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Wandmalerei ist eine Form der Malkunst, bei der das Bild nicht wie bei einer Tafelmalerei, auf eine Holztafel oder Leinwand aufgetragen wird und zum mobilen Einsatz bestimmt ist, sondern auf eine Wand bzw. eine Decke so appliziert wird, dass sie fest mit dem Gebäude verbunden ist und in ihrer Formgebung meist auch den architektonischen Gegebenheiten des Anbringsortes angepasst wird.
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Als Wand- bzw. Deckenmalerei gelten neben direkt auf dem Putzgrund ausgeführte Malereien auch Bilder, die nach den Maßen der Wand oder Decke auf Leinwand oder anderen Trägermaterialien im Atelier des ausführenden Künstlers erstellt und danach durch eine Verklebung innig mit der Wand verbunden werden, so dass ein solches Werk als Wandbild wahrgenommen wird. Diese Technik wurde insbesondere bei Deckenmalereien angewandt, da das Über-Kopf-malen sehr anstrengend ist. Mit Aufkommen digitaler Drucktechniken rückt diese Form der Wandmalerei mehr und mehr in den Vordergrund.
Bei einer Wandmalerei versucht der Künstler, das charakteristisch Flächige der Wand zu wahren (strenge Wandmalerei) oder den Eindruck von Dreidimensionalität zu erzeugen (illusionistische Wandmalerei).
Bei der Freskomalerei werden die Farben auf den noch feuchten Putz der Wand aufgetragen und verkieseln dann in einem chemischen Prozess, wodurch eine lange Haltbarkeit der Farbpigmente gesichert wird. Bei der Seccomalerei werden die Farben dagegen auf den bereits trockenen Putz aufgebracht. Die hierzu heutzutage meist verwendeten Acryl- oder Keimschen Farben gewährleisten ebenfalls eine sehr gute Haltbarkeit, während frühere Versuche mit organischen Farben sich als weniger haltbar erwiesen. So war einer der bekanntesten Versuche, das Umständliche der Frescomalerei zu umgehen (hierzu musste vor dem Malen ein Putzer die genau umrissene Fläche, die der Künstler als Tagwerk schaffen konnte, ausputzen und, wenn der Künstler die vorgesehene Arbeit nicht schaffte, am nächten Tag wieder abklopfen und den Putz neu auftragen), Das Letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci in einem Mailänder Kloster. Trotz seiner aufwendigen Versuche, aus organischem Material haltbare Farben herzustellen, waren diese nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn das Bild zunächst prachtvoll aussah und von seinen Zeitgenossen entsprechend gerühmt wurde. Die verwendeten Farben unterlagen jedoch schon bald einem zunehmenden Verfallsprozess, so dass bis heute Generationen von Restauratoren mit der Erhaltung des Meisterwerks beschäftigt sind und dies voraussichtlich auch in Zukunft noch sein werden.
Die Wandmalerei ist eine der frühesten Kulturleistungen der Menschheit. Mit Hilfe der Radiokarbonmethode konnte man die Entstehungszeit von ersten Höhlenmalereien auf etwa 31.500 Jahre v. Ch. datieren. Die 1940 von zwei Jungen in den Höhlen vpn Lascaux in Frankreich entdeckten ca 18.000 Jahre alten Abbilder von Bisons, Pferden und Auerochsen auf den Felswänden sind bereits Zeugnisse von einer fast abstrakt anmutenden Meisterschaft der Künstler des Neolithikums.
Andere Zeugnisse von Wandmalereien aus dem jüngeren Neolithikum finden sich in Çatalhöyük (ca. 6000 v. Chr.), wo diese Malereien besonders gut erhalten sind und wohl Kulträume schmückten. Auch an anderen Orten im Nahen Osten finden sich - jedoch meist weniger gut erhaltene - Wandmalereien aus dieser Zeit.
