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Tharandt ist eine Kleinstadt im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Tharandt und ist durch die von Johann Heinrich Cotta 1811 als zunächst private forstliche Lehranstalt gegründete, erste und damit älteste deutsche sowie weltweit zweite forstliche Fakultät, bekannt. Diese gehört heute als Fachrichtung zur Technischen Universität Dresden. Aufgrund dieser langen Tradition wird Tharandt auch Forststadt genannt. Sie ist ein touristischer Anziehungspunkt, außerdem führen durch die Stadt die Ferienstraße Silberstraße und die Sachsen-Franken-Magistrale der Eisenbahn.
Tharandt liegt an der Wilden Weißeritz, östlich angrenzend an den Tharandter Wald, südwestlich von Freital und Dresden.
Angrenzende Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind Dorfhain, die Stadt Freital, Höckendorf, Pretzschendorf und die Stadt Wilsdruff. Im westlich gelegenen Landkreis Mittelsachsen grenzen Bobritzsch und Halsbrücke an.
Die Stadt Tharandt besteht aus den sieben Ortsteilen: Fördergersdorf, Grillenburg, Großopitz, Kurort Hartha, Pohrsdorf, Spechtshausen und Tharandt; wobei Tharandt und Kurort Hartha als Hauptorte gelten. Kurort Hartha (mit Fördergersdorf, Grillenburg und Spechsthausen), Tharandt, Pohrsdorf und Großopitz bilden Ortschaften der Stadt Tharandt.
Blick von der
Burg ins Schloitzbachtal
Tharandt wurde erstmals sicher in einer Urkunde von 1216 erwähnt.
Die erste Burg Tharandt ließ Dietrich der Bedrängte errichten. Ihr Nachfolgebau, ein Werk des Arnold von Westfalen, war Witwensitz der Herzogin Sidonie (Zděnka, † 1510). Nach einer schweren Zerstörung durch Blitzschlag im 16. Jahrhundert gab Kurfürst August I. die Burg zum Abbruch frei.
Besonders während der frühen Neuzeit wurde für die Stadt der Name 'Granaten' (gelegentlich: '[Amts-]Städtlein Granaten unterm Tharandt') verwendet, wobei jedoch in den schriftlichen Quellen (z. B. Steuerverzeichnisse) dieses Zeitraumes der Stadtname 'Tharandt' niemals gänzlich verschwindet.
1609 erweiterte Kurfürst Christian II. die mindestens bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vorhandene Stadtgerechtsame, die sich unmissverständlich beispielsweise im Vorhandensein einer Ratsverfassung äußerte, durch Verleihung des Rechtes, ein Stadtsiegel führen und einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen.
Ende des 18. Jahrhunderts, mit der Zeit der Empfindsamkeit, setzte langsam der Tourismus ein. Friedrich Schiller (Gedenktafel am Gasthaus Schillereck am Markt), Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist und andere Berühmtheiten weilten hier. Nach der Gründung der Forstakademie wurde Tharandt zur Gelehrten- und Studentenstadt. Bäcker und Fleischer, Schneider und Schuhmacher, nicht zuletzt die Wirte profitierten von dieser Entwicklung. Auch Studentenverbindungen entstanden in Tharandt, vor allem akademische Jagdkorporationen.
In der DDR-Zeit war die Stadt ein Zentrum der Umweltschutzbewegung im späteren Umweltbildungshaus „Johannishöhe“.
