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Wedel

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Wedel in Schleswig-Holstein. Für weitere Bedeutungen siehe Wedel (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wedel
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Wedel hervorgehoben
Koordinaten: 53° 35′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Höhe: 4 – 26 m ü. NN
Fläche: 33,82 km²
Einwohner: 32.033 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 947 Einwohner je km²
Postleitzahl: 22880
Vorwahl: 04103
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 050
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 3 - 5
22880 Wedel
Webpräsenz:
Bürgermeister: Niels Schmidt (parteilos)

Die Stadt Wedel gehört zum Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein und hat etwa 32.000 Einwohner. Sie liegt in der westlichen Agglomeration Hamburgs an der Unterelbe und gehört zur Metropolregion Hamburg. Seit 1993 lautet der offizielle Stadtname wieder Wedel, nachdem 30 Jahre der Zusatz Holstein geführt wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Wedel bietet zahlreiche touristische Anziehungspunkte, z. B. die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft (für die den Hamburger Hafen anlaufenden Schiffe), den Roland (Wahrzeichen von Wedel) und die Wedeler Marsch, ein Naturschutz- und Feuchtgebiet. Die Stadt wird in ost-westlicher Richtung von der Wedeler Au durchquert, die teilweise zu einem Mühlenteich aufgestaut ist.

[Bearbeiten] Einwohner

Jahr 1910 1925 1933 1939 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Anzahl (am 31.12.) 5.938 6.168 7.661 8.308 31.850 31.783 32.060 32.221 32.354 32.164 32.014 32.177

1947 betrug die Einwohnerzahl 14.388, davon waren 7.190 Einheimische und 7.198 Flüchtlinge. 1955 hatte Wedel 17.381 Einwohner, davon waren 50,8 % Einheimische, Vertriebene 41,6 % und 7,7 % ehemalige Bürger der DDR.

[Bearbeiten] Geschichte

Das Wahrzeichen der Stadt Wedel – der Roland
Das Wahrzeichen der Stadt Wedel – der Roland
Das Reepschägerhaus von 1758 an der Schauenburger Str.
Das Reepschägerhaus von 1758 an der Schauenburger Str.

Im Jahre 1212 wurde Wedel erstmalig erwähnt. Durch die Lage am sog. Ochsenweg, einem Viehhandelsweg von Niedersachsen bis nach Dänemark, hatte Wedel in früheren Zeiten einen bedeutenden Viehmarkt, der als Ochsenmarkt auch heute noch stattfindet.

In der Wedeler Marsch lag die sog. Hatzburg erbaut um 1311 durch die Grafen von Schauenburg. Um 1400 wurde die Burg als Herrschaftssitz aufgegeben (diesen verlegten die Grafen nach Pinneberg), jedoch bis 1710 als Verwaltungssitz weiterbenutzt, ehe sie dem Verfall anheimgegeben wurde. Luftbilder lassen die Burganlage noch heute als ovale Linie erkennen. Ein Modell nach den Erkenntnissen von Ausgrabungen ist in der Nähe des ehemaligen Standorts an der Hatzburgtwiete aufgestellt.

Um das Jahr 1450 wurde der Roland als Zeichen des hoheitlichen Schutzes der Marktgerechtigkeit errichtet. Die heutige Figur ersetzte im 17. Jahrhundert die ursprüngliche, die verfallen war.

Am 16. März 1731 haben schwere Feuersbrünste 167 Häuser zerstört, am 13. September 1837 fielen die Kirche und 20 Häuser Flammen zum Opfer. Im Mai 1878 explodierte die Pulverfabrik unweit Schulau, 10 Menschen starben.

1875 erlangte es Stadtrechte. 1909 wurde das Dorf Schulau zur Kosteneinsparung auf Anregung der Kommunalverwaltung eingemeindet. Bereits 1892 war Spitzerdorf zu Schulau gekommen.

