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Das Heerwesen des deutschen Staates Württemberg bis 1918 wird als Württembergische Armee bezeichnet. Es handelt sich hierbei um die Truppen, die von Württemberg für die Landesverteidigung und als Kontingente des Schwäbischen Reichskreises, des Rheinbundes, des Deutschen Bundes und des Reichsheeres unterhalten wurden. Zusätzlich gab es vor allem im 18. Jahrhundert auch Subsidienregimenter, die zur Finanzierung der regulären Armee und zur Aufbesserung der Kasse des Herzogs gegen Geldzahlungen ausländischen Mächten überlassen wurden. Diese Praxis wurde oft als „Soldatenhandel“ kritisiert.
[Bearbeiten] Herzogtum Württemberg bis 1805
Bis in das 16. Jahrhundert bot der Herzog bei Bedarf seine Lehensleute zum Kriegsdienst auf. In der Zweiten Regimentsordnung (Regiment in der ursprünglichen Bedeutung „Herrschaft“) von den fürstlichen Räthen, Prälaten, Rittern und der Landschaft errichtet vom 14. Juni 1498 [1] sollten von den 100 Pferden am Hofe „sübentzig oder achtzig gerüst sein … zu Handthabung uffenthalt und beschirmung diß fürstentumbs landt und lüt dienende". Auch wurden Feldhauptleute bestimmt: „und damit die zyt des frieds und kriegs nach aller nottdurft und gebür versehen werde So ordnen wir zu houptleuten inß feld graue [Graf] Wolffgangen von fürstemberg lanfhoffmaistern Graue Andressen von sonnenberg und Dieterichen von wyler".
In der zweiten Landes-Ordnung vom 10. April 1515 [2] wurden die Amtsleute angewiesen: „Item es sol auch ain jeder syn wer und harnasch sauber haben und halten, und damit gerüßt syn jeder zyt uß zu ziehen“.
Am 8. September 1519 zum Beispiel erging ein Befehl des Herzogs an seine Landsassen, Lehens- und Dienstleute, gerüstet nach Stuttgart zu kommen [3] und noch am 31. Januar 1633 wurde den Lehensleuten befohlen, „... am 11. März 1633, gerüstet mit Roß und Mann in Stuttgart sich zu stellen“ [4] .
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Vasallen nicht mehr aufgeboten.
Das Herzogtum Württemberg hielt an dem alten Prinzip, zur Verteidigung des Landes alle waffenfähigen Männer aufzubieten, bis zu seinem Ende fest. In Württemberg hieß dieses System Landmiliz, auch Landesausschuss oder Landesdefension, andere deutsche Länder bezeichneten es auch mit Landesaufgebot oder Landesauswahl.
Die württembergischen Landstände, der Ritterschaft, Prälaten und Landschaft ( = Ehrbarkeit der Städte und Ämter) angehörten, hatten seit dem Münsinger Vertrag von 1492 und dem Tübinger Vertrag vom 8. Juli 1514 erhebliche Mitspracherechte: Kriege zur Rettung von Land und Leuten sollten mit Rat und Wissen, sonstige Kriege mit Rat, Wissen und Willen des Landtages zu führen sein. Der Herzog sollte nach altem Herkommen für Versorgung und Ausrüstung aus den Erträgen des Kammergutes aufkommen, während die Landschaft „mit iren lyben“ durch Gestellung der Mannschaften beteiligt war. So konnte der Herzog die Landmiliz zwar organisieren, sie allerdings nur mit der Zustimmung der Landstände auch tatsächlich aufbieten.
Nach der oben bereits genannten zweiten Landes-Ordnung vom 10. April 1515 war neben den zu Pferd dienenden Lehensleuten jeder Württemberger im Rahmen des Landesaufgebotes wehrpflichtig. Das Landesaufgebot wurde zur Musterung und zu Übungen in die Amtsstädte einberufen, im Übrigen trat es aber nur aber nur bei drohendem Krieg zusammen.
Die Amtsleute wurden immer wieder aufgefordert, festzustellen, (am 19. Januar 1516) „wie viel alter und junger Knecht, so sich der Krieg geubt und gebrucht hab, in jedem Ampt sein mögen“ [5], oder (am 14. August 1521) wie viel Pferde und Männer zu Pferde oder zu Fuß in „seines Ampts Stette, Dörffern oder Hefen“ [6], vorhanden seien.
Am 13. März 1614 erließ der Herzog ein Rescript, betr. die Musterung und Auswahl im ganzen Lande, und Bewaffnung [7]. Dass die Auswahl nicht nur auf dem Papier stand, sondern zumindest zeitweise Mannschaften zur Landmiliz eingeteilt waren, kann man den Unterlagen entnehmen: Am 17. August 1610 erging ein Ausschreiben an die Ämter ob der Staig, 40 Mann (20 Musg., 20 Spieß) für die „Abrichtung zue Nothwendigen gebrauch der Wehren“ nach Stuttgart zu senden [8] oder am 2. August 1726 das Generalrescript betreffend das Verbot der Exercitien mit der Landmiliz während des Gottesdienstes [9].
Zum ersten Mal wurde die Landmiliz aufgeboten zu Beginn des 17. Jahrhunderts. 1618 bewilligte die Landschaft Geld zur Anschaffung eines Vorrats in allen Ämtern und Städten als Vorbereitung zur Landesdefension. Zu Beginn des Folgejahres 1619 erfolgte eine allgemeine Musterung der Landesauswahl mit dem Ergebnis, dass über 10 % der 67.612 wehrhaften Männer eine Muskete besaßen.
Durch den Landtagsabschied vom 15. Juni 1622 [10] zur Aufstellung einer allgemeinen beständigen Landesdefension sollten vier Regimenter (2 ob der Staig, 2 unter der Staig (damit gemeint sind Oberland und Unterland) aufgestellt werden mit jeweils 3.000 Mann in 10 Kompanie zu 300 Mann. Gleichzeitig wurden zur Bezahlung in Kriegszeiten 1.000 fl (Gulden) vierteljährlich und 3 fl / Kopf / Monat im Felde bewilligt.
Der Landtagsabschied vom 23. März 1623 [11] bewilligte für weitere 10 Monate je 45.000 fl, aber die Verpflegung war bei Auszug durch den Herzog zustellen, sowie 10.000 fl zur Vollendung und Erhaltung des Landgrabens. Im März 1624 erfolgte die Abdankung der Miliz, den Offizieren wurde ein Wartegeld gezahlt.
Im General-Ausschreiben, enthaltend die Anordnung der allgemeinen Landesdefension vom 9. November 1626 waren u. a. Regeln und Verhaltensweisen für die „Obriste Sampt seinen Underhabenden hohen unnd annderen Officirn, Capitaini, Beuelchshabern, unnd Kriegsleutten“ einschließlich Sold im Felde für das „Regiment zu Fuß Beniamin Büwingkhausen von Wallerod“ und die drei Compagnien zu Pferdt geregelt[12].
Recht bald nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges erging am 18. September 1652 ein Generalrescript, die Landesdefension und Auswahl zu Roß und zu Fuß betreffend [13] zur Regelung der Landmiliz. 1655 bestanden die Truppen der Landmiliz (Landesausschuß) aus vier Regimentern, die nach dem „Befehl, daß und auf welche Weise der Abgang bei den neu errichteten Regimentern zu Roß und zu Fuß ergänzt werden solle“ vom 13. März 1655 [14] vor der nächsten Visitation wieder voll aufgestellt werden sollten:
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- Leibregiment mit acht Kompanien zu Fuß und fünf Kompanien zu Pferd
- Johann Friedrichs von Württemberg [15] Regiment mit acht Kompanien zu Fuß und vier Kompanien zu Pferd
- Widerholdisches Regiment mit acht Kompanien zu Fuß und fünf Kompanien zu Pferd
- Pflaumerisches Regiment mit acht Kompanien zu Fuß und dreiKompanien zu Pferd
Die Infanterie-Kompanien bestanden je zur Hälfte aus Pikenieren und Musketieren
Am 30. September 1663 [16] waren die württembergischen Lehensleute „mit guter, zu dieser zeit üblichen Rüstung, wie es zum Feldzug und Ernst gehört, auch deinem Stand gebührt, und in der Anzahl wol mundierten Pferdt, so du zu Dienst, dessen von uns tragenden Lehens halber, zu tragen verbunden“ aufgeboten worden, am 12. September alle reißigen Schultheiß, Amtsknechte usw. mit guten Pferden und Waffen (Karabiner oder Feuerrohr und Pistole). Bei der Musterung des Landausschusses [17] waren unter 58.376 männlichen Personen 33.685 Landwehrpflichtige im Alter von 17 bis 55 Jahren, unter denen ca. 9.000 zum Dienst bestimmt wurden:
| Truppen |
Stärke |
| 18 Kompanien Reiter und Dragoner |
1.690 Mann |
| gelbes Regiment [18] |
1.851 Mann |
| blaues Regiment |
1.852 Mann |
| schwarzes Regiment |
1.800 Mann |
| rotes Regiment |
1.799 Mann |
Außerdem hatten 104 Lehensleute des Herzogs 173 Reiter zu stellen.
Als Erbprinz Wilhelm Ludwig nach seiner Vermählung in Darmstadt am 12. Februar 1674 in Stuttgart einzog, waren sämtliche Truppen des Herzogtums „in ihrer vollen Stärke zum Empfang ... auf der Feuerbacher Heide in Schlachtordnung aufgestellt und begrüßten ihn beim Heranführen, bei der Ankunft und beim Weiterfahren mit 3 Salven“ [19]. Die Landmiliz war zu diesem Zeitpunkt gegliedert in
-
- drei Regimenter zu Pferd (das erste 600 Mann, die beiden anderen 580 Mann)
- vier Regimenter zu Fuß (je 1.000 Mann)
Außer den jährlichen Übungen und Musterungen der Kompanien fand alle drei Jahre eine Hauptmusterung statt, bei welcher auch die Musterrollen berichtigt wurden [20].