Während der Jahrhundertflut 2002 wurden vier Häuser im rechts der Burg gelegenen Weißeritztal zerstört und die Bibliothek nebst Bestand der Forstakademie beschädigt.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
| Jahr |
Einwohner |
| 1970 |
3.714 |
| 1998 |
5.795 |
| 1999 |
5.790 |
| 2000 |
5.734 |
| 2001 |
5.722 |
| Jahr |
Einwohner |
| 2002 |
5.700 |
| 2003 |
5.663 |
| 2004 |
5.688 |
| 2005 |
5.635 |
| 2006 |
5.615 |
| Jahr |
Einwohner |
| 2007 |
5.646 |
Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1952 auf dem Ortsfriedhof erinnert an sieben vorwiegend französische KZ-Häftlinge eines Todesmarsches aus dem Außenlager Neustassfurt des KZ Buchenwald, die im Frühjahr 1945 von SS-Männern ermordet wurden. Daneben erläutert seit 1992 eine Tafel mit französischem Text den Hergang.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Bildung und Wissenschaft
Die von Heinrich Cotta 1811 gegründete Forstakademie auf einer Gedenk-Medaille aus dem Jahr 1986
Im 18. Jahrhundert stieg in Sachsen, bedingt durch die rasche Entwicklung des Bergbaus und des Hüttenwesens, der Holzbedarf stark an. Die Folge war eine Übernutzung und teilweise Devastierung der vorhandenen Wälder. Um Abhilfe zu schaffen, sollte eine geregelte Forstwirtschaft, die erst in den Anfängen existierte, eingeführt und aufgebaut werden. Die sächsische Regierung bemühte sich deshalb, für die 1809 freigewordene Direktorenstelle der sächsischen Vermessungsanstalt den bekannten Thüringer Forstmann Johann Heinrich Cotta zu gewinnen. Nach Prüfung aller Umstände sagte Cotta unter der Bedingung zu, dass er seine forstwirtschaftliche Lehranstalt weiterführen könne. Den Sitz Tharandt wählte er mit der Begründung aus: „Ohne Wald und dessen Benutzung kann eine Forstlehranstalt ebenso wenig gedeihen als eine Bergwerkakademie ohne Bergwerk.“
Am 24. Mai 1811 konnte Cotta sein Privatforstlehrinstitut eröffnen. Neben Cotta, der die forstlichen Fachdiziplinen lehrte, war Dr. Johann Adam Reum (1780–1839), Professor für Mathematik und Lehrer für Vermessungskunde, Zeichnen und Botanik, mit nach Tharandt gekommen. Reum begann sofort mit dem Anlegen des heutigen, weltweit ältesten Forstbotanischen Gartens. 1814 wurde noch Karl Leberecht Krutzsch (1772/73–1852), Professor und Lehrer für Naturwissenschaften, eingestellt. Die Vorlesungen fanden in Privaträumen der Professoren oder im Freien statt.
Durch die Befreiungskriege ging die Zahl der Schüler stark zurück, so dass finanzielle Schwierigkeiten den Fortbestand der Lehranstalt gefährdeten. Cotta bemühte sich deshalb um Übergabe der Schule an den Staat. Da dieser an qualifizierten Fachleuten interessiert war, wurde am 17. Juni 1816 die „Königliche-Sächsische Forstakademie“ eröffnet, deren erster Direktor Cotta bis zu seinem Tode im Jahre 1844 war.
Cotta konnte zwar nun die Professoren entlohnen, aber Geld für den Bau eines Lehrgebäudes wurde nicht bewilligt. Erst 1842 wurde das Schweizerhaus im Forstgarten für Lehrzwecke gebaut. 1847–49 enststand das heute als Altbau bezeichnet Akademiegebäude nach Plänen von Oberlandbaumeister Karl Moritz Haenel (1809–1880). Im Jahr 1904 wurde die Forstakademie in den Rang einer Hochschule erhoben und erhielt das Habilitationsrecht.
Am 1. April 1929 wurde die Forstliche Hochschule Teil der Technischen Hochschule (TH) Dresden, wobei eine gewisse Selbstständigkeit gewahrt blieb. Erst 1941, mit der Erhebung in den Rang einer Fakultät, war die Integration vollzogen. Seit 1961 ist die TH die Technische Universität Dresden und unterhält heute die Fachrichtung Forstwissenschaften in Tharandt.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Schloss und Postdistanzsäule Tharandt
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Tharandt liegt an der Bahnstrecke Dresden-Werdau, der Sachsen-Franken-Magistrale, und ist Endpunkt der S-Bahn Dresden (S 3). Die nächsten Autobahnen sind die Bundesautobahnen 4 (AS Wilsdruff, 10 km) und 17 (AS Dresden-Gorbitz, 9 km). Der nächste Flughafen ist der Flughafen Dresden (28 km).
