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Waffen-SS

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Emblem der Waffen-SS

Die Waffen-SS war während des Zweiten Weltkriegs der militärisch bewaffnete Teil der nationalsozialistischen Parteitruppe SS. Obwohl sie in die Operationen der Wehrmacht eingebunden war, war sie organisatorisch eigenständig und unterstand dem direkten Oberbefehl des Reichsführers-SS Heinrich Himmler. Ihr gehörten sowohl Kampfverbände als auch die Wachmannschaften der Konzentrationslager an.[1] Aufgrund ihrer Beteiligung am Holocaust und an zahlreichen Kriegsverbrechen wurde sie 1946 vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zur verbrecherischen Organisation erklärt.

Die Waffen-SS entstand im Dezember 1939 nach dem Polenfeldzug aus der Zusammenführung von SS-Verfügungsdivision, SS-Totenkopfdivision und SS-Totenkopfverbänden.[2] Seit 1940 wurde sie zu einer selbständigen militärischen Organisation ausgebaut, die insgesamt bis zu 914.000, im Juni 1944 noch etwa 600.000 Mitglieder hatte.[3] Sie bestand zunächst überwiegend aus Freiwilligen, ab 1943 auch aus Zwangsverpflichteten. Seit 1941 wurden zunehmend ausländische Freiwillige angeworben, die 1944 mehr als die Hälfte der Truppe stellten.[4]

Einheiten der Waffen-SS wurden an der Front und zur Sicherung besetzter Gebiete eingesetzt und waren für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich, zum Beispiel in Oradour-sur-Glane und Sant’Anna di Stazzema. Angehörige der Waffen-SS waren unter dem Deckmantel der „Partisanenbekämpfung“, als bewaffnete Ausführende der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD sowie mit ihren Totenkopfverbänden und zwei Brigaden auch direkt am Holocaust beteiligt.[5] Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler, an dem Wehrmachtsoffiziere maßgeblich beteiligt waren, wurden der Waffen-SS weitere, bis dahin der Wehrmacht zustehende Kompetenzen übertragen: So erhielt Himmler den Befehl über das Ersatzheer und die Abwehr.[6]

Die NS-Propaganda stellte die Waffen-SS als Elitetruppe mit dem Nimbus der Unbesiegbarkeit dar. Sie tat sich aber vor allem durch besondere Härte und Grausamkeit, insbesondere gegen die Zivilbevölkerung hervor. Mit der SS wurde die Waffen-SS im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1946 als verbrecherische Organisation verboten. In Österreich wurde darüber hinaus ein Werbungs- und Propagandaverbot erlassen.

Ab 1951 organisierten sich bis zu 250.000 westdeutsche Veteranen der Waffen-SS in der HIAG, um ihre Interessen zu vertreten. Die Rolle der Waffen-SS wurde im Rahmen der Bitburg-Kontroverse (1985) und der von Günter Grass bekanntgegebenen Waffen-SS-Mitgliedschaft (2006) erneut diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wurzeln

Der Kern der Waffen-SS entstand aus drei verschiedenen Einheiten, der Leibstandarte-SS Adolf Hitler, einer auf Adolf Hitler verpflichteten persönlichen Leibwache, der SS-Verfügungstruppe, die 1934 aus den politischen Bereitschaften der SS entstand und den SS-Totenkopfstandarten, die für die Bewachung der Konzentrationslager zuständig waren.

[Bearbeiten] Leibstandarte

Nur die Leibstandarte-SS Adolf Hitler wurde auf direkten Führerbefehl im März 1933 aufgestellt. Sie rekrutierte sich zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung überwiegend aus ehemaligen SA-Männern. Finanziert wurde die Truppe durch die preußische Landespolizei, auf deren Soldliste die Angehörigen der Leibstandarte standen. Die Einheit erhielt ihre militärische Grundausbildung vom Reichswehrregiment Nr. 9, welches als Eliteverband galt. Die in ihren Anfängen sehr kleine Truppe, die in ihrer Zwitterstellung rechtlich und formal keine vergleichbaren Vorläufer hatte, erregte bei der Reichswehr, die für sich das Militärmonopol beanspruchte, zunächst keinen Argwohn.

Ihre erste maßgebliche innenpolitische Aufgabe war die Teilnahme am Röhm-Putsch, der Liquidierung der SA-Führung, gemeinsam mit Teilen der späteren SS-Verfügungstruppe im Juni 1934.

[Bearbeiten] Verfügungstruppe

Die SS-Verfügungstruppe wurde von Reichswehrminister Werner von Blomberg am 24. September 1934 genehmigt und aus den sogenannten Politische Bereitschaften, etwa 120 Mann starke, kasernierte Sonderkommandos, die jeweils den SS-Oberabschnitten regional und dezentral zugeordnet waren, aufgestellt. Ursprüngliche Aufgabe der Bereitschaften war der „Schutz höherer SS- und NSDAP-Führer“. Zusammen mit der SA wurden sie offiziell als Hilfspolizei im Straßendienst eingesetzt. Dabei nahmen an sogenannten wilden Verhaftungen politischer Gegner teil vor und betrieben auch eigene Gefängnisse. Trotz der Regierungsübernahme war die Machtstellung des NS-Regimes politisch noch nicht gefestigt und sollte durch bewaffnete Einheiten gestützt werden. Die SS-Verfügungstruppe war trotz ihrer militärischen Ausrichtung zunächst primär als innenpolitische Eingreifreserve der Partei gedacht und nicht als klassischer militärischer Verband.

