Die chinesische Wüste Lop Nor (auch Lop-Wüste) liegt im östlichen Teil des Tarimbeckens im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang und hat eine Größe von fast 100.000 km². Sie wird im Westen im Verlauf der Straße 218 von Tikanlik über Argan nach Ruoqiang (Qakilik) von der Wüste Taklamakan begrenzt, im Norden von den Kuruktag-Bergen, im Osten von den Bai-Shan-Bergen und im Süden vom Aqikkol-Tal und den Kumtag-Sanddünen. Früher wurden die Taklimakan-Wüste und die Wüste Lop Nor durch die Unterläufe der Flüsse Tarim, Konqi und Qarqan getrennt, die aber südlich von Tikanlik schon seit Jahrzehnten ausgetrocknet sind.
In dem östlichen Teil der Wüste Lop Nor liegt eine Salzwüste. Sie markiert das Seebecken des seit 1971 ausgetrockneten Salzsees Lop Nor [1], dessen letzte Position noch an einer ohrähnlichen Helix erkennbar ist. Im Südwesten der Salzwüste befinden sich das Seebecken des seit 1921 ausgetrockneten Süßwassersees Karakoshun und weiter westlich der kleinere Süßwassersee Taiterma Lake[2] beim Dorf Loubu [3].
Die Winter sind kalt, und im Sommer betragen die Lufttemperaturen bis zu 41 °C und die Bodentemperaturen bis zu 80 °C. Es herrscht vollarides Klima. Aufgrund der extremen Trockenheit und Hitze und der starken Sandstürme kann keine Vegetation existieren. Die Wüste Lop Nor zählt deshalb zu den Gebieten, in denen Desertifikation und Anökumene bestehen. 1997 stellte John Hare fest, dass es weder in der Wüste Lop Nor noch im Kum Tagh Süßwasser gibt. Die Wüste Lop Nor ist erdbebengefährdet. Durch oberirdische Atomwaffentests in dem nahegelegenen Kernwaffentestgelände Lop Nor wurde die Wüste Lop Nor radioaktiv verseucht.
Nach der Austrocknung des Salzsees Lop Nor können in der Wüste Lop Nor nur noch wildlebende Salzwasserkamele leben. Zu ihrem Schutz wurde am 18. März 1999 ein Naturreservat eingerichtet.
Der Ortsname Lopnur bezeichnet den Kreis Yuli[4] im Mongolischen Autonomen Bezirk Bayingolin an der Straße 218 südlich der Stadt Korla und des Flughafens Korla am Fluss Konqi He.
Die erste chinesische Landkarte der Wüste Lop Nor erscheint im Jahr 2007.
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Der chinesische Pilger Faxian reiste im 4. Jahrhundert von China nach Indien und beschrieb die (Wüste Lop Nor):
Die Wüste Lop Nor wurde von Marco Polo erwähnt, der 1274 die Stadt Lop[5] besuchte. Über die Lop-Wüste schreibt er (zitiert nach Johannes Paul):
Die von Marco Polo genannte Lop-Wüste wurde 1561 von Giacomo Gastaldi als Diserto de Lop in seine gemalte Karte von Asien im Dogenpalast von Venedig eingetragen. Der schwedische Artillerieleutnant Renat gab nach seiner Rückkehr aus Russland nach Schweden 1733 eine Karte Zentralasiens heraus, in die er den See Lop Nor unter dem Namen „Läp“ eingetragen hatte.
Der Schriftsteller Raoul Schrott veröffentlichte eine Novelle und ein Hörspiel unter dem Namen Die Wüste Lop Nor. Im Kapitel XCVII (Seite 119f.) verarbeitet er Berichte früherer Reisender:
Die Wüste Lop Nor ist bis heute nur teilweise erforscht. Folgende Expeditionen führten zu den hier vermittelten wissenschaftlichen Ergebnissen:
1928-1935 erforschte die Chinesisch-Schwedische Expedition, geleitet von Sven Hedin, die Wüste Lop Nor in umfassender Weise. Folke Bergmann veröffentlichte die archäologischen Ergebnisse in seinem englischsprachigen Buch Archaeological Researches in Sinkiang. Especially the Lop-Nor Region, das auch Karten von den zahlreichen Fundstellen enthält.