Die Landmiliz wurde im Französisch-Holländischen Krieg (1672 - 1679) teilweise aufgeboten und zunächst an den Grenzen des Herzogtums und in Heilbronn eingesetzt. Nach dessen Ende drängten die Landstände auf Verminderung der Landmiliz. Der Herzog-Administrator Carl Friedrich von Württemberg [21] organisierte diese darauf 1677 selbständig neu in
-
- ein Regiment zu Pferd (800 Reiter und 200 Dragoner)
- vier Regimenter zu Fuß 1. Auswahl (vier Kompanien zu je 984 Mann)
- vier Regimenter zu Fuß 2. Auswahl (vier Kompanien zu je 819 Mann)
Das Reiterregiment und die Regimenter der 1. Auswahl sollten eine ständige Defensionsmiliz bilden. Er konnte sich mit den Landständen jedoch nicht über die Organisation und die Verteilung der Kosten einigen.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg waren sämtliche Württembergischen Truppen außer Landes. Daher wurde mit Zustimmung der Landstände die Landmiliz aufgeboten. Diese Landmiliz wurde am 14. Mai 1691 in reguläre (=regulierte) Soldtruppen umgewandelt (s. u.). Der Herzog-Administrator geriet im Herbst 1692 bei einem Gefecht zwischen Pforzheim und Ötigsheim in französische Gefangenschaft. Die „Mitvormünderin“ Herzogin Magdalene Sybille entließ daraufhin 3.000 Mann der zwangsausgehobenen und regulierten Landmiliz wieder.
1733 wurde das Landes-Defensions-Wesen neu geregelt. Es waren zwar alle Männer im Alter von 18 bis 36 Jahren zur Landmiliz verpflichtet, es gab jedoch viele Ausnahmen. Die Obervögte wurden zur Musterung vor oder auf Georgi [22] verpflichtet.
Unter der Bedrohung durch französische Truppen im Ersten Koalitionskrieg (1792 - 1795) wurde die Landmiliz das letzte Mal im Herzogtum aufgeboten. Am 10. Februar 1794 erließ Herzog Ludwig Eugen ein General-Rescript, betreffend die Wiederaufstellung einer Landmiliz [23] : in jedem Ort sollten die Männer von 17 bis 50 Jahren in 3 Rotten (1. Rotte von 17 bis 30 Jahren, 2. Rotte von 31 bis 40 Jahren, 3. Rotte von 41 bis 50 Jahren) eingeteilt werden, ausgenommen Schul-, Kirchen- und Gerichtsdiener und Kranke, und bei Bedarf zur Verteidigung des Landes aufgeboten werden. Die Männer hatten „theils in der Amtsstadt, theils an den schicklichst gelegenen Orten des Amts in den ersten 14 Tagen täglich, sodann biß sie das nöthigste begriffen haben, wöchentlich 3 Tage, in der Folge aber alle Sonn- und Feiertage nach der Kirche in den Waffen, Schwenkungen und endlich im Schießen::“ [24] zu üben. So wurden aus der 1. Rotte, wo dies nicht ausreichte auch aus der 2. Rotte, eine Landmiliz in Stärke von 14.000 Mann aufgeboten und in Brigaden, jede zu 2 Bataillonen à 3 Compagnien organisiert. Brigade-Commandanten sollten Stabs-Offiziere, die Bataillons-Commandanten Hauptleute und die Compagnie-Commandanten Premierlieutenante aus den aktiven Truppen sein, die Unteroffiziere sollten die Compagnie-Commandanten „aus noch tauglich beabschiedeten Unterofficieren und Soldaten nehmen, und womöglich dahin zu trachten suchen, daß in jedem Ort ein Unterofficier sei, damit das Exercieren der Milizmänner mit der geringsten Zeitversäumniß geschehen könne. ... Die Mannschaft soll mit gleichen calibermäßigen Gewehren versehen werden, welche stets auf den Rathäusern in eigens dazu eingerichteten Gewehr-Kammern aufzubewahren, und nur zum Exerciren und für den Dienst abzugeben sind.“ [25] Als Bezahlung erhielten
- Brigade-Commandant 75 bis 83 fl und 1 Pferderation
- Hauptmann 50 fl
- Premierlieutenant 25 bis 30 fl
- Secondlieutenant 8 fl 20 x (Kreuzer)
Die Unteroffiziere erhielten nur als Entschädigung für Zeitversäumnis bei den Übungen, da sie sonst ihren bürgerlichen Geschäften nachkommen konnten, monatlich
- Sergeant 2 fl
- Corporal 1 fl
- Gefreiter 50 x
- Tambour 30 x
Milizsoldaten erhielten nur eine „Ergötzlichkeit“ bei Übungen von der Compagnie aufwärts, und zwar bei den zwei ersten Zusammenziehungen der Compagnie je 6 x, bei den zwei ersten Zusammenziehungen im Bataillon je 10 x, beim Ausmarschieren aber täglich 12 x, 2 Pfund Brot und frei Dach und Fach.
Aufgestellt wurden
| Brigaden |
Bataillone |
|
| 1. Brigade in Bönnigheim |
1. Btl Lauffen a.N, 2. Btl Güglingen, 3. Btl Vaihingen a. d. E. |
| 2. Brigade in Ludwigsburg |
5. Btl Ludwigsburg, 10. Btl Weinsberg, 15. Btl Marbach a. N. |
| 3. Brigade in Tübingen |
11. Btl Herrenberg, 12. Btl Tübingen, 14. Btl Urach |
| 4. Brigade in Schorndorf |
16. Btl Waiblingen, 17. Btl Schorndorf, 18. Btl Göppingen |
| 5. Brigade in Calw |
4. Btl Leonberg, 6. Btl Calw, 7. Btl Neuenbürg |
| 6. Brigade in Freudenstadt |
8. Btl Dornstetten, 9. Btl Hornberg, 13. Btl Balingen |
| Reserve-Brigade in Stuttgart |
19. Btl Kirchheim u. T., 20. Btl Nürtingen |
Für den Einsatz der Landmiliz wurde ein Plan zur Verteidigung des Landes in drei „Verteidigungslinien“ entworfen:
-
- die erste Linie von Heilbronn über den Oelbronner Wald, Knittlingen, Neuenbürg, Herrenalb, Kloster Reichenbach bis Hornberg,
- die zweite Linie von Heilbronn über den Oelbronner Wald, dann durch den Hagelschieß über Calw, Nagold, Sulz bis Rottweil, und
- die dritte Linie hinter dem Neckar von Heilbronn über Lauffen, Cannstatt, Plochingen, Nürtingen, Tübingen bis Balingen. Außerdem wurden die Pässe im Schwarzwald befestigt und die Festungswerke auf dem Hohentwiel verbessert.
Die Landmiliz wurde aber nicht mehr aufgeboten und eingesetzt.
[Bearbeiten] Konflikt zwischen Herzog und Landtag wegen der Finanzierung eines stehenden Heeres
Durch den Westfälischen Frieden hatten die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches das Recht zur Aufstellung von stehenden Heeren (jus armarum) erhalten. Die Größe des eigenen Heeres demonstrierte nicht nur das machtpolitische Gewicht eines Fürsten, wegen des Finanzbedarfs zu seiner Unterhaltung zeigte es auch die wirtschaftliche Macht des Fürstentums. Daher waren die Fürsten bestrebt, ein möglichst großes stehendes Heer zu unterhalten.
Es lag im freien Ermessen der Herzöge, auf eigene Kosten durch Werbung von Söldnern Truppen aufzustellen. Da ihnen dazu aber das Geld fehlte, versuchten sie immer wieder, das Landesaufgebot durch stehende Truppen zu ersetzen. Diesen Versuchen widerstanden die württembergischen Landstände mit der Auffassung, das Landesaufgebot reiche aus und sei auch leistungsfähig, auch könne der gemeine Mann nicht mit seinem Leib hinausziehen und dazuhin gegen alles Herkommen auch noch Geld für die Anwerbung meist Fremder ausgeben.
Im Französisch-Holländischen Krieg hielt der Landtag 1672 die vorhandenen 180 Mann zu Fuß und 86 Reiter der Leibwache zunächst für genug, bewilligte aber dann doch Geld zur Anwerbung weiterer 20 Mann zu Fuß sowie für die Stellung zum Reichsheer für 100 Reiter und 200 Mann zu Fuß. Erst 1673 angesichts der Bedrohung durch Frankreich genehmigte er 33.000 fl (Gulden) für die Anwerbung von 300 Reitern und 1.000 Mann Fußvolk außerhalb des Kreiskontingentes: das u. a. Herzogliche Regiment zu Fuß.
1691 machte Herzog-Administrator Carl Friedrich von Württemberg den Landständen den Vorschlag, die Landmiliz in reguläre Soldtruppen umzuwandeln. Diese weigerten sich mit dem Hinweis, die bisherige Einrichtung reiche zur Verteidigung des Landes, mehr Militär würde nur zu eifrigerer aktiven Teilnahme am Krieg verleiten und so den Feind zu Angriffen auf das Herzogtum reizen. Auch ohne die Zustimmung wandelte der Herzog-Administrator mit Werbung und zusätzliche Zwangsaushebungen die Truppen um. Zur Deckung der Kosten wurden eine Kopf- und Familiensteuer und die Erhebung des dreißigsten Teils vom Frucht- und Weinertrag, die sogenannten „Trizesimen“, erhoben. Diese Mittel reichte aber zum Unterhalt der Truppen nicht aus. Nachdem Carl Friedrich 1692 in französische Gefangenschaft geraten war, wurden die Trizesimen nicht mehr erhoben.
Der Streit mit den Landständen ging auch unter Herzog Eberhard Ludwig weiter. Der 1698 einberufene Landtag stimmte der Finanzierung der auf knapp 2.000 Mann (einschließlich 850 Mann Kreiskontingent) nicht zu und forderte deren Entlassung. Daraufhin löste der Herzog den Landtag auf. Zur Finanzierung der Truppen schrieb er ohne Zustimmung der Landstände wieder die Trizesismen aus. Der Streit über die Finanzierung wurde erst 1724 beigelegt. Gegen Abschaffung der Trizesismen und der Landesauswahl (Zwangsaushebung) bewilligte der Große Ausschuss des Landtags zunächst probeweise jährlich 360.000 fl (Extraordniraii) zur Unterhaltung der geworbenen Truppen und zur Bestreitung der Kreisextraordination (Steuer des Schwäbischen Reichskreises zur Bezahlung des stehenden Heeres). Diese Summe wurde unter Eberhard Ludwig und seinen Nachfolgern beibehalten und 1739 auf 460.000 fl erhöht. Damit war die Finanzierung des stehenden Heeres im Herzogtum Württemberg endgültig gesichert.
Der Konflikt zwischen Herzog und Landtag hinsichtlich notwendiger Truppenstärken und ihrer Beschaffung blieb aber bis zum Ende des Herzogtums bestehen. So verstärkte Herzog Carl Eugen die Truppen eigenmächtig bis auf zeitweise 15.000 Mann, vor allem mit Hilfe französischer Subsidien, und trieb die dazu notwendigen Mittel verfassungswidrig ein. Der Gegensatz zur Landschaft wurde schließlich durch den "Erbvergleich von 1770" beendet, der das württembergische Heer wieder auf den Stand von 1739 [26] zurücksetzte.
