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Thrakien (lateinisch Тhracia, griechisch Θράκη/Thráki, bulgarisch Тракия/Тrakija, türkisch Trakya), auch Thrazien, ist eine Landschaft auf der östlichen Balkanhalbinsel, die heute zu den Staaten Bulgarien, Griechenland und Türkei gehört. Das östliche Thrakien stellt den europäischen Teil der Türkischen Republik dar.
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Heute liegen 78 % (110.912 km²) thrakischen Landes in Bulgarien, 6 % (8.586 km²) in Griechenland und 16 % (23.384 km²) in der Türkei (der gesamte europäische Teil der Türkei).
Thrakien ist in verschiedene Landschaften gegliedert und von drei Meeren (Schwarzes Meer, Thrakisches Meer der nördlichen Ägäis und Marmarameer/Dardanellen) umgeben. Im Westen liegen das Rhodopengebirge und im Osten das Strandscha-, und Sakargebirge. Der Fluss Mariza durchfließt fast die gesamte Landschaft und trennt seinem Unterlauf das griechische Westthrakien vom türkischen Ostthrakien. Er bildet dort großenteils die natürliche Grenze zwischen der Türkei und Griechenland.
Die Grenze Thrakiens beginnt am Kap Emine an der bulgarischen Schwarzmeerküste und führt nach Westen weiter entlang der Linie Golubec, Ichtimanska Sredna Gora und Schumnatica bis zum Berg Musala im Rilagebirge. Vom Musala führt sie nach Osten über die Rhodopen (Videnica) zur bulgarisch-griechischen Grenze bei Kaintschal. Von hier verläuft sie nach Süden nach Nestos in Griechenland und weiter zur Ägäis.
Die Oberthrakische Tiefebene (bulgar. Горнотракийска низина) befindet sich in Bulgarien und ist dort die größte Tiefebene des Landes. Sie wird im Norden durch das Gebirge Sredna Gora (Средна Гора) begrenzt (einem niedrigen Vorgebirge des Balkangebirges) und im Süden durch die Rhodopen (Родопите). Die Tiefebene ist 180 Kilometer lang, 50 Kilometer breit und im Mittel 168 Meter hoch und umfasst ein Gebiet von 6.000 km². Durch sie fließt der Fluss Mariza (Evros). Insgesamt ist das Relief flach mit Ausnahme von kleinen Hügeln in der Nähe von Plowdiw und Tschirpan.
Damit gehören zu Thrakien:
Zu Thrakien gehören auch die Ägäis-Inseln Samothraki als Teil der griechischen Präfektur Evros sowie Imbros, die Teil des türkischen Canakkale ist. Auch die bulgarischen Schwarzmeerinseln (Sweti Iwan, Sweta Anastasia und weitere) werden zu Thrakien gezählt.
An der Schwarzmeerküste, an der Marmarameerküste und an den Dardanellen findet man sehr unterschiedliche Landschaften und Klimazonen, hügelige Landschaften mit Sonnenblumen und Weizenfeldern. An der türkischen Schwarzmeerküste gibt es nur einige kleine Siedlungen, während die Marmarameerküste von Istanbul bis Tekirdağ stark bebaut ist.
Die Saros-Bucht zwischen Griechenland und der Türkei zählt zu den saubersten Tauchplätzen im Mittelmeer, weil es dort keine Industrie und Städte gibt.
Thrakien bedeutet bei den Griechen das Europa nördlich von Griechenland bis zu den Skythen (siehe auch: Thraker). In römischer Zeit wird die Bezeichnung für das Gebiet zwischen Makedonien, Illyrien, Donau und Kleinasien verwendet. Der Sage nach war Thrakien Heimat des Orpheus, Dionysos und des Apollon. Das Volk der Thraker bildete um 450 v. Chr. ein gemeinsames Reich, das später vom Perserreich, danach von Alexander dem Großen erobert wurde und nach dessen Tod an Lysimachos fiel. Die eingefallenen Kelten/Galater wurden von den Römern besiegt.
Im Jahr 44 n. Chr. wurde Thracien römische Provinz. Es stellte später das Zentrum des Oströmischen oder Byzantinischen Reiches mit Konstantinopel als Hauptstadt dar. Vor der Eroberung der Stadt im Jahre 1453 ließ Sultan Mehmet der Eroberer dort seine schlagkräftigsten Kriegsmaschinen herstellen.
1878 wurde nach dem Berliner Kongress aus Nordthrakien die autonome Provinz Ostrumelien innerhalb des Osmanischen Reiches konzipiert. Die konnte sich nach einem Staatsstreich schon 1885 mit dem Fürstentum Bulgarien vereinen.