Zahlreiche Wandmalereien haben sich in Grabkappellen der Alten Ägypter erhalten. In diesen Wandmalereien wurden vorwiegend für das nach ägyptischem Glauben notwendige Beigaben zum 'Überleben' in der anderen Welt dargestellt, über das die Toten auf diese Weise dann dort verfügen konnten. So befinden sich dort viele Darstellungen von Nahrungszubereitung oder auch von Werkstätten, in denen sich die Verstorbenen notwendige Gerätschaften "herstellen" konnten. Sie sollten zum einen das Überleben im Jenseits garantieren, jedoch auch als Statussymbol den Wohlstand des Verstorbenen in der Totenwelt demonstrieren. Gartendarstellungen geben die Vorstellungen der damaligen Künstler von dem Aussehen der jenseitigen Welt wieder. Oftmals hatten diese Wandmalereien auch religiöse und zeremonielle Bedeutung und sollten durch ihre erzählenden Bildhaftigkeit wohl auch teilweise die der Hieroglyphenschrift Leseunkundigen anschaulich über die dargestellten Themen unterrichten.
Auch profane Bauten wurden zu dieser Zeit mit Wandmalereien ausgestattet, doch sind von solchen Gestaltungen wegen des schlechteren Schutzes sehr viel weniger Beispiele erhalten geblieben. Im Alten Reich und Mittleren Reich (ca. 3000 - 1550 v. Chr.) dominierten monochrome Bemalungen, seit dem Neuen Reich sind auch figürliche Darstellungen bekannt. Vor allem die Paläste in Malqatta und Amarna waren mit polychromen Wandmalereien ausgestattet. Hier findet man Darstellungen von Nillandschaften, der Herrscher und deren Dienerschaft; es finden sich auch Abbildung unterworfener Feinde, womit kriegerische Erfolge für die Zeitgenossen und Nachfahren festgehalten werden sollten. Die Bilder nehmen oftmals direkten Bezug zur Funktion des Raumes. Die Wandmalereien in den Häusern hoher Beamter dienten dagegen mehr dekorativen Zwecken und zeigten vorwiegend geometrische und pflanzliche Motive.
In Vorderasien wurden in dieser Zeit insbesondere Wohnbauten und Paläste mit Wandmalereien versehen, von denen jedoch bis auf einige wenige Reste nur noch Fragmente erhalten sind. Im Tempel von Tell Uqair sind gut erhaltene Malereien mit Löwen- und Leopardenmotiven zu sehen, deren Entstehungszeit auf ca. 3000 v. Chr. datiert wird. Auch im Palast von Mari (Entstehungszeit ca. 1800 v. Chr.) befinden sich figürliche Malereien. Weitere Beispiele für eine reiche Ausmalung liefern ein Palast in Nuzi und ein assyrischer Statthalterpalast in Til Barsip.
Eine besondere Blüte erlebte die Wandmalerei von ca. 1650 v. Chr. bis 1250 v. Chr.) im ägäischen Raum, wo Paläste (Knossos auf Kreta) und Wohnhäuser (Akrotiri auf Santorin) sehr farbintensiv ausgemalt wurden. Diese Malereien sind in der Regel in der Freskotechnik ausgeführt, während die in Ägypten und Vorderasien meist um Seccomalerei handelt. Es finden sich Gartenlandschaften und figürliche Szenen, die sich vor allem durch ihre Lebendigkeit und die Darstellung von Bewegungsabläufen zunächst von den gleichzeitig entstandenen Malereien in Vorderasien unterscheiden. Der sog. minoische Stil wurde jedoch so berühmt, dass sich Könige in Ägypten (Tell el-Daba) und in der Folge auch in Vorderasien (Alalach) in diesem Stil malende Künstler an ihre Höfe holten und ihre Paläste von diesen ausgestalten ließen. So wirkte sich der Ägaische Einfluss auch auf die ägyptische Malereien aus.
