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Die ausgestorbene thrakische Sprache (gelegentlich auch Dako-Thrakisch genannt) ist ein eigenständiger Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachen und wurde in der Antike vom Volk der Thraker gesprochen, das weite Teile der Balkanhalbinsel (Thrakien), einige Ägäisinseln und einige Gebiete des nordwestlichen Kleinasiens, also der heutigen Türkei bewohnte (Mysien, Bithynien, Paphlagonien).
[Bearbeiten] Verwandtschaft und Sprachdenkmäler
Die Vermutung einer näheren Verwandtschaft mit dem Phrygischen wurde nicht bestätigt. Ebenfalls ist die Verwandtschaft mit dem Griechischen nicht abschließend geklärt. Dialekte des Thrakischen waren Dakisch, Getisch und Moesisch.
Thrakisch wurde kaum als Schriftsprache verwendet, und es existiert keine eigene Schrift. Es gibt nur wenige Inschriften in griechischer Schrift, und die meisten davon sind sehr kurz und auch nicht immer eindeutig als Thrakisch zu identifizieren. Die längste ist auf einem goldenen Ring eingraviert.
Das meiste Sprachmaterial ist aus zahlreichen Orts- und Gewässernamen bekannt, außerdem finden sich Einzelwörter und Götternamen in Werken römischer und griechischer Autoren.
So ist z.B. das Wort Pergamon thrakischen Ursprungs (siehe auch Perperikon).
Um die Zeitenwende übernahmen die Thraker allmählich die griechische oder römische Sprache, entsprechend der Jireček-Linie. Spätestens ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. waren sie vollständig assimiliert.
Dakisch ist der westliche Dialekt des Thrakischen. Gelegentlich wird es auch als eigene Sprache angesehen. Man kennt lediglich eine Inschrift, die auf einer Tonvase gefunden wurde. Außerdem hat der griechische Arzt Dioskurides im 1. Jahrhundert n. Chr. in einem Traktat 57 dakische Namen von Heilkräutern überliefert. Aus dem 3. Jahrhundert stammt eine weitere Liste mit Pflanzennamen, z.B. amalusta (Kamille), mantua (Brombeere) und dyn (Brennnessel). Dazu kennt man noch ca. 200 Ortsnamen aus der römischen Provinz Dacia.
Die Rumänen sehen sich als direkte Nachfahren der Daker, und daher glaubt man mit ziemlicher Sicherheit mindestens 180 Wörter aus der modernen rumänischen Sprache als dakische Substratwörter identifizieren zu können, so z.B. balaur (Drache) oder brânză (Käse).
Getisch wurde im östlichen Teil Thrakiens von den Geten gesprochen, also an der Schwarzmeerküste. Manche Forscher nehmen jedoch eine ursprüngliche dakisch-getische Spracheinheit an.
Der römische Dichter Ovid, der ab 8 n. Chr. in der Verbannung in der Stadt Tomis (heute Constanţa) lebte, behauptete, er habe getische Gedichte geschrieben, die aber nicht erhalten sind. (Getico scripsi sermone libellum, Epistulae ex Ponto 4, 13, 19)
Moesisch wurde südlich der Donau in Mösien gesprochen, möglicherweise aber auch in Kleinasien in der Region Mysien. Es ist nur durch wenige Orts- und Gewässernamen bekannt. Unterschiede zum Dakischen und Getischen sind daher kaum nachweisbar und man vermutet daher ebenfalls Spracheinheit.
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(In Klammern werden u.a. die Prototype im Litauischen erwähnt, da viele thrakische Wörter Entsprechungen in modernen baltischen Sprachen aufweisen).
