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Thomas Murner

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Thomas Murner (* 24. Dezember 1475 in Oberehnheim; † 1537 ebenda) war ein katholischer Publizist und Dichter und der literarisch bedeutendste Gegenspieler Martin Luthers.

Thomas Murner(r) im Gespräch mit Jakob Wimpheling und seinen Schülern(Titelblatt einer Flugschrift von 1502)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Thomas Murner, Sohn eines angesehenen Bürgers von Oberehnheim, wuchs mit einem leichten Geburtsfehler auf. 1481 übersiedelte seine Familie in die freie Reichsstadt Straßburg, wo Murner die Schulen im Franziskanerkonvent besuchte. In Straßburg wird er mit den Predigten von Johann Geiler von Kaysersberg und dem Narrenschiff von Sebastian Brant bekannt geworden sein. Beide Autoren waren prägend für seine späteren Werke.[1] 1594 wurde der 19-jährige Murner zum Priester geweiht.

[Bearbeiten] Murners Bildungsweg

Ab 1495 ging Murner auf Reisen. Er studierte unter anderem in Freiburg im Breisgau, Paris, Krakau, Prag, Straßburg und Basel. Nach seinem Aufenthalt in Paris erfand er zwei didaktische Kartenspiele, die ihm an der Universität Krakau eine Anklage wegen Ketzerei eintrugen, die schließlich nach seinen Erläuterungen niedergeschlagen wurde. 1502 ließ der noch unbekannte Murner sich in eine Kontroverse mit Jakob Wimpheling ein. Aus diesem Streit ist ihm der Schimpfname Murnar (närrischer Kater) geblieben. 1506 promovierte er in Freiburg zum Doktor der Theologie und 1519 in Basel zum Doktor des bürgerlichen und kanonischen Rechts. In diesem Jahr übersetzte er auch als erster die "Institutionen" des römischen Rechts ins Deutsche.

Doktor Murners Narrenbeschwörung (1512)

[Bearbeiten] Murner als Satiriker

Murner setzte sich in satirischen, an Johann Geiler von Kaysersberg und Sebastian Brant orientierten Schriften mit den Missständen seiner Zeit sowie mit der Reformation und Martin Luther auseinander. Er reihte sich somit neben Brant und Geiler in die Reihe der Vertreter der Narrenliteratur ein. Daneben trat er als Übersetzer von Vergils Aeneis sowie als Autor theologischer und didaktischer Schriften in deutscher und lateinischer Sprache hervor. In seiner "Narrenbeschwörung" findet sich der erste Nachweis der Redensart "jemanden dahin wünschen, wo der Pfeffer wächst":

Ach warents an derselben statt,
do der pfeffer gewachsen hat.

Zu jener Zeit kam der Pfeffer von der Malabarküste, also sozusagen vom "Ende der Welt".

1918-1931 gab F. Schultz eine kritische Gesamtausgabe seiner Werke in neun Bänden heraus.

[Bearbeiten] Murner und die Reformation

1513 wurde er Guardian des Franziskanerordens in Straßburg, 1521 Rektor und Oberaufseher. 1523 hielt er sich auf Einladung Heinrich VIII. in England auf. Mit dem Vordringen der Reformation musste er 1525 Straßburg verlassen und wurde 1526 Pfarrer in Luzern. Nachdem er sich auch in den Schweizer Religionskämpfen auf die Seite der katholischen Kirche gestellt hatte, musste er aus Luzern fliehen und kehrte 1529 in seinen Geburtsort Oberehnheim zurück, wo er ab 1533 als Pfarrer wirkte.

[Bearbeiten] Murners Wirkung

Thomas Murner vereinigt in sich Positionen des Humanismus und des alten römisch-katholischen Glaubens; daraus folgen teilweise unüberwindbare innere Spannungen des Autors, die sich auch in seinen Werken niederschlagen (SMOLINSKY: Thomas Murner. Eine Persönlichkeit an der Zeitenwende)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Philippe Dollinger. Thomas Murner: elsässischer Theologe und Humanist 1475 – 1537. Seite 22

[Bearbeiten] Werke

Seite aus Murners Autograph seiner Übersetzung der Weltgeschichte des Sabellicus

[Bearbeiten] Narrenliteratur

[Bearbeiten] Antireformationsliteratur

[Bearbeiten] Übersetzungen

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Werke im Internet

[Bearbeiten] Biographien

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