| Teufelshöhle bei Pottenstein | ||
|---|---|---|
|
Stalagmitengruppe im Barbarosasaal |
||
| Lage: | Fränkische Schweiz, Deutschland | |
| Höhe | 400 m ü. NN | |
| Geographische Lage | 49° 45′ 17″ N, 11° 25′ 12″ OKoordinaten: 49° 45′ 17″ N, 11° 25′ 12″ O | |
|
|
||
| Geologie: | Frankendolomit des Malm Delta des Jura | |
| Entdeckung: | 1922 | |
| Schauhöhle seit: | 1923 | |
| Beleuchtung: | elektrisch | |
| Gesamtlänge: | 3000 Meter | |
| Länge des Schau- höhlenbereiches: |
800 Meter | |
| Website: | Offizielle Seite | |
Die Teufelshöhle ist eine Tropfsteinhöhle bei Pottenstein in der Fränkischen Schweiz. Sie liegt im Landkreis Bayreuth, annähernd in der Mitte der Strecke zwischen Nürnberg und Bayreuth. Das gewaltige Höhlenportal – das „Tor zur Unterwelt“ – liegt zwischen Pottenstein und der Schüttersmühle, etwa zwei Kilometer südlich von Pottenstein, im engen Tal des Weihersbachs am westlichen Steilhang.
Die Teufelshöhle liegt auf etwa 400 m ü. NN. Unter Einbeziehung aller Seitengänge, der Stollen und der Förderschächte, die zur Erschließung der Höhle angelegt wurden, beträgt die Länge der Höhle etwa 3000 Meter. Der Schauhöhlenteil selbst hat eine Länge von etwa 1700 Metern, wobei etwa 800 Meter bei Führungen begehbar sind.
Die Teufelshöhle wurde im Oktober 1922 durch den Geologen und Bergbauingenieur Professor Dr. Ing. Hans Brand bei Grabungen im schon lange bekannten Teufelsloch, das nur aus einem 85 Meter langen Höhlengang bestand und an einem Versturz endete, entdeckt und bis Pfingsten 1931 für die Öffentlichkeit in zwei Phasen erschlossen.
Bei der Teufelshöhle handelt es sich um die bekannteste und größte der etwa 1000 Höhlen in der Fränkischen Schweiz. Die Teufelshöhle ist die kommerziell wohl besterschlossene Schauhöhle Deutschlands. Mit Raumentwicklungen, wie sie in deutschen Höhlengebieten nur ganz selten in Erscheinung treten, mit riesigen Sälen und engen, verschlungenen Gängen und ihren Tropfsteinen ist sie im In- und Ausland bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Region der Teufelshöhle ist ein typisches Karstgebiet mit säurelöslichen Gesteinen wie Kalk und Dolomit. Das heutige Weihersbachtal und die Teufelshöhle entstanden im Wesentlichen in den letzten 2,5 Millionen Jahren. Die Teufelshöhle selbst liegt im Frankendolomit des Malm Delta des Jura. Diese Verkarstungsphase, beeinflusst durch den Wechsel von verschiedenen Eiszeiten mit wärmeren Perioden, dauert auch heute noch an.
Die vorwiegende Entstehung der Teufelshöhle fällt in die Zeit, als die durch Verwerfungen entstandenen Klüfte und Spalten vollständig mit kohlensäurehaltigem Wasser, das in den Gesteinskörper eingedrungen war, ausgefüllt waren. Diese Kohlensäure ist zwar eine relativ schwache Säure, jedoch in der Lage, Kalk- und Dolomitgestein aufzulösen. Die Klüfte und Spalten haben sich dann durch Laugung zu großen Hohlräumen entwickelt. Durch ein Vertiefen des Weihersbachtales und das dadurch bedingte Absinken des Grundwasserspiegels erfolgte schließlich die Trockenlegung der Hohlräume. Erst danach wurde die Höhle durch Raumerweiterungen und Tropfsteinbildungen weiter gestaltet. Es handelt sich also um eine sogenannte „Sekundärhöhle“, eine Höhle, die erst lange Zeit nach der Bildung des Gesteins entstand. Bemerkenswert ist das Vorkommen von Höhlenlehm in der Teufelshöhle, der einen ziemlich hohen Eisengehalt hat.
Die Teufelshöhle besteht aus mehreren natürlichen aus dem Fels gelaugten Gangsystemen und Hohlräumen. Für den Höhlenbesucher im Rahmen einer Führung durch den Schauhöhlenbereich zu sehen sind drei große Hohlräume, die teilweise durch künstlich angelegte stollenartige Gänge verbunden wurden. Die hallenartigen Hohlräume weisen enorme Größen auf: Der Kuppelsaal, der schon zu früheren Zeiten als das große Teufelsloch bekannt war, hat eine Höhe von 9 Metern und eine 15 Meter mächtige Felsdecke liegt darüber. Der Barbarossadom ist etwa 45 Meter lang, 18 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch, mit einer darüber liegenden Felsendecke von 52 Metern Mächtigkeit. Der Riesensaal, der größte Raum der Teufelshöhle, ist etwa 30 Meter lang, 16 Meter breit und 13 Meter hoch, darüber liegt noch eine Felsendecke mit 45 Metern Mächtigkeit.
Im Höhlenkataster der Fränkischen Alb, die über 3000 Höhlen auf einer Fläche von 6400 Quadratkilometern enthält, ist die Teufelshöhle als D 95 und die Kleine Teufelshöhle als D 148 registriert.
Die Teufelshöhle ist ein weitverzweigtes Höhlensystem. Es umfasst nicht nur den eigentlichen Eingang der Teufelshöhle, das ehemalige Große Teufelsloch, sondern ist auch über Stollen mit anderen Höhlen, wie dem Kleinen Teufelsloch verbunden. Mit dem kleinen Teufelsloch wiederum ist der Brennnesselbau verbunden, der talseitig einen künstlich ausgegrabenen Ausgang hat. Der Brennnesselbau weist noch künstlich angelegte Stollen aus der Zeit der Erschließung auf; durch diese steht er mit dem Riesensaal der Teufelshöhle in Verbindung. Diese Stollen beinhalten auch einen Teil der Messeinrichtungen des Höhlenlabors der Forschungsgruppe von Höhle und Karst Franken e. V. Im Brennnesselbau entdeckte man im Jahr 1988 bei Forschungen hinter einer Lehmbarriere den Zugang zu einer weiteren Etage. Die neuentdeckte Etage weist unzerstörten Bodensinter auf. Der Brennnesselbau steht wiederum mit der Zankenhöhle in Verbindung. Von der südlich gelegenen Teufelsschlucht her bestand mit einer weiteren Höhle eine Verbindung, der Lehmhöhle, die jetzt einen verstürzten Eingang hat. Dem Höhlensystem ist zudem eine Vielzahl von Stollen und Schächten angeschlossen, die aus der Erschließungsphase stammen.
Bemerkenswert sind die zahlreichen Tropfsteine der Teufelshöhle. Eindringendes Regenwasser, mit Kohlensäure angereichert, löst auf dem Weg durch den Dolomitfels Kalk und hat so über viele Jahrtausende die Tropfsteinformationen, Sinter genannt, gebildet. Der Barbarossadom ist geprägt durch viele Kerzenstalagmiten am Boden sowie Stalaktiten und Sinterröhrchen an der Decke. Große Sinterfahnen und Sintervorhänge (beispielsweise der Barbarossabart im Barbarossadom) haben sich an mehreren Stellen in der Höhle gebildet. Auch die seltenen Excentriques haben sich in der Höhle geformt. Die verschiedenen Farbnuancen der Tropfsteine entstehen durch Beimengungen von Sand, Eisen, Mangan, oder Lehm. Die Tropfsteine der Teufelshöhle bestehen aus gewöhnlichem kohlesauren Kalk Calciumcarbonat, obwohl das durch Wasser aufgelöste Ausgangsgestein eher dolomitischen Ursprungs ist.
