Thomas Flierl (* 3. Juli 1957 in Berlin) ist ein deutscher Politiker der Partei Die Linke.
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Thomas Flierl ist der Sohn des DDR-Architekturhistorikers Bruno Flierl. Seine Mutter starb bei der Geburt, so dass er in Pankow bei der Großmutter und dem Vater aufwuchs.
Flierl trat 1976 in die SED ein.[1] Nach einem Philosophiestudium an der Sektion Ästhetik/Kunstwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin von 1976 bis 1981 wurde er wissenschaftlicher Assistent an dieser Hochschule, im Jahr 1985 musste er diese Tätigkeit wegen öffentlicher Kritik am Abriss der denkmalgeschützten Gasometer in Prenzlauer Berg abbrechen. Im gleichen Jahr erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. im Fachbereich Ästhetik der Humboldt-Universität mit der Arbeit „Ästhetik der Aneignung - Studie zu weltanschaulich-methodologischen Grundproblemen der marxistisch-leninistischen Ästhetik“. Von 1987 bis 1990 war er Mitarbeiter im DDR-Kulturministerium, Regionalausschuss Kultur Berlin, von 1990 bis 1996 Leiter des Kulturamtes Prenzlauer Berg, 1995 bis 1998 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für die Fraktion der PDS, danach Bezirksstadtrat für ökologische Stadtentwicklung im Berliner Bezirk Mitte. Seit 1998 ist er wieder Mitglied der PDS (seit 2007 Die Linke), nachdem er 1991 seinen Austritt erklärt hatte.[2]
Am 17. Januar 2002 wurde Flierl zum Berliner Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur gewählt. Flierl wurde 2001 und 2006 per Direktmandat in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Nach der Wahl am 17. September 2006 wurde er bei der Benennung der Senatoren durch den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit nicht mehr berücksichtigt. Seither führt der Regierende Bürgermeister das Kulturressort in Personalunion.
Beim „Wissenschaftsminister-Ranking“ der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes „Forschung und Lehre“ vom 15. Dezember 2004 bis 15. Februar 2005 teilte sich der damalige Senator mit dem Wissenschaftsminister des Saarlands Jürgen Schreier (CDU) den 16. und somit letzten Platz. Auf einer Notenskala von 1 bis 6 erhielten beide die Note 4,7. An dieser Bewertung der Leistungen der Bundesministerin für Bildung und Forschung und der jeweiligen Landeswissenschaftsminister teilnehmen konnten alle an Wissenschaftspolitik Interessierten. Etwa 8000 Hochschullehrer und Universitätsangehörige beteiligten sich.[3] Bei dem aktuelleren Ranking 2005/2006 belegte er mit der Note 4,5 den 13. Platz, zwei Minister wurden hinsichtlich ihrer Leistungen schlechter beurteilt.
Aufsehen erregte Flierls Verhalten bei einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Gedenkstätte Hohenschönhausen im März 2006, als er in seiner Funktion als Kultursenator und Stiftungsratsvorsitzender der Gedenkstätte Beschimpfungen von Opfern der Stasi als „Kriminelle“ und „subversive Elemente“ durch anwesende frühere Mitarbeiter der Stasi unbeantwortet ließ [4]. Gegen Flierl wurden massive Rücktrittsforderungen laut. Kultursenator Flierl soll auf dieser Veranstaltung Stasi-Opfer sogar aufgefordert haben, „den SED-Terror zu beweisen“. FDP-Fraktionschef Martin Lindner sagte, Flierl hätte den „Folterknechten“ widersprechen müssen. „Wenn Sie den Unsinn der Folterknechte übernehmen, dann machen Sie sich gemein mit ihnen“, sagte Lindner. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Sibyll Klotz forderte Flierl auf, den Vorsitz des Stiftungsrats der Gedenkstätte Hohenschönhausen niederzulegen, und warf ihm vor, solange zu differenzieren, „daß von Terror, Folter und Menschenrechtsverletzungen nicht mehr übrigbleibt“. Die Grüne Jugend Berlin verurteilte „die Verhöhnung der Opfer der sozialistischen Gewaltherrschaft“, und erklärte: „Ein solcher Versuch der Geschichtsklitterung sei für einen Berliner Senator unwürdig“. Die CDU sprach vom „vorläufigen Höhepunkt einer üblen Kampagne gegen die Erinnerung an die SED-Diktatur und deren Opfer“. Flierl erklärte: „Natürlich können die Zeitzeugen, können auch Sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur Teil der Perspektive sein.“[5]
Im August 2006 gab Thomas Flierl bekannt, das Land Berlin werde Ernst-Ludwig Kirchners Gemälde „Berliner Straßenszene“ aus dem Jahr 1913, das als eines der wichtigsten Gemälde des deutschen Expressionismus gilt, den in den USA lebenden Erben des jüdischen Kunstsammlers Alfred Hess zurückgeben. Diese Entscheidung war umstritten, weil unklar war, ob das Bild im Jahre 1936 überhaupt unter Druck der Nationalsozialisten verkauft worden war.
Nach der Rückgabe wurde das Gemälde schließlich am 8. November 2006 bei Christie's in New York für fast 30 Millionen € an den Kosmetik-Erben Ronald Lauder verkauft. Es wird künftig in Lauders New Yorker Neuen Galerie für deutsche und österreichische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts zu sehen sein.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Flierl, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (Die Linke), Berliner Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1957 |
| GEBURTSORT | Ost-Berlin |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."