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Wächtersbach

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der hessischen Stadt Wächtersbach. Die Keramikmanufaktur Waechtersbach finden Sie unter Waechtersbacher Keramik.


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wächtersbach
Wächtersbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wächtersbach hervorgehoben
50.2666666666679.3144 – 400Koordinaten: 50° 16′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 144 – 400 m ü. NN
Fläche: 50,79 km²
Einwohner: 12 421 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 245 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63607
Vorwahl: 06053
Kfz-Kennzeichen: MKK, (alt: HU)
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 029
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Main-Kinzig-Str. 31
63607 Wächtersbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Rainer Krätschmer

Wächtersbach ist eine Stadt im Main-Kinzig-Kreis in Hessen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Wächtersbach liegt zwischen Spessart und Vogelsberg im mittleren Kinzigtal am Rand des Büdinger Forsts, unweit der Städte Gelnhausen, Bad Orb und Bad Soden-Salmünster. Die Stadtteile Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald liegen am Südrand des Vogelsbergs auf der Spielberger Platte.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Wächtersbach grenzt im Norden an die Gemeinden Kefenrod (Wetteraukreis) und Brachttal, im Osten an die Stadt Bad Soden-Salmünster, im Süden an die Stadt Bad Orb und die Gemeinde Biebergemünd, im Südwesten an die Stadt Gelnhausen sowie im Westen an die Gemeinde Gründau.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Panorama

Wächtersbach besteht aus den Stadtteilen Aufenau, Neudorf (Wächtersbach) mit Kinzighausen, Wächtersbach (Kernstadt), Weilers, Hesseldorf, Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald.

[Bearbeiten] Geschichte

1236 wurde der Ort als Weichirsbach erstmals urkundlich erwähnt, was soviel heißt wie „Der Bach der die Weiher speist“.

Die Siedlung nahm von einer Wasserburg ihren Anfang - Reste der ehemals sie umgebenden Wasserflächen sind mit den Weihern im Schlosspark noch sichtbar. Diese Veste wurde schon in staufischer Zeit an der Süd-Ost-Ecke des Reichsforstes Büdinger Wald aufgerichtet und diente wie die Burgen in Gelnhausen und Büdingen zu dessen Schutz. Sie war damit Teil der Sicherungsanlagen für das alte Königsland Wetterau. Im Schutze der Burg entwickelte sich eine Siedlung, von der wir erstmals durch eine Urkunde des nahegelegenen Klosters Langenselbold aus dem Jahre 1236, das hier über Grundstücke und Einnahmen verfügte, erfahren.

Die Herren von Büdingen verwalteten als Lehnsträger des Reichsforstes auch das Wächtersbacher Gebiet. Als sie um 1245 im Mannesstamm ausstarben, teilten sich vier Schwiegersöhne, unter ihnen Albert von Trimberg und ein Neffe, Heinrich von Isenburg, das gesamte Erbe. Zwischen ihnen und ihren Nachfolgern war der Herrschaftsanspruch über Burg und Flecken Wächtersbach lange umstritten.

Konrad von Trimberg stiftete 1354 eine Marienkapelle am Ort. Im Jahre 1404 erhob Johann II. von Isenburg Wächtersbach zur Stadt, deren Verwaltung in dem 1495 errichteten gotischen Fachwerk-Rathaus ihren Sitz hatte. Im Jahre 1458 gelangten Burg und Stadt endgültig in den Besitz der Grafen von Ysenburg.

Im Jahre 1564 wurde die Faulhaberin aus Wächtersbach in Büdingen als Hexe angeklagt und gefoltert.

Ferdinand Maximilian I., der Gründer einer jüngeren Linie des Hauses, machte 1687 Wächtersbach zu seiner Residenz. Die Ysenburger verloren in napoleonischer und endgültig in nachnapoleonischer Zeit ihre Funktion als Landesherren. Wächtersbach wurde 1816 kurhessisch und im Jahre 1866 preußisch.

Durch den Bau der Eisenbahn zwischen Hanau und Bebra in den Jahren 1864 bis 1868 fand die Stadt Anschluss an das Rhein-Main-Gebiet und hat seither, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, eine rasche Aufwärtsentwicklung erfahren.

Die Wohnquartiere wuchsen aus dem beschränkten, von der Stadtmauer umwehrten Raum und breiteten sich an den umliegenden Hängen und in der Niederung des Kinzigtals aus. Es entstand eine einheimische Industrie. Im tertiären Sektor stellt die Stadt in der Region heute einen gewissen Mittelpunkt dar.

