Outils :Vous avez un site web ? Un blog ?
Technorati reactions rencontre |
Die Wesenitz (obersorbisch Wjazońca) ist ein rechter Nebenfluss der Elbe in Sachsen. Der Name stammt von wjaz, dem sorbischen Wort für „Ulme“[1].
Inhaltsverzeichnis |
Die Wesenitz entspringt im Hohwald, einem Teil des Lausitzer Berglands, in 515 m Höhe am Valtenberg aus dem Mundloch des Valentin-Erbstollens, einem alten Bergwerk.
Sie fließt durch Bischofswerda, nahe der Stadt Stolpen vorbei und durchfließt bei Dürrröhrsdorf im sog. Teufelskanal die Lausitzer Verwerfung, wo sie in den Elbsandstein eintritt. Sie mündet im Pirnaer Stadtteil Pratzschwitz in die Elbe. Die Wesenitz ist mit ihren 83 km Länge auf deutschem Gebiet der viertlängste rechte Nebenfluss der Elbe.
Im August 2002 führte die Wesenitz wie viele Flüsse Sachsens ein verheerendes Hochwasser.
Die viel besuchte Burg Stolpen wurde im Jahr 1222 erstmals urkundlich erwähnt. Sie war ursprünglich im Besitz der Bischöfe von Meißen und ging 1559 unter Kurfürst August in das Eigentum des Kurfürstentums Sachsen über. Die Burg erlangte Berühmtheit, weil hier von 1716 bis 1765 die einstige Mätresse Augusts des Starken (Kurfürst von Sachsen 1696-1733), Anna Constantia Gräfin von Cosel, gefangen gehalten wurde.
Weitere bekannte Ausflugsziele am Fluss sind die Schöne Höhe bei Dürrröhrsdorf-Dittersbach, die Wesenitzklamm bei Lohmen und das größte Richard-Wagner-Denkmal der Welt an der ehemaligen Lochmühle. Sehenswert sind auch die alten Wasserkraftanlagen zwischen Lochmühle und Liebethal.
Der Liebethaler Grund ist das enge, tief eingeschnittene Tal der Wesenitz in der Nähe von Liebethal bei Pirna. Das Tal ist ein beliebter Wanderweg und wird als das „Eingangstor zur Sächsischen Schweiz“ (auf der klassischen Route) bezeichnet.
Früher trieben die Wesenitz und ihre Zuflüsse mehr als 100 Mühlen an[2]. Bruno Steglich gibt 1895 in Die Fischwässer im Königreiche Sachsen für die Wesenitz allein 63 die Wasserkraft nutzende Anlagen an, davon insgesamt 44 Mühlen.
Heute existieren entlang des Flusses auf dem Gebiet des Altkreises Sächsische Schweiz noch fünf Wasserkraftanlagen. Eine davon wird von der Gemeinde Lohmen in der ehemaligen Daubemühle im Liebethaler Grund mit zwei Francis-Turbinen betrieben.
Aufgrund ihrer hydrologischen und strukturell-morphologischen Eigenschaften mit einer durchschnittlichen Gewässerbreite von 10 m und einem durchschnittlichen Gefälle von 0,53% sowie der vorhandenen Leit- und Begleitfischarten wird die heutige Wesenitz im Unterlauf fischereibiologisch der Äschenregion zugeordnet, der Mittel- und Oberlauf der Forellenregion.[3] Dieser Zustand ist das Resultat verschiedener wasserbaulicher Maßnahmen, sodass eine solche Einteilung für die Vergangenheit abweicht. Z. B. existierten bis vor ca. 100 Jahren im Ober- und Mittellauf eine große Zahl weiterer Mäander, wie sie heute noch unterhalb von Bischofswerda anzutreffen sind. Sie bewirkten ein niedrigeres Gefälle und eine deutlich geringere Fließgeschwindigkeit und damit andere fischfaunistische Bedingungen.[4]
Die Wesenitz unterhalb der Buschmühle in Helmsdorf zählt als Fauna-Flora-Habitat.[5] Begründet wird dies u. a. mit dem Vorkommen von Groppe und Elritze.
Seit 1989 gibt es verstärkte Bemühungen, den historischen Rückgang der Fischfauna nach Anzahl der Arten und Individuen wegen industriell bedingter Umweltverschmutzung rückgängig zu machen. Laut Bruno Steglich leiteten 1895 22 Industrieanlagen ihre Abwässer in den Fluss, der von Ringenhain bis Oberputzkau fischleer war. 1994 wurde ein Projekt zur Wiedereinbürgerung des Lachses gestartet. Er war 100 Jahre zuvor völlig verschwunden.
Neben der sogenannten Wilden Fischerei in der Wesenitz betrieben die Meißener Bischöfe bis 1559 und nach der Übereignung zeitweise die sächsischen Kurfürsten in zwei angestauten Flussabschnitten Karpfenproduktion.
Beginnend 1476 mit dem Amtsantritt von Johann V. von Weißenbach wurde zwischen Goldbach und Kleindrebnitz der Goldbacher Teich und in Bischofswerda bis 1494 der Bischofswerdaer Teich je auf eine Fläche von etwa 20 ha angestaut. Um 1815 erfolgte aus ökonomischen und technischen Gründen (Verlandung, Dammschäden) die Stilllegung dieser beiden Teichwirtschaften.[6]
Entsprechend des Fischbestandes beherbergte die Wesenitz in der Vergangenheit eine beträchtliche Anzahl des bei Fischern verhassten Fischotters. Er wurde im Zuge organisierter Bekämpfung bis 1920 praktisch ausgerottet. Im Jahre 1969 konnte bei Großharthau erstmalig wieder ein Nachweis erbracht werden. Seit dieser Zeit erfolgte langsam die Wiederbesiedelung der Wesenitz vom Gewässersystem der Schwarzen Elster aus. Erkennbar wird dies z. B. an einer Vielzahl von verkehrstoten Fischottern im Bereich der B6. Die betreffenden Landwechsel befinden sich westlich von Großharthau und östlich von Bischofswerda. Der Fischotter steht heute unter Naturschutz.[7]