[Bearbeiten] Herzogliche Haustruppen
Als Haustruppen wurden im Herzogtum Württemberg die stehenden Truppen des Herzogtums bezeichnet zur Unterscheidung von der Landmiliz oder den Kreistruppen. Die Rekrutierung der Mannschaften erfolgte der Zeit entsprechend durch Werbung.
Nach damaliger Sitte wurden die Regimenter nach ihrem jeweiligen Inhaber benannt. Das gleiche Regiment hatte somit im Laufe der Zeit unterschiedliche Namen. (In der folgenden Darstellung ist dies mit "ab" und Name in Kursivschrift vermerkt.)
1638 stellte Herzog Eberhard III. von Württemberg als ersten stehenden Truppenteil des Herzogtums eine ständige
- Leibwache (Garde) zu Fuß mit einer Stärke von 180 Mann auf. Die Stärke sank in den folgenden Jahren auf 50 Mann, wurde aber bis 1673 wieder auf 400 Mann erhöht. Sie ging 1673 mit der 2. Armatur des Schwäbischen Reichskreises im „Herzoglichen Regiment zu Fuß“ auf.
1660 erhielt der Obristlieutenant und Commandant der Leibwache zu Fuß Herbert Balthasar von Klenk, Obervogt zu Göppingen, den Befehl, 100 Reiter anzuwerben. Diese waren ab 8. Mai 1660 als
- Leibwache (Garde) zu Pferd, ab 1711 Garde du Corps der nächste stehende Truppenteil des Herzogtums.
Württemberg war am 25. Oktober 1660 der Rheinischen Allianz beigetreten, für die es 100 Reiter und 200 Fußknechte zu stellen hatte. 1663 sandte der Herzog daher seine stehenden Truppen, 100 Reiter (Leibwache zu Pferd) und 200 Fußknechte (Leibwache zu Fuß), nach Ungarn. Im Frühjahr 1664 wurden diese Truppen durch neu geworbene 70 Reiter und 200 Fußknechte verstärkt. Die Allianz- und die Kreistruppen kehrten im Herbst 1664 zurück. Als die Kreistruppen „abgedankt“ (entlassen) wurden, behielt der Herzog sein durch Ausfälle geschrumpftes Kontingent mit Zustimmung der Landstände als Haustruppen im Dienst.
Im Französisch-Holländischen Krieg Krieg warb Herzog Eberhard III. ab 1673 neue Soldaten. 1674 bestanden [27]
- ein Herzogliches Regiment zu Pferd mit 4 Kompanien und
- ein Herzogliches Regiment zu Fuß mit 1.000 Mann in 5 Kompanien.
- Beide Regimenter wurden 1677 wieder bei den Truppen des Schwäbischen Reichskreises eingereiht. Nach dem Krieg sollten die geworbenen Truppen auf Verlangen der Landstände wieder entlassen werden, Herzog-Administrator Friedrich Carl von Württemberg-Winnental behielt jedoch einschließlich der Leibwachen 1 Kompanie zu Pferd und 4 Kompanien zu Fuß.
Als 1683 die Türken Wien belagerten und der Reichstag das Reichsheer aufbot, sandte Friedrich Carl sofort seine Haustruppen nach Österreich, wo sie am 7. Juli zum Hauptheer unter Herzog von Lothringen stießen und sich an der Befreiung Wiens beteiligten. Danach wurden sie als württembergisches Kontingent in die Truppen des Schwäbischen Reichskreises eingegliedert.
1691 wandelte Friedrich Carl von Württemberg-Winnetal 6.000 Mann teilweise zwangsausgehobene Landmiliz in zwei Regimenter reguläre Truppen um:
- Das Regiment war 1691 bis 1698 in Subsidien des Schwäbischen Reichskreises, wurde nach dem Frieden zu Ryswick reduziert und 1701 in das Leib-Dragoner-Regiment umgewandelt.
- Das Regiment war ebenfalls 1691 bis 1698 in Subsidien des Schwäbischen Reichskreises, wurde ebenso reduziert und im Dezember 1701 aufgelöst. Die stattlichsten Leute wurden ausgesucht und daraus eine Esquadron Grenadiere gebildet, der Rest des Regiments wurde in das Leib-Dragoner-Regiment eingereiht.
Das 1689 aus Venedig zurückgekommene Subsidienregiment „Regiment zu Fuß Württemberg“ war von Januar 1689 bis Herbst 1689 im Herzogtum Württemberg das
- Erstes (Gelbes) Leib-Regiment zu Fuß,
- war anschließend 1691 in Diensten des Kaisers, dann bis 1698 in Subsidien des Schwäbischen Reichskreises als „Gelbes Regiment zu Fuß“. Nach dem Frieden von Ryswick wurde das Regiment verkleinert und gehörte als ’’Leib-Grenadier-Bataillon von Horn’’ zu den regulären württembergischen Haustruppen.
Die mit dem obigen Regiment erstmals begonnene Zählung wurde mit den 1691aus der Landmiliz umgewandelten Regimentern
- Zweites (Rotes) Regiment zu Fuß und
- Drittes (Grünes) Regiment zu Fuß
fortgesetzt. Die zusätzlich erhobenen Steuern reichten aber zum Unterhalt der Truppen nicht aus. Alle drei Regimenter wurden daher sofort dem Schwäbischen Reichskreis bis 1693 als Subsidien überlassen.
Zu Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges wurden 1701 die herzoglichen Haustruppen umorganisiert:
- Leib-Dragoner-Regiment, ab 1730 1. Dragoner-Regiment von Wittgenstein, ab 1734 als Subsidienregiment 1. Dragoner-Regiment Prinz Louis (s. u.)
- Escadron Grenadiere à cheval aus ausgesuchten Leuten des Dragoner-Regiments von Carlin, ab 1711 1. Escadron Garde Carabiniere, ab 1734 erste Escadron des Kürassier-Regiments Herzogin Maria Auguste
- Leib- u. Garde-Grenadier-Regiment,
- gebildet ab 1702 durch Aufstellung sechs weiterer Kompanien aus Leib-Grenadier-Bataillon von Horn, ab 1709 1. Leibregiment, ab 1714 Garde-Füsilier-Regiment, ab 1734 als Regiment Prinz Friederich in Subsisdien des Kaisers (s. u.).
Der erste Vorläufer der späteren Kriegsschule war ab 1720 das
- Cadetten- oder Cavaliers-Corps, 1728 wieder aufgelöst.
Das 1716 in Subsidien des Kaisers aufgestellte Regiment Alt-Württemberg wurde nach seiner Rückkehr 1720
- Leib-Infanterie-Regiment, ab 1734 nur noch ein Leib-Bataillon, ab 1736 Leib-Infanterie-Regiment, 1744 aufgeteilt.
Aus Teilen des Leib-Infanterie-Regiments wurde 1734
- Regiment Prinz Alexander, noch 1734 Infanterie-Regiment Erbprinz von Württemberg, noch 1734 wieder als Regiment Prinz Alexander in Subsidien des Kaisers (s. u.).
Aus den württembergischen Teilen des Kreis-Dragoner-Regiments (ev), von dessen 6 Kompanien nach der Festlegung von 1732 31/2 Kompanien das Herzogtum Württemberg stellte, bildete Herzog Eberhard Ludwig 1732 ein eigenes
- Kreis-Dragoner-Regiment Württemberg, das ab 1769 ganz als Haustruppe geführt wurde. Ab 1775 Grenadier-Regiment à cheval von Phull, ab 1788 Grenadier-Regiment à cheval v. Phull. Das Regiment war aber tatsächlich nicht beritten.
Aus den württembergischen Teilen des 5. Kreis-Infanterie-Regiments (ev.), von dessen 11 Kompanien nach der Festlegung von 1732 das Herzogtum Württemberg 9 Kompanien stellte, bildete Herzog Eberhard Ludwig ein eigenes
- Kreis-Infanterie-Regiment Württemberg. Neben diesem Namen wurde es auch bezeichnet ab 1767 Infanterie-Regiment von Augé und Infanterie-Regiment von Stain, ab 1786 Infanterie-Regiment von Sachsen-Coburg, ab 1791 Infanterie-Regiment von Phull
- Das Regiment wurde 1798 durch die Neugliederung der Infanterie aufgelöst.
1734 wurde aus Landesauswahlmannschaften aufgestellt
- Landregiment mit zwei Bataillonen, ab 1735 Infanterie-Regiment von Remchingen mit drei Bataillonen. Das Regiment wurde 1739 an den Kaiser abgetreten.
Mit der Escadron Garde du Corps und der Escadron Garde-Carabiniers als Stamm wurde ebenfalls 1734 aufgestellt
- Kürassier-Regiment Herzogin Maria Auguste, ab 1741 Dragoner-Regiment Herzogin Maria Auguste
- Die beiden oben genannten Escadrons wurden schon 1739 wieder ausgegliedert und als neues Garde du Corps selbständig. 1742 wurde das Regiment an
Anfangs gab es nur auf den Festungen des Herzogtums Artillerie. Aus den „besten Leuten“ wurde 1736
- Artillerie-Compagnie, 1758 aufgestockt zum Artillerie-Bataillon, ab 1774 Artillerie-Regiment von Nicolai.
Die folgende über fünfzigjährige Regierungszeit Herzog Carl Eugens ist durch ständig neu aufgestellte, umgegliederte, vermietete und aufgelöste Truppenteile gekennzeichnet. Für ihn war das Militär kein Machtfaktor, vielmehr diente es ihm zur Ausstaffierung seiner prunkvollen Hofhaltung (Schaumanöver) und zur Geldbeschaffung (siehe unten: Subsidienvertrag mit Frankreich).
- Infanterie-Regiment Prinz Louis
- Das Regiment wurde 1744 wurde aus einem Bataillon des Leib-Infanterie-Regiments mit Zuwerbungen aufgestellt. Nach Abgabe des II. Bataillons zur Aufstellung des Regiments von Spiznas 1752 wurde diese wieder neu aufgestellt. Das Regiment wurde 1756 aufgelöst.
- Garde zu Fuß, ab 1757 Leib-Infanterie-Regiment von Werneck, ab November 1757 Infanterie-Regiment v. Werneck
- wurde 1744 aus dem 1. Bataillon des Leib-Infanterie-Regiments gebildet als dieses in das Regiment Prinz Louis umgewandelt wurde. Um 1757 die französischen Forderungen aus dem Subsidienvertrag erfüllen zu können, wurde diese Garde mit 4 Grenadier- und acht Musketier-Kompanien in ein normales Regiment umgewandelt. Im November 1757 wurde das Grenadierbataillon herausgelöst.