Im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde am 11. März 1933 die Fahne des Dritten Reiches und die schwarz-weiß-rote Fahne auf dem Rathaus in feierlicher Form gesetzt. Am 12. April 1933 wurden vier SA -Männer als Hilfspolizeibeamte eingestellt. Am 23. Juli 1933 schieden die Sozialdemokraten zwangsweise aus der Stadtverodnetenversammlung aus. Das Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 trat am 1. Januar 1934 in Kraft. Die ausschließliche Veranwortung für die Verwaltung der Stadt hatte nun der Bürgermeister. Es war der Nationalsozialist Harald Ladwig, der bereits am 21. April 1932 gewählt worden war.

Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Wedel eine Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme. Hieran erinnert eine Stele an der Bundesstraße 431, ca. 700 m vor der Grenze zu Hamburg.

Am 3. März 1943 zerstörte ein britischer Bombenangriff erhebliche Teile des Stadtgebiets.

Zur Zeit des Kalten Krieges wurde in Wedel das größte deutsche Hilfskrankenhaus unterhalb des örtlichen Gymnasiums gebaut und für den Einsatz bereitgehalten. Diese Einrichtung wurde in den 1990er-Jahren aufgrund der sich veränderten Weltlage aufgelöst.

Siehe auch: Hilfskrankenhaus Wedel

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Politische Parteien

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2008 sind im Rat der Stadt Wedel fünf Parteien vertreten:

Partei 2008 2003 Sitze
CDU 34,2% 44,0% 12
SPD 28,2% 30,4% 9
Grüne 16,6% 14,3% 5
FDP 12,2% 11,0% 4
Die Linke. 8.8% - 3

[Bearbeiten] Wappen

„Im Rot das silberne holsteinische Nesselblatt, darin die goldengerüstete, rotgegürtete, schwarzbärtige Gestalt eines Rolands in Vorderansicht mit rotem, blaugefüttertem, zurückgeschlagenem Mantel, auf dem Kopf die goldene mittelalterliche Kaiserkrone, in der rechten Hand ein bloßes silbernes Schwert mit goldenem Knauf an die rechte Schulter gelehnt, in der linken der goldene Reichsapfel.“

– Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Landesarchiv Schleswig-Holstein[1]

[Bearbeiten] Flagge

„Im blauen Tuch, das oben und unten von je zwei schmalen Streifen, einem roten und einem halb so breiten weißen, begrenzt wird, das weiße holsteinische Nesselblatt, etwas zur Stange hin verschoben, darin der Roland des Wappens.“

– Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Landesarchiv Schleswig-Holstein[1]

Siehe auch: Blasonierung

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Die Stadt Wedel unterhält seit 1985 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Caudry in Frankreich und seit 1982 eine Partnerschaft mit Makete, einem Distrikt in Tansania. Des weiteren bestehen Städtepartnerschaften mit dem dänischen Vejen und dem mecklenburg-vorpommerschen Wolgast.

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Bahnanschluss

Die S-Bahn-Linie S 1 aus Richtung Hamburg-Altona endet in Wedel. Sie ist entstanden aus der Altona-Blankeneser Eisenbahn.

Die früher recht umfangreichen Gleisanlagen für den Güterverkehr sind inzwischen aufgelassen und abgebaut, nachdem der Bedarf entfallen ist. Die Industriebetriebe, welche eigene Gleisanschlüsse hatten, sind stillgelegt (Mineralölwerk), abgerissen (Pulverfabrik, Zuckerraffinerie) oder haben keine Verwendung mehr für sie (Kohlekraftwerk).

[Bearbeiten] Bundesstraße 431

Die Bundesstraße 431 verläuft von Hamburg-Altona kommend durch Wedel und dann weiter über Uetersen, Elmshorn und Glückstadt nach Meldorf.

Ein „Dauerthema“ in Wedel ist die Verlegung des Verlaufs der Bundesstraße. 1938 wies Bürgermeister Ladwig auf den Plan einer Umgehungsstraße hin. 1982 wurde der Städtebauliche Rahmenplan 1982 für die Altstadt vorgelegt, der u. a. die Mühlenstraße (im heutigen Verlauf B 431) als eine teilweise „verkehrsberuhigte Straße“ vorsah. Es existiert eine Planung, den Abschnitt zwischen Rissen und Wedel auf eine südlichere Trasse zu verlegen. Das Vorhaben ist zwar im „Weiteren Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans angemeldet; allerdings bestehen beiderseits der Wedeler Stadtgrenze Bedenken bei Bürgern und Kommunalpolitikern gegen eine solche Trasse, weil nach deren Meinung diese eine Beeinträchtigung schützenswerter Landschaften darstelle.

