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Wörgl Hauptbahnhof :

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Wörgl Hauptbahnhof

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Wörgl Hauptbahnhof
Wörgl Hauptbahnhof (Österreich)
DEC
Bahnhofsdaten
Kategorie Fernverkehrsknoten
Art Durchgangsbahnhof
Reisende

30.000 / Tag

Tägliche Zugfahrten

430

Webadresse ÖBB Reisezentrum Wörgl
Architektonische Daten
Eröffnung

24. November 1858

Stadt Wörgl
Bundesland Tirol
Staat Österreich
Koordinaten
Eisenbahnstrecken

Der Hauptbahnhof Wörgl ist ein Eisenbahnknoten auf der österreichischen Westbahn (WienLinzSalzburgKufsteinInnsbruck) beziehungsweise der Unterinntalbahn und der Giselabahn (SalzburgHalleinZell am See – Wörgl). Seit dem 10. Dezember 2006 führt er die Bezeichnung „Hauptbahnhof“.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung, Lage, Bedeutung und Geschichte

Der Bahnhof Wörgl im österreichischen Bundesland Tirol, auf 511 m Meereshöhe rechtsseitig am Inn und rund 60 km östlich von Innsbruck gelegen, hat die zweitgrößten Bahnanlagen Westösterreichs nach der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Er ist mit gegenwärtig rund 30.000 Reisenden täglich nach Innsbruck Hbf der Bahnhof mit der zweithöchsten Frequenz an Fahrgästen in Tirol. Mit bis zu 430 täglichen Zugfahrten übertrifft er überdies Innsbruck Hbf. Der Bahnhof Wörgl wurde 1858 errichtet und am 24. November 1858 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet. Daher wurde für das Jahr 2008 unter dem Motto „150 Jahre Eisenbahn in Wörgl“ ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm samt einem großen Eisenbahnfest im August vorbereitet.

In Wörgl Hbf halten nahezu alle Reisezüge. Vier Verschubreserven besorgen die Zugbildung zahlreicher Güter- und Reisezüge sowie den Fahrverschub. Als Verschublokomotiven werden die ÖBB-Reihen 1063, 2067 und 2068 eingesetzt. Es bestehen Standorte der ÖBB-Traktion und der ÖBB-Technischen Services mit (zusätzlichem) eigenem Remisenverschub (Reihe 2067). Ebenso gibt es mehrere Dienststellen des Bau-, Bahnerhaltungs-, Sicherungs-, Fernmelde-, Elektro- und anderer Dienste. Ein Güterterminal mit Logistikzentrum, ein Unterwerk und ausgedehnte Anschlussgleisanlagen sowie eine Verladestelle für Auto im Reisezug vervollständigen den Bahnhof. Wörgl ist Sitz eines ÖBB-Gebietsleiters Netz und eines ÖBB-Bahnhofsmanagers, beide mit dem Zuständigkeitsbereich von Saalfelden beziehungsweise Kufstein bis Fritzens-Wattens sowie mehrerer anderer überregionaler Kommandostellen.

Wörgl liegt an der Abzweigung zweier bedeutender Eisenbahnmagistralen. Einerseits an der Strecke (MünchenRosenheim –) Kufstein – Wörgl – Innsbruck (– BrennerBozenVerona), der früheren Nordtiroler Bahn, die 1858 eröffnet und die von Alois Negrelli, dem Erbauer des Suezkanals, geplant und anschließend vom Erbauer der Semmeringbahn, Carl Ritter von Ghega, gebaut wurde. Andererseits an der österreichischen Westbahn Wien – Linz – SalzburgZell am SeeKitzbühel – Wörgl – Innsbruck – Feldkirch (– Lindau beziehungsweise – Buchs SG), die im Teilstück Wien – Wörgl als Kaiserin Elisabeth-Bahn bezeichnet wird, im Teilstück Salzburg – Wörgl als Giselabahn (nach einer Tochter von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth, Erzherzogin Gisela Luise Marie) bzw. Salzburg-Tiroler-Bahn, und im Teilstück Zell am See – Wörgl als Brixentalbahn, im Jahr 1875 im Abschnitt Hallein – Schwarzach-St. Veit – Wörgl eröffnet.