Im Riesensaal sind die beiden ältesten Tropfsteine der Höhle zu sehen. Die großen Tropfsteingebilde wie der Baum oder der Riese Goliath sind einer sehr frühen Tropfsteinbildung zuzuordnen. Sie werden auf ein Alter von maximal 340.000 Jahren geschätzt. Wesentlich jünger dagegen sind die schlankeren Kerzenstalagmiten, deren Generation meist zu einer nacheiszeitlichen Periode (Würmeiszeit) gehört. Ihr Alter wird auf 10.000 bis 15.000 Jahre geschätzt. Der Tropfsteinschmuck der Teufelshöhle gehört nach morphologischen Kriterien überwiegend einer nacheiszeitlichen und damit sehr jungen Generation an. Dafür spricht auch der äußerst geringe Anteil zerstörter Tropfsteine, wie zum Beispiel gefällter oder umgestürzter Stalagmiten, deren Zerstörung auf natürliche Umstände, wie Erdbeben oder sich bewegendes Eis, zurückzuführen ist. In der Teufelshöhle dauert es durchschnittlich 13 Jahre, bis ein Tropfstein um etwa einen Millimeter gewachsen ist (eine Messeinrichtung befindet sich im Höhlenlabor). Nur in warmen Perioden der Erdgeschichte und bei ausreichendem Niederschlag wachsen die Tropfsteine.
In der Teufelshöhle ist die Lufttemperatur recht konstant. Jahreszeitlich bedingt schwankt sie zwischen 9 und 10 °C. Die relative Luftfeuchte ist sehr hoch und beträgt etwa 95 Prozent, in einzelnen Höhlenbereichen bis zu 98 Prozent.
Vor einigen Jahren wurden im Riesensaal Temperaturmessungen über einen längeren Zeitraum durchgeführt. Dabei wurde ein Wert von 9,5 bis 10 °C ermittelt. In den Sommermonaten erhöhen sich an den Wochenenden bei starkem Besucherandrang und langer Beleuchtungsdauer die Temperaturen im Riesensaal auf 12,5 bis 13 °C.
Während dieser Untersuchungen wurde parallel auch der Niederschlag von Textilstaub aus der Kleidung der Besucher gemessen. Dazu wurden quadratische Messflächen von 10 mal 10 Zentimetern an verschiedenen Stellen im Riesensaal ausgelegt. Bei diesen Messungen hat sich eine nicht unerhebliche Beschmutzung der Höhlenluft herausgestellt. Der Textilstaub setzt sich auch auf den einzelnen Tropfsteinen ab, wodurch das Wachstum gehemmt wird und die Farbe immer mehr abdunkelt.
Ursprünglich war die Teufelshöhle wesentlich kürzer und endete 30 Meter hinter dem Kuppelsaal. Der gewaltige Eingangsbereich und der vordere Teil der Höhle waren von alters her als das Große Teufelsloch bekannt. Bereits mehrere Jahrzehnte vor der Erschließung der Höhle (Ausbaubeginn: Oktober 1922) führte ein Weg mit Holzgeländer zum Höhleneingang hinauf. Der Eingang zur Teufelshöhle hat eine Höhe von 14 Metern, ist 25 Meter breit und stellt damit den größten Höhleneingang in Deutschland dar. Das imposante Eingangsportal, das Gewölbecharakter hat, ist aus dolomitischem Rifftrümmerkalk entstanden. Die an eine Schichtfuge angelehnte Höhlenmündung wurde durch ausfließendes Wasser vertieft und erweitert. Die Höhlenmündung fällt bis auf das Niveau des unmittelbar davor liegenden Parkplatzes ab. Von hier aus führte das Teufelsloch etwa 85 Meter in die Tiefe, bis es sich in gänzlich verschütteten Abzweigungen verlor. Das Große Teufelsloch hatte ehemals auch einen reichen Tropfsteinschmuck, der aber entwendet oder zerstört wurde. Aus der Mitte des Höhleneingangs springt in etwa acht Meter Höhe eine Felsenterrasse hervor, auf der sich das Terrassencafé befindet.
Wie das Teufelsloch zu früherer Zeit aussah, schildert Joseph Schiller 1829:
Die Führungen in der Teufelshöhle benützen gut begehbare Wege und Treppen mit Geländern und auch stollenartige enge Gänge, die die einzelnen Hohlräume, Nischen mit Tropfsteinen und hallenartigen Säle miteinander verbinden. Eine Führung dauert etwa 45 Minuten und berührt die interessantesten Bereiche der Höhle. Es wird ein Weg von 800 Metern zurückgelegt, mit dem Rückweg zum Höhleneingang sind es 1500 Meter, wovon 285 Meter beim Ausbau aufgebrochene, stollenartige Gänge sind. Es geht streckenweise bergauf und bergab, wobei insgesamt 407 Stufen überwunden werden. Die Führung wird teilweise musikalisch und seit August 2007 auch mit einer Lichtshow unterlegt.
Manchmal gibt es auch spezielle Führungen für Kinder. Sie werden von einem „Höhlenbären“ am Eingang empfangen und bekommen Taschenlampen überreicht. Dann geht es auf einem rund 20 Minuten langen Abenteuerrundgang in die Teufelshöhle, wo die Kinder auf spielerische Art und Weise die Unterwelt entdecken. Eltern können ihre Kinder auf der Tour begleiten. Immer öfter werden in der Teufelshöhle auch geologische Sonderführungen angeboten. Diese Führungen dauern zwischen 60 und 90 Minuten. Dabei werden auch Räume begangen, die sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Es wird ausführlich auf die Entstehung und Erschließung der Höhle eingegangen und auch die Therapiestation wird begangen. Seit dem Jahr 2000 werden Führungen in Englisch und seit 2002 in Französisch angeboten.
Die Normalführung beginnt im ersten der drei großen Hohlräume, dem Kuppelsaal mit einer kleinen Ausstellung von Werkzeugen und Bergbaugeräten, wie Pressluftbohrer, eine alte elektrische Seilwinde und sogenannte Berghunten, die bei der Erschließung benutzt wurden. Neben verschiedenen Gesteinsarten wird ein aufgeschnittener Tropfstein gezeigt. Sehr gut zu erkennen sind dort die Klimaringe ähnlich den Jahresringen eines Baumes. Ein Felsbrocken mit Bärenschliff, den man in der Teufelshöhle fand, ist ebenfalls ausgestellt. Der Höhlenführer gibt dort seine ersten Erklärungen und lässt dazu ein Programm mit Musik und Lichteffekten ablaufen.
Von diesem ersten Höhlenraum aus geht es, dem früheren Teufelsloch folgend, weiter. Gleich hinter der Durchbruchstelle sind die ersten Tropfsteinformationen zu sehen. Kurz vorher geht man an der Eingangstür zum Therapiebereich der Höhle vorbei. Der Besucher bekommt dann die Papstkrone zu sehen, die überwiegend aus Stalagmiten besteht. Anschließend werden die Orgel (Sintersäulen die Orgelpfeifen sehr ähnlich sehen, teilweise zerstört) und der Vorhang gezeigt, der aus Stalagmiten und von hinten beleuchteten Sinterfahnen besteht. Diese drei Gruppen werden auf ein Alter von 10.000 bis 15.000 Jahren geschätzt. Daran schließen sich die Bärenhöhlen an. In drei kleinen Nischen sind Höhlenbärenknochen von einst 80 Exemplaren, die während der Ausbauzeit (1922 bis 1931) in der Teufelshöhle gefunden wurden, ausgelegt. In diesem Bereich wurden die meisten der zum Teil sehr gut erhaltenen Höhlenbärenknochen gefunden.
In der Bärenhöhle unmittelbar neben dem Vorhang sieht man in einer Felsennische links auf einer Erhöhung das Skelett eines Höhlenbären (zusammengesetzt von Dr. Schlosser, 1959), der vor über 30.000 Jahren in dieser Gegend lebte. Der Führungsweg geht dann durch einen von Brand aufgebrochenen Felsengang, wie an dem scharfkantigen Gestein und den noch vorhandenen Bohrlöchern zu erkennen ist, weiter bis zur Nibelungengrotte, in der einige der Sintersäulen in der Mitte Risse und Brüche aufweisen. Dann geht es weiter zum Barbarossadom, dem zweiten und wohl schönsten Raum der Teufelshöhle.
