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| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Bayern | ||
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | ||
| Landkreis: | Bad Tölz-Wolfratshausen | ||
| Höhe: | 576 m ü. NN | ||
| Fläche: | 9,13 km² | ||
| Einwohner: | 17 560 (31. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 1923 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 82515 | ||
| Vorwahl: | 08171 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | TÖL | ||
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 73 147
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| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marienplatz 1 82515 Wolfratshausen |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen) | ||
Wolfratshausen ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.
Inhaltsverzeichnis |
Wolfratshausen gehört zu der Region Bayrisches Oberland und liegt in den Flusstälern von Loisach und Isar. Die Loisach mündet unmittelbar nördlich der Stadt im Bereich der Pupplinger Au in die Isar (sogenannter Isarspitz). Die Landeshauptstadt München liegt ca. 30 km nördlich.
Der Wolf ist seit ungefähr dem Anfang des 15. Jahrhunderts das Wappentier Wolfratshausens. Im Laufe der Jahrhunderte soll er aber auch hin und wieder als Fuchs dargestellt worden sein. Der Name der Stadt leitet sich allerdings vermutlich vom Namen "Wolfrat" ab, anfangs lautete der Name Wolveradeshusun.
Wolfratshausen fand seine erste Erwähnung als "wolueradeshusun" in einer Urkunde des Königs Heinrich II. vom 30. Juni 1003, am Hofe von Regensburg in Zusammenhang mit der Abgrenzung eines Jagdgebietes.
Die Wolfratshauser Burg wurde im Jahr 1116 von den Grafen von Wolfratshausen, einer Seitenlinie der Dießen-Andechser Grafen errichtet.
Im Jahre 1280 wurde Wolfratshausen erstmals als Markt bezeichnet. Ab dem 12. Jahrhundert legten Flöße von Wolfratshausen Richtung München ab. Es wurden hauptsächlich Baumaterialien transportiert. Seit dem 13. Jahrhundert ist Wolfratshausen Sitz eines Landgerichts.
Im Jahre 1632 - während des Dreißigjährigen Kriegs - brachen die Schweden in Wolfratshausen ein, steckten viele Gebäude (u. a. die Kirche) in Brand und töteten zahlreiche Bewohner. 1634 brachten spanische Soldaten die Pest nach Wolfratshausen, durch die wieder zahlreiche Einwohner starben. Am 7. April 1734 zerstörte die Explosion von mehr als 17 Tonnen Pulver nach einem Blitzeinschlag in den Pulverturm die Burg. Die Steine der Ruine wurden zum Bau der Münchner Residenz und vieler Wolfratshauser Häuser verwendet. Die Floßfahrt erreichte 1848 ihren Höhepunkt mit jährlich ca. 5800 Flößen. 1853 erlebte Wolfratshausen das größte Hochwasser seiner Geschichte. Der TSV-Wolfratshausen, der älteste Sportverein im Altlandkreis, wurde 1864 gegründet, die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 1865. 1870/71 fielen fünf Wolfratshauser im Deutsch-Französischen Krieg. 1874 brannte der Obermarkt. Zahlreiche Gebäude zwischen dem "Peterbäck" und dem Gasthaus zur Post wurden ein Raub der Flammen. Am 27. Juli 1891 nahm die Isartalbahn ihren Betrieb auf und beförderte Personen und Fracht von und nach München. 1894 hielt die Elektrizität durch den Umbau der alten Kastenmühle in ein Wasserkraftwerk Einzug.
1901 wurde die Pupplinger Au unter Naturschutz gestellt. 1902 bekam Wolfratshausen sein Bezirksamt (alte Bezeichnung für Landratsamt) wieder zurück, nachdem es ab 1862 von München aus verwaltet worden war. 1911 begann der Ausbau der Staatsstraße am Wolfratshauser Berg. Ein Erdbeben mittlerer Stärke verursachte Schäden. Während des 1914 ausgebrochenen Ersten Weltkrieges verloren 85 Wolfratshauser ihr Leben an der Front. Aufgrund der zunehmenden Motorisierung und der damit einhergehenden Steigerung des Verkehrs beschloss der Gemeinderat, ab 1. Januar 1920 auf den Pflasterzoll zu verzichten. Der Loisachkanal wurde 1924 fertiggestellt. 1928 war die Zeit des Hochwassers endlich vorbei. Die Loisach wurde begradigt und die neue obere Loisachbrücke wurde dem Verkehr übergeben. 1933 übernahmen die Nationalsozialisten das Wolfratshausener Rathaus. Immerhin konnte eine rein jüdische hauswirtschaftliche Frauenfachschule in einer Gründerzeitvilla noch bis zu den Novemberpogromen 1938 weiter existieren. Dann mussten aber die Schülerinnen binnen zweier Stunden den Ort verlassen, die Schule wurde geräumt und nach dem Krieg abgerissen.
