Netencyclo, The wikipedia mirror - Enzyklopädie : Wolfach

- Wolfach -

Wolfach :

femme russe

Wolfach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel behandelt die Stadt Wolfach im Schwarzwald. Daneben gibt es einen gleichnamigen Fluss in Niederbayern.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolfach
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Wolfach hervorgehoben
48.2994444444448.2227777777778262Koordinaten: 48° 18′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 262 m ü. NN
Fläche: 67,99 km²
Einwohner: 5880 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77709
Vorwahl: 07834
Kfz-Kennzeichen: OG, bis 1973 WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 145
Stadtgliederung: 3 Stadtteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Hauptstraße 41
77709 Wolfach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Gottfried Moser

Wolfach ist eine Stadt im mittleren Schwarzwald und gehört zum Ortenaukreis in Baden-Württemberg (Deutschland). Wolfach war bis zum 1. Januar 1973 die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises Wolfach mit dem Kfz.-Kennzeichen WOL.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Lage

Wolfach liegt am Zusammenfluss von Wolf und Kinzig im Kinzigtal. Der Wechsel von Tal und Berglagen kennzeichnet das Stadtgebiet, welches von 250 bis 880 m Meereshöhe reicht. Selbst Teil des Ortenaukreises, grenzt es an die Landkreise Freudenstadt und Rottweil. Sowohl die Bundesstraße 294 als auch die Landesstraße 96 durchqueren Wolfach. Durch die Kinzigtalbahn ist die Stadt an das Bahnnetz angebunden.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an das Stadtgebiet von Wolfach. Beginnend im Norden werden sie im Uhrzeigersinn genannt:

Oberwolfach, Bad Rippoldsau-Schapbach, Schenkenzell, Schiltach, Lauterbach, Hornberg, Gutach, Hausach. Die Stadt Schiltach und die Gemeinden Schenkenzell und Lauterbach (Schwarzwald) liegen im Landkreis Rottweil, Bad Rippoldsau-Schapbach im Landkreis Freudenstadt, die Gemeinden Gutach und Oberwolfach sowie die Städte Hausach und Hornberg ebenfalls im Ortenaukreis.

[Bearbeiten] Geologie

Ähnlich großen Teilen des Schwarzwaldes ist das Gebirge bei Wolfach vergleichsweise alt. Das sogenannte variskische Grundgebirge, faltete sich bis zum Ende des Paläozoikums auf und wurde später im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg von zahlreichen Sedimentschichten überlagert. Erst in Folge tektonischer Bewegungen sowie Abtragungen im Zusammenhang mit der Entstehung der Oberrheinischen Tiefebene gelangte das heute bei Wolfach sichtbare Gebirge wieder zum Vorschein. Weiter östlich sowie auf zahlreichen Berghöhen Wolfachs sind die Schichten des Deckgebirges – insbesondere des Buntsandstein – noch in Resten erhalten geblieben, bevor sie am Übergang des Schwarzwaldes zum Gäu stark zu Tage treten (siehe auch: Schichtstufenland).

Das Grundgebirge besteht im Wesentlichen aus Metamorphiten, im Bereich Wolfachs vor allem Gneis und Granit. Sie entstanden durch den hohen Druck der ursprünglich aufliegenden Deckgebirgsschichten. Unter verschiedensten Bedingungen entwickelten sich dadurch außerdem die bei Sammlern begehrten Mineralien, die besonders in der Gegend von Wolfach häufig zu finden sind. Zudem lässt sich so der Silberreichtum der Gegend erklären.[2]

[Bearbeiten] Vegetation und Landwirtschaft

Für die Landwirtschaft bieten die Berghöhen Wolfachs aufgrund der Böden, die durch die aufliegenden Schichten des Buntsandstein entstanden sind, ausgesprochen ungünstige Bedingungen. Zudem herrscht häufig Wassermangel. Das ist der Grund, weshalb sich dort keine größeren Siedlungen entwickeln konnten. Diese konzentrieren sich in den Tälern, wobei auch hier nur eine eingeschränkte Bewirtschaftung möglich ist. Das von den Hängen hinab fließende Wasser sammelt sich im Tal und es bildet sich Staunässe deren Nachteile nur durch umfangreiche Drainagemaßnahmen teilweise ausgeglichen werden können.[3]

Die steilen Hänge der Täler Wolfachs sind für die moderne Landwirtschaft ein großes Problem. Sie sind nur schwer oder überhaupt nicht maschinell zu bewirtschaften. Viele Flächen, die früher mit Hilfe von Brandrodung oder Mehrfelderwirtschaft als vergleichsweise fruchtbare Äcker genutzt wurden, verwaldeten daher in den letzten Jahrzehnten.[4] Lediglich die Namen einzelner Orte deuten auf die ursprüngliche Bewirtschaftung hin, so zum Beispiel der des Reutherberges südlich von Wolfach. Er ist auf das Ruetibrennen zurückzuführen, eine Form der Brandrodung, die früher im Schwarzwald sehr häufig war. Durch die Verwaldung der Kulturlandschaft verschwanden zahlreiche Pflanzen- und Tierarten und das kleinörtliche Klima veränderte sich negativ. Dieser Entwicklung versuchen die Behörden durch Förderprogramme zur Offenhaltung der Landschaft entgegenzuwirken.

Aufgrund der geschilderten Bedingungen waren die Landwirte um Wolfach schon immer vom Waldanbau abhängig. Getreide- oder Gemüseanbau fand meist nur zur Deckung des Eigenbedarfs statt. Das gilt auch heute noch, auch wenn Tourismus und Fördergelder als Einnahmequellen hinzu gekommen sind. Geändert hat sich hingegen die Form der Waldbewirtschaftung. Dominierten früher im Schwarzwald Buchen und Tannen, wird heute aus wirtschaftlichen Gründen vor allem die eigentlich ortsfremde Fichte angebaut. Eine Folge des extensiven Fichtenanbaus ist eine starke Bodenversauerung, der man durch Kalkung entgegenzuwirken versucht. In den letzten Jahren werden die äußerst negativen Folgen der Fichten-Monokultur immer stärker wahrgenommen und man versucht zu traditionellen Wirtschaftsformen zurückzukehren.

