Westmitteleuropa ist eine nicht selbständige Großregion Mitteleuropas und kann als westliches Mitteleuropa interpretiert werden, findet allerdings auch in anderen Bedeutungen Verwendung. Das Gegenstück zu Westmitteleuropa ist Ostmitteleuropa. Das Begriffspaar entstand Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts und wurde von Oskar Halecki veröffentlicht. Während der Ostmitteleuropabegriff noch heute sehr lebendig Anwendung findet, ist der Begriff Westmitteleuropa unter Wissenschaftlern weniger verbreitet.
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Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte allmählich die Kategorisierung Europas in Großregionen unter dem Gesichtspunkt gemeinsamer oder verwandter Identität und Kultur. Die Deutschen und ihre Kultur nahmen hierbei in Zentraleuropa eine von ihnen als unanfechtbar erachtete herausragende Stellung ein. Im 19. Jahrhundert führte diese Dominanz zu Bestrebungen seitens tschechischer und ungarischer Autoren für sich ein eigenständiges mitteleuropäisches Konzept zu etablieren, allerdings ohne dauerhaften Erfolg.
Infolge territorialer Verschiebungen aufgrund des Ersten und Zweiten Weltkrieges war die ursprüngliche Definition des Begriffes Mitteleuropa für manche Historiker nicht mehr tragbar und ein neues Konzept musste folgen. Im Jahr 1950 veröffentlichte Halecki in seinem Werk The Limits and divisions of European history das maßgeblich von ihm definierte Westmitteleuropa und Ostmitteleuropa. Ergänzend machte er Ausführungen zu den Großregionen Osteuropa, seiner Ansicht nach gleichbedeutend mit Russland respektive der Sowjetunion, sowie Westeuropa. Seine Definitionen gelten als das nachhaltigste Ergebnis mehrerer Debatten zum Thema osteuropäischer Geschichte verschiedener Internationaler Kongresse der Historiker, besonders des Kongresses 1923 in Brüssel und 1934 in Warschau. Wohingegen Haleckis Vorstellung nach Ostmitteleuropa in der Zange zwischen Westmitteleuropa und Osteuropa sei, hat er Westmitteleuropa als Deutschland und Österreich definiert. Zwischen den Großräumen hat er keine klar definierten, über die Historie unveränderlichen Grenzen festgelegt. Vielmehr verknüpfte er die Ausdehnung Westmitteleuropas an die Ausdehnung des in der Geschichte lange Zeit politisch schwachen Gebietes Ostmitteleuropa. Je nachdem wie sich der Druck von Westen oder aus Richtung Osten, auf Ostmitteleuropa auswirkt, verschieben sich die Grenzen.
Während der Begriff Ostmitteleuropa in der Fachwelt häufig verwendet wird und sehr lebhafte und umfangreiche Forschungen zu diesem Thema existieren, findet der Begriff Westmitteleuropa seit seiner Einführung bis heute nur wenig Beachtung. Selbst der Versuch die nach Halecki definierte Gliederung im Jahr 1992 durch die Veröffentlichung Westmitteleuropa - Ostmitteleuropa: Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für Ferdinand Seibt zum 65. Geburtstag populär zu machen war bislang von wenig Erfolg gekrönt. Einige Wissenschaftler streiten sogar die Existenz des Begriffspaares Westmitteleuropa - Ostmitteleuropa vehement ab. Als einen möglichen Grund warum sich der Begriff Westmitteleuropa im Gegensatz zu seinem Konterpart nicht durchgesetzt hat, nennt Lonnie R. Johnson, die Tatsache, dass in den 1970er Jahren speziell ungarische Wirtschaftshistoriker anfingen, den Begriff Ostmitteleuropa aufzugriffen, um eine sprachliche Trennung von der Sowjetunion zu erreichen. Für österreichische und deutsche, aber auch tschechische, Historiker hingegen war es während des Kalten Krieges und der dadurch bedingten Ost-West-Teilung Europas unvorstellbar, Mitteleuropa in einen Ost- und einen Westteil zu spalten. Diese Auffassung wird auch nach Ende des Kalten Krieges von einige Kunsthistorikern beibehalten: Die generelle Untergliederung Mitteleuropas sei nicht zweckmäßig, da bis 1945 die deutsche Kultur bedingt durch zahlreiche Siedlungsgebiete weit nach Osten reichte.
Abweichend von der ursprünglichen Bedeutung nach Halecki, wird der Begriff Westmitteleuropa auch für andere geographische Einheiten verwendet, so beispielsweise in der Kartensammlung Geographie der Universitätsbibliothek Augsburg für die Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg.
| Norden | ||||||||||||
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| Nordwesteuropa | | | Nordeuropa | | | Nordosteuropa | ||||||||
| Westen | | | Westeuropa | | | Westmitteleuropa | | | Mitteleuropa | | | Ostmitteleuropa | | | Osteuropa | | | Osten |
| Südwesteuropa | | | Südeuropa | | | Südosteuropa | ||||||||
| Süden | ||||||||||||
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."