Tharandt liegt im Verkehrsgebiet des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) und gehört zur Tarifzone Freital.
S-Bahn (S3) am Tharandter Bahnhof
Folgende Linien halten in Tharandt:
Profildarstellung
Heinrich Cottas auf der Rückseite einer Gedenk-Medaille aus dem Jahr 1986.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Robert Bernhard (* 30. Mai 1862 Tharandt, † 31. März 1943 Klotzsche) - Forstwissenschaftler
- Hermann Krutzsch (* 26. November 1819 Tharandt, † 18. Juli 1896 Tharandt) - Geologe, Mineraloge
- Wilhelm Friedrich Lingke (* 29. Mai 1784 Grillenburg, † 10. Juni 1867 Freiberg) - Bergmechanikus
- Emil Richard August von Oehlschlägel (* 23. Mai 1834 Tharandt, † 16 Mai 1895 Ober-Langenau) - MdL, konservativer Politiker, Vorsitzender des Landeskulturrats; Sohn des 1. Tharandter Postmeisters "Premier-Lieutenant und Adjutant" Carl August von Oehlschlägel (1796–1859), Rittergutsbesitzer in Ober-Langenau) mit Grabmal am Ev. Gymnasium in Tharandt
- Karl Hermann Rudorf (* 5. Juni 1823 Tharandt, † 19. Juli 1880 Dresden) - Forstwissenschaftler
- Friedrich Maximilian Schober (* 18. Mai 1848 Tharandt, † 4. Juni 1914 Schruns / Tirol) - MdL, konservativer Politiker
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Sidonie von Böhmen († 1. Februar 1510 Tharandt), Herzogin von Sachsen, Gemahlin des Herzogs Albrecht der Beherzte (u.a. ehem. Sidonienquelle und Sidonienapotheke in Tharandt)
- Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 Frankfurt am Main, † 22. März 1832 Weimar) - Dichter, Theaterleiter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann; weilte ab 1813 mehrfach zu Besuch bei Heinrich Cotta und wohnte im Stadtbad-Hotel (heute: Sandort Neubau Mensa und Bibliothek der TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften, Gedenktafel)
- Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 10. November 1759 Marbach am Neckar, † 9. Mai 1805 Weimar) - Dichter, Dramatiker, Philosoph sowie Historiker; weilte vom 17. April bis 21. Mai 1787 im Gasthof zum Hirsch (heute: Schillereck mit Gedenktafel) und vollendete seinen „Don Karlos“ (Schillerstr. in Tharandt und F.-v.-Schiller-Str. in Kurort Hartha)
- Friedrich August Karl Geyer (* 12. März 1853 Großenhain, † 22. Januar 1937 Tharandt), sächsischer Finanzminister (USPD), MdL, Redakteur
- Willi Heidenreich, Kopf einer Widerstandsgruppe im Dritten Reich, Förster in Tharandt, starb 1967 in Berlin
- Oskar Jobst (* 25. September 1873 Oelsnitz/Erzgebirge, † 28. Januar 1962 Kurort Hartha) - Bergingenieur, Grubendirektor in Gersdorf bei Chemnitz; Wohnsitz in Kurort Hartha (heute: Parkstr. 6); Grab auf dem Friedhof in Fördergersdorf
- Max Friedrich Kunze (* 10. Februar 1838 Wildenthal, † 9. März 1921 Tharandt) - Mathematiker, Geodät
- Friedrich Christian Schlenkert (* 8. Februar 1757 Dresden, † 16. Juni 1826 Tharandt) - Schriftsteller, Lehrer
- Bernhard Hantzsch (* 12. Januar 1875 Dresden, † wahrscheinlich Ende Mai / Anfang Juni 1911 in Kanada auf der Baffininsel) - Lehrer in Grillenburg und Dresden sowie Ornithologe und Arktisforscher; Namenspatron der Grundschule Kurort Hartha