Als das Buch Archaeological researches in Sinkiang. Especially the Lop-Nor Region von Folke Bergman Jahrzehnte nach der Veröffentlichung in die chinesische Sprache übersetzt worden war, führten chinesische Archäologen Ende des 20. Jahrhunderts in der Wüste Lop Nor zahlreiche Grabungen an den Fundorten durch, die während der chinesisch-schwedischen Expedition entdeckt und von Folke Bergman dokumentiert waren. Bei den Grabungen legten sie bronzezeitliche und eisenzeitliche Friedhöfe frei, in deren Särgen bis zu 4000 Jahre alte Mumien lagen. Dabei bestätigte sich die Vermutung Sven Hedins, dass das östliche Tarimbecken vor über 4000 Jahren von Europiden, den späteren Tocharern, besiedelt worden war. Die 2004 fertiggestellte Grabung auf Folke Bergmans frühbronzezeitliche Nekropole Xiaohe[7] am „Schmalen Fluss“'[8] gehörte in China zu den „Top Ten der archäologischen Funde 2004“.
Da in der Wüste Lop Nor ständig Raubgrabungen stattfinden, die nicht verhindert werden können, legt die chinesische Regierung hier ab 2006 einen der Schwerpunkte ihrer archäologischen Forschung, um die von Folke Bergman beschriebenen über 80 Fundstätten zu ergraben, zu sichern und zu dokumentieren. Dies ist ein nachträglicher Erfolg der Forschungen der Expeditionsteilnehmer um Sven Hedin und Folke Bergmann.
Die Expeditionsteilnehmer hatten großen Wert darauf gelegt, die Ruinen von Signaltürmen zu finden, um den ursprünglichen Lauf der Seidenstraße zu rekonstruieren. Als in China um 1980 das Interesse an der Chinesischen Mauer erwachte, entdeckten die chinesischen Wissenschaftler zu ihrem Erstaunen in dem Buch von Folke Bergman, dass der Verlauf der Chinesischen Mauer bereits 50 Jahre zuvor von der chinesisch-schwedischen Expedition erforscht worden war und dass die Mauer einst bis zur Westgrenze von Xinjiang gereicht hatte.
In der Wüste Lop Nor herrscht vollarides Klima. Im Sommer betragen die Bodentemperaturen bis zu 80 °C und die Lufttemperaturen durch die vom Boden abgestrahlte Hitze bis zu 41 °C. Im Zelt kann die Hitze 50 °C erreichen. Die mittlere Jahrestemperatur liegt zwischen 9 und 11 °C, wobei die Differenz zwischen dem kältesten und dem wärmsten Monat im Jahr etwa 35 °C beträgt. Aufgrund der extremen Trockenheit und Hitze kann keine Vegetation existieren. Die Wüste Lop Nor zählt deshalb zu den Gebieten, in denen Desertifikation und Anökumene bestehen. Der jährliche Niederschlag beträgt hier maximal 17,4 mm und die jährliche Verdunstung 2.902 mm. Nach Angaben von 1964 fallen vom 1. Dezember bis 28. Februar 5 mm und vom 1. Juni bis zum 31. August ebenfalls 5 mm Niederschlag. Wenn schwarze Wolken am Himmel aufziehen und ein Wolkenbruch beginnt, verdunsten die Wassertropfen schon in der heißen und trockenen Luft, bevor sie die Erde erreichen; dieses Phänomen wird „Teufelsregen“ oder „Regenschirm“ genannt.
Der Sandsturm Kara Buran (= schwarzer Buran) lässt sich seit dem 3. Jahrhundert differenziert nachweisen. Die Häufigkeit und Intensität unterlag Klimaschwankungen; denn beides wechselte im Laufe der Jahrhunderte bis zur Gegenwart von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Seit dem Jahr 1000 nahm der Kara Buran deutlich zu. Er steigerte sich ab 1500 und in besonderer Weise ab 1850. Er hat dann von 1950 bis 2000 um das 14fache des Wertes von 1950 zugenommen[9]; Ursache dafür ist die zunehmende Desertifikation im Westen und Norden Chinas seit 1949/1950. Der Sandsturm kommt vor allem in den Monaten April bis Oktober (Stand: 2006, früher: vom Februar bis Juli) aus unterschiedlichen Richtungen, oft aus Südosten oder Nordwesten (früher: überwiegend aus Nordosten). Jährlich gibt es 70 - 80 Tage mit Sandsturm und 200 - 250 Staubtage (Stand: 2005).[10] Raoul Schrott beschreibt den Buran in seiner Novelle Die Wüste Lop Nor im Kapitel XC (Seite 112):
Außerhalb der Wüste steht der aufgewirbelte Sand wie ein Nebel in der Luft. John Hare schildert diesen Staubnebel so:
Karawanen auf der mittleren Seidenstraße und Expeditionen des 19. und 20. Jahrhunderts wählten die Monate Dezember und Januar und nahmen Trinkwasser in Form von Eis mit.
