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Weil der Stadt :

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Weil der Stadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weil der Stadt
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Weil der Stadt hervorgehoben
Koordinaten: 48° 45′ N, 8° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 406 m ü. NN
Fläche: 43,17 km²
Einwohner: 19.212 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 445 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71263 (alt: 7252)
Vorwahl: 07033
Kfz-Kennzeichen: BB
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 050
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 4
71263 Weil der Stadt
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Josef Straub (SPD)

Weil der Stadt ist eine Stadt mit knapp 20.000 Einwohnern in Baden-Württemberg und liegt im Westen der Region Stuttgart. Sie ist die fünftgrößte Stadt des Landkreises Böblingen. Bekannt ist Weil der Stadt als Geburtsort von Johannes Kepler.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Lage

Weil der Stadt liegt – 28 km westlich von Stuttgart, 30 km südöstlich von Pforzheim und 40 km nordwestlich von Tübingen – im Heckengäu, einer Übergangslandschaft zwischen Neckarraum und nördlichem Schwarzwald. Die Stadtgemarkung wird von Südosten nach Nordwesten von der Würm durchflossen, an deren Ufer vier der fünf Stadtteile der Stadt (alle bis auf Münklingen) liegen. Der höchste Punkt befindet sich im Südwesten bei 557 m ü. NN (Hönig), der tiefste Punkt im Norden bei 368 m ü. NN (Frohnmühle).

[Bearbeiten] Geologie und Flora

Die Flurböden bestehen aus Muschelkalk und Lehm und sind zumeist steinig. Charakteristisch ist der Bewuchs der hügeligen Landschaft mit Schlehenhecken, ansonsten herrschen Kiefern- und Fichtengehölze sowie Felder vor, vereinzelt gibt es Streuobstwiesen. Im Würmtal finden sich naturgeschützte Sumpfauen. Am Westrand der Gemarkung beginnt bereits der für den Schwarzwald typische Tannen- und Fichtenbestand.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Weil der Stadt gehören die fünf Stadtteile (im Klammern die Einwohnerzahl Stand: 30. April 2006) Hausen an der Würm (948), Merklingen (5.627), Münklingen (1.509), Schafhausen (2.077) und Weil der Stadt (8.898). Die Stadtteile waren bis in die 1970er Jahre selbstständige Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Stadtteil, sie bilden zudem Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2] Zum Stadtteil Hausen an der Würm gehören das Dorf Hausen an der Würm und die Häuser Frohnmühle und Obere Sägmühle sowie eine abgegangene Burg und die abgegangenen Ortschaften Oberhausen und Seltenbach. Zum Stadtteil Merklingen gehören das Dorf Merklingen, die Höfe Grenzhof und Heidehöfe und das Haus Riemenmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Berghof und Burg Kröwelsau. Zum Stadtteil Münklingen gehören das Dorf Münklingen sowie die abgegange. Zum Stadtteil Schafhausen gehören das Dorf Schafhausen, die Höfe Fuhrmannshöfe, Seitenhöfe und Stubenberghöfe und das Haus Ölmühle. Zum Stadtteil Weil der Stadt gehören die Stadt Weil der Stadt, das Gehöft Güthlerhof und das Haus Planmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Blanda, Greckenbach und Talacker.[3]

[Bearbeiten] Name der Stadt

Anfangs wurde Weil der Stadt noch grammatikalisch korrekt als „Weil, die Stadt“ bezeichnet und hob sich dadurch von anderen Weil in der Umgebung ab (beispielsweise von Weil im Dorf oder Weil im Schönbuch). Da Urkunden aber häufig mit der Ortsangabe „gegeben zu Weil, der Stadt“ ausgestellt wurden, etablierte sich im Verlauf der Zeit (Mitte des 19. Jahrhunderts endgültig) die Dativform als offizieller Stadtname unter allen grammatischen Fällen.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Geschichtlicher Überblick

Die spätere Stadt Weil der Stadt entstand als dörfliche Siedlung wahrscheinlich im 6. Jahrhundert n. Chr. – vermutlich auf dem Gelände eines römischen Landsitzes – und gab sich den Namen Wila (Wile), der dann später zu Weil wurde. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1075 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV.