1937 wurde im Staatsforst Wolfratshausen mit dem Bau einer Sprengstoff- und Munitionsfabrik und den Unterkünften für deren deutsche Arbeiter und ausländische Zwangsarbeiter begonnen. Nach dem Krieg entstand aus einem dieser Lager, dem ehemaligen Lager Föhrenwald, ein Lager für sogenannte "displaced persons", 1957 dann der Ortsteil Waldram. Auf dem weitläufigen Gelände im Staatsforst entstand im Laufe der Jahre die Stadt Geretsried (Gerolzried). Bis auf die Sprengung der oberen Loisachbrücke im Jahr 1945 blieb Wolfratshausen in beiden Weltkriegen von schwerwiegenden Schäden verschont. Die Marktgemeinde wurde den Amerikanern kampflos übergeben. Leider verloren jedoch 160 Wolfratshauser ihr Leben während des Zweiten Weltkrieges. Kurz vor Kriegsende wurden KZ-Häftlinge durch Wolfratshausen getrieben. An den Elendszug erinnern noch heute viele Denkmäler entlang der Wegstrecke.
Am 25. Januar 1946 wurde bei der ersten Kommunalwahl demokratisch eine Gemeindeverwaltung gewählt. 1961 wurde die bisherige Marktgemeinde zur Stadt erhoben. 1962 entstand der Neubau der Grund- und Hauptschule Waldram. Das neue Kreiskrankenhaus wurde 1966 eingeweiht. 1972 entstand im Zuge der Gebietsreform aus den früheren Landkreisen Bad Tölz und Wolfratshausen der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Im selben Jahr fuhr die S-Bahn erstmals bis in die Loisachstadt. Das Kulturzentrum Loisachhalle wurde 1980 eingeweiht. 20 Jahre später war sie wegen Baumängeln nicht mehr benutzbar. Ministerpräsident Edmund Stoiber setzte 1989 den Grundstein für die neue, 142 Meter lange und ca. 4,3 Millionen Euro teure, Marienbrücke. Ein großer Finanzskandal erschütterte 1994 Wolfratshausen. Beamte der Oberfinanzdirektion und Staatsanwaltschaft durchsuchten nach einer anonymen Anzeige das Finanzamt Wolfratshausen. Vier Beamte wurden in Haft genommen.
Am 11. Januar 2002 trafen sich Edmund Stoiber und Angela Merkel zum "Wolfratshausener Frühstück", bei dem die sogenannte K-Frage entschieden wurde. 2003 feierte Wolfratshausen sein 1000-jähriges Bestehen. Im August 2005 wurde der Markt zur Einbahnstraße.
Folgende Fraktionen bilden den Stadtrat (2008):
Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2008 Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen e. V.). Den Posten des zweiten Bürgermeisters bekleidet Peter Plößl (CSU). Die dritte Bürgermeisterin stellt die SPD mit Christine Noisser.
Bei der letzten Bundestagswahl am 18. September 2005 gaben 10.541 Wolfratshauser ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 80,17 % entspricht. Stärkste Partei war die CSU mit 50,97 %.
Bei den letzten Landtagswahlen am 21. September 2003 lag die Wahlbeteiligung bei 65,6 %. Die meisten Stimmen erhielt dabei die CSU (64,6 %).
Die Wahlbeteiligung bei der letzten Bürgermeisterwahl am 2. März 2008 lag bei 60,85 % (2002 = 66,51 %). Bei der am 16. März 2008 durchgeführten Stichwahl sank diese auf 55,71 %. Hier ging der Vertreter der Bürgervereinigung-Wolfratshausen, Helmut Forster, mit 62,85 % als Sieger hervor. Er löste somit am 1. Mai 2008 Rainer Berchtold (SPD) als Bürgermeister ab.
Bei den Europawahlen ist die Wahlbeteiligung, ähnlich wie im Bundesdurchschnitt, deutlich geringer: Bei der Wahl am 13. Juni 2004 lag sie bei 44,1 %. Stärkste Partei wurde auch hier die CSU mit 57,5 %.
Die Stadt Wolfratshausen gliedert sich in folgende Stadtteile:
67,8 % der Bevölkerung von Wolfratshausen sind katholisch und 21,3 % evangelisch
(Stand lt. letzter Volkszählung vom 25. Mai 1987).
