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Thraker

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Thrakische Kunst. Rhyton aus dem Goldschatz von Panagjurischte

Die Thraker waren ein indogermanisches Volk bzw. Völkergruppe in der Antike. Sie wurden schon in der Ilias von Homer erwähnt, sowie von Herodot beschrieben. Thrakische Stämme siedelten auf dem Balkan, dem eigentlichen Thrakien (Rumänien, Moldawien, Serbien, Mazedonien, Bulgarien, Nordgriechenland, zwischen den nördlichen Karpaten und dem Ägäischen Meer), und in Kleinasien, in Mysien, Bithynien und Paphlagonien. Sie seien das größte Volk nach den Indern, schrieb Herodot. Sie besaßen keine eigene Schrift, standen aber in engem Kontakt zu den Griechen und ihrer Kultur. Die alte griechische Religion ist stark von den Thrakern beeinflusst. Ihre Sprache war das Thrakische.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Antike Quellen

[Bearbeiten] Die Thraker bei den Griechen

Als trinkfest und rauhbeinige Haudegen werden die Thraker von den alten Griechen beschrieben. Archilochos verwünschte einen Freund "Schiffbruch soll er erleiden und in Salmydessa sollen ihn die Thraker holen...mit struppigem Schopf".

"Er trinkt wie ein Thraker" war ein beliebter abfälliger Spruch. So galt den Griechen auch Dionysos, der Gott des Weines, als thrakisch. Singen und tanzen, sowie Instrumental-Musik und Lyrik galten als Domäne der Thraker.

[Bearbeiten] Homer

In der Ilias werden die Thraker als Meister der Metallverarbeitung dargestellt. Die Thraker seien vernarrt in Waffen und Pferde, berichtet Homer:

Heimat schneller Rösser, Mutter der Schafe, Lanzenträger und Streitwagenkämpfer.

Sie kämpften auf der Seite Trojas. Wegen ihres reichen Schmuckes sollen sie auf dem Schlachtfeld hell wie die Sonne gestrahlt haben. Agamemnon trank schweren thrakischen Wein und der rauhe Nordwind Boreas kam von Thrakien her. Im 10. Gesang der Ilias berichtet Odysseus vom Lager des König Rhesus:

Eioneus Erbe. Rosse sah ich noch nie so schön und so groß wie die seinen. Weißer als Schnee und im Lauf so schnell wie eilende Winde. Kunstreich ist sein Wagen aus Gold und Silber gefertigt. Und mit gewaltigen Waffen aus Gold, man sieht sie mit Staunen, rückte er an. Fürwahr, nicht sterblichem Manne gebührt es, solche zu tragen, sie sind bestimmt für ewige Götter.

Homer: Ilias,10


[Bearbeiten] Herodot

Zu Größe und Charakter des Volkes schrieb Herodot:

Das thrakische Volk ist nach dem indischen das größte der Erde. Wäre es einig und hätte es nur einen Herrscher, so wäre es unbesiegbar und meiner Meinung nach bei weitem das mächtigste Volk, das es gibt. Aber da das unmöglich ist und gewiß niemals von ihnen erreicht werden wird, so sind sie schwach. In jeder Landschaft haben sie einen besonderen Namen, doch sind die Sitten des ganzen Volkes durchweg dieselben.

Und das sind die Begräbnissitten der Thraker:

der Leichnam, wenn der Tote ein reicher Mann war, wird drei Tage ausgestellt. Allerhand Opfertiere werden geschlachtet, und nachdem die Totenklage gehalten worden ist, wird ein Schmaus veranstaltet. Dann wird die Leiche verbrannt oder beerdigt, ein Grabhügel aufgeschüttet und ein Kampfspiel mit Kämpfen jeder Art abgehalten. Die höchsten Preise werden für den Einzelkampf je nach seiner Bedeutung ausgesetzt.

[Bearbeiten] Geographie

Siehe auch: Thrakien#Geographie

Thrakien ist in verschiedene Landschaften gegliedert und von drei Meeren (Schwarzes Meer, Ägäis und Marmarameer/Dardanellen) umgeben. Im Westen liegt das Rhodopengebirge und im Norden die Yıldız Berge. Der Fluss Mariza (griech. Evros) trennt Westthrakien vom türkischen Teil.