- 1744 aus einigen wenigen Leib-Husaren auf volle Kompaniestärke gebracht
- Infanterie-Regiment von Spiznas, ab 1758 Infanterie-Regiment von Roman, ab 1761 Infanterie-Regiment Prinz Friedrich Wilhelm, ab 1762 Infanterie-Regiment von Gabelenz
- 1752 aus dem 2. Bataillon des Regiments Prinz Louis. 1784 trat das Regiment als 1. Garde-Infanterie-Bataillon zur Garde-Legion.
- Füsilier-Regiment, ab 1756 Füsilier-Regiment von Truchseß, ab 1759 vacant (ohne Regimentsinhaber), ab 1762 Füsilier-Regiment Prinz Friederich Wilhelm
- 1752 neu aufgestellt, 1765 aufgelöst
- Ab 1760 das 1759 zunächst vacant zu den Haustruppen zurückgekehrte "Füsilier-/Infanterie-Regiment von Röder" (sieh unten Subsidien-Regimenter). Das Regiment wurde 1765 aufgelöst.
1757 wurden die Grenadier-Kompanien aus den Regimentern herausgelöst und zu eigenen Bataillonen zusammengefasst:
- Erstes Grenadier-Bataillon
- aus den Grenadier- Kompanien des Leib-Infanterie-Regiments. 1758 zu einer neuen Aufstellung der Garde zu Fuß verwandt.
- Zweites Grenadier-Bataillon
- aus den Grenadier-Kompanien der Regimenter Prinz Louis und von Spiznas. Das Bataillon wurde im August 1765 aufgelöst.
- Drittes Grenadier-Bataillon (1757 - 1765)
- aus den Grenadier- Kompanien der Regimenter von Truchseß und von Röder. Das Bataillon wurde im August 1765 aufgelöst.
- Alle drei Grenadier-Bataillone nahmen unter der Führung des Herzogs am Siebenjährigen Krieg teil.
- 1758 aus dem ersten Grenadier-Bataillon und Neuwerbungen gebildet. 1765 auf ein Bataillon reduziert und 1788 als 2. Bataillon in die Garde-Legion-Infanterie eingegliedert.
- Leib-Grenadier-Regiment, ab 1763 Herzogs-Grenadier-Bataillon
- 1758 aus einem Bataillon der Garde zu Fuß errichtet, wurde das Regiment auf drei Bataillone aufgestockt. Nach Herauslösen zweier Bataillone 1763 nur noch Bataillon, 1765 aufgelöst.
- Im Juni 1763 aus einem weiteren Bataillon des Leib-Grenadier-Regiments als selbständiges Bataillon aufgestellt, 1765 aufgelöst.
- 1758 unter Einbeziehung der bisherigen Escadron Leibhusaren mit vier Escadronen aufgestellt. 1784 wurde eine Escadron des Regiments in Husaren-Garde der Garde-Legion umbenannt, 1787 zu dieser aus dem Regiment ausgegliedert, im November 1791 aber wieder in das Regiment als einzige tatsächlich berittene Escadron (50 Mann von 250) eingegliedert. Das Regiment selbst wurde nach und nach bis auf diese Escadron reduziert. Mit deren Aufteilung 1798 auf die neu errichtete Garde du Corps bzw. Chevaulegers endete das Regiment.
- Escadron Grenadiere à cheval, ab 1759 Regiment Leibgrenadiere à cheval, ab 1765 Grenadier-Regiment à cheval v. Rothkirch
- 1758 aufgestellt, nach Aufstellung dreier weiterer Escadrons Regiment. 1775 ging das Regiment im Kreis-Dragoner-Regiment Prinz Friedrich Wilhelm auf, das nun den Namen Grenadier-Regiment à cheval v. Phull bekam.
- Dragoner-Regiment von Röder, ab 1762 Dragoner-Regiment von Rothkirch
- 1758 mit vier Escadrons aufgestellt, im August 1765 aufgelöst.
- Garnisons-Compagnien, ab 1760 Stabs- oder Garnisons-Regiment, ab 1765 wieder selbständige Kompanien, ab 1769 Garnisons-Regiment
- In den Festungen des Herzogtums waren ständig kleinere Einheiten stationiert, die meist aus felddienstuntauglichen Mannschaften bestanden, welche aus den Regimentern abgegeben worden waren. 1759 wurden sie organisatorisch unter ein Kommando zusammengefasst, aus dem im Dezember 1760 das Regiment gebildet wurde. Es wurde jedoch im Rahmen der Truppenreduzierung 1765 zunächst wieder aufgelöst, 1769 wurden sie wieder in einem Regiment zusammengefasst. Von dieser Zeit an war der jeweilige Gouverneur oder Commandant der Festung Hohentwiel gleichzeitig Commandant des Regiments. Ab 1798 unterstanden die in den Festungen stationierten Einheiten wieder direkt den jeweiligen Kommandanten.
- 1759 für den Krieg mit zwei Abteilungen jeweils zu Pferd und zu Fuß aufgestellt. 1765 verschwand die Abteilung zu Fuß, 1768 die zu Pferd wieder aus den Listen.
- Infanterie-Regiment Prinz Friedrich Wilhelm, ab 1761 Infanterie-Regiment von Romann, 1761 – 1763 vacantes Regiment v. Romann, ab 1763 Infanterie-Regiment v. Stain
- 1759 neu aufgestellt, 1767 in das Regiment von Augé = Kreis-Infanterie-Regiment eingegliedert.
- 1761 aufgestellt, im April 1767 aufgelöst.
- Gendarmes-Regiment zu Pferd
- Das Regiment bestand nur vom 1. Mai 1760 bis 31. August 1765.
Originaluniform des Grenadier-Regiments von Augé
- Grenadier-Regiment von Augé, ab 1764 Grenadier-Regiment von Gabelenz, ab 1786 Grenadier-Regiment von Sachsen-Coburg, ab 1788 Grenadier-Regiment von Phull, ab 1791 Grenadier-Regiment von Nicolai
- 1767 gebildet aus den beiden Grenadier-Compagnien des württembergischen Kreis-Infanterie-Regiments und Mannschaften der in den Jahren 1765 und 1766 aufgelösten Grenadier-Bataillone. 1792 wurde mit Teilen der Mannschaft des Regiments das Kreis-Infanterie-Regiment Württemberg aufgefüllt, der Rest des Regiments 1794 aufgelöst.
- Leib-Corps, ab 1788 Leib-Escadron
- 1763 als eine Abteilung Leibjäger und Leib-Husaren-Corps aufgestellt, erhielt es 1764 diesen Namen. 1776 bildete das Leib-Corps die 1. Compagnie der Garde zu Pferd, wurde 1788 mit der 2. Compagnie zusammengefasst zur Leib-Escadron, war 1788 bis 1791 als eine Escadron dem Grenadier-Regiment à cheval v. Harling zugeteilt und wurde 1791 aufgelöst, die Mannschaft kam zur Garde du Corps.
- 1775 als adlige Garde-Formation aufgestellt
- „Ihr Commandant war der General der Cavallerie und Capitain aller Garden Graf Joh. Franz von Czabelinsky; als Lieutenante standen dabei Generalmajor Graf Aug. Ludw. v. Hohenlohe-Kirchberg und Generalmajor Hartm. v. Chumb-Neuburg; Cornet war der Oberst Friedr. Wilh. Reinh. v. Witzleben. Rittmeister oder Hauptleute aus der Linie versahen hier die Dienste als Unterofficiere, und Lieutenante aus der Linie wurden zu Diensten der Nobel-Gardisten hierher commandiert. In den 1780er Jahren verschwand diese Garde aus den Listen.“ [28]
- 1776 auf der Festung Hohenasperg aus der Besatzung gebildet, im Januar 1794 wurde die Mannschaft des Regiments in das Garnisons-Regiment übernommen.
- 1774 mit zwei Bataillonen aufgestellt, am 1. Dezember 1775 auf die bestehenden anderen Regimenter aufgeteilt.
- 1774 mit zwei Bataillonen aufgestellt, jedoch schon am 30. September 1776 in die Garde zu Fuß eingegliedert.
- Leichtes Jäger-Corps, ab 1784 Dragoner-Garde
- Im Juni 1776 als Formation berittener Jäger mit der Bezeichnung aufgestellt. Noch im gleichen Jahr wurde sie als 3. Compagnie der Garde zu Pferd zugeordnet, 1784 in die Garde-Legion eingereiht
- Leichte Jäger-Garde / Jäger-Corps zu Pferd
- 1782 aufgestellt, kam 1784 zur Garde-Legion.
- 1784 begann Herzog Carl Eugen mit der Aufstellung einer Garde, die aus allen drei Waffengattungen bestehen sollte.
- * Jäger-Garde-Grenadier-Compagnie, ab 1794 Leibjäger-Corps
- 1783 aufgestellt.
- * Garde-Infanterie-Bataillon
- Im September 1784 aus dem bisherigen Infanterie-Regiment v. Gabelenz und der Jäger-Garde-Grenadier-Compagnie gebildet.
- * Scharfschützen-Compagnie
- 1784 neu aufgestellt.
- * Jäger-Garde
- Das bisherige Jäger-Corps zu Pferd wurde 1784 in die Legion übernommen.
- * Escadron Husaren-Garde
- 1784 eine Eskadron aus dem Husaren-Regiment v. Bouwinghausen
- * Abteilung berittene Artillerie
- 1784 aus dem Artillerie-Regiment
- * Compagnie Garde Dragoner
- Im August 1786 als dritte Kavallerie-Einheit aufgestellt.
- * Garde-Infanterie-Bataillon
- 1788 trat die bisherige Garde zu Fuß zur Garde-Legion.
- Bei der Aufstellung des württembergischen Kreiskontingentes 1792 mussten auch Teile der Garde zu dessen Vervollständigung herangezogen werden. 1794 wurden alle Garden aufgelöst
- Artillerie-Corps, ab 1792 Fußartillerie-Compagnie
- 1790 gebildet aus der berittenen Artillerie-Compagnie der Garde-Legion und der Arsenal-Wachmannschaft, ab 1792 in Subsidien des Schwäbischen Reichskreises
- 1792 aufgestellt, nachdem die einzige Artillerie-Kompanie des Herzogtums ausmarschiert war
- 1800 wurde die Artillerie vergrößert und gegliedert in
- Bombardier-Compagnie, noch 1800 Erste Fuß-Batterie
- Kanonier-Compagnie, ab 1801 Reitende Batterie
- Depot-Compagnie
- Zweite Fuß-Batterie ab 1805
- Infanterie-Regiment von Hügel
- 1794 aus den beiden Infanterie-Bataillonen der Garde-Legion.
