Wahnsdorf ist ein geografisch erhöhter Stadtteil von Radebeul im Landkreis Meißen in Sachsen. Das Straßendorf befindet sich zwischen dem regional bekannten Spitzhaus auf einem Radebeuler Weinberg mit Blick auf ganz Dresden und Boxdorf auf der Hochfläche der Lößnitz.
Das Wesen von Wahnsdorf ist bis heute das eines Dorfes mit Ein- und Zweifamlienhäusern aller Art, während das größere untere Radebeul eine historische und zunehmend exklusive Villenvorstadt von Dresden ist. Wahnsdorf hat heute als einziger Stadtteil von Radebeul einen eigenen Ortschaftsrat.
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1350 wurde der Ort als Wahendorf erstmals urkundlich erwähnt, 1378 als Waginsdorf und 1539 als Banßdorff.[1] 1570 wurde die heutige Grundmühle als Mühle im Grund unter Wahnsdorf erwähnt.
Im 14. Jahrhundert gehörte Wahnsdorf den Burggrafen von Dohna. Im 17. Jahrhundert ging Wahnsdorf an die Ritterguts- beziehungsweise Schlossbesitzer von Hermsdorf, die bis zur Ablösung der Feudallasten 1856 die Grundherrschaft bildeten. unter diesen war die Familie Carlowitz, die Mitte des 15. Jahrhunderts Hermsdorf erwarb und 125 Jahre lang den Grundherrn stellte. 1574 erwarb der Kammerherr des sächsischen Kurfürsten August, Hans Harrer, das Rittergut Hermsdorf, starb jedoch bereits 1580 durch Freitod. 1603 erwarb Kurfürst Christian II. die Grundherrschaft. 1657 kam Wahnsdorf durch Übertragung der Grundherrschaft von dessen Neffen, Kurfürst Johann Georg II., an den Kurfürstlichen Hofmarschall Johann Georg von Rechenberg. 1699 kam die Grundherrschaft an die Familie Flemming.
Die Wahl des ersten Gemeinderats fand aufgrund der Änderungen der Sächsischen Landgemeindeordnung von 1838 im Jahr 1839 statt. 1870 wurde das Zillersche Wasserwerk im Lößnitzgrund errichtet. Die Wetterwarte Wahnsdorf wurde 1916 auf der 246 m hohen Wahnsdorfer Kuppe vom Leiter der Königlich Sächsischen Landeswetterwarte, dem Meteorologen und Erfinder Paul Schreiber, gebaut.
Klimatisch abgegrenzt von der Lage im Elbtal ist das Stadtgebiet auf der Hochebene. Das Klimadiagramm der Wetterwarte Wahnsdorf zeigt die dort herrschenden Durchschnittstemperaturen und Niederschläge der Periode 1961-1990.
Einwohnerentwicklung[2]
| Jahr | 1550 | 1750 | 1849 | 1871 | 1880 | 1890 | 1900 | 1910 | 1925 | 1934 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 151 | 219 | 329 | 383 | 463 | 477 | 718 | 793 | 923 | 983 |
Am 1. April 1934 wurde Wahnsdorf zusammen mit Oberlößnitz nach Radebeul eingemeindet.
Am südlichen Rand liegt ein Streifen des Landschaftsschutzgebiets, das mit seinen trockengesetzten Weinbergsmauern 1999 insgesamt als Historische Weinberglandschaft Radebeul[3] auch unter Gebietsdenkmalschutz gestellt wurde, auch auf Wahnsdorfer Flur. Dieses Gebiet zieht sich von Oberlößnitz und Wahnsdorf im Osten über Niederlößnitz und Naundorf bis hin nach Zitzschewig.
Die denkmalpflegerische Sachgesamtheit des Bilz-Sanatoriums an der Eduard-Bilz-Straße 53 erstreckt sich nach Osten beim Mäuseturm bis auf Wahnsdorfer Flur. Vor allem im Norden liegen größere Flächen des ehemaligen Erholungsparks von Bilz auf Wahnsdorfer Gebiet.
Das Anwesen des Jägerbergs, das als Werk der Landschafts- und Gartengestaltung gilt, erstreckt sich ebenfalls im Norden bis auf Wahnsdorfer Flur; so liegt die auf der Hangkante gelegene Blechburg in diesem Stadtteil. Das Anwesen der Villa Tautzschgenhof, die selbst ein Baudenkmal darstellt, zählt dagegen zu den denkmalpflegerischen Nebenanlagen.
Am Anger von Wahnsdorf befinden sich das Kriegerdenkmal sowie der Albertstein, ein stelenartiges Steindenkmal mit einer Bronzeplakette für den sächsischen König Albert, errichtet im Jahr 1903. Bei der Wetterwarte Wahnsdorf steht ein Triangulationspfeiler aus Granit, der einen Triangulationspunkt der sächsischen Landvermessung im 19. Jahrhundert definiert. Die Inschrift lautet: „Station WAHNSDORF der Kön. Sächs. Triangulirung 1865.“
Einige wenige weitere Baudenkmäler liegen auf Wahnsdorfer Gebiet, so beispielsweise das ehemalige Elektrizitätswerk im Lößnitzgrund mit seinem inzwischen abgebrochenen Anschluss an die Lößnitzgrundbahn. Oberhalb des Lößnitzgrunds liegt das Berggasthaus „Zum Pfeiffer“ und nicht weit davon entfernt der Todhübel, ein Bodendenkmal.
Von Wahnsdorfs ehemals größtem Weingut Graue Presse sind am Graue-Presse-Weg 16 nur noch die Umfriedungsmauern mit dem trompetenförmig einwärts gezogenen Tor zu finden. Die ehemals in dem Weingut stehende hölzerne Weinspindelpresse gleichen Namens steht heute in der Hoflößnitz. An der östlichen Grenze von Wahnsdorf steht in der Haidebergstraße 36 das Kurhaus Wettin.
Mit dem ÖPNV ist Radebeul-Wahnsdorf von Dresden aus mäßig zu erreichen, per Bus 80 über Dresden-Wilder Mann (Linie 3) oder mit der Linie 4 vom unteren Radebeul aus, jeweils mit längerem Fußweg. Mit dem PKW ist das Dresdner Stadtzentrum dagegen tagsüber binnen 20 Minuten erreicht.
Der Dresdner Maler, Zeichner, Kupferstecher und Lithograph Christian Friedrich Gille (1805–1899) verbrachte seit etwa 1880 einen Teil des Jahres in Wahnsdorf, wo er 1899, zuletzt geistig umnachtet, verstarb.
Alt-Radebeul | Fürstenhain | Kötzschenbroda | Lindenau | Naundorf | Niederlößnitz | Oberlößnitz | Serkowitz | Wahnsdorf | Zitzschewig
Koordinaten: 51° 7' N, 13° 40' O
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."