Nach dem Röhmputsch begann die SS 1934 in Bad Tölz, 1935 in Braunschweig sogenannte SS-Junkerschulen einzurichten, die als einheitlich militärische Ausbildungsinstitutionen für für den SS-Führungsnachwuchs gedacht waren. Ihre Ausbildungsrichtlinien lehnten sich neben der ideologischen Indoktrination an die militärfachlichen Vorgaben der Kriegsschulen des Heeres an. Heinrich Himmler, der Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei, strebte eine Professionalisierung der Verfügungstruppen an, deren Mitglieder vollgültige militärische Ausbildungen erhielten. Das Dienstgrad- und Besoldungssystem wurde an das des Heeres angeglichen. Die Verfügungstruppe wurde nun etatmäßig an das Reichsministerium des Inneren angegliedert und juristisch von der Reichsregierung vertreten. Mit der „Inspektion der SS-Verfügungstruppe“ unter dem ehemaligen Generalleutnant der Reichswehr und späteren SS-Oberstgruppenführer Paul Hausser schuf Himmler so etwas wie einen eigenen Generalstab. 1935 bestand die Verfügungstruppe aus der Leibstandarte mit 2.600 Mann und den SS-Standarten „Deutschland“ und „Germania“ mit 5.040 Mann.

Die „Stabswache Berlin“ und die Sonderkommandos der SS hatten annähernd militärische Organisationsformen und wurden auch in der Regel von ehemaligen Reichswehr- oder Polizeioffizieren geführt. Trotzdem handelte es sich um offiziell um keine militärischen Einheiten, wie 1936 der Befehl ihres Führers, Theodor Eicke, verdeutlicht: „Wir tragen keine Waffen, um dem Heere ähnlich zu sehen, sondern um sie zu gebrauchen, wenn Führer und Bewegung in Gefahr sind“.[7]

[Bearbeiten] Totenkopfverbände

Die SS-Totenkopfverbände rekrutierten sich 1935 aus Teilen der SS-Verfügungstruppe, als alle KZ-Wacheinheiten zu relativ autonomen SS-Wachverbänden zusammengefasst und Theodor Eicke, unterstellt wurden. Eicke wurde zum Inspekteur der Konzentrationslager befördert und reorganisierte 1937 die Wachverbände zu den SS-Totenkopfstandarten um, deren Aufgabe zunächst ausschließlich in der Bewachung der Konzentrationslager lag. Es gab allerdings einen umfangreichen Personalaustausch der Totenkopfverbände mit den anderen SS-Einheiten. Dieser konnte sowohl der Beförderung als auch der Disziplinierung der Wachverbände dienen.

[Bearbeiten] Der militärische Ausbau zur Waffen-SS

Sowohl Ernst Röhm mit der SA, als auch Himmler, seit 1929 Reichsführer-SS, hatten militärpolitische Ambitionen, was die Heeresführung beunruhigte. Nach der Liquidierung Röhms versicherte Hitler, die Reichswehr bleibe der „einzige Waffenträger der Nation“.

Dennoch war Heinrich Himmler dazu entschlossen aus diesen Verbänden nach und nach vollwertige militärische Einheiten zu formen, die auch über schwere Waffen verfügen sollten. Die Verantwortlichen der Reichswehr begrüßten zwar die Ausschaltung der SA als mögliche bewaffnete Konkurrenz, waren aber weiterhin bestrebt, ihr Militärmonopol zu wahren. Sie unternahmen alles, um einen weiteren Ausbau des paramilitärischen Arms der SS zu vereiteln. Daraus entwickelte sich eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen SS und Heeresführung.

Nach der Blomberg-Fritsch-Krise 1938 übernahm Hitler die Nachfolge von Reichswehrminister von Blomberg, entließ den Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Werner von Fritsch, und der Generalstabschef trat zurück. Damit stellte er alle Weichen für eine Gleichschaltung der Militärs (sogenannte militärische Machtergreifung), der einzigen Institution, die die unumschränkte Macht des NS-Regimes noch ernsthaft hätte gefährden können. Im Führererlass vom August 1938 erlaubte er die Aufstellung einer SS-Division mit eigener Artillerie und legte deren Frontverwendung im Mobilmachungsfall fest. Damit hatte die Wehrmacht den Kampf um das Gewaltmonopol verloren.

Hitler hatte sich damit eine Truppe zu seiner ganz persönlichen Verfügung entwickelt, die sich durch „unbedingte Treue“ ihm gegenüber auszeichnen sollte. Von diesen beiden Merkmalen wurde die weitere Entwicklung der SS und ihre rechtliche und tatsächliche Stellung im Dritten Reich bestimmt. Himmler hat diesen beiden Merkmalen der SS den „Elitegedanken“ hinzugefügt. Die SS sollte nicht nur im Einsatz für Hitler politisch zuverlässig sein, sondern zu einer rassischen und politischen Führerschicht im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie gebildet werden.

Die Waffen-SS wurde schließlich ab Ende 1939 aus heterogenen Teilen geschaffen. Binnen weniger Monate wurde sie auf dreieinhalb Divisionen erweitert: die „Verfügungsdivision“, die später in „Das Reich“ umbenannt wurde, die aus den Totenkopfverbänden hervorgegangene „Totenkopfdivision“ mit zunächst 18.000 Mann und die aus Kräften der Ordnungspolizei gebildete „Polizeidivision“. Die „Leibstandarte“ wurde zu einem verstärkten motorisierten Infanterieregiment ausgebaut.

[Bearbeiten] Organisatorischer Aufbau Ende 1939

Der Begriff „Waffen-SS“ wurde Anfang November 1939 informell in den Sprachgebrauch der SS-Administration eingeführt und setzte sich etwa innerhalb eines Jahres gegenüber den alten Bezeichnungen „Verfügungstruppe“ und „Totenkopfverbände“ durch.