Über den Zustand der herzoglichen Truppen gegen Ende der Regierungszeit Carl Eugens berichtet der englische Oberst Faucitt von der Suche nach Subsidientruppen in einem Brief vom 7. Februar 1777 aus Stuttgart an den englischen Minister Suffolk:
- „Seine (Herzog Carl Eugens) ganze Armee besteht aus 1690 Mann (Offiziere und Unteroffiziere nicht mit eingeschlossen). Die Kavallerie beträgt 410 Mann, die Infanterie 1060 und die Artillerie 220 Mann. Ein Infanterie-Regiment hat im Durchschnitt 240 Mann und ein Kavallerie-Regiment-Regiment 120 Mann! Ein großer Teil der Soldaten ist beurlaubt. Was bei den Fahnen steht, ist der steif, alt und dekrepit gewordenen Überrest aus dem letzten Kriege. Um die Desertion zu verhindern, giebt man den Soldaten, deren Zeit längst abgelaufen ist, ihre fällig gewordene Löhnung nicht. Ihre Waffen stammen aus dem letzten Kriege, sie sind von allen Kalibern, dabei abgenutzt und wertlos. Ihre Feld-Ausrüstung und Zelte sind von noch schlechterer Beschaffenheit. Die Offizierszelte sind in Stücke geschnitten und in verschiedene Formen gebracht, um bei den ländlichen Festen des Herzogs zu dienen. ... Was ich in seinem Arsenal in Ludwigsburg sah, hat mich in meinen ersten ungünstigen Eindrücken nur bestärkt. Ich fand daselbst nur einen schönen Artillerie-Train, den wir aber nicht brauchen können; die dort befindlichen Gewehre verschiedensten Kalibers sind alt, ihre Schlösser zerbrochen oder außer Ordnung; die wenigen Zelte sind alte schäbige Überreste aus dem letzten Krieg.“ [29]
Nach dem 1. Koalitionskrieg wurden 1798 die herzoglichen Truppen ganz neu formiert:
- aus (den „ansehnlichsten Mannschaften“) des Dragoner-Regiments Württemberg und des Husaren-Regiments von Bouwinghausen
- Reiter-Regiment, ab 1802 Chevauxlegers-Regiment
- gebildet aus dem Rest beider vorstehend genannter Regimenter mit zwei Escadrons Chevauxlegers und dem Leibjäger-Corps aus der aufgelösten Garde-Legion. 1801 wurden Garde du Corps und Leibjäger-Corps aus dem Regiment ausgegliedert und drei weitere Escadrons aufgestellt. 1805 wurde das Regiment geteilt in
- 1. oder Leib- Chevauxlegers-Regiment
- 2. Chevauxlegers-Regiment
- Musketier-Bataillon von Mylius, ab 1803 Musketier-Bataillon Prinz Paul
- aus dem 1. Btl des Kreis-Infanterie-Regiments mit vier Compagnien.
- Musketier-Bataillon von Obernitz, ab 1804 Musketier-Bataillon von Lilienberg
- aus dem 2. Btl des Kreis-Infanterie-Regiments mit vier Compagnien.
- Musketier-Bataillon von Seeger, ab 1805 Musketier-Bataillon Herzog Wilhelm
- aus dem 1. Btl des Infanterie-Regiments von Hügel mit vier Compagnien.
- Musketier-Bataillon von Beulwitz, ab 1804 Musketier-Bataillon v. Romig
- mit vier Compagnien.
- Grenadier-Bataillon von Zobel, ab 1802 Leib-Grenadier-Bataillon
- gebildet aus den vier Grenadierkompanien der zuvor bestehenden Infanterieregimenter
- Zu allen Bataillonen kam 1800/1801 eine fünfte Kompanie hinzu, die jedoch 1805 zur Bildung der Leichten Infanterie-Bataillone abgegeben wurde.
- Fußjäger-Compagnie von Scharffenstein, ab 1800 Jäger-Corps, ab 1801 Fußjäger-Bataillon von Roman, ab 1805 ’’1. Fußjäger-Bataillon von Roman’’ (Schwarze Jäger)
- 1799 als Flügelkompanie des Grenadierbataillons von Zobel aufgestellt, 1800 mit einer zweiten Jäger-Kompanie selbständig, 1801 mit vier Kompanien Bataillon, 1805 um eine weitere Kompanie verstärkt. Gab im September 1805 zwei Kompanien ab zur Aufstellung eines weiteren Fußjäger-Bataillons
- 2. Fußjäger-Bataillon von Scharffenstein
- 1805 aus zwei Kompanien des Fußjäger-Bataillons von Roman und einer weiteren aus dem Leibgrenadierbataillon.
- Infanterie-Bataillon Erbprinz
- 1802 aufgestellt aus den Kontingenten der Kreisstände, die durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 endgültig an das Herzogtum Württemberg gefallen waren.
- Leichtes Infanterie-Bataillon von Neubronn
- Leichtes Infanterie-Bataillon von Scheler
- Beide 1805 aufgestellt aus den fünften Compagnien von jeweils drei Infanterie-Bataillonen.
- Leichtes Jäger-Regiment zu Pferd
- noch im Dezember 1805 aufgestellt
Als größter Reichsstand des Schwäbischen Reichskreises hatte das Herzogtum auch das größte Truppenkontingent zu stellen. Die Stärken [30] im Laufe der Zeit zeigt folgende Tabelle:
| Armatur |
zu Pferd |
zu Fuß |
1. Armatur des Kreises
15. April 1664 |
170 Mann
unmittelbar zum Allianzkorps des Rheinbundes |
200 Mann = 1. Kompanie
II. Regiment zu Fuß |
2. Armatur des Kreises
1673 |
87 Mann in 1. Kompanie
Ev. Kreisregiment zu Pferd |
194 Mann = 1. Kompanie
Ev. Kreisregiment zu Fuß |
2. Armatur des Kreises
16. Mai 1673 |
174 Mann = 1. + 2. Kompanie
Ev. Kreisregiment zu Pferd |
435 Mann = 1. – 3. Kompanie
Ev. Kreisregiment zu Fuß |
3. Armatur des Kreises
16. Juni 1683 |
175 Mann = 1. + 2. Kompanie
II. Regiment zu Pferd |
661 Mann = 1. – 3. Kompanie
II. Regiment zu Fuß |
zusätzliche Truppen
20. Februar 1691 |
81 Mann = 1. Kompanie
Dragoner-Eskadron |
195 Mann = 2. Kompanie
III. Regiment zu Fuß |
stehendes Heer
27. Mai 1701 |
277 Mann = 1., 2., 5., 6. Kompanie
Erbprinz Württembergisches Regiment zu Pferd |
1.363 Mann = 12 (von 13) Kompanien
Reischachsches Regiment zu Fuß |
Kreismiliz
20. November 1714 |
158 Mann = 1., 4., 6., 8. Kompanie
Kreis-Dragoner-Regiment (ev.) |
836 Mann = 11 (von 13) Kompanien
5. Kreis-Infanterie-Regiment (ev.) |
Kreismiliz
11. August 1732 [31] |
134 Mann = 3 (von 6) Kompanien
Kreis-Dragoner-Regiment (ev.) |
655 Mann = 7 (von 9) Kompanien
5. Kreis-Infanterie-Regiment (ev.) |
- „Regiment zu Fuß Württemberg“
- 1687 schloss Herzog Administrator Friedrich Carl von Württemberg einen Vertrag mit Venedig über die Stellung eines Regimentes für die Dauer von 2 Jahren. Das Regiment bestand aus Geworbenen aus dem Herzogtum Württemberg und war
- von 1687 bis Januar 1689 in Diensten der Republik Venedig
- von Januar 1689 bis Herbst 1689 im Herzogtum Württemberg als „Leibregiment“
- von Herbst 1689 bis 1691 in Diensten des Kaisers,
- anschließend bis 1698 in Subsidien des Schwäbischen Reichskreises als „Gelbes Regiment zu Fuß“. 1693 wurden Mannschaften zur Ergänzung geworben.
- Nach dem Frieden von Ryswick wurde das Regiment reduziert und gehörte als Grenadier-Bataillon zu den regulären württembergischen Haustruppen.
- Infanterie-Regiment Prinz Carl Rudolph
- Infanterie-Regiment von Pilssen
- Am 20. November 1687 schloss Herzog-Administrator Friedrich Carl einen weiteren Vertrag mit Venedig über die Stellung von zusätzlichen 3.000 Mann ebenfalls für die Dauer von 2 Jahren. Um diese Mannschaft aufbringen zu können, schloss er wiederum mit Prinz Georg von Hessen am 15. Dezember 1687 einen Vertrag über die Stellung eines Regimentes von 1.000 Mann, so dass in Württemberg nur noch 2 Regimenter geworben werden mussten. Beide Regimenter wurden nach der Rückkehr im April 1690 aufgelöst, die Mannschaften teilweise entlassen, teilweise in das Leibregiment übernommen.
Ein weiteres Regiment aus Württemberg (jedoch nicht herzogliches Subsidien-Regiment) war später noch einmal in venetianischen Diensten. ’’Aus Archival-Acten geht hervor, daß im Jahr 1695 Venedig sich wiederholt an den Herzog Friederich Karl von Württemberg (der nun nicht mehr die Vormundschaft über das Herzogthum führte) gewendet hat, ein Subsidien-Regiment zu stellen. Der Herzog übernahm die Werbung und die Stellung des Regiments. Sein ältester Sohn, Karl Alexander, wurde Chef davon, die Republik sicherte demselben zu Folge eines Contractes (Condotta) jährlich eine Pension von 1000 Ducati zu. Wegen der zarten Jugend des Regiments-Chefs (Carl Alexander zählte noch nicht volle 11 Lebensjahre) wurde der schon früher auf Morea gestandene Oberst v. Rammmstedt Regiments-Commandant, und später ersetzte den letzteren der Oberst v. Roelli. Das Schicksal des Regiments geht verloren, nur aus den Anklageakten der bei dem Regiment gestandenen Officiere, welche durch den Oberst Rammstedt an ihrem Einkommen verkürzt worden zu sein angaben, ist zu ersehen, daß das Regiment im Jahr 1698 wieder aus venetianischen Diensten muß zurückgekommen sein.’’ [32]
- Erstes (gelbes) Regiment zu Fuß von Herbst 1689 bis 1691 in Subsidien des Kaisers.