- Eva von der Osten (* 19. August 1881 Helgoland, † 5. Mai 1936 Kurort Hartha) - deutsche Sängerin (Sopran), verheiratet mit dem Bariton Friedrich Plaschke (1875–1952); gemeinsamer Wohnsitz in Kurort Hartha (heute: Talmühlenstr. 49)
- Heinrich Ernemann (* 28. Mai 1850 Gernrode/Eichsfeld, † 16. Mai 1928 Kurort Hartha) - deutscher Unternehmer in der Foto- und Kinogeräteindustrie in Dresden und Gründer der Ernemann-Werke AG mit Wohnsitz in der Villa Heinrichs Eck in Kurort Hartha (heute: Am Hartheberg 21)
- Dr. Georg Rudorf (* 27. Januar 1868 Bautzen; † 2. Februar 1948 Kurort Hartha) - Landwirtschaftsrat, Direktor der Ackerbauschule Quakenbrück, genannt "Ackerdocktor"; reformierte die Landwirtschaft im Niedersächsischen Artland
- Reimar Gilsenbach (* 1925 bei Hünxe, † 22. November 2001 Brodowin) - Schriftsteller, Umwelt- und Menschenrechtsaktivist in der DDR; verbrachte seine Kindheit in Fördergersdorf
- Dr. Georg Oertel (* 27. März 1856 Großdölzig, † 23. Juli 1916 Spechtshausen) - Reichstagsabgeordneter, konservativer Politiker, Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung in Leipzig; verbrachte seine Sommerfrische auf dem Turmhof in Kurort Hartha; Grabmal auf dem Friedhof in Fördergersdorf
- Prof. Alwin Louis Chrostoph Anger (* 29. November 1859 Hamburg, † 1924 Lindau-Hoyren am Bodensee) - Architekt (u. a. Stadtbibliothek Bremen 1893, neues Rathaus Wuppertal - Elberfeld 1894, Villa Weigang in Bautzen 1902); Professor für Schattenlehre, Perspektive und Architektur an der Kunstgewerbeschule in Dresden (1911: Neues Lehrbuch der Perspektive); selbst entworfener Wohnsitz Landhaus Villa Harthaberg in Kurort Hartha (heute: Am Hartheberg 23)
- Samuel Joh. von Dannenberg (* 24. Juni 1784 Wiburg, † 18. Dezember 1838 Tharandt) - Russ. Kais. General-Major beim General-Stabe, Ritter vieler hoher Orden, Grabmal mit deutscher und russischer Inschrift vormals im Stadtpark und heute auf dem Friedhof in Tharandt
- Emil Freiherr von Milkau (* 22. Oktober 1847, † 29. Mai 1916), Förderer des Kurwesens in der Stadt Tharandt, u. a. Sanatorium SANITAS von Dr. Haupt (heute Rathaus) und Milkau-Villa (Nobbe-Bau der TU Dresden, derzeit Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt); Familiengruft auf dem Friedhof
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die mit der Forstakademie in Verbindung stehen
[Bearbeiten] Berühmte Professoren und Dozenten
- Carl Heinrich Edmund von Berg (*30. November 1800 Göttingen, † 20. Juni 1874 Schandau), - Geh. Oberforstrat, Dr.h.c., Forstwissenschaftler aus dem Harz (Clausthal, Lauterberg), von 1845 bis 1866 2. Direktor der Akademie für Forst- und Landwirte
- Friedrich August von Cotta (* 17. März 1799 Zillbach b. Meiningen, † 18. Oktober 1860 Tharandt) - Forstwissenschaftler
- Heinrich Cotta, eröffnete 1811 in Tharandt seine private Forstlehranstalt, die spätere „Königlich-Sächsische Akademie für Forst- und Landwirte“, 1. Akademiedirektor, Oberforstrat
