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Walsum

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Walsum
Stadtbezirk von Duisburg
Wappen Karte
Wappen Karte
Basisdaten
Fläche: 21,10 km²
Einwohner: 51.528 (Dezember 2007)
Bevölkerungsdichte: 2.442 Einwohner/km²
Gliederung: Karte
Postleitzahlen: 47178, 47179, 47169
Telefonvorwahl: 0203
Sitzverteilung der Bezirksvertretung (2004)
SPD: 8, CDU: 6, GRÜNE: 2, Die Linke/OL: 1, Bürgerunion: 1, FDP: 1

Walsum (51.528 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2007), Fläche: 21,10 km²) ist der nördlichste Stadtbezirk der Stadt Duisburg. Walsum war bis zum 31. Dezember 1974 kreisangehörige Stadt des Kreises Dinslaken.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stadtteile

Der Stadtbezirk besteht aus sechs Stadtteilen:

(Stand: 31. Dezember 2007).

[Bearbeiten] Geschichte

Der Name Walsum kann auf das 7. / 8. Jahrhundert als fränkische Ortsbezeichnung zurückgeführt werden. Urkundlich erwähnt wurde Walsum erstmals im 12. Jahrhundert. Der größte Entwicklungsschub kam mit der Industrialisierung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seit 1905 selbstständig, wurde Walsum im Jahre 1975 nach Duisburg eingemeindet.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „Unter einem silbernem Schildhaupt, darin das Brustbild eines Bischofs in blauem Meßgewand mit silbernem Pallium, darauf drei schwarze Kreuze, nimbiertem rotrandigem Halsstumpf, sein abgeschlagenes, nimbiertes, silbernes Haupt mit blau-silberner Mitra in seiner linken silbernen Hand, die silberne rechte Hand zum Schwur erhoben, in Rot ein zentrales silbernes Oval, belegt mit der Nabe der unteren Hälfte eines goldenen Glevenrades (klevische Lilienhaspel).“

Der Bischof stellt den hl. Dionysius von Paris, den Schutzpatron der Walsumer Kirche und einer der Vierzehn Nothelfer dar. Das Patronat des hl. Dionysius kam bei den niederrheinischen Kirchen in der Zeit von 800 - 1000 auf. Er ist stets leicht zu erkennen, da er als einziger Heiliger mit seinem Kopf in der Hand abgebildet wird. Das Glevenrad, die klevische Lilienhaspel, weist auf die früherer Zugehörigkeit Walsums zum Herzogtum Kleve hin.

Als Vorlage für das Walsumer Stadtwappen wurde das älteste bekannte Schöffensiegel des Walsumer Gerichts von 1426 genommen, das heute im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf liegt. Der Düsseldorfer Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entwarf das Wappen, das am 28. April 1928 vom preußischen Staatsministerium durch seinen Ministerpräsidenten Otto Braun in seiner dritten Amtszeit genehmigt wurde. 1939 wurde der Heilige Dionysius im Schildhaupt durch ein halbes Zahnrad ersetzt, mit dem Bergbausymbol "Schlägel und Eisen" ergänzt und genehmigt. Nach dem Krieg wurde das alte, seit 1426 überlieferte Wappen mit dem hl. Dionysius wieder übernommen.

[Bearbeiten] Vorgeschichte und Römerzeit

Bereits 2.000 v. Chr. belegen erste Funde aus der Jungsteinzeit eine Ansiedlungsstätte. Man fand dort ein Steinbeil aus Quarzit, Feuersteinmesser und Feuersteinspitze. In der Bronzezeit (ca. 800 v. Chr.) wurden 34 Urnengräber einer urkeltischen Bauerngruppe angelegt. Ungefähr ab dem Jahr 55 v. Chr. erreichten die Römer den linken Niederrhein. In Walsum fanden sich ein germanischer Brunnen mit Gefäßen, Schuhresten und römischen Münzen aus der Zeit um 160-250 n. Chr. Um das Jahr 400 n. Chr. endete die Römerzeit am Niederrhein.

[Bearbeiten] Mittelalter

Nach dem Ende der Römerzeit wurde in den Jahren 700-775 ein fränkisches Gräberfeld mit 44 Bestattungen mit Tongefäßen, Waffen und Gerätschaften aus Eisen angelegt (die Ausgrabung erfolgte 1933 beim Bau des Zechenhafens). Etwa zweihundert Jahre später (im Jahre 980) wurde die Bauerschaft "Aldenroda" (Aldenrade) erstmals schriftlich erwähnt.

Im Jahre 1144 wurde Walsum in einer Urkunde des Erzbischofs Arnold I. von Köln erstmals erwähnt: Alwardus und Wolfhildis erhalten einen Oberhof bei „Walsheim“.

Knapp hundert Jahre später, im Jahre 1250 erschien das Kirchspiel „Walsheim“ im Heberegister des Xantener Offiziums. Etwas später (1269) folgte in einer Urkunde des Ritters Heinrich Stecke, Burgmann von Holten, die erste Erwähnung eines Walsumer Pfarrers: „Fredericus pastor ecclesiae de Walsheim“.