Zwischen 1223 und 1242 wurden dem Dorf Weil, das sich bis dahin im Besitz der Grafen von Calw und des Klosters Hirsau befunden hatte, die Stadtrechte durch Kaiser Friedrich II. verliehen. Bereits um 1275 wurde Weil eine Reichsstadt, die genaue Jahreszahl ist unbekannt. In den folgenden fünf Jahrhunderten stellte die Stadt eine politische und konfessionelle Enklave im württembergischen Umland dar.

Ansicht von Weil der Stadt. Kolorierter Stich, Augsburg um 1740.
Ansicht von Weil der Stadt. Kolorierter Stich, Augsburg um 1740.

1373 erhielt Weil der Stadt von Kaiser Karl IV. die Gerichtsbarkeit und das Zollrecht verliehen, 1489 erlangte die Stadt einen ständigen Sitz im Reichstag, der Vertretung der Reichsstände. Während der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts befand sie sich unter badischem Einfluss.

In der Zeit der Hexenverfolgungen zwischen 1615 und 1629 wurden bei einer damaligen Einwohnerzahl von 200 Familien 38 Menschen in Hexenprozessen angeklagt, gefoltert und verbrannt. (Quelle: Baschwitz, Kurt: Hexen und Hexenprozesse, Bertelsmann Verlag, München, 1990, S. 252)

Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 wurde Weil der Stadt – obgleich ein Zentrum der Gegenreformation – durch französische Truppen geplündert und in Brand gesetzt, wodurch große Teile der Altstadt zerstört wurden. Der Stadtbrand von 1648 gilt neben der Schlacht bei Döffingen 1388 als unheilvollstes Ereignis der Stadtgeschichte.

1803 verlor Weil der Stadt im Rahmen der Mediatisierung seine Reichsfreiheit und fiel an Württemberg. 1869 erhielt die Stadt durch die Schwarzwaldbahn (StuttgartCalw) Anschluss an das überregionale Eisenbahnnetz. 1972 bis 1975 wurden die umliegenden Nachbarorte Merklingen, Münklingen, Hausen und Schafhausen eingemeindet. 1996 fanden in Weil der Stadt die Heimattage Baden-Württemberg statt.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Weil der Stadt-Schafhausen (1973 eingemeindet)
Weil der Stadt-Schafhausen (1973 eingemeindet)

[Bearbeiten] Religionen

In der Stadt und ihren Stadtteilen sind diverse Kirchen vertreten. Aus der reichsstädtischen Vergangenheit ergibt sich die bis heute fortdauernd starke Stellung der römisch-katholischen Kirche in Weil der Stadt. Die eingemeindeten Stadtteile Merklingen, Münklingen, Hausen und Schafhausen sind hingegen seit der Reformation durchweg protestantisch geprägt. Das ökumenische Zusammenleben der beiden großen Kirchen ist traditionell freundschaftlich.

Die islamische Reformgemeinschaft Ahmadiyya baut derzeit (Stand 2008) eine Moschee in Weil der Stadt.

[Bearbeiten] Politik

Rathaus Weil der Stadt
Rathaus Weil der Stadt

[Bearbeiten] Stadtwappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In geteiltem Schild oben in Gold der rot bewehrte und rot bezungte schwarze Reichsadler, unten in Rot gespalten, vorne ein blauer Schräglinksbalken, belegt mit den goldenen Großbuchstaben SPQR, hinten zwei schräg gekreuzte goldene Schlüssel, deren Bärte nach oben und außen gerichtet sind.“

Der schwarze Adler im oberen Wappenfeld ist das Zeichen der deutschen Kaiser und wurde der Reichsstadt als Bestätigung ihrer Reichsunmittelbarkeit verliehen. Der lateinische Schriftzug SPQR (= Senatus Populusque Romanus, Senat und Volk von Rom) im linken unteren Wappenfeld deutet die Ursprünge Weil der Stadts aus einem römischen Landsitz (Villa) an, bezieht sich jedoch vor allem auf seine reichsstädtisch-republikanische, am römischen Recht ausgerichtete Verfassung. Die beiden gekreuzten Schlüssel im rechten unteren Feld schließlich stehen für den Apostel Petrus, den Patron der Stadtkirche St. Peter und Paul.