1971 wurden durch die Gebietsreform in Hessen sieben Dörfer nach Wächtersbach eingegliedert.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,1 13 33,4 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 56,3 21 60,0 22
FDP Freie Demokratische Partei 8,6 3 6,6 3
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 54,6 59,9

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bei der Wahl am 4. November 2007 wurde der seit 1990 amtierende Bürgermeister Rainer Krätschmer (SPD) mit 73,2 % im ersten Wahlgang für eine vierte Amtszeit gewählt. Der unabhängige Kandidat Michael Pescheck erhielt 26,8 %, die Wahlbeteiligung betrug 54,9 %.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: Das Wappen der Stadt Wächtersbach zeigt in Blau einen links von einer silbernen Wolfsangel begleiteten silbernen Ritter; in dem mit Wellenschnitt begrenzten silbernen Schildfuß zwei schwarze Balken.

Bedeutung: Seit 1982 führt Wächtersbach einen Wächter im Siegel. Er soll zusammen mit dem Wellenschnitt auf den Namen "Wächtersbach" hinweisen. Die 5 Stadtteile Hesseldorf, Weilers, Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald werden durch die 5 Balken im unteren Teil des Wappens symbolisiert. Sie gehörten zusammen mit der Kernstadt zur Grafschaft Isenburg-Büdingen. Die beiden schwarzen Balken sind Teil des Fürstlichen Wappens der Ysenburger. Die Stadtteile Neudorf und Aufenau werden durch die Wolfsangel symbolisiert. Beide waren bis Ende des 18. Jahrhunderts der reichsunmittelbaren Herrschaft der Forstmeister von Gelnhausen unterstellt.

Die Entstehung des heutigen Wappens geht tatsächlich auf eine Fehlinterpretation zurück. Die Gemeinde Aufenau als späterer Stadtteil von Wächtersbach hatte als ehemaliger Grundbesitz der Forstmeister von Kinzighausen ein wesentlich älteres Wappen, die Stadt Wächtersbach jedoch keines. Anlässlich des Hessentages 1982 wollte Wächtersbach ein ebenfalls ansprechendes Wappen haben und gab daraufhin die Gestaltung des Wappens in Auftrag. Aufgrund der Unkenntnis der tatsächlichen Etymologie des Namens "Wächtersbach" wurde "Der Wächter am Bach" ins Wappen aufgenommen. Der Fehler setzt sich auch heute noch fort. So hat sich der amtierende Bürgermeister Rainer Krätschmer mit einem Brunnen vor dem historischen Rathaus verewigt, in dem er dort einen "Wächter am Bach" aus Bronze aufstellen ließ.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Wirtschaft

Bekannt ist die Einzelhandelsmesse "Wächtersbacher Messe", die jedes Jahr in der Woche um Christi Himmelfahrt für Endkunden durchgeführt wird.

Einzelhandel, elektrotechnische und Kunststoff verarbeitende Industrie beherrschen das Wirtschaftsleben. In den letzten Jahren siedelten sich viele Geschäfte an, sodass viele Leute aus den umliegenden Städten und Gemeinden zum Einkaufen nach Wächtersbach kommen. In Wächtersbach wurde bis 1999 das Bier "Wächtersbacher Fürstenpils" gebraut, das aktuell unter selben Namen durch eine Würzburger Brauerei vertrieben wird.

[Bearbeiten] Verkehr

Wächtersbach verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Frankfurt am Main - Fulda. Bis 1967 zweigte eine Kleinbahnstrecke, die Vogelsberger Südbahn, in das Tal der Bracht ab, die ursprünglich in Hartmannshain im Vogelsberg auf die Bahnstrecke Gedern--Lauterbach traf. Bis zum 4. März 1995 fuhr ein Zug der Gelnhäuser Kreiswerke nach Bad Orb. Diese Strecke wurde von einem Museumsbahnverein von Normalspur auf 600 mm Schmalspur umgebaut und wird sonntags saisonal von Ostern bis Ende Oktober als reine Museumsbahn genutzt werden. Heute beschränkt sich die Verkehrsbedeutung von Wächtersbach auf die Bundesstraße 276, die als Umgehungsstraße den Vogelsberg mit der Bundesautobahn 66 (Frankfurt - Fulda) "Anschlussstelle Bad Orb/Wächtersbach" (45) verbindet.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Die evangelische Kirchengemeinde betreibt eine öffentliche Gemeindebücherei.