Hier wartet der Höhlenführer, der auf Querverbindungen in der Höhle die Besucher überholt hat. Hier wird zunächst bei verdunkeltem Licht Musik abgespielt und es folgt eine Lichtshow, anschließend die zweite Erklärung des Höhlenführers. Der Barbarossadom ist Mittelpunkt und Prunksaal der Teufelshöhle; es sind Tropfsteingebilde zu sehen, deren Pracht jeden Besucher überraschen. Der ansteigende Hügel in der Mitte des Raumes wird Zaubergarten genannt. Dieser ist von vielen Kerzenstalagmiten am Boden geprägt, sowie Stalaktiten und Sinterröhrchen an der Decke. In der Mitte des Raumes, zwischen den Kerzenstalagmiten, thront Kaiser Barbarossa, ein feingegliederter, pagodenförmiger Tropfstein. Der wohl schönste Tropfstein der Höhle ist etwa 1,20 Meter hoch und wird auf über 200.000 Jahre geschätzt. Am oberen Bereich des Zaubergartens lässt sich eine Gebirgslandschaft erkennen. Die mächtige Sintermasse darüber, die aus einer Seitenhöhle hervorquillt, wird Barbarossabart genannt.. Das Alter des in feinste Einzelfiguren aufgelösten Barbarossabartes beträgt etwa 200.000 Jahre. Die tiefste Stelle der Höhle, die 70 Meter unter der Höhlenoberfläche liegt, wird durch einen Scheinwerfer markiert. Bei starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze im Frühjahr sammelt sich hier das durch Klüfte und Spalten von außen eindringende Sickerwasser und bildet einen kleinen kristallklaren See. Der Besucherweg führt abwärts um den Zaubergarten herum und dann anschließend den Kalvarienberg 115 Stufen nach oben. Nach der letzten Stufe des Kalvarienberges erblickt der Besucher rechts die Kreuzigungsgruppe.
Die Kreuzigungsgruppe ist mit blauem und weißem Licht beleuchtet. Die drei großen Tropfsteine werden als Kreuzstämme interpretiert, das zuschauende Volk ist durch die kleineren Stalagmiten davor angedeutet. Dem Führungsweg folgend, wieder durch einen der aufgebrochenen Gänge, gelangen die Höhlenbesucher zur Drei-Kaiser-Grotte. Dort ziehen drei Tropfsteinskulpturen den Blick auf sich: links ein rund 250.000 Jahre alter großer Tropfstein und rechts zwei kleinere von seltener Reinheit. Es geht dann steil hinab durch die Hexenschlucht, einem romantischen, natürlich gelaugten Felsengang; so gelangt man zum Riesensaal dem größten Raum der Teufelshöhle.
Die Decke im Riesensaal ist von Kolken, Überhängen und Rissen durchzogen. Der sogenannte Baum ist rund 3,5 Meter hoch und hat ein Alter von etwa 340.000 Jahren. Die Baumkrone wird von den kleinen Röhren der Kalkausscheidungen an der Decke gebildet. Die Felsendecke stellt die Baumkrone, der Tropfstein den Baumstamm dar, die beleuchteten Fächer darunter sind als die Wurzeln des Baumes zu erkennen. Direkt vor den Besuchern befindet sich der Riese Goliath. Die gewaltige Tropfsteinskulptur, ebenfalls etwa 340.000 Jahre alt, steht in der Mitte des Riesensaales. Die Tropfsteinformation an der Felswand, an der ein rotes Licht versteckt brennt, wird als Kleine Kapelle bezeichnet. Ein Türmchen ziert ihr Dach. links oberhalb der Kleinen Kapelle fallen weiße Tropfsteinausbildungen ins Auge, Bergeis genannt. Sie bestehen aus kohlensaurem Kalk. Ihre helle Farbe erklärt sich dadurch, dass das durch den Fels sickernde Wasser weder Lehm noch Sand oder Eisen mit sich führt. Im Riesensaal geht es über Treppen bergauf.
Man verlässt den Riesensaal durch eine Enge Passage hinter dem Baum und kommt an der Kristallgrotte vorbei. In diesem Bereich sind die meisten Excentriques zu sehen. Dem engen Gang folgend, geht es weiter zum Kerzensaal, der wieder von Kerzenstalagmiten geprägt ist. Nach dem Kerzensaal geht es einige Stufen aufwärts, vorbei am Wasserfall, der Schildkröte und hoch zu den Tabakblättern. Der Höhlenbesucher gelangt zum Ausgang der Höhle in eine klammartige Schlucht, die 25 Meter höher liegt als der Eingang und in der gewaltige Felsen aufgetürmt sind. Von dort führt der Weg abwärts durch ein kleines Felsenlabyrinth, an einer Aussichtsplattform und an der Kleinen Teufelshöhle vorbei, wieder hinunter zum Höhleneingang. Der Abstieg dauert etwa zehn Minuten. Auf dem Weg nach unten wurden 2006 Informationstafeln mit verschiedenen Details aufgestellt.
Der Eingang zur Kleinen Teufelshöhle, auch Kleines Teufelsloch genannt, befindet sich etwa 100 Meter nördlich des Einganges zur Teufelshöhle. Die Kleine Teufelshöhle ist mit einem für den Besucher nicht zugänglichen Höhlengang, dem Brennnesselbau, mit der Teufelshöhle verbunden und beinhaltet das Höhlenlabor.
Die Funde in dieser Höhle sind herausragend. 1876 wurde von C. Heitgen eine Geschossspitze aus Hornstein entdeckt. Die Geschossspitze vom Typ Jerzmanovice stellt in der Fränkischen Schweiz einen einmaligen Fund dar. Das Alter wird auf etwa 37.000 Jahre geschätzt. Zahlreiche Fossilien, die aus der Würmeiszeit vor etwa 30.000 Jahren stammen – wie Überreste von Höhlenbären, Höhlenhyänen, Wisenten, Elchen, Pfeifhasen, Hirschen und Rentieren – wurden gefunden. Die gleichbleibend niedrigen Temperaturen in der Höhle haben die Knochen bestens erhalten. Es finden sich auch Ablagerungen von kreidezeitlichen Sedimenten, deren Ablagerungszeitraum noch bestimmt werden muss.
Seit 1994 findet jährlich in den Sommermonaten die Veranstaltungsreihe „Kultur in der Teufelshöhle“ mit sieben bis acht Einzelveranstaltungen statt. Die imposante Eingangsgrotte ist dabei wie geschaffen für die Konzert- und Theateraufführungen. Die Akustik, das Höhlenambiente und die Wetterbeständigkeit zeichnen diesen Raum aus. Geboten werden dabei verschiedene Musikrichtungen von klassischer Musik bis Flamenco und Jazz, sowie Theater und Kabarett bei einer wildromantischen Beleuchtung. Im „Konzertsaal“ herrscht eine relativ konstante Temperatur von 12 °C. Alljährlich kommen etwa 2000 Menschen zu den Veranstaltungen.
Spuren von menschlicher Besiedlung während der letzten Eiszeit konnten noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. In der genannten Literatur differieren die Ansichten zu diesem Thema. Der heutige Zugang zur Teufelshöhle, das Teufelsloch, ist den Einheimischen schon seit Jahrhunderten bekannt. Das Teufelsloch war, wie viele andere fränkische Höhlen auch, reich an Knochenmaterial und anderen Überresten aus organischem Material und besitzt vielfältige Formen von Tropfsteinen. Dennoch haben Höhlenforscher, wie der Deutsche Georg August Goldfuß, der Franzose Georges Cuvier und die Engländer William Buckland und John Hunter dem 85 Meter tiefen Teufelsloch kaum Beachtung geschenkt. Zum ersten Mal erwähnte der Bamberger Geschichtsschreiber Joseph Heller 1829 das Teufelsloch. Heller schrieb das Teufelsloch sei „die größte Höhle dieser Gegend, in welche man mit einer Fuhre Heu fahren kann und die fast nur aus einem einzigen Felsengang besteht.“ Daraufhin wurde die Höhle bekannter und zunehmend von in- und ausländischen Besuchern aufgesucht. Der benachbarten Kleinen Teufelshöhle wurde dennoch mehr Beachtung zuteil. Im Jahr 1876 wurde in der Kleinen Teufelshöhle von C. Heitgen eine Geschossspitze aus Hornstein entdeckt. Im selben Jahr suchte der berühmte Münchner Anthropologe Johannes Ranke ebenfalls in der Kleinen Teufelshöhle nach menschlichen Artefakten aus der Steinzeit. Adalbert Neischl führte 1901 die erste Vermessung durch. Zu diesem Zeitpunkt war der Tropfsteinschmuck bereits bis auf geringe Überreste total zerstört und das Knochenmaterial weitestgehend entfernt worden.
