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Velten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Velten
Velten
Deutschlandkarte, Position der Stadt Velten hervorgehoben
52.68333333333313.18333333333333Koordinaten: 52° 41′ N, 13° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 33 m ü. NN
Fläche: 23,39 km²
Einwohner: 11 502 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 492 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16727
Vorwahl: 03304
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 332
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausstraße 10
16727 Velten
Webpräsenz:
Bürgermeister: Heiko Manthey (CDU)
Lage der Stadt Velten im Landkreis Oberhavel
Karte

Velten ist eine Stadt nördlich von Berlin im Landkreis Oberhavel in Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Klima

Der Jahresniederschlag liegt bei 586 mm und ist damit vergleichsweise niedrig, da er in das untere Viertel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 18 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Oktober, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,9 mal mehr Niederschläge als im Oktober. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 16 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1355. Der ursprüngliche Charakter des Ortes war ein 1000 m langes Angerdorf. 1828 begann die Geschichte der Veltener Ofen- und Kachelindustrie. Grundlage dafür waren die westlich des Ortes gelegenen Tonvorkommen. 1835 wurde die erste Ofenkachelfabrik erbaut, 1878 wurden in 22 Ofenkachel-Fabriken etwa 22.000 Öfen hergestellt. 1894 waren es schon 35 Fabriken mit 2.000 Beschäftigten, bis zum Jahr 1903 kamen noch 18 Unternehmen dazu, Velten zählte somit zu diesem Zeitpunkt 43 Ofenfabriken und keramische Werkstätten.

1905 war der wirtschaftliche Höhepunkt mit einer jährlichen Produktion von 100.000 Kachelöfen erreicht. Durch die Erfindung der weißen Schmelzglasur wurde die Veltener Kachel ein Weltbegriff. 1893 wurde Velten an das Eisenbahnnetz angeschlossen und 1911 ein Hafen mit Verbindungskanal zur Havel in Betrieb genommen. Verschiedene Firmen, wie Eisenfabriken, Gießereien, Steingutfabriken, chemische Werke und Sägewerke siedelten im umliegenden Industriegebiet an. Durch die zunehmende Industrialisierung des Ortes wuchs die Einwohnerzahl stark an, so dass Velten 1935 das Stadtrecht verliehen wurde.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde im Meisnershof im Forstbezirk Hohenschöpping ein frühes KZ eingerichtet, das zur Verschleierung des brutalen Umgangs mit den dort inhaftierten politischen Gefangenen als "Fahrschule der SA" bezeichnet wurde. Ende 1933 wurde es aufgelöst - wie alle frühen KZ - und die Gefangenen in das KZ Oranienburg überführt. Während des Zweiten Weltkrieges mussten Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: in den Firmen Felix Deichmann Feuerwerkslaboratorium, Borsig, Bergmann und Ikaria. Laut Totenliste ruhen auf dem Friedhof 75 Todesopfer der Zwangsarbeit mit einem hohen Anteil aus der Sowjetunion und Polen, sowie Rumänien, Bulgarien und Frankreich. Nach anderen Angaben wurden sogar über 100 ausländische Tote dort bei Kriegsende bestattet. Neben dem Zwangsarbeiterlager gab es seit März 1943 (nach anderen Angaben seit Oktober 1944) ein Außenlager des KZ Ravensbrück für 500 bis 800 Frauen, die in der Rüstungsproduktion der Veltener Maschinenbau GmbH Ikaria bzw. in der Havelschmelzwerk GmbH in der Berliner Straße 8 Flugzeugteile montieren mussten. Über ihre Evakuierung oder Befreiung bei Kriegsende gibt es unterschiedliche Informationen, die zu gründlicher Recherche auffordern.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Velten besteht aus 23 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen wurde am 15. April 1997 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein grüner Kachelofen mit goldener Tür und schwarzen Beschlägen.“[1]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Seit 1968 besteht mit der französischen Stadt Grand Couronne eine Partnerschaft.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmäler in Velten stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.

[Bearbeiten] Geschichtsdenkmale

[Bearbeiten] Ofen- und Keramikmuseum

Das Ofen- und Keramikmuseum Velten ist das einzige seiner Art in Deutschland. Es befindet sich in zwei Etagen einer noch produzierenden Ofenfabrik, die 1872 gegründet wurde. Das Museum zeigt Öfen vom 16. bis zu 20. Jahrhundert sowie Keramik von Künstlern der Mark Brandenburg: Arbeiten von Hedwig Bollhagen, der Steingutfabriken Velten-Vordamm, Hael u. a. Vier bis fünf Sonderausstellungen im Jahr ergänzen die ständige Ausstellung.