[Bearbeiten] Fährverbindungen

Eine regelmäßige Personenfährverbindung über die Elbe wird von der Lühe-Schulau-Fähre GmbH betrieben.

Vom Frühjahr bis zum Herbst ist Wedel Haltepunkt einer Expressfähre von und nach Helgoland, die am Willkomm-Höft anlegt.

[Bearbeiten] Industrie

In Wedel befindet sich der Deutschlandsitz des fünftgrößen Pharmakonzerns der Welt, der AstraZeneca PLC, außerdem ein Steinkohle-Heizkraftwerk der Vattenfall Europe AG. Bis vor ein paar Jahren existierte neben dem Heizkraftwerk auch noch die erste, 1906 gegründete Raffinerie der Mobil Oil AG, welche inzwischen allerdings aufgegeben wurde.

Die J. D. Möller Optische Werke Wedel sind weltweit bekannter Hersteller optischer Präzisionsgeräte mit einer Tradition, die bis 1864 zurückreicht.

Die Firma "Solarnova" produziert und vermarktet hier als Ausgründung der AEG-Solartechnik Photovoltaik-Module für Solarfassaden und Lichtdächer. Außerdem ist man offen für die Bestückung von Sonderprojekten, wie z.B. Signaltürmen oder Parkscheinautomaten.

Siehe auch: Heizkraftwerk Wedel

[Bearbeiten] Bildung

Die Stadt Wedel ist Träger der Grundschulen Albert-Schweitzer-Schule, Grundschule Altstadt, Moorwegschule und der Förderschule Pestalozzischule. Weiterführend stehen die Hauptschule Theodor-Storm-Schule, die Realschule Ernst-Barlach-Schule und das Gymnasium Johann-Rist-Gymnasium, als Alternative die Integrierte Gesamtschule Wedel zur Verfügung.

Im Hochschulbildungsbereich bieten die Fachhochschule Wedel und die Physikalisch-Technische Lehranstalt Wedel Studiengänge und Ausbildungen im Bereich der Ingenieur- und Informations-Wissenschaften an.

Seit 1904 wurde die städtische Volksbücherei mit dem gesamten Bücherbestand des damaligen Bürgervereins gegründet. Sie befand sich in den ersten Jahren im Flur des damaligen Leiters Rektor Otto Schulz. Nachfolger ist die Stadtbücherei Wedel, Rosengarten 6 - 8.[2]

[Bearbeiten] Kultur

Theaterschiff Batavia in der Wedeler Au
Theaterschiff Batavia in der Wedeler Au

Das Theater Wedel ist ein Amateurtheater. 1965 gründete der Krimiautor Hansjörg Martin einen Arbeitskreis Laienspiel an der Wedeler Volkshochschule, aus der 1977 der Theater Wedel e.V. hervorging.

Das Theaterschiff Batavia von Hannes Grabau ist ein Schiff mit Gaststätte und einem Theater mit 70 Plätzen. Es ist ein Ort unterschiedlicher kultureller Veranstaltungen.

Das Stadtmuseum Wedel wurde auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung als Heimatmuseum 1912 eingerichtet. Es ist seitdem im alten Schulgebäude in der Küsterstraße 5 beheimatet..

Im August 1987 wurde das Ernst Barlach Museum Wedel eingerichtet. Es verfügt über eine repräsentative Sammlung von Skulpturen, Zeichnungen, Holzschnitten, Lithographien, Briefen und Manuskripten Ernst Barlachs. Außerdem finden hier in regelmäßigen Abständen auch Ausstellungen und Veranstaltungen zu Kunst und Literatur der klassischen Moderne und zu zeitgenössischen und populären Themen statt.[3]

Siehe auch: Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] In Wedel wurden geboren

[Bearbeiten] In Wedel haben gelebt bzw. leben

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Landesarchiv Schleswig-Holstein
  2. Internet-Archiv der Stadtbücherei Wedel
  3. Ernst Barlach Museum Wedel, Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg

[Bearbeiten] Weblinks

Wedel - Artikel des Tages

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Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

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