Die Winter sind kalt und mit seltenem Schneefall. Nach Angaben von 1964 liegen die Durchschnittstemperaturen im Januar bei -8 °C und im Juli bei +28 °C; die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 12 °C. Die folgenden Messwerte beziehen sich auf den Ort Lop Nur am westlichen Rand der Wüste Lop Nor: Der Ortsname Lop Nur bezeichnet den Ort Yuli bzw. Wei-li oder Konche (41° 19' 56" N, 86° 15' 37" O) an der Straße 218 südlich der Stadt Korla und des Flughafens Korla an dem Fluss Konqi He. In diesem Ort Lop Nur wurden die folgenden Grenzwerte gemessen (1m/s = 3,6km/h). Die Sichtweite beträgt bei günstigem Wetter 10.000 bis 30.000 m. Im Jahr 2006 waren der letzte Nachtfrost am 8. April und der erste Nachtfrost am 9. November; der Dauerfrost endete am 28. Februar und begann am 23. November.
Für die Lop-Nor-Wüste sind bedeutsam:
Seit 1971 sind der See Lop Nor und seine Zuflüsse Kontsche-darja und Kum-darja vollständig trockengefallen. Die Feuchtgebiete und die Flussoasen mit ihren großen Pappelbeständen starben ab, Sandstürme nahmen zu, Salzwüsten und Dünen bildeten sich. Der wesentliche Grund für die Austrocknung waren die seit 1949 im Tarimbecken und im Yanji-Becken durchgeführten zahlreichen Bewässerungsprojekte des Produktions- und Aufbaukorps Xinjiang zur Ansiedlung von Han-Chinesen in Xinjiang.
Nachdem der See Lop Nor ausgetrocknet ist und in Zukunft nicht erneut in früherer Größe entstehen wird, weil den Zuflüssen das Wasser für Maßnahmen zur Landbewässerung entzogen wird, tritt das ausgetrocknete Seebecken Lop Nor in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses.
Das 21.000 km² große und am Vorkommen von Seemuscheln und Seeschnecken sowie an Ablagerungen von Wasserpflanzen und Sylvin erkennbare Seebecken Lop Nor (auch “Lop Basin” oder “Old Lop Basin” genannt) liegt an der tiefsten Stelle des Tarimbeckens (780 m Höhe über NN), besteht aus angeschwemmtem kalk- und salzhaltigem Boden und ist als Salztonebene von einer harten teilweise hoch aufgebrochenen Salzkruste bedeckt, die 30 cm bis 100 cm dick und 21.000 km² groß (zum Vergleich: Hessen hat die Größe von 21.114,72 km²) und im Nordbereich nahezu unpassierbar ist. Die biologischen Ablagerungen bildeten in den Jahrtausenden eine Schicht von 1,50 m, die laut der vorgenommenen Radiokarbonmethode aus Pollen von Wasserpflanzen bestehen und belegen, dass der See Lop Nor über lange Zeiträume Wasser geführt hat und ein Biotop für Wasserpflanzen gewesen ist. Im Osten des Seebeckens erstrecken sich Sanddünen in der Länge von 80 km von Norden nach Süden.
Auf Satellitenbildern sieht man im westlichen Bereich des Seebeckens eine Helix in Form einer Ohrmuschel mit konzentrischen Kreisen, die von Ablagerungen der einst in wechselnden Höhen gelegenen Küstenlinien des Sees Lop Nor stammen, der im Laufe der Zeit immer wieder anstieg und sank. Diese Salzablagerungen sind so hart, dass sie mit einem Hammer oder mit einer Axt nicht zerschlagen werden können. Der See Lop Nor füllte in den Jahren 1921 bis 1971 in seiner südlichen Hälfte diese Helix aus und erstreckte sich in gleicher Länge und geringerer Breite nach Norden.