Bis in die späten 1990er Jahre fand in Wörgl der Wechsel vom Rechtsfahren der Züge (aus Richtung Kufstein und Zell am See beziehungsweise Amstetten, wo der Gleiswechsel in die andere Richtung auf der ÖBB-Westbahn stattfand) auf das Linksfahren (nach Innsbruck beziehungsweise zum Brenner) und umgekehrt statt. Dazu war eine der ganz selten verwendeten so genannten „Flachkreuzungen“ im westlichen Weichenbereich eingebaut, die einen Wechsel des Streckengleises mit 120 km/h ermöglichte. Heute besteht auf der gesamten Westbahn und in ganz Westösterreich generell Gleiswechselbetrieb mit dem rechten Streckengleis als Regelgleis. Seit 1890 ist die Strecke Wörgl – Innsbruck, seit 1914 die Strecke Wörgl – Zell am See – Salzburg und seit 1939 die Strecke Wörgl – Kufstein – München durchgehend zweigleisig. Seit 1928 sind alle nach Wörgl führenden Strecken mit 15 KV, 16,7 Hz Wechselstrom elektrifiziert.

Die Bahnhofsanlage und das Aufnahmegebäude wurden im Zweiten Weltkrieg nahezu völlig zerstört. Das Bahnhofsgebäude wurde nach dem Krieg in Richtung Innsbruck (nach Westen) verschoben, neu gebaut und 1950, rechtzeitig vor der Erhebung Wörgls zur Stadt im Jahr 1951, eröffnet.

Als Sicherungsanlage diente ein elektromechanisches ÖES (Österreichisches Eisenbahn-Signalwerk) K 47-Gleisbild-Befehlswerk für die Fahrdienstleiter. Die Wärterstellwerke waren im Stellwerk 1 ein Drehachsen-Wärter-Gleisbildstellwerk und im Stellwerk 2 ein EM 55-Wärter-Gleisbildstellwerk. Die Stellwerksanlagen, die heute als Reihenstellwerke bezeichnet werden, wurden zum Teil museal erhalten. Beide Wärterstellwerksgebäude, die heute nicht mehr existieren, waren Turmstellwerke.

[Bearbeiten] Übersicht

Der Wörgler Hauptbahnhof allein (ohne Nebenbahnhöfe und Zugförderungsbereich) hat gegenwärtig 26 Haupt- und jede Menge Nebengleise, 167 Weichen und Gleiskreuzungen sowie 388 Lichtsignale (davon 62 Vorsignale und Signalnachahmer, 75 Hauptsignale, 23 Schutzsignale, 181 alleinstehende und in Hauptsignalen integrierte Verschubsignale, 47 Geschwindigkeitsanzeiger und -voranzeiger) und 14 Gleissperrschuhe. Für den Bahnhofteil Wörgl Kundl zum Beispiel kommen 4 Hauptgleise sowie mehrere Nebengleise und 84 Signale, 4 Gleissperrschuhe und 18 ferngestellte Weichen dazu. In dieser Aufzählung sind Ersatz- und Abfahrtssignale nicht eingerechnet.

Es bestehen die Bahnhofteile Wörgl Kundl, Wörgl Terminal Nord, Wörgl Terminal Süd und der (eigentliche) Bahnhof Wörgl (Hbf) selbst. Im Stadtgebiet liegt noch die Haltestelle Bruckhäusl (früher Söll-Leukental) mit Überleitstelle und Ladegleisen. Die dortigen Weichen und Signale werden vom Zentralstellwerk Wörgl aus mitbedient. In Bruckhäusl bestehen zwei Besonderheiten:

Diese Haltestelle wird am 13. Dezember 2008 (zum Fahrplanwechsel 2008/2009) in Wörgl Süd – Bruckhäusl umbenannt; die Ladegleise werden allerdings entfernt. Mittelfristig ist vorgesehen, in Höhe des Terminals Nord eine weitere Personenhaltestelle Wörgl West – Terminal zu errichten. Im Rahmen des gegenwärtig vorgenommenen viergleisigen Ausbaus der Unterinntalbahn im Zuge der TEN-Achse Berlin–Palermo samt Brennerbasistunnel wird Wörgl eine wichtige Rolle spielen. Als größter, in unmittelbarer Nähe der Neubaustrecke gelegener Bahnhof und als einziger mit Lokomotiv- und Wagenwerkstätten und Lokomotivstützpunkt wird der Hauptbahnhof Wörgl an beiden Bahnhofsseiten (Verknüpfungsstellen der Neubau- mit der Bestandstrecke in Radfeld im Westen und in Schaftenau im Osten) voll an die Neubaustrecke angebunden.

[Bearbeiten] Um- und Ausbau 1995

Im Jahr 1995 wurde der Bahnhof Wörgl mit einem Aufwand von rund 100 Millionen Euro (entspricht etwa 1,4 Milliarden Schilling) von den Österreichischen Bundesbahnen fast vollständig umgebaut. Der Bahnhof wurde mit der damals modernsten Zentralstellwerksanlage der Bauart SpDrL A2 mit EBO (einheitlicher Bedienoberfläche auf fünf Bildschirmen, Bedienung über Tastatur und Maus sowie einer „Graphic Automatic Light“) ausgestattet, die laufend weiter ausgebaut wurde. Die Graphic Automatic Light (GrAuLi) ist eine computergesteuerte Selbststellanlage, bei der auf Grund der Vorprogrammierung oder der Zuglenkziffern die zu befahrenden Fahrstraßen selbsttätig gestellt werden. Dem Fahrdienstleiter kommt dabei nur mehr eine Überwachungsfunktion zu. Das Zentralstellwerk wurde als Dachgeschoss über der Bahnhofshalle gebaut. Von hier besteht durch die Panoramafensterwand ein Ausblick auf das Gelände des Hauptbahnhof-Teils und auf die Zugförderungsanlage. Zusätzlich wurden weitere Bahnsteige und die Güterterminals errichtet.