Obwohl im Gegensatz zur Vasenmalerei so gut wie keine Wandmalereien aus der griechischen Antike erhalten sind, scheinen die Künstler dieser Zeit die illusionistische Wandmalerei nahezu perfekt beherrscht zu haben, wie ein von Plinius dem Älteren überlieferter Wettstreit der Künstler Zeuxis und Parrhasios um 400 v. Chr. zeigt: Dabei habe Zeuxis die Trauben in seinem Wandbild so täuschend echt dargestellt, dass sie Vögel herbeigelockt hätten. Parrhasios dagegen habe in seinem Bild wiederum einen Vorhang so naturgetreu wiedergegeben, dass Zeuxios die Entfernung des Vorhangs verlangt habe, damit das gesamte Bild beurteilt werden könne. Als Zeuxis seinen Irrtum erkannte, habe er den Preis beschämt dem Parrhasios zuerkannt, da er selbst zwar das Getier, jener aber den Künstler habe täuschen können.
In Etrurien, einer vorwiegend von Bronze, und Keramikhandwerkern besiedelten Region um den Trasimenischen See in Italien, finden sich aus dieser Zeit vorwiegend ausgemalte Grabkammern. Themen der etruskischen Wandbilder waren wie auch im alten Ägypten Situationen aus dem Diesseits, von denen man sich eine positive Auswirkung auf das Leben des Verstorbenen im Jenseits versprach. So wurden vorwiegend Freuden des Lebens wie z.B. Bankette dargestellt.
Im Römischen Reich leistete sich fast jeder Hausbesitzer, der einem gehobenen Stand angehörte, die Bemalung der Wände seines Hauses. So verbreitet wie hier war, jedenfalls gemessen an der Zahl der Einwohner, die Wandmalerei sonst nie wieder. Diese Entwicklung begann zwar schon bei den Griechen vor der Zeitenwende, erreichte aber ihren Höhepunkt im ersten nachchristlichen Jahrhundert im römischen Reich, wo selbst in den abgelegensten Provinzen die Villen reicher Bürger ausgemalt waren. Die Entwicklung der römischen Wandmalerei wird in verschiedene Stile (1.–4. pompejanischer Stil) unterteilt. Durch den Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr., dessen Ascheregen die Städte Pompeji und Herculaneum unter sich begrub und luftdicht abschloss, haben sich zahlreiche Wandgemälde in den Villen der reichen Bürger Roms, die hier ihre Landsitze hatten, in fast unversehrtem Zustand erhalten. Bei den im 18. Jhdt. einsetzenden Ausgrabungen wurden allerdings viele Wandbilder durch unsachgemäße Behandlung oder auch, um die abgehobenen und anderswohin verbrachten Fragmente möglichst gering und damit kostbar zu halten, unwiederbringlich zerstört.
Im dritten nachchristlichen Jahrhundert setzte offensichtlich ein Niedergang der Wandmalerei ein; aus der nachfolgenden Zeit lassen sich nur wenige Beispiele dieser Kunstform und dies meist nur in sakralen Bauten finden. Im alten Rom und Byzanz wurde die Wandmalerei, u. a. auch wegen der besseren Haltbarkeit oftmals durch das Mosaik ersetzt und /oder ergänzt.
Siehe hierzu ausführlich: Römische Wandmalerei
Auch bei den Parthern und Sassaniden war die Wandmalerei mit Sicherheit eine weit verbreitete Kunstform, allerdings sind diese Werke oftmals nur in Fragmenten erhalten. Die parthische Malerei ist von einer starken Frontalität geprägt, während die auf ihnen folgenden Sassaniden Darstellungen im Profil bevorzugten. Auch in Zentralasien erlebte die Wandmalerei, besonders mit der Verbreitung des Buddhismus, eine weite Verbreitung. Heiligtümer Buddhas waren oftmals reich mit Szenen aus seinem Leben ausgemalt, wobei man in Zentralasien auch zahlreiche ausgemalte Höhlenheiligtümer findet. Diese Blüte endete an vielen Orten mit dem Aufkommen des eher bilderfeindlichen Islam (vgl. Bilderverbot im Islam). In Indien gelten die buddhistischen Felsmalereien in den Höhlen von Ajanta als Meisterwerke dieser Epoche. Spätere Werke in Ajanta sowie hinduistische, jainistische und buddhistische Darstellungen in den Höhlen von Ellora setzten den Guptastil fort.