Ein Resultat der ungünstigen landwirtschaftlichen Bedingungen sind die überdurchschnittlichen Hofgrößen in Wolfach und seiner Umgebung. Nicht selten bewirtschaften Bauernhöfe auch heute noch mehr als 100 Hektar Land. Gestützt wurde die Entwicklung dieses Großbauerntums durch das Anerbenrecht, das Graf Wilhelm von Fürstenberg mit der Kinzigtäler Landesordnung 1543 einführte. Nun konnten Höfe nicht mehr unter mehreren Erben aufgeteilt werden und wurden so in ihrer Substanz erhalten. [5]

In heutiger Zeit sind es vor allem die problematischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Fortbestand der einst stolzen Schwarzwaldhöfe gefährden. Die meisten Landwirte haben mittlerweile einen anderen Hauptberuf und bewirtschaften ihre Höfe nur noch nebenbei. Ob auch künftige Generationen bereit sein werden, eine solch enorme Arbeitsbelastung zu tragen, ist mehr als fraglich.

[Bearbeiten] Siedlungsstruktur

Die heutige Stadt Wolfach entstand im Zuge der Gemeindereform der 70er-Jahre und gliedert sich in drei Teilorte: Kirnbach, Kinzigtal und die Wolfacher Kernstadt.

[Bearbeiten] Wolfach (Kernstadt)

Die Kernstadt lässt sich in Teile links und rechts der Kinzig differenzieren. Beide werden durch eine Fußgängerbrücke (Gassensteg) und eine Brücke für den Autoverkehr (Stadtbrücke) verbunden. Rechts der Kinzig befindet sich die sogenannte Vorstadt. In ihrem Zentrum steht die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Laurentius, die in den 1940er-Jahren wesentlich erweitert wurde. Im Bereich links der Kinzig ist eine wohl spätmittelalterliche Stadtanlage in Querrippenform zu erkennen. Die breite Marktstraße (heutige Hauptstraße) legt die ursprüngliche Funktion des Stadtteils als Marktort offensichtlich. Wohl bereits im Hochmittelalter war ihm eine kleine Burg vorgelagert, die im Laufe der Zeit zum großen Fürstenberger Schloss umgebaut wurde. Schon mit Gründung des Stadtgebietes links der Kinzig übernahm Wolfach damit als Verwaltungs- und Wirtschaftsszentrum zahlreiche zentralörtliche Funktionen für die umliegende Gegend. Dies ist wohl auch vor dem Hintergrund der einsetzenden Besiedlung des mittleren Schwarzwaldes zu sehen.

Wohl aufgrund der ungünstigen geographischen Lage blieb eine wesentliche Erweiterung des Stadtgebietes im Zuge der Industrialisierung und der Gründerzeit aus. Schon zu diesem Zeitpunkt lässt sich demnach ein wesentlicher Bedeutungsverlust Wolfachs feststellen.

Neben den genannten Stadtbereichen entstanden im 20. Jahrhundert wie in anderen Städten auch zahlreiche neue Wohngebiete. Zu nennen ist hier insbesondere der Straßburger Hof, der sich westlich der Kernstadt an einem Berghang erstreckt und mit dessen Bau in den 60er-Jahren begonnen wurde. Eine Folge der Erschließung neuer Wohngebiete war auch die zunehmende städtebauliche Verschmelzung Wolfachs mit dem nördlich liegenden Nachbarort Oberwolfach-Kirche.

[Bearbeiten] Kirnbach

Hauptartikel: Kirnbach (Wolfach)

Kirnbach ist ein Stadtteil von Wolfach im Kirnbachtal. Im Gegensatz zu den anderen Teilen der Stadt war es ursprünglich württembergisch und hat damit protestantische Tradition. Weltbekannt ist die Bollenhut-Tracht, die hier traditionell getragen wird und zum Synonym für den Schwarzwald wurde.

[Bearbeiten] Kinzigtal

Hauptartikel: Kinzigtal (Wolfach)

Kinzigtal ist ein Stadtteil von Wolfach, im Kinzigtal gelegen zwischen Wolfach und Schiltach, mit dem Bergdorf St. Roman als Teilort.


[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Name

Erstmals 1084 als „Wolphaha“ erwähnt, finden sich besonders für das Hoch- und beginnende Spätmittelalter unterschiedlichste Variationen des Namens „Wolfach“: Wolphaa (1091), Wolua (1101), Wolfacha (1148), Wolva (1252), Wolfach inferius (1275), Wolva (1291), Wolvahe (1305) oder später auch Wolffach.[6] Etymologisch gesehen bezieht er sich wohl auf den Fluss Wolf, der im Stadtgebiet in die Kinzig mündet und meint ein Gewässer, das reißend wie ein Wolf ist.[7]

[Bearbeiten] Herrschaftsgeschichte

Im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Sankt Georgen finden sich erstmals Hinweise auf eine adelige Familie De Wolphaha, die um 1084 im Gebiet des heutigen Wolfach lebte. Als Stammsitz wird die Burg Alt-Wolfach (landläufig Schlössle genannt) vermutet, die auf einem künstlich angelegten Hügel nördlich von Wolfach im Wolftal liegt und sich auf Grund ihrer salischen Bauweise ins 11. Jahrhundert zurückdatieren lässt. Außerdem wird angenommen, dass sich in der Stadt selbst ein Herrensitz befand. Er ist allerdings bis heute nicht nachgewiesen. Die Herkunft der Herren von Wolfach ist weitgehend unbekannt. Man vermutet aber eine enge Beziehung zu den Grafen von Sulz, die im Hochmittelalter besonders im oberen Kinzigtal aktiv waren. So trieben diese unter anderem Rodungsunternehmen in der Gegend von Alpirsbach voran, wie sie in jener Zeit im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus von Seiten des Adels forciert wurden. Auch die Gründung der Stadt Wolfach kann in diesem Zusammenhang gesehen werden. Ende des 13. Jahrhunderts erlosch die Familie der Wolfacher durch Heirat Udilhilds, der einzigen Tochter Friedrichs von Wolfach, mit Graf Friedrich von Fürstenberg.