Eine Vorstellung über den Siedlungsraum der Thraker gibt auch der Blick auf die heute als "thrakisch" bezeichneten Gebiete:

Die Grenze Thrakiens beginnt am Kap Emine an der bulgarischen Schwarzmeerküste und führt nach Westen weiter entlang der Linie Golubec, Ichtimanska Sredna Gora und Schumnatica bis zum Berg Musala im Rilagebirge. Vom Musala führt sie nach Osten über die Rhodopen (Videnica) zur bulgarisch-griechischen Grenze bei Kaintschal. Von hier verläuft sie nach Süden nach Nestos in Griechenland und weiter zur Ägäis.

Zu Thrakien gehören auch die Ägäis-Inseln Samothraki, heute Teil des griechischen Gebietes Evros, und Gökçeada (griech. Imbros), das heute zum türkischen Canakkale gehört.

Im Nordwesten grenzte das Gebiet der Gepiden an das Territorium der Thraker.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Völkergruppe der Thraker entstand vermutlich aus nomadischen Stämmen indogermanischer Herkunft. Manche Autoren nehmen auch einen sehr starken autochthonen Anteil der Bevölkerung an, andere sprechen von Protothrakern. Die frühe Bauernkultur des Kerngebietes von Thrakien reicht bis ins 7. Jahrtausend v. Chr. zurück und wurde daher als das eigentliche Alteuropa angesehen. Manche Sprachwissenschaftler sehen hier dagegen die Wiege des Indogermanischen, dass sich von hier über Kleinasien (Hethiter), sowie die nördlichen Steppengebiete bis nach Nordindien, sowie in nördlicher und westlicher Richtung ausgebreitet haben soll.[1]

[Bearbeiten] Griechische Frühgeschichte

Einige Forscher gehen davon aus, dass die Thraker auch für die Griechen eine Art Ur- oder Vorbevölkerung darstellten (Protogriechen). Vielleicht sind die Thraker bereits vor den Griechen auch auf das griechische Festland vorgedrungen. Dafür spricht die starke Dominanz thrakischer Götter und Mythen im griechischen Pantheon, sowie Berichte der Autoren des Altertums, Orts-, Flur- und Personennamen in Griechenland. Thrakische Stämme wanderten auch nach Kleinasien ein und besiedelten dort Bithynien, Paphlagonien und Mysien. Überhaupt galt den ältesten Griechen Thrakien als das gesamte Gebiet nördlich der griechischen Stämme bis zu den Skythen. Aus ähnlichen Gründen wurde immer wieder ein Zusammenhang zwischen den Thrakern sowie den Troern und den Phrygern angenommen. Sprachlich konnte das nicht bestätigt werden. So nimmt man an, dass die Phryger im 12. Jahrhundert v. Chr. über Thrakien nach Kleinasien eingewandert sind. Zahlreiche Orts- und Stammesnamen, sowie die Namen der vorgeschichtlichen Könige Phrygiens sprechen für diese Verbindung (so z.B. Tantalus ca. 1300 v. Chr., Teuphrant um 1300 v.Chr., Teleph, Tarhont, Migdon ca. 1200 v. Chr., siehe auch: Mythologie)

[Bearbeiten] Älteste Stämme

Den Griechen galten die Thraker, neben den Pelasgern, Lelegern und den Karern, als die Alten schlechthin. Sie traten in den Geschichten, Legenden, Mythen, den Orts- und Flurnamen, sowie den Königs- und Stammesnamen allerorten im gesamten Griechenland zu Tage. So wundert es nicht, dass manchmal auch nicht-thrakische alte Stämme von den Griechen als thrakisch angesehen wurden. Die Zahl der thrakischen Stämme belief sich im Laufe der Zeit auf etwa 90. Manche von ihnen verschwanden, andere verschmolzen miteinander. Größere Bedeutung erlangten die Odrysen, die Bessen, die Thynen, die Geten, die Daker, die Serden, die Moesier und die Asten.

[Bearbeiten] Perserkriege

512 v. Chr. wird Thrakien von den Persern unter Dareios erobert. 492 zieht Mardonios und 480 Xerxes I. durch Thrakien nach Griechenland.

