-reformierte Gemeinde von der unierten preußischen Kirche. Noch heute gibt es zwei lutherische Kirchengemeinden (in Barmen und Elberfeld), die zum Kirchenbezirk Rheinland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehören, und die Niederländisch-reformierte Gemeinde, die sich der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen angeschlossen hat.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Wuppertal-Barmen berühmt durch die Bekenntnissynode, die in der Zeit vom 29. bis 31. Mai 1934 in der Kirche Gemarke stattfand. Sie wurde von der Bekennenden Kirche einberufen und von lutherischen, reformierten und unierten Abgeordneten besucht. Hier entstand die so genannte Barmer Theologische Erklärung, die als eine der Bekenntnisgrundlagen der evangelischen Kirche gilt.
Heute bilden die evangelischen Christen mit 35,3 Prozent bzw. rund 126.000 Gläubigen die größte religiöse Gruppe in Wuppertal.[5]
Die wenigen Katholiken Wuppertals gehörten auch nach der Reformation zum Erzbistum Köln. So gab es etwa in Elberfeld 1658 nur noch sechs, in Barmen 1708 nur noch drei katholische Familien. In Barmen wurde jedoch zwischen 1708 und 1721 wieder eine katholische Kirche gebaut, die von Franziskanern aus Wipperfürth pastorisiert wurde. Um 1800 gab es in Barmen bereits 2000 Katholiken. Im 19. Jahrhundert nahm der Anteil der katholischen Bevölkerung im gesamten Wuppertal stark zu. 1830 wurden in Elberfeld bereits 5.800 Katholiken gegenüber 24.300 Protestanten gezählt. In beiden Städten entstanden mehrere Pfarrgemeinden. Sowohl Elberfeld als auch Barmen wurde Sitz eines Dekanats innerhalb des Erzbistums Köln. Beide Dekanate bilden heute zusammen das „Stadtdekanat Wuppertal“. Zum Dekanat Elberfeld gehören auch die Pfarrgemeinden Cronenberg, Ronsdorf (früher zu Barmen) und Vohwinkel, zum Dekanat Barmen die Pfarrgemeinden Langerfeld und Beyenburg. Heute leben rund 82.000 Katholiken in der Stadt, was einer Quote von 23 % entspricht.[5]
Zu den frühen freikirchlichen Gemeindegründungen gehören die einer deutsch-katholischen Gemeinde (1840), der Niederländisch-reformierten Gemeinde (1847), einer altlutherischen Gemeinde (1847), der ersten Baptistengemeinde (durch Julius Köbner 1852), der Freien evangelischen Gemeinde Elberfeld-Barmen (durch Hermann Heinrich Grafe 1854) und einer altkatholischen Gemeinde (um 1870).
Die Neuapostolische Kirche zählt in Wuppertal ungefähr 2.000 Mitglieder, verteilt auf zehn Gemeinden. Zu den „christlichen Sondergemeinschaften“ zählen unter anderem die Zeugen Jehovas, deren erste deutsche Niederlassung sich (1903) in Elberfeld befand.
Die Anzahl der Muslime in Wuppertal wird amtlich auf rund 28.000 geschätzt. Davon sind geschätzte 60 % türkischer Herkunft, etwa ein Viertel der Muslime dürften Einwanderer aus Marokko [5] sein. Sie sind überwiegend Sunniten und organisieren sich in verschiedenen Gemeinden, die in etwa die verschiedenen Gruppierungen türkischer religiöser Vereine (DİTİB, VIKZ, Milli Görüş) in Deutschland repräsentieren. Daneben gibt es auch zwei Gemeindezentren der Aleviten sowie einige arabischsprachige Gemeinden.
Jüdische Gemeindemitglieder gab es in Elberfeld erst wieder ab 1694, nachdem sie 1595 auf Befehl des Herzogs von Berg vertrieben worden waren. In Barmen wurden 1802 zwei Familien gezählt. Im Jahre 1861 konnten die Juden beider Städte eine gemeinsame israelitische Gemeinde gründen, die jedoch in der Zeit der Nationalsozialisten unterging. Die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal erinnert seit 1994 am ehemaligen Standort der Elberfelder Synagoge an die jüdische Gemeinde in Wuppertal, deren Mitglieder während der Naziherrschaft fast vollständig vertrieben und ermordet wurden. Durch den Zuzug von Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion stieg die Zahl der Gemeindemitglieder in den 1990er Jahren von 65 auf über 2.000 Personen, was 0,6 Prozent der Wuppertaler Bevölkerung entspricht.[5] Am 8. Dezember 2002 wurde mit der Bergischen Synagoge in Barmen wieder ein Synagogen-Neubau eingeweiht.
Im Buddhistischen Zentrum Wuppertal wird der Diamantwegs-Buddhismus der Karma-Kagyü-Linie gelehrt, außerdem gibt es zwei Gruppen des Mahayana-Zen-Buddhismus. Vor allem Tamilen aus Sri Lanka beten im Hinduistischen Tempel in Unterbarmen.
