Outils :Vous avez un site web ? Un blog ?
Technorati reactions rencontre |
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
|
|
|||
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | ||
| Regierungsbezirk: | Freiburg | ||
| Landkreis: | Ortenaukreis | ||
| Höhe: | 262 m ü. NN | ||
| Fläche: | 67,99 km² | ||
| Einwohner: | 5880 (31. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 86 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 77709 | ||
| Vorwahlen: | 07834, 07836 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | OG, bis 1973 WOL | ||
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 17 145
|
||
| Stadtgliederung: | 3 Stadtteile bzw. Stadtbezirke | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstraße 41 77709 Wolfach |
||
| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Gottfried Moser | ||
Wolfach ist eine Stadt im mittleren Schwarzwald und gehört zum Ortenaukreis in Baden-Württemberg (Deutschland). Wolfach war bis zum 1. Januar 1973 die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises Wolfach mit dem Kfz-Kennzeichen WOL.
Inhaltsverzeichnis
|
Wolfach liegt am Zusammenfluss von Wolf und Kinzig im Kinzigtal. Der Wechsel von Tal und Berglagen kennzeichnet das Stadtgebiet, das von 250 bis 880 m Meereshöhe reicht. Selbst Teil des Ortenaukreises, grenzt es an die Landkreise Freudenstadt und Rottweil. Sowohl die Bundesstraße 294 als auch die Landesstraße 96 durchqueren Wolfach. Durch die Kinzigtalbahn ist die Stadt an das Bahnnetz angebunden.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an das Stadtgebiet von Wolfach. Beginnend im Norden werden sie im Uhrzeigersinn genannt:
Oberwolfach, Bad Rippoldsau-Schapbach, Schenkenzell, Schiltach, Lauterbach, Hornberg, Gutach, Hausach. Die Stadt Schiltach und die Gemeinden Schenkenzell und Lauterbach (Schwarzwald) liegen im Landkreis Rottweil, Bad Rippoldsau-Schapbach im Landkreis Freudenstadt, die Gemeinden Gutach und Oberwolfach sowie die Städte Hausach und Hornberg ebenfalls im Ortenaukreis.
Bis zum Ende des Paläozoikums faltete sich in Mitteleuropa das sogenannte variskische Grundgebirge auf und wurde später im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg von zahlreichen Sedimentschichten überlagert. Erst in Folge tektonischer Bewegungen sowie Abtragungen im Zusammenhang mit der Entstehung der Oberrheinischen Tiefebene gelangte das heute bei Wolfach sichtbare Gebirge wieder zum Vorschein. Weiter östlich sowie auf zahlreichen Berghöhen Wolfachs sind die Schichten des Deckgebirges – insbesondere des Buntsandstein – noch in Resten erhalten geblieben, bevor sie am Übergang des Schwarzwaldes zum Gäu stark zu Tage treten (siehe auch: Schichtstufenland).
Das Grundgebirge besteht im Wesentlichen aus Metamorphiten, im Bereich Wolfachs vor allem Gneis und Granit. Sie entstanden durch den hohen Druck der ursprünglich aufliegenden Deckgebirgsschichten. Unter verschiedensten Bedingungen entwickelten sich dadurch außerdem die bei Sammlern begehrten Mineralien, die besonders in der Gegend von Wolfach häufig zu finden sind. So lässt sich auch der Silberreichtum der Gegend erklären.[2]
Für die Landwirtschaft bieten die Berghöhen Wolfachs aufgrund der Böden, die durch die aufliegenden Schichten des Buntsandstein entstanden sind, ausgesprochen ungünstige Bedingungen. Zudem herrscht häufig Wassermangel. Das ist der Grund, weshalb sich dort keine größeren Siedlungen entwickeln konnten. Sie konzentrieren sich in den Tälern, wobei auch hier nur eine eingeschränkte Bewirtschaftung möglich ist. Das von den Hängen hinab fließende Wasser sammelt sich im Tal und es bildet sich Staunässe deren Nachteile nur durch umfangreiche Drainagemaßnahmen teilweise ausgeglichen werden können.[3]
Die steilen Hänge der Täler Wolfachs sind für die moderne Landwirtschaft ein großes Problem. Sie sind nur schwer oder überhaupt nicht maschinell zu bewirtschaften. Viele Flächen, die früher mit Hilfe von Brandrodung oder Mehrfelderwirtschaft als vergleichsweise fruchtbare Äcker genutzt wurden, verwaldeten daher in den letzten Jahrzehnten.[4] Lediglich die Namen einzelner Orte deuten auf die ursprüngliche Bewirtschaftung hin, so zum Beispiel der des Reutherberges südlich der Kernstadt. Er ist auf das Ruetibrennen zurückzuführen, eine Form der Brandrodung, die früher im Schwarzwald sehr häufig war. Mit der Verwaldung der Kulturlandschaft verschwanden zahlreiche Pflanzen- und Tierarten und das kleinörtliche Klima veränderte sich negativ.
Aufgrund der geschilderten Bedingungen waren die Landwirte um Wolfach schon immer vom Waldanbau abhängig. Getreide- oder Gemüseanbau fand meist nur zur Deckung des Eigenbedarfs statt. Das gilt auch heute noch, auch wenn Tourismus und Fördergelder als Einnahmequellen hinzu gekommen sind. Geändert hat sich hingegen die Form der Waldbewirtschaftung. Dominierten früher im Schwarzwald Buchen und Tannen, wird heute aus wirtschaftlichen Gründen vor allem die eigentlich ortsfremde Fichte angebaut. Eine Folge des extensiven Fichtenanbaus ist eine starke Bodenversauerung, der man durch Kalkung entgegenzuwirken versucht. In den letzten Jahren werden die äußerst negativen Folgen der Fichten-Monokultur immer stärker wahrgenommen und man versucht zu traditionellen Wirtschaftsformen zurückzukehren.