Im 5. Jahrhundert v. Chr., wahrscheinlich in Folge der Perserkriege, bildeten sich bereits thrakische Teritorialstaaten heraus. Über diesen Prozess schweigen die Quellen. Bekannt wurde das Reich der Odrysen, das sich ab etwa 428 v. Chr. längs des Nordägäischen Meeres vom Fluss Strymon bis zum Pontus Euxinus (Schwarzes Meer) und zur Mündung des Ister (Donau) erstreckte. Laut Thukydides war Teres I. der erste odrysische König, der überregionale Macht in Thrakien errang. Im Peloponnesischen Krieg kämpften die Odrysen mit Erfolg als Verbündete Athens gegen dessen Feinde. Thrakische Küstenstädte treten dem Attischen Seebund bei. Bekannt ist der odrysische König Kothys. Sein Sohn Kersoblept hatte Ärger mit rivalisierender Verwandtschaft, ließ Bronzemünzen prägen, nahm jährlich etwa 200 Talente Gold und Silber als Steuern ein (ca. 500 kg Edelmetall) und war mit dem griechischen König Philipp von Makedonien befreundet. Als Kersoblept offen mit Athen paktierte, nahm Philipp einen seiner Söhne gefangen und schickte sein Heer nach Thrakien.

[Bearbeiten] Makedonische Provinz

351 v. Chr. eroberte Philipp II. von Makedonien den Westteil Thrakiens und machte es zum Bestandteil seines Reiches. 341 v. Chr. folgte auch der Osten als makedonische Provinz. Strategen werden für die Verwaltung eingesetzt. 335 v. Chr. werden die Thraker von Alexander dem Großen erneut unterworfen. Lysimachos bildet schließlich eine Satrapie.

[Bearbeiten] Hellenismus und Kelten

Deckenmalerei in thrakischer Grabkammer Ostruscha (ca. 4. Jh.v.Chr.), Bulgarien

Um 281 besteht ein hellenistisches Thrakerreich. Um diese Zeit fielen die Kelten auf ihrem Rückzug von Delphi ein und gründeten ein Reich am Tylis, das von 278 bis 212 v. Chr. bestand. Philipp V. muss nach 197 die eroberten Gebiete Thrakiens herausgeben. Antiochos III. versucht darauf hin, die Küste in seleukidische Gewalt zu bekommen.

Die Chersonesos (Lysimachea, Bisanthe) wird 189 v. Chr., Ainos, Maroneia 185, 184 v. Chr. von Eumenes II. bedrängt, 170 schließlich Abdera belagert.

[Bearbeiten] Römische Provinz

Im Jahre 46 n. Chr. wurde Thrakien nach langer Gegenwehr eine Provinz des Römischen Reiches, und blieb auch Bestandteil des Byzantinischen Reiches.

Wegen ihrer kämpferischen Geschicklichkeit und Furchtlosigkeit waren Thraker als Gladiatoren sehr begehrt und geschätzt (dieser Gladiatorentypus hieß "thraex"). Auch der berühmte Gladiator und Anführer eines Sklavenaufstandes Spartacus war ein Thraker.

Am Ende der Römischen Zeit verschwinden die Spuren der Thraker als politische Einheit. Manche gehen davon aus, dass sie noch heute in der bulgarischen und rumänischen Bevölkerung weiterbestehen. (siehe auch: Pomaken)

[Bearbeiten] Die Könige Thrakiens

Die mythischen Könige: Tomoi

historische Könige:

[Bearbeiten] Thrakische Völker und Stämme

(nach antiken Quellen ca. 90)

siehe: Liste der thrakischen Stämme

[Bearbeiten] Thrakische Siedlungen

siehe: Liste thrakischer Städte

[Bearbeiten] Thrakische Kultur

Die Thraker hatten eine differenzierte Gesellschaft. Sie waren in Stämmen organisiert, die unter der Führung von Stammesfürsten und Königen standen. Ausgedehnter Handel verband sie mit der umliegenden Welt der Griechen, Perser, Skythen und weiteren Steppenvölkern, auch mit Kelten, Römern und sogar Ägypten.