- achel = Wasser- (vgl. lat. aqua)
- aiz = Ziege (vgl. gr. αἶξ aix)
- ala = Strömung, Bach (Litauisch ala, alma „fließt“)
- alta(s) = Strömung, Bach
- ang = gewunden, kurvenreich
- aphus = Wasser, Fluss, Quelle (Litauisch upė)
- arma = Moor, Sumpf (Litauisch armuo „Wasserloch im Sumpf“)
- arda(s) = Fluss, Strömung
- arzas = weiß
- as = ich (vgl. Bulgarisch az (аз), Dialekt jas (яс, яз); auch Litauisch aš)
- asa = Stein- (Vergleiche Schwedisch/Altdeutsch Gebirgszug: Ås/Osning)
- asdule = Reiter, reiten (vgl. Bulgarisch ezdatsch, jazdja, ezda (ezdach, yazdya, ezda, ездач, яздя, ezda)
- at(u)- = Strömung, Bach
- aq = steiler Küstenabhang
- bebrus = Biber (auch Litauisch bebras, vgl. dt. „Biber“)
- bela = weiß (auch Bulgarisch bjal, Dialekt bel (byal/bel, бял/бел)
- bend = binden, verbinden
- beras = braun, dunkel (auch Litauisch bėras)
- berga(s) = Anhöhe, Ufer (Bulgarisch brjag, Dialekt breg)
- berza(s) = Birke (auch Litauisch beržas, vgl. slawisch breza)
- bistras = schnell (vgl. Altbulgarisch baistra (бъйстръ))
- bolinqos = wilder Stier (vgl. Bulgarisch wol ( вол ) - Deutsch „Ochse“)
- bredas = Weidfläche (auch Litauisch brėdas, brydė; Altbulgarisch bred, brad (бред, бръд)
- brentas = Hirsch
- bria = Stadt
- brink- = anschwellen
- briza = Roggen
- bruzas = schnell (vgl. Bulgarisch brz)
- brynchos = Gitarre (vgl. Bulgarisch bramtscha - dt. „summen“)
- bryton = Gerstensaft, Bier
- burd = Weg (vgl. Bulgarisch brod)
- bur(is) = Mann (auch Albanisch buri)
- calsus = trockener Ort
- chalas = Schlamm (vgl. Bulgarisch kal ( кал ) )
- dama = bewohnbare Gegend (vgl. Bulgarisch dom (дом) - Deutsch „Heim“)
- daphas = Überschwemmung
- darsas = mutig, tapfer (Litauisch drąsus, Bulgarisch dаrsak (дързък))
- datan = Ort, Wohnort
- dentu = Genesis, Stamm
- desa, disa, diza(s) = Gott, Gottheit
- dinga = fruchtbarer Ort
- diza = Festung, Fort
- don = Gegend, Stelle
- drenis = Hirsch (Albanisch drenush)
- dumas = dunkel (vgl. Bulgarisch tama(тъма))
- dun- = Hügel, Gebirge, Düne
- ermas = wild, furios
- esvas = Pferd (Litauisch ašva)
- gaidrus = hell, heiter (Litauisch giedras)
- gava(s) = Land, Gegend (vgl. germanischen "Gau")
- genton = Fleisch
- germas = warm, heiß
- gesa = Storch
- gin = vertrocknen, verderben, sich auflösen, untergehen (vgl. Bulgarisch gina ( гина ) - „untergehen“)
- haimos = Gebirgskamm, -kette (vgl. lat. hemus für Balkangebirge)
- ida(ide) = Baum, Wald
- ilu- = Erdschlamm
- iuras- = Wasser, Fluss (Litauisch jura - Meer, viel Wasser)
- kaba(s) = Moor, Sumpf
- kalamintar = Platane
- kalas = Region
- kalsas = trocken, vertrocknet
- kapas = Hügel, Abhang (Litauisch kapas „Grab“)(albanisch kepa „Hügel“)
- kela = Wasserquelle (Schwedisch källa)
- kenqos = Kind, Nachkommen
- kerasos = Kirsche
- kersas = schwarz (vgl. Bulgarisch tscher (чер))
- ketri = vier (Litauisch keturi, Bulgarisch cetiri (четири))
- kik- = lebendig, flink
- kir(i) = Wald, Gebirge (Slawisch gori, Bulgarisch korij)
- knisa(s) = ausgehobene Erdstelle
- kupsela = Haufen, Hügel (Litauisch kupstas) (Bulgarisch kup, kuptschina (куп, купчина)
- kurta = Wald, Eichenwald (Bulgarisch kurija)
- laza(-as) = Lichtung, Alp, Wiese (Bulgarisch loza - Weinberg, Weingarten, Rebstock)
- lingas = Weidebene
- mar- = Wasser, Moorgebiet (auch Litauisch marios) (Bulgarisch more, Deutsch „Meer“)
- mer- = groß, berühmt
- mezena = Pferdereiter
- midne = Dorf, Wohnort
- mukas = Morast
- muka-s = Genus, Familie, Nachkommen
- musas = Moos, Schimmel
