Der Begriff theistische Evolution bezieht sich auf eine Bandbreite von Sichtweisen zum Verhältnis des religiösen theistischen Glaubens mit wissenschaftlichen Theorien zum Ursprung und der Evolution des Lebens. Viele Gläubige meinen, dass Gott in irgendeiner Form die Entwicklung plant oder steuert. Das kann mythische Aspekte betreffen wie die Seele, aber einige gehen so weit, von einem direkten schöpferischen Eingreifen zu sprechen. Im Unterschied zum Kreationismus gehen Anhänger der theistischen Evolution im Allgemeinen aber nicht von der Irrtumslosigkeit des Wortlauts der Bibel aus, d.h., im Vergleich zum evolutionistischen Kreationismus bestehen erhebliche Unterschiede theologischer Natur. So vertreten zahlreiche bekannte Naturwissenschaftler und Theologen die Auffassung, dass die Evolutionstheorie und der Glaube an einen Schöpfergott vollkommen widerspruchsfrei miteinander vereinbar sind. Sehr viele Gläubige der großen Konfessionen halten Wissenschaft und Glaube auch für vollständig unabhängig. Ob und wie weit das noch unter den Oberbegriff theistische Evolution fällt, ist umstritten.
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Hinsichtlich der Schöpfungslehre ist Augustinus von Hippo der Erfinder des Begriffs der sogenannten "creatio continua". Augustinus benutzt diesen Begriff um zu verdeutlichen, dass die Schöpfung noch nicht abgeschlossen ist, sondern in ihren Gesetzen ständig auf das Eingreifen Gottes hin offen ist. Noch Newton vertritt diese Auffassung. Erst Leibniz wirft Newton vor, Gott als einen schlechten Uhrmacher zu betrachten. Leibniz ist der erste, der nach dem Mittelalter wieder behauptet, die Welt liefe streng nach Naturgesetzen ab, abgeschlossen gegen das Eingreifen Gottes.
In einer mehr metaphysischen Perspektive thematisiert der Begriff der creatio continua das Verhältnis der Zeitlosigkeit (Ewigkeit) des creators - für den creator ist alles "gleichzeitig" - zur linearen Zeitlichkeit der kontingenten, zufälligen Schöpfung. Die creatio continua (lat.: "fortgesetzte Schöpfung") ist entweder die Bewahrung, der Erhalt der Schöpfung durch ständiges Weiterschaffen (Thomas von Aquin, Summa contra gentiles III, 6) - Gegenansicht: Deismus - oder/und das Zusammenfallen von Schaffen und Erhalten.[1]
Die Anhänger einer geschlossenen Naturkausalität wollen eine Aussage des Augustinus dahingehend interpretieren, dass dem Eingreifen Gottes enge Grenzen gesetzt seien: „Die Welt ist nicht in der Zeit geschaffen, sondern mit der Welt schuf Gott auch die Zeit.“ Nach ihrer Interpretation dieser Aussage setzt Gott die Welt und die Zeit ins Dasein, mit diesem einen Schöpfungsakt ist die Schöpfung abgeschlossen und die Welt entwickelt sich fortan gemäß den ebenfalls abschließend erschaffenen Naturgesetzen in der Zeit weiter. Damit behaupten sie aber gerade, dass die Schöpfung am Anfang der Zeit war und nicht jenseits der Zeit. In diesem Kontext wird oft auch gesprochen von theologischen Schöpfungsaspekten des Universums, Lebens und der Seele, die außerhalb der zeitlichen und räumlichen Welt liegen. Andere Interpretationen sehen die Entstehung dieser drei Aspekte als aktiven Eingriff. Anhänger dieser Auslegungen distanzieren sich im Allgemeinen von der Bezeichnung der theistischen Evolution, da sie ihre These als völlig unabhängig von der Wissenschaft betrachten und gar keine Aussagen über die Evolution selbst machen. Einige Richtungen gehen aber so weit, die Evolution über die Wissenschaft hinaus als Steuersystem Gottes zu betrachten, mit dem ständig in die Entwicklung des Lebens aktiv eingegriffen wird.