Die Edelfrau Mechthild von Holten schenkte 1281 dem Johanniterorden das Patronat der Kirche in „Walsem“. Wenig später (1289) wurde die Gerichtsbarkeit „in Walshem“ durch Burkhard, genannt Stecke, an den Grafen Dietrich VI. von Kleve verkauft. Im Jahr 1292 erfolgte die Fertigstellung des Ordenshaus der Johanniter neben der Kirche (später Kommlers Hof).

Nach langem Rechtsstreit zwischen den Johannitern und Graf Johann von der Mark wurde 1319 Holten vom Walsumer Kirchspiel abgetrennt und das Patronat der Johanniter an der Walsumer Kirche bestätigt. 1370 wurde Constantinus Crone von Hysvelt Inhaber der Höfe Ochtrop und Hückelhoven; Johann Ingen Lohe wurde 1490 Herr auf Haus Loh im Driesenbusch und Bernhard Hystvelt wurde 1492 Besitzer des Rittergutes Waterheck.

[Bearbeiten] 16. - 18. Jahrhundert

Im Jahre 1507 kam der deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. von Duisburg zu Pferde nach Walsum, um sich rheinabwärts nach Brabant einzuschiffen.

Der spanische Feldherr Francisco de Mendoza lag 1583 während des Achtzigjährigen Krieges mit 21.000 Fußsoldaten und 2.500 Reitern vor Orsoy und Walsum, wo ein Lager mit Schanzen errichtet wurde. Eine von den Spaniern gebaute Schwimmbrücke über den Rhein wurde durch einen Sturm zerstört. In der Folgezeit des Krieges kam es 1601 zu großen Schäden durch einen Überfall holländischer Söldner.

Seit 1611 wurde der Besitz der Johanniter in Walsum von der Kommende Herrenstrunden bei Bergisch Gladbach verwaltet; etwa 200 Jahre später (1806) fielen die Ländereien der Johanniter-Kommende in Walsum der Säkularisation zum Opfer. 1620 starb der letzte Johanniter in Walsum, der Hauskomtur und Pastor Heinrich Brinkmann. 1755 kam das Rittergut Haus Waterheck in den Besitz des Senators Arnold Huyssen aus Essen.

[Bearbeiten] Industrialisierung im 19. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich die dörfliche Struktur Walsums durch die Ausdehnung des Bergbaus und der Stahlindustrie nach Norden nachhaltig zu ändern. Industrielle und Firmen begannen Grundstücke aufzukaufen: die Gute-Hoffnungs-Hütte aus Oberhausen (ab 1868), der Industrielle Julius Grillo (ab 1869), der Industrielle Max Haniel (ab 1871) sowie „Gewerkschaft Deutscher Kaiser“ unter der Leitung von August Thyssen (ab 1896).

In den Jahren 1881-1883 wurde die alte Walsumer St. Dionysius-Kirche aus dem 13. Jahrhundert aufgrund der stark steigenden Bevölkerungszahl abgebrochen und durch einen größeren neugotischen Backsteinbau ersetzt.

Als erstes Industrieunternehmen wurde die Niederrheinische Zellstoff-Aktiengesellschaft im Jahre 1897 gegründet. Am 1. Mai 1900 wurden zwei Straßenbahn-Strecken von Dinslaken über Walsum zum Bahnhof Neumühl sowie zwischen Aldenrade und Walsum-Dorf eröffnet. Betreiber war die Continentale Eisenbahn- Bau- und Betriebs- Gesellschaft in Berlin, ab 1911 die Kreis Ruhrorter Straßenbahn AG.

[Bearbeiten] Beginn des 20. Jahrhunderts 1901 - 1918

1903 übernahm die Aschaffenburger Zellstoff AG die insolvente Zellstofffabrik und baute das Werk planmäßig aus. 1903-1905 wurde der Rheinhafen der Gute-Hoffnungs-Hütte Oberhausen (heute Südhafen) gebaut. 1905 erfolgte die Gründung des Familienunternehmens Hövelmann (Rheinperle Getränke), heute einer der führenden Getränke-Distributoren in Deutschland.

Am 1. April 1905 wurde Walsum mit 5.179 Einwohnern selbstständige Gemeinde. Als 1. Bürgermeister wurde Johannes Hoeveler ernannt (bis 1933). Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Walsum-Aldenrade (heute Löschgruppe 401), und 1907 gründete sich der "TV Walsum-Aldenrade 07".

1909 begannen die Vorarbeiten für das spätere Bergwerk Walsum. Die erste Kohleförderung verzögerte sich durch Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise bis 1939. Mit der Eröffnung des Bahnhofs Walsum am 15. Oktober 1912 (Ecke Bahnhofstraße / Römerstraße) an der neuen Eisenbahnstrecke Oberhausen–Wesel erhielt Walsum den Anschluss an das Reichsbahnnetz. 1913 begann die Kohleförderung auf Schacht Rhein 1/2 in Wehofen. Zeitgleich wurde die Bergmanns-Siedlung Wehofen gebaut.