Das früheste bekannte Dokument, das den Begriff „Waffen-SS“ verwendet, ist ein SS-Befehl vom 7. November 1939, in dem Angehörige der Allgemeinen SS darauf hingewiesen werden, dass sie Reserveführer in der Waffen-SS und der Polizei werden könnten. Dabei erscheint „Waffen-SS“ als Sammelbezeichnung für die „bewaffneten Einheiten der SS und Polizei“.[8] Mit Befehl des Reichsführer-SS vom 1. Dezember 1939[9], wurden folgende Verbände, Dienststellen und Ämter zur Waffen-SS verschmolzen:

Organisationsstruktur der SS
  1. SS-V-Division
  2. SS-Totenkopf-Division
  3. SS-Polizei Division
  4. SS-Junkerschulen
  5. SS-Totenkopf-Standarten
  6. Ergänzungsamt der Waffen-SS (SS-Erg.Amt)
  7. Waffen- und Geräteamt der Waffen-SS (SS W. u. G.Amt)
  8. Personalamt der Waffen-SS (SS-Pers.Amt)
  9. Amt R. V. der Waffen-SS (Amt RV)
  10. Fürsorge- und Versorgungsamt der Waffen-SS (SS-F. u. V.Amt)
  11. Sanitätsamt der Waffen-SS (SS-San.Amt)
  12. Verwaltungsamt der Waffen-SS (SS-V.Amt)
  13. SS-Gericht
  14. Leibstandarte Adolf Hitler

Zwar erfolgte diese Zuordnung durch Himmler ohne rechtliche Grundlage, aber Hitler ließ ihn anstandslos gewähren. Es war in den Augen Hitlers Himmlers persönliche Sache, wie er die SS intern gliederte; insgesamt wurden 179 Dienststellen der Allgemeinen SS der Waffen-SS zugeführt.

Hitler begründete 1940 die Notwendigkeit der Waffen-SS:

„Das Großdeutsche Reich in seiner endgültigen Gestalt wird mit seinen Grenzen nicht ausschließlich Volkskörper umspannen, die von vornherein dem Reich wohlwollend gegenüber stehen. Über den Kern des Reiches hinaus ist es daher notwendig, eine Staatstruppenpolizei zu schaffen, die in jeder Situation befähigt ist, die Autorität des Reiches im Innern zu vertreten und durchzusetzen.“

Der Historiker Bernd Wegner bemerkte zur Umbenennung in „Waffen-SS“:

„Der ungewöhnlich anmutende Vorgang einer ‚schleichenden‘ Neubenennung stellt sich, rückblickend betrachtet, als ein äußerst geschickter, freilich eher psychologisch als machtpolitisch wirksamer Schachzug einer gleichermaßen auf Expansion wie Integration zielenden Politik dar. Denn die Einführung des Sammelnamens ‚Waffen-SS‘ signalisierte ebenso den Willen zu einer möglichst wehrmachtunabhängigen SS-Armee wie den Anspruch auf Gleichwertigkeit aller SS-Truppenteile untereinander – nahm also die bislang vom Heer abgelehnte militärdienstliche Gleichbehandlung von Verfügungstruppen, Totenkopfverbänden und Junkerschulen begrifflich schon vorweg. Aber nicht nur das: Zu einem Zeitpunkt, als die SS 3½ Divisionen fast gleichzeitig aufgestellt hatte, wurde deren gemeinsamer Name auch zu einer Chiffre für das von Himmler gewünschte, ihm aber noch nicht zugebilligte SS-Generalkommando.“

Bernd Wegner: Hitlers Politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933–1945, 4. Auflage, Paderborn 1990.

Die Waffen-SS umfasste schließlich alle Einheiten der Schutzstaffel, die dem Führungshauptamt und innerhalb dieses Amtes dem Kommandoamt der Waffen-SS unterstellt waren. Dazu zählten sowohl die SS-Divisionen (opererativ dem Heer unterstellt) als auch die SS-Totenkopf-Wachsturmbanne, die organisatorisch ab 1940/1941 dem Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS zugeordnet waren, welches für Konzentrations- und die Vernichtungslager zuständig war. Truppendienstlich jedoch unterstanden diese Totenkopfeinheiten weiterhin dem Kommandoamt der Waffen-SS. Die „SS-Totenkopfstandarten“ waren keine Verbände der Waffen-SS für den Fronteinsatz. Zwischen den KZ-Wachmannschaften und der SS-Division Totenkopf gab es jedoch einen regen Personalaustausch.

[Bearbeiten] Militärische Kompetenz und erste Kriegseinsätze

Nach der Mobilmachung wurden die Waffen-SS-Verbände dem Oberkommando des Heeres unterstellt, kämpften aber während des Polenfeldzuges weder alle an der Front noch als eigenständige Großverbände. So wurden die Regimenter einschließlich des selbständigen Regiments der Leibstandarte auf verschiedene Heeresdivisionen verteilt. Die Totenkopfstandarten Oberbayern, Thüringen und Brandenburg wurden nicht an der Front, sondern im Hinterland zu sogenannten Befriedungs- und Säuberungsaktionen eingesetzt, ebenso wie Teile der Waffen-SS-Polizeidivision, die aber auch andere Sicherungs- und Ordnungsaufgaben im gesamten besetzten Gebiet wahrnahm. Nach der Einrichtung des Generalgouvernements am 26. Oktober 1939 wurden Teile der Totenkopfverbände und der Polizeidivision dieser NS-Zivilverwaltung unterstellt, womit auch die Verantwortung für etwaige Verbrechen gegen die polnische Zivilbevölkerung auf diese überging.

Die Leibstandarte fiel von Beginn an dadurch auf, dass sie ziellos herumschoß und routinemäßig polnische Ortschaften in Brand setzte, was von übergeordneten Wehrmachtskommandeuren bemängelt wurde. Auch der militärische Wert der Waffen-SS-Frontverbände wurde von der Wehrmacht eher kritisch bewertet. Trotz der durch die Junkerschulen und dem Einfluss von Paul Hausser zu diesem Zeitpunkt einigermaßen gut ausgebildeten Offiziere fehlte es vor allen Dingen an militärisch qualifizierten Unteroffizieren. Das führte dazu, dass manche Verbände bei entsprechenden Offiziersverlusten im Gefecht die Ordnung verloren, was sie zusätzlich zu den ohnenhin vorhandenen Vorbehalten in den Augen der Wehrmacht als militärisch nicht eben verlässliche Einheiten erscheinen ließ.