Pierre Teilhard de Chardin (1881–1955) war ein angesehener Geologe und Paläontologe sowie Jesuitenpriester und schrieb ausführlich über das Thema der Einbeziehung der Evolution in ein neues Verständnis der Christenheit. Während ihm anfänglich von der römisch-katholischen Kirche keine Anerkennung entgegengebracht wurde, hatten seine Werke später erheblichen Einfluss. Seine Sicht wird in den katholischen und den meisten protestantischen Seminaren gelehrt.
Die meisten Mitglieder der römisch-katholischen Kirche und auch vieler anderer der großen Kirchen und Konfessionen vertreten mehr oder weniger eine dieser Richtungen, da sie traditionell die Bibel im Großen und Ganzen nie als wörtlich auszulegende Autorität und einzige Transzendenz betrachtet haben. Konkret zu modernen wissenschaftlichen Theorien zur Entwicklung des Lebens äußerte sich erstmals Papst Pius XII. 1950 in der Enzyklika Humani Generis.[2] Diese Enzyklika wurde 1996 von Johannes Paul II. aufgegriffen. Er sprach davon, dass sie die Evolutionstheorie als „ernstzunehmende Hypothese“ interpretiere und betonte, dass diese in der Zwischenzeit „mehr als nur eine Hypothese“ geworden sei.[3]
2005 kam es in Kreisen der katholischen Kirche zu einigen Aussagen, die teilweise als Annäherung an einige kreationistische Positionen gewertet wurden. So veröffentlichte Christoph Schönborn im Juli 2005 in der New York Times den Artikel Finding design in nature.[4] Darin stellte er zwar die Evolutionstheorie selbst nicht in Frage, richtete sich aber gegen die Interpretation, es handle sich dabei um einen Prozess ohne Ziel und Zweck. Obwohl er dabei Intelligent Design zunächst nicht ansprach, befürwortete er später in Interviews, dass es auch im US-Schulunterricht erlaubt sein müsse, über diesen Plan zu sprechen, wofür er den Begriff Intelligent Design verwendete.[5][6] Von dem Vorwurf, damit kreationistische Positionen zu vertreten, distanzierte er sich jedoch[7] und bezog sich auf die Sicht des Schweizer Zoologen und Anthropologen Adolf Portmann, der Darwins Defizite benennt[8]. Im November 2005 antwortete Paul Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, auf die Frage nach der Intelligent-Design-Bewegung, dass die Schöpfungsgeschichte der Genesis und Darwins Evolutionstheorie vollständig verträglich seien, wenn die Bibel korrekt interpretiert werde. Dies wird im allgemein als Absage an die Intelligent-Design-Bewegung gewertet, die u.a. die Evolutionstheorie ablehnt. Papst Benedikt XVI. bekräftigte kurz danach nochmals die Position von Christoph Schönborn und sprach von einem „intelligenten Plan“ des Kosmos.[9] Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Aussagen um eine Bekräftigung des Standpunkts der von Gott geplanten Entwicklung des Lebens handelt, obwohl in der Presse einige Aussagen wegen der ähnlichen Wortwahl als direkte Unterstützung von Intelligent Design gewertet wurden.
Die Auffassung, dass Evolutionstheorie und christlicher Glaube widerspruchsfrei miteinander zu vereinbaren sind, ist seit Teilhard de Chardin auch von weiteren prominenten Naturwissenschaftlern postuliert worden, wie etwa dem Evolutionsbiologen Kenneth Miller, dem Paläontologen Robert Bakker und Francis Collins, dem Leiter des Humangenomprojekts. Besonders Miller und Collins sind dabei gleichzeitig als entschiedene Gegner von Kreationismus und Intelligent Design hervorgetreten. Auch mehrere anglikanische Theologen haben teils sehr umfangreiche Arbeiten zu diesem Thema vorgelegt. Neben John Polkinghorne ist dabei insbesondere Arthur Peacocke zu nennen, der zuvor über zwei Jahrzehnte als Universitätsdozent für Biochemie gearbeitet hatte, sowie der Theologe und Naturwissenschaftler Alister McGrath.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."