Zwischen dem Bahnhof Wörgl und dem Bahnhof Kundl wurde zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit ein drittes Gleis als „Beschleunigungsspur“ errichtet. Auf Grund der Einbeziehung des Bahnhofes Kundl in den Bahnhof Wörgl wird dieses betrieblich nicht als Streckengleis, sondern als Bahnhofgleis behandelt. Betrieblich bekam der Bahnhof Kundl die Bezeichnung "Wörgl Kundl", wenngleich der Ortsname "Kundl" weiterhin im Reisezugfahrplan verwendet und an den Bahnsteigen angeschrieben bleibt.

Gleichzeitig wurden die Bahnhofshalle von Wörgl Hbf und die (insgesamt zehn) Bahnsteige mit Personenaufzügen sowie Zugzielanzeigern versehen und zusammen mit allen anderen Anlagen für den Reise- und Güterverkehr völlig neu gestaltet. Eine Park-and-Ride-Anlage für 630 Autos erleichtert den Fahrgästen das Umsteigen vom Auto auf die Bahn.

Der Bahnhofsvorplatz wurde ebenfalls komplett umgebaut und mit einer Grünanlage ausgestattet. Vom Bahnhofsvorplatz aus nehmen die regionalen und überregionalen Buslinien sowie die fünf Stadtbuslinien und weitere kürzere Regiobuslinien ihren Ausgang. Die Güterverladung wurde vom ehemals angrenzenden Frachtenbahnhof in den Cargo-Terminal (zum Bahnhofteil Wörgl Terminal Nord) bei Wörgl-Liesfeld (Richtung Westen) verlegt. Im Cargo-Terminal ist das Logistikzentrum und eine Verladestelle für die Rollende Landstraße eingerichtet.

[Bearbeiten] Stellwerksanlage

Vom Zentralstellwerk (Betriebsfernsteuerzentrale), in dem neben den Fahrdienstleitern ebenso der Betriebsüberwacher seinen Dienst versiegt, wird gegenwärtig der Bereich zwischen Radfeld und Schaftenau beziehungsweise Bruckhäusl aus ferngesteuert. Damit wird ebenfalls der Bahnhofsteil Wörgl-Kundl samt den Terminals Nord und Süd sowie der Bahnhof Kirchbichl bedient. Die Fernsteuerung des südlich gelegenen Bahnhofes Hopfgarten und eventuell der Bahnhöfe Brixlegg und Jenbach von Wörgl Hbf aus ist in Vorbereitung.

Der Zugförderungsbereich hat ein eigenes Drucktastenstellwerk. Vom Zentralstellwerk aus besteht die Möglichkeit, (Lokomotiv-)Zugfahrten bis und ab dem Zugförderungs-(Traktions-)bereich durchzuführen.

[Bearbeiten] Umbenennung zum Hauptbahnhof

Im Frühjahr 2006 wurde die Idee geboren, den Bahnhof Wörgl in Wörgl Hauptbahnhof umzubenennen; einerseits wegen seiner Größe und Wichtigkeit und der bereits beträchtlichen Anzahl von Eisenbahn-Betriebstellen in Wörgl sowie andererseits aus Werbungs- und Imagegründen.

Seiner Verwirklichung zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 gingen zusätzlich umfangreiche weitere Ausbau- und Verschönerungsmaßnahmen voraus. So wurden die Bahnhofshalle und die Bahnsteige teilweise neu gestaltet. Weiters wurde ein Blindenleitsystem angebracht, eine Videoüberwachungsanlage neu erstellt und zudem ein permanenter Sicherheitsdienst eingerichtet. Anstelle der veralteten Fallblattanzeiger wurde eine neue LED-Zugzielanzeigeanlage eingebaut. Die komplette Beschilderung der Bahnhofsanlagen wurde großzügig (größtenteils mit innenbeleuchteten Transparenten) erneuert und dem neuen, dunkelblauen ÖBB-Design angepasst. Internationale Züge werden seitdem nicht mehr nur in deutscher, sondern überdies in englischer und teilweise in italienischer Sprache durch die Lautsprecheranlage angekündigt.

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