Obwohl von Anfang an bevorzugt (vorerst nur Fahrzeuge betreffend, noch nicht waffentechnisch) ausgerüstet – waren doch alle Waffen-SS-Verbände bei Kriegsbeginn vollständig motorisiert im Gegensatz zum Gros des Heeres (gerade einmal 16 der 157 Divisionen) – konnten die Frontverbände der Waffen-SS militärisch keine Akzente setzen.

Bei Beginn des Westfeldzuges hatte die Waffen-SS bereits 56.000 Mann ohne die Totenkopfverbände, was aber noch immer ein verschwindend geringer Anteil an der Gesamtstärke der deutschen Truppen darstellte. Auch in den Beneluxländern und Frankreich offenbarten sich deutliche Mängel in der Gefechtsführung, was aber nicht durch überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft und Motivation kompensiert werden konnte, sondern im Gegenteil die Verluste durch übereiltes und unplanmäßiges Vorgehen noch zusätzlich erhöhte. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Wehrmachts- und Waffen-SS-Führung, was Einsatztaktik und -strategie anging. Bei einem Streit zwischen General Erich Hoepner mit Eicke, der als Divisionskommandeur über keinerlei militärische Ausbildung verfügte, kam es zum Eklat, als er von Hoepner als Schlächter bezeichnet wurde, weil dieser äußerte: „Verluste spielen keinen Rolle.“. Auch zeigten sich durch den schnellen Ausbau und erlittene Verluste an den wenigen erfahrenen Führern erstmals Mängel in der Qualität der Offiziersausbildung.

Hitler zeigte sich dennoch nach der Niederlage Frankreichs zufrieden mit den „Leistungen“ der Waffen-SS und hob sie anlässlich seiner Rede zur Siegesparade 1940 in Berlin lobend hervor.

[Bearbeiten] Kriegsverbrechen

Die Waffen-SS hatte im Krieg den Ruf, besonders rücksichtslos gegenüber Gefangenen und der Zivilbevölkerung zu sein. Insbesondere aus den Reihen von Freiwilligen- und Waffen-Divisionen wurden Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung begangen. Dies war durch die ideologische Ausrichtung der Führungsspitze und der verantwortlichen Truppenführer begründet.

SS-Obersturmführer der Waffen-SS und KZ-Arzt Fritz Klein in einem Massengrab im KZ Bergen-Belsen. Er wurde nach der Befreiung des Lagers gezwungen, bei der Beerdigung der KZ-Opfer mitzuhelfen, weshalb er auch direkt in der Leichengrube steht. Klein war an Selektionen und Massenmorden im KZ Bergen-Belsen beteiligt und wurde später zum Tode verurteilt.

Darüber hinaus wurde auch zwischen den Feldeinheiten der SS-Divisionen und den SS-Einsatzgruppen, die hinter der Front in großem Maßstab Massaker an Juden begingen, sowie den ebenfalls zur Waffen-SS zählenden Wachmannschaften der Konzentrationslager Personal ausgetauscht. Im Kiewer Vorort Babi Jar ermordeten Einsatzgruppen der Waffen-SS- und der SS nach dem Einmarsch in Kiew am 29./30. September 1941 etwa 33.000 Menschen.

In wenigen Fällen wurden Offiziere der Waffen-SS wegen ihrer Verbrechen bereits vor 1945 verhaftet und auch verurteilt, so z. B. Waffen-Brigadeführer Bronislaw Kaminski, der zusammen mit einigen seiner Offiziere der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“ (russische Nr. 1) wegen der brutalen Plünderungen in Warschau 1944 verurteilt und sofort danach durch Erschießung hingerichtet wurde. Andere Quellen sprechen davon, dass Kaminski wegen zu weit gehender Forderungen gegenüber der SS-Führung hingerichtet wurde. Für diese These spricht, dass der Führer der SS-Sondereinheit Dirlewanger, Oskar Dirlewanger, für den gleichen Einsatz das Ritterkreuz erhielt. Beide Einheiten sind für ihre besonders harte und grausame Kriegführung bekannt.

Kämpfer der Waffen-SS haben in den letzten Kriegstagen eine Vielzahl von deutschen Soldaten und Zivilisten wegen „Wehrkraftzersetzung“ oder Desertion hingerichtet.

1942 wurde mit Mitteln der Waffen-SS unter dem Dach der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V. das Institut für wehrwissenschaftliche Forschung gegründet. Dieses Institut führte unter anderem in Konzentrationslagern tödliche Menschenversuche an Häftlingen durch. Diese Menschenversuche wurden nach dem Krieg im Nürnberger Ärzteprozess geahndet. Einige beteiligte Wissenschaftler waren Mitglieder der Waffen-SS.

Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1946 erklärte der Internationale Militärgerichtshof die Waffen-SS wie auch die Allgemeine SS und die Totenkopfverbände wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur verbrecherischen Organisation.

[Bearbeiten] Verluste

In der Literatur wurde schon zu Kriegszeiten der falsche Mythos vom „Opfergang der Waffen-SS“ gepflegt. Dabei lag im Ostkrieg, wo die Waffen-SS ihre schwersten Verluste erlitt, die Quote der tödlichen Verluste (rund 37 Prozent) weit niedriger als die Verlustquote der Wehrmacht (60 Prozent).[11]

In den ersten Kriegsjahren fehlten in den Großverbänden der Waffen-SS ausgebildete Generalstabsoffiziere, so dass oft ohne ausreichende Beurteilung der Lage und ohne Rücksicht auf Verluste angegriffen wurde. Zudem bestand nicht nur der Ehrgeiz, von der skeptischen Wehrmachtsführung als gleichwertige Kampftruppe anerkannt zu werden, sondern auch der, den eigenen Elite-Anspruch zu bestätigen.