In China sind vor allem in der Tang-Dynastie die monumentalen Grabanlagen hoher Hofbeamter und von Mitgliedern des Königshauses ausgemalt worden. In China gibt es auch zahlreiche buddhistische Tempel, in Höhlen hineingebaut, die mit Wandmalereien versehen sind.
Zahlreiche Wandmalereien sind aus Nubien bekannt. Nubien war von ca. 500 - 1500 zum großen Teil christlich und die meisten dortigen Kirchen wurden mit Szenen aus der Bibel ausgemalt. Die Malereien orientierten sich stilistisch stark an byzantinische Vorbilder. Auch hier endet die Tradition von Wandmalerei mit der Ankunft des Islam.
Vor allem bei den Mayas blühte die Kunst der Wandmalerei. Gut erhaltene Beispiele fanden sich in San Bartolo[1], wo sie die Wände einer Grabkammer schmückten. In Bonampak fanden sie sich in einem Tempel. Die Bilder bedecken in drei Räumen eine Fläche von 144 m². Dargestellt werden der Herrscher und sein Gefolge, Tribut- und Kriegsszenen, ein Strafgericht, Tanzszenen und Blutopfer von Adligen. Die Wandmalereien geben einen einzigartigen Einblick in das soziale Gefüge der Mayagesellschaft in der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends u.Z.
In romanischer Zeit erlebte die Wandmalerei durch die Christianisierung einen großen Aufschwung, denn die Kirchen wurden für die Leseunkundigen mit biblischen Darstellungen geschmückt, um sie mit dem Evangelium bekannt zu machen. Auch auf Burgen befanden sich Wandmalereien, allerdings eher mit weltlichen Sujets. Eindrucksvolles Beispiel ist der Iwein-Zyklus auf Schloss Rodenegg in Südtirol.
In der Gotik wurde neben der Wandmalerei die Innenraumausschmückung durch Glasmalerei bei sakralen Gebäuden immer wichtiger. Italien blieb aber weiterhin ein Zentrum der Wandmalerei, die in der Renaissance dann einen erneuten Aufschwung erlebte, während nördlich der Alpen schon die Tafelmalerei vorherrschte.
Die Wandmalerei war damit, besonders als Vorläufer der Tafelmalerei, einer der bedeutendsten Schritte in der kulturellen Entwicklung hin zu unserer modernen visuellen Wahrnehmung.
Eines der bekanntesten Beispiele für Wandmalerei in der Renaissance ist Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci. Da Vinci nutzte den Auftrag des Mailänder Herzogs Ludovico il Moro, die Nordwand des Refektoriums (Speisesaal) der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand mit einem Wandbild zu versehen dazu, seine Versuche, die von ihm als umständlich empfundene Fresco-Malerei in einerSeccotechnik mit von ihm selbst entwickelten Farben auszuführen, an einem Objekt auszuprobieren. Das in den Jahren 1494 bis 1498 entstanden Werk zeigte jedoch aufgrund der unzureichenden Haltbarkeit der von Da Vinci verwendeten Farbmischungen und einer zusätzlich unter dem Raum verlaufenden unterirdischen Wasserader, die den Raum mit Feuchtigkeit belastete, rasch Alterungsspuren, die bis heute aufwendige Retauratorenarbeiten notwendig machen. Als Höhepunkt der Malerei in Freskotechnik wird die Wand- und Deckenbemalung der Sixtinischen Kapelle durch Michelangelo gesehen.