Dieses Adelsgeschlecht mit heutigem Sitz in Donaueschingen, das neben dem Kinzigtal wesentliche Besitzrechte auf der Baar hatte, erlebte seinen Aufstieg besonders in der Frühen Neuzeit und zählt bis heute zum europäischen Hochadel. Die folgenden 500 Jahre sollte es die Geschicke Wolfachs bestimmen. Für die Entwicklung der Stadt war dabei die Teilung der Familie in eine Baarer und eine Kinzigtäler Linie unter Konrad von Fürstenberg († vor 1419) von Bedeutung, denn sie zog eine starke Bautätigkeit nach sich. Mit dem Tod Heinrich VI. von Fürstenberg 1490 erlosch die Kinzigtäler Linie aber wieder, ihre Besitzungen fielen an die Baarer Verwandten. Ab 1744 kam es zur Vereinigung der Länderreien zum Fürstentum Fürstenberg. Das Kinzigtal war dabei in verschiedene Amtsbezirke gegliedert, wobei das Obere Quartier von Wolfach aus verwaltet wurde.

Im Zuge der Mediatisierung wurde Wolfach 1806 Baden zugesprochen. Dem Haus Fürstenberg blieben aber einige Rechte erhalten, die teilweise bis heute gelten. Bis vor wenigen Jahren besaß es zudem große Waldgebiete. Wolfach wurde zur Bezirkshauptstadt erklärt, und wichtige Ämter im Schloss untergebracht.

Als Kreisstadt (siehe Landkreis Wolfach) blieb Wolfach auch nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz zahlreicher Behörden. Erst im Rahmen der Verwaltungsreformen der frühen 1970er-Jahre verlor es diese Funktion. Der Landkreis wurde aufgelöst und dem Ortenaukreis, dem Landkreis Rottweil und dem Landkreis Freudenstadt zugesprochen. Bis heute befinden sich zahlreiche Behörden in Wolfach.

[Bearbeiten] Die Stadt und ihre Gründung

Der Westflügel des fürstenbergischen Schlosses mit einem Teil des Schlossgartens im Vordergrund. In der Frühen Neuzeit befand sich hier der mehrere Meter tiefe Innere Graben, der die Stadt im Süden vor Angriffen schützen sollte. Ihm vorgelagert war ein Verteidigungswall, von dem heute noch Reste zu sehen sind, sowie eine weitere Grabenanlage. Beide Gräben konnten im Krisenfall mit Wasser geflutet werden. Im Hintergrund ist der ins Schloss integrierte Hungerturm zu erkennen, der damals Teil der Befestigungsanlagen Wolfachs war, dann aber in den barocken Neubau des Schlosses integriert wurde.

Das genaue Alter von Wolfach ist nicht bekannt, denn die Geschichte der Stadt lässt sich lediglich bis ins Jahr 1148 zurückverfolgen. Hier wurde erstmals die „villa wolfacha“, also der Herrenhof des Freiherren Friedrich von Wolva erwähnt, der sich zwischen Stadttor und Hungerturm befand und den Ursprung des heutigen Schlosses bildete.

1305 erhielten die Wolfacher von den Fürstenbergern wesentliche Freiheitsrechte zugesichert, zu denen auch das Marktrecht gehörte. Auch wenn der zu diesem Zeitpunkt schon vorhandene Grundriss des Wolfacher Marktes bis heute beibehalten wurde, entspricht die heutige Gestalt der Hauptstraße nicht der jener Zeit. Verantwortlich dafür waren besonders Großfeuer in den Jahren 1694, 1799 und 1836. Die ältesten Wolfacher Bürgerhäuser stammen daher aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Großteil der Häuser ist jüngeren Datums und zeigt häufig historistische Züge. Bestes Beispiel hierfür ist das 1892/93 im Neorenaissancestil erbaute Rathaus. Die Schäden aus den beiden Weltkriegen sind dagegen begrenzt.

[Bearbeiten] Kinzig-Flößerei

Die Flößerwiese in Wolfach während des Flößerfestes im Sommer 2004. Im Hintergrund der Gassensteg.

Aufgrund ihrer günstigen Lage am Zusammenfluss von Wolf und Kinzig war die Stadt Wolfach bis ins 19. Jahrhundert ein Zentrum der Kinzig-Flößerei. Bereits um 1470 ist ein blühendes Geschäft mit dem Holzhandel nachgewiesen. Überwacht wurde die Flößerei von den Fürstenbergern, die als Landesherren das Recht zur Nutzung der Kinzig als Transportmittel innehatten. Um 1500 gewährten sie den Wolfachern das Privileg zum „auswärtigen Holzhandel“. Damit wurde die bäuerliche Bevölkerung im Umland von dem lukrativen Geschäft ausgeschlossen. Die Waldbauern mussten ihre gefällten Bäume fortan an die Schiffergesellschaften Wolfachs verkaufen. Diese genossenschaftlichen Vereinigungen hatten sich ab 1527 gebildet. Schließlich erforderte die Flößerei große logistische Anstrengungen. So gibt es bis heute in Wolfach große Stauwehre und Floßhäfen, in denen die kleinen Waldflöße der Bauern für den Weitertransport an den Rhein zusammengebunden wurden.

Ihre Blütezeit erlebte die Wolfacher Flößerei im 15. und 16. Jahrhundert und dann nochmals im 18. Jahrhundert, als der Holzbedarf rapide anstieg, weil die Niederlande und England begannen, ihre mächtigen Kriegs- und Handelsflotten aufzubauen. Sprichwörtlich geworden ist der sogenannte Holländerstamm. Dabei handelt es sich um große, gut gewachsene Tannen, die vor allem für Schiffsmasten verwendet wurden. Sebastian Münster schreibt in seiner Cosmographia: „Das volck so bey der Kyntzig wohnet, besonders umb Wolfach ernehret sich mit großen Bawhöltzern, die sie durch das Wasser Kyntzig gen Straßburg in den Rhein flötzen und groß Gelt jährlich erobern“.

