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Themse

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Themse / River Thames
Die Themse in Oxford

Die Themse in Oxford

Daten
Lage Südengland
Länge 346 km
Quelle Cotswolds
51° 41′ 43,6″ N, 2° 1′ 49,5″ W51.695444444444-2.0304055555555105
Quellhöhe 105 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung Nordsee51.5054580555560.651111111111110Koordinaten: 51° 30′ 19,6″ N, 0° 39′ 4″ O
51° 30′ 19,6″ N, 0° 39′ 4″ O51.5054580555560.651111111111110
Mündungshöhe 0 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 105 m
Flusssystem Themse
Einzugsgebiet 12 935 km²
Abflussmenge MQ: 65,8 m³/s
Großstädte Oxford, Reading, London
Schiffbar Ab Lechlade in Gloucestershire
Karte des Themselaufs
Die Themse in London, von der Jubilee Bridge aus gesehen: links das Riesenrad London Eye, die Westminster Bridge in der Bildmitte, dem Palace of Westminster (Sitz des britischen Parlaments) und Big Ben.
Morgenstimmung auf der Themse in London, fotografiert von der Tower Bridge.
In der Mitte vertäut: Die HMS Belfast, ein schwimmendes Museum der Königlichen Kriegsmarine.

Die Themse (engl. River Thames [tɛmz]) ist ein durch Südengland fließender Fluss, der London mit der Nordsee verbindet. Nach dem Severn ist die Themse mit 346 km der zweitlängste Fluss in Großbritannien.

Trotz ihres großen Bekanntheitsgrades und ihrer auch beachtlichen Flusslänge kann sie nicht zu den großen europäischen Flüssen gezählt werden: Obwohl sie im Stadtgebiet Londons durchaus breit ist, fließt sie sehr langsam und weist in Kingston upon Thames einen mittleren Abfluss von 66 m³/s auf, dies ist weniger als die Wasserführung z. B. der Ruhr oder der Ems.

Es gibt auch einen Fluss selbigen Namens in der Provinz Ontario in Kanada. An diesem Fluss liegt ebenfalls eine Stadt mit Namen London.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Die Quelle der Themse liegt in der Nähe des Dorfes Kemble in den Cotswolds, 110 Meter über dem Meeresspiegel; sie fließt dann durch Oxford (wo sie „Isis“ genannt wird, eine Abkürzung ihres lateinischen Namens Thamesis), Wallingford, Reading, Maidenhead, Eton und Windsor. Nachdem sie ihr Quellgebiet Gloucestershire verlassen hat, bildet sie traditionell die Grenze zwischen den Grafschaften, zunächst zwischen Gloucestershire und Wiltshire, zwischen Berkshire am südlichen Ufer und Oxfordshire im Norden, dann zwischen Berkshire und Buckinghamshire, Buckinghamshire und Surrey, Surrey und Middlesex und zwischen Essex und Kent. Auch heute noch ist die Themse eine administrative Grenze, wenn auch eine nicht mehr so wichtige.

Die ersten Ausläufer von Greater London werden mit Syon House, Hampton Court Palace, Richmond (mit einer bekannten Sicht auf die Themse von Richmond Hill) und Kew passiert, bevor sie durch die Londoner Innenstadt fließt, danach Greenwich und Dartford, bevor sie an ihrer Mündung bei Southend in einem Ästuar die Nordsee erreicht. Das Gebiet westlich von London wird auch Themse-Tal (Thames Valley) genannt (so gibt es z. B. die Thames Valley University und die Thames Valley Police), Politiker sprechen jedoch lieber vom Thames Gateway (Themse-Tor).

Etwa 90 Kilometer vor der Mündung beginnt der Fluss Anzeichen für Tidenaktivität zu zeigen, da die Nordsee ihn beeinflusst. London wurde der Überlieferung nach zur Hauptstadt des römischen Britanniens gemacht, weil sich dort im Jahre 43 v. Chr. die erste Tidenaktivität zeigte, aber durch eine Kombination verschiedener Faktoren hat sich dieser Punkt in den letzten 2000 Jahren flussaufwärts verschoben. In London enthält das Wasser leichte Anteile von Meersalz (Brackwasser).

