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Vorbild

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Ein Vorbild ist eine zum Nachahmen einladende oder zwingende Erscheinungsform von Personen, ein Modell, mit dem man sich identifizieren kann, oder eine Person mit beträchtlichem Ansehen beim Beobachtenden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bedeutung des Vorbilds

Viele Theorien über Vorbilder greifen auf Theorien zurück, die Sigmund Freud angeregt hat. Er sah die „Identifizierung“ mit einem Vorbild als einen psychodynamischen Prozess, der eine Angleichung des eigenen Ich zu dem zum Vorbild genommenen Ich zum Ziel hat. In Folge benimmt sich das erste Ich in bestimmten Hinsichten so, wie das andere, ahmt es nach und nimmt es gewissermaßen in sich auf. In der frühen Kindheit sind die Eltern oder primären Bezugspersonen die wichtigsten Vorbilder, sie werden unreflektiert nachgeahmt. Durch die Identifizierung mit den Bezugspersonen kann das kleine Kind innerpsychische Konflikte lösen, z. B. die Angst vor dem Alleinsein, indem es sich ein inneres Bild der Bezugsperson erschafft und Verhaltensweisen von dieser übernimmt. In der Pubertät, wenn Selbstaufmerksamkeit und kritische Urteilsfähigkeit wachsen und der Jugendliche mehr Erfahrungen und Einsichten in andere soziale Kontexte gewonnen hat, werden die Eltern realistischer wahrgenommen. Der Jugendliche orientiert sich stärker an alternativen Vorbildern oder Idealen, die er nun selbst wählen kann.

Bei der Wahl eines Vorbildes spielen unter anderem die wahrgenommene Ähnlichkeit zum Betrachter (kann sich auch auf Einstellungen, Ziele o.ä. beziehen), der wahrgenommene Erfolg des Vorbildes und die Überzeugung des Betrachters, dem Vorbild auch nacheifern zu können, eine Rolle. Sind diese Bedingungen erfüllt, hat das Vorbild positive Auswirkungen auf die Selbstwirksamkeitsüberzeugung. (letzter Abschnitt siehe Sozialkognitive Lerntheorie/ Modell-Lernen und Theorie zur Selbstwirksamkeit von Albert Bandura)

Laut aktueller Jugendstudien (z. B. Zinnecker et al.: Null Zoff und Voll Busy.) haben derzeit knappe 60 % der Jugendlichen in Deutschland ein Vorbild. Bei der Mehrheit der Vorbilder handelt es um Prominente und Stars aus den Medien: Sportler, Sänger, Schauspieler. Mutter und Vater belegen aber immer noch den ersten bzw. zweiten Platz in der Hitliste der Vorbilder.

Eltern und Erziehende haben einen begrenzten Einfluss auf die Wahl von Kindern/Jugendlichen hinsichtlich ihrer Vorbilder. Auch ihre eigene Funktion als Vorbilder können Sie nicht unbegrenzt steuern. Sobald Kinder sich ihres Geschlechts bewusst sind, und das ist mit etwa zwei Jahren der Fall, gelten die Mitglieder des eigenen Geschlechts in vielen Fragen automatisch als Bezugsgruppe. Hier liegt die Grenze der Erziehenden. Man kann einen Jungen noch so viel mit "weiblichem" Spielzeug (Puppen z. B.) konfrontieren; er wird sich in der Regel dafür entscheiden, was Gleichaltrige und Ältere aus seiner Bezugsgruppe favorisieren (s. Susan Gilbert). Mit Mädchen ist es ähnlich. Insofern spielen die Geschlechtsgenoss/innen eine bedeutende Rolle als Vorbilder, ob es den Erziehenden passt oder nicht. Ein Idol ist ein Vorbild, an dem man sich orientiert!

[Bearbeiten] Lernen am Modell (Vorbild)

Nachahmung

Das Lernen am Vorbild oder am Modell ist in der Lerntheorie eine bedeutsame Variante der Differenzierung und Weiterentwicklung von Verhaltenssequenzen. "Als wir das Autofahren lernten, wussten wir zumeist, wo und wie wir sitzen mussten, und wir hatten bereits durch Beobachtung anderer Personen gelernt, welche Handlungen für das Starten und fahren eines Autos notwendig sind und in welcher Reihenfolge." (Gage, Berliner, 1977)

Bandura und Walters (1963) sehen drei verschiedene Lerneffekte innerhalb des Modelllernens:

Tausch und Tausch thematisieren die Attraktivität von Vorbildern/Modellen:

Es lässt sich ferner unterscheiden:


Diese unterschiedlichen Möglichkeiten haben unterschiedliche Wirkungen (Bandura). So könne das Vorbild im Zeichentrickfilm bei Kindern mit großem Interesse dafür von Bedeutung sein.

Ein Modell mit wenig angemessenem Verhalten ist nach Tausch/Tausch z. B. ein Lehrer, der die Kinder auffordert:

Ein Modell mit angemessenem Sozialverhalten wäre z. B. ein Lehrer, der sagt:

Das Lernen am Vorbild spielt vor allem bei komplexen Verhaltenssequenzen eine wichtige Rolle - wie etwa Sozialverhalten (z. B. die Art der Begrüßung) oder das Erlernen von Sportarten (Tischtennis). Auch die Formen der Aggression gegenüber bestimmten Personen und Gruppen orientieren sich an Vorbildern/Modellen. In dem Zusammenhang haben die Modelle aus Filmen und dem TV Bedeutung; insbesondere, die sich als gesellschaftlich erfolgreich darstellen oder eine positive Beziehung zum Beobachter entwickeln (hier wird das Modelllernen mit dem Verstärkungslernen kombiniert).

[Bearbeiten] Zitate

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Markus M. Ronner: Die besten Pointen des 20. Jahrhunderts : humoristisch-satirische geistesblitze, nach Stichwörtern alphabetisch geordnet. Stuttgart: Gondrom. 1990

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Vorbild – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Wikiquote Wikiquote: Vorbild – Zitate

[Bearbeiten] Praktische Beispiele

Vorbild - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Vorbild - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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