Ein Resultat der ungünstigen landwirtschaftlichen Bedingungen sind die überdurchschnittlichen Hofgrößen in Wolfach und seiner Umgebung. Nicht selten bewirtschaften Bauernhöfe mehr als 100 Hektar Land. Gestützt wurde die Entwicklung dieses Großbauerntums durch das Anerbenrecht, welches Graf Wilhelm von Fürstenberg mit der Kinzigtäler Landesordnung 1543 einführte. Nun konnten Höfe nicht mehr unter mehreren Erben aufgeteilt werden und wurden so in ihrer Substanz erhalten. [5]
In heutiger Zeit sind es vor allem die problematischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Fortbestand der einst stolzen Schwarzwaldhöfe gefährden. Die meisten Landwirte haben mittlerweile einen anderen Hauptberuf und bewirtschaften ihre Höfe nur noch nebenbei. Ob auch künftige Generationen bereit sein werden, eine solch enorme Arbeitsbelastung zu tragen, ist mehr als fraglich.
Die heutige Stadt Wolfach entstand im Zuge der Gemeindereform der 70er-Jahre und gliedert sich in drei Teilorte: Kirnbach, Kinzigtal und die Wolfacher Kernstadt.
Die Kernstadt lässt sich in Teile links und rechts der Kinzig differenzieren. Beide werden durch eine Fußgängerbrücke (Gassensteg) und eine Brücke für den Autoverkehr (Stadtbrücke) verbunden. Rechts der Kinzig befindet sich die sogenannte Vorstadt, an deren Rand die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Laurentius steht. Die mittelalterliche Stadtanlage in Querrippenform links der Kinzig dominiert eine breite Marktstraße (heutige Hauptstraße). Sie legt die ursprüngliche Funktion des Stadtteils als Marktort offensichtlich.
Wohl aufgrund der ungünstigen geographischen Lage blieb eine wesentliche Erweiterung des Stadtgebietes im Zuge der Industrialisierung und der Gründerzeit aus. Schon zu diesem Zeitpunkt lässt sich ein wesentlicher Bedeutungsverlust Wolfachs feststellen.
Neben den genannten Stadtbereichen entstanden im 20. Jahrhundert wie in anderen Städten auch zahlreiche neue Wohngebiete. Zu nennen ist hier insbesondere der Straßburger Hof, der sich westlich der Kernstadt an einem Berghang erstreckt und mit dessen Bau in den 1960er-Jahren begonnen wurde. Eine Folge der Erschließung neuer Wohngebiete war auch die zunehmende städtebauliche Verschmelzung Wolfachs mit dem nördlich liegenden Nachbarort Oberwolfach-Kirche.
Hauptartikel: Kirnbach (Wolfach) Kirnbach ist ein Stadtteil von Wolfach im Kirnbachtal. Im Gegensatz zu den anderen Teilen der Stadt war es ursprünglich württembergisch und hat damit protestantische Tradition. Weltbekannt ist die Bollenhut-Tracht, die hier traditionell getragen wird und zum Synonym für den Schwarzwald wurde.
Hauptartikel: Kinzigtal (Wolfach) Kinzigtal ist ein Stadtteil von Wolfach, im Kinzigtal gelegen zwischen Wolfach und Schiltach, mit dem Bergdorf St. Roman als Teilort. Der Name des Ortsteils Halbmeil bezieht sich auf die Wegstrecke zwischen Wolfach und Schiltach.
Erstmals 1084 als Wolphaha erwähnt, finden sich besonders für das Hoch- und beginnende Spätmittelalter unterschiedlichste Variationen des Namens Wolfach: Wolphaa (1091), Wolua (1101), Wolfacha (1148), Wolva (1252), Wolfach inferius (1275), Wolva (1291), Wolvahe (1305) oder später auch Wolffach.[6] Etymologisch gesehen bezieht er sich wohl auf den Fluss Wolfach, der im Stadtgebiet in die Kinzig mündet und meint ein Gewässer, das reißend wie ein Wolf ist.[7] Wolfach ist nicht nur der Name der Stadt, des Flusses und dessen Tals. Auch die mittelalterliche Burg und das Herrschaftsgebiet des gleichnamigen Adelsgeschlechtes wird so bezeichnet. Ursprünglich dürfte mit dem Namen also keine Stadt sondern ein Gebiet verbunden worden sein.
Über die Gegend um Wolfach ist für die Zeit vor 1000 nur sehr wenig bekannt. Vermutlich gab es hier keine größeren Siedlungen. Schon die Römer erkannten aber die strategisch günstige Lage des Kinzigtals und bauten unter Kaiser Vespasian in den Jahren 73 und 74 eine Militärstraße von Offenburg nach Rottweil. Sie führte ursprünglich über die Berghöhen an der heutigen Kernstadt vorbei. Mit der Gründung Wolfachs änderte man ihren Verlauf. Ab sofort gelangten Reisende durch die Stadt.[8] Die römische Kinzigtalstraße wurde bis in Frühe Neuzeit genutzt. Lange war sie der wichtigste Verkehrsweg durch den Schwarzwald und hatte damit große wirtschaftliche und militärische Bedeutung. Als Teil des Jakobswegs war sie bei Pilgern beliebt. An ihrem Rand errichtete man mit der St. Jakobus-Kapelle das älteste Gotteshaus Wolfachs.
Das genaue Alter der Stadtanlage ist nicht bekannt. Im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Sankt Georgen finden sich erstmals Hinweise auf eine adelige Familie De Wolphaha, die um 1084 im Gebiet des heutigen Wolfach lebte. Als Stammsitz wird die Burg Alt-Wolfach angenommen, die auf einem künstlich angelegten Hügel nördlich der Kernstadt liegt und sich aufgrund ihrer salischen Bauweise ins 11. Jahrhundert zurückdatieren lässt. Die Herkunft der Familie ist weitgehend unbekannt. Man vermutet aber eine enge Beziehung zu den Grafen von Sulz, die im Hochmittelalter besonders im oberen Kinzigtal aktiv waren. Ende des 13. Jahrhunderts erlosch die Familie der Wolfacher durch Heirat Udilhilds, der einzigen Tochter Friedrichs von Wolfach, mit Graf Friedrich von Fürstenberg. Der gesamte Besitz ging an die Grafen von Fürstenberg über. Dieses Adelsgeschlecht mit heutigem Sitz in Donaueschingen sollte die Geschicke Wolfachs über die folgenden 500 Jahre bestimmen.[9]
1148 wird erstmals ein villa wolfacha, ein Dorf Wolfach erwähnt. Sein Standort ist aber unklar. Gängige Theorien gehen davon aus, es könnte sich um die Vorstadt Wolfachs handeln. Einen Nachweis dafür gibt es nicht. Vielleicht hatte sich auch bei Oberwolfach im Schutz der Burg eine frühe Siedlung entwickelt. Eine weitere Theorie sagt aus, mit der villa wolfacha sei kein Dorf sondern ein Herrensitz gemeint gewesen, der den Ursprung des heutigen Schlosses bildete. Auch hierfür gibt es bis heute keine Nachweise.