Mit den Möglichkeiten der neu eingeführten Eisenbahn konnte man aber nicht mithalten, und so wurde die Flößerei 1896 eingestellt. Heute erinnern in Wolfach noch zahlreiche technische Einrichtungen an den ausgestorbenen Berufsstand der Flößer, so zum Beispiel der alte Floßhafen oder zahlreiche Stauwehre. 1984 entstand der Verein der Wolfacher Kinzigflößer, der sich zum Ziel setzte, Wissen über das alte Handwerk zu bewahren. Alle zwei Jahre findet seitdem in Wolfach ein großes Floßhafenfest statt, bei dem auch immer die Fahrt eines Floßes zu bewundern ist. Zur Feier des europäischen Flößertreffens 1994 in Wolfach wurde zudem ein Flößermuseum eingerichtet.

[Bearbeiten] Tourismusgeschichte

Im 19. Jahrhundert löste der Tourismus die Flößerei als wichtigsten Wirtschaftsfaktor Wolfachs ab. Aber schon viel früher, nämlich für das Jahr 1595, ist ein erster Kurgast nachgewiesen, der sich im damaligen Heilbad Wolfach erholen wollte. Vermeintliche Mineralbäder waren es auch, die in den folgenden Jahrhunderten immer mehr Urlauber nach Wolfach lockten. Ihren Höhepunkt erreichte die Entwicklung Ende des 19. Jahrhunderts. Die Wolfacher stellten sich zu dieser Zeit immer mehr auf den wachsenden Touristenstrom ein, schmückten die Stadt mit südländischen Pflanzen und versuchten „das Straßenbild heiter zu gestalten“. – Mit einigem Erfolg: 1892 wählten die Leser einer Berliner Zeitschrift Wolfach zum „schönsten Luftkurort Deutschlands“. 1912 erhielt die Stadt zudem den Titel des „schönstgelegenen Schwarzwaldstädtchens“. Wie so vielem machte der Erste Weltkrieg aber auch den Bemühungen ein Ende, Wolfach als Heilbad zu etablieren. Jedenfalls konzentrierte man sich seit Beginn der Weimarer Republik auf die Darstellung Wolfachs als Luftkurort. Ab 1934 kam es zu einem erneuten Aufschwung, als Wolfach von der NS-Organisation Kraft durch Freude angefahren wurde. Aber auch er wurde jäh beendet, diesmal durch den Zweiten Weltkrieg. Seit 1945 konnte sich der Tourismus in Wolfach endlich wieder ungehindert entwickeln. Das einsetzende Wirtschaftswunder tat ein Übriges, und 1953 wurde mit 24.817 Übernachtungen erstmals der Vorkriegsstand übertroffen. Heute zählen die Wolfacher Hotels und Pensionen jährlich rund 128.000 Übernachtungen (Jahr 2000).

[Bearbeiten] Kirchen und Pfarrämter

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahlen von Wolfach (Gesamtstadt).

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg lag die Einwohnerzahl der Kernstadt Wolfachs bei knapp über 800 Bürgern. 1812 hatte die Kernstadt bereits 1076 Einwohner und um 1900 lebten 2047 Menschen in der Stadt. 1933 stieg diese Zahl auf 2452 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Bürger weiter zu und erreichte 1958 3815 und 1968 4672 Einwohner.[8]

Für die gesamte Stadt Wolfach sind seit 1871 Daten verfügbar. Zu diesem Zeitpunkt lebten auf dem Gebiet des heutigen Wolfach 3700 Menschen. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges stieg dieser Wert nur leicht auf 4317 Einwohner an. Durch den Zugzug zahlreicher Heimatvertriebener[8] und den wirtschaftlichen Aufschwung kam es nach dem Krieg aber zu einem exponentiellen Anstieg der Bevölkerung. 1967 lebten mit 6571 Bürgern mehr Menschen den je in Wolfach. Seit dieser Zeit stagniert die Zahl aber. Derzeit hat Wolfach 5880 Einwohner.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Verwaltung

Wolfach arbeitet innerhalb einer Verwaltungsgemeinschaft mit dem Nachbarort Oberwolfach zusammen. Dies gilt insbesondere für die Tourismusförderung. Eine enge Kooperation besteht außerdem mit den Orten Hausach und Haslach.

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 43,8 % (−2,2) – 8 Sitze (−2)
  2. FW 38,6% (+2,2) – 7 Sitze (−1)
  3. SPD 17,6 % (=) – 3 Sitze (=)

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „In Blau eine goldene Wolfsangel.“

Die Herren von Wolfach gründeten gegenüber dem älteren Flecken die gleichnamige Stadt am linken Kinzigufer um 1260. Sie bekam seit 1305 Privilegien und wurde im 14. Jh. ein Zentrum der Herrschaftsentwicklung der Grafen von Fürstenberg. Das älteste Stadtsiegel vom Beginn des 14. Jh. (Abdruck seit 1370) zeigt wie etwa gleichzeitige Sekret inmitten von fünf Sternen an aufrechter Stange ein Banner mit der Wolfsangel (ohne Schild) aus dem Adelswappen der Wolfach. Das Bild blieb in mehreren Siegeln bis zum 18. Jh. gleich, das Banner wurde aber eine Fahne mit langem Schwenkel ohne Sterne. In einem 1784 datierten Siegel steht als Fahnenträger ein wilder Mann. Im Schild erscheint die Wolfsangel erst zu Ende des 19. Jh. Neben den heutigen Farben findet sich die Figur vom 15. Jh. bis 1956 auch Rot in Gold. [9]

Es geht auf das Siegel der Herren von Wolfach zurück und wurde nachweislich bereits um 1370 durch die Bürgerschaft verwendet, bis ins 16. Jahrhundert allerdings in Kombination mit einem Sternenkranz. Bis ins 19. Jahrhundert wurde außerdem wohl in Anlehnung an das fürstenbergische Wappen die Wolfsangel in Rot auf goldenem Grund dargestellt, erst dann führte man die heutige Farbkombination ein. Zudem wurde die Wolfsangel über die Jahrhunderte hinweg oft spiegelverkehrt gezeigt, so beispielsweise im 16. und 19. Jahrhundert. Den ursprünglich verwendeten Dreiecksschild ersetzte man ebenfalls und nutzt heute meist einen Halbrundschild.