Dem jüdisch-christlichen Dialog widmet sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal e.V..[6]
Im interreligiösen Arbeitskreis Runder Tisch Wuppertal, an dem sich die jüdische Kultusgemeinde, die evangelische und die katholische Kirche sowie die örtliche islamische Gemeinde beteiligen, wird alljährlich ein jüdisch-christlich-muslimischer Kalender erarbeitet und herausgegeben.
Bereits im Jahre 1807 wurde der Ort Sonnborn nach Elberfeld eingemeindet, jedoch später wieder ausgegliedert und 1888 erneut eingemeindet. 1922 kamen Langerfeld und Nächstebreck zu Barmen. Am 1. August 1929 fusionierten auf Grund des Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes Barmen, Elberfeld, Cronenberg, Vohwinkel, Ronsdorf sowie der Ortsteil Beyenburg der damaligen Stadt Lüttringhausen und Teile von Haan, Wülfrath, Hardenberg-Neviges, Schöller, Gruiten und Gennebreck zur Stadt Barmen-Elberfeld.
Am 25. Januar 1930 wurde die neue kreisfreie Stadt in Wuppertal umbenannt. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform die Eingliederung der Ortsteile Dönberg (vorher Stadt Neviges) und Dornap (vorher Stadt Wülfrath) sowie der Gemeinde Schöller (vorher Amt Gruiten), die alle bis dahin zum Kreis Mettmann gehörten.
1884 überschritten die Bevölkerungszahlen der Städte Barmen und Elberfeld die Grenze von jeweils 100.000, wodurch beide zu Großstädten wurden. 1929 schlossen sich folgende Gemeinden zur Stadt „Barmen-Elberfeld“ (ab 1930 Wuppertal) mit 415.000 Einwohnern zusammen (in Klammern die Einwohnerzahl der Volkszählung vom 16. Juni 1925): Barmen (187.239), Elberfeld (167.025), Vohwinkel (16.105), Cronenberg (14.039) und Ronsdorf (12.526). Im Jahre 1963 erreichte die Bevölkerungszahl mit 423.453 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Wuppertal nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 354.674. Die Bevölkerungsprognose des Landesamtes sieht eine rückläufige Einwohnerzahl für Wuppertal voraus. Demnach wird geschätzt, dass im Jahr 2025 noch etwa 324.500 Einwohner in der Stadt leben.
In Elberfeld gab es bereits ab 1444 eine städtische Ratsverfassung mit einem Bürgermeister, einem Rat, einem Schultheißen und Schöffen. Nach der offiziellen Stadterhebung 1610 leitete ein herzoglicher Amtmann jährlich am 1. Mai die Wahlen zum Bürgermeister, zu den Ratsverwandten (Senatoren) und den Beigeordneten. Ab 1807 wurde die Stadtverwaltung nach französischem Vorbild eingeführt. Ab 1845 galt die rheinische Gemeindeordnung, ab 1857 die rheinische Städteordnung. An der Spitze der Stadt stand in der Folgezeit der Oberbürgermeister.
In Barmen wurde nach der Stadterhebung 1808 zunächst die Munizipalverfassung mit einem Direktor an der Spitze der Stadt eingeführt. Ihm standen zwei Beigeordnete und 20 Munizipalräte zur Seite. 1809 leitete ein Maire die Stadt und später ein Bürgermeister. Spätestens seit 1861, als Barmen zur kreisfreien Stadt erhoben wurde, war auch hier ein Oberbürgermeister für die Leitung der Stadt zuständig.
Nach der Vereinigung zur neuen Stadt Barmen-Elberfeld leitete der bisherige Barmer Oberbürgermeister zunächst die Gesamtstadt. Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Er war ehrenamtlich tätig. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Diese Regelung galt bis 1996, dann wurde die Doppelspitze aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird direkt vom Volk gewählt.
Der Rat der Stadt Wuppertal hat gegenwärtig (Stand: Juni 2008) 74 Sitze (mit Überhangmandaten), die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:
| CDU | SPD | GRÜNE | FDP | WfW | DIE LINKE | REP | FWG* | Gesamt | |
| 2004 | 28 | 21 | 9 | 5 | 4 | 3 | 2 | 2 | 74 |
Die nächste Wahl findet 2009 statt.
* Die Mitglieder der FWG - Wuppertaler Generationenbündnis waren ursprünglich Mitglieder der Grauen respektive der WfW-Fraktion.
| Oberbürgermeister von Barmen | Oberbürgermeister von Elberfeld |
|---|---|
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| Oberbürgermeister von Wuppertal | |
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Das Wappen der Stadt Wuppertal zeigt in Silber einen blau gekrönten, gezungten und bewehrten, zwiegeschwänzten roten Löwen auf einem goldenen Garnknäuel stehend und in den Pranken einen schwarzen Rost haltend. Die Stadtfarben sind rot-weiß. Das Wappen wurde am 29. Juni 1934 vom preußischen Staatsministerium verliehen.
