Ein Wertpapier ist eine Urkunde, die ein privates Recht, beispielsweise eine Forderung oder eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft, verbrieft. Um das Recht geltend zu machen, ist zumindest der Besitz der Urkunde notwendig. Eine Urkunde dient der Sichtbarmachung und als Nachweis eines Rechtes. Ohne eine Urkunde kann das darin verbriefte Recht nicht geltend gemacht werden.
Das schweizerische Obligationenrecht definiert ein Wertpapier anschaulich:
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Wertpapiere können folgende Rechte verkörpern: |
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| Forderungsrechte | Geldforderung aus Sparheft, Anleihe |
| Beteiligungsrechte | Stimmrechte und/oder Vermögensrechte, (Bsp.: Aktien) |
| Sachenrechte | Schuldbrief (Eigentumsrecht an einem Grundstück) |
| Optionenrechte | Optionsschein |
Beispiele von Wertpapieren sind:
Effekten sind börsengehandelte und vertretbare (fungible) Wertpapiere.
Die obige Innehabung kann vereinfachend mit Vorlage gleichgesetzt werden, es ist aber zu beachten, dass dies manchmal nicht richtig ist – so genügt beispielsweise bei Aktien zur Ausübung des Rechts auf Teilnahme an der Hauptversammlung die Vorlage der sgn. Hinterlegungsbescheinigung (der Bank, dass die Aktien bei ihr im Depot verwahrt werden), d. h. die eigentliche Aktie muss nicht vorgelegt werden, man muss aber der Eigentümer dieser sein.
Die geforderte Verbriefung schließt bloße Beweisurkunden (= Beweis des Bestehens des Rechts), wie zum Beispiel Quittung, Schuldschein, Kaufvertrag, sowie bei einfachen Legitimationsurkunden (= Prüfung der Berechtigung des Vorlegers zur Empfangnahme einer Leistung), beispielsweise Garderobenmarke, Gepäckaufbewahrungsschein, Reparaturschein, von der Definition aus. Manchmal wird die obige Definition insofern zusätzlich eingeschränkt, als Rektapapiere (siehe unten) keine Wertpapiere sind.
Keine Wertpapiere sind:
§ 4 Abs. 2 Nr.7 AWG definiert Wertpapiere als alle Wertpapiere im Sinne des § 1 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwahrung und Anschaffung von Wertpapieren vom 4. Februar 1937 (Reichsgesetzblatt I, S. 171). Weiterhin gelten auch Anteile an einem Wertpapiersammelbestand oder an einer Sammelschuldbuchforderung, sowie Rechte auf Lieferung oder Zuteilung von Wertpapieren als Wertpapiere.
Diese Wertpapiere gelten gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 8 AWG als inländische Wertpapiere, wenn sie von einer deutschen oder vor dem 9. Mai 1945 von einer Person (natürliche Person oder juristische Person) mit Wohnsitz bzw. Sitz im Gebiet des Deutschen Reichs nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 ausgestellt worden sind. Alle anderen Wertpapiere gelten nach § 4 Abs. 2 Nr. 9 AWG als ausländische Wertpapiere.
§ 1 Abs. 11 Satz 2 Nr. 2 Kreditwesengesetz (KWG) definiert Wertpapiere, auch wenn keine Urkunden über sie ausgestellt sind, als Aktien, Zertifikate, die Aktien vertreten, Schuldverschreibungen, Genussscheine, Optionsscheine und andere Wertpapiere, die mit Aktien oder Schuldverschreibungen vergleichbar sind, wenn sie an einem Markt gehandelt werden können; Wertpapiere sind auch Anteile an Investmentvermögen, die von einer Kapitalanlagegesellschaft oder einer ausländischen Investmentgesellschaft ausgegeben werden.
Die KWG-Definition ist eigenständig. Der Wertpapierbegriff anderer Gesetze ist im KWG nur anwendbar, wenn die gesetzlichen Regelungszwecke übereinstimmen.
Im Schuldrecht sind Verträge grundsätzlich formfrei. Fixieren die Parteien die Rechte und Pflichten dennoch schriftlich, so erfolgt dies aus Gründen der leichteren Beweisbarkeit. Gewährt A also B ein Darlehen, kann er von B die Ausstellung eines Schuldscheines verlangen. Legt er nach Fälligkeit der Darlehensschuld diesen B vor, kann der damit die Schuld des B beweisen. Verliert er den Schuldschein, geht damit sein Recht auf Rückzahlung keineswegs unter – es obliegt ihm nur, es auf andere Art zu beweisen. Beim Schuldschein handelt es sich also bloß um eine Beweisurkunde.