Die Verwendung der Wolfsangel als Siegel der Herren von Wolfach steht vermutlich in Verbindung mit deren Bemühungen zur Besiedelung des Schwarzwaldes. Die Wolfsangel war zu karolingerischer Zeit ein Fallentyp für Wölfe und Füchse, gelegentlich aber auch für Fischotter und Marder. In Verbindung mit der Bedeutung des Namens „Wolfach“ gebracht, könnte es sich um ein programmatisches Wappen gehandelt haben, das die Zähmung der Schwarzwaldlandschaft durch die Herren von Wolfach verdeutlichen sollte.

[Bearbeiten] Flagge

Die Stadtflagge ist Blau - Gelb - Blau.

[Bearbeiten] Logo

Um den Außenauftritt der Stadt besonders im Zusammenhang mit der Tourismusförderung zu verbessern, entwickelte man Ende der neunziger Jahre wie in vielen anderen Städten zudem ein Stadtlogo. Es besteht aus dem Schriftzug „Stadt Wolfach“, dessen farbige Enden die Giebel und Dachtraufe der Häuser in der Hauptstraße darstellen sollen.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Bauliche Fortschritte in den 90er-Jahren

Die breite Marktstraße in der restaurierten Altstadt von Wolfach.

1993 ergaben sich mit der Einweihung des Reutherbergtunnel völlig neue Perspektiven, indem die B 294 um Wolfach herum geführt wurde, was besonders die Altstadt vom Verkehr entlastete. Hatte sich die Stadtentwicklung der Nachkriegszeit wesentlich an den Bedürfnissen des Autos orientiert, war man nun bemüht, die Stadt wieder im Sinne der Tourismusförderung umzugestalten. Im Bereich des Schlosses und des Marktplatzes orientierte man sich dabei am Stadtbild der Kaiserzeit. Unter anderem wurde der alte Stadtbach, der so genannte Rießner, teilweise wieder freigelegt. Ein weiteres wichtiges Projekt war die Sanierung der Bergstraße sowie der fast vollständige Neubau der damals durchweg sanierungsbedürftigen Vorstadt rechts der Kinzig. Heute sind diese großen Sanierungsprojekte weitgehend abgeschlossen, vergleichsweise kleinere dauern aber noch an. Dazu gehört auch die Sanierung der Kirchstraße die für die nächsten Jahre projektiert ist.

[Bearbeiten] Aktuelle Probleme

Auch wenn ihre Tallage wesentlich zum Reiz der Stadt beiträgt, ist sie zugleich auch das größte Hindernis für eine weitere Entwicklung Wolfachs. Inzwischen ist der größte Teil der bebaubaren Flächen genutzt, und es bleibt daher wenig Raum für neue Projekte. Ein Problem ist das besonders für die wenigen Industriebetriebe der Stadt, denen es an Erweiterungsflächen mangelt. Infolge dessen kam es in der Vergangenheit zur Abwanderung von Firmen und mit ihnen Einwohnern und Einzelhandelsgeschäften. In der Innenstadt machte sich damit zunehmend der Mangel an Einkaufsmöglichkeiten bemerkbar. Hinzu kommt daß es in den letzten Jahren im Zuge von Verwaltungsreformen zum Abzug von staatlichen Behörden kam. Folge ist ein zunehmender Zentralitätsverlust. Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen. So ist und bleibt der Tourismus letztlich wichtigster Wirtschaftsfaktor Wolfachs.

[Bearbeiten] Tourismus

Besonders intensiv stellt sich die Zusammenarbeit von Wolfach und Oberwolfach auf dem Gebiet der Tourismusförderung dar. Man betreibt nicht nur eine gemeinsame Touristeninformation, sondern arbeitet auch bei zentralen Projekten wie einem neugestalteten Besucherbergwerk oder dem Mineralienmuseum in Oberwolfach eng zusammen. Als Treffpunkt von Mineralienfreunden erreichte man damit in den vergangenen Jahren eine wohl einmalige Stellung innerhalb des Schwarzwaldes. Einen weiteren Schwerpunkt in der Tourismusförderung bildet der Ausbau von Sportangeboten, besonders für Wanderer, Motorrad- und Mountainbike-Fahrer.

Trotzdem bleibt die Dorotheenhütte mit rund 400.000 Besuchern jährlich erster Anlaufspunkt für Touristen in Wolfach. Die ehemalige Glashütte wurde Mitte des 20. Jahrhunderts gegründet und von den Betreibern zum „Erlebnispark“ ausgebaut. Heute umfasst sie ein Mundblashütte und ein Glasmuseum und bietet auch eine ganzjährige Verkaufsschau für Weihnachtsschmuck. Neben dieser Hauptattraktion auf eigenem Gebiet profitiert Wolfach von zahlreichen Besuchermagneten in seiner unmittelbaren Umgebung. So liegt beispielsweise das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, eines der größten Freilichtmuseen Deutschlands mit über 300.000 Besuchern jährlich, im benachbarten Gutach. Nur wenige Kilometer weiter finden sich mit den Triberger Wasserfällen die höchsten ihrer Art in Deutschland.

Großer Beliebtheit erfreuen sich zudem die zahlreichen Veranstaltungen in Wolfach. Hier ist besonders die Wolfacher Fastnacht zu nennen, für die seit längerem gesonderte Übernachtungspakete angeboten werden. Um den Tourismus weiter zu fördern entwickelte man in den vergangenen Jahren zudem neue Veranstaltungsformate wie das der „Langen Tafel“, ein Fest mit internationalem Flair, das durch die Form des Wolfacher Marktplatzes inspiriert wurde.

