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Thrakische Sprache

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Thrakisch (†)

Gesprochen in

Thrakien (Südöstlicher Teil der Balkanhalbinsel)
Linguistische
Klassifikation

Indogermanische Sprachen

  • Thrakisch
Sprachcodes
ISO 639-1:

-

ISO 639-3:

txh

Die ausgestorbene thrakische Sprache (gelegentlich auch Dako-Thrakisch genannt) ist ein eigenständiger Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachen und wurde in der Antike vom Volk der Thraker gesprochen, das weite Teile der Balkanhalbinsel (Thrakien), einige Ägäisinseln und einige Gebiete des nordwestlichen Kleinasiens, also der heutigen Türkei bewohnte (Mysien, Bithynien, Paphlagonien).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verwandtschaft und Sprachdenkmäler

Die Vermutung einer näheren Verwandtschaft mit dem Phrygischen wurde nicht bestätigt. Ebenfalls ist die Verwandtschaft mit dem Griechischen nicht abschließend geklärt. Dialekte des Thrakischen waren Dakisch, Getisch und Moesisch.

Thrakisch wurde kaum als Schriftsprache verwendet, und es existiert keine eigene Schrift. Es gibt nur wenige Inschriften in griechischer Schrift, und die meisten davon sind sehr kurz und auch nicht immer eindeutig als Thrakisch zu identifizieren. Die längste ist auf einem goldenen Ring eingraviert.

Das meiste Sprachmaterial ist aus zahlreichen Orts- und Gewässernamen bekannt, außerdem finden sich Einzelwörter und Götternamen in Werken römischer und griechischer Autoren.

So ist z.B. das Wort Pergamon thrakischen Ursprungs (siehe auch Perperikon).

Um die Zeitenwende übernahmen die Thraker allmählich die griechische oder römische Sprache, entsprechend der Jireček-Linie. Spätestens ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. waren sie vollständig assimiliert.

[Bearbeiten] Dakisch

Dakisch ist der westliche Dialekt des Thrakischen. Gelegentlich wird es auch als eigene Sprache angesehen. Man kennt lediglich eine Inschrift, die auf einer Tonvase gefunden wurde. Außerdem hat der griechische Arzt Dioskurides im 1. Jahrhundert n. Chr. in einem Traktat 57 dakische Namen von Heilkräutern überliefert. Aus dem 3. Jahrhundert stammt eine weitere Liste mit Pflanzennamen, z.B. amalusta (Kamille), mantua (Brombeere) und dyn (Brennnessel). Dazu kennt man noch ca. 200 Ortsnamen aus der römischen Provinz Dacia.

Die Rumänen sehen sich als direkte Nachfahren der Daker, und daher glaubt man mit ziemlicher Sicherheit mindestens 180 Wörter aus der modernen rumänischen Sprache als dakische Substratwörter identifizieren zu können, so z.B. balaur (Drache) oder brânză (Käse).

[Bearbeiten] Getisch

Getisch wurde im östlichen Teil Thrakiens von den Geten gesprochen, also an der Schwarzmeerküste. Manche Forscher nehmen jedoch eine ursprüngliche dakisch-getische Spracheinheit an.

Der römische Dichter Ovid, der ab 8 n. Chr. in der Verbannung in der Stadt Tomis (heute Constanţa) lebte, behauptete, er habe getische Gedichte geschrieben, die aber nicht erhalten sind. (Getico scripsi sermone libellum, Epistulae ex Ponto 4, 13, 19)

[Bearbeiten] Moesisch

Moesisch wurde südlich der Donau in Mösien gesprochen, möglicherweise aber auch in Kleinasien in der Region Mysien. Es ist nur durch wenige Orts- und Gewässernamen bekannt. Unterschiede zum Dakischen und Getischen sind daher kaum nachweisbar und man vermutet daher ebenfalls Spracheinheit.

[Bearbeiten] Thrakische Wörter

(In Klammern werden u.a. die Prototype im Litauischen erwähnt, da viele thrakische Wörter Entsprechungen in modernen baltischen Sprachen aufweisen).

[Bearbeiten] Dakische Wörter in der rumänischen Sprache

Aus dem Thrakischen (Dakischen), der Sprache der von den Römern eroberten Daker vermutet man in der rumänischen Sprache ungefähr 160 lexikale Vererbungen (von denen man ca. 90 Begriffe auch in der albanischen Sprache vorfindet). Diese Begriffe stellen das dakische Substrat des rumänischen Wortschatzes dar.

[Bearbeiten] Weblinks

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