Der Forschungsreisende Sven Hedin hat Yardangs erstmals 1903 in seinem Buch Im Herzen von Asien benannt und beschrieben, nachdem er die Wüste Lop Nor 1902 aufgesucht hatte. Das Wort Yardang leitete er von dem uigurischen Wort Yar ab, das mit „steiler Hügel“ oder „steiler Wall“ (engl.: “steep hill” oder “ridge or steep bank”) übersetzt werden kann. In der Wüste Lop Nor entstanden die Yardangs als lang gestreckte Inseln in den Deltas früherer Flüsse, die zum See Lop Nor hinströmten. Deshalb findet man auf der oberen Plattform der Yardangs oft tote Pappeln, abgestorbene Mollusken und vertrocknetes Schilf. Die Yardangs verlaufen deshalb je nach Standort in unterschiedlichen Richtungen, nämlich in der Strömungsrichtung früherer Flüsse. Durch Sandstürme wurden sie zusätzlich in der Richtung der vorherrschenden Stürme abgeschmirgelt. Sie bedecken eine Fläche von etwa 3.100 km² und stehen unter Naturschutz.
Xia Xuncheng unterschied 1985 in der Wüste Lop Nor folgende Gebiete mit Yardangs:
Der mythische Name „Drachenstadt“ bezeichnet ein Gebiet mit Yardangs, das sich geografisch nicht genau zuordnen lässt. Möglicherweise handelt es sich um die Yardanggruppe nordwestlich der Helix. Die Yardangs sind hier unterschiedlich in der Höhe, Länge, Breite und Gestalt. Sie wecken bei Chinesen Assoziationen an eine Stadt mit Häusern, Türmen, Festungen, Booten, Tieren und Menschen. Während eines Sturmes hört man die Geräusche der Stadt: etwa Hundegebell, Vogelgesang, Glockengeläut, Lachen und Kindergeschrei. Die Forschungen von Sir Aurel Stein zur „Drachenstadt“ finden sich in Innermost Asia Band 1 auf den Seiten 290 bis 295. Xia Xuncheng bezog den Namen „Drachenstadt“ 1985 auf die Yardanggruppe in Bailongdui.
In einem alten chinesischen Text, dem Klassiker der Gewässer, findet sich eine ätiologische Sage, die die Entstehung der „Drachenstadt“ mit ihren Yardangs zu ergründen versucht (zitiert nach Helmut Uhlig, Die Seidenstraße, Seite 158):
Sven Hedin entdeckte im Jahr 1901 an dem ehemaligen nordwestlichen Ufer des Sees Lop Nor die Ruinen der 340 x 310 m großen, von einer Mauer umgebenen ehemaligen Königsstadt und späteren chinesischen Garnisonsstadt Loulan. Er fand Reste von dem Ziegelgebäude des chinesischen Militärkommandanten, ferner einen Signalturm der Chinesischen Mauer an der Seidenstraße (von Sven Hedin irrtümlich Stupa genannt) und 19 aus Pappelholz gebaute Wohnhäuser. Außerdem legte er bei archäologischen Grabungen ein Holzrad frei, das von einem pferdegezogenen Karren („Araba“ genannt) stammte, und 276 Schriftdokumente aus Holz, Papier und Seide, die in den Jahren 252 bis 310 angefertigt wurden und Aufschluss geben über die Geschichte der Stadt. Sir Aurel Stein nahm hier im Jahr 1906 ebenfalls Grabungen vor. Nach 1980 begannen schließlich auch chinesische Archäologen mit Ausgrabungen.
Die Stadt Loulan wurde erstmalig 176 v. Chr. in einem Brief des Xiongnu-Herrschers an den Kaiser der Han-Dynastie Wendi erwähnt. Ein Bericht aus dem Jahr 126 v. Chr. über Loulan stammt von dem chinesischen Diplomaten Zhang Qian, der 139 bis 123 v. Chr. im Auftrag des chinesischen Kaisers Wudi die Seidenstraße erkundete. Er berichtete von einer Stadt mit etwa 14.000 Einwohnern und schrieb: „Die Gebiete von Loulan und Gushi haben eine umwallte Stadt und umwallte Vororte; sie liegen am Salzsumpf.“
Loulan wurde um 330 wegen Wassermangel verlassen. Die Ursache war ein Klimawechsel, der dazu führte, dass die Flussläufe und Flussoasen austrockneten und dass in Loulan von nun an das Süßwasser fehlte; es wird vermutet, dass die hier häufigen Erdbeben den Tarim in eine andere Richtung lenkten.