[Bearbeiten] Bernsteinsee

In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts entstand durch die Förderung von Kies nordöstlich der Stadt ein etwa 12 Hektar großer See. Heute wird dieser See als Badesee genutzt. Hier befindet sich auch eine für die Region einzigartige Wasserski- und Wakeboardanlage. Zum 1. Januar 2008 wurde der Bernsteinsee, der früher auch Autobahnsee genannt wurde, im Rahmen eines Gebietsaustauschs in die Stadt Velten eingegliedert. Zuvor gehörte er zu Hohen Neuendorf[2]

[Bearbeiten] Musik

In Velten gibt es den Ökumenischen Chor und den Freien Chor Velten 1887 e.V und in der Breiten Straße die „Musikschule Velten“ auf dem Gelände der johannischen Kirche. Außerdem finden in der „Ofenstadt-Halle“ gelegentlich Konzerte u. ä. statt. Dann hat Velten noch einige Livebands, z.B. The Liberty's.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Velten ist über die Autobahnanschlussstelle Hennigsdorf an der A 111, die L 20, die L 172 und die nahe gelegene Bundesstraße 96 zu erreichen. Die Anschlussstelle „Velten“ an der Bundesautobahn 10, direkt am Bernsteinsee gelegen, wurde trotz heftiger Bürgerproteste geschlossen. Die Stadt hat über den Veltener Stichkanal Verbindung zum Oder-Havel-Kanal.

Der nächstgelegene Flughafen ist Berlin-Tegel mit einer Fahrzeit von ca. 20 min.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Velten liegt an der Kremmener Bahn und war Anfangspunkt der 1969 stillgelegten und mittlerweile abgebauten Nebenbahnstrecke zum Oranienburger Ortsteil Eden mit Anschluss an die Umgehungsbahn. Zudem war Velten bis 1963 ein Endpunkt der Osthavelländischen Eisenbahn. Dieses Teilstück der früheren Privatbahnstrecke existiert ebenfalls nicht mehr. Bis 1998 existierte im Veltener Ortsteil Hohenschöpping an der Kremmener Bahn ein weiterer Haltepunkt.

Die in Velten haltenden Züge (Regionalzüge RB55 und RE6 der DB Regio AG) verkehren nach Hennigsdorf und Berlin-Spandau bzw. über Kremmen, Neuruppin, Wittstock nach Wittenberge. Bis 1983 war Velten ein Endpunkt einer Berliner S-Bahn-Linie, die lediglich bis Hennigsdorf fuhr. Bis zum Mauerbau 1961 führte der Zugumlauf auch direkt über die Kremmener Bahn in das Berliner Stadtzentrum.

Derzeit wird über die Verlängerung der S-Bahn-Linie von Hennigsdorf bis nach Velten diskutiert.

[Bearbeiten] Bus

Außer mit der Bahn ist Velten mit der Buslinie 824 der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft (OVG) im 20 Minuten-Takt von Hennigsdorf und Oranienburg aus erreichbar. Die Linie 807 pendelt zwischen Hennigsdorf Bahnhof und Velten-Parkstadt. Mit der Linie 816 gelangt man vom Bahnhof Velten zum S-Bahnhof in Borgsdorf. Die Linie 807 verkehrt jedoch nur von Montag bis Freitag.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

In den Veltener Industriegebieten existieren mehrere bekannte Firmen, so zum Beispiel die Walter Rau Lebensmittelwerke (Margarineherstellung, das Werk wurde aus wirtschaftlichen Gründen 2007 aufgegeben), der Klöckner-Stahlhandel, eine Filiale der Hornbach (Baumarkt) AG, Alba Glas-Recycling auf dem Gelände einer ehemaligen Ofenfabrik, die Rhenus-Lageranlagen oder die Wall AG sowie die Freudenberg Schwingungstechnik GmbH & Co. KG. Neben den Industriegebieten hat Velten auch einen Industriehafen.

[Bearbeiten] Bildung

In Velten gibt es derzeit vier Schulen. Davon sind zwei Grundschulen (Löwenzahn Grundschule Velten-Süd, Linden-Grundschule Velten), eine Oberschule (1. Oberschule Velten, ehemals Realschule, unter Einschluss von Lehrern der ehemaligen Gesamtschule) und ein Gymnasium (Hedwig-Bollhagen-Gymnasium Velten).

[Bearbeiten] Quellen

  1. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  2. Amtsblatt der Stadt Hohen Neuendorf Nr. 8/16, Seite 10
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