Trotz dieser Maßnahmen hat Wolfach wie viele Schwarzwaldorte mit sinkenden Übernachtungszahlen zu kämpfen. Ihre Ursache hat diese Entwicklung einerseits in der steigenden Attraktivität ausländischer Ziele und in der Zunahme des Tagestourismus andererseits. Außerdem mangelt es in Wolfach an wesentlichen touristischen Einrichtungen wie zum Beispiel einem Freibad. Der mehrfach angestoßene Plan zum Bau eines großen Freizeitbades zusammen mit den Nachbargemeinden scheiterte bisher an der Finanzierung und am Fehlen eines Investors.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Schwäbisch-Alemannische Fastnacht

Hauptartikel: Wolfacher Fasnet

Wolfacher Hansel beim Umzug

Wolfach gilt als eine der traditionsreichsten Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Denn nur in wenigen Orten findet man eine derartige Vielfalt fastnachtlichen Brauchtums.

Schon kurz nach Epiphanias finden die ersten Narrenversammlungen statt. Sie dienen der Organisation der kommenden Fastnachtssaison. Für den Narrennachwuchs werden Jungnarrenversammlungen abgehalten. Neben der Veranstaltung einiger Bälle oder Saalveranstaltungen wie dem Zunftabend oder dem Musikerball bildet allerdings das Schnurren am Sonntag vor dem Schmutzigen Donnerstag den Höhepunkt der Vorfasnet. Dabei ziehen zahlreiche kleinere Gruppen durch viele Lokale Wolfachs und glossieren Ereignisse des vergangenen Jahres.

Ein Highlight der Wirtschaftsfastnacht ist auch der Zunftball am Fastnachtssamstag. Bei ihm geben die frei maskierten Teilnehmer in allen Wirtschaften der Stadt kleine Darbietungen zum besten.

Der Kinderumzug findet am Fastnachts-Dienstag statt

Während der eigentlichen Fastnachtstage ziehen nicht weniger als 12 Umzüge durch Wolfach. Der älteste und zugleich bekannteste ist der Wohlauf, mit dem die Wolfacher am Rosenmontag, der hier Schellemendig heißt, den Haupttag ihrer Fasnet einläuten. Früh morgens ziehen rund tausend weiß Gekleidete durch die vollständig verdunkelte Stadt und veranstalten mit ihren mitgebrachten Krachinstrumenten einen ohrenbetäubenden Lärm. Unterbrochen wird die Katzenmusik immer wieder vom Wohlaufsänger, der bei Laternenschein die abgewandelte Version eines alten Nachtwächterliedes anstimmt.

Beim Nasenzug.

Am Mittag desselben Tages findet dann das traditionelle Fasnetspiel statt. Das bekannteste dieser kleinen Theaterstücke ist das um 1787 entstandene Singspiel Die Weibermühle von Tripstrill von Georg Anton Bredelin, das alle fünf Jahre aufgeführt wird. Es ist das älteste noch aufgeführte Fastnachtsspiel überhaupt. Am Schmutzige Dunnschdig (Schmutziger Donnerstag), Schellemendig und Fasnetzieschdig (Fastnachtsdienstag) gibt es jeweils um 10 Uhr 30 eine Elfemess. Der wohl originellste Wolfacher Umzug ist der Nasenzug am Fastnachtsdienstag, bei dem nur Männer mitmachen dürfen, die sich zuvor mit viel Phantasie eine neue Nase gebastelt haben. Wird eine Frau in dem Herrenclub entdeckt, landet sie gnadenlos im eiskalten Stadtbrunnen. Am Fastnachtsdonnerstag, -samstag und -dienstag findet jeweils ein Närrischer Kaffee statt, bei dem hunderte Bürgerfrauen (Kaffeetanten) begleitet von zahlreichen als Konditor gekleideten Trommlern durch die Stadt ziehen, um sich danach zum Kaffeeplausch zu treffen. Ihren Abschluss findet die Wolfacher Fastnacht in der Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch. Vorbei an der Klagemauer beim Finanzamt zieht die recht exklusive Wäschergilde zum Stadtbrunnen, um dort ihre nunmehr leeren Geldbeutel unter lautem Wehklagen zu reinigen.

Immer am Fastnacht-Donnerstag, -Samstag und -Dienstag findet in Wolfach ein närrischer Kaffee mit Kaffeetanten und Trommlern statt.

In Wolfach haben sich außergewöhnlich viele historische Fastnachtsfiguren und -larven erhalten, die teilweise bis ins 17. Jahrhundert datiert werden können und von denen einige im städtischen Museum im Schloss ausgestellt sind. Auch wenn heute lange nicht mehr alle getragen werden, können nur wenige Städte auf ein derart reichhaltiges Repertoire an Fastnachtsfiguren zurückgreifen. Zu den am häufigsten bewunderten gehört der Nussschalenhansel, dessen Häs mit rund 3000 Nussschalenhälften benäht ist. Den Röslehansel gibt es in zwei Varianten. Auf der Maske des roten Röslehansels ist eine rote Rose auf die Stirn gemalt, auf der Larve des schwarzen Röslehansels ist eine gelbe Blume in schwarzem Rankenwerk zu sehen. Ähnlich kunstvolle Bemalungen von Masken gibt es sonst nur im venezianischen Karneval.

Die Riesendame ist eine traditionsreiche Einzelfigur der Wolfacher Fasnet.

Äußerst selten sind heute auch Blechmasken, zumal, wenn sie wie im Fall des Spättlehansel im Mundstück beweglich sind. Streifenhansel, Mehlwurmhansel und Schellenhansel komplettieren das bunte Bild der Wolfacher Hanselfiguren. Seit 1958 gibt es die Alden Rungunkeln und Müller, die der Altweibermühle von Tripstrill entlehnt sind. Hinzu kommen noch viele andere Figuren wie die Landsknechte und Kanoniere, Narrenpolizisten sowie die Einzelfiguren Gullerreiter, Riesendame und Tambourmajor. Aus neuerer Zeit stammen die Langenbacher Tiere.