Von 1904 bis 1914 wurden im nordfränkischen Höhlengebiet alle größeren Höhlen sorgfältig untersucht und vermessen, so auch das Teufelsloch. Dabei fanden besonders die Oberflächenverhältnisse Beachtung. Im Jahre 1909 wurden das Große und Kleine Teufelsloch von den Studenten Böckler, Schülein und Popp vermessen, ebenso die Teufelsschlucht.
Alle erfahrenen Speläologen waren bis 1922 der Ansicht, dass sich hinter dem Versturz des Teufelsloches keine Fortsetzung befinde. Hans Brand aber vermutete 1922, dass das Teufelsloch durch fließendes Wasser entstanden ist und sich hinter der Abschlusswand die Wölbung des alten Flussbettes fortsetzen muss. Damit irrte er sich, wie man heute weiß. Den Erschließungsmaßnahmen voraus ging eine komplette Vermessung der bekannten Höhlenteile mit einem Grubentheodoliten. Dabei wurde die Vermessung des Jahres 1909 überprüft. Im Oktober 1922 suchte Brand, mit Unterstützung der Stadt Pottenstein und einem privaten Geldgeber, Dr. Förster, erfolgreich nach einer Erweiterung der Höhle. Er durchstieß einen eingefallenen Stollen und stellte fest, dass die Höhle viel größer war als vermutet. Den weiteren natürlichen Verlauf fand er nach neun Metern Durchbruch. Untersuchungen anhand bestimmter Merkmale, wie Oberflächengestaltung, Sohlenverschüttungen und Verbrüchen im Inneren, ermöglichte so weitere Hohlräume zu finden. Die Untersuchungen ergaben, dass die Höhle aus drei Stockwerken besteht. Durch Schurfsprengungen wurden bestehende Schichtfugen und Störungslinien so weit geöffnet oder erweitert, dass eine Bekletterung ermöglicht wurde. Man grub sich in den Berg hinein und entdeckte dabei mehrere Hohlräume, die in ihrer Ausstattung mit Tropfsteinen alle Erwartungen übertrafen. Diese größeren Innenräume waren teilweise durch über 100 Meter lange, sehr enge Durchgänge, verbunden. Diese waren meistens nur kriechend zu durchqueren.
Sie wurden bei der ersten Erschließungsmaßnahme nach sorgfältigen Theodolitmessungen gangbar gemacht. Die Erschließungsarbeiten der leicht erreichbaren Höhlenteile geschah vorwiegend durch Arbeiten von Hand. Insgesamt waren 42 Arbeiter bei den Aufschlussarbeiten acht Monate lang unter der fachlichen Leitung der Bergbehörde beschäftigt. Damit gelang es, die mittleren Abteilungen mit der Vorhang- und Bärengrotte und die sich an die Ausgangsschlucht anschließenden oberen Stockwerke mit dem Kerzensaal und dem Riesensaal zu einer geschlossenen Höhlenfolge zu vereinigen. Bis August 1923 konnten somit weitere Hohlräume gangbar gemacht werden. Es wurde die Treppenanlage zum Höhlenaufgang neu errichtet, eine Absicherung mittels Geländer durchgeführt und es entstand ein Gerätehaus auf der mittleren Plattform. Die erschlossenen Höhlenbereiche wurden mit elektrischem Licht ausgestattet und am 5. August einstweilen auf einer Länge von mehreren hundert Metern für Besucher freigegeben. Ab diesem Zeitpunkt begann die touristische Nutzung der Höhle, die zu stetig steigenden Besucherzahlen führte.
Brand gab sich mit den bisher gewonnenen Erkenntnissen nicht zufrieden und ordnete eine zweite Erschließung der Höhle an, bei der fahrbare Kompressoren mit Elektroantrieb zum Betrieb von zwei Bohrhämmern und schmalspurige Hunte für die Streckenförderung der herausgebrochenen Gesteinsmassen verwendet wurden, ein für damalige Verhältnisse sehr modernes Gerät und ein in der Höhlenforschung bisher unbekanntes Verfahren. Die Erschließung der tieferliegenden Höhlenteile durch zeitraubende und kostspielige Arbeit von Hand war so gut wie unmöglich.
Typisch für den Dolomit ist, dass große Hallen entstehen. Diese Hallen sind teilweise nicht miteinander verbunden. Vier ausgewählte Arbeiter waren in den acht Jahren der zweiten Erschließung für die Bohrarbeiten und das Herausfahren des Schuttmaterials zuständig. So wurden weitere Hallen und Hohlräume aufgeschlossen, vermessen und miteinander verbunden. Insgesamt wurden 285,5 Meter lange Strecken mit einem Querschnitt von 1,2 mal 1,8 Meter durch den zähen Dolomit getrieben.
Die Überwindung einer 21,2 Meter hohen Wand, der Kalvarienberg im Barbarossadom, stellte sich als äußerst schwierig dar. Sie wurde durch eine künstliche Treppenanlage mit 115 Stufen überwunden. Im hinteren Teil der Höhle wurde durch Sprengungen und mühevolle Arbeiten ein gewaltiger Versturz beseitigt. Nach diesem Durchbruch fand man in drei kleinen Nebenhöhlen Tierknochen und Schädel von mehreren Höhlenbären. In den Grotten selbst musste die Sprengung von Fels soweit wie möglich eingeschränkt werden, weil die damit verbundene Erschütterung zu Beschädigungen an den Tropfsteinen geführt hätte. Auch der Rauchniederschlag wäre dabei mehrere Zentimeter tief in die poröse Sintermasse eingedrungen und hätte deren Glanz getrübt. Brand gelang auch die Öffnung eines Höhlenausgangs. Eine ebenso schwierige Aufgabe war die unauffällige Kabelführung und die richtige Abstufung der Lichtstärke der Lampen und Strahler. Breite geebnete Wege und massive Treppen wurden angelegt, um das Begehen der einzelnen Abteilungen völlig gefahrlos und möglichst bequem zu gestalten.
Zu Pfingsten des Jahres 1931 konnte die Teufelshöhle der Öffentlichkeit zur vollständigen Besichtigung freigegeben werden. So kann der heutige Besucher die eindrucksvollen Hallen mit den Namen Barbarossadom und Riesensaal besichtigen. Die Erschließung der Teufelshöhle stellt stellte eine große wissenschaftliche und technische Leistung dar.
Die Erschließung der Teufelshöhle wurde von Brand in bergmännischer Manier durchgeführt. Ein Netz von Stollen und Schächten wurde angelegt, um die enormen Mengen abgebauten Gesteins zu befördern. Diese Arbeiten wurden überwiegend von Sprengtrupps, die Gänge in den harten Dolomit schossen, durchgeführt. So wurden die einzelnen Hallen, wie der Barbarossadom und der Riesensaal in Stollen angefahren, um das herausgebrochene Material bei der Erschließung der Räume und des Kalvarienberges hinauszubefördern. Durch die enge und kurvige Streckenführung war für die Hunte ein enger Radstand von 60 Zentimetern notwendig. Die Schienen wurden auf einfache Holzschwellen genagelt beziehungsweise bei langen geradlinig verlaufenden Strecken wie auch über Tage fertig auf Stahlschwellen montiert.
Ein Teil dieser Stollen läuft sternförmig auf einen Kreuzungspunkt südlich des Barbarossadoms zu, wo mittels einer drehbaren Schienenkreuzung die Förderwagen von einem Stollen in einen anderen gelangen konnten. Von diesem Kreuzungspunkt geht auch ein Förderschacht mit 38 Grad Steigung nach oben und gelangt in der Teufelsschlucht an die Oberfläche. Dort befand sich während der Erschließungsarbeiten ein Häuschen mit einer elektrischen Seilwinde zum Herausziehen der Förderwagen. Diese Seilwinde ist heute ein Ausstellungsstück im Kuppelsaal. Den Ausgang des Förderschachtes kann man noch heute, ein paar Meter neben dem Weg vom Ausgang der Höhle zurück zum Eingangsbereich, sehen. Ein Förderwagen war bis zu einem Kilometer in den Stollen unterwegs, bis er nach außen gelangte.