Von 1698 bis 1698 (nach dem Frieden von Ryswick stellte der Kreis seine Zahlungen ein) überließ Herzog-Administrator Friedrich Carl von den regulären Haustruppen für jährlich 155.000 fl (Der Herzog hatte dafür Sold, Verpflegung, Rekrutierung und Remontierung zu übernehmen.) dem Schwäbischen Reichskreis:
- Reiter-Regiment v. Freudenberg
- Dragoner-Regiment v. Carlin
- Erstes (gelbes) Regiment zu Fuß (1693 Werbepatent zur Ergänzung), anschließend als ’’Leib-Grenadier-Bataillon von Horn’’ bei den regulären Haustruppen
- Zweites (Rotes) Regiment zu Fuß und
- Drittes (Grünes) Regiment zu Fuß
- Die beiden letztgenannten Regimenter wurden 1698 aufgelöst und die Mannschaften entlassen.
1688 verpflichtete sich Herzog-Administrator Friedrich Carl für die Niederlande (Generalstaaten) 900 Reiter in 3 Regimentern anzuwerben, diese sagten ihm für jeden gestellten Mann mit Montur und Waffen, aber ohne Pferd, 60 „Rixdaler“ zu. Die Regimenter wurden an die Niederlande übergeben, aber scheinbar nicht bezahlt. Nach Stadlinger [33] war dieser Betrag noch bei Subsidienverhandlungen 1802 ein Streitpunkt (s. u.), der dann die Verhandlungen auch scheitern ließ
Mit einem Subsidienvetrag vom 31. März 1704 stellte der Herzog ein Truppencorps aus drei Regimentern zu Fuß und einem Dragoner-Regiment in einer Gesamtstärke von 4.000 Mann für Kaiser und Alliierte für die Dauer des Spanischen Erbfolgekrieges in den Niederlanden gegen Frankreich. Der Herzog hatte Monturen, Waffen, Munition und die zur Bagage erforderlichen Wagen zu stellen, die Generalstaaten der Niederlande zahlten 375.000 fl pro Jahr.
- Leib-Dragoner-Regiment
- Regiment zu Fuß von Sternenfels / ’’Prinz Heinrich Friedrich’’
- Regiment zu Fuß von Hermenn / ’’von Leiningen’’
- vom Leib- und Garde-Regiment nur das 2. Bataillon mit 3 Compagnien.
- Die Truppen standen zunächst unter dem Kommando des Generalwachtmeisters und Chef eines Regimentes zu Fuß von Sternenfels, am 12. Dezember 1711 übernahm der in niederländischen Diensten stehende Generallieutenant Prinz Heinrich Friedrich von Württemberg das Kommando über die vier Regimenter und wurde zugleich Inhaber des Regimentes von Sternenfels. Die Truppen kehrten im März 1714 zurück.
- „Infanterie-Regiment Alt Württemberg“
Uniform des Infanterie-Regiments Alt-Württemberg
- Mit Vertrag vom 24. Dezember 1715 verpflichtete sich Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg, dem Kaiser ein Infanterie-Regiment zu stellen. Das Regiment wurde aus Freiwilligen der bisher bestehenden Haustruppen und zuzüglich geworbenen in Göppingen bis zum 18. März 1716 aufgestellt, am 17. Mai durch den Herzog gemustert und am 19. Mai bei Offenhausen (bei Neu-Ulm) an den kaiserlichen Ober-Kriegs-Commissar übergeben und auf den Kaiser vereidigt. Danach verlegte das Regiment nach Ungarn.
- Nach dem Waffenstillstand mit der Türkei marschierte das Regiment am 16. Juli 1718 in Belgrad ab und erreichte am 5.Oktober Mantua. Ab 6. Dezember wurde der Marsch von dort fortgesetzt nach Neapel, wo es am 3. März 1719 ankam. Von dort wurde das Regiment nach Sizilien übergesetzt und blieb dort bis zum Ende der Vermietung. Ab 20. Juni 1719 (Datum des Werbepatents zur Rekrutierung) wurde Ersatz geworben. Am 17.Oktober 1720 begann in Genua der Rückmarsch, am 20. November war das Regiment im Raum Bregenz / Konstanz / Radolfzell.
- Am 24. Dezember 1720 wurde das Regiment in Ehingen wieder an den Herzog übergeben. Dieser ernannte es am 31. Dezember 1720 zum „Leib-Infanterie-Regiment“.
- Regiment Prinz Alexander Infanterie
- Das Regiment bestand mit Masse aus dem Leib-Infanterie-Regiment und kam 1734 in Subsidien des Kaisers. 1736 kehrte das Regiment zurück, kam aber bereits 1737 wieder in kaiserliche Dienste nach Freiburg als Garnisonsregiment bis 1740. Im gleichen Jahr wurde es förmlich an Preußen abgetreten und am 2. Mai 1740 in Lauffen a.N. durch den Preußischen Oberst von Kallnein übernommen.
- (Das Regiment hieß in Preußen von Braunschweig-Bevern, dann Riedesel, 1746 Füsilier-Regiment v. Wied-Neuwied, 1765 Regiment v. Lossow, 1782 Regiment v. Woldeck bis 1791. Aus dem Regiment ging später das II. Bataillon des 2. preußischen Garderegiments zu Fuß hervor.)
- Ebenso 1734 kamen die regulären Regimenter
- Regiment zu Fuß Prinz Friedrich (zuvor Garde-Füsilier-Regiment)
- Dragoner-Regiment Prinz Louis
- in kaiserliche Subsidien. Das erstere wurde 1739, das zweite 1736 an den Kaiser abgetreten.
- Infanterie-Regiment Prinz Louis
- von 1744 bis 1748 in Subsidien des Schwäbischen Reichskreises.
In französischen Diensten 1752 bis 1758
- Infanterie-Regiment Prinz Louis (schon bestehend)
- Infanterie-Regiment von Spiznas (schon bestehend)
- Füsilier-Regiment von Truchseß (schon bestehend)
- Füsilier-/Infanterie-Regiment von Röder (aufgestellt am 5. Juni 1754 mit nur sechs Kompanien, allerdings nur mit 57 Neugeworbenen, die Masse kam aus schon bestehenden Regimentern; erst 1757 mit zwei Bataillonen.)
- Infanterie-Regiment von Werneck (ab 1757)
- Der Subsidienvertrag vom 15. Dezember 1752 mit Frankreich brachte Herzog Carl Eugen einmalig in die Privatschatulle 130.000 fl, im Frieden jährlich 387.000 fl und im Krieg jährlich 479.000 fl. Es waren für ihn Einnahmen, über deren Verwendung er frei und ohne Beteiligung des Landtags entscheiden konnte. Dagegen verpflichtete er sich, für die Dauer von sechs Jahren insgesamt 6.000 Mann Infanterie in fünf Regimentern zu je zwei Bataillonen bereitzuhalten. Er verzögerte allerdings die Anwerbung und Aufstellung der Regimenter und gab das Geld für seine Hofhaltung aus.
- Nach Ausbruch des Siebenjährigen Kriegse 1756 verlangte Frankreich die Herstellung der Einsatzbereitschaft der vereinbarten Truppen und ihren Ausmarsch innerhalb von drei Monaten. Gleichzeitig musste der Herzog wegen der Reichsexekution König Friedrich II. von Preußen das württembergische Kontingent für den Schwäbischen Reichskreis in Stäke von 1.372 Mann zu Fuß und 111 Reitern stellen. „Die Zahl der vorhandenen Truppen betrug aber nicht volle 3000 Mann. Es fehlte an Allem, an Leuten, an Waffen, an Montirung, aber hauptsächlich an Geld, da die bisher bezogenen französischen Subsidiengelder sonst verausgabt waren und die Landstände sich weigerten, den Herzog in einer Sache zu unterstützen, die er für sich gethan hatte.“ [34]
- Carl Eugen reagierte Herzog ganz als absolutistischer Fürst. Obwohl er nur zwei Jahre vorher die gewaltsame Aushebung abgelehnt hatte [35] , ordnete er die Zwangsaushebung an: „Vom Herzog ermächtigt, hob [der Leiter der Kriegskommission, Major Philipp Friedrich Rieger], unter dem Protest der Landschaft, zuerst aus der Menge der hinsichtlich des Wehrdienstes Nichtprivilegierten, vornehmlich Bauern, [zwangsweise] Rekruten aus, dann bezog er auch vom Wehrdienst Befreite wie Schreiber und Handwerker in seine Zwangsrekrutierung ein und die einer Verhaftung gleichende Aushebung von Betrunkenen, von unsoliden, schlecht beleumundeten Burschen überhaupt machte den Abschluß. Die Sollstärke des Kontingents war erreicht.“ [36]
Nach Ablauf des Vertrages am 15. Dezember 1758 schloss Herzog Carl Eugen wegen des immer noch dauernden Krieges und seines weiterhin bestehenden Geldmangels einen Folgevertrag zur Gestellung von 12.000 Mann für die Dauer eines Jahres.
- Das reguläre württembergische „Dragoner-Regiment Herzogin Maria Auguste“
- wurde im Mai 1742 an den König von Preußen verkauft. Da das Regiment erst kurz davor eine neue Montierung erhalten hatte, wurde sie mit übernommen und bezahlt. Der größte Teil der Offiziere trat ebenfalls mit in preußische Dienste.
- Die hellblaue Farbe der übernommenen Uniform gab wahrscheinlich den Anstoß zur Einführung dieser Farbe bei den preußischen Dragonern [37].
- Das Regiment erhielt in Preußen den Namen „Dragoner-Regiment Württemberg“ und bestand dort bis 7. November 1806. Die Kommandeure stammten bis 1791 weiter aus Württemberg.
- Noch 1802 baten die Niederlande Herzog Friedrich II. um die Gestellung eines weiteren Subsidien-Regiments zu drei Bataillonen. Der Herzog forderte
- für jeden gestellten Mann 180 fl,
- das noch auf Java stationierte Bataillon des Kap-Regimentes sollte als eines der drei Bataillone zählen,
- die rückständigen Werbegelder von 54.000 „Rixdaler“ aus dem Jahre 1688 sollten bezahlt werden.
- Vor allem an der letzten Forderungen scheiterten die Verhandlungen dann [38].
- Im 2. Koalitionskrieg gab Württemberg unter der Bezeichnung Reichs-Contingent-Ergänzungs-Corps (1800 - 1801) Truppen in englische Subsidien:
- Chevauxlegers-Regiment
- Fußjägercorps
- Infanteriebataillon von Beulwitz
- Infanteriebataillon von Seeger
- Infanteriebataillon von Seckendorf
- Artillerie-Abteilung
[Bearbeiten] Königreich Württemberg 1805 – 1815
In dieser Zeit bestimmten die Kriege mit und gegen Napoleon die Aufstellung von Truppen.
In den letzten Monaten des Jahres 1813 wurde die Landwehr mobilisiert und
- acht Landregimenter mit je 1.019 Mann (und 8 Pferden) aufgestellt.