- navlohos = Stadt Osra in Bulgarien
- ostas = Flussmündung (Litauisch uostas)
- paibes = Kind, Sprössling, Sohn
- paisa(s) = Ruß
- palma = Morast, Sumpf (Litauisch Dialekt palvė )
- para = Dorf
- pautas = Schaum (Litauisch puta „Schaum“)
- per(u)- = Felsen
- pes = Kind, Sohn
- phara = Dorf
- piza(s) = Sumpf, Weide
- por, -puris = Sohn
- pras = waschen, besprengen (Bulgarisch pera)
- purda = sumpfiger Ort
- putras = Schwätzer, Schreihals
- raimas = bunt (auch Litauisch rainas)
- raka(s) = ausgehobene Erdstelle, Graben
- ramus = ruhig, still (auch Litauisch)
- raskus = schnell, flink, lebendig (auch Deutsch „rasch“)
- rera = Steine
- rezas (res) = König
- rhomphaia = Speer, Säbel
- ring- = schnell, flink
- rudas = rötlich (auch Litauisch)
- rus-a = Erdloch (auch Litauisch rūsys)
- sabazias = frei
- saldas = golden (vgl. Bulgarisch zlaten (златен) Altbulgarisch salta (залта))
- sara = Strömung
- sartas = hellrot (auch Litauisch)
- satras = lebendig, flink, schnell
- seina(s) = Dorf
- sekas = Gras, Grünzeug, Heu (Litauisch šėkas)
- sem(e)la = Erde (vgl. Slawisch semla)
- serma(s) = Strömung, Bach
- siltas = warm, angenehm (Litauisch šiltas)
- sind(u)- = Fluss
- singas = Niederung, Ebene, Senke
- skaivas = links
- skalme = Messer, Schwert
- skalp- = hauen, stoßen
- skaplis = kleine Axt (Litauisch (s)kaplis)
- skapt- = Erde ausheben (Litauisch skaptuoti und vergleiche Deutsch/Schwedisch schaffen/skapar)
- skaras = schnell (vgl. Bulgarisch skoro (скоро))
- skilas = schnell, stürmisch
- skreta = Kreis
- skumbr-as = Anhöhe, Hügel
- spinda = Lichtung im Wald (Litauisch spinda „Schein“)
- struma = Strömung, Fluss
- suka = Spalt, Defilee (vgl. "Siek" altdt. für Bachtal)
- suku = Mädchen
- sula = kleiner Wald, Forst
- sunka = Saft (auch Litauisch)
- suras = stark, tapfer; salzig, bitter (schwedisch/deutsch "sur/sauer")
- svit = leuchten, strahlen (vgl. slawisch svet, Deutsch "schwitzen/schweißen")
- taru- = Speer
- tirsas = Gebüsch, Walddickicht
- tiqa = Licht
- torelle = Klagelied
- tranas = faulen, modern
- traus- = brechen (vgl. Bulgarisch trosa (троша))
- tund- = stoßen
- tuntas = Vogelschwarm, Insekten-Ansammlung (auch Litauisch)
- udra(s) = Otter (vgl. Bulgarisch widra (видра))
- ukas = Nebel, trübe
- urda = Strom, Bach
- usku- = Wasser, feucht
- ut- = Wasser, Fluss
- varpasas = Wasserstrudel
- veger- = feucht
- veleka(s) = Waschstelle am Fluss
- zalmos = Leder (Litauisch želmuo „Pflanze“)
- zelas = Wein
- zelmis = Nachkomme (Litauisch želmuo „Pflanze“)
- zenis = geboren
- zer = Tier, Bestie (Bulgarisch zwjar (звяр), in westbulgarischen Dialekten: zwer (звер))
- zetraia = Tonkrug
- zejra = Oberbekleidung
- zoltas = gelb (vgl. Altbulgarisch zolta (золта) - Deutsch „Gold“, „gelb“)
- zum- = Drachen (Bulgarisch zmej (змей)
- zvaka(s) = hell (Litauisch žvakė „Kerze“)
[Bearbeiten] Dakische Wörter in der rumänischen Sprache
Aus dem Thrakischen (Dakischen), der Sprache der von den Römern eroberten Daker vermutet man in der rumänischen Sprache ungefähr 160 lexikale Vererbungen (von denen man ca. 90 Begriffe auch in der albanischen Sprache vorfindet). Diese Begriffe stellen das dakische Substrat des rumänischen Wortschatzes dar.
Thrakische Sprache - Artikel des Tages
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre
face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
Femme russe Thrakische Sprache - In den Nachrichten
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."