[Bearbeiten] Schulen

In Wächtersbach befinden sich die beiden Grundschulen Aufenau und Kinderbrücke sowie eine kooperative Gesamtschule, die Friedrich-August-Genth-Schule.

[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen

Im Ort steht den Bürgern ein beheiztes Freibad, Tennisplätze sowie Möglichkeiten zum Angeln, Kegeln und Reiten zur Verfügung. Im Gemeindegebiet finden sich 48 km markierte Wanderwege, der Vogelsberger Südbahnradweg und der Hessischer Radfernweg R3. Vor Ort wird auch ein Fahrradverleih betrieben.

Im Ortsteil Wittgenborn befindet sich eine Freiluft-Kartbahn, der Vogelsbergring. Die Streckenlänge beträgt 1038 m, die Breite durchschnittlich 7 m.

[Bearbeiten] Staatliche Einrichtungen

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) betreibt einen Stützpunkt in Wächtersbach. Dort ist neben dem Technischen Zug (bestehend aus Zugtrupp, 1. und 2. Bergungsgruppe) auch eine Fachgruppe Sprengen (FGrSp) stationiert.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

[Bearbeiten] Wächtersbacher Heimatmuseum

Dieses war ehemals nur im gotischen Fachwerk-Rathaus aus 1495 untergebracht. Im Jahre 2005 wurde zusätzlich die Wächtersbacher Keramikabteilung in neuen Räumlichkeiten im Haus gegenüber eingerichtet. Das Museum wird vom Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach e. V. betreut.

[Bearbeiten] Bauwerke

Ev. Kirche von 1354 mit Wehrturm von 1514

Schloss Wächtersbach

[Bearbeiten] Schloss

Das Wächtersbacher Schloss geht auf eine staufische Wasserburg zurück, die in den folgenden Jahrhunderten umgebaut und erweitert wurde. Seit 1687 wurde das Schloss Sitz einer eigenen Linie der Grafen zu Ysenburg-Büdingen. Deren Angehörige erbauten Rentkammer, Marstall, Prinzessenhaus und einen Wirtschaftshof; die schon seit 1578 bestehende Brauerei schloss man 2008 endgültig. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde ein Park im englischen Stil rund um das alte Gebäude angelegt.
Die 1865 gefürsteten Ysenburg-Wächtersbacher bewohnen heute das Schloss zu Büdingen. Das heute in Privatbesitz befindliche Schloss wird von einer malerisch schönen Altstadt umrahmt. Das Schloss befindet sich in keinem guten Zustand, da in den letzten Jahren keine substanzerhaltenden Maßnahmen durchgeführt wurden. Der ehemalige Schlosspark, umgangssprachlich Schlossgarten genannt, wird von dem privaten Verein Schloss + Park, der einen Baumlehrpfad anlegte, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der Stadt Wächtersbach gepflegt, da er im Rahmen eines Grundstückstausches in den Besitz der Stadt Wächtersbach und somit der Allgemeinheit übergegangen ist.

Im Park finden sich seltene Bäume, die zu "Testzwecken" gepflanzt wurden, da die Fürsten zu Ysenburg in der Waldwirtschaft tätig waren und hiermit den Wuchs und die Ertragskraft der jeweiligen Bäume unter hiesigen klimatischen Bedingungen studierten. Daraus resultierend kann man noch heute eine Vielzahl verschiedener, nicht heimischer Bäume im Park finden. Direkt am Schloss befindet sich ein über zweihundert Jahre alter Ginkgobaum, der zu Pflanzzeiten eine Kuriosität und Attraktion darstellte.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Messe Wächtersbach

Die Wächtersbacher Messe findet seit 1949 jedes Jahr in der Himmelfahrtswoche statt. Die große Verbraucherschau des Main-Kinzig-Kreises verfügt über eine große Angebotsvielfalt. Rund 440 Aussteller werben in den Bereichen Industrie, Handel, Handwerk, Bauen, Wohnen, Garten und Lifestyle um die Gunst des Konsumenten. Jedes Jahr wird zudem eine Sonderausstellung durchgeführt. 2007 zeigte die Sonderschau die Terrakottaarmee des ersten chinesischen Kaisers.

[Bearbeiten] Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt findet jährlich am Samstag vor dem 1. Advent statt.

[Bearbeiten] Heiratsmarkt

Der Heiratsmarkt im Wächtersbacher Ortsteil Leisenwald findet jährlich zu Pfingsten statt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Quellen


[Bearbeiten] Weblinks

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