Die thrakische Kunst, die einen langen und komplizierten Entwicklungsweg am Anfang der späten Bronzezeit bis zum Ende der Antike hinter sich hatte, hinterließ bemerkenswerte Schätze, Grabstätten, Gotteshäuser, heilige Stätten, Städte (Seuthopolis). Zu den interessantesten Bauwerken der Thraker gehören Grabhügel, in denen die Herrscher und Stammesführer begraben wurden. Sie sind heute insbesondere in Süd-Bulgarien anzutreffen, wo sich zahlreiche solcher Grabanlagen erhalten haben. Sie werden leider zunehmend ausgeplündert und die Funde gelangen über Hehler in den internationalen Antiquitätenhandel.

Besonders populär in den 90-er Jahren des 20. Jh. wurde die Region der Tiefebene von Kasanlak (bekannt als die Tiefebene der Rosen), wo man neue Grabstätten, welche die Entwicklung der thrakischen Kultur zwischen dem 5. Jh. und 4. Jh. v. Chr. darstellen, entdeckte, sodass die Welt von einer Tiefebene der thrakischen Zaren erfuhr.

Die Entdeckungen der bulgarischen Archäologen in den letzteren Jahren grenzen an Sensationen. Unheimlich ist das Interesse für das thrakische Kultuszentrum Starosel (bei Chisarja, Region Plowdiw), für Perperikon (bei Kardschali, in den Ostrhodopen), wo eine heilige Felsenstadt der Thraker entdeckt wurde, für Tatul, für die Schätze von Zlatinitza, Sinemoretz und andere.

Aus griechischer bzw. hellenistischer Zeit stammen besonders schöne Fresken in den Grabkammern von Alexandrowo bei Stara Zagora, die erst in den letzten Jahren freigelegt wurden. Es sind sehr realistisch stilisierte Jagdszenen, wie sich kaum lebhaftere Darstellungen in der Antiken Welt finden lassen.

Siehe auch: Thrakergrab von Sweschtari, Thrakergrab von Kasanlak

[Bearbeiten] Schätze der Thraker

Die meisten thrakische Goldschätze wurden im Bulgarien gefunden, aber auch einige Funde aus Rumänien (unter anderem die Funde von Krajova und Peretu) zeigen von der künstlerischen Möglichkeiten und Kreativität der thrakische Meister. Von hohem Wert für die Wissenschaft sind die Funde von den Siedlungsgrabhügeln bei dem Dorf Chotnitza (Schatz von Chotnitza) und dem Dorf Karanowo (Siedlungsgrabhügel von Karanowo).

Die ältesten thrakischen Schätze stammen aus der Stein-Kupfer sowie der Bronzezeit. Außer Goldgegenständen enthalten die oft noch Kupfer- und Bronzebeile, Sicheln und Arbeitswerkzeug. Aus dieser Zeit stammt der in der Nähe des Dorfes Chotniza (Gemeinde Weliko Tarnowo), gefundenen Goldschatz. Er wurde während der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. datiert und gilt als der älteste. Der Schatz enthält 44 Goldgegenstände, meist Armreifen, Ringe un Amulette.

Der schwerste gefundene Goldschatz in Europa ist der thrakische Goldschatz von Waltschitran (auch Valtchitran) in der Nähe von Plewen gelegen. Er wurde gegen Ende der Bronzezeit - XVI.- XII. Jh. v. Chr. datiert und wurde 1924 bei Ausgrabungen freigelegt. Er besteht aus 6 Gefäßen und 7 Deckeln mit einem Gesamtgewicht von 12,5 kg purem Gold. Das größte Gefäß wiegt 4,5 kg und hat zwei verzierte Henkel. Ein weiteres Gefäß, eine große Tasse, diente zum einschenken - höchstwahrscheinlich von Wein, in drei kleinere, die nur wenn sie voll waren, gerade standen.

