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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | ||||
| Landkreis: | Stendal | ||||
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Tangermünde | ||||
| Höhe: | 43 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 22,01 km² | ||||
| Einwohner: | 9493 (31. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 431 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 39585–39590 | ||||
| Vorwahl: | 039322 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | SDL | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 90 550
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Lange Str. 61 39590 Tangermünde |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Rudolf Opitz (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Tangermünde im Landkreis Stendal | |||||
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Tangermünde ist eine Stadt im Süden des Landkreises Stendal im nördlichen Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Tangermünde, der weitere sieben Gemeinden angehören.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Tangermünde liegt südöstlich von Stendal in der Altmark auf einer Hochfläche, die durch eine eiszeitliche Endmoräne gebildet wurde. Sie liegt am linken Ufer der Elbe direkt an der Mündung des Tangers in die Elbe, woher auch der Name Tangermünde stammt. Der historische Stadtkern, Stephanskirche und Burg sind durch ihre Hochlagen vor Hochwasser sicher. Die Stadt Tangermünde ist durch die gut erhaltene Altstadt mit vielen Fachwerk- und Backsteinbauten sowie durch die recht vollständig erhaltene Burg Tangermünde und Stadtbefestigung in Backsteinbauweise bekannt.
Erwähnt wird die Burg von Tangermünde erstmals von Chronisten im Jahre 1009. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt datiert aus dem Jahr 1275. Die Lage auf einer felsigen Endmoräne hoch über der Elbe machte die Stadt zum Erhebungsplatz der Elbzölle und zur markgräflichen Residenz. Im 14. Jahrhundert war Tangermünde zeitweise der Zweitsitz von Kaiser Karl IV. Unter ihm sollte die Stadt zur Hauptstadt der mittleren Provinzen aufsteigen. Aus der alten Burg wurde eine Kaiserpfalz. Nach dem Tod Kaisers Karl IV. kam es zu einer unruhigen Entwicklung in der Mark, bis die Hohenzollern das Kurfürstenamt übernahmen und zunächst in Tangermünde residierten.
Das 15. Jahrhundert ist als die Blütezeit Tangermündes anzusehen. Die Stadttore und das Rathaus in der norddeutschen Backsteingotik entstanden. Die St. Stephanskirche wurde zur gotischen Hallenkirche ausgebaut.
Die Gunst des Kurfürsten Johann Cicero von Brandenburg verlor die Stadt nach der Rebellion von 1488, bei der es um die Biersteuer ging. Die Residenz wurde in der Folge nach Cölln verlegt.
1617 brannte die Stadt fast vollständig ab. Die Schuld daran gab man der Waise Grete Minde, die aus Rache für das ihr vorenthaltene Erbe gehandelt haben soll. Sie wurde zum Tode verurteilt und 1619 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Theodor Fontane inspirierte dieses Ereignis 1880 zu seiner gleichnamigen Novelle.
Tangermünde war Mitglied der Hanse.
Nach dem Brand entstanden viele prächtige Fachwerkhäuser, deren geschnitzte Portale und Schmuckformen bis heute zu sehen sind. Die Stadt konnte ihre Bedeutung als Handelszentrum nicht behaupten und wurde zu einer recht unbedeutenden Landstadt.
Während der Gründerjahre des 19. Jahrhunderts entstanden im Norden der Stadt neue Wohn- und Industriegebiete. Der Altstadtkern mit Befestigung wurde in dieser Zeit, im Gegensatz zu den meisten Städten in Europa, nicht angetastet.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im August 1933 wurden etwa 100 Mitglieder von Arbeiterorganisationen im Rathaus von SA-Männern zusammengetrieben und misshandelt. Ein kommunistischer Bürger erlag den Misshandlungen.
Der Zweite Weltkrieg hinterließ im Stadtzentrum kaum Spuren. Im Norden der Stadt wurde die 1933 fertiggestellte Elbbrücke 1945 zerstört. Sie sollte zu diesem Zeitpunkt von der Armee Wenck genutzt werden, um den schon eingeschlossenen deutschen Truppen in Berlin zu Hilfe zu kommen.