Der Kriegsverlauf und die vielen neuaufgestellten Verbände minderten den Kampfwert stetig. Zwar gab es mehr gut ausgebildete Stabsoffiziere und die Führung war taktisch besser und umsichtiger als zu Kriegsbeginn. Aber die Aufgabe der Freiwilligkeit, die Lockerung der Aufnahmekriterien und schließlich das legalisierte Einziehen neuer Rekruten senkten die Kampfmoral der Mannschaften und der Unterführer nachhaltig.

Das in der Militärausbildung geltende Prinzip der „Führung von vorn“ ließ die Verluste an Offizieren hochschnellen. Häufig wurde versucht, fehlende Erfahrung mit Tollkühnheit und Todesverachtung auszugleichen. Im Laufe des Krieges ging mit den hohen Verlusten an Führern auch eine Straffung der Offiziersausbildung einher, was sich wiederum negativ auf die Truppenführung auf Zug- und Kompanieebene auswirkte. Zudem erfolgte, auf Himmlers Betreiben, ein reger Führeraustausch zwischen Fronttruppe, SS-Ämtern, Ausbildungseinheiten und Konzentrationslagern. So kam es vor, dass gegen Kriegsende SS-Offiziere aus aufgelösten KZs in die Fronttruppe versetzt wurden (nachdem schon früher der Einsatz der KZ-Wachmannschaften wegen schlechter Kampfleistungen eingestellt worden war) und aufgrund der fehlenden Kampferfahrung als taktische Führer vollkommen versagten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Verluste der Waffen-SS über die Dauer des Krieges hoch waren. Sei es wegen fehlender Führungserfahrung oder später wegen immer kürzerer Ausbildung und unzureichender Ausrüstung verbunden mit einer weiterhin sehr hohen Erwartungen seitens der höheren Führung.

Eine schon vor Jahren vorgenommene Berechnung, die auf Angaben der Wehrmachtsauskunftsstelle beruhte, gelangte zu dem Ergebnis, dass die Kriegstotenzahl der Waffen-SS der des Heeres exakt entsprach – insgesamt gesehen. Dies schließt unverhältnismäßig hohe Verluste einzelner Einheiten oder Verbände nicht aus.

Overmans[12] belegt die Vergleichbarkeit der Verlustraten von Waffen-SS-Verbänden und entsprechend gegliederten Heeresdivisionen im gleichen Zeitraum und am gleichen Ort und stellt fest, „dass die Verluste der Waffen-SS insgesamt nicht signifikant höher gewesen sind als diejenigen des Heeres“.

[Bearbeiten] Organisation

Während Hausser die „alte Schule“ der Preußen-Militärs in die SS-VT übernehmen wollte, hatte Steiner sich nach Kriegserfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg für das damals revolutionäre Konzept der Kampfführung von kleinen Gruppen aus entschieden (vgl. Stoßtrupp). In eine ähnliche Richtung wie Hausser und dachte auch Cassius Freiherr von Montigny, der im April 1938 zu Steiner stieß. Von Montigny war ab 1939 organisatorisch den SS-Totenkopfverbänden zugeordnet worden.

Im Laufe des Krieges wurde sie propagandistisch als militärische Elitetruppe des Reichsführer-SS Heinrich Himmler neben den regulären Teilstreitkräften der Wehrmacht stilisiert und mit einem „Nimbus der Unschlagbarkeit“ umgeben.

Die Divisionen der Waffen-SS ähnelten organisatorisch denen der Wehrmacht, besaßen jedoch einige Unterschiede und waren sehr oft von größerer Personal- und Ausrüstungsstärke und entsprechend wesentlich größerer Schlagkraft als vergleichbare Heeresverbände.

SS-Infanterie-Divisionen
Diese enthielten im Gegensatz zur Wehrmacht zusätzlich ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.
SS-Gebirgs-Divisionen
Die Gebirgstruppen der Waffen-SS enthielten in einer Division auch eine Panzer- oder Sturmgeschütz-Kompanie, ebenso ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.
SS-Panzergrenadier-Divisionen
Obwohl sich die Gliederung dieser Einheiten motorisierter Infanterie an denen der Wehrmacht orientierte, waren sie mit 15 anstatt 14 Kompanien und einem Maschinengewehr-, Flak- und Nachschub-Bataillon wesentlich stärker als vergleichbare Heeresverbände. Im Vorfeld des Unternehmens Zitadelle wurden die drei SS-Panzergrenadier-Divisionen bevorzugt mit neuen Panzern ausgestattet, so dass sie tatsächlich mehr Panzer hatten als die Panzer-Divisionen des Heeres.
SS-Panzer-Divisionen
Diese hatten im Vergleich zur Wehrmacht 15 anstatt zehn Panzergrenadier-Kompanien; die Panzer-Regimenter waren größer und beinhalteten zusätzlich ein Pionier-Bataillon, zwei Brückenleger-Kompanien, Flak-Bataillon, Nachschub-Bataillon und ein Mörser-Bataillon. Später – um 1944 – auch oft zusätzlich ein Werfer-Bataillon (vorwiegend mit dem Raketenwerfer Typ „Nebelwerfer“ ausgerüstet, gezogen oder auf Halbkettenfahrzeugen montiert). Die innerhalb der Panzerdivisionen selbständigen „schweren Panzer-Abteilungen“ der Waffen-SS hatten angesichts ihrer Organisation und der Ausstattung mit den berühmten Panzern Tiger und Königstiger die schlagkräftigsten Panzereinheiten des Krieges.
SS-Kavallerie-Divisionen
Bestand aus zwei motorisierten Kavallerie-Brigaden mit einer kleineren Artillerie-Einheit und einer Panzer-Bergungs- und Reparatureinheit. Daneben gab es die üblichen Unterstützungsbataillone und wiederum ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.
SS-Fallschirmjägerbataillon 500
Luftlandetruppe der Waffen-SS. Am häufigsten zu Geheimoperationen herangezogen.
SS-Sonderverbände/SS-Jagdverbände
Diese Einheiten dienten Aufklärungs-, Sabotage- und Geheimaktionen. Sie wurden im Oktober 1944 aus den ehemaligen SS-Jägerbataillonen und Einheiten der Division Brandenburg der Wehrmacht gebildet. Diese Spezialeinheiten gehörten zu denen, die von Otto Skorzeny bei seinen geheimen Operationen befehligt wurden. Oftmals waren hier auch Truppenteile des SS-Fallschirmjägerbataillon 500 enthalten.

