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Wolfgang Brezinka (* 9. Juni 1928 in Berlin) ist ein emeritierter Professor der Erziehungswissenschaft.
Brezinka habilitierte 1954 an der Universität Innsbruck und lehrte an den Universitäten Würzburg, Innsbruck und Konstanz. Er gilt als führender Vertreter einer empirisch-analytischen Erziehungswissenschaft (obwohl er nie empirische Forschungsprojekte durchgeführt hat) bzw. einer wissenschaftlichen Pädagogik. Brezinka wird von manchen Pädagogen zu den bedeutendsten Erziehungstheoretikern der Gegenwart gezählt.
In seiner Metatheorie der Erziehung unterscheidet Brezinka drei Klassen von Erziehungstheorien: die Erziehungswissenschaft, die Philosophie der Erziehung und die Praktische Pädagogik.
1. Die Erziehungswissenschaft ist eine wissenschaftliche Disziplin, die deskriptiv, kausalanalytisch, prognostisch und technologisch ausgerichtet ist. Sie dient a) der Beschreibung der Erziehungsphänomene und der erziehungsrelevanten Sachverhalte, die in der erfahrungsmäßig zugänglichen Wirklichkeit (der Realität) zu ermitteln sind; b) der Suche nach Ursache-Wirkungszusammenhängen zwischen den Gegebenheiten in der Wirklichkeit; c) der Voraussage, bei der auf der Grundlage der festgestellten Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge aus dem Vorhandensein bestimmter Bedingungen (Ursachen) auf das Eintreten künftiger Sachverhalte (Wirkungen) geschlossen wird; d) der Ausarbeitung einer Technologie (oder Technikenlehre), in der ebenfalls auf der Grundlage der festgestellten Ursache-Wirkungs-Beziehungen die Mittel und Verfahren zur Hervorbringung von erwünschten, aber noch nicht vorhandenen Sachverhalten angegeben werden. Die Erziehungswissenschaft enthält nur Informationen über Tatsachen und die Zusammenhänge zwischen ihnen, aber keine Wertungen.
2. Die Philosophie der Erziehung ist eine philosophische Disziplin, in der neben anderen Themen in erster Linie Wertungsfragen behandelt und Wertungsprobleme entschieden werden. Sie ist eine wissenschaftsanaloge, aber keine rein wissenschaftliche Disziplin: Die Theorien werden freilich dort wie überall sonst in der Normativen Philosophie soweit wie möglich nach wissenschaftlichen Grundsätzen und mit wissenschaftlichen Methoden abgefasst. Sie enthalten aber auch außer-wissenschaftliche Werturteile, weil solche Urteile für bestimmte Entscheidungen (z. B. über die Ziele der Erziehung) unabdingbar sind. Die Werturteile werden nicht einfach vorgenommen, sondern soweit wie möglich vernunftmäßig und unter Abwägung von Gegenvorschlägen begründet.
3. Die Praktischen Pädagogiken sind eine Klasse von handlungsorientierenden Erziehungstheorien. Sie werden zwar (im Idealfall) ebenfalls soweit wie möglich unter Berücksichtigung des erziehungswissenschaftlichen und philosophischen Wissens ausgearbeitet, sind aber von einem bestimmten religiösen, weltanschaulichen oder moralphilosophischen Standpunkt aus geschrieben. Eine christliche Praktische Pädagogik informiert zum Beispiel (christliche) Praktiker darüber, welche Möglichkeiten sie beim Erziehen in einer gegebenen geschichtlich-kulturellen Lage haben und was sie tun (anstreben und unterlassen) sollen. Andere Praktische Pädagogiken von anderen Wertungsstandpunkten und mit abweichenden Handlungsempfehlungen sind möglich oder schon vorhanden (z. B. freidenkerische, liberale, marxistische usw.). Damit konnte z.B. auch seine eigene politische Einstellung rechtfertigen. So schreibt er z.B. im Handbuch der Deutschen Nation (1987): "Ohne freundschaftliche Beziehungen zu Erwachsenen außerhalb der Familie kommt es zur übermäßigen Bindung an die Altersgenossen mit allen Gefahren der Ansteckung durch minderwertige Subkulturen."
Brezinka hat Bücher und Aufsätze zu Themen aus allen drei Klassen von Erziehungstheorien veröffentlicht. Als Praktischer Pädagogiker urteilt er von einem konservativen Standpunkt aus, als Erziehungswissenschaftler hat er sich in wissenschaftstheoretischen Fragen an Karl R. Popper, Carl G. Hempel, Hans Albert und Wolfgang Stegmüller orientiert, ohne die beträchtliche Spannung zwischen diesen Orientierungen zu bemerken.
Viele Schriften wurde mehrfach aufgelegt. Die ISBN-Nummern beziehen sich nur auf eine Auflage. ggf. existieren neuere Auflagen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brezinka, Wolfgang |
| KURZBESCHREIBUNG | Erziehungswissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 9. Juni 1928 |
| GEBURTSORT | Berlin |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."