[Bearbeiten] Weimarer Republik 1918 - 1933

Die ersten Jahre nach dem verlorenen 1. Weltkrieg waren durch soziale und politische Spannungen geprägt. Während der März-Unruhen nach dem Kapp-Putsch im Jahre 1920 kamen ca. 30 Personen bei Kämpfen zwischen der „Roten Ruhrarmee“ und der Reichswehr ums Leben. In den Jahren 1923 bis 1925 war Walsum von belgischen Truppen besetzt, um ausstehende Reparationszahlungen aufgrund des Versailler Vertrages durchzusetzen.

Aufgrund der weiter steigenden Bevölkerungszahlen (insbesondere Flüchtlingen aus dem besetzten Saargebiet) wurden neue Siedlungen in Vierlinden (ab 1921) und in Overbruch („Weiße Siedlung“, ab 1932) gebaut.

1919 erfolgte die Gründung des Spielvereins Walsum 1919 e.V. und 1928 die DJK 1928 Vierlinden e.V.

Die Industrialisierung schritt weiter voran. Im Jahre 1921 errichtete die Gute-Hoffnungs-Hütte Oberhausen die Rheinwerft in der Nähe des Südhafens. Das Ortsbild wurde in den Jahren 1933-1936 entscheidend verändert durch den Bau des Zechenhafens (heute Nordhafen) und der Aufschüttung des Rheindeiches. Die Zeche Wehofen wurde 1928 während der Weltwirtschaftskrise stillgelegt.

[Bearbeiten] Zeit des Nationalsozialismus 1933 - 1945

1933 erfolgte Absetzung des langjährigen Bürgermeisters Johannes Hoeveler durch die Nazis. 1935 begann die August-Thyssen-Hütte den Bau der Eigenheimsiedlung „Rote Siedlung“ für ihre Arbeiter in den Hamborner Stahlwerken. 1939 wurde die Kohleförderung auf der Zeche Walsum begonnen. Der Schacht wurde als kriegswichtige Industrie planmäßig ausgebaut, auch unter Einsatz von zahlreichen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. 1942 erfolgten erste Bombenangriffe auf die Walsumer Industriebetriebe.

Nach Bombenangriffen und Artilleriebeschuss überquerten 24. März 1945 amerikanische Truppen den Rhein im Rahmen der "Operation Plunder" und befreiten Walsum. Es war das Kriegsende für Walsum. Es waren etwa 309 zivile Opfer, etwa 150 Auswärtige und Zwangsarbeiter und etwa 880 gefallene Soldaten zu beklagen.[1] Etwa 1600 Wohnungen waren total zerstört und etwa 2200 Wohnungen erheblich oder mittelschwer beschädigt.[2]

[Bearbeiten] Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg 1945 - 1958

Im Jahre 1949 begann mit dem Bau der "Dr. H. Barking-Siedlung" an der Saarbrückener Straße der Wiederaufbau. 1950 folgte der Siedlungsbau am Franz-Lenze-Platz. Auf sportlichem Sektor erfolgte 1951 die Gründung des Kanuvereins Wassersportsportverein "Glück-Auf" Walsum e. V.. 1956 besuchte Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Ludwig Erhard Walsum und weihte den Schacht "Wilhelm" ein. Im selben Jahr erfolgte die Einweihung des "Franz-Hitze-Hauses".

[Bearbeiten] Stadt Walsum 1958 - 1975

Rheinfähre Orsoy

Am 1. Juli 1958 erhielt die Gemeinde Walsum mit über 40.000 Einwohnern das Stadtrecht. Weitere Ereignisse dieses Jahres waren der Bau des Kraftwerkes am Schacht Walsum, der Stadtsparkassenneubau in Aldenrade, die Inbetriebnahme der Autofähre Walsum – Orsoy und die Einweihung der Realschule. Im Folgejahr wurde der Bau des Hallenbades an der Prinzenstraße abgeschlossen und der "1. Schwimmverein Walsum e.V." gegründet. 1961 kam der "1. Walsumer Judo Club" hinzu. Auf industriellem Sektor nahm 1962 die Haindl Papier GmbH, Werk Walsum, die Produktion auf, und am 1. Januar 1964 schloss das Walsumer Zellstoffwerk seine Tore. Im kulturellen Bereich wurde am 17. November 1967 der Neubau des Kopernikus-Gymnasiums seiner Bestimmung übergeben. 1974 folgten die Eröffnung des Allwetterbads und des Kulturzentrums mit großer Aula (Stadthalle Walsum).

Am 1. Januar 1975 endete die Eigenständigkeit der Stadt Walsum. Sie wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung in die Stadt Duisburg eingemeindet. Der Ortsteil Eppinghoven kam zur Stadt Dinslaken.

[Bearbeiten] Stadtbezirk Duisburg-Walsum 1975 - heute

Kraftwerksneubau der Steag im März 2008

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Heimatkalender Kreis Dinslaken 1950, Seite 142
  2. Neue Ruhr/Rhein-Zeitung vom 5.1.1946

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Koordinaten: 51° 31' 58" N 6° 42' 31" O

Walsum - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Walsum - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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