Im Barock nahm die Bedeutung der Wandmalerei abermals zu - nun besonders in der Deckenmalerei. Besonders virtuos wurden architektonische Elemente in den Himmelsraum weitergeführt und der Schwerkraft der irdischen Welt trotzende Allegorien in den imaginären Luftraum projiziert. Ein herausragendes Beispiel ist das Deckengemälde im Treppenhaus der Würzburger Residenz von Giovanni Battista Tiepolo, das für sich in Anspruch nimmt, das größte zusammenhängenden Deckenfresko der Welt zu sein und als Hauptwerk des Künstlers gilt. In den Jahren 1750–1753 stellte der ältere Tiepolo (Vater des ebenfalls als Wandmaler bedeutenden Giovanni Domenico Tiepolo) hier die vier Kontinente mit ihren Menschen und der Vegetation dar. Insbesondere wurden illusionistische Deckenöffnungen gerne in Barockkirchen angesetzt, um den Gläubigen sozusagen einen direkten Blick in den Himmel zu ermöglichen. Insofern führte die barocke Deckenmalerei die bereits in der Renaissance entdeckte "Öffnung" der Decke als Blick in den Himmel weiter. Ein Beispiel hierfür sind die in in Parma ausgeführten Kuppelfresken von Correggio.
Im römischen Barock wurde die Deckenmalerei schließlich zu einem wesentlichen Mittel gegenreformatorischer Kirchenausstattungen. Zu Vorbildern wurden die Fresken in den Kirchen Il Gesù von Giovanni Battista Gaulli und in Sant' Ignazio von Andrea Pozzo. Die Wand- und Deckenmalerei des Barock und Rokoko versuchte, den Betrachter ganz in den Bann der Religion oder der absolutistischen Macht zu ziehen.
Eine besondere lokale Form der Wandmalerei ist die Lüftlmalerei in den Ortschaften der Alpentäler. Einige der berühmtesten Malereien, die im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts geschaffen wurden, befinden sich in Mittenwald, Garmisch sowie in Unter- und Oberammergau.
Besonders im Sozialistischen Realismus wurde die Wandmalerei auch in der Moderne für Propaganda genutzt. Auf großer Fläche, etwa in Betriebskantinen oder auf öffentlichen Plätzen, wurden plakative politische Aussagen dargestellt. Politische Botschaften kontroversen Inhalts werden aber in vielen Ländern auch von anonymen Künstlern auf öffentliche oder private Wände gemalt.
In Mexiko entstand nach der mexikanischen Revolution eine besondere Schule der Muralistas, die berühmtesten Vertreter dieser Schule sind Diego Rivera, David Alfaro Siqueiros und Jose Clemente Orozco. Die mexikanischen Muralistas waren politische Künstler, teilweise dem Marxismus verpflichtet, bezogen sich künstlerisch allerdings sowohl auf einheimische mexikanische als auch auf europäische Traditionen der Malerei.
Auf Sardinien finden sich, hauptsächlich in Gebirgsdörfern, viele Murals. In manchen Dörfern dort, vor allem in Orgosolo, sind die Bildnisse allgegenwärtig. Die ältesten Wandgemälde dort verweisen direkt auf den moderaten Freiheitskampf, den die um ihre Eigenständigkeit bemühten Sarden gegen die Zentralmacht Italien führten. Orgosolo war ein Hauptwiderstandsnest. Neuere Bildnisse dort kommentieren eher die Weltpolitik (z.B. den 11. September 2001) oder enthalten sogar Werbebotschaften.
Berühmt für seine als Murals bezeichneten Wandmalereien sind unter anderem auch die Städte Belfast und Derry in Nordirland. In den dortigen rein katholischen und protestantischen Wohnvierteln kam es in der Vergangenheit immer wieder zu politisch motivierten Unruhen, den sogenannten Troubles. Die Geschichte und die politischen und geschichtlichen Hintergründe zu diesen Auseinandersetzungen sind in diesen Murals festgehalten.