Zwischen Maidenhead und Windsor versorgt die Themse einen künstlichen, zum Hochwasserschutz geschaffenen Nebenkanal, den Jubilee River. Des Weiteren weist die Themse unzählige Inseln auf.

[Bearbeiten] Geschichte

Auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit bildeten England und Kontinentaleuropa eine Doggerland genannte zusammenhängende Landmasse, und die Themse war zu dieser Zeit ein Nebenfluss des Rheins.

Während der Kleinen Eiszeit im 17. und 18. Jahrhundert war die Themse im Winter oft zugefroren. 1607 wurde erstmals ein „Frostjahrmarkt“ in Form einer Zeltstadt auf dem Fluss abgehalten, der eine Reihe von Vergnügungen anbot, darunter Eis-Kegeln. Nachdem die Temperaturen ab 1814 wieder stiegen, fror der Fluss nicht mehr komplett zu. Ein weiterer Faktor könnte der Bau der neuen London Bridge 1825 gewesen sein: Die neue Brücke hatte weniger Pfeiler und erlaubte dem Fluss eine höhere Fließgeschwindigkeit, so dass er zum kompletten Zufrieren nicht mehr langsam genug war.

Im 18. Jahrhundert wurde die Themse zu einem der meistbefahrenen Wasserwege der Welt, da London zum Zentrum des großen, handelsfreudigen britischen Empires wurde. Flussaufwärts schuf der Oxford-Kanal ab 1790 eine Verbindung von der Themse bei Oxford über den Coventry-Kanal in die Midlands, was die Kohlelieferungen nach London weiter erleichterte.

In dieser Zeit kam es zu einem der schlimmsten Unfälle auf dem Fluss. Am 3. September 1878 stießen der überfüllte Vergnügungsdampfer Princess Alice und der Kohlenfrachter Bywell Castle auf der Höhe von Gallions Reach zusammen. 640 Menschen fanden den Tod. Es handelt sich um das bis heute schwerste Schifffahrtsunglück in britischen Inlandgewässern.

Während des Großen Gestanks im Sommer 1858 wurde die Verschmutzung und der damit einhergehende Gestank des Flusses so schlimm, dass die Sitzungen des Unterhauses in Westminster eingestellt werden mussten. In einer konzertierten Aktion wurden daher an beiden Ufern unter der Leitung des Ingenieurs Joseph Bazalgette große Abwasserkanäle gebaut.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn, der Zunahme des Straßenverkehrs und dem Niedergang des Empires in den Jahren 1914 nahm auch die wirtschaftliche Bedeutung der Themse ab. London selbst ist heute kein wichtiger Hafen mehr, der Port of London liegt heute weiter flussabwärts bei Tilbury. Langsam kehrte wieder Leben in den früher toten, verschmutzten Fluss zurück, und heute ist die Themse einer der saubersten durch Metropolen fließenden Flüsse der Welt.

In Woolwich Reach, London, gibt es seit 1980 ein Sperrwerk gegen den Tideneinfluss. Mit 532 Metern Länge gehört die Thames Barrier zu den größten Sturmflutschutzanlagen der Welt. Nach der katastrophal verlaufenen Sturmflut von 1953, bei der über 300 Menschen starben (siehe auch Hollandsturmflut), wurde der Bau von der britischen Regierung in Angriff genommen. Die 500 Millionen Pfund teure Barriere soll die Millionenstadt heute und in Zukunft vor schweren Flutwellen aus der Nordsee schützen. Über den Fluss führen zahlreiche Brücken, die bekannteste ist die Tower Bridge in London. 2006 verirrte sich ein Wal in der Themse. Er starb, obwohl man versuchte, ihn wieder ins Meer zu lotsen.

Die Themse bei Southwark in der Londoner Innenstadt. Von links nach rechts Tower Bridge, City Hall, London Bridge.
Die Themse bei Southwark in der Londoner Innenstadt. Von links nach rechts Tower Bridge, City Hall, London Bridge.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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