- Die Regimenter waren nicht uniformiert, trugen eine handbreite gelbe Armbinde mit dem Namen des Bataillons und waren nur mit einer 8 Schuh langen Pike (mit einer 6 Zoll langen eisernen Spitze) bewaffnet. Sie wurden im Herbst 1815 wieder aufgelöst
Im Januar 1915 erließ König Friedrich I. eine General-Verordnung zu einer neuen Aufstellung des Landsturms mit einer Gesamtstärke von 112.000 Mann. Er war gegliedert in
- fünf Infanterie-Divisionen zu
- je zwei oder drei Brigaden zu
- je sieben bis zehn Bataillonen
- eine Kavallerie-Division zu
- zwei Regimentern.
- In der „Bekanntmachung in Betreff der definitiven Organisation des Landsturms“ [39] war auch die Aufgabe des Landsturms genannt: Einstweilen wird die Landsturms-Mannschaft zu polizeilichen Zwecken, Eskortierung von Transporten und dergleichen benüzt; indem alles stehende Militair bis auf die Königlichen Garden gegen den 20. Febr. [nach Frankreich in der Allianz mit Österreich gegen Napoleon] abmarschirt sein wird . Nach Rückkehr der Truppen im gleichen Jahr wurde der Landsturm wieder aufgelöst.
- In diesen Verordnungen tauchten in Württemberg erstmals offiziell von den Dienstgraden unabhängige Funktionsbezeichnungen wie Compagnie-Vorsteher, Bataillons-Chef, Brigadier und Divisionär auf, wahrscheinlich weil verschiedene Funktionsinhaber keinen militärischen Rang hatten.
Als Herzog Friedrich II. am 1. Januar 1806 die Königswürde annahm bestanden die württembergischen Truppen nur aus drei Kavallerie-Regimentern, elf selbständigen Infanterie-Bataillonen und drei Artillerie-Kompanien. Dazu kamen noch die kleinen Garde- und Garnisonseinheiten auf den Festungen sowie die Reste des Kapregiments in Asien. Die Mitgliedschaft im Rheinbund verpflichtete den König zur Stellung von 12.000 Mann. Die Teilnahme an den Napoleonischen Kriegen und den Befreiungskriegen erforderte immer wieder die Aufstellung neuer Truppenteile.
Die Rekrutierung der Mannschaften war geregelt durch
- das Militär-Conskriptions-Gesetz vom 6. August 1806 [40] mit vielen Ausnahmen,
- die Militär-Konskriptionsordnung vom 20. August 1809 [41] , die keine Ausnahmen mehr zuließ.
Die Bataillone und Regimenter wurden zunächst weiter nach ihren Inhabern benannt. Durch eine Königliche Ordre vom 26. Mai 1811 trat an Stelle der Bezeichnung nach dem Regimentsinhaber eine durchgehende Nummerierung [42]: „Alle Linien-Regimenter der Cavallerie und Infanterie, ausgenommen die, so Prinzen des Königl. Hauses zu Chefs haben, werden nicht mehr die Namen des Proprietairs führen, sondern nach Nummern folgendermaßen benannt werden: Cavallerie
- Nr. 1 Chevauxleger-Regiment Herzog Heinrich
- Nr. 2 Leib-Chevauleger-Regiment
- Nr. 3 Jäger-Regiment zu Pferde Herzog Louis
- Nr. 4 Jäger-Regiment zu Pferde König
- Nr. 5 Dragoner-Regiment Kronprinz
Infanterie
- Nr. 1 Infanterie-Regiment Prinz Paul
- Nr. 2 Infanterie-Regiment Herzog Wilhelm
- Nr. 3. vorher v. Phull
- Nr. 4. vorher von Franquemont
- Nr. 5 Prinz Friedrich
- Nr. 6. Kronprinz
- Nr. 7. vorher von Koseritz
- Nr. 8. vorher von Scharfenstein
- Nr.9. vorher von Etzorf“
1812 fiel die Bezeichnung Leib-Compagnie bzw. Leib-Escadron weg.
Im Feldzug 1812 gegen Russland wurden die dort eingesetzten württembergischen Truppen ganz aufgerieben. Am 24. Oktober 1812 hatte der König bereits vor der Rückkehr der Reste der württembergischen Truppen befohlen, neue Verbände zum sofortigen Abmarsch ins Feld aufzustellen.
Obwohl König Friedrich 1813 auch auf die Seite der Allianz Russland/Preußen/Österreich gewechselt hatte, reagierte er heftig auf den eigenmächtigen Wechsel der Brigade Normann (Leib-Chevauxlegers-Regiment Nr. 2, Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 4 König, reitende Batterie von Breithaupt) auf die Seite Österreichs am 18. Oktober 1813 bei Leipzig. Bei ihrer Rückkehr am 16. November 1813 wurde die aus Heilbronn ankommende Brigade bei Eglosheim auf dem freien Feld umstellt und entwaffnet. Sie zog, von einem Infanterie-Regiment eskortiert, zu Fuß in Ludwigsburg ein, während die Artillerie die Pferde und Waffen in die Stadt brachte. Die beiden Reiter-Regimenter sollten aufgelöst, die Mannschaften auf die verbleibenden verteilt und diese neu nummeriert werden. Durch den Bedarf an Truppen geschah dies aber nur teilweise (Die beiden Kavallerie-Regimenter der Brigade Normann wurden offiziell aufgelöst, tatsächlich wurden nur die beiden Kommandeure entlassen, die Regimenter selbst wurden umbenannt).
| Alter Namen |
Neuer Namen |
| Chevauxlegers-Regiment Nr. 1 |
Leib-Cavallerie-Regiment Nr. 1 Prinz Adam |
| Leib-Chevauxlegers-Regiment Nr. 2 |
Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 4 Prinz Adam |
| Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 3 Herzog Louis |
Cavallerie-Regiment Nr. 2 Jäger Herzog Louis |
| Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 4 König |
Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 5 |
| Cavallerie-Regiment Nr. 5 Dragoner Kronprinz |
Cavallerie-Regiment Nr. 3 Dragoner Kronprinz |
[Bearbeiten] Die Truppenteile im Einzelnen
Bei der Annahme der Königswürde durch Herzog Friedrich am 1. Januar 1806 bestanden die gesamten württembergischen Truppen aus 3 Kavallerie-Regimentern, 11 Infanterie-Bataillonen, 3 Artillerie-Batterien, der Garde du Corps und 1 Leibjäger-Eskadron (Sie sind im Einzelnen im obigen Abschnitt bei den Haustruppen aufgeführt).
- Leichtes Jäger-Regiment zu Pferd, ab 1806 Jäger-Regiment zu Pferd Prinz Paul, ab 1807 Jäger-Regiment Herzog Louis, ab 1811 Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 3 Herzog Louis, ab 1813 Kavallerie-Regiment Nr. 2 Jäger Herzog Louis
- neu aufgestellt
- Leib-Chevauxlegers-Regiment, ab 1811 Leib-Chevauxlegers-Regiment Nr. 2, ab 1813 Jäger-Regiment Nr. 4 Prinz Adam
- aufgestellt 1806 aus dem ehemaligen Chevauxlegers-Regiment
- Das Regiment hatte zur Brigade Normann gehört. Bei der Rückkehr nach Ludwigsburg am 19.November 1813 wurde der Kommandeur entlassen und das Regiment erhielt den neuen Namen.
- Garde zu Fuß, ab 1814 Garde-Regiment zu Fuß
- aufgestellt 1806 durch Umbenennung des Leib-Grenadier-Bataillons
- Jäger-Regiment König, ab 1811 Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 4 König
- 1806 neu aufgestellt mit drei Eskadrons. Im November 1813 wurde das Regiment ebenfalls aufgelöst und aus seinen Escadrons ein neues
- Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 5 aufgestellt.
- Infanterie-Regiment v. Schröder, ab 1808 Infanterie-Regiment von Phull, ab 1809 Infanterie-Regiment Prinz Paul, ab 1811 Infanterie-Regiment Prinz Paul Nr.1, ab 1813 Leib-Infanterie-Regiment Nr. 1
- 1806 aufgestellt durch Vergrößerung des Musketier-Bataillons Prinz Paul
- Infanterie-Regiment von Franquemont, ab 1811 Infanterie-Regiment Nr. 4
- 1806 aufgestellt durch Vergrößerung des Musketier-Bataillons von Romig
- Infanterie-Regiment Prinz Friedrich, ab 1811 Infanterie-Regiment Prinz Friedrich Nr. 5
- Das Musketier-Bataillon von Lilienberg wurde 1807 um eine Compagnie vergrößert, diese jedoch noch im gleichen Jahr als Kader des 2. Bataillons des neuen Füsilier-Regiments von Neubronn (siehe unten) abgegeben. Im August 1808 wurde dazu ein zweites Bataillon aufgestellt und beide zusammen am 3. September 1808 zum Regiment vereinigt.
- Infanterie-Regiment Herzog Wilhelm, ab 1811 Infanterie-Regiment Nr. 2 Herzog Wilhelm
- Das Musketier-Bataillon Herzog Wilhelm wurde 1807 ebenfalls um eine Compagnie vergrößert, diese jedoch noch im gleichen Jahr als Kader des 2. Bataillons des neuen Füsilier-Regiments Kronprinz (s.u.) abgegeben. Im April 1808 wurde dazu ein zweites Bataillon aufgestellt und beide zusammen 1808 zum Regiment vereint.
- Füsilier-Regiment von Neubronn, ab 1809 Füsilier-Regiment von Koseritz, ab 1811 „Infanterie-Regiment Nr. 7“, ab 1813 „Infanterie-Regiment Nr. 8“
- Am 6. November 1806 wurde aus dem Garnisons-Bataillon durch Zuziehung von Rekruten ein
Füsilier-Bataillon von Etzdorff gebildet, aus dem nach Aufstellung eines zweiten Bataillons aus den 5. Compagnien der Musketier-Bataillone von Lilienberg und von Seckendorff am 15. Mai 1807 das Regiment aufgestellt wurde.