Christoph Baumer fand 1994 etwa 5 km südlich der Stadt Loulan einen großen ehemaligen Obstgarten. Er schreibt: „Vor uns stehen mehr als 20 lange Reihen verdorrter Obstbäume, die aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. stammen müssen. Wahrscheinlich handelt es sich um Aprikosenbäume.“
Sven Hedin entdeckte im Jahr 1900 die im Süden der Wüste Lop Nor südlich vom See Karakoshun gelegene Ruinenstadt Miran[13]. Sir Aurel Stein nahm dort 1907 und 1914 Grabungen vor. Chinesische Archäologen begannen nach 1950 weitere Ausgrabungen. Miran ist im 3. Jahrhundert wahrscheinlich ein Außenposten des Reichs Shanshan mit buddhistischen Klosteranlagen, Wandmalereien und Stupas gewesen. Im 8. Jahrhundert war Milan eine tibetische Garnisonsstadt mit entsprechenden Befestigungsanlagen. Möglicherweise war Miran derjenige Ort, der in den Han-Annalen „Yixun“ genannt wurde.
An den Unterläufen des Konqi befinden sich zahlreiche archäologische Fundstätten von Grabanlagen und Nekropolen, die auf eine Besiedelung der Ufer des Konche Darja und Kum Darja in der Zeit um 1800 v. Chr. und von 202 v. Chr. bis 420 n. Chr. und des Ufers vom Schmalen Fluss in der Zeit um 2000 v. Chr. hinweisen. Die bedeutendsten Nekropolen am Kum Darja sind Käwrigul aus der Zeit um 1800 v. Chr. und Yingpan aus der Zeit von 220–420. Am Schmalen Fluss liegt die Nekropole Xiaohe, die vor 4000 Jahren angelegt wurde.
Chinesische Archäologen fanden 1980 in der Nähe von Loulan auf dem Friedhof von Käwrigul (= Gumugou) die etwa 3800 Jahre alte Mumie der „Schönheit von Loulan“, die im Museum von Ürümqi gezeigt wird. Untersuchungen ergaben, dass es sich um eine europide Frau handelt.
Die mittlere Seidenstraße verlief von Dunhuang über Yumenguan auf einer noch nicht genau geklärten Trasse durch die Wüste Lop Nor und das verkrustete Seebecken nördlich des Sees Lop Nor über die Festungen L.J., Tuken und L.E. nach Loulan (LA, d.h. Loulan station) und von Loulan aus am Nordufer des damals südlicher verlaufenden Kum Darya und des Konche Darya über Yingpan an 10 Signaltürmen entlang nach Korla. Dieser mittlere Abschnitt der Seidenstraße wurde etwa von 120 v. Chr. bis zum Jahr 330 vorwiegend im Winter benutzt, weil Wasservorräte bei Frost in Form von Eisblöcken transportiert werden konnten. Eine Alternative war ab dem 2. Jahrhundert die nördliche Seidenstraße. Sie vermied die gefürchtete Wüste Lop Nor, indem sie vor Dunhuang in nordwestlicher Richtung nach Turfan führte. In Kaxgar vereinte sie sich mit der südlichen Seidenstraße.
Seit der Han-Dynastie (202 v. Chr.-220 n. Chr.) sorgten Signaltürme (Wachtürme) für die Orientierung und Sicherheit der Reisenden an der mittleren Seidenstraße. Ruinen von Signaltürmen der Chinesischen Mauer, die die Seidenstraße begleitete, wurden in der Wüste Lop Nor an den folgenden Orten gefunden: in Milan; 45 km südlich von Loulan (Bezeichnung der Festung: LK); 20 km nordöstlich von Merdek beim „Schmalen Fluss“; am Nord- und Nordwestrand des Sees Lop Nor (Bezeichnungen der Festungen: L.J., Tuken, L.F., L.E. und LA, d.h. Loulan); in Yingpan und von da aus nach Westen am nördlichen Ufer des Kum Darya und des Konche Darya in dichten Abständen bis Korla und Charchi. Nach dem Austrocknen des Sees Lop Nor wurde ab 330 die südliche Seidenstraße benutzt; sie führte von Dunhuang südlich des Sees Lop Nor über Miran nach Qakilik; diese Streckenführung benutzte Marco Polo.
