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Einige Hunderassen wurden speziell für Wachaufgaben gezüchtet. Wachhunde sind damit Gebrauchshunde.
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Ein Wachhund hat die Aufgabe, ein Revier (wie ein Haus, ein Grundstück) oder anderes (wie eine Viehherde) selbstständig, also ohne direkte Einwirkung eines Hundeführers, zu bewachen. Die hierbei vom Hund erwartete Aktion ist je nach Einsatzzweck sehr variabel: sie reicht vom Anzeigen (Bellen) über die Abschreckung bis hin zur aktiven Verteidigung, ja sogar dem Angriff gegen revierfremde Personen oder Tiere.
Die Haltung der Wachhunde variiert historisch und regional betrachtet ebenfalls stark: während heute in Deutschland Wachhunde meist in einem baulich (durch Zäune oder Mauern) abgegrenzten zu bewachenden Revier frei laufen, gibt es die Anbindehaltung (an einer Laufvorrichtung oder als Kettenhund). Auch die Haltung im Hundezwinger ist üblich, wobei dort umständehalber die Aktion des Hundes auf das Anzeigen (Bellen) beschränkt ist.
Seit etwa 1000 v. Chr. gibt es Wachhunde. Der Mastiff, der bereits ca. 2200 v. Chr. auf Reliefs dargestellt ist, war wohl der erste, der bei den alten Babyloniern für diesen Zweck eingesetzt wurde. Er war die erste gezielt auf Größe und Kampfbereitschaft gezüchtete Rasse und wurde auch als Kriegshund eingesetzt.[1]
Im Römischen Reich (um 400 v. Chr.) spielten Hunde als Wachhunde ebenfalls eine große Rolle, wovon unter anderem erhaltene Mosaikinschriften „cave canem“ (hüte dich vor dem Hund) zeugen.
In jüngerer Zeit (als Beispiel hier Bismarck mit seinen Doggen) wurden große, teils aggressive Tiere zum Statussymbol. In diese Zeit fällt auch die Neuzüchtung vieler heutiger Hunderassen, die an Wachhundtypen anknüpfen. Sehr aggressive und selbstsichere Hunde sind als Wachhunde aber ungeeignet: Sie bellen nicht sondern greifen direkt an, wogegen ohne Aggressionsverhalten die Wacheigenschaften wiederum nicht möglich sind. Als Wachhunde sind meist sehr selbstständige Hunde mit einem gewissen Aggressionspotential gefragt. Viele Zuchtverbände legen heute großen Wert darauf, keine Hunde mit erhöhtem Aggressionspotenzial zu züchten und versuchen, diese durch Wesenstests von der Zucht auszuschließen.
Als Wachhunde eignen sich je nach gewünschtem Verhalten des Hunds viele Hunderassen und auch Mischlinge in allen Größen. Aufgrund des genetisch bedingten Territorialverhaltens sind die meisten Hunde in dieser Weise nutzbar.
In großen Arealen wie Betriebsgeländen, wichtigen Objekten und bei Gefährdung durch eine permanente Bedrohung jeder Art werden wehrhafte große Hunde eingesetzt wie Rottweiler, Dobermann, und Schäferhund. Von ihnen wird meist auch eine aktive Verteidigung des Reviers gefordert.
Herdenschutzhunde sind Wachhunde, die aktiv ihre Herde verteidigen. Ihr Einsatz sowohl zum Schutz der Herde als auch als Wachhund von Objekten stellt keine Ausnahme dar. Als Beispiele seien an dieser Stelle die großen Sennenhundrassen und der Kangal angeführt. Da der Kangal eine Hunderasse ist, die es mit Wölfen aufnehmen kann und diese auch aktiv bekämpft, wird er zum Schutz staatlicher Einrichtungen in der Türkei eingesetzt.[2]
Ein Wachhund darf nicht mit einem dienstlich geführten Schutzhund verwechselt werden. Dieser begleitet einen Hundeführer und stellt gezielt andere Personen.
Eher unkonventionell, aber heutzutage auch als Wächter anzutreffen, sind Gänse. Sowohl in privaten Einrichtungen als auch beim US-Militär werden diese Tiere vor allem eingesetzt, um Eindringlinge durch laute Rufe zu melden und abzuschrecken.
„Nach der Überlieferung waren es Gänse und nicht Hunde, die den Konsul Manlius Capitolinus und seine Getreuen im Jahre 397 v. Chr. vor dem nächtlichen Überraschungsangriff der Gallier auf die letzte Verteidigungsbastion der Römer auf dem Capitol warnten.“[1] (S. 162) Das galt als Schande für die Hunde.