1305 erhielten die Wolfacher von den Fürstenbergern wesentliche Freiheitsrechte zugesichert, zu denen auch das Marktrecht gehörte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte sich also eine kleinstädtische Siedlung herausgebildet. Archäologischen Funden nach zu urteilen, verfügte diese Stadt bereits im 12. Jahrhundert über eine Stadtmauer und entsprechende Tore. Der Grundriss der Marktstraße Wolfachs weißt zudem typisch staufische Merkmale auf. Man kann Wolfach daher als eine der vielen Stadtgründungen des 12. und 13. Jahrhunderts ansehen.
Wichtig für die weitere bauliche Entwicklung Wolfachs im Spätmittelalter war die Entstehung einer Kinzigtaler Linie der Grafen zu Fürstenberg unter Graf Konrad († vor 1419). Sein wirtschaftlich erfolgreicher Sohn Graf Heinricht VI. entwickelte nämlich im gesamten Kinzigtal eine rege Bautätigkeit. Unter anderem ließ er die Burg Alt-Wolfach wieder instandsetzen und erweiterte den damals bereits vorhandenen Schlossbau in der Kernstadt wesentlich. Als er 1490 hochbetagt starb, erlosch diese ältere Kinzigtaler Linie der Fürstenberger aber wieder.[10]
Bald nach seiner Gründung übernahm Wolfach als Verwaltungs- und Wirtschaftsszentrum zahlreiche zentralörtliche Funktionen für die umliegende Gegend. Die Stadt und ihre Bürger kontrollierten den gesamten Handel und hatten das Monopol auf die meisten handwerklichen Berufe.[11] Basis dieser Vorrechte waren die Freiheitsbriefe, die seitens der Fürstenberger über die Jahrhunderte immer wieder erneuert wurden.
Aufgrund ihrer günstigen Lage am Zusammenfluss von Wolf und Kinzig war die Stadt Wolfach bis ins 19. Jahrhundert ein Zentrum der Kinzig-Flößerei. Bereits um 1470 ist ein blühendes Geschäft mit dem Holzhandel nachgewiesen. Überwacht wurde die Flößerei von den Fürstenbergern, die als Landesherren das Recht zur Nutzung der Kinzig als Transportmittel innehatten. Um 1500 gewährten sie den Wolfachern das Privileg zum „auswärtigen Holzhandel“. Damit wurde die bäuerliche Bevölkerung im Umland von dem lukrativen Geschäft ausgeschlossen. Die Waldbauern mussten ihre gefällten Bäume fortan an die Schiffergesellschaften Wolfachs verkaufen. Diese genossenschaftlichen Vereinigungen hatten sich ab 1527 gebildet. Schließlich erforderte die Flößerei große logistische Anstrengungen. So gibt es bis heute in Wolfach große Stauwehre und Floßhäfen, in denen die kleinen Waldflöße der Bauern für den Weitertransport an den Rhein zusammengebunden wurden.
Ihre Blütezeit erlebte die Wolfacher Flößerei im 15. und 16. Jahrhundert und dann nochmals im 18. Jahrhundert, als der Holzbedarf rapide anstieg, weil die Niederlande und England begannen, ihre mächtigen Kriegs- und Handelsflotten aufzubauen. Sprichwörtlich geworden ist der sogenannte Holländerstamm. Dabei handelt es sich um große, gut gewachsene Tannen, die vor allem für Schiffsmasten verwendet wurden. Sebastian Münster schreibt in seiner Cosmographia: „Das volck so bey der Kyntzig wohnet, besonders umb Wolfach ernehret sich mit großen Bawhöltzern, die sie durch das Wasser Kyntzig gen Straßburg in den Rhein flötzen und groß Gelt jährlich erobern“.
Mit den Möglichkeiten der neu eingeführten Eisenbahn konnte man aber nicht mithalten, und so wurde die Flößerei 1896 eingestellt. Heute erinnern in Wolfach noch zahlreiche technische Einrichtungen an den ausgestorbenen Berufsstand der Flößer, so zum Beispiel der alte Floßhafen oder zahlreiche Stauwehre. 1984 entstand der Verein der Wolfacher Kinzigflößer, der sich zum Ziel setzte, Wissen über das alte Handwerk zu bewahren. Alle zwei Jahre findet seitdem in Wolfach ein großes Floßhafenfest statt, bei dem auch immer die Fahrt eines Floßes zu bewundern ist. Zur Feier des europäischen Flößertreffens 1994 in Wolfach wurde zudem ein Flößermuseum eingerichtet.
Auch wenn die Flößerei für einigen Wohlstand sorgte, wurde das Gewonnene mit den zahlreichen Kriegen der Frühen Neuzeit wieder zunichte gemacht. Im Dreißigjährigen Krieg litt Wolfach unter vielen Truppendurchzügen und war mehrmals Winterquartier von Söldnern unterschiedlichster Armeen. Unter anderem ist im Tagebuch Peter Hagendorfs von einer solchen Überwinterung kaiserlicher Truppen unter Johann von Werth in Wolfach 1637/38 zu lesen.[12] Im Februar 1643 gelangten französisch-weimarische Soldaten unter Führung des Grafen Jean Baptiste Budes de Guébriant nach Wolfach und blieben 15 Wochen lang. In dieser Zeit vernichteten sie nicht nur sämtliche Vorräte, auch alle Kirchen der Umgegend mussten nach ihrem Abzug grundlegend renoviert werden. Die Burg im benachbarten Hausach war zerstört, Schloss Wolfach unbewohnbar und es ist anzunehmen, dass auch die Burg Alt-Wolfach in dieser Zeit zur Ruine wurde. Kaum waren die ersten Aufräumarbeiten vollendet, errichtete Guébriant im Sommer desselben Jahres abermals sein Lager in Wolfach. Der Mangel an Lebensmitteln zwang ihn schließlich im August 1643 zum Abzug.