- 1. Fußjäger-Bataillon von Hügel, ab 1807 1 König“
- 1806 durch Umbenennung des 1. Fußjäger-Bataillons von Roman Fußjäger-Bataillon König, ab 1811 Fußjäger-Bataillon Nr. 1 König
- Leichtes Infanterie-Bataillon von Brüsselle, ab 1810 Leichtes Infanterie-Bataillon von Stockmayer
- 1806 durch Umbenennung des Leichten Infanterie-Bataillons
- Infanterie-Regiment Kronprinz , ab 1811 Infanterie-Regiment Nr. 6 Kronprinz
- 1807 durch Aufstellung eines zweiten Bataillons aus dem Infanterierie-Bataillon Kurprinz
- Leichtes Infanterie-Bataillon von Hünau, noch 1807 Leichtes Infanterie-Bataillon von Wolff, ab 1812 Leichtes Infanterie-Bataillon von Cornotte, noch 1812 Leichtes Infanterie-Bataillon von Kechler
- 1807 durch Umbenennung des Leichten Infanterie-Bataillons von Neubronn
- 2. Fußjäger-Bataillon von Neuffer, ab 1811 Fußjäger-Bataillon Nr. 2
- 1808 durch Umbenennung des 2. Fußjäger-Bataillons von Scharffenstein
- Wegen der schweren Verluste im Feldzug 1812 gegen Russland wurden die beiden Fußjäger-Bataillone am 22. Januar 1813 zum Jäger-Bataillon König zusammengefasst, ab 1813 Regiment Nr. 9 leichte Infanterie König mit zunächst nur einem Bataillon. Das zweite Bataillon wurde im November 1813 aufgestellt. Ab 1814 Fußjäger-Regiment Nr. 9 König
- Chevauxlegers-Regiment Herzog Heinrich, ab 1812 „Chevauxlegers-Regiment Nr. 1 Prinz Adam“, ab 1813 „Leib-Cavallerie-Regiment Nr. 1
- 1807 durch Umbenennung des Chevauxlegers-Regiments
- Landscharfschützen-Bataillon
- 1809 aus aus Forst- und Jagd-Candidaten und aus den Depots der Leichten Infanterie- und der Fußjäger-Bataillone aufgestellt.
- Nach Abschluss des Feldzuges wurde dessen Mannschaft mit Ausnahme weniger Kader jedoch überwiegend wieder im Forstschutz eingesetzt. Ab Januar 1814 wurden diese mit dem Landregiment Nr. 2 (Hall) zusammengefasst, das von Mai 1814 an die Bezeichnung Landscharfschützen-Regiment Nr. 11 ab 1815 Leichtes Infanterie-Regiment Nr. 11 führte, aber nur aus einem Bataillon bestand.
- Infanterie-Regiment von Scharffenstein, ab 1811 Infanterie-Regiment Nr. 8, ab 1813 Infanterie-Regiment Nr. 7
- 1809 aus den Depot-Compagnien der gegen Österreich kämpfenden Infanterie-Regimenter aufgestellt
- 3. Reitende Batterie sowie drei neue Batterien zu Fuß
- 1809 neu aufgestellt
- Die Artillerie bestand nun insgesamt aus einem Stab und 8 einzelnen Batterien.
- Am 26. Mai 1814 wurde die Artillerie umgegliedert in eine Artillerie-Brigade mit drei Bataillonen.
- 1809 wurde erstmalig in Württemberg ein schwimmender Verband aufgestellt.
- 1806 gegründet durch einen Erlass vom 29. Dezember 1806 zum Bau eines Gebäudes zur Aufnahme von Invaliden.
- In ihm sollten durch Wunden, Feldstrapazen oder lange Dienstzeit dienstunfähig gewordene Militärpersonen Aufnahme finden.
[Bearbeiten] Königreich Württemberg im Deutschen Bund 1815 - 1871
[Bearbeiten] Königreich Württemberg im Deutschen Reich 1871-1918
Louis Braun: Württembergische Dragoner
Ulanenregiment König Wilhelm I. (2.Württ.) Nr. 20
[Bearbeiten] XIII. (Königlich Württembergisches) Armeekorps
Die Württembergische Armee des Kaiserreichs bildete einen eigenständigen Teil des im Krieg aufzubietenden Heeres des Deutschen Reichs. Sie bestand aus dem XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps mit Sitz in Stuttgart, dem zwei Divisionen (26. in Stuttgart und 27. in Ulm) unterstellt waren. Kommandierender General war im Normalfall ein württembergischer Offizier. Daneben beteiligten sich württembergische Truppen an der Aufstellung des XV. Armee-Korps (Straßburg).
Die Württembergische Armee hatte gemäß der Militärkonvention mit dem Norddeutschen Bund vom 21./25. November 1870 ähnlich wie Bayern und Sachsen ein eigenes Kriegsministerium und einen eigenen Generalstab und war insofern nicht in das preußische Heer eingegliedert. Chef der Truppen war der König von Württemberg. Kokarde und Wimpel waren in den schwarz-roten Landesfarben, das Koppelschloss trug den Sinnspruch: "Furchtlos und trew". Die Verbände der württembergischen Armee behielten ihre bisherige interne Nummer, zur Unterscheidung von Truppenteilen anderer deutscher Staaten erhielten sie am 2. Oktober 1871 den entsprechenden Zusatz: „… württembergisches … Regiment“. Am 18. Dezember 1871 erhielten sie zusätzliche Nummern. Diese entsprachen der fortlaufenden Nummerierung aller Regimenter des deutschen Bundesheeres, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einem der Kontingente. Die württembergischen Infanterieregimenter erhielten die Nummern 119 bis 126, die Kavallerieregimenter die Nummer 19 und 20 sowie 25 und 26 und die Artillerieregimenter die Nummern 26 und 27. Sie erhielten am 14. Dezember 1874 die Namen in der endgültigen Schreibweise und Nummerierung: „ ... Regiment (x. Württembergisches) Nr. x“. Häufige Schreibweisen waren auch „... (x. Württemb.) Nr. x“ oder „... (x. Württ.) Nr.x“, z. B. Infanterieregiment (3. württembergisches) Nr. 121.
Die Eigenständigkeit gegenüber Preußen drückte sich auch darin aus, dass die Württemberger Truppen noch bis 1891 statt des preußischen einreihigen einen zweireihigen Waffenrock trugen.[43]
[Bearbeiten] Württembergische Truppen außerhalb des XIII. (Königl. Württ.) Armeekorps
- Das Ehreninvaliden-Corps blieb bestehen und wurde am 31. März 1909 aufgelöst.
- Schlossgardekompanie ab 1. August 1872.
- Die Stärke der Kompanie betrug 1 Feldwebelleutnant, 2 Feldwebelsergeanten, 3 Feldwebelunteroffiziere, 44 Unteroffiziere. Sie wurden rekrutiert aus gedienten älteren Unteroffizieren der Reserve und der Landwehr, jedoch nur Halbinvalide, Zivilanstellungsberechtigte oder Felddienstunfähige, die aber noch garnisonsdienstfähig waren. Nicht zur Kompanie zählten die Offiziere. Zunächst führte das Kommando ein vom König beauftragter Offizier der Truppe. Ab 1892 führte ein diensttuender Flügeladjutant die Kompanie mit den Befugnissen eines Regimentskommandeurs, ihm war ein weiterer Offizier mit den Befugnissen eines Kompaniechefs zugeteilt. „Die Schlossgardekompanie diente zur Beaufsichtigung der königlichen Schlösser und Gärten sowie als Ehrenwache bei feierlichen Anlässen; außerdem hatte sie den Wachdienst im Innern der Schlösser zu verrichten.“ [44]
- 8. Infanterie-Regiment, ab 18. Dezember 1871 8. Württembergisches Infanterie-Regiment Nr.126, ab ?? Infanterie-Regiment Großherzog Friedrich von Baden (8. württ.) Nr. 126
- Das Regiment kehrte nach dem Deutsch-Französischen Krieg nicht in seine Garnison zurück, sondern blieb ab 18. Dezember 1871 in Straßburg, abkommandiert zum XV. Armee-Korps (Straßburg). 1897 wurde es endgültig dort eingegliedert.
- Württ. Festungsartillerie-Bataillon, ab 15. November 1873, als es auf den preußischen Etat übernommen wurde, Württ. Fußartillerie-Bataillon Nr. 13, am 1. Oktober 1893 endgültig Kgl. Preuß. Fußartillerie-Bataillon Nr. 13
- 16. (Württ.) Kompanie / Kgl. Preuß. Eisenbahn-Regiment in Berlin ab 1. April 1887, ab 2. Oktober 1893 4. (Württ.) Kompanie / Kgl. Preuß. Eisenbahn-Regiment Nr. 3. Die Kompanie wurde ab 1.Oktober 1899 in den preußischen Etat übernommen.
- 4. (Württ.) Kompanie / Kgl. Preuß. Eisenbahn-Regiment Nr. 34 in Berlin ab 1. Oktober 1913.
- Württ. Detachement bei der Kgl. Preuß. Festungsfernsprech-Kompanie Nr. 4 in Straßburg ab 1. Oktober 1913.
Nach dem I. Weltkrieg erfolgte gemäß der Vorschriften des Versailler Vertrages zunächst die Demobilisierung des Armee. Mit der Bildung der Reichswehr der Weimarer Republik wurden dann alle Verbände und Einheiten der früheren deutschen Heere aufgelöst. Durch Verfügung des württembergischen Kriegministeriums I a Nr. 17431 vom 16. April 1919 wurde die Auflösung des stehenden württembergischen Heeres zum 30. April 1919 angeordnet. Die noch vorhandenen Regimentsstäbe blieben aber für weitere Aufgaben im Zusammenhang mit der Auflösung weiter bestehen. Sie wurden am 1. Oktober 1919 in Abwicklungsstellen umgewandelt und nach Abschluss aller Arbeiten bis zum 1. Juli 1920 auch aufgelöst.
Noch 1918 stellte der freie Volksstaat Württemberg Sicherheitstruppen auf.
Die Verfassung der Weimarer Republik übertrug einige wichtige im Kaiserreich noch bei den süddeutschen Staaten liegende Hoheitsrechte endgültig an das Reich. Das bedeutete für Württemberg u. a. den Übergang der Sicherheitstruppen an die Reichswehr, so dass das württembergische Kriegsministerium ab Juni 1919 aufgelöst werden konnte.
[Bearbeiten] Garnisonen und Standorte (1912)
Nach der Rangliste des aktiven Dienststandes der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps, Berlin 1912.
Stuttgart:
-
Ulm:
-
Ludwigsburg:
-
Weingarten:
-
Straßburg im Elsaß:
-
Heilbronn:
-
Mergentheim:
-
Tübingen:
-
Gmünd:
-
Wiblingen:
-
Berlin:
-
- Württembergisches Detachement der Betriebs-Abteilung der Königlich Preußischen Eisenbahn-Brigade
- Württembergisches Detachement des Königlich Preußischen Telegraphen-Bataillons Nr. 1
- Württembergisches Detachement des Königlich Preußischen Kraftfahr-Bataillons
- Württembergisches Detachement der Königlich Preußischen Versuchs-Abteilung des Militär-Verkehrswesens mit Versuchs-Kompanie
Metz