Wird jedoch vereinbart, dass der Schuldner mit schuldbefreiender Wirkung an denjenigen leistet, der die Urkunde vorlegt, so hat die Urkunde Liberationsfunktion (Befreiungsfunktion) zugunsten des Schuldners unabhängig davon, wer sie vorlegt. Der Gläubiger kann in diesem Fall nämlich die Urkunde an einen seiner Gläubiger wiederum weitergeben, der die Urkunde nun beim hier gemeinten Schuldner vorlegt. Unter diesen Umständen handelt es sich bei der Urkunde um ein Wertpapier.
Bei Wertpapieren ist das Recht grundsätzlich untrennbar mit der Urkunde verbunden. Das zeigt sich bei der Übertragung des verbrieften Rechts bzw. des Papiers und ihrer Auswirkung auf Papier bzw. verbrieftes Recht: Steht die Inhaberschaft des Papiers bei der Berechtigung aus dem Wertpapier im Vordergrund, so geschieht die Übertragung des Papiers nach sachenrechtlichen Grundsätzen und die Inhaberschaft am verbrieften Recht folgt dem Eigentum am Papier ("das Recht aus dem Papier folgt dem Recht am Papier", z. B. bei Inhaberpapieren). Steht aber die Inhaberschaft am verbrieften Recht im Vordergrund, so wird das verbriefte Recht nach den allgemeinen Regeln über die Übertragung des Rechts selbst übertragen und das Eigentum am Papier folgt gem. § 952 Abs. 1 BGB der Inhaberschaft am Recht ("das Recht am Papier folgt dem Recht aus dem Papier", z. B. bei Namenspapieren (auch "Rektapapier")). Nicht in Wertpapieren verbriefte Forderungen können hingegen nur durch Abtretung (Zession) übertragen werden.
Der „weite“ Wertpapierbegriff von Brunner ist die heute herrschende Definition: Ein Wertpapier ist eine Urkunde, in der ein privates Recht in der Weise verbrieft ist, dass zur Geltendmachung des Rechts die Innehabung der Urkunde erforderlich ist.
Der „enge“ Wertpapierbegriff besagt, dass nur nach sachenrechtlichen Grundsätzen übertragbare Urkunden Wertpapiere sind. Hierzu werden Inhaber- und Orderpapiere gezählt, Rektapapiere hingegen nicht.
Was im konkreten Fall als einfache Legitimationsurkunde und was als Wertpapier gilt, entscheidet primär der Wille des Ausstellers, subsidiär die Verkehrsauffassung.
Grundsätzlich erfordert ein Wertpapier ein bestehendes Recht und eine Urkunde, in der es verbrieft ist.
Erlischt nun das Recht und ist die Urkunde noch im Umlauf, so kann es zum gutgläubigen Erwerb des Rechts durch einen Dritten kommen, wenn der Aussteller einen „äußeren Tatbestand“ setzt (z. B. ausgefüllter Wechsel wird liegen gelassen)
Geht die Urkunde (z. B. durch Brand, Diebstahl) unter, kann sie für kraftlos erklärt und eine neue Urkunde ausgefertigt werden.
Ein Wertpapier besteht i. d. R. effektiv aus
Im deutschen Börsenhandel wurden Wertpapiere im engeren Sinn bisher über eine sechsstellige Kennnummer, die Wertpapierkennnummer oder WKN klassifiziert; diese wurde am 22. April 2003 durch die International Securities Identification Number (ISIN) ersetzt. Die ISIN ist eine zwölfstellige Zahlen-Buchstaben-Kombination, die nach folgendem Muster zusammengesetzt ist:
Ländercode Nationale Kennnummer (NSIN) Prüfziffer DE 000575200 0
In den nationalen Kennnummern ist, sofern schon existent, die bisherige WKN (im Beispiel: Bayer AG, WKN 575200) rechtsbündig eingearbeitet, die vorderen Stellen werden mit Nullen aufgefüllt.
Siehe auch Handelssystem
Der Handelsrechtliche Wertpapierbegriff unterscheidet grundsätzlich zwischen Inhaberpapier und Orderpapier. Wertpapiere müssen fungibel, d. h. liquidierbar sein. Es müssen die Voraussetzungen für die Börsenzulassung erfüllt sein oder das Wertpapier an einer ausländischen Börse gehandelt werden. Bei einer Zulassung zum amtlichen Handel, dem geregelten Markt oder einer ausländischen Börse wird das Kriterium der Börsennotierung erfüllt.
In der Praxis sieht das Ganze folgendermaßen aus. Auf der Vorderseite eines (gekorenen) OP steht etwa: „Berechtigter = Peter an Order (engl: to order)“ bzw. „Berechtigter = Peter oder an dessen Order“ Die Worte, die auf „Peter“ folgen, bezeichnet man als Orderklausel und sie bedeuten „oder jemand, den Peter ggf. durch Indossament befiehlt“. Der Berechtigte Peter schreibt dann ggf. auf die Rückseite des WP etwa:
Bei börsengehandelten Wertpapieren wird der Preis eines Wertpapiers festgelegt als:
Er entspricht dem Rücknahmepreis plus Ausgabeaufschlag.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."