Wenige Jahrzehnte später geriet Wolfach im Zuge der Reunionskriege Ludwig XIV. erneut in höchste Gefahr. Zwar war die Stadt zunächst nicht von französischen Militäraktionen betroffen. Den Kaiserlichen unter Führung des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden gelang es auch, das Kinzigtal weitgehend zu verteidigen. Die Stadt musste aber eine große Zahl an Flüchtlingen aus dem Elsaß aufnehmen und zudem für die Verpflegung der Verteidigungsarmeen sorgen. Bürger wurden zu Schanzarbeiten herangezogen.
1703 überquerte eine rund 35.000 Mann starke französische Armee während des Spanischen Erfolgekrieges unter Marschall Villars erneut den Rhein, nahm die Festung Kehl ein und wandte sich schließlich gegen das Kinzigtal. Hier standen gerade einmal 4000 Verteidiger des schwäbischen Reichskreises unter dem Kommando Prosper Ferdinands von Fürstenberg-Stühlingen. Dieser erkannte die aussichtslose Lage und konnte sich mit Glück nach Wolfach zurückziehen. Gengenbach, Zell[13] und Haslach wurde von den Franzosen eingenommen, Hausach dem Erdboden gleichgemacht. Die Wolfacher hingegen hatten Glück. Villars ließ seine Armee nach einigem Zögern in südlicher Richtung durch das Gutachtal nach Villingen abmarschieren. Noch im selben Jahr schlug er die kaiserlichen Truppen in der ersten Schlacht von Höchstädt. Das Kinzigtal wurde von Frankreich besetzt. Dessen König erhob hohe Kontributionen von den Städten im Tal. Da die Abgaben aber auch weiterhin an das Reich zu bezahlen waren, kam es zu einer schwerwiegenden Doppelbelastung. Mit der französischen Niederlage bei der zweiten Schlacht von Höchstädt im August 1704 endete die Besatzung des Kinzigtals. Bis der Friede von Rastatt 1714 die Verhältnisse für einige Jahre normalisierte, mussten die Wolfacher im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges aber noch zahlreiche weitere Durchzüge französischer und reichseigener Soldaten auf sich nehmen.
Das galt auch, als mit dem Tod August des Starken 1733 der polnische Erbfolgekrieg ausbrach und ebenso im österreichischen Erbfolgekrieg 1740-48. Wolfach wurde damit seine geographische Lage an der wichtigen Kinzigtalstraße zum Verhängnis.[14]
Anders als in der Nachbarstadt Hausach sorgten Kriege in Wolfach nicht für eine wesentliche Umgestaltung des Stadtbildes. Zwar waren die Auswirkungen der ständigen Durchzüge von Truppen auf das Leben der Bevölkerung immens, doch standen die Häuser der meisten Wolfacher nach Abzug der Soldaten noch. So konnte der seit dem Mittelalter vorhandene Grundriss der Kernstadt beibehalten werden. Trotzdem entspricht die heutige Gestalt nicht der jener Zeit. Verantwortlich dafür waren besonders Großfeuer in den Jahren 1694, 1762, 1799, 1836 und 1849, bei denen es zur Einäscherung ganzer Stadtteile kam. Die ältesten Wolfacher Bürgerhäuser stammen daher aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Großteil der Häuser ist jüngeren Datums und zeigt häufig historistische Züge. Bestes Beispiel hierfür ist das 1892/93 im Neorenaissancestil erbaute Rathaus.[15]
Im 19. Jahrhundert löste der Tourismus die Flößerei als wichtigsten Wirtschaftsfaktor Wolfachs ab. Aber schon viel früher, nämlich für das Jahr 1595, ist ein erster Kurgast nachgewiesen, der sich im damaligen Heilbad Wolfach erholen wollte. Vermeintliche Mineralbäder waren es auch, die in den folgenden Jahrhunderten immer mehr Urlauber nach Wolfach lockten. Ihren Höhepunkt erreichte die Entwicklung Ende des 19. Jahrhunderts. Die Wolfacher stellten sich zu dieser Zeit immer mehr auf den wachsenden Touristenstrom ein, schmückten die Stadt mit südländischen Pflanzen und versuchten „das Straßenbild heiter zu gestalten“. – Mit einigem Erfolg: 1892 wählten die Leser einer Berliner Zeitschrift Wolfach zum „schönsten Luftkurort Deutschlands“. 1912 erhielt die Stadt zudem den Titel des „schönstgelegenen Schwarzwaldstädtchens“. Wie so vielem machte der Erste Weltkrieg aber auch den Bemühungen ein Ende, Wolfach als Heilbad zu etablieren. Jedenfalls konzentrierte man sich seit Beginn der Weimarer Republik auf die Darstellung Wolfachs als Luftkurort. Ab 1934 kam es zu einem erneuten Aufschwung, als Wolfach von der NS-Organisation Kraft durch Freude angefahren wurde. Aber auch er wurde jäh beendet, diesmal durch den Zweiten Weltkrieg. Seit 1945 konnte sich der Tourismus in Wolfach endlich wieder ungehindert entwickeln. Das einsetzende Wirtschaftswunder tat ein Übriges, und 1953 wurde mit 24.817 Übernachtungen erstmals der Vorkriegsstand übertroffen. Heute zählen die Wolfacher Hotels und Pensionen jährlich rund 128.000 Übernachtungen (Jahr 2000).
Am 1. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Kinzigtal nach Wolfach eingemeindet. Am 1. Januar 1975 erfolgte die Eingemeindung von Kirnbach.
Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg lag die Einwohnerzahl der Kernstadt Wolfachs bei knapp über 800 Bürgern. 1812 hatte die Kernstadt bereits 1076 Einwohner und um 1900 lebten 2047 Menschen in der Stadt. 1933 stieg diese Zahl auf 2452 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Bürger weiter zu und erreichte 1958 3815 und 1968 4672 Einwohner.[16]
Für die gesamte Stadt Wolfach sind seit 1871 Daten verfügbar. Zu diesem Zeitpunkt lebten auf dem Gebiet des heutigen Wolfach 3700 Menschen. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges stieg dieser Wert nur leicht auf 4317 Einwohner an. Durch den Zugzug zahlreicher Heimatvertriebener[16] und den wirtschaftlichen Aufschwung kam es nach dem Krieg aber zu einem exponentiellen Anstieg der Bevölkerung. 1967 lebten mit 6571 Bürgern mehr Menschen den je in Wolfach. Seit dieser Zeit stagniert die Zahl aber. Derzeit hat Wolfach 5880 Einwohner.
Wolfach arbeitet innerhalb einer Verwaltungsgemeinschaft mit dem Nachbarort Oberwolfach zusammen. Dies gilt insbesondere für die Tourismusförderung. Eine enge Kooperation besteht außerdem mit den Orten Hausach und Haslach.
Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:
Blasonierung: „In Blau eine goldene Wolfsangel.“
Die Herren von Wolfach gründeten gegenüber dem älteren Flecken die gleichnamige Stadt am linken Kinzigufer um 1260. Sie bekam seit 1305 Privilegien und wurde im 14. Jahrhundert ein Zentrum der Herrschaftsentwicklung der Grafen von Fürstenberg. Das älteste Stadtsiegel vom Beginn des 14. Jahrhundert (Abdruck seit 1370) zeigt wie etwa gleichzeitige Sekret inmitten von fünf Sternen an aufrechter Stange ein Banner mit der Wolfsangel (ohne Schild) aus dem Adelswappen der Wolfach. Das Bild blieb in mehreren Siegeln bis zum 18. Jahrhundert gleich, das Banner wurde aber eine Fahne mit langem Schwenkel ohne Sterne. In einem 1784 datierten Siegel steht als Fahnenträger ein wilder Mann. Im Schild erscheint die Wolfsangel erst zu Ende des 19. Jahrhundert Neben den heutigen Farben findet sich die Figur vom 15. Jahrhundert bis 1956 auch Rot in Gold. [17]
Es geht auf das Siegel der Herren von Wolfach zurück und wurde nachweislich bereits um 1370 durch die Bürgerschaft verwendet, bis ins 16. Jahrhundert allerdings in Kombination mit einem Sternenkranz. Bis ins 19. Jahrhundert wurde außerdem wohl in Anlehnung an das fürstenbergische Wappen die Wolfsangel in Rot auf goldenem Grund dargestellt, erst dann führte man die heutige Farbkombination ein. Zudem wurde die Wolfsangel über die Jahrhunderte hinweg oft spiegelverkehrt gezeigt, so beispielsweise im 16. und 19. Jahrhundert. Den ursprünglich verwendeten Dreiecksschild ersetzte man ebenfalls und nutzt heute meist einen Halbrundschild.
Die Verwendung der Wolfsangel als Siegel der Herren von Wolfach steht vermutlich in Verbindung mit deren Bemühungen zur Besiedelung des Schwarzwaldes. Die Wolfsangel war zu karolingerischer Zeit ein Fallentyp für Wölfe und Füchse, gelegentlich aber auch für Fischotter und Marder. In Verbindung mit der Bedeutung des Namens „Wolfach“ gebracht, könnte es sich um ein programmatisches Wappen gehandelt haben, das die Zähmung der Schwarzwaldlandschaft durch die Herren von Wolfach verdeutlichen sollte.
Die Stadtflagge ist Blau - Gelb - Blau.
Um den Außenauftritt der Stadt besonders im Zusammenhang mit der Tourismusförderung zu verbessern, entwickelte man Ende der neunziger Jahre wie in vielen anderen Städten zudem ein Stadtlogo. Es besteht aus dem Schriftzug „Stadt Wolfach“, dessen farbige Enden die Giebel und Dachtraufe der Häuser in der Hauptstraße darstellen sollen.
1993 ergaben sich mit der Einweihung des Reutherbergtunnel völlig neue Perspektiven, indem die B 294 um Wolfach herum geführt wurde, was besonders die Altstadt vom Verkehr entlastete. Hatte sich die Stadtentwicklung der Nachkriegszeit wesentlich an den Bedürfnissen des Autos orientiert, war man nun bemüht, die Stadt wieder im Sinne der Tourismusförderung umzugestalten. Im Bereich des Schlosses und des Marktplatzes orientierte man sich dabei am Stadtbild der Kaiserzeit. Unter anderem wurde der alte Stadtbach, der so genannte Rießner, teilweise wieder freigelegt. Ein weiteres wichtiges Projekt war die Sanierung der Bergstraße sowie der fast vollständige Neubau der damals durchweg sanierungsbedürftigen Vorstadt rechts der Kinzig. Heute sind diese großen Sanierungsprojekte weitgehend abgeschlossen, vergleichsweise kleinere dauern aber noch an. Dazu gehört auch die Sanierung der Kirchstraße die für die nächsten Jahre projektiert ist.
Auch wenn ihre Tallage wesentlich zum Reiz der Stadt beiträgt, ist sie zugleich auch das größte Hindernis für eine weitere Entwicklung Wolfachs. Inzwischen ist der größte Teil der bebaubaren Flächen genutzt, und es bleibt daher wenig Raum für neue Projekte. Ein Problem ist das besonders für die wenigen Industriebetriebe der Stadt, denen es an Erweiterungsflächen mangelt. Infolge dessen kam es in der Vergangenheit zur Abwanderung von Firmen und mit ihnen Einwohnern und Einzelhandelsgeschäften. In der Innenstadt machte sich damit zunehmend der Mangel an Einkaufsmöglichkeiten bemerkbar. Hinzu kommt, dass es in den letzten Jahren im Zuge von Verwaltungsreformen zum Abzug von staatlichen Behörden kam. Folge ist ein zunehmender Zentralitätsverlust. Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen. So ist und bleibt der Tourismus letztlich wichtigster Wirtschaftsfaktor Wolfachs.
