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Mit Wort des Jahres wird ein Schlagwort bezeichnet, das für ein charakteristisches Ereignis oder eine bezeichnende Diskussion des abgelaufenen Jahres steht und aus diesem Grund besonders hervorgehoben wurde.
Inhaltsverzeichnis |
Die Wörter des Jahres werden seit 1977 regelmäßig von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden als sprachlicher Jahresrückblick herausgegeben und seit 1978 in der Zeitschrift Der Sprachdienst publiziert.
Ausgewählt werden solche Wörter und Phrasen, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen. Die Worthäufigkeit spielt für die Entscheidung keine Rolle. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.
Die Auswahl der Spitzenwörter erfolgt stets im Dezember durch eine Fachjury. Diese besteht aus dem Hauptvorstand sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern der GfdS.
Außer dem Wort des Jahres wird jährlich von der Jury der Aktion „Unwort des Jahres“ an der Universität Frankfurt am Main das Unwort des Jahres bestimmt. Als geeignet gelten Ausdrücke „aus der aktuellen öffentlichen Kommunikation“, die nach Ansicht der Juroren „sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen“. Zusätzlich wurde von der Jury „Menschenmaterial“ als Unwort des 20. Jahrhunderts gewählt.
Im Dezember 2006 rief der Journalist und Herausgeber des Lexikons der bedrohten Wörter, Bodo Mrozek, den Wettbewerb zur Wahl des „schönsten bedrohten Wortes“ aus. Eine mit der deutschen Sprache verbundenen Persönlichkeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besetzte Jury vergibt – offenbar in ironischer Absicht – den „Käseigel“, eine von der Künstlerin Laura Kikauka als Unikat gestaltete Plastik. Mit dieser Initiative wollte Mrozek vor allem solchen Wörtern zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen, denen sonst drohe, endgültig in Vergessenheit zu geraten.
Im Jahr 2008 kürte eine Jury auf Initiative des Goethe-Instituts und des Deutschen Sprachrats hin das Wort ›Tollpatsch‹ zum besten eingewanderten Wort in der deutschen Sprache.[1] Es wurden über 3.500 Wort-Vorschläge aus 42 Sprachen eingesandt. Die Initiative fand in der deutschen Presse durchweg eine positive Resonanz.[2] Das Jury-Mitglied und der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke, äußerte, dass entgegen dieser Importworte „sich das Deutsche in 50 Jahren [nicht] von der heute gesprochenen Sprache deutlich unterscheiden wird.“[3] Das Klagen über den Verfall der deutschen Sprache sei so alt wie die deutsche Sprache selbst.
Im Kontext ihrer Auswahl nominierte die GfdS von 2001 bis 2003 auch einen Satz des Jahres.
Nachdem sich zeigte, dass bei der Wahl zum deutschen Unwort des Jahres immer mehr Wörter zur Auswahl standen, die von deutschen Politikern oder Medien geprägt wurden, mit Österreich dagegen keinen Bezug hatten, wurde 1999 das erste Mal von der Karl-Franzens-Universität Graz im Zuge des Projekts Österreichisches Deutsch, sowohl ein Wort als auch ein Unwort des Jahres ermittelt.
Folgende Worte und Unworte wurden seitdem von Sprachwissenschaftern ausgewählt:
| Jahr | Wort des Jahres | Unwort des Jahres | Satz des Jahres | Unspruch des Jahres |
|---|---|---|---|---|
| 2007 | Bundestrojaner | Komasaufen | „The world in Vorarlberg is too small“ [4] | „Wir säubern Graz“[5] |
| 2006 | Penthouse-Sozialismus[6] | Ätschpeck[7] | „Nimm ein Sackerl für mein Gackerl“ | „Daham statt Islam“[8] |
| 2005 | Schweigekanzler[9] | Negativzuwanderung | „Österreich ist frei!“ | |
| 2004 | Pensionsharmonisierung | Bubendummheiten [10] | ||
| 2003 | Hacklerregelung | Besitzstandswahrer | „Kinder statt Partys.“[11] | |
| 2002 | Teuro | der Rücktritt vom Rücktritt[12] | „Bin schon weg – bin schon wieder da!“ [12] | |
| 2001 | Nulldefizit | nichtaufenthaltsverfestigt | ||
| 2000 | Sanktionen [13] | soziale Treffsicherheit | ||
| 1999 | Sondierungsgespräch | Schübling[14] |
Nach dem Vorbild Deutschlands und Österreichs wird seit 2002 auch in Liechtenstein ein Wort und Unwort des Jahres ermittelt.