Der Goldschatz von Panagjurischte

Weiter gehört zu den bekanntesten goldenen Schätzen der Thraker der Goldschatz von Panagjurischte in Zentralbulgarien. Er wurde 1949 entdeckt. Bestehend aus 9 Gefäßen aus purem Gold beeindruckt der Schatz mit der kunstvollen Verarbeitung. Sieben der Gefäße sind Rhytone - drei davon haben die Form eines Frauenkopfes, zwei ähneln einem Damhirschkopf, einer einem Hammelkopf und einer einem Vorderteil eines Ziegenbocks. An den Rhyton-Hälsern kann man Kunstdarstellungen von Szenen aus der griechischer und thrakischer Mythologie bewundern. Ein anderes Gefäß ist die schwerste thrakische Goldfiale, die bekannt ist. Vier konzentrische Streifen mit Darstellungen von Eichelkernen und Nagetierköpfen bedecken ihre Wände. Das größte Gefäß, was auch das beeindruckende ist, hat einer Form einer Amphora-Rython mit zwei Henkel, die als Zentauren-Köpfen modelliert sind. Die Komposition des Zentralfrieses ist um eine realistisch dargestellte Holzpforte eines thrakischen Tempels geordnet. Im inneren Teil breiten zwei Priester eine religiöse Zeremonie vor und vor der Tempelfassade stellten fünf Krieger eine Kampf nach. Datiert wurde der Schatz auf das 4. - 3. Jh. v. Chr. und vermutet seine Herstellung in den Goldschmieden in der Region um Panagjurischte.

Die meisten thrakischen gefundenen Schätze stammen aus der Späteisenzeit. Der Schatz von Rogosen[2] (bei Wraza) ist der größte nach seiner verschiedenartigen Zusammensetzung - 108 Fialen, 54 Kannen, je eine Skyphos, Kothyle und Gobele (Bezeichnungen verschiedenartiger Trinkgefäße). Von große Bedeutung sind die Inschriften an den Wänden der Gefäße mit den Namen thrakischer Herrscher und Städte. Die Gefäße sind noch mit floralen und geometrischen Ornamente und Darstellungen von Menschen und Tieren verziert, einige davon in Szenen aus der thrakischen Mythologie gruppiert. Viele der Schmuckelemente sind vergoldet.

In dem Thrakengrab von Borowo, eine Kleinstadt in Norden Bulgariens, wurden auch acht Gefäße entdeckt. Auf den drei Rhytonen kann man Vorderteile der Körper einer fliegenden Sphinx, eines Pferdes und eines Stieres erkennen. Eine Schüssel mit zwei Henkel ist mit Menschenköpfen verziert und stellt eine Szene des Kampfes zwischen Tieren dar. Aus einem kleine Kännchen-Rhyton kann man Szenen erkennen in dem Tänze und Festmäler von Göttern und Helden bewundern. Zwei der Gefäßen tragen Inschriften mit dem Namen des thrakischen Herrschers Kothys I.

Im August 2005 informierte das Historische Nationalmuseum in Sofia, dass bulgarische Archäologen einen 2400 Jahre alten Schatz mit über 15.000 Goldobjekten aus der Thraker-Zeit geborgen haben, in der Bedeutung ebenfalls vergleichbar mit dem Troja-Schatz. Die Archäologen waren am 23. Juli auf den Schatz gestossen, als sie in der Nähe des Dorfes Zlatinitsa, etwa 300 km östlich der bulgarischen Hauptstadt gruben. Die zufällige Begegnung der Wissenschaftler mit einer Bauersfrau war ausschlaggebend. Diese trug ein auffälliges Schmuckstück aus kleinen goldenen Ringen, welche ihr Mann auf den Feldern gefunden und zu einer Kette verarbeitet hatte.

Die Forscher fanden u.a. eine goldene Krone, goldene Ringe, silberne Opferbecher sowie Teile von Rüstungen und Pferdegeschirr. Aufgrund der Grabbeigaben ist es wahrscheinlich, dass es sich um ein Königsgrab handelt. Die Leiche selber lag in einer großen holzgetäfelten Grube, zusammen mit zwei Pferden und einem Hund. Das Grab, bzw. die Beisetzung, konnte dank beigelegter griechischer Keramik auf die Zeit um 360 bis 370 vor Christus datiert werden.

In dem Grab könnte der thrakischen Herrschers Seutus bestattet sein, dessen Schreckensherrschaft vom griechischen Chronisten Xenophontes beschrieben worden ist. Seutus hatte sich vor 2500 Jahren selbst zum König gekrönt und die thrakischen Stämme mithilfe von griechischen Söldnern unterdrückt.