Besonders intensiv stellt sich die Zusammenarbeit von Wolfach und Oberwolfach auf dem Gebiet der Tourismusförderung dar. Man betreibt nicht nur eine gemeinsame Touristeninformation, sondern arbeitet auch bei zentralen Projekten wie einem neugestalteten Besucherbergwerk oder dem Mineralienmuseum in Oberwolfach eng zusammen. Als Treffpunkt von Mineralienfreunden erreichte man damit in den vergangenen Jahren eine wohl einmalige Stellung innerhalb des Schwarzwaldes. Einen weiteren Schwerpunkt in der Tourismusförderung bildet der Ausbau von Sportangeboten, besonders für Wanderer, Motorrad- und Mountainbike-Fahrer.
Trotzdem bleibt die Dorotheenhütte mit rund 400.000 Besuchern jährlich erster Anlaufspunkt für Touristen in Wolfach. Die ehemalige Glashütte wurde Mitte des 20. Jahrhunderts gegründet und von den Betreibern zum „Erlebnispark“ ausgebaut. Heute umfasst sie ein Mundblashütte und ein Glasmuseum und bietet auch eine ganzjährige Verkaufsschau für Weihnachtsschmuck. Neben dieser Hauptattraktion auf eigenem Gebiet profitiert Wolfach von zahlreichen Besuchermagneten in seiner unmittelbaren Umgebung. So liegt beispielsweise das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, eines der größten Freilichtmuseen Deutschlands mit über 300.000 Besuchern jährlich, im benachbarten Gutach. Nur wenige Kilometer weiter finden sich mit den Triberger Wasserfällen die höchsten ihrer Art in Deutschland.
Großer Beliebtheit erfreuen sich zudem die zahlreichen Veranstaltungen in Wolfach. Hier ist besonders die Wolfacher Fastnacht zu nennen, für die seit längerem gesonderte Übernachtungspakete angeboten werden. Um den Tourismus weiter zu fördern entwickelte man in den vergangenen Jahren zudem neue Veranstaltungsformate wie das der „Langen Tafel“, ein Fest mit internationalem Flair, das durch die Form des Wolfacher Marktplatzes inspiriert wurde.
Trotz dieser Maßnahmen hat Wolfach wie viele Schwarzwaldorte mit sinkenden Übernachtungszahlen zu kämpfen. Ihre Ursache hat diese Entwicklung einerseits in der steigenden Attraktivität ausländischer Ziele und in der Zunahme des Tagestourismus andererseits. Außerdem mangelt es in Wolfach an wesentlichen touristischen Einrichtungen wie zum Beispiel einem Freibad. Der mehrfach angestoßene Plan zum Bau eines großen Freizeitbades zusammen mit den Nachbargemeinden scheiterte bisher an der Finanzierung und am Fehlen eines Investors.
Hauptartikel: Wolfacher Fasnet
Wolfach gilt als eine der traditionsreichsten Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Denn nur in wenigen Orten findet man eine derartige Vielfalt fastnachtlichen Brauchtums.
Schon kurz nach Epiphanias finden die ersten Narrenversammlungen statt. Sie dienen der Organisation der kommenden Fastnachtssaison. Für den Narrennachwuchs werden Jungnarrenversammlungen abgehalten. Neben der Veranstaltung einiger Bälle oder Saalveranstaltungen wie dem Zunftabend oder dem Musikerball bildet allerdings das Schnurren am Sonntag vor dem Schmutzigen Donnerstag den Höhepunkt der Vorfasnet. Dabei ziehen zahlreiche kleinere Gruppen durch viele Lokale Wolfachs und glossieren Ereignisse des vergangenen Jahres.
Ein Highlight der Wirtschaftsfastnacht ist auch der Zunftball am Fastnachtssamstag. Bei ihm geben die frei maskierten Teilnehmer in allen Wirtschaften der Stadt kleine Darbietungen zum besten.
Während der eigentlichen Fastnachtstage ziehen nicht weniger als 12 Umzüge durch Wolfach. Der älteste und zugleich bekannteste ist der Wohlauf, mit dem die Wolfacher am Rosenmontag, der hier Schellemendig heißt, den Haupttag ihrer Fasnet einläuten. Früh morgens ziehen rund tausend weiß Gekleidete durch die vollständig verdunkelte Stadt und veranstalten mit ihren mitgebrachten Krachinstrumenten einen ohrenbetäubenden Lärm. Unterbrochen wird die Katzenmusik immer wieder vom Wohlaufsänger, der bei Laternenschein die abgewandelte Version eines alten Nachtwächterliedes anstimmt.
Am Mittag desselben Tages findet dann das traditionelle Fasnetspiel statt. Das bekannteste dieser kleinen Theaterstücke ist das um 1787 entstandene Singspiel Die Weibermühle von Tripstrill von Georg Anton Bredelin, das alle fünf Jahre aufgeführt wird. Es ist das älteste noch aufgeführte Fastnachtsspiel überhaupt. Am Schmutzige Dunnschdig (Schmutziger Donnerstag), Schellemendig und Fasnetzieschdig (Fastnachtsdienstag) gibt es jeweils um 10 Uhr 30 eine Elfemess. Der wohl originellste Wolfacher Umzug ist der Nasenzug am Fastnachtsdienstag, bei dem nur Männer mitmachen dürfen, die sich zuvor mit viel Phantasie eine neue Nase gebastelt haben. Wird eine Frau in dem Herrenclub entdeckt, landet sie gnadenlos im eiskalten Stadtbrunnen. Am Fastnachtsdonnerstag, -samstag und -dienstag findet jeweils ein Närrischer Kaffee statt, bei dem hunderte Bürgerfrauen (Kaffeetanten) begleitet von zahlreichen als Konditor gekleideten Trommlern durch die Stadt ziehen, um sich danach zum Kaffeeplausch zu treffen. Ihren Abschluss findet die Wolfacher Fastnacht in der Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch. Vorbei an der Klagemauer beim Finanzamt zieht die recht exklusive Wäschergilde zum Stadtbrunnen, um dort ihre nunmehr leeren Geldbeutel unter lautem Wehklagen zu reinigen.