Folgende Wörter und Unwörter wurden seitdem ausgewählt:
| Jahr | Wort des Jahres | Unwort des Jahres | Satz des Jahres | Dialektwort des Jahres |
|---|---|---|---|---|
| 2007 | Passivrauchen | Klimahandel | «Ein Land, ein Bier»[15] | – |
| 2006 | Souveränität | – | «Hunde an die Leine» | Zualosa-Bank[16] |
| 2005 | Koalitionsharakiri | Auberginenfürze | «Für das Leben» | |
| 2004 | Lesesäcke | Papier-Liechtensteiner | «Goht's noch?»[17] | |
| 2003 | Souveränität | Theologischer Sondermüll | «Liechtenstein ist wieder nach Wien, fast, heimgekehrt.» | |
| 2002 | Dualismus | Verfassungsgegner | «Ohne Fürst sind wir nichts» |
Von der Resonanz ermutigt, veröffentlichten die Initiatoren Daniel Quaderer und Günther Meier 2003 ein Buch Wörter des Jahres von 1970–2003. Und bildeten mit einigen Ostschweizern die Jury für ein Schweizer Pendant.
2007 wurde auch eine «Zahl des Jahres» gewählt. Bei der Neuvermessung der Landesfläche ermittelten Geometer einen Wert von 160,4 km², was einer Zunahme von einem halben Quadratkilometer entspricht.
Für die Deutschschweiz wurden erstmals 2003 ein Wort des Jahres, ein Unwort des Jahres und ein Satz des Jahres gewählt.
| Jahr | Wort des Jahres | Unwort des Jahres | Satz des Jahres |
|---|---|---|---|
| 2007 | Sterbetourismus (siehe Dignitas) | Klimakompensation | «Das Rütli ist nur eine Wiese mit Kuhdreck.»[18] |
| 2006 | Rauchverbot | erweiterter Selbstmord[19] | «Ich kann das!»[20] |
| 2005 | Aldisierung | erlebnisorientierte Fans | «Deutschland – wir kommen!»[21] |
| 2004 | Meh Dräck (mehr Dreck) | Ökoterror | «Switzerland – zero points.»[22] |
| 2003 | Konkordanz | Scheininvalide | «Wählt Blocher, er hat diese Strafe verdient.» |
2004 wurde zusätzlich eine Pressemitteilung des Jahres gekürt:
Originaltext der Pressemitteilung der St. Galler Stadtpolizei vom 21. März 2004: „Gipfeli geklaut – Am Sonntag Morgen, kurz nach 07:00 Uhr, musste die Stadtpolizei St. Gallen an den Hauptbahnhof ausrücken. Ein junger Mann entwendete beim Bahnhofkiosk zwei Gipfeli, ohne diese zu bezahlen. Bei der genaueren Überprüfung der Person, konnte eine grössere Menge rezeptpflichtiger Medikamente sichergestellt werden. Der Mann wird diesbezüglich beim Untersuchungsamt St. Gallen zur Anzeige gebracht.“
Zum rätoromanischen Wort des Jahres 2006 wurde «Sessiun» gewählt – es war aufgrund der Durchführung der Herbstsession 2006 des Schweizer Parlaments im surselvischen Sprachgebiet (Flims) in aller Munde. Das rätoromanische Wort des Jahres 2005 war «Porta Alpina», 2004 war es «Mesiras da spargn» (= Sparmaßnahmen).
Im Jahr 2005 begann man in Südtirol ebenfalls nach dem Wort des Jahres und dem Unwort des Jahres zu suchen – jeweils eigene für die 3 Landessprachen (deutsch, italienisch und ladinisch). Initiatoren hier sind die Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut, das Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit der EURAC und das Forschungszentrum Sprachen der Freien Universität Bozen. Zum ersten Südtiroler Wort des Jahres in deutscher Sprache wurde „Feinstaub“, zum Unwort des Jahres „Fahrsicherheitszentrum“ gekürt.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."