Die Ausgräberin und Archäologin Daniela Agre hingegen tippt auf König Kersoblept, einen Ehrenbürger und Verbündeten Athens, Herrscher über das thrakische Odrysenreich, Sohn des großen Kothys (s.o.).

Ein Schatzfund des Jahres 2005 ist der über 4000 Jahre alte Schatz aus der Bronzezeit und damit dem Schatz des Priamos aus Troja zeitgenössisch. Er wurde im Sommer in Westthrakien bei dem Dorf Dabene gefunden. 15.000 Stückchen Gold, sogar Goldpulver fanden die Ausgräber, in dieser Zeit ein äußerst seltener Fund. 2006 wurde bei Ausgrabungen an gleicher Stelle neben mehr als 500 winzigen goldenen Ringe auch ein Dolch gefunden, der aus eine Platin-Gold-Legierung gefertigt war. Aufgrund der hohen Härte des Materials war der Dolch noch messerscharf, so dass man sich damit rasieren könnte - ein Zeugnis des hohen Stands der Metallverarbeitungskunst der Thraker.[3]

Der bulgarische Archäologe und Thrakologe Georgi Kitow fand im Juli 2007 eine goldene Grabmaske bei Ausgrabungen nahe dem Dorf Topoltschane unweit von Sliwen. Die goldene Prunkmaske wird einem thrakischen Herrscher zugerechnet. Zusammen mit wertvollen Ritualgefäßen, Keramik und anderen Grabbeigaben wurde die Maske in einer mit Holzwänden ausgestatteten Grabkammer entdeckt. Das Grab wird auf das 4. Jahrhundert vor Christus datiert. Heute wird angenommen das dieses Grad dem thrakischen Herrscher Teres I., dem Vater von rumreichen Sitalkes gehört.

Siehe auch: Dolmen in Thrakien, Perperikon

[Bearbeiten] Sprache

Hauptartikel: Thrakische Sprache

Die ausgestorbene thrakische Sprache (gelegentlich auch Dako-Thrakisch genannt) ist ein eigenständiger Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachen. Sie wurde gesprochen in Thrakien, einigen Ägäisinseln, und im nordwestlichen Kleinasien. Eine nähere Verwandtschaft mit dem Phrygischen konnte nicht nachgewiesen werden. Ebenfalls ist die Verwandtschaft mit dem Griechischen unklar. Dialekte des Thrakischen waren Dakisch, Getisch und Moesisch. Es gibt einige Sprachdenkmäler, aber nur sehr kurzer Inschriften in griechischer Schrift. So dass der Eindruck entsteht, dass das thrakische kaum als Schriftsprache für längere Texte verwendet wurde.

[Bearbeiten] Waffen

Die Waffen der Thraker waren von besonderer Form. Das Schild war rund und klein, das Schwert hatte eine gebogene Klinge.

[Bearbeiten] Viehzucht

Die Thraker waren hauptsächlich Viehzüchter und lebten in den Gebirgen der Balkanhalbinsel aber auch in der Ebene, wo sie schon früh Städte gründeten. Thrakische Bezeichnungen aus der Viehzucht leben in der Bäuerlichen Kultur des Balkan bis heute fort.

[Bearbeiten] Mythologie

Zahlreiche Mythen der Griechen um Herakles sind mit den Thrakern verbunden oder ranken sich um die mythischen Könige Kadmos, Lykurgos, Diomedes und Orpheus.

In hellenistischer Zeit wurde noch ein thrakischer Heros als Reiterkrieger verehrt (siehe auch: Reiter von Madara).

Später hatte das Christentum in Thrakien ein leichtes Spiel, da die religiösen Komponenten, Mutter, Sohn, unbefleckte Empfängnis und Abendmahl hier bereits alte Tradition hatte.

[Bearbeiten] Berühmte Thraker

[Bearbeiten] Quellenangaben

  1. Kalin Porozanov (Institut für Thrakologie, Sofia): Indoeuropäer in Eurasien. in: Die Thraker - das goldene Reich des Orpheus. Katalog. Bonn 2004.
  2. Der thrakische Schatz von Rogosen
  3. Abenteuer Archäologie. Kulturen, Menschen, Monumente. Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg 2005,4,S.7 u. 2006,4,S.8. ISSN 1612-9954

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Thraker - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Thraker - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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