Die entscheidenden Unterschiede zu den Divisionen der Wehrmacht:

[Bearbeiten] Divisionen der Waffen-SS

Folgende Divisionen der Waffen-SS wurden bis Mai 1945 aufgestellt, welche ab dem 22. Oktober 1943 durchnummeriert wurden. Durch die Ausflösung oder Vernichtung von Divisionen wurde die entsprechende Nummer für eine neu aufgestellte Division wieder verwendet:

Insgesamt wurden 38 Divisionsnummern vergeben. Dies bedeutet aber nicht, dass die Waffen-SS zu irgendeinem Zeitpunkt über 38 Divisionen verfügte oder diese Divisionen voll einsatzbereit waren und im aktiven Kampf eingesetzt werden konnten.

Insbesondere die Verbände ab der Nummer 21 waren aufgrund ihrer Aufstellung überwiegend im letzten Kriegsjahr lediglich dem Namen nach Divisionen und konnten meist ihre Aufstellung nicht abschließen, bevor sie bereits wieder aufgelöst wurden, um andere Verbände zu verstärken oder im Kampf vernichtet wurden. Auch unterschied sich der Kampfwert der Divisionen, so der Historiker George H. Stein, nach dem Anteil der Volks- und Nichtdeutschen. Nach Burkhart Müller-Hillebrandt waren außerdem nie mehr als 22 Divisionen der Waffen-SS im Einsatz.

Anhand der vergebenen Divisionsnummern und Namen lässt sich folgendes identifizieren:

Es wurden noch sieben Divisionen zur Aufstellung vorgesehen und die Namen dafür zugeteilt, jedoch konnten diese Einheiten aufgrund mangelnder Ausrüstung und der sich überschlagenden Ereignisse, das heißt der Kapitulation Anfang Mai 1945 letztlich nicht mehr aufgestellt werden:

Unterscheidungen zwischen SS- und Waffen-SS-Divisionen

Briefmarke von 1943 mit idealisierter Darstellung von Soldaten der Waffen-SS

Die „Waffen-Grenadier-Divisionen“ und „Waffen-Gebirgs-Divisionen“ bestanden hauptsächlich aus ausländischen Freiwilligen. Diese Verbände, die vorwiegend aus Nichtdeutschen bestanden, wurden ab 1943 zum Teil aus den so genannten „Legionen“ gebildet, deren Angehörigen (häufig in ihren Heimatländern) oft als Legionäre oder SS-Legionäre bezeichnet wurden.

Die „Freiwilligen“-Divisionen bestanden überwiegend aus Volksdeutschen, die oft alles andere als freiwillig in der Waffen-SS dienten. Dementsprechend wurde ihr Kampfwert als gering angesehen. Darüber hinaus erreichten die meisten der seit 1944 aufgestellten Divisionen (ab der 18.) niemals ihre Sollstärke und kämpften, wenn überhaupt, als Kampfgruppen im Rahmen größerer Verbände. Auch wurden, vor allem im Frühjahr 1945, SS-Divisionen verstärkt mit Verbänden der Wehrmacht aufgefüllt, wie etwa im Fall der 36. Waffen-Grenadier-Division der SS.

Zahlreiche Divisionen wurden vorzeitig aufgelöst oder im Kampf zerschlagen. Ihre Nummern wurden an neugebildete Divisionen neu vergeben. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“ (kroatische Nr. 2) wurde aus Personalmangel vorzeitig aufgelöst. Die 29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“ (russische Nr. 1) unter Waffen-Brigadeführer Bronislaw Kaminski, die aus der berüchtigten Kaminski-Brigade hervorgegangen war, wurde im November 1944 wegen entsetzlicher Verbrechen, barbarischem Verhalten und wilden Plünderungen bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands aufgelöst. Diese Division bestand nur wenige Monate, wobei nicht alle ihre Elemente zur Niederschlagung des Warschauer Aufstands entsandt wurden. Die 30. Waffen-Grenadier-Division wurde wegen Unzuverlässigkeit des Personals früh wieder aufgelöst und unter der neuen 30. Waffen-Grenadier-Division (weißruthenische Nr. 1) sowie der Wlassow-Armee aufgeteilt.

Am 12. Februar 1945 wurden beim Fall von Budapest drei SS-Divisionen (8., 22, und 33.) zerschlagen. Einige Divisionen u.a. auch die Leibstandarte, Das Reich, Totenkopf und Hitler-Jugend wurden, zum Teil mehrmals, fast vollständig zerschlagen, bevor sie aus Ersatzeinheiten neu aufgestellt wurden.

Die meisten der im Frühjahr 1945 aufgestellten Divisionen wurden nicht als geschlossene Verbände eingesetzt, sondern waren zusammengewürfelte Haufen aus Teilen aktiver Divisionen, rückwärtigen Diensten der Waffen-SS, ehemaligen Marineangehörigen und hastig aufgestellten „Freiwilligen“-Formationen.

[Bearbeiten] Ausländische Freiwillige

Siehe Hauptartikel: Ausländische Freiwillige der Waffen-SS

Im europäischen Ausland führte die Beteiligung von Ausländern an der Waffen-SS beispielsweise in Jugoslawien, den Niederlanden und Frankreich auch lange nach 1945 zu politischen Auseinandersetzungen. Sie stellt unter anderem eine bleibende Belastung der Beziehungen der baltischen Staaten zu Russland dar[13][14]

[Bearbeiten] Sonderformationen

Neben den an der Front eingesetzten Einheiten und Verbänden gab es auch noch einige kleinere, die der Waffen-SS unterstellt waren, jedoch spezielle Aufgaben erfüllten und nur bedingt oder gar nicht zum Kampfeinsatz kamen:

Ärmelband der SS-Standarte Kurt Eggers zur Unterscheidung von Divisionsangehörigen

[Bearbeiten] Dienstgrade

Die Allgemeine SS war ursprünglich eine Untergruppierung der SA gewesen und benutzte dementsprechend weitestgehend die SA-Dienstgradbezeichnungen. Eine Tabelle mit allen Dienstgraden der Organisationen der NSDAP siehe unter: Organisationsstruktur der SS.