- Johann Friedrich Judeich (* 27. Januar 1828 Dresden, † 28. März 1894 Tharandt) - Forstwissenschaftler, 3. Akademiedirektor
- Anton Heger (* 25. August 1887 Neu-Würben b. Troppau (tschech. Nové Vrbno/ Opava), † 19. Oktober 1964 Tharandt) Forstwissenschaftler
- Eberhardt Hengst, studierte an der Forstlichen Hochschule, wirkte dort ab 1952 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent für die Fächer Ertragskunde, Waldbau und Forstschutz
- Franz Heske, von 1928 bis 1940 Professor für Forstwissenschaft an der Forstlichen Hochschule; 1931 Gründer des Instituts für ausländische und koloniale Forstwirtschaft (später nach Reinbek b. Hamburg verlegt)
- Karl Leberecht Krutzsch (* 23. Mai 1772/1773 Wünschendorf/Erzgebirge, † 6. November 1852 Tharandt) - Forstwissenschaftler
- Max Neumeister (* 15. Mai 1849 Kleindrebnitz, † 1. Dezember 1929 Dresden), Geh. Oberforstrat Dr., von 1882 bis 1906 Professor, 4. Akademiedirektor von 1894 bis 1904
- Johann Christian Friedrich Nobbe (* 20. Juni 1830 Bremen; † 15. September 1922 Tharandt) - Dr., Agrikulturchemiker, Botaniker und Saatgutforscher; Professor an der Akademie für Forst- und Landwirte; errichtete 1869 die erste Saatgut-Kontrollstation der Welt und begründete die Saatgutprüfung
- Max Robert Preßler (* 17. Januar 1815 Dresden, † 30. September 1886 Tharandt), Hofrat, von 1840 bis 1883 Professor an der „Königlich-Sächsischen Akademie für Forst- und Landwirte“
- Johann Adam Reum (* 16. Mai 1780 Altenbreitungen, † 26. Juli 1839 Tharandt) - Botaniker, Dr., Professor und Lehrer für Mathematik, Botanik, Zeichnen und Vermessungskunde
- Emil Adolf Roßmäßler (* 3. März 1806 Leipzig, † 8. April 1867 Leipzig), lehrte von 1830 bis 1849 als Professor für Zoologie und Botanik an der „Königlich-Sächsischen Akademie für Forst- und Landwirte“, 1848 Abgeordneter der Nationalversammlung
- Hugo Emil Schober (* 3. Juli 1820 Waldau (Oberlausitz) / polnisch Wykroty); † 21. Februar 1882 Tharandt), lehrte ab 1847 als Professor für Landwirtschaft an der Akademie für Forst- und Landwirte und war von 1852 bis 1870 zugleich Direktor der landwirtschaftlichen Abteilung der Akademie
- Julius Adolph Stöckhardt (Stoeckhardt) (* 4. Januar 1809 Röhrsdorf, † 1. Juni 1886 Tharandt) - Prof. Dr., Chemiker, Agrarwissenschaftler; Begründer der Rauchschadenforschung
- Philipp Weinmeister ( * 27. August 1848 Kassel, † 1. September 1910 Tharandt) - Mathematiker, Physiker, Meteorologe
- Ernst Münch (* 26. November 1876 in Ruchheim/Rhein; † 9. Oktober 1946 in Lechbruck am See) – von 1921 bis 1934 Professor für Forstbotanik an der Forsthochschule und Direktor des Forstgartens
- Heinrich Wienhaus (* 26. Oktober 1882 Beckinghausen/Westfalen, † 5. September 1959 Tharandt) - Chemiker
- Heinrich Vater, von 1887 bis 1925 Professor für Mineralogie und Geologie an der Forstakademie, Begründer der forstlichen Bodenkunde und Standortslehre und auch der Forstdüngung
- Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch, seit 1935 Dozent an der Hochschule, dort auch Promotion und von 1943 bis 1945 außerplanmäßiger Professor