Ein weiteres System von neu angelegten Stollen nördlich des Riesensaales besteht im Brennnesselbau, über den Verbruch und Abraum, die beim Wegebau im Riesensaal angefallen waren, mittels Förderwagen nach außen in das Weihersbachtal geschafft wurden.
Bei der Erschließung gab es einige technische Probleme. Da die Strecken unter Tage zu lang waren, um die Pressluftleitungen von außen bis zu den Baustellen zu verlegen, wurde ein elektrischer Einstufen-Kompressor auf Rollwagenrädern benutzt, der von den Vortriebsmannschaften auf den Gleisen nachgeführt wurde. Dieser zeichnete sich durch seine schmale Form und große Beweglichkeit aus und bewährte sich in den acht Jahren des Einsatzes in der Höhle ohne Betriebsstörung.
Die meisten Stollen werden von den Besuchern bei Führungen nicht begangen, da sie keine interessante Ausstattung besitzen. Durch sie ist es möglich, fast jede Schaustelle in der Höhle ohne Benutzung des offiziellen Führungsweges zu erreichen. Der Höhlenführer benutzt bei Führungen einen Teil dieser Stollen, um so zum Beispiel ohne Überwindung des Kalvarienberges schneller vom Barbarossadom zum Riesensaal zu gelangen. Ein weiterer Teil dieser Stollen wird auch von der Höhlentherapie benutzt.
Einen Einblick in den Umfang der Erschließungsarbeiten der Teufelshöhle geben die Aufzeichnungen Brand aus dem Jahre 1935 über die Erschließung der Teufelshöhle von Oktober 1922 bis Pfingsten 1931:
„[…] Und so kam im Spätherbst 1922 unerwartetes Leben in die Einsamkeit des Weiherbachtales. Scharen von Arbeitern zogen in die Höhle ein und es begann das harte Ringen mit dem Stein. Bald waren die große Abschlußwand des bisherigen Höhlentunnels durchsprengt und die ersten Tropfsteingrotten gefunden, die an Pracht und Schönheit alle Erwartungen übertrafen. Sorgfältige Vermessungen gaben Überblick über die Zusammenhänge auf und unter der Erde. Zielsicher wurden dann in raschem Anlauf die anderen noch leicht erreichbaren Höhlenräume gangbar gemacht, elektrisch beleuchtet und einstweilen dem Besuche zugeführt. Die tiefer liegenden, stark verschütteten, aber hoch interessanten Syphonhöhlen mit mächtigen Schluchten und Galerien wurden mit allen Mitteln neuzeitlicher Technik in weiteren acht Jahren schwerster Arbeit dem Berginnern abgerungen. Unermüdlich dröhnte dadrinnen die Arbeit; Tag und Nacht grollten die Sprengschüsse und ratterten die Bohrhämmer gegen den harten und zähen Dolomitfels. Auf mehrere hundert Meter mußte durch wohl errechnete Hinterfahrungs- und Verbindungsstrecken das Gestein schrittweise bezwungen werden, um all die Wunder der einzig dastehenden Unterwelt unberührt zu erfassen. Unaufhörlich rollten die Grubenwagen an starken Drahtseilen bergauf und förderten durch die Auswurfstrecke, den eigentlichen Lebensnerv der ganzen Erschließung, das ausgesprengte Gestein ans Tageslicht. Hier prasselten dann die Felsbrocken unter Donnern und Krachen in die Teufelsschlucht hinab, bis eines Tages der letzte Streckendurchschlag dem mühevollen Werk die Krone aufsetzte. So wurde unter Anwendung der Ingenieurwissenschaft, der Markscheidekunst und Geologie auf Grund rein wissenschaftlicher Erwägungen und unterstützt von einem Stab treuester, anhänglicher Arbeiter die ganze Erschließung des wirr verteilten Grottensystems zu einem glücklichen Abschluß gebracht. Am 1. Pfingstfeiertag 1931 wurde dieses Denkmal fortgeschrittener Erschließungstechnik und deutschen Unternehmungsgeistes der Allgemeinheit übergeben. […]“
– Dr. Ing. Hans Brand: 400 Jahre Höhlenforschung in der Bayerischen Ostmark. Seite 54–55.
Über die erschlossene Teufelshöhle schreibt Brand 1935:
„[…] Wie ein unterirdisches Zauberschloß erstrahlt jetzt die Höhle im magischen Glanze der elektrischen Glühkörper. Breitgeebnete Pfade und bequem angelegte Treppen führen durch die märchenhaften Räume, die eine seltene Pracht und fülle von Tropfsteingebilden zeigen. Auf der Höhe des Berges tritt man schließlich in einer klammartigen, überaus malerischen Schlucht wieder zu Tage und kommt durch ein wildromantisches Felslabyrinth zum Höhleneingang zurück. […]“
– Dr. Ing. Hans Brand: 400 Jahre Höhlenforschung in der Bayerischen Ostmark. Seite 55.
Um die Teufelshöhle besser von der Autostraße Pottenstein–Pegnitz aus erreichbar zu machen, ließ Brand 1932 die Teufelshöhlenbrücke bauen. Die 36 Meter lange hölzerne Brücke liegt 100 Meter von der Teufelshöhle talabwärts entfernt, führt über eine 18 Meter tiefe klammartige Schlucht des Weihersbaches und hat eine Spannweite von 20 Metern. Für den weiteren Weg zur Teufelshöhle wurde längs des steilen Talhanges der Weg in die Felswände gesprengt. Die Brücke stellte damals die kürzeste Verbindung zwischen der Autostraße und der Wirtschaftsterrasse der Teufelshöhle dar.
Ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg wurde am 12. Oktober 1942 von der Schutzstaffel (SS) der NSDAP in Pottenstein gegründet. Der Gründer und Leiter des Außenlagers war der SS-Standartenführer der Karstwehr und Bergbauingenieur Hans Brand. Gefangengehalten waren dort Männer aus ganz Europa, die am 16. April 1945 von amerikanischen Streitkräften befreit wurden.
Die Gefangenen mussten für mehrere Einheiten der SS, wie die Waffen-SS, die SS-Fortifikations-Forschungsstelle, die SS-Nachrichten-Ausbildungsabteilung und die SS-Karstwehr-Kompanie Zwangsarbeit durchführen. Für die SS-Karstwehr-Kompanie mussten die Gefangenen dann gegen Ende des Krieges den Schöngrundsee anlegen und Arbeiten an der Teufelshöhle durchführen. Dabei mussten sie den vor der Teufelshöhle liegenden Großparkplatz planieren, aber auch Arbeiten in der Höhle durchführen, indem sie sie von Lehm und Geröll befreiten und verschiedene Gänge gruben. Diese Gänge werden heute nicht begangen, weil sie keine Tropfsteingebilde haben und deswegen touristisch nicht von Interesse sind. Oberhalb der Höhle wurden auf der Suche nach weiteren Höhlen im Wald zahlreiche Grabungen durchgeführt, deren Spuren man heute noch teilweise erkennen kann.
Die Zahl der Toten durch die Arbeitseinsätze in Pottenstein ist nicht bekannt. Über die Hälfte der 746 in Pottenstein zu Zwangsdiensten herangezogenen Häftlinge wurden auf Grund der harten Arbeitsbedingungen und der Lagerschikanen todkrank nach Flossenbürg zurückgeschickt.