Eine Besonderheit ist auch die Organisationsform der Wolfacher Fasnet, denn sie wird nicht von einem eingetragenen Verein ausgerichtet. Vielmehr versteht sich die Freie Narrenzunft Wolfach als lockerer Zusammenschluss aller Narren. Es existieren weder Mitgliederlisten noch Beiträge. Im Gegensatz zu praktisch allen anderen Fastnachten des schwäbisch-alemannischen Raums entfallen daher sämtliche Formalitäten. Es gibt weder strenge Aufnahmekriterien noch wird die Teilnahme an den Umzügen in irgendeiner Form überwacht oder erwartet. Mitmachen darf einfach jeder der Lust dazu hat, egal woher er kommt und wie intensiv er sich am fastnachtlichen Leben beteiligt. Organisiert wird die Fastnacht durch den Großen Narrenrat, der aus Vertretern der einzelnen Gruppierungen und verdienten Alt-Narren besteht. Dieser wählt wiederum einen Kleinen Narrenrat als eine Art Exekutivkommitee. Den Vorsitz des Kleinen Narrenrates hat der Narrevadder inne.

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Fürstenberger Schloss mit Schlosskapelle

Schloss Wolfach im Winter

Das weitgehend schmucklose Schloss im Übergangsstil von Renaissance zum Barock ist der Marktstraße Wolfachs vorgelagert und riegelt das Kinzigtal mit seiner 100 Meter langen, mächtigen Südfront praktisch vollständig ab. Es wurde in der heutigen Form von 1671 bis 1681 durch Landgraf Maximilian Franz von Fürstenberg-Stühlingen (1655–1681) errichtet. Die vierflügelige Schlossanlage mit trapezförmigem Grundriss bezieht Teile der ehemaligen mittelalterlichen Befestigungen Wolfachs mit ein, so zum Beispiel den Hungerturm im Westflügel oder das Stadttor im Südflügel. Unterteilt durch die Marktstraße umfasst das Schloss zwei Innenhöfe, von denen der größere im Westen wohl als Ehrenhof gedacht war. Hervorzuheben ist Schloss Wolfach vor allem wegen seiner Größe. Es handelt sich um die größte derartige Anlage des Schwarzwaldes. Zudem ist es nach dem Residenzschloss in Rastatt das zweitgrößte Schloss Mittelbadens. Charakteristisch für das Gebäude sind seine mit Obelisken versehenen Volutengiebel.

Die heute bestehende Anlage wurde auf Basis eines kleineren Vorgängerbaus aus der Zeit Graf Heinrich VI. von Fürstenberg († 1490) errichtet. Das Schloss Heinrichs war im Laufe des Dreißigjährigen Krieges durch mehrfache Einquartierung von Truppen unbewohnbar geworden. Unter anderem ist im Tagebuch des Söldners Peter Hagendorf von einer Überwinterung von Truppen in Schloss Wolfach zu lesen. Ab 1671 lies Maximilian Franz von Fürstenberg das Schloss zu seiner heutigen Größe ausbauen. Der Südflügel wurde wesentlich erweitert und die vorhandene, nach Süden ausgerichtete, gotische Schlosskapelle abgebrochen. Sie wurde neu errichtet und – nunmehr geostet – in den Südflügel integriert. Um den optischen Gesamteindruck der Anlage zu erhalten, kürzte man den zur Stadtbefestigung gehörenden Hungerturm auf die Höhe der anderen Gebäude und integrierte ihn ebenfalls in den Südflügel. Neu errichtet wurden die West-, Ost- und Nordflügel des heutigen Schlosses.

Der Bau von Schloss Wolfach ist wohl im Zusammenhang mit den Bemühungen von Maximilian Franz zu sehen, ab 1669 die Reichsfürstenwürde zu erlangen. Diese Bemühungen scheiterten letztendlich. Erst seine Nachkommen wurden in den Fürstenstand erhoben. Leider konnten auch die Pläne, Schloss Wolfach in ein Residenzschloss umzubauen, nicht mehr verwirklicht werden, da der Landgraf vor Abschluss der Bauarbeiten starb und die Fürstenberger erneut das Interesse an dem Gebäude verloren. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation des Fürstentums verzichtete man beim weiteren Ausbau des Schlosses auf repräsentative Stilmittel. Im Schloss wurden Büroräume untergebracht. Unter anderem befand sich hier das fürstenbergische Oberamt und das Bergamt, das die Silberbergwerke der umliegenden Gegend verwaltete und das Bergregal der Fürsten zu Fürstenberg umsetzte. Als Wolfach 1806 Baden zugesprochen wurde, behielt die Stadt ihren Status als Amtsstadt. Im Schloss wurde ein Bezirksamt untergebracht. 1939 entstand der Landkreis Wolfach, dessen Kreisverwaltung sich ebenfalls im Schloss befand. Nach Auflösung des Kreises 1973 blieb eine Außenstelle des neu gegründeten Ortenaukreises in Wolfach, die sich bis heute im Schloss befindet. Neben dieser sind derzeit ein Finanzamt, ein Amtsgericht, die Forstverwaltung sowie ein Polizeiposten in Schloss Wolfach untergebracht.

Ein wesentlicher Einschnitt in der Geschichte des Gebäudes stellt 1947 dar, als aus ungeklärter Ursache im Nordflügel ein Feuer ausbrach und ihn praktisch vollständig vernichtete. Nur mit Mühe konnte ein Übergreifen auf die restlichen Gebäudeteile verhindert werden. Der zerstörte Schlossflügel wurde dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und vielen Spenden aus der Bevölkerung in den Jahren darauf wieder aufgebaut.

Durch den Brand gingen aber wesentliche Kunstschätze verloren, unter anderem der Schöffensaal mit seiner kunstvoll geschnitzten, schwarz gebeizten Holzdecke. In den Jahren zuvor wurden Teile des Schlosses zudem Opfer zahlreicher Umbauten der nationalsozialistischen Verwaltung. So auch der Festsaal des Schlosses, der sich im Westflügel über zwei Stockwerke erstreckte. Nur dem beherzten Eingreifen des Heimatpflegers Josef Krausbeck ist es zu verdanken, dass nicht auch die sehenswerte Schlosskapelle mit ihrem barocken Hochaltar in Büros umgewandelt wurde. Sie ist heute neben dem in der ehemaligen Schlossküche untergebrachten Museum der einzige Teil des Gebäudes, der für die Öffentlichkeit voll zugänglich ist. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich mit der Magdalenenklage von Christoph Krafft (1648) eine einzigartige Kopie eines verschollenen Gemäldes von Matthias Grünewald in der Schlosskapelle. Das Bild ist heute Teil der Sammlung Würth. Nur in der Karwoche ist das Antependiumsbild Christus im Grab sichtbar, das der spätere württembergischen Hofmaler Johann Baptist Seele 1788 im Alter von nur 14 Jahren malte. Die Pieta des Hochaltars stammt aus dem 14. Jahrhundert.