- Erwin Kienitz, Prof. Dr.-Ing., Ltr. der Fachschule für Forstwirtschaft, Leiter des Instituts für Forstliche Wirtschaftslehre und Dekan; Sohn des deutschen Forstmeisters und Forstwissenschaftlers Max Kienitz (1849–1931)
- Max Friedrich Kunze - Oberförster aus Neuensorge, Prof. Dr., Lehrstuhl für Mathematik, Forstvermessung und Versuchswesen
- Martin Schretzenmayr, Prof. Dr., u. a. forstliche Pollenanalyse (Cotta-Medaille 1992), lebte und verstarb in Kurort Hartha
[Bearbeiten] Berühmte Studenten
- Georg Baumgarten, von 1857 bis 1859 Student an der Forstakademie
- Eberhard von Breitenbuch studierte an der Forstakademie; Rittmeister, versuchte am 11. März 1944 Adolf Hitler während einer Besprechung auf dem Obersalzberg zu erschießen
- Gerd Hildebrandt, studierte von 1947 bis 1950 in Tharandt
- Carl Reuß, studierte von 1866 bis 1867 an der Forstakademie
- Max Schreyer, studierte zwischen 1866 und 1873 an der Forstakademie
- Elias Landolt, geb. 28. Oktober 1821 zu Kleinandelfingen (Kanton Zürich), gest. 18. Mai 1896 in Zürich, Forstmann, studierte Forstwissenschaft in Hohenheim und Tharandt, 1853 Kreisforstmeister und 1864-82 Oberforstmeister des Kantons Zürich, ab 1854 Mitglied des gesetzgebenden Rates im Kanton Zürich, 1855-93 als Begründer der Einrichtung Professor der Forstwissenschaft am Polytechnikum (heute ETH) Zürich, das er 1867-71 auch leitete
- Adolphe Parade (1802–1864), großer französischer Forstwissenschaftler aus dem Elsass, studierte in Tharandt und leitete ab 1834 die neu gegründete Ecole forestiére in Nancy
- Harald Thomasius et al.: Geschichte der Forststadt Tharandt in Bildern. Rat der Stadt Tharandt und Kulturbund der Deutschen Demokratischen Republik, Ortsgruppe Tharandt, Tharandt 1979
- Heidi Müller, Frithof Paul et al.: 175 Jahre forstliche Ausbildung in Tharandt. Geschichte und Gegenwart der Sektion Forstwirtschaft der Technischen Universität Dresden. Sektion Forstwirtschaft der TU Dresden, Tharandt 1986
- Tharandt um die Jahrhundertwende. Zusammengestellt vom Kulturamt der Stadt Tharandt. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-826-3
- Wolfgang Heinitz: Tharandt. Auf Wegen durch Vergangenheit und Gegenwart. Tharandter Marginalien, Heft 2. Burgen- und Geschichtsverein, Tharandt 1996
- Andreas Roloff, Ulrich Pietzarka: Der Forstbotanische Garten Tharandt. Forstbotanischer Garten Tharandt, TU Dresden. Atelier am Forstgarten, Tharandt 1996, ISBN 3-00-000572-2
- Dr. Herbert Wilhelmi: Forstliche Denkmale in Sachsen - Mittlerer Landesteil -, Hrsg. Sächsischer Forstverein e. V., 1999
- Wolfgang Heinitz: Hab mein Wage vollgelade. Geschichtliches und Gegenwärtiges von Fuhrleuten, Postboten, Eisenbahnern und Autofahrern. Tharandter Marginalien, Heft 5. Burgen- und Geschichtsverein Tharandt e. V., Tharandt 2000, ISBN 3-932832-04-3
- Ulrich Grober: Der ewige Wald, DIE ZEIT, 24. Juli 2008
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
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