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 32,0 % +1,0 9 Sitze +1
CDU 29,0 % -3,0 9 Sitze ±0
SPD 17,3 % -3,2 5 Sitze ±0
Bündnis 90/Die Grünen 15,0 % +4,9 4 Sitze +2
FDP/DVP 6,7 % +0,3 2 Sitze +1

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Weil der Stadt ist über die Strecke der Schwarzwaldbahn mit der S-Bahn-Linie S6 (über Leonberg, Stuttgart-Zuffenhausen, Stuttgart-Hauptbahnhof nach Stuttgart-Schwabstraße) an das Liniennetz der S-Bahn Stuttgart angeschlossen. Bis 1983 fuhren Personenzüge von Weil der Stadt über die mittlerweile stillgelegte Schienenverbindung nach Calw. Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) gewährleistet. Von Weil der Stadt aus verkehren Busse nach Böblingen, Calw, Bad Liebenzell und Pforzheim.

Über die Bundesstraße B 295 (Stuttgart–Calw) ist Weil der Stadt an das überregionale Straßen- und Autobahnnetz angebunden.

[Bearbeiten] Bildung

Die Stadt verfügt mit drei Grundschulen, zwei Grund- und Hauptschulen, einer Förderschule, der Realschule und dem Johannes-Kepler-Gymnasium über Bildungseinrichtungen, auf denen alle Schulabschlüsse erworben werden können. Überdies wirken die städtische Musikschule, eine Zweigstelle der Volkshochschule Leonberg und die in Weil der Stadt ansässige Landesakademie für Jugendbildung e.V. (in Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Böblingen und zahlreicher Jugendverbände) am lokalen Bildungsangebot mit.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

Geburtshaus von Johannes Kepler, heute Keplermuseum
Geburtshaus von Johannes Kepler, heute Keplermuseum
Stadtkirche St. Peter und Paul, Weil der Stadt
Stadtkirche St. Peter und Paul, Weil der Stadt

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

In allen fünf Stadtteilen der Stadt gibt es historische Bauwerke, Brunnen und Skulpturen.

Die Altstadt von Weil der Stadt besteht aus drei Teilbereichen. Im unteren Bereich am linken Würmufer, der auf das 14. Jahrhundert zurückgehenden Renninger Vorstadt, haben sich mittelalterliche und frühneuzeitliche Handwerkerhäuser und -läden sowie das Spital (1358) mit der sehenswerten Spitalkapelle und ihrem spätgotischen Figurenaltar der Heiligen Sippe Mariens (um 1480), dem barocken Apostel- und dem Nothelferaltar (beide um 1750) sowie dem Arma-Christi-Fresko (14. Jahrhundert, wiederentdeckt 1977) erhalten. Die teilweise begehbare Stadtmauer mit vier Wehrtürmen – besonders schön ist der Storchenturm – und dem Königstor umschließt die 1648 vom Stadtbrand weitgehend verschont gebliebene Renninger Vorstadt fast vollständig. Mittelpunkt ist der Viehmarkt mit Brunnen und Kinocenter (Badtorstraße). Am rechten Würmufer befindet sich der Stadtfriedhof mit der Kapelle St. Michael (ältester erhaltener Grabstein von 1506).