[Bearbeiten] Rathaus

Das Gebäude im Neorenaissancestil stammt von 1894 und wurde nach Plänen des Heidelberger Architekten Herbert Lender an Stelle eines frühneuzeitlichen, 1892 abgebrannten Vorgängerbaus errichtet. Bemerkenswert ist besonders die Fassade zur Marktplatzseite hin. Sie ist mit einer Bemalung aus dem Dritten Reich versehen, die ursprünglich als Propaganda gedacht war. Nach dem Krieg wurde sie aber den neuen Gegebenheiten angepasst; Hakenkreuze und ein SA-Mann im Giebel des Gebäudes wurden wieder entfernt beziehungsweise ersetzt. Die ursprüngliche Bemalung der Neorenaissance bleibt wohl verloren und ist schon allein aus Kostengründen nicht wieder herzustellen. Sie umfasste neben allegorischen Darstellungen von Zeit, Gottesfurcht, Tapferkeit, Eifer, Gerechtigkeit sowie von Wolf und der Kinzig auch astrologische Symbole sowie aufwändige Ornamente. Einen Eindruck von ihrer Pracht vermittelt die Deckenbemalung im Eingangsbereich des Rathauses.

Katholische Stadtpfarrkirche Sankt Laurentius in Wolfach im Sommer 2005

[Bearbeiten] Stadtpfarrkirche St. Laurentius

Der Turm und das Langhaus der Kirche wurde zwischen 1470 und 1515 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. An der Südfassade befindet sich auf der rechten Seite, in einen Randstein eingemeißelt, die Skala einer Sonnenuhr aus jener Zeit. Die Grundmauern des alten Chores, der im Inneren mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert bemalt ist, gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Gedanke auf, die Kirche stark auszubauen und mit vier Türmen auszustatten. Der heutige Kirchturm bildete in diesen Plänen einen der beiden kleineren Südtürme. Der „Dom des Kinzigtales“ konnte aber nie realisiert werden, auch wenn das Geld für den Bau bereits aufgebracht war. Denn die Weltwirtschaftskrise machte das angesammelte Vermögen binnen kürzester Zeit zunichte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die lange erhoffte Erweiterung dann umgesetzt, wenn auch in wesentlich kleinerer und bedingt durch die politischen Umstände sparsamer Form. So wurde nach Norden hin ein neues Kirchenschiff errichtet. Neue Türme wurden hingegen nicht hinzugefügt. Der Bau wurde 1941 eingeweiht und 1974/75 komplett renoviert.

[Bearbeiten] Ruine Wolfach

Die Ruine der Burg Wolfach stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert und ist damit eine der ältesten Burganlagen des Schwarzwaldes. Sie befindet sich auf einem künstlich angelegten Bergkegel nördlich der Kernstadt Wolfachs. Bis ins 20. Jahrhundert war die Ruine dem Verfall preisgegeben. 1977 errichtete der Schwarzwaldverein aus ihren Überresten die heute zu sehenden Grundmauern.

[Bearbeiten] Museen

[Bearbeiten] Kunst, Musik und Freizeit

[Bearbeiten] Parks

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Gerichte, Behörden und Einrichtungen

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

[Bearbeiten] Kliniken

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Personen die mit der Stadt in Verbindung stehen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (Hrsg.): Geologische Schulkarte von Baden-Württemberg 1:1000000. Erläuterungen. Freiburg i.Br. 1998. 12., überarbeitete und erweiterte Auflage. S. 11ff.
  3. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (Hrsg.): Geologische Schulkarte von Baden-Württemberg 1:1000000. Erläuterungen. Freiburg i.Br. 1998. 12., überarbeitete und erweiterte Auflage. S. 133.
  4. Veltzke, Gardy Gerhard: Der gebundene bäuerliche Besitz in der fürstenbergischen Gesetzgebung dargestellt am Beispiel der ehemals fürstenbergischen Herrschaft Wolfach. Donaueschingen 1938. S. 10-12.
  5. Veltzke, Gardy Gerhard: Der gebundene bäuerliche Besitz in der fürstenbergischen Gesetzgebung dargestellt am Beispiel der ehemals fürstenbergischen Herrschaft Wolfach. Donaueschingen 1938. S. 6ff.
  6. Historischer Verein für Mittelbaden (Hrsg.): Die Stadt- und Landgemeinden des Kreises Wolfach. Ein historisch-topographisches Ortslexikon. Bühl 1970. S. 120.
  7. Harter Hans: Adel und Burgen im oberen Kinziggebiet. Studien zur Besiedelung und hochmittelalterlichen Herrschaftsbildung im Mittleren Schwarzwald. Freiburg 1992. S. 56.
  8. a b Historischer Verein für Mittelbaden (Hrsg.): Die Stadt- und Landgemeinden des Kreises Wolfach. Ein historisch-topographisches Ortslexikon. Bühl 1970. S. 123.
  9. Klemens Stadler: Deutsche Wappen. Band VIII: Baden-Württemberg Seite 115. Mit Zeichnungen von Max Reinhart. Angelsachsen-Verlag Bremen, 1971.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Wolfach – Bilder, Videos und Audiodateien

Wolfach - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Wolfach - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

© 2008 Netencyclo - Netencyclo Hauptseite - Datenschutz - Impressum - Program Policies
Netencyclo, the Wikipedia mirror : the biggest multilingual free-content encyclopedia on the Internet. Diese Artikel wurde zuletzt am 16. Mai 2007 um 23:12 Uhr geändert. Ihr Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. All Wikipedia content is licensed under the GNU Free Documentation License (see details). Content on this web site is provided for informational purposes only. We accept no responsibility for any loss, injury or inconvenience sustained by any person resulting from information published on this site. We encourage you to verify any critical information with the relevant authorities.