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Die Tierethik ist eine Teildisziplin der Bioethik. Ihr Gegenstand sind die moralischen Fragen, die sich aus dem menschlichen Umgang mit Tieren ergeben. Hierbei stehen insbesondere Fragen nach der Legitimität der Nutzung von Tieren für menschliche Interessen im Mittelpunkt. Da Tiere einander wie Menschen durchaus Schmerzen zufügen bzw. einander verzehren und verdrängen, berühren Fragen der Tier- bzw. Bioethik auch Fragen nach der Menschen und anderen lebenden Wesen zugestandenen Rolle innerhalb der Welt.
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Das Verhältnis zwischen Tierethik und Tierrechten lässt sich wie folgt charakterisieren: Während die Tierethik zunächst einmal fragt, ob Tiere moralischen Status haben bzw. welchen moralischen Status Tiere haben, ist das Konzept der Tierrechte bereits eine Antwort, welche den moralischen Status und bestimmte Rechte bejaht.
Beim Arten-und Natur- und Landschaftsschutz hingegen werden übergeordnete umweltethische Gesichtspunkte angenommen, aus denen heraus eine Verantwortung des Menschen für die gesamte Umwelt unter Einbeziehung auch von Pflanzen, niederen Wesen bzw. kulturräumlichen und geologischen Besonderheiten angenommen wird.
Zentrale Aufgabe der Tierethik ist die Ermittlung des ethischen Status des Tieres. Dabei werden sowohl die moralischen Konzeptionen grundsätzlich diskutiert, als auch die gängigen moralischen Intuitionen ermittelt und hinsichtlich ihrer Angemessenheit und moralphilosophischen Begründbarkeit überprüft. Aber auch die historischen Aspekte des Mensch-Tier-Verhältnisses werden untersucht. Diese Fragestellung, so wird bemängelt, sei in der abendländischen Philosophie vernachlässigt worden.
Eine grundsätzliches Problem ist, ob der pauschal-summarische Begriff „das Tier“, der nicht zwischen niedrig- und hochentwickelten Organismen unterscheidet, in seiner tradierten Form haltbar ist. Tierethiker sehen ihn heute zumeist als ein arbiträres Konstrukt an, das in den klassisch-abendländischen Philosophieströmungen dazu diente, ex negativo eine Definition „des“ Menschen als Nicht-Tier zu ermöglichen.
Ausgangspunkt aktueller tierethischer Ansätze sind u.a. konkrete, von Kritikern als „unmenschlich“ gewertete Aspekte der modernen Tiernutzung, etwa bei der Massentierhaltung, bei Tiertransporten oder Tierversuchen sowie in der Zucht, in der oft "richtende" Werturteile über "lebenswerte" Kreaturen gefällt werden (vgl. Sexen).
Als wichtigste Autoren zur Tierethik im deutschsprachigen Raum sind Helmut F. Kaplan, Jean-Claude Wolf und Ursula Wolf zu nennen. Während der Australier Peter Singer und der US-Amerikaner Tom Regan in der Tradition des Utilitarismus und der kantischen Philosophie den Miteinbezug von Tieren in die Ethik diskutieren, fußt Ursula Wolfs Konzeption des generalisierten Mitleids auf der Mitleidsmoral Schopenhauers. Einige setzten sich auch für eine Ausweitung des Ansatzes von John Rawls auf nicht-menschliche Lebewesen ein. (Vgl. Donald VanDeVeer: Of Beasts, Persons, and the Original Position. The Monist 62, 1979, S. 368-377)