Außerdem bestand eine Straße von Miran nach Loulan, die die mittlere und die südliche Seidenstraße verband. An dieser Straße stand 45 km südlich von Loulan die Festung LK mit den westlich davon gelegenen Siedlungen LL, LM und LR. Nördlich von LK durchlief diese Straße ein Gebiet mit Yardangs.
Eine weitere Straße führte möglicherweise von Milan oder Ruoqiang (Qakilik) über die Festung Merdek und den „Schmalen Fluss“ an dem dortigen Signalturm vorbei zu der mittleren Seidenstraße am Fluss Kum Darya.[14]
Das Seebecken Lop Nor ist eine sedimentäre Salzlagerstätte für Pottasche und enthält das größte Vorkommen von Sylvin in China. Es verfügt nachweislich über 240 Millionen Tonnen Kaliumchlorid und hat insgesamt geschätzte Reserven von 500 Millionen Tonnen. Die bestätigten Vorkommen befinden sich in einem Gebiet, das sich 60,5 km von Nord nach Süd und 32,5 km von Ost nach West mit einer Gesamtfläche von 1.710 km² erstreckt.
Die Erschließung eines Sylvin-Feldes durch die Lop Nur Sylvite Science and Technology Development Co., Ltd auf einer Fläche von 21,6 km² und der Bau der Pilotanlage wurden bis 2003 fertiggestellt. Ein Kaliumchloridwerk konnte bereits in seiner Testphase rund 1.000 Tonnen hochwertigen Kaliumsulfats erzeugen. Bis Ende 2003 belief sich der Ausstoß auf 5.000 Tonnen Kaliumsulfat. Auf Satellitenbildern sind große nebeneinander stehende viereckige Becken mit Salzsole zu erkennen. Der Bau eines Werkes zur Verarbeitung von Kaliumchlorid zu Kalidünger mit einer Jahreskapazität von 600.000 Tonnen ist geplant. Der Jahresverbrauch an Dünger betrug 1999 in China 36,7 Millionen Tonnen. Der Bau von Werken, die 80.000 Tonnen Natriumchlorat und 100.000 Tonnen Natriumhydroxid im Jahr herstellen sollen, ist in Planung.
Im Juli 2005 entdeckte Prof. Dr. Li Zhenyu aus Wuhan am Südrand der Wüste Lop Nor an den nördlichen Ausläufern der Altun Mountains einen unterirdischen Grundwassersee, der über 10 km lang und etwa 4 km breit ist.
Im Seebecken Lop Nor befinden sich außerdem Lagerstätten von Kohle, Eisen, Kupfer und Gold. Die Suche nach Erdölvorkommen hat begonnen.
Optimistische Experten rechnen damit, dass hier die größte Stadt von Xinjiang entstehen wird.
Nikolai Michailowitsch Prschewalski traf im Jahre 1876 südlich des Karakoshun auf Wildkamele. Es gelang ihm zwar nicht, eines von ihnen zu erlegen; dennoch gelangten drei präparierte Kamelfelle in seinen Besitz. Nachdem er ein hohes Kopfgeld auf die Tiere ausgesetzt hatte, wurden ihm von einheimischen Jägern drei Wochen später diese drei Felle gebracht und verkauft. Die sehr seltenen und scheuen Wildkamele waren seit Marco Polos Zeiten ein Mysterium. Daher gehörten diese drei Felle am Ende der großen Zentralasienexpedition zu den wichtigsten Exponaten in seiner Sammlung. Sven Hedin fand 1901 am Kum-darja in der Nähe von Lop Nor ebenfalls Wildkamele. Im Jahr 1927 erforschte der russische Wissenschaftler A. D. Simukov die Verbreitung und Lebensweise dieser wildlebenden Salzwasserkamel Camelus ferus ferus, die Salzwasser trinken können und deshalb optimal an den See Lop Nor angepasst sind.