Am 31. Dezember 2003 lebten 17.118 Personen in Wolfratshausen, davon 8.284 männlich und 8.834 weiblich. Bei den Altersgruppen stellen die 50 bis 65-jährigen den größten Anteil (19,8 %) und die 15 bis 18-jährigen den kleinsten Anteil (2,9 %). Im Jahr 2003 wurden 160 Kinder in Wolfratshausen geboren und 114 Einwohner verstarben. Im selben Jahr zogen 1.220 Personen zu und 1.196 weg. Nach der letzten amtlichen Volkszählung vom 25. Mai 1987 lag der Ausländeranteil bei 3,9 %.
Größter Arbeitgeber in Wolfratshausen ist die Firma Burgmann Industries GmbH & Co.KG mit mehr als 4.000 Mitarbeitern, etwa 1.000 davon in den Werken Wolfratshausen und Eurasburg. Sie wurde von Feodor Burgmann 1884 in Dresden unter dem Namen „Feodor Burgmann Handelsgesellschaft in technischen Artikeln“ gegründet. 1951 wurde der Firmensitz nach Wolfratshausen verlagert. Die Säule des Geschäfts bildet die Herstellung und der Vertrieb von Gleitringdichtungen. Seit März 2004 ist Burgmann eine von zehn operativ selbständigen Geschäftsgruppen der Unternehmensgruppe Freudenberg, Weinheim und bildet zusammen mit Eagle Industry, Japan, eine weltweite Allianz (EBI) für Dichtungstechnik.
In Wolfratshausen steht zudem das zweite Möbelhaus des Handelsunternehmens Möbel Mahler mit beinahe 40.000 m² Verkaufsfläche.
Gewerbebetriebe insgesamt: 1.604. Davon sind 42 Industriebetriebe, 278 Handwerksbetriebe, 559 Handelsbetriebe, 83 Gaststätten u. ä., sowie 642 sonstige Unternehmen.
Die Fläche der ausgewiesenen Industriegebiete beträgt 54,5 ha.
Die Bundesstraße 11 führt durch Wolfratshausen und belastet insbesondere die Altstadt mit einem hohem Verkehrsaufkommen. Zur Entzerrung des Verkehrs und Unterstützung des Altstadt-Einzelhandels darf die Altstadt seit dem 13. August 2005, im Zuge einer einjährigen Testphase, nur mehr in Richtung Süden befahren werden. Der Nordverkehr wird über die Bahnhofstrasse umgeleitet.
Die Bundesautobahn 95 (München-Garmisch) führt nahe an Wolfratshausen vorbei. Die Bayerische Landeshauptstadt München ist somit in ca. 20 Minuten zu erreichen und die Skigebiete der Alpen in ca. 1 bis 1,5 Stunden. Die Bundesautobahn 8 (München Salzburg) ist über Sauerlach in ca. 20 Minuten erreichbar.
Wolfratshausen ist Endstation der S-Bahn-Linie S7. Der Münchner Hauptbahnhof wird in ca. 40 Minuten erreicht, der Flughafen München in ca. 90 Minuten. Der Bahnhof wird außerdem für den Güterverkehr verwendet, insbesondere von der Firma Tyczka, einem in Geretsried ansässigen Unternehmen für Flüssiggasherstellung und Energieversorgung. Der Wolfratshauser Bahnhof stellt auch einen zentralen Busbahnhof für das Umland dar. Neben Buslinien des Regionalverkehr Oberbayern, die Anbindungen zu den einzelnen Ortsteilen und umliegenden Gemeinden herstellen, verkehren von hier auch erdgasbetriebene Stadtbuslinien. Die S7 soll nach Geretsried verlängert werden. Mit der Fertigstellung wird frühestens im Jahr 2010 gerechnet. Aus Kostengründen wird die Trasse voraussichtlich über Geretsried-Gelting verlaufen, worüber jedoch noch endgültig beschlossen wird.
Im Jahr 2003 ereigneten sich in Wolfratshausen 99 Straßenverkehrsunfälle ohne Personenschaden und 75 mit Personenschaden. Dabei verletzten sich 94 Personen (glücklicherweise waren keine Todesopfer zu verzeichnen).
In Wolfratshausen erscheint als Tageszeitung die Wolfratshauser SZ (Lokalausgabe der Süddeutschen Zeitung), sowie der Isar-Loisach Bote (Lokalausgabe des Münchner Merkur).
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