In Wolfach haben sich außergewöhnlich viele historische Fastnachtsfiguren und -larven erhalten, die teilweise bis ins 17. Jahrhundert datiert werden können und von denen einige im städtischen Museum im Schloss ausgestellt sind. Auch wenn heute lange nicht mehr alle getragen werden, können nur wenige Städte auf ein derart reichhaltiges Repertoire an Fastnachtsfiguren zurückgreifen. Zu den am häufigsten bewunderten gehört der Nussschalenhansel, dessen Häs mit rund 3000 Nussschalenhälften benäht ist. Den Röslehansel gibt es in zwei Varianten. Auf der Maske des roten Röslehansels ist eine rote Rose auf die Stirn gemalt, auf der Larve des schwarzen Röslehansels ist eine gelbe Blume in schwarzem Rankenwerk zu sehen. Ähnlich kunstvolle Bemalungen von Masken gibt es sonst nur im venezianischen Karneval.
Äußerst selten sind heute auch Blechmasken, zumal, wenn sie wie im Fall des Spättlehansel im Mundstück beweglich sind. Streifenhansel, Mehlwurmhansel und Schellenhansel komplettieren das bunte Bild der Wolfacher Hanselfiguren. Seit 1958 gibt es die Alden Rungunkeln und Müller, die der Altweibermühle von Tripstrill entlehnt sind. Hinzu kommen noch viele andere Figuren wie die Landsknechte und Kanoniere, Narrenpolizisten sowie die Einzelfiguren Gullerreiter, Riesendame und Tambourmajor. Aus neuerer Zeit stammen die Langenbacher Tiere.
Eine Besonderheit ist auch die Organisationsform der Wolfacher Fasnet, denn sie wird nicht von einem eingetragenen Verein ausgerichtet. Vielmehr versteht sich die Freie Narrenzunft Wolfach als lockerer Zusammenschluss aller Narren. Es existieren weder Mitgliederlisten noch Beiträge. Im Gegensatz zu praktisch allen anderen Fastnachten des schwäbisch-alemannischen Raums entfallen daher sämtliche Formalitäten. Es gibt weder strenge Aufnahmekriterien noch wird die Teilnahme an den Umzügen in irgendeiner Form überwacht oder erwartet. Mitmachen darf einfach jeder der Lust dazu hat, egal woher er kommt und wie intensiv er sich am fastnachtlichen Leben beteiligt. Organisiert wird die Fastnacht durch den Großen Narrenrat, der aus Vertretern der einzelnen Gruppierungen und verdienten Alt-Narren besteht. Dieser wählt wiederum einen Kleinen Narrenrat als eine Art Exekutivkommitee. Den Vorsitz des Kleinen Narrenrates hat der Narrevadder inne.
Das weitgehend schmucklose Schloss im Knorpelstil ist der Marktstraße Wolfachs vorgelagert und riegelt das Kinzigtal mit seiner 100 Meter langen, mächtigen Südfront praktisch vollständig ab. Es wurde in der heutigen Form von 1671 bis 1681 durch Landgraf Maximilian Franz von Fürstenberg-Stühlingen (1655–1681) errichtet. Die vierflügelige Schlossanlage mit trapezförmigem Grundriss bezieht Teile der ehemaligen mittelalterlichen Befestigungen Wolfachs mit ein, so zum Beispiel den Hungerturm im Westflügel oder das Stadttor im Südflügel. Unterteilt durch die Marktstraße umfasst das Schloss zwei Innenhöfe, von denen der größere im Westen wohl als Ehrenhof gedacht war. Hervorzuheben ist Schloss Wolfach vor allem wegen seiner Größe. Es handelt sich um die größte derartige Anlage des Schwarzwaldes. Zudem ist es nach dem Residenzschloss in Rastatt das zweitgrößte Schloss Mittelbadens. Charakteristisch für das Gebäude sind seine mit Obelisken versehenen Volutengiebel.
Die heute bestehende Anlage wurde auf Basis eines kleineren Vorgängerbaus aus der Zeit Graf Heinrich VI. von Fürstenberg († 1490) errichtet. Das Schloss Heinrichs war im Laufe des Dreißigjährigen Krieges durch mehrfache Einquartierung von Truppen unbewohnbar geworden. Unter anderem ist im Tagebuch des Söldners Peter Hagendorf von einer Überwinterung von Truppen in Schloss Wolfach zu lesen. Ab 1671 ließ Maximilian Franz von Fürstenberg das Schloss zu seiner heutigen Größe ausbauen. Der Südflügel wurde wesentlich erweitert und die vorhandene, nach Süden ausgerichtete, gotische Schlosskapelle abgebrochen. Sie wurde neu errichtet und – nunmehr geostet – in den Südflügel integriert. Um den optischen Gesamteindruck der Anlage zu erhalten, kürzte man den zur Stadtbefestigung gehörenden Hungerturm auf die Höhe der anderen Gebäude und integrierte ihn ebenfalls in den Südflügel. Neu errichtet wurden die West-, Ost- und Nordflügel des heutigen Schlosses.
Der Bau von Schloss Wolfach ist wohl im Zusammenhang mit den Bemühungen von Maximilian Franz zu sehen, ab 1669 die Reichsfürstenwürde zu erlangen. Diese Bemühungen scheiterten letztendlich. Erst seine Nachkommen wurden in den Fürstenstand erhoben. Leider konnten auch die Pläne, Schloss Wolfach in ein Residenzschloss umzubauen, nicht mehr verwirklicht werden, da der Landgraf vor Abschluss der Bauarbeiten starb und die Fürstenberger erneut das Interesse an dem Gebäude verloren. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation des Fürstentums verzichtete man beim weiteren Ausbau des Schlosses auf repräsentative Stilmittel. Im Schloss wurden Büroräume untergebracht. Unter anderem befand sich hier das fürstenbergische Oberamt und das Bergamt, das die Silberbergwerke der umliegenden Gegend verwaltete und das Bergregal der Fürsten zu Fürstenberg umsetzte. Als Wolfach 1806 Baden zugesprochen wurde, behielt die Stadt ihren Status als Amtsstadt. Im Schloss wurde ein Bezirksamt untergebracht. 1939 entstand der Landkreis Wolfach, dessen Kreisverwaltung sich ebenfalls im Schloss befand. Nach Auflösung des Kreises 1973 blieb eine Außenstelle des neu gegründeten Ortenaukreises in Wolfach, die sich bis heute im Schloss befindet. Neben dieser sind derzeit ein Finanzamt, ein Amtsgericht, die Forstverwaltung sowie ein Polizeiposten in Schloss Wolfach untergebracht.
