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In der Datenverarbeitung und Informatik steht das englische Wort Tag [tæg] (Etikett, Anhänger, Aufkleber, Marke, Auszeichner) für die Auszeichnung eines Datenbestandes mit zusätzlichen Informationen. Die darin enthaltenen Informationen dienen je nach Verwendungsgebiet sehr unterschiedlichen Zwecken.
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In Auszeichnungssprachen (engl. mark-up languages) wie SGML, XML oder HTML bezeichnen Tags die in Kleiner- und Größerzeichen eingeschlossenen Kürzel, die beispielsweise in HTML dazu dienen, Textelemente auszuzeichnen oder in XML Daten zu klassifizieren und strukturieren. Dabei kommen sogenannte öffnende und schließende Tags zum Einsatz. Letztere sind durch einen führenden Schrägstrich gekennzeichnet. Tags können als benannte Klammern aufgefasst werden. Analog zur korrekten Klammerung arithmetischer Ausdrücke dürfen diese immer nur paarweise auftreten (in HTML existieren auch Ausnahmen). Auf diese Weise erzeugen sie eine Baumstruktur.
In HTML bewirkt zum Beispiel die semantische Auszeichnung <strong>Text</strong>, dass der in ihr enthaltene Text in der Bedeutung betont wird.
Mittels der in XML in sogenannten DTDs frei definierbaren Tags könnte so zum Beispiel die Strukturierung und Auszeichnung eines Eintrages im Kundenverzeichnis einer Firma so aussehen:
<kunde> <name>Meier</name> <vorname>Bert</vorname> <nummer>12345</nummer> </kunde>
Bei der Speicherung von Daten in Dateien bezeichnet „Tag“ eine Meta- oder Zusatzinformation, die der Datei angefügt wird. Dabei werden neben den zu speichernden Daten zusätzlich Informationen beispielsweise über deren Ursprung oder Verwendungszweck abgelegt.
In der objektorientierten Programmierung wird „Tag“ umgangssprachlich gebraucht und entbehrt einer genauen Definition. Es bezeichnet ein Attribut oder Datenfeld, welches entweder für verschiedene Zwecke bereitgehalten aber nicht notwendigerweise verwendet wird, oder aber eine ähnliche Funktion wie in XML einnimmt und verwendet wird um Programmobjekte zu klassifizieren oder intern zusätzliche Daten bereit zu halten. In letzterem Falle als Bezeichnung häufig synonym verwendet zu flag bleibt das Attribut für einen Anwender oder den Programmierer, der vorgefertigte Klassen verwendet, verborgen.
In den Object Pascal Varianten Borland Delphi und Kylix etwa besitzen sämtliche Klassen ein Integer-Feld „Tag“, das zunächst nicht verwendet wird und dem Programmierer erlaubt, dort zusätzliche Informationen zwischenzuspeichern.
Unter AmigaOS benutzt BOOPSI sogenannte Tag-Listen zur Parameterübergabe.
In Versionsverwaltungsprogrammen wie CVS bezeichnet ein Tag die Markierung einer Menge von Dateien, aus denen sich zu einem beliebigen Zeitpunkt eine bestimmte Version wiederherstellen lässt.
Im Webdesign ist Tagging eine Technik, die es jedem Besucher erlaubt, an die besuchten Seiten frei wählbare Begriffe zu hängen (die Texte werden quasi etikettiert). Dadurch lassen sich Artikel in unterschiedliche Themenbereiche gleichzeitig einsortieren; die starre Hierarchisierung der herkömmlichen Navigations-Rubriken wird somit ergänzt oder ersetzt.
Die fachsprachig ungenaue Verwendung des Wortes kann auch andere Bereiche erfassen. Allen Verwendungen ist gemein, dass sie sich sehr eng an der wörtlichen Bedeutung des englischen Begriffes orientieren, also ein Tag immer ein (abstraktes) Etikett oder Schildchen, ein Auszeichner oder eine wie auch immer geartete Markierung bedeutet.