Angehörige der Waffen-SS trugen zunächst die Dienstgradbezeichnungen der Allgemeinen SS, oft mit dem Zusatz: der Reserve. Mit der Aufstellung von Verbänden aus Nichtdeutschen wurde die Bezeichnung SS- durch Waffen- ersetzt; z. T. führten die nationalen Verbände andere Rangbezeichnungen, die sich an der militärischen Tradition ihrer Herkunftsländer orientierte, z. B. in der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr. 1) wurden die italienischen Ränge geführt.

Die Waffen-SS-Ränge und die entsprechenden Heeresränge

SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS Paul Hausser, neben Sepp Dietrich[15] der ranghöchste Soldat der Waffen-SS und einer von nur vier SS-Leuten im Rang eines SS-Oberstgruppenführers.

Die Ränge der SS waren etwa der Rangfolge der Heeresränge nachgebildet. Nicht für alle SS-Titel gab es ungefähr entsprechende Militärränge. Das Tragen war auch nicht mit entsprechender Ausbildung und Führungserfahrung bei verschiedenen Truppenteilen (dienstliche Verwendungen) verbunden, so wie es beim deutschen Militär die Regel vor einer Beförderung war.

Waffen-SS Wehrmacht (Heer)
SS-Schütze, -Grenadier, -Kanonier, -Funker …
(je nach Waffengattung)
Soldat, Schütze, Grenadier, Kanonier, Funker …
(je nach Waffengattung)
SS-Obersoldat -Oberschütze … (usw., wie vor) Obersoldat, Oberschütze … (usw., wie vor)
SS-Sturmmann Gefreiter
SS-Rottenführer Obergefreiter
keine Entsprechung in der Waffen-SS Hauptgefreiter
keine Entsprechung in der Waffen-SS Stabsgefreiter
SS-Unterscharführer Unteroffizier
SS-Scharführer Unterfeldwebel
SS-Standartenjunker Fähnrich
SS-Standartenoberjunker Oberfähnrich
SS-Oberscharführer Feldwebel
SS-Hauptscharführer Oberfeldwebel
SS-Stabsscharführer Hauptfeldwebel
SS-Sturmscharführer Stabsfeldwebel
SS-Untersturmführer Leutnant
SS-Obersturmführer Oberleutnant
SS-Hauptsturmführer Hauptmann
SS-Sturmbannführer Major
SS-Obersturmbannführer Oberstleutnant
SS-Standartenführer Oberst
SS-Oberführer * keine Entsprechung in der Wehrmacht
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS/Polizei Generalmajor
SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS/Polizei Generalleutnant
SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS General der Infanterie usw.
SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS Generaloberst
Reichsführer-SS Generalfeldmarschall

* Anmerkung: Hier käme ein dienstälterer Oberst gleich

[Bearbeiten] Ausrüstung

Von Beginn an stand die Waffen-SS in Konkurrenz zur Wehrmacht um Personal, Waffen und Ausrüstung. Die deutsche Rüstungsindustrie konnte, trotz enormer Produktivitätssteigerung bis 1944 (dem Jahr mit der höchsten Produktionsrate), den Bedarf der Fronttruppen nicht decken, und so wurde hinsichtlich Verlässlichkeit und Kampfmoral priorisiert. Daher mussten für die Ausrüstung der SS-Einheiten mitunter neue Bezugsquellen erschlossen werden. So wurden Beute-Bestände genutzt, Aufträge an tschechische oder französische Betriebe vergeben oder sogar SS-eigene Rüstungsbetriebe gegründet.

Außer den Panzerdivisionen des Heeres, dem Fallschirm-Panzer-Korps Hermann Göring, einigen Panzergrenadier-Divisionen, ausgesuchten Gebirgs- und Infanteriedivisionen und gegen Kriegsende den Volksgrenadierdivisionen gab es auch einige Panzerdivisionen der Waffen-SS (z. B. LSSAH, Das Reich, Totenkopf), die in der Materialzuteilung bevorzugt und damit zu Elite-Einheiten hochgerüstet wurden. Diese Verbände der Waffen-SS standen zu Kriegsbeginn im Schwerpunkt der Kämpfe und erlitten schwere Verluste. Im Laufe des Krieges verschlechterte sich die Personal- und Materiallage jedoch derart, dass auch diese Divisionen nicht mehr vollständig ausgerüstet werden konnten.

Die SS-Panzer-Divisionen (LSSAH, Das Reich, Totenkopf) waren bis 1939 als motorisierte Infanterie-Verbände gegliedert, zum Teil noch in Regimentsstärke. Bis 1943 wurden sie zu SS-Panzer-Divisionen ausgebaut und umgegliedert. Diese SS-Verbände waren solange stärker als vergleichbare Heeresverbände, wie sie offiziell noch als Panzer-Grenadier-Divisionen bezeichnet wurden, obwohl sie bereits zu Panzer-Divisionen ausgebaut wurden. Solche Verbände galten als die kampfstärksten deutschen Divisionen, nicht zuletzt weil die höhere Anzahl an Infanterie-Bataillonen eine höhere Personalstärke ergab. Weitere Unterschiede gegenüber Gliederungen des Heeres erklären sich daraus, dass der Waffen-SS keine Heerestruppen zur Schwerpunktbildung zur Verfügung standen und daher schwere Waffen bereits in die SS-Divisionen (z. B. Sturmgeschütz-Abteilungen bei SS-Panzer-Grenadier-Divisionen) eingegliedert wurden, anstatt wie beim Heer zeitweilig unterstellt zu werden, da die Waffen-SS, im Gegensatz zu Heeresverbänden, auf Korps-/Armee-Ebene keine Einheiten/Waffen (Flak-Artillerie, Artillerie generell, schwere Mörser, etc.) zur Infanterieunterstützung hatte. Das Heer übernahm sogar mitunter solche Gliederungen (z. B. im Falle der Sturmgeschütz-Abteilungen bei Panzergrenadierdivisionen) von der SS (spätestens 1944).