Eine andere zeitgenössische Form der Wandmalerei ist das Graffiti, das auch - besonders bei großflächigen zusammenhängenden Werken mit einer über das blosse "Taggen" hinausgehenden Aussage - als Murals bezeichnet werden.
Nach dem Jugendstil verlor die Wandmalerei in der Innenarchitektur zunehmend an Bedeutung. Bis auf wenige nennenswerte Farbgestaltungen durch LeCorbusier und Bruno Taut, bevorzugten die Architekten der klassischen Moderne die Farbe des Materials und bei Wandgestaltungen monochrome, insbesondere helle bis weiße Farben.
Mitte der 1980er war jedoch eine spürbare Wiederbelebung der Wandmalerei in der Innenarchitektur festzustellen. Dies war u. a. auf einem einsetzenden Überdruss an der vorhergehenden, als kühl empfundenen minimalistischen Raumgestaltung zurückzuführen, die das Lebensgefühl der 1980er nicht mehr widerspiegelte. Bereits um 1990 konnte man in Deutschland eine erhebliche Zunahme von Wandmalerei und der farbigen Gestaltung von Wänden in der Innenarchitektur feststellen. Dabei unterstützten neuentwickelte und leicht zu verarbeitende Farben, die Künstlern einen unkomplizierten und freien Umgang mit dem Sujet bei maximaler Haltbarkeit ermöglichten, diese Entwicklung. So waren z. B. die feuchtraumgeeigneten Acrylatfarben auch in Schwimmbädern oder den zu dieser Zeit aufkommenden Wellnesslandschaften einsetzbar, eine Domaine, die bis dahin vorwiegend Fliesen- und Marmorlieferanten vorbehalten war.
Bedeutende Vertreter dieser neuen Wandmalerbewegung waren der deutsche Künstler Rainer Maria Latzke (geb. 1950) und in England der Künstler Graham Rust (geb. 1942). Diese wie auch andere sich der Bewegung anschließende Maler, die eher einen klassischen Bildungshintergrund hatten, transformierten die klassischen Freskentechniken und Darstellungsweisen in Bildwelten mit contemporären Inhalten. Seit den 1990er Jahren haben sich solche Wanddekorationen in der zeitgenössischen Wohnkultur - wenn auch durch die erheblichen Kosten begrenzt - einen festen Platz zurückerobert. Dies war jedoch auch zu pompejanischen Zeiten und in der Renaissance nicht anders, in denen sich nur die Reichsten solche Kunstwerke leisten konnten.
Es lassen sich grundsätzlich zwei Arten von Maltechniken unterscheiden. Bei dem Fresko wurden die Farben auf den noch feuchten Putz aufgetragen. Diese Technik erforderte schnelle und sehr geübte Maler, da die einzelnen Abschnitte des Freskos vor dem Trocknen des speziell für die Ausführung der betreffenden Putzfläche fertiggestellt werden müssen. Diese Technik hat den Vorteil hoher Haltbarkeit. Die Pigmente der Farben verkieseln dabei in einem chemischen Prozess mit dem Putz und werden so für lange Zeit konserviert.
Bei der Seccomalerei werden die Farben dagegen auf den trockenen Putz angebracht. Für Bilder dieser Technik kann sich ein Künstler mehr Zeit lassen, doch kann es Probleme mit der Haltbarkeit geben, da sich die Farben nicht so innig mit der Wand wie beim Fresco verbinden. In der heutigen Praxis werden neben Mineralfarben, deren Pigmente ähnlich wie beim Fresco durch einen chemischen Prozess mit dem Putz eine enge Bindung eingehen und sie daher besonders für die Anwendung im Außenbereich geeignet machen, meist wasserlösliche Acrylfarben verwendet.
Historische Wandmalerei
Moderne Wandmalerei