Die Wappensymbole verbinden einerseits den Bergischen Löwen mit dem Rost als Attribut des heiligen Laurentius (ehemalige Wappenbilder Elberfelds), andererseits den bergischen Löwen und das Garnknäuel als Sinnbild der Garnproduktion (ehemalige Wappenbilder Barmens). Diese Symbole sind bereits seit dem 14. Jahrhundert in den Siegeln beider Städte nachweisbar.
Die älteste Städtepartnerschaft besteht zur englischen Stadt South Tyneside, zu der Kontakte und Freundschaften gepflegt werden. Mit dem 1951 geschlossenen Vertrag gehörte Wuppertal mit zu den ersten deutschen Städten, die eine Städtepartnerschaft eingingen.
Im Jahr 1960 waren freundschaftliche Kontakte ehemaliger Kriegsteilnehmer aus Saint-Étienne in Frankreich und Wuppertal Grundstein für die Städtepartnerschaft, die mit Ratsbeschluss am 12. Januar 1960 offiziell geschlossen wurde. Der Kontakt wird heute über einen Freundeskreis in beiden Städten gepflegt.
Auch zu deutschen Städten unterhält Wuppertal Partnerschaften, so mit dem Berliner Stadtbezirk Schöneberg (heute Tempelhof-Schöneberg). Wegen der isolierten Lage Westberlins während der Zeit des Kalten Krieges wollte man so ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts geben. Am 17. Februar 1964 wurde der Vertrag geschlossen. Schon vorher gab es vielfältige Kontakte zwischen den Bürgern.
Als erste deutsche Großstadt besiegelte Wuppertal am 29. September 1977 eine Freundschaftsvereinbarung mit der Israelischen Großstadt Beer Sheva, die Kontakte werden auf deutscher Seite durch einen Freundeskreis organisiert.
Auch bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages im Jahr 1980 mit der slowakischen Stadt Košice (dt.: Kaschau) gingen die Vertreter Wuppertals neue Wege, denn Wuppertal war die erste bundesdeutsche Großstadt, die partnerschaftliche Beziehungen zu einer Stadt in der damaligen Tschechoslowakei aufnahm und damit im politisch geteilten Europa ein Modellfall für Städtepartnerschaften zwischen Ost und West wurde. Maßgeblich beteiligt an dieser Beziehung war auch der mehrfache Oberbürgermeister Košices und zeitweilige Staatspräsident der Slowakei Rudolf Schuster.
Wuppertal schloss bereits vor der Wende eine Partnerschaft mit einer Stadt in der damaligen DDR. Um einen aktiven Beitrag zu gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Teilen Deutschlands zu leisten, wurden am 9. Februar 1987 in Wuppertal und am 26. Februar 1987 in Schwerin die Verträge unterzeichnet.
Ein weiterer Städtepartnerschaftsvertrag wurde am 14. Dezember 1987 unterzeichnet. Über das Informationsbüro Nicaragua gab es bereits intensive Beziehungen zu der Stadt Matagalpa. Daraus entstand die Idee einer Bindung, um humanitären Hilfsprojekten eine Perspektive zu geben. Der am 15. Juni 1993 geschlossene Partnerschaftsvertrag festigte die schon seit 1952 existierende Patenschaft – für die ehemaligen Einwohner der ehemals deutschen Stadt Liegnitz – zum polnischen Legnica. Auch hier organisiert ein Freundeskreis die Kontakte.[7]
Seit 1993 bestehen außerdem freundschaftliche Beziehungen zur russischen Stadt Jekaterinburg.
Trotz der starken Zerstörungen im Innenstadtbereich im Zweiten Weltkrieg verfügt Wuppertal über rund 4.500 Baudenkmäler über den zweitgrößten Bestand des Landes Nordrhein-Westfalen. Dabei ist besonders die Architektur des 19. Jahrhunderts mit einigen hervorragenden Bauwerken vertreten. Die ersten Stadterweiterungen haben zahlreiche Beispiele des Klassizismus in Wuppertal hinterlassen, aus der Zeit des Historismus finden sich neben mehrgeschossiger Wohnbebauung einige geschlossene Villengegenden, das Briller Viertel ist eines der größten und homogensten Villenviertel Europas. Große Bauten der Jahrhundertwende wie die Wuppertaler Schwebebahn oder die Historische Stadthalle am Johannisberg dokumentieren den Reichtum der Städte Elberfeld und Barmen in dieser Zeit. Auch aus der Nachkriegszeit sind einige Bauten nennenswert, darunter die die Schwimmoper aus den 1950er Jahren.
Zu den städtischen Wuppertaler Bühnen gehören das Opernhaus im Stadtteil Barmen (1907 erbaut, im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, bis 1956 wieder aufgebaut, seit 2003 wegen Renovierung geschlossen, Wiedereröffnung voraussichtlich im Januar 2009) und das Schauspielhaus im Stadtteil Elberfeld (erbaut 1966). Neben einem Opern- und Schauspielensemble hat auch das für avantgardistische Choreographien weltweit bekannte Tanztheater Pina Bausch seinen Sitz bei den Wuppertaler Bühnen.