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Der Wolkenscheibeneffekt ist das Auftreten einer Wolke aus Wassernebel mit charakteristischer Form, die an Flugkörpern sichtbar werden kann, die sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegen. Zu Bildungen von ähnlichen Phänomenen kann es bereits bei hoher Unterschallgeschwindigkeit kommen, wenn lokale Strömungen am Flugkörper Schallgeschwindigkeit erreichen. Die Wolkenscheibe besteht aus Wassertröpfchen in der Unterdruckzone, die der Front der Stoßwelle folgt. In dieser Unterdruckzone kühlt die Luft adiabatisch ab. Dadurch und durch den verringerten Luftdruck wird der Taupunkt unterschritten, und der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert. Nach dem Durchgang der Stoßwelle stellt sich wieder Normaldruck ein, wodurch der Nebel sofort wieder verschwindet. Da die Unterdruckzone im hinteren Bereich des Flugkörpers bezogen auf den Flugkörper ein statisches Phänomen ist, scheint die Wolkenscheibe den Flugkörper zu begleiten. Ähnliche Effekte sind auch bei Druckwellen von Explosionen zu beobachten.
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Teilweise wird der Wolkenscheibeneffekt als Prandtl-Glauert-Kondensation bezeichnet. Hierbei wird zur Erklärung auf die Prandtl-Glauert-Singularität Bezug genommen, benannt nach Ludwig Prandtl und Hermann Glauert. Das ist jedoch nicht ganz korrekt, da diese im Bereich um die Schallgeschwindigkeit (in dem der Effekt auftritt) gar nicht gilt. Allerdings beschreibt die mathematische Näherungsfunktion die Verstärkung von Druck- und Temperaturschwankungen durch Kompressibilitätseffekte der Luft. Eine Singularität gibt es in Wirklichkeit nicht.