Nach dem Krieg setzte der Besucherandrang wie zuvor wieder ein. Es setzte der Gruppenreiseverkehr ein und die Gruppen kamen aus größeren Entfernungen, wie aus Berlin, oder anderen Großstädten, aber auch aus dem Ausland. Um diesen vermehrten Besucheransturm zu bewältigen, waren bauliche Maßnahmen erforderlich. Es entstand auf der Höhlenterrasse das Terrassen-Café mit Toilettenanlage und vor der Höhle anstelle der Fischweiher ein großer Parkplatz für Busse und Personenwagen. Der Wanderweg nach Pottenstein, dem Schöngrundsee entlang und durch das Weiherbachtal, wurde ebenfalls weiter ausgebaut. Am Eingangsbereich der Höhle wurde ein Kassenhäuschen errichtet, womit auch der Verkauf von Postkarten und Souvenirs begann. Diese baulichen Maßnahmen dauerten bis in die 1950er-Jahre. 1949 entdeckte Georg Brunner diluviale Tierknochen in einer Spalte. Zu einem tödlichen Unfall kam es 1952 bei Arbeiten in der Kleinen Teufelshöhle.
Zu Ehren von Hans Brand wurde am 9. April 1961 über dem Eingang der Teufelshöhle eine erzgegossene Gedenktafel feierlich enthüllt. Die Gedenktafel trug ein Bildnis Brands und die Inschrift: „Dem Erforscher und Erschließer der Teufelshöhle und unermüdlichen Förderer der Fränkischen Schweiz in Verehrung und Dankbarkeit die Stadt Pottenstein.“
Nachdem die NS-Vergangenheit Brands vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt hatte, wurde die Gedenktafel längere Zeit als anstößig empfunden. Auch wenn sie nicht von jedem Höhlenbesucher wahrgenommen wurde, stand die Gedenktafel in der Kritik und die Stadt Pottenstein wurde beschuldigt, einen Kriegsverbrecher mit einer Gedenktafel zu ehren. Im Jahre 1997 wurde die Tafel von Unbekannten entwendet.
1971 wurde das Höhlenlabor in der Kleinen Teufelshöhle als erstes in Deutschland in Betrieb genommen. Im Jahr 1986 begann man in einem Seitengang die Speläotherapie. Anfang der 1990er-Jahre wurde das Skelett des Höhlenbären unter Leitung von Dr. Donat Kamphausen restauriert. Die Körperhaltung des Skeletts wurde verändert und es bekam einen attraktiveren Platz in der Höhle zugewiesen. Die zahlreichen Knochen wurden präpariert, um sie vor dem Zerfall zu bewahren. Seit 1994 wird ein Kulturprogramm in der Teufelshöhle angeboten.
Im Jahr 1997 wurde bekannt, dass erfolglos nach Fortsetzungen der Teufelshöhle gesucht worden war. Dabei wurde das Höhlenlabor angebohrt und total zerstört. In der Höhle wurden von Zeit zu Zeit technische Verbesserungen durchgeführt; so die Anbringung geänderter Handläufe und Schutzgitter, aber auch ein neuzeitliches Beleuchtungssystem wurde eingebaut. Im Jahre 2000 wurde ein modernes Beschallungssystem eingerichtet und in manchen Höhlenbereichen eine farbige Beleuchtung zur Bestrahlung von Hohlräumen und Tropfsteinen in roter und blauer Farbe installiert. 2002 wurde das achtzigjährige Jubiläum der Erschließung der Teufelshöhle feierlich begangen. Im Jahre 2006 wurde der komplette Außenbereich der Höhle für 15.000 Euro renoviert: Geländer und Hinweistafeln wurden angebracht, neue Sitzgruppen und Bänke aufgestellt und ein neuer Weg wurde angelegt.
Im August 2007 wurde nach etwa sechs Wochen Arbeit die alte Beleuchtung durch etwa 330 LED-Lampen ersetzt, die erstmals am 24. August bei Führungen eingeschaltet wurden.[2] Diese Lampen haben wegen ihres Kaltlichtes einen geringeren Einfluss auf das Mikroklima und die Lampenflora. Der Energiebedarfs beträgt etwa ein Zehntel der bisherigen Beleuchtung. Die Lebensdauer dieser LED-Leuchten liegt bei etwa 80.000 Stunden, das entspricht etwa 25 Betriebsjahren.[2] Dazu wurden über 6000 Meter neuer Strom- und Steuerleitungen in der Höhle verlegt.[2] Zudem wurde zur Sicherheit der Höhlenbesucher eine batteriegestützte Notbeleuchtung für den Fall eines Stromausfalles installiert und die Akustikanlage überarbeitet. In den drei großen Hallen der Höhle, dem Kuppelsaal, dem Barbarossadom und dem Riesensaal, wurden 130 LED-Lampen angebracht, deren Lichtkonzept darin besteht, dass nacheinander einzelne Tropfsteinpartien angeleuchtet werden und dies mit der Musik abgestimmt ist.[2] Der Zweckverband Teufelshöhle hat insgesamt eine Summe von etwa 265.000 Euro investiert, davon 90 Prozent Fördergelder. 55 Prozent stammten aus dem Wirtschaftsförderungstopf des Freistaats Bayern und weitere 35 Prozent von der Oberfrankenstiftung.[2] Dies stellt die größte Investition seit der Erschließung der Höhle in den 1920er-Jahren dar.[3]
Ein Seitenstollen der Teufelshöhle dient zur Anwendung der Speläotherapie. Der Therapiebereich ist vom übrigen Besucherbereich der Höhle abgeriegelt. Das Therapiezentrum Teufelshöhle ist Gründungsmitglied des deutschen Speläotherapieverbands, eines Zusammenschlusses von zur Zeit zwölf Speläotherapie-Zentren Deutschlands. Seit 1986 werden in der Teufelshöhle Therapiekuren angeboten, wofür 50 Therapieplätze zur Verfügung stehen, die sich auf drei Räume für Erwachsene und einen Raum für Kinder verteilen. Die Speläotherapie kann bei Atemwegserkrankungen, wie Heuschnupfen, Asthma, chronischer Bronchitis und allergischen Nebenhöhlenerkrankungen und Hauterkrankungen wie Neurodermitis den Patienten Linderung verschaffen. Auch bei Kindern mit Keuchhusten oder Kleinkindern mit Pseudo-Krupp wird diese Therapie angewandt.
Die niedrige Temperatur von neun Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit von 95 % bieten optimale Voraussetzungen für die Therapie. Die Luft in der Höhle enthält weniger Schadstoffe, Pollen, Staub und Schimmelpilze. Somit gelangen beim Atmen kaum Fremdstoffe in die Lunge; die überreizten Schleimhäute beruhigen sich und die Patienten können leichter atmen. Eine Liegekur geht über einen Zeitraum von drei bis fünf Wochen, wobei sich der Patient täglich zwei Stunden in der Höhle aufhält. Pro Jahr nehmen rund 200 Kurgäste an dieser Therapie teil, wobei es rund 70 % der Patienten nach dieser Kur deutlich besser geht. Bei manchen hält der Erfolg monatelang an, manche sind sogar jahrelang ohne Beschwerden.
2005 erlebte die Höhlentherapie in der Teufelshöhle einen merklichen Aufschwung: 20 % mehr Patienten nahmen hier diese alternative Behandlungsmethode in Anspruch als noch 2004.
Die Speläotherapie der Teufelshöhle könnte demnächst der Gemeinde Pottenstein den Status „Heilklimatischer Kurort“ bescheren. Voraussetzung dafür ist, dass die gesetzlichen Regelungen für die Anwendung des ortsgebundenen Heilmittels „Höhlentherapie“ vom Land Bayern beschlossen werden – wie etwa in Niedersachsen und Baden-Württemberg bereits geschehen. Bei positiver Entscheidung will sich Pottenstein sofort und intensiv darum bemühen, die Klassifizierung als „Ort mit Heilstollen-Kurbetrieb“ zu bekommen, die gleichzustellen ist mit der eines „Heilklimatischen Kurorts“.
Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Hans Brand die Absicht, in der Teufelshöhle, genauer gesagt in der Kleinen Teufelshöhle, Höhlentherapie durchzuführen. Es wurde begonnen, die Kleine Teufelshöhle dafür zu erschließen. 1952 hat sich allerdings bei Arbeiten in der Kleinen Teufelshöhle ein Felsbrocken von der Decke gelöst und ein Arbeiter wurde getötet. Daraufhin wurden die Arbeiten eingestellt und das Projekt aufgegeben.