In der Zeit der DDR blieb die Altstadt unverändert. Zwar verschlechterte sich der Zustand der Bausubstanz, die wichtigsten Denkmale wurden zumindest gesichert. So konnte nach der Wende die Stadt schrittweise wieder restauriert werden. Der 2006 errichtete Stadtbrunnen vor der St. Stephanskirche ist der vorläufiger Abschluss dieser Stadtsanierung. Auf sieben von acht Tafeln des Brunnens, die die Bildhauerin Karolin Donst gestaltete, werden Personen und Ereignisse aus der Geschichte Tangermündes gewürdigt.
Der Stadtrat von Tangermünde setzt sich aus 20 Stadträten und dem Bürgermeister zusammen.
(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)
Blasonierung: „In Silber ein roter Adler mit goldener Bewehrung, die Schwingen besteckt mit je einer silbernen Rose mit goldenem Butzen.“
Die Stadt Tangermünde führt dieses Wappen seit ihrer Gründung. In seiner heutigen Darstellung ähnelt es der Form, wie sie im ausgehenden Mittelalter dargestellt wurde. Den brandenburgischen Adler zeigt auch das älteste Siegel um 1300. Die beiden heraldischen Rosen sind als Unterscheidungsmerkmal Zufügungen späterer Zeit.
Tangermünde unterhält Städtepartnerschaften mit Lich in Hessen, Minden in Nordrhein-Westfalen und Wissembourg in Frankreich.
Mit rund 200 Mitgliedern verfügt die Stadt mit dem 1907 gegründeten FSV Saxonia Tangermünde über einen traditionsreichen Fußballverein.
1826 gründete Friedrich Theodor Meyer die Zuckerraffinerie Tangermünde. Sie stellte seit 1910 die Schokolade Feodora her, die heute von Hachez in Bremen weiterproduziert wird. Das Zuckergeschäft wird von der Firma Zertus in Hamburg betrieben. Die ehemalige Schokoladenfabrik wurde im Jahr 2007 abgerissen.
Heutige wirtschaftliche Standbeine der Stadt sind der Tourismus, die Lebensmittelindustrie sowie der Maschinen- und Schiffbau.
Nördlich der Stadt verläuft die Bundesstraße 188 (B 188), die Tangermünde mit Stendal und Rathenow und über die B 189 auch mit Wittenberge sowie Magdeburg und der Autobahn A 2 Richtung Berlin und Hannover verbindet. Bis 2001 führte diese Bundesstraße mitten durch die Stadt, was zu erheblichen Verkehrsproblemen führte, da es bis dahin bei Tangermünde nur eine einzige Straßenbrücke über die Elbe zwischen Magdeburg und Wittenberge gab. Durch den Bau der neuen Elbebrücke und der nördlichen Ortsumfahrung in den Jahren 1997 bis 2001 konnten diese Probleme gelöst werden.
Östlich der Stadt verläuft die B 107 zwischen Genthin und Havelberg bzw. Pritzwalk, über die auch die A 2 Richtung Berlin und die A 24 in Richtung Hamburg erreicht werden können.
Tangermünde besitzt einen Bahnhof. Die Verbindung zum Knotenpunkt Stendal mit ICE/IC-Halt stellt seit 1886 eine Bahnlinie der ehemaligen Stendal-Tangermünder Eisenbahn-Gesellschaft her, an der die Stadt bis 1945 maßgeblich beteiligt war. Heute betreibt die Deutsche Bahn den Verkehr. Auf dieser Strecke kam bis 2003 ein moderner Doppelstock-Schienenbus zum Einsatz, der von der Waggonbau Dessau GmbH und der Deutschen Waggonbau AG (DWA) Halle-Ammendorf gebaut wurde und auf den Namen ALMA getauft wurde. Heute verkehren auf dieser Strecke Regionalbahnen im Stundentakt mit ebenfalls modernen Dieseltriebwagen.
Außerdem war die Stadt von 1903 bis 1917 durch die Kleinbahn-AG Tangermünde–Lüderitz mit ihrem westlichen Hinterland verbunden.
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