Der auf einem Hügelausläufer gelegene historische Stadtkern – Keimzelle der ehemaligen Reichsstadt und seit dem 6. Jahrhundert besiedelt – schließt sich unmittelbar westlich an. Sehenswert sind insbesondere die malerische Stuttgarter Straße und der Marktplatz mit dem Rathaus aus der Zeit der Renaissance (1582), dem Alten Rathaus, dem Speidelschen Haus, dem Stadtmuseum, dem Keplermuseum und dem Keplerdenkmal (1870), das an zentraler Stelle an den größten Sohn der Stadt, den Astronomen und Mathematiker Johannes Kepler erinnert. Auf die Fastnachtstradition verweist der Narrenbrunnen am Speidelsberg, überdies lohnen das ehemalige Augustinerkloster (1294-1803) mit dem Marienbrunnen sowie der Delphinbrunnen einen Besuch. Über dem Stadtkern erhebt sich das bedeutendste Baudenkmal Weil der Stadts, die ab dem 15. Jahrhundert als Nachfolgerin einer romanischen Basilika errichtete Stadtkirche St. Peter und Paul, ein spätgotischer Hallenbau aus regionaltypischem Buntsandstein mit drei Türmen, manieristischem Sakramentshaus (1611), barockem Hochaltar (1700), prunkvoller Kanzel (1742) sowie bemerkenswerter Sakralkunst des 20. Jahrhunderts. Den nordwestlichen Abschluss der Altstadt bildet die Heilig-Kreuz-Kapelle (1739), den westlichen ein weiteres Teilstück der Stadtmauer mit dem Judentor (1534). Außerhalb der historischen Stadtbefestigung steht die neugotische evangelische Brenzkirche (1889), benannt nach dem in Weil der Stadt geborenen württembergischen Reformator Johannes Brenz.

Südlich schließt sich der kleinste und jüngste Teilbereich der Altstadt an, die Furter Vorstadt am Talackerbach, mit der als Galerie und Veranstaltungsort genutzten Wendelinskapelle (15. Jahrhundert) und dem Floriansbrunnen.

Auch in den Stadtteilen finden sich sehenswerte Baudenkmäler. In Merklingen stehen die Remigiuskirche und das frühgotische Steinhaus inmitten einer von Gräben und einem Brückentor eingefassten Kirchenburganlage. Die Cyriakuskirche in Schafhausen besitzt eine wertvolle Rokokokanzel, im höchstgelegenen Stadtteil Münklingen hat sich der Jakobsbrunnen, ein historischer Rastort am Pilgerweg nach Santiago de Compostela erhalten. In Hausen kann die alte fünfbögige Buntsandsteinbrücke über die Würm besichtigt werden.

[Bearbeiten] Fastnacht

In Weil der Stadt wird die schwäbisch-alemannischen Fastnacht (Fasnet) gefeiert. Das bis ins Mittelalter zurückreichende Fastnachtsbrauchtum wurde erstmalig 1656 wiederbelebt, als der Magistrat Fastnachtsspiele, Musik und Tanzvergnügen gestattete. Nach einem Verbot der „Mummerey“ im 18. Jahrhundert blühte das Narrentreiben an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wieder auf. 1863 fand der erste Fastnachtsumzug statt, 1930 der erste Narrensprung der Weiler Narrenzunft „AHA“. Heutzutage nehmen an dem von der Narrenzunft alljährlich am Fastnachtssonntag veranstalteten Fastnachtsumzug über 1000 Maskenträger aus der gesamten Region teil. Es werden Besucherzahlen zwischen 10.000 und 40.000 gezählt.

Da die Stadt bis 1821 zum Bistum Speyer gehörte und nahe der Nordgrenze des schwäbischen Dialektraums liegt, weist die in der schwäbisch-alemannischen Tradition stehende Weiler Fasnet auch einige Einflüsse aus der in der Pfalz beheimateten Form des rheinischen Karnevals auf – ähnlich wie auch die Fastnacht in Neuhausen auf den Fildern, das über Jahrhunderte ebenfalls eine katholische, zu Speyer gehörige Enklave im protestantischen Württemberg war.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Personen mit Bezug zur Stadt

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Weil der Stadt – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Hauptsatzung der Stadt Weil der Stadt vom 24. Juli 2001
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 129–134

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