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Höhlenlehm aus der Teufelshöhle zu Heilzwecken verwendet. Während der Erschließung der Höhle und auch noch danach wurde der Höhlenlehm, die sogenannte „Wundererde“ abgebaut und als Fango verwendet. Die damalige Abteilung Höhlenfangovertrieb der Teufelshöhlenverwaltung verschickte diesen heilkräftigen Höhlenlehm als „Teufelshöhl-Fango“ in Zwei-Kilogramm-Dosen in die ganze Welt.
In einem Seitenteil der Höhle, der Kleinen Teufelshöhle, befindet sich das einzige Höhlenlabor Deutschlands. Das Höhlenlabor besteht aus zwei klimatisierten Räumen. Die Messeinrichtungen selbst befinden sich überwiegend im Kleinen Teufelsloch/Brennnesselbausystem. Dieses Forschungslabor wurde 1971 von der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken eingerichtet. Anfangs bestand das Labor aus einem kleinen Raum neben dem Kassenhäuschen der Teufelshöhle und der ausgebauten Kleinen Teufelshöhle. Im Jahre 1979 meldete die Teufelshöhlenverwaltung für ihren kleinen Raum Eigenbedarf an, was den Umzug für das Labor bedeutete. Um die Leitungswege der Messwertgeber möglichst kurz zu halten, wurde der Messraum in die Höhle selbst eingebaut.
Hier werden Untersuchungen zu Höhlenklima, Tropfwasserzyklen im Verhältnis zum Niederschlag sowie weitere höhlenspezifische und hydrologische Untersuchungen von ehrenamtlichen Mitgliedern der Forschungsgruppe durchgeführt. Niederschlagsmessungen von Textilstaub im Höhleninneren werden durchgeführt, genauso wie langzeitliche Messungen des Kohlendioxid-Gehaltes der Schauhöhlenluft. Es werden Langzeitmessungen zum Schüttungsverhältnis von Deckentropfstellen gemacht. Mit eigens entwickelten Messwertaufnehmern wird an sieben Tropfstellen in der Kleinen Teufelshöhle der Fall jedes einzelnen Tropfens berührungslos registriert und aufgezeichnet. Bei diesen Untersuchungen hat sich auch Verblüffendes herausgestellt. Man hat nachgewiesen, dass es in der Höhle Unterschiede in der Fallgeschwindigkeit der Tropfen gibt. Die Tropfen fallen manchmal schneller, dann wieder langsamer von der Decke. Diese Beeinflussung der Fallgeschwindigkeit der Tropfen hängt wie Ebbe und Flut von der Stellung des Mondes ab. In den Wintermonaten werden mit umgebauten Radarsensoren aus der Sicherheitstechnik Fledermausaktivitäten beobachtet.
Unter den Einheimischen galt dieser Ort jahrhundertelang als unheimlich. Der Volksglaube, dass der Teufel die Höhle als Eingang zur Hölle verwende, trug zur Entstehung des Namens bei. Menschen, die es dennoch wagten, in sein Reich einzudringen, würden unrettbar eine Beute des Satans. Schauergeschichten von lichtscheuem Gesindel, das sich im Inneren des Teufelsloches aufhalte, erzählte man sich. Auch Irrlichter, die zu gewissen Stunden durch den Höhlenraum schwebten, habe man beobachtet und Verzweiflungsschreie verlorener Seelen gehört. Weitaus mehr Gehalt hat aber die Legende, dass der Raubritter Udo von Wichsenstein die Höhle als Unterschlupf benutzt haben soll. Dazu soll er – so die Legende – einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben.
Auch heute ist die Teufelshöhle nicht frei von Geschichten: Von einem Spiegelsaal sprechen manche Pottensteiner, auch von brisanten Nazi-Dokumenten oder sogar von dem sagenumwobenen Bernsteinzimmer, das während des Krieges in der Teufelshöhle versteckt worden sein soll, wird berichtet. Aus diesem Grund soll es zu Nachforschungen gekommen sein. 1997 wurde schließlich bekannt, dass zwei bis dahin völlig unbekannte Hobbyschatzsucher nach Fortsetzungen der Teufelshöhle gesucht haben. Der Zweckverband Teufelshöhle stellte den zwei „Forschern“ 80.000 DM zur Verfügung. Im Wald über der Höhle wurden Bohrungen durchgeführt, und dabei wurde auch ein Hohlraum angebohrt. Allerdings handelte es sich dabei um das Höhlenlabor, das dabei völlig zerstört wurde (Sachschaden von mehreren Tausend DM). Gefunden wurde schließlich aber nichts. Dass Höhlenforscher nach neuen Höhlenräumen gesucht haben, ist die offizielle Aussage, da aber Höhlenpläne existieren, die jedem Höhlenforscher zugänglich sind, ist dies mehr als unwahrscheinlich. Vielmehr dürften die Gerüchte über eine geheime Kammer der Grund gewesen sein.
In der Bevölkerung kursiert darüber hinaus die Geschichte, dass Brand in der Fränkischen Schweiz später eine viel schönere Höhle entdeckt habe. Aus Angst, dass diese der Teufelshöhle den Rang ablaufen könne, seien aber alle Belege und Beweise vernichtet und möglicherweise sogar die beteiligten Menschen umgebracht worden. Es dürfte sich hierbei aber tatsächlich nur um Gerüchte handeln, denn bisher wurden keinerlei Belege für diese Behauptungen gefunden.
Ein weiteres „Gerücht“ entspricht in gewissen Punkten sogar der Wahrheit. Spricht man die Höhlenbetreiber oder die Höhlenführer darauf an, reagieren diese meistens etwas gereizt. Man erzählt, dass einzelne Tropfsteine, manche sprechen sogar von vielen Tropfsteinen, nicht an der Stelle gewachsen seien, an der sie sich befinden. Zum Teil seien sie von anderen Bereichen der Höhle hierher gebracht worden und es sollen auch einige aus anderen Höhlen der Umgebung stammen. Man habe sie vor Ort entweder abgeschlagen oder abgesägt um sie dann in der Teufelshöhle wieder aufzustellen, um die Höhle für den Besucher attraktiver zu gestalten. „Falsche“ Tropfsteine erkennt man von den geologischen Gegebenheiten her daran, dass sie nicht an dieser Stelle gewachsen sein können. Teilweise stecken sie einfach in der Erde oder aber die Deckenregion darüber stellt keine Tropfstelle für Wasser, dem Baumeister der Tropfsteine, dar. Diese Tropfsteine werden nicht von jedem Besucher als „falsch“ erkannt; der „normale“ Höhlentourist, der nur selten einmal in einer Höhle ist, bemerkt davon nichts, während „erfahrene“ Höhlengänger diese Tropfsteine schon eher entdecken.
Zu erreichen ist die Teufelshöhle über die B 470, die von Forchheim über Pottenstein nach Pegnitz führt. Die Teufelshöhle ist gut erschlossen für den Massentourismus. Ein großer (kostenpflichtiger) Parkplatz mit kostenloser WC-Anlage liegt direkt neben der Straße am Fuß der Teufelshöhle. Direkt auf dem Felsplateau des Höhleneinganges befindet sich ein Terrassen-Café mit vielen Sitzgelegenheiten. Im oberen Eingangsbereich vor der Holztür befindet sich ein Fernsehbildschirm, wo sich der wartende Höhlenbesucher einen Video-Film über Pottenstein und die Fränkische Schweiz ansehen kann.
