Walther von Hollander (* 29. Januar 1892 in Blankenburg; † 30. September 1973 in Niendorf/ Stecknitz) war ein deutscher Schriftsteller. Der Erzähler betätigte sich auch auf dem Gebiet der Partnerschaft- und Lebensberatung und als Drehbuchautor.
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Hollander, Sohn eines Pastors im Baltikum, studierte an den Universitäten von Berlin, Heidelberg, Jena und München Nationalökonomie, Literatur und Philosophie und promovierte zum Doktor der Philosophie. Am 1. Weltkrieg nahm er als Soldat teil, war danach in München als Verlagslektor und Kritiker, aber auch als Schauspieler tätig; danach wirkte er kurzzeitig in Worpswede als Verleger von Handdrucken (in der Hollander-Presse wurde allerdings nur ein Buch in 200 Exemplaren hergestellt) und kam schließlich 1922 nach Berlin, wo er von Theodor Wolff, dem damaligen Chefredakteur des Berliner Tageblattes, gefördert bald als freier Schriftsteller lebte. Zunächst arbeitete Hollander in Nebentätigkeiten für ein Antiquariat und den PEN-Club, später auch für Film und Rundfunk.
Ab 1939 lebte Hollander auf einem Gutshof in Niendorf/ Stecknitz bei Hamburg.
Nach dem 2. Weltkrieg trat der Romanschriftsteller vermehrt als Kolumnist und Funkschriftsteller, aber auch als Hörfunkmoderator hervor. Zudem stammen über 15 Filmdrehbücher aus seiner Feder. 1967 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Der Vater dreier Töchter, der erst 1971 seinen Abschied vom Hörfunk nahm, erlag einem Herzinfarkt. Sein direkter Nachfolger als Lebensberater beim NDR Erwin Marcus setzte Hollanders beliebte Sendung noch bis Anfang des 21. Jahrhundert fort.
Hollander war, obwohl er auch Essays, Kritiken, Kolumnen und äußerst erfolgreiche Sachbücher schrieb, hauptsächlich Erzähler. Eines seiner ersten Werke war der Novellenkreis Grenze der Erfüllung (1920).
In Romanen wie Das fiebernde Haus (1926), Therese Larotta (1939), Es wächst schon Gras darüber (1947) und Als wäre nichts geschehen (1951) zeigte er sich immer wieder als Autor stilvoller Unterhaltungsliteratur mit Ehe- und Familienthematik. Die einzige Ausnahme dieser Stilrichtung war das Kinderbuch "Es brennt der Stern". Während des 3. Reichs nicht der NSDAP beigetreten, war es ihm dennoch möglich zu veröffentlichen, nach eigenen Angaben weil die NS-Propaganda „den kultivierten Unterhaltungsroman brauchte“. Insgesamt schrieb Hollander über zwanzig Romane.
Im selben Themenkreis wie seine Romane bewegten sich auch seine Sachbücher, wie das Menschenpanorama Schicksale gebündelt (1929), das Erziehungsbuch Der Mensch über Vierzig (1938) und Das Leben zu zweien (1940), die den Schriftsteller, dessen Berliner Wohnung bald von Ratsuchenden belagert wurde, nötigten freitags von 11 bis 13 Uhr eine Sprechstunde für Partnerschaftsberatung einzurichten. Rundfunksendungen wie Was wollen Sie wissen? (1952 ff.) und weitere Sachbuchveröffentlichungen wie Psychologie der Ehefrau (1962) festigten Hollanders Ruf als „Eheberater der Nation“.
In den 30er Jahren begann Hollander auch erste Filmdrehbücher zu schreiben. Ihrerzeit bekannte Filme wie Der Favorit der Kaiserin (1936), Gauner im Frack (1937), Anna Favetti (1938), Komödianten (1941) oder die späteren Glücksritter (1957) und Liebe kann wie Gift sein (1958) stammen aus seiner Feder. Auch an den Drehbüchern der legendären Fernsehserie Familie Schölermann (1954 ff.) war er beteiligt.
Seit 1949 schrieb von Hollander eine regelmäßige Ratgeber-Kolumne in der Zeitschrift Hörzu unter der Bezeichnung „Fragen Sie Frau Irene“, die maßgeblich für den Erfolg der Programmzeitschrift mit verantwortlich war.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hollander, Walther von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 29. Januar 1892 |
| GEBURTSORT | Blankenburg |
| STERBEDATUM | 30. September 1973 |
| STERBEORT | Niendorf/ Stecknitz |
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