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Waldsee (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Waldsee
Waldsee (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Waldsee hervorgehoben
49.3955555555568.440555555555699Koordinaten: 49° 24′ N, 8° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Waldsee
Höhe: 99 m ü. NN
Fläche: 12,93 km²
Einwohner: 5330 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 412 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67165
Vorwahl: 06236
Kfz-Kennzeichen: RP (bis 31. Aug. 2005: LU)
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Ludwigstraße 99
67165 Waldsee
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Otto Reiland (CDU)
Lage der Gemeinde Waldsee im Rhein-Pfalz-Kreis
Karte
Gesamtansicht

Waldsee ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Waldsee liegt in der nördlichen Oberrheinebene. Der Ort liegt an der Rheinhochuferkante, die die Rheinniederung von der westlich gelegenen Flachlandzone trennt. An diese Flachlandzone schließt sich im Westen eine um einige Meter höher gelegene Sand- bzw. Dünenzone an.

[Bearbeiten] Geschichte

Waldsee wurde wahrscheinlich bereits im 6./7. Jahrhundert von den Franken gegründet und erstmals 1229 im Zusammenhang mit einem gewissen Ritter Widegowe als „Walahesheim“ erwähnt. Dieser Ritter wurde bereits 1203 urkundlich erwähnt, so dass die älteste Erwähnung eines Einwohners von Waldsee über 800 Jahre (800-Jahr-Feier 2003) zurückliegt. Die heutige Form des Ortsnamens entstand im 19. Jahrhundert aus dem vorher üblichen Namen „Waltzheim“ durch die in der umgangssprachlichen Bezeichnung auftretende Abschwächung der Endung -heim zu -em bzw. -e.

Waldsee gehörte als Ort im Speyergau zum Bistum Speyer, dessen Gerichtsbarkeit 974 durch Kaiser Otto II. an die Bischöfe von Speyer übertragen wurde. Von 1065 bis zur französischen Besetzung 1797 war Waldsee dem fürstbischöflichen Hochstift Speyer unterstellt.

Nach dem Abzug der Franzosen gehörte Waldsee zum Bezirksamt Speyer im „Bayerischen Rheinkreis“, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zum Landkreis Speyer, der 1969 dem Landkreis Ludwigshafen zugeschlagen wurde.

In der Zeit des Nationalsozialismus trafen sich Angehörige der Widerstandsgruppe Speyer-Kameradschaft in der Waldseer Gaststätte „Zur Pfalz“ mit „Ostarbeiterinnen“ und Polen aus der Region um auch politische Informationen weiter zu gegeben. Kopf der Waldseer Gruppe war der polnische Zwangsarbeiter Stanislaus Peplinski, er wurde am 19. März 1945 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.[1] [2]

Der „Uzname“ (Spitzname) für die Einwohner Waldsees ist „Hammel“. Er geht zurück auf ein Missgeschick eines Schäfers. Er führte eine Herde aus Schafen mehrerer Waldseer Bauern über einen zugefrorenen See. Das Eis hielt jedoch nicht und ein Großteil der Herde ertrank. Diese Begebenheit ist im „Hammelbrunnen“ auf dem Schwanenplatz dargestellt. Deshalb wird seit einigen Jahren das "Hammelfest" in Waldsee gefeiert.

[Bearbeiten] Religionen

2007 waren 55,5 Prozent der Einwohner katholisch und 22 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Das mittelalterliche Dorfzentrum war auf der rheinabgewandten Westseite, die nicht durch die Hochuferkante geschützt war, von einem Graben umgeben, der noch auf einem um 1770 entstandenen Ortsplan sichtbar ist. Um 1600 umfasste der Ort 32 Gehöfte, was einer Bevölkerung von 120 bis 130 Einwohnern entspricht, 1798 waren es 665 Einwohner. Bis 1820 erfolgte keine Vergrößerung der bebauten Fläche, lediglich der Graben wurde zwischenzeitlich eingeebnet. Ab etwa 1830 setzte ein rasches Wachstum der Bevölkerung des Dorfes ein, was mit einer Ausdehnung in der Fläche einherging. Die Ausdehnung erfolgte wegen der Überschwemmungsgefahr in der Rheinniederung fast ausschließlich in westlicher Richtung. Hatte der Ort 1802 noch 528 Einwohner, waren es 1911 2290 und 1960 4138 Einwohner.

[Bearbeiten] Politik

Altes Rathaus

[Bearbeiten] Gemeinderat

Gemeinderat nach der Wahl 2009:


[Bearbeiten] Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Grün zwei gekreuzte goldene Ackerreuten mit silbernen Eisen, oben bewinkelt von einem schwebenden silbernen griechischen Kreuz.

Es wurde 1927 vom bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1521.[4]

[Bearbeiten] Partnergemeinde

Waldsee pflegt seit 1974 zu Ruffec in der Charente in Frankreich partnerschaftliche Beziehungen.

[Bearbeiten] Vereine und Gruppen

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage hat ihren Sitz in Waldsee. Das Hotelgewerbe ist mit dem Hotel und Restaurant Oberst vertreten.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. *Hermann W. Morweiser: Vom antifaschistischen Widerstand in Speyer. VVN-Bund der Antifaschisten, Speyer 1983
  2. Hedwig Brüchert: Zwangsarbeit 1939–1945 – der „Arbeitseinsatz“ von zivilen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in den Regionen des heutigen Landes Rheinland-Pfalz.
  3. KommWis, Stand: 31.8.2007
  4. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Waldsee – Bilder, Videos und Audiodateien
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