Die 1944/45 aufgestellten SS-Divisionen erreichten hingegen das Personal- und Ausrüstungs-Soll nie, oft erfolgte die Umgliederung in eine Division nur auf dem Papier. Die Bewaffnung dieser Grenadier-, Gebirgs- und Panzergrenadier-Divisionen war oft unzureichend, veraltet oder bestand aus Beute-Waffen. Auch solche SS-Verbände wurden oft in Kampfschwerpunkten eingesetzt und hatten entsprechend hohe Verluste.

[Bearbeiten] Ehemalige nach dem Krieg

[Bearbeiten] Übernahme ehemaliger SS-Angehöriger in die Bundeswehr nach 1961

Quellenangaben
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Nach der Wiederbewaffnung blieb die neu gegründete Bundeswehr ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS oberhalb des Dienstranges des Hauptsturmführers (entspricht dem Rang eines Hauptmannes) verschlossen. 1961 waren durch den Personalgutachterausschuss 159 ehemalige Offiziere der Waffen-SS, 330 Unteroffiziere und 210 Mannschaften nach Prüfung in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit berufen worden.

Davor gab es zahlreiche Eintritte ehemaliger SS-Angehöriger in die französische Fremdenlegion.

[Bearbeiten] Traditionsverbände nach 1945

Die Veteranen der Waffen-SS schlossen sich zu einem Traditionsverband, der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS (HIAG), zusammen, der bis in die 1970er Jahre erheblichen Einfluss im Netzwerk der Soldaten- und Traditionsverbände hatte, aber auch intensive Kontakte zu den Parteien der Bundesrepublik Deutschland pflegte. Damit wurde teilweise das Organisationsverbot der NSDAP durch die Alliierten umgangen. Erst in den 1980er Jahren erfolgte eine Distanzierung: CDU-Bundestagsabgeordnete beendeten ihre Mitarbeit, die SPD beschloss die Unvereinbarkeit. Der Bundesverband der HIAG, der wegen seiner Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen vom Verfassungsschutz beobachtet wurde, löste sich Ende 1992 auf. Bis heute bestehen Verbände aber weiterhin auf Landesebene. Auch die Zeitung des HIAG „Der Freiwillige“, die im rechtsextremen Munin-Verlag erscheint, wird noch herausgegeben. Hauptinhalt dieser Publikation ist die Darstellung der Waffen-SS als normale kämpfende Truppe und Militärnostalgie; daneben finden sich auch geschichtsrevisionistische Artikel, die nicht allein die Geschichte der Waffen-SS betreffen. Neben der HIAG gilt in Österreich die „Kameradschaft IV“ als Interessen- und Traditionsverband der Waffen-SS. Diese Organisation richtet alljährlich das „Ulrichsbergtreffen“ in Kärnten aus.

[Bearbeiten] Interne Verweise

[Bearbeiten] Literatur

Speziell über die Waffen-SS
Über Verbände der Waffen-SS
Über die SS allgemein

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hans Buchheim: Anatomie des SS-Staats, Bd. 1: Die SS – Das Herrschaftsinstrument. Befehl und Gehorsam, München 1967, S. 179
  2. Bernd Wegner: Hitlers Politische Soldaten: Die Waffen-SS 1933-1945, Paderborn 1983, S. 124ff
  3. Frank Dingel: Waffen-SS, in: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, dtv, 2. Auflage, München 1998, S. 792
  4. Jost Dülffer: Führerglaube und Vernichtungskrieg, 1992, S. 161
  5. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmorde in der NS-Zeit 1933–1945, Darmstadt 2003, S. 25
  6. Hans Buchheim: Anatomie des SS-Staats, Bd. 1: Die SS – Das Herrschaftsinstrument. Befehl und Gehorsam, München 1967, S. 182
  7. zitiert nach: Bernd Wegner: Anmerkungen zur Geschichte der Waffen-SS, in: R.D. Müller, H.E. Volkmann (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Die Wehrmacht: Mythos und Realität, München, Oldenburg 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 407
  8. Bundesarchiv: Slg. Schum./v. 432, Bd. 2
  9. Verfügung des OKW vom 8. März 1940 betr. „Wehrdienstverhältnis und Wehrüberwachung der Angehörigen der Waffen-SS während des Krieges“ – NA: T-175/36/5973 ff.
  10. „Waffen-SS als Verantwortliche des Massakers von Maillé identifiziert“, in: DerStandard, 11.10.2008.
  11. Rüdiger Overmans nach Bernd Wegner: Anmerkungen zur Geschichte der Waffen-SS, in: R.D. Müller, H.E. Volkmann (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Die Wehrmacht: Mythos und Realität, München, Oldenburg 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 414 ff.
  12. Rüdiger Overmans nach Bernd Wegner: Anmerkungen zur Geschichte der Waffen-SS, in: R.D. Müller, H.E. Volkmann (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Die Wehrmacht: Mythos und Realität, München, Oldenburg 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 414 ff.
  13. [1]The Volunteer SS Legion in Latvia (Die freiwillie (Waffen-)SS Legion in Litauen ), Regierungsamtliche Stellungnahme der Republik Litauen, Inesis Feldmanis, Kārlis Kangeris, nach 2004
  14. Die Aussenpolitik der baltischen Staaten: im Spannungsfeld zwischen Ost und West Von Thomas Schmidt Veröffentlicht von VS Verlag, 2003 ISBN 353113681X
  15. Bild von Sepp Dietrich hier, Zugriff am 5. August 2008
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