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Tschita

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Stadt
Tschita
Чита
Wappen
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Region Transbaikalien
Innere Gliederung 4 Stadtrajons
Oberhaupt Anatoli Michaljow
Gegründet 17. Jh.
Stadt seit 1851
Fläche 538 km²
Höhe des Zentrums 650 m
Bevölkerung 306 441 Einw. (Stand: 2008)
Bevölkerungsdichte 570 Ew./km²
Zeitzone UTC+9 (Sommerzeit: UTC+10)
Telefonvorwahl (+7) 3022
Postleitzahl 672000–672051
Kfz-Kennzeichen 75, 80
OKATO 76 401
Webseite www.admin.chita.ru
Geographische Lage
Koordinaten: 52° 3′ N, 113° 35′ O52.05113.58333333333650Koordinaten: 52° 3′ 0″ N, 113° 35′ 0″ O
Tschita (Russland)
DEC
Tschita (Region Transbaikalien)
DEC
Region Transbaikalien
Liste der Städte in Russland
Tschita von der Titowskaja Sopka aus gesehen
Der Bahnhof von Tschita im Jahre 1910

Tschita (russisch Чита) ist eine Stadt in Russland und Hauptstadt der Region Transbaikalien an der Transsibirischen Eisenbahn mit 306.441 Einwohnern (2008) in Südostsibirien.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Tschita liegt im zentralen Teil von Transbaikalien im Jablonowygebirge.

[Bearbeiten] Bevölkerung und Stadtgliederung

Tschita hat 306.441 Einwohnern (Berechnung zum 1. Januar 2008) und ist in vier Stadtrajons unterteilt: Ingodinski (68.484 Einwohner), Schelesnodoroschny (47.023), Tschernowski (80.974) und Zentralny (109.653).

[Bearbeiten] Architektur

Der Stadtkern in Tschita ist gekennzeichnet durch parallele Straßen, die sich im rechten Winkel kreuzen. Dieser Straßenverlauf wie vom Reißbrett ist in Russland selten. Architektonisch treffen in Tschita viele Stile aufeinander. Dominierend ist der typische Fünfetagenbau (Chruschtschowka) aus der sowjetischen Ära. Im Kontrast zu diesen sowjetischen Spuren ist Tschita aber auch mit einer Reihe individueller Häuser bebaut, die meist in Holzbauweise errichtet wurden.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Geschichte der Stadt begann mit einem Winterlager im Jahre 1653, als Kosaken im Zusammenfluss der Flüsse Tschita und Ingoda lagerten. Eine ständige Ansiedlung entstand nach 1675. Aufgrund der günstigen Lage kam 1699 ein Ostrog hinzu. Einen ersten Entwicklungsschub erhielt der seinerzeit kleine Ort im Jahre 1825, als Dekabristen, Petersburger Offiziere, wegen eines missglückten Putschversuches hinter den Baikalsee verbannt und in Tschita angesiedelt worden waren. Der eigentliche Aufschwung aber kam 1903 – damals erreichte die Trasse der Transsibirischen Eisenbahn die Stadt. 1920–1922 war Tschita die Hauptstadt der Fernöstlichen Republik, bis 2008 der Oblast Tschita.

Tschita ist eine Partnerstadt (oder „Bruderstadt“ im russischen Sprachgebrauch) von Boise, Idaho in den USA.

[Bearbeiten] Juden in Tschita und in seiner Region

Die ersten Juden kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wegen der Silberminen und der Lage an den Handelswegen nach Tschita. In der Volkszählung von 1897 gab es ca. 8000 Juden in Transbaikalien und in Tschita etwa 1200.

Tschita war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Zentrum des Zionismus wie auch der sozialistischen Bewegung. Jemelan Jaroslawski, einer der führenden Bolschewiki jüdischer Abstammung, wurde in Tschita geboren. Die meisten Juden waren allerdings Anhänger der weißen Bewegung, trotz des in ihr verbreiteten Antisemitismus. Ataman Semjonow bildete 1919 ein jüdisches Regiment, das gegen die Bolschewiki kämpfte. In der Zeit der Fernöstlichen Republik (April 1920 bis November 1922) konnten die Juden weitgehend unbehelligt leben und trugen viel zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei. Unter Stalin wurde 1929 die jüdische Gemeinschaft verboten und die größte Synagoge Asiens verstaatlicht. Die meisten Juden verließen die Stadt Richtung Harbin und nur wenige, aus allen Teilen der Sowjetunion, siedelten sich später wieder dort an. Nach 1989 wanderten rund 1000 Juden nach Israel aus, heute leben in Tschita gerade noch 200 Juden.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahlen
1897 11.500 *
1926 58.000 *
1939 102.600 *
1959 172.000 *
1979 302.600 *
1989 365.754 **
2002 316.643 **
2008 306.441

Anmerkung: * Volkszählung (gerundet) ** Volkszählung

[Bearbeiten] Wirtschaft

Die Wirtschaft ist von der Anbindung an die Transsibirische Eisenbahn geprägt und stützt sich hauptsächlich auf Maschinenbau und Metallverarbeitung, Braunkohle und den Handel mit der Volksrepublik China. Die Region Transbaikalien hat den Status einer Sonderwirtschaftszone.

[Bearbeiten] Weiterführende Bildungseinrichtungen

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weblinks

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