Nach offiziellen Schätzungen aus dem Jahr 2001 leben in China etwa 600 dieser Salzwasserkamele und in der mongolischen Wüste Gobi, in der das Schutzgebiet Southern Altay Gobi Nature Reserve (auch: Great Gobi Reserve A) besteht, weitere 300 Salzwasserkamele. In Gefangenschaft werden – soweit bekannt – in China und der Mongolei 15 Salzwasserkamele gehalten. Genetische Untersuchungen von Professor Han Jianlin (Gansu Agricultural University, China) und Professor Olivier Hanotte (International Livestock Research Institut in Nairobi, Kenia) ergaben, dass sich die Gene des Salzwasserkamels um 3 % von den Genen des Camelus ferus bactrianus unterscheiden. Zum Vergleich: Die Differenz zwischen den Genen der Menschen und der Schimpansen beträgt 5 %.
In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN werden die wilden Trampeltiere (Salzwasserkamele) seit 2002 als vom Aussterben bedroht (critically endangered) bezeichnet. Man rechnet mit einem Rückgang der Population in der Mongolei und entsprechend auch in China bis zum Jahr 2033 (in der dritten Generation nach dem Jahr 1985) um 84%. Die mongolische Subpopulation hat sich in den Jahren 1984 bis 2006 von 650 Tieren auf 350 Tiere verringert, der chinesische Bestand schrumpfte in den Jahren vor 2006 jährlich um etwa 20 Tiere, die durch Jäger oder Minenleger getötet wurden.
In den Jahren 1980–1981 bereiste die Forschungsgruppe der Chinesischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Xia Xuncheng die Wüste Lop Nor und erstellte eine Karte über das Verbreitungsgebiet der Salzwasserkamele.[15] John Hare überprüfte den Bestand der Salzwasserkamele zunächst im Jahr 1992 in der Gashun Gobi Wüste und später in den Jahren 1995-1999 in der Wüste Lop Nor. 1997 wurde er einer der Gründer der Wild Camel Protection Foundation, die sich für den Schutz der letzten lebenden Salzwasserkamele einsetzt.
Die Wild Camel Protection Foundation plante gemeinsam mit der chinesischen Regierung ein großflächiges Schutzgebiet für diese Tiere, das finanziell von dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen United Nations Environment Programme (UNEP) unterstützt wird. Am 18. März 1999 wurde dieses Schutzgebiet vom chinesischen Staatlichen Amt für Umweltschutz (SEPA) mit dem Namen “Xinjiang Lop Nur Nature Sanctuary of China” (auch: Xinjiang Lop Nur Wild Camel National Nature Reserve) eingerichtet. Im Jahr 2003 wurde es ein National Nature Reserve und untersteht dem SEPA. Es hat die Größe von 107,768 km² und umschließt sowohl das Seebecken Lop Nor als auch das chinesische Kernwaffentestgelände Lop Nor. Seine Grenzen berühren drei weitere Schutzgebiete: Arjin Shan Reserve (15.000 km²), Annanba Protected Area (3.960 km²) und Wanyaodong (333 km²). Andere Quellen sprechen vom Arjin Shan Lop Nur Nature Reserve in der Größe von 65,000 km².
2001 wurden von den 15 Straßenzufahrten in das Schutzgebiet nur fünf durch Kontrollpunkte überwacht. Die Einrichtung dieses Naturschutzgebietes zur Erhaltung der Artenvielfalt, des Ökosystems und der von Yardangs geprägten Landschaft im Lop Nor wurde am 6. November 1998 als Projekt 600 von der Globalen Umweltfazilität bis 2001 mit einem Zuschuss von $750.000 gefördert. Der deutsche Anteil an diesem Zuschuss beträgt 90.000 Dollar). Das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang übernimmt die laufenden Kosten für das Schutzgebiet einschließlich Benzin- und Personalkosten.
Eine Gefahr für dieses Schutzgebiet geht von den Arbeitern aus, die bei der industriellen Ausbeutung der Bodenschätze im Seebecken des Lop Nor beschäftigt sind, da die geschützten Salzwasserkamele traditionell als Sport oder als Frischfleischlieferanten bejagt werden, obgleich ihre Bejagung in China strengstens verboten ist. Eine Gaspipeline, die in West-Ost-Richtung unterirdisch durch das Schutzgebiet geführt werden sollte, wurde schließlich außerhalb des Schutzgebietes gebaut.
Koordinaten: 40° 10′ n. Br., 90° 25′ ö. L.
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Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."