Ein wesentlicher Einschnitt in der Geschichte des Gebäudes stellt 1947 dar, als aus ungeklärter Ursache im Nordflügel ein Feuer ausbrach und ihn praktisch vollständig vernichtete. Nur mit Mühe konnte ein Übergreifen auf die restlichen Gebäudeteile verhindert werden. Der zerstörte Schlossflügel wurde dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und vielen Spenden aus der Bevölkerung in den Jahren darauf wieder aufgebaut.
Durch den Brand gingen aber wesentliche Kunstschätze verloren, unter anderem der Schöffensaal mit seiner kunstvoll geschnitzten, schwarz gebeizten Holzdecke. In den Jahren zuvor wurden Teile des Schlosses zudem Opfer zahlreicher Umbauten der nationalsozialistischen Verwaltung. So auch der nie vollendete Festsaal des Schlosses, der sich im Westflügel über zwei Stockwerke erstreckte. Nur dem beherzten Eingreifen des Heimatpflegers Josef Krausbeck ist es zu verdanken, dass nicht auch die sehenswerte Schlosskapelle mit ihrem barocken Hochaltar in Büros umgewandelt wurde. Sie ist heute neben dem in Schlossküche und Sala terrena untergebrachten Museum der einzige Teil des Gebäudes, der für die Öffentlichkeit voll zugänglich ist. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich mit der Magdalenenklage von Christoph Krafft (1648) eine einzigartige Kopie eines verschollenen Gemäldes von Matthias Grünewald in der Schlosskapelle. Das Bild ist heute Teil der Sammlung Würth. Nur in der Karwoche ist das Antependiumsbild Christus im Grab sichtbar, das der spätere württembergischen Hofmaler Johann Baptist Seele 1788 im Alter von nur 14 Jahren malte. Die Pieta des Hochaltars stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Das Gebäude im Neorenaissancestil stammt von 1894 und wurde nach Plänen des Heidelberger Architekten Herbert Lender an Stelle eines frühneuzeitlichen, 1892 abgebrannten Vorgängerbaus errichtet. Bemerkenswert ist besonders die Fassade zur Marktplatzseite hin. Sie ist mit einer Bemalung von Eduard Trautwein mit dem Titel Die neue Zeit versehen, die ursprünglich als NS-Propaganda gedacht war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie den neuen Gegebenheiten angepasst; Hakenkreuze und ein SA-Mann im Giebel des Gebäudes wurden entfernt oder ersetzt. Trautwein zerstörte mit seinem Gemälde die originale, aufwendige Fassadenbemalung der Neorenaissance. Sie umfasste neben allegorischen Darstellungen von Zeit, Gottesfurcht, Tapferkeit, Eifer, Gerechtigkeit sowie von Wolf und der Kinzig auch astrologische Symbole sowie aufwändige Ornamente. Einen Eindruck von ihrer Pracht vermittelt die Deckenbemalung im Eingangsbereich des Rathauses.
Der Turm und das Langhaus der Kirche wurde zwischen 1470 und 1515 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. An der Südfassade befindet sich auf der rechten Seite, in einen Randstein eingemeißelt, die Skala einer Sonnenuhr aus jener Zeit. Die Grundmauern des alten Chores, der im Inneren mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert bemalt ist, gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Gedanke auf, die Kirche stark auszubauen und mit vier Türmen auszustatten. Der heutige Kirchturm bildete in diesen Plänen einen der beiden kleineren Südtürme. Der „Dom des Kinzigtales“ konnte aber nie realisiert werden, auch wenn das Geld für den Bau bereits aufgebracht war. Denn die Weltwirtschaftskrise machte das angesammelte Vermögen binnen kürzester Zeit zunichte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die lange erhoffte Erweiterung dann umgesetzt, wenn auch in wesentlich kleinerer und bedingt durch die politischen Umstände sparsamer Form. So wurde nach Norden hin ein neues Kirchenschiff errichtet. Neue Türme wurden hingegen nicht hinzugefügt. Der Bau wurde 1941 eingeweiht und 1974/75 komplett renoviert.
Die Ruine der Burg Wolfach stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert und ist damit eine der ältesten Burganlagen des Schwarzwaldes. Sie befindet sich auf einem künstlich angelegten Bergkegel nördlich der Kernstadt Wolfachs. Bis ins 20. Jahrhundert war die Ruine dem Verfall preisgegeben. 1977 errichtete der Schwarzwaldverein aus ihren Überresten die heute zu sehenden Grundmauern.
Achern | Appenweier | Bad Peterstal-Griesbach | Berghaupten | Biberach | Durbach | Ettenheim | Fischerbach | Friesenheim | Gengenbach | Gutach (Schwarzwaldbahn) | Haslach im Kinzigtal | Hausach | Hofstetten | Hohberg | Hornberg | Kappel-Grafenhausen | Kappelrodeck | Kehl | Kippenheim | Lahr/Schwarzwald | Lauf | Lautenbach | Mahlberg | Meißenheim | Mühlenbach | Neuried | Nordrach | Oberharmersbach | Oberkirch | Oberwolfach | Offenburg | Ohlsbach | Oppenau | Ortenberg | Ottenhöfen im Schwarzwald | Renchen | Rheinau | Ringsheim | Rust | Sasbach | Sasbachwalden | Schuttertal | Schutterwald | Schwanau | Seebach | Seelbach | Steinach | Willstätt | Wolfach | Zell am Harmersbach