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Währungsdeckung

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Man spricht von Währungsdeckung, wenn die Summe der umlaufenden Geldnoten und Münzen vollständig durch Edelmetalle oder Fremdwährungsbestände im Eigentum der Notenbank gedeckt sind. Heutige Währungen sind fast ausschließlich nur zu einem (meist geringen) Teil gedeckt.[1] Ist eine Währung nur unvollständig gedeckt, spricht man von Fiat Money.

Das allgemeine Vertrauen und die Akzeptanz in die jeweilige Währung wird unter anderem durch die Unveränderlichkeit/Werthaltigkeit dieser Besicherung bestimmt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte und Formen

[Bearbeiten] Edelmetalldeckung

Bis zum Ersten Weltkrieg waren Münzen fast ausschließlich aus Edelmetallen gefertigt, deren Edelmetallgehalt den Wert bestimmte. Dies war zunächst Silber (siehe Silberstandard), ab dem Anfang des 19 Jahrhundert Gold (siehe Goldstandard). Auch umlaufendes Papiergeld der Notenbank musste durch Silber/Gold gedeckt sein.[2]

Der Inhaber der Banknote hatte dementsprechend einen Anspruch auf Einlösung der Banknote in Edelmetall.

Später (in Europa spätestens zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs) ging man dazu über, auch über den Gegenwert der Goldreserven hinaus Bargeld zu emittieren. Hierzu wurde die Verpflichtung der Notenbank der Einlösung in Gold eingeschränkt.

Die Tatsache, dass Geldschöpfung deutlich über das Maß der Steigerung der realen Produktion hinaus erfolgte führte zu Inflation und nach dem Weltkrieg zu Hyperinflation.

[Bearbeiten] Golddevisenwährung

Als Antwort auf die Hyperinflation der frühen 20er Jahre setzte sich die Golddevisenwährung durch. Neben einer Deckung des Banknotenvolumens durch Edelmetalle trat nun eine Deckung durch Fremdwährungsbestände (die wiederum ebenfalls eine entsprechende Deckung aufwiesen). Mit dem Bretton-Woods-System wurde der goldunterlegte US-Dollar zur Leitwährung im Währungssystem.

Nach Kündigung der Goldeinlösepflicht durch die USA brach das Bretton-Woods-System 1973 zusammen und wurde durch ein Regime flexibler Wechselkurse ersetzt.

[Bearbeiten] Currency Board

Als Maßnahme zur Stabilisierung von Währungen mit hoher Inflationsrate wird häufig ein Currency Board genutzt (z.B. Brasilienkrise). Hierbei wird die Währung an einen Korb von stabilen Währungen fest gebunden. Zur Sicherstellung dieser Bindung erfolgt eine vollständige Deckung in den Währungen des Korbes.

[Bearbeiten] Wirkung der Währungsdeckung

[Bearbeiten] Währungsdeckung und Inflation bzw. Wachstum

Eine vollständige Währungsdeckung bewirkt, dass die Geldmenge entsprechend der Neuförderung der zugrunde liegenden Edelmetalle wächst. Typischerweise ist dies ein wirksamer Schutz vor Inflation, da Edelmetalle in der Vergangenheit meist zwischen ein und zwei Prozent p.a. in der Menge dazu gewonnen werden. Dies gilt aber nicht immer. Die Mengen von Gold und Silber, die nach der Entdeckung der Neue Welt durch Kolumbus nach Europa strömten, lösten einen massiven Inflationsschub aus, der im Artikel Preisrevolution beschrieben ist.

Idealerweise sollte die Geldmenge mit dem Wachstum der realen Produktion wachsen. Da die Neuförderung von Edelmetallen aber in keinem inhaltlichen Zusammenhang zum Wirtschaftswachstum steht, ist aus ökonomischer Sicht eine Bindung des Geldes an Edelmetalle keine optimale Lösung.

[Bearbeiten] Währungsdeckung und Vertrauen in die Währung

Eine wesentliche Funktion der Währungsdeckung ist die Schaffung von Vertrauen in die Währung.

Ein besonders deutliches Beispiel stellt der Somalia-Schilling dar. Nach dem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Somalia 1991 verschwand die Notenbank und die Druckplatten der Banknoten wurden zerstört. Obwohl es keine Notenbank mehr gab und die Banknoten eigentlich wertlos waren, wurden sie von der Bevölkerung den von den herrschenden Warlords herausgegebenen neuen Banknoten vorgezogen. Der Grund war einfach: Da keine neuen Noten mehr gedruckt werden konnten, war eine Inflationierung unmöglich geworden.

In der Praxis standen Notenbanken früher jedoch naturgemäß unter dem Generalverdacht, eine erhöhte Geldschöpfung vorzunehmen. Neben der Unabhängigkeit wird von vielen Notenbanken ein möglichst hoher Grad an Währungsdeckung als wichtiger Baustein angesehen, um Vertrauen in diese Institution aufzubauen.

[Bearbeiten] Washingtoner Goldabkommen

Die überwiegende Zahl der Notenbanken plant eine Reduzierung ihrer Goldbestände. Neben der abnehmenden Bedeutung von Goldreserven für das Vertrauen in die Notenbanken spielen vor allem zwei Gründe eine Rolle:

Ein gleichzeitiger Verkauf der Goldreserven aller Notenbanken würde jedoch den Goldpreis zusammenbrechen lassen. Daher haben die Notenbanken 1999 im Washingtoner Goldabkommen Kontingente vereinbart, die jede einzelne Notenbank pro Jahr maximal verkaufen darf. Insgesamt haben die Notenbanken das Recht jedes Jahr 500 Tonnen Gold zu verkaufen. Diese Menge wurde jedoch noch nie ausgenutzt.[3].

[Bearbeiten] Quellen

  1. Microsoft Corporation: Microsoft Encarta Professional 2003, Artikel: Papiergeld ohne Edelmetalldeckung
  2. Microsoft Corporation: Microsoft Encarta Professional 2003, Artikel: Goldwährung
  3. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Der Goldpreis überspringt die Marke von 700 Dollar, 8. September 2007

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