Die Teufelshöhle stellte schon immer eine ausgesprochene Touristenattraktion dar; schon nach der ersten Teilerschließung der Höhle im August 1923 setzte ein Massenbesuch ein. Der Fremdenverkehr hat damit in Pottenstein einen enormen Aufschwung genommen. In den Spitzenjahren kamen über 300.000 Besucher. In den 1980er-Jahren war ein Rückgang der Besucherzahlen zu verzeichnen. Auch in den 1990er-Jahren gab es, wie bei vielen anderen Schauhöhlen auch, einen Rückgang. Ende der 1990er-Jahre lagen die Besucherzahlen jährlich im Fünfjahresdurchschnitt (1996 bis 2000) bei 208.000 Besuchern, mit einer Höchstzahl von 217.721 im Jahre 1997. In den letzten Jahren waren die Besucherzahlen nach einem erneuten Rückgang (seit dem Jahre 2001 jährlich unter 200.000 Besucher) verhältnismäßig stabil und haben sich von 2003 bis 2007 auf einen Wert von 167.000 eingependelt, mit zuletzt leicht steigenden Werten, bei einem zwischenzeitlichen Tiefststand von 157.490 im Jahre 2006. [4]
Mit diesem Wert ist die Teufelshöhle hinter der Atta-Höhle (jährlich etwa 350.000 Besucher) die am zweithäufigsten besuchte deutsche Schauhöhle und liegt deutlich vor der Bärenhöhle (jährlich 105.000 Besucher) sowie der Baumannshöhle und der Hermannshöhle in Rübeland (beide jährlich etwa 100.000 Besucher). In den vergangenen Jahren haben sich die fünf wichtigsten Schauhöhlen der Fränkischen Schweiz zu dem Verbund der Jurahöhlen zusammengeschlossen und betreiben mittlerweile eine gemeinsame Marketingstrategie, welche sich positiv auf die Besucherzahlen dieses Verbundes auswirkt. Innerhalb dieses Höhlenverbundes liegt die Teufelshöhle deutlich vor der Binghöhle (jährlich etwa 40.000 Besucher) und der Sophienhöhle (jährlich etwa 30.000 Besucher).
In der Teufelshöhle, vor allem im Kleinen Teufelsloch, wurden viele Überreste von urzeitlichen Tieren gefunden, die in der Höhle verendeten. Diese Fossilien stammen überwiegend aus der Würmeiszeit vor etwa 30.000 Jahren. Der Erhaltungszustand der in den Höhlenlehm eingebetteten Knochen war manchmal so gut, dass es gar nicht einfach war, diese alten Knochen von jüngeren zu unterscheiden. Die gleichbleibend niedrigen Temperaturen der Höhle erhalten Tierknochen und andere Überreste organischen Materials besonders gut. Es wurden Überreste von Tieren gefunden, die sich noch vor wenigen Jahren oder Jahrzehnten dorthin zurückgezogen hatten. Vor allem sind dies Fledermäuse und andere Insektenfresser, aber auch Kriechtiere, Nagetiere und Lurche. Lebewesen, die heute nicht mehr in dieser Gegend zu finden sind, wurden in etwas tieferen Höhlenlehmschichten gefunden. Dies waren häufig Tierarten, die sich jetzt in den arktischen Regionen aufhalten. Lemminge, Schneehasen, Rentiere und auch der Eisfuchs sind gefunden worden. Gänzlich ausgestorbene Arten, wie die Höhlenhyäne und vor allem die vielen Knochenreste der Höhlenbären, wurden in der Teufelshöhle gefunden. Gefunden wurden aber nicht nur die Überreste der Tiere, die dort verendeten, sondern auch deren Beutetiere: Elch, Wisent, Pfeifhasen, Rentier und Hirsch und viele andere.
Diese Funde geben einen guten Überblick über die Tierwelt der Eiszeit. Es lässt sich bei einer genauen Betrachtung der einzelnen Fundschichten und anhand der Fossilzusammensetzung sogar auf gewisse Klimaschwankungen schließen.
In der Teufelshöhle wurden Knochen und Schädel von rund 80 Höhlenbären gefunden, die unterschiedlichen Generationen angehörten. Sie starben in der Höhle eines natürlichen Todes. Man fand allerdings kein komplett erhaltenes Bärenskelett.
Der Münchner Paläontologe Dr. Max Schlosser setzte in den 1950er-Jahren aus Einzelteilen ein Tierskelett zusammen, das jetzt in der Teufelshöhle zu sehen ist. Der Höhlenbär hat vor etwa 30.000 Jahren hier gelebt, war rund drei Meter groß und 400 Kilogramm schwer. Mitarbeiter des Fränkische-Schweiz-Museums Tüchersfeld haben unter der Leitung von Dr. Donat Kamphausen Anfang der 1990er-Jahre das Skelett restauriert und die weiteren ausgestellten Knochenreste präpariert. Die Rekonstruktion des Höhlenbärenskeletts besitzt einen hohen musealen Wert.
In der Teufelshöhle leben Fledermäuse, die in der Zeit von Oktober bis März ihren Winterschlaf halten und zu den höchstentwickelten Höhlenbewohnern zählen. Manches aus dem Leben der Fledermäuse liegt noch im Dunkeln. Aus diesem Grund werden in den Wintermonaten das Hangverhalten und die Fledermausaktivitäten durch Radarsensoren vom Höhlenlabor aus beobachtet. Die Teufelshöhle ist Teil des Fledermaus-Zentralkatasters, in dem jährlich in den Wintermonaten flächendeckende Zählungen durchgeführt werden. Die häufigsten Arten in der Teufelshöhle sind die Fransenfledermaus, das Große Mausohr, die Wasserfledermaus und das Braune Langohr. In der Teufelshöhle halten sich die Fledermäuse überwiegend in versteckten Ecken und Nischen auf, in einem Bereich der Höhle, der nicht von den Besuchern begangen wird.
In der Teufelshöhle hatte sich seit der ersten Inbetriebnahme der elektrischen Beleuchtung im Jahr 1923 eine ausgeprägte Lampenflora entwickelt. Ohne die künstliche Beleuchtung hätten diese Pflanzen in der absoluten Dunkelheit der Höhle keine Überlebenschance. Es haben sich verschiedene Algenarten, Moose und sogar Farne gebildet. Sie sind nicht gleichmäßig verteilt, denn der Zufall spielt auch eine Rolle, welche Algen, Moos- und Farnsporen in den Lichtquellenbereich gelangen. In größeren Entfernungen von den Lampen siedeln sich lichtgenügsame Vertreter wie die Algen an. Je kürzer die Entfernung zur Lampe wird, also mit zunehmender Lichtstärke und deren Wärmeabstrahlung, geht diese Grünzone allmählich in einen Moosgürtel über. Bei manchen Lampen konnte sich auch keine oder nur eine geringe Lampenflora ausbilden. Dies hängt mit der trockenen Umgebung zusammen. Der Stoffwechsel der Pflanzen in der Höhle (Lampenflora) unterscheidet sich deutlich von denen der Mutterpflanze außerhalb der Höhle. Vor einigen Jahren wurde von der Gruppe Höhle und Karst ein Langzeitversuch gestartet, in wieweit sich die Lampenflora durch eine sich abzeichnende Entwicklung der LED-Technik beeinflussen lässt. Es hat sich herausgestellt, dass sich durch die fehlende Wärmeentwicklung und das veränderte Lichtspektrum der LED-Lampen die Lampenflora zurückbildet und teilweise verschwindet.
Aggertalhöhle | Altensteiner Höhle | Atta-Höhle | Balver Höhle | Barbarossahöhle | Bärenhöhle | Baumannshöhle | Bilsteinhöhle | Binghöhle | Charlottenhöhle | Dechenhöhle | Dienstedter Karsthöhle | Drachenhöhle Syrau | Eberstadter Tropfsteinhöhle | Einhornhöhle (Harz) | Erdmannshöhle | Goetz-Höhle | Gußmannshöhle | Gutenberger Höhle | Heimkehle | Heinrichshöhle | Hermannshöhle (Harz) | Hohler Fels | Iberger Tropfsteinhöhle | Kalkberghöhle | Kittelsthaler Tropfsteinhöhle | Kluterthöhle | Kolbinger Höhle | König-Otto-Tropfsteinhöhle | Kubacher Kristallhöhle | Laichinger Tiefenhöhle | Marienglashöhle | Maximiliansgrotte | Nebelhöhle | Niedaltdorfer Tropfsteinhöhle | Olgahöhle | Osterhöhle | Reckenhöhle | Schellenberger Eishöhle | Schertelshöhle | Schillat-Höhle | Schulerloch | Sontheimer Höhle | Sophienhöhle | Sturmannshöhle | Teufelshöhle bei Pottenstein | Teufelshöhle (bei Steinau) | Tschamberhöhle | Wendelsteinhöhle | Wiehler Tropfsteinhöhle | Wimsener Höhle
| Dieser Artikel wurde in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen. |