Thrakien ist als "das goldene Reich des Orpheus" (Homer) eine der ältesten Kulturlandschaften Europas und auch bekannt wegen seiner Philosophen. Überall in Thrakien, vor allem in der Oberthrakischen Tiefebene, kann man auf die Reste der alten Kulturen und historischen Plätze stoßen. Viele davon sind kaum erforscht und wenig bekannt. In der Landschaft sieht man thrakische Dolmen und Tumuli (thrakische Königsgräber).
In den großen Städten Bulgariens, Griechenlands und der Türkei befinden sich zahlreiche Museen.
Vor allem Bulgarien kann mit einer breiten Hinterlassenschaft thrakischer Kultur aufwarten. Wichtigster Ort ist der Thrakische Tempel Perperikon in den Ostrhodopen. Das Heiligtum befindet sich auf einem Felsengipfel (470 m) und 15 km von der Stadt Kardjali entfernt. Daneben fließt der goldhaltige Perperikischka Fluss. Der Tempel war vermutlich auch Heiligtum des Dionysos (Thrakischer Gott der Erde). Hier sind im Jahre 2002 auch heilige Holzteilchen vom Jesus-Kreuz entdeckt worden, welche im Museum der Stadt Kardjali zu sehen sind. Das Museum hat ca. 27.000 Exponate, darunter viele aus thrakischer Zeit.
Weitere international bekannte Fundorte sind die Gräber von Aleksandrowo (Mitte des 4. Jahrhundert v.Chr.), Panagjurischte (4. – 3. Jahrhundert v.Chr.), Blagoewgrad (erste Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr.), das „Tal der thrakischen Könige“ wo der Reichtum thrakischer Fürsten in den großen Nekropolen durch archäologischen Ausgrabungen deutlich wurde.
Auch die Römer hinterließen zahlreiche Bauten. Besondere Fundorte sind hier die Städte Adrianopel, Karasura, Trimontium, Ulpia Augusta Trajana, Augusta, Diospolys, Ulpianon Anchialeon, Deultum.
Im bulgarischen Thrakien leben heute fast nur Bulgaren, darunter Serbien- und Makedonien-Bulgaren, und des Weiteren gemäß dem Vertrag von Lausanne vertriebene ethnische Bulgaren aus dem benachbarten griechischen und türkischen Teilen Thrakiens. Größte Flüchtlingsstadt ist Burgas.
Die größten Städte im bulgarischen Teil Thrakiens (Quelle: NSI (Nationaler Statistischer Institut) http://www.grao.bg/tna/tab01.html Stand: 14. März 2008):
Die griechische Region Thrakien hat heute eine Bevölkerung von 366.139 Einwohnern (Jahr 2001) und eine Fläche von 8.578 km².
Im griechischen Thrakien leben heute ca. zu 2/3 Griechen, darunter Russland-Griechen, die in den 90ern nach dem Zerfall der Sowjetunion durch den griechischen Staat vornehmlich in Westthrakien angesiedelt wurden und des Weiteren gemäß dem Vertrag von Lausanne vertriebene ethnische Pontos-Griechen, anatolische Griechen und solche aus dem benachbarten Ostthrakien (europäische Türkei).
Den Rest der Bevölkerung Westthrakiens stellen hauptsächlich Türken (Eigenbezeichnung: Westthrakien-Türken) und Pomaken dar, die in den Statistiken zusammen mit den muslimischen Roma lediglich als muslimische Einwohner Westthrakiens erfasst werden. Griechenland stützt sich bei dieser unpräzisen Art der Datenerfassung auf den Vertrag von Lausanne. Nach Angaben einer Studie der Athener Akademie sind es 105.000 Moslems in Westthrakien (Jahr 1995). Die Griechische Botschaft Berlin gibt dagegen eine Zahl von 120.000 Moslems in Westthrakien an.
Die wichtigsten Städte im griechischen Teil Thrakiens (Angaben aus dem Jahr 1991):
Das Türkische Thrakien wird heute überwiegend von Balkan-Türken sowie ethnischen Albanern und Bosniern bewohnt. Bei den Türken handelt es sich mehrheitlich um gemäß dem Vertrag von Lausanne vertriebene Makedonien-Türken der griechischen Region Makedonien und um vertriebene Kreta-Türken. Diese siedelten sich in der Gegend um Gelibolu an. Türken aus Bulgarien findet man vornehmlich in Edirne sowie der Provinz Kirklareli. Die Stadt Babaeski ist das Zentrum dieser Bevölkerungsgruppe. Daneben sind auch Pomaken (Slawisch sprechende Muslime aus Bulgarien) ansässig. An der Schwarzmeerküste um Kumköy besiedeln Krim-Tataren sowie Tscherkessen(Cerkesköy) die Gegend.
Die Türkische Erste Armee ist in Ostthrakien stationiert.
Die wichtigsten Städte im türkischen Teil Thrakiens (Angaben aus dem Jahr 2000):
Koordinaten: 42° 0′ 0″ N, 26° 0′ 0″ O
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."