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Tübingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tübingen
Tübingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tübingen hervorgehoben
48.529.0555555555555341Koordinaten: 48° 31′ N, 9° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Höhe: 341 m ü. NN
Fläche: 108,12 km²
Einwohner: 85 402 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 790 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72070 bis 72076
Vorwahlen: 07071
07073 (Unterjesingen)
07472 (Bühl)
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 041
Stadtgliederung: 21 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Markt 1
72070 Tübingen
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Boris Palmer (Grüne)
Lage der Stadt Tübingen im Landkreis Tübingen
Karte

Tübingen ist eine Universitätsstadt in Baden-Württemberg etwa 45 Kilometer südlich von Stuttgart. Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des Landkreises Tübingen und Sitz des Regierungspräsidiums des gleichnamigen Regierungsbezirks. Sie bildet gemeinsam mit der östlichen Nachbarstadt Reutlingen eines der 14 Oberzentren des Landes. Seit 1. April 1956 ist Tübingen Große Kreisstadt.

Das städtische Leben wird dominiert von den 23.222 Studierenden (Stand: Wintersemester 2008/2009). Schon jetzt hat Tübingen den niedrigsten Altersdurchschnitt aller Städte in Deutschland (38,3 Jahre am 31.12.2007).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Neckarfront mit Hölderlinturm und Stiftskirche
Luftaufnahme von Tübingen
Blick von der Stiftskirche auf den Neckar
Tübingen - 1900, Couleurkarte der Sängerschaft Zollern
Hölderlinturm mit Stocherkähnen im Juli 2007

[Bearbeiten] Geographische Lage

Tübingen liegt im Neckartal. Die Schwäbische Alb beginnt etwa 20 km weiter südöstlich. In Tübingen mündet der Goldersbach in die Ammer, die wie die Steinlach in den Neckar mündet. Im Zentrum der Stadt liegen der Schlossberg und der Österberg, an den Stadträndern befinden sich unter vielen anderen der Schnarrenberg mit den neuen Universitätskliniken und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik, der 475 m hohe Spitzberg als Hausberg des Stadtteils Hirschau, der Herrlesberg und die Härten. Im Norden Tübingens beginnt der Naturpark Schönbuch. Der niedrigste Punkt des Tübinger Stadtgebiets befindet sich mit 305 m ü. NN im östlichen Neckartal, der höchste ist der Kohlhau im Schönbuch nördlich des Stadtteils Bebenhausen mit etwas mehr als 500 m Höhe. In Tübingen ist in dem kleinen Wald Elysium, in der Nähe des Botanischen Gartens auf 48° 32′ 15,9″ N, 9° 2′ 28,21″ O48.537759.041169 der geografische Landesmittelpunkt von Baden-Württemberg. Ein drei Tonnen schwerer kegelförmiger Stein aus dem Frankenjura symbolisiert diesen Punkt. Er hat eine Neigung von 11,5°, dies soll die Hälfte der Erdneigung darstellen.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Tübingen, im Uhrzeigersinn von Nordosten beginnend genannt:

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Die Stadt Tübingen ist in 21 Stadtteile eingeteilt, darunter 10 sogenannte äußere Stadtteile. Von den letztgenannten sind acht erst bei der jüngsten Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliedert worden und heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Das heißt, sie haben einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze. Ferner gibt es jeweils eine Verwaltungsstelle. Die beiden bereits 1934 eingemeindeten äußeren Stadtteile Derendingen und Lustnau haben einen Ortsbeirat und eine Geschäftsstelle der Stadtverwaltung. Verwaltungsstellen und Geschäftsstellen sind quasi Rathäuser „vor Ort“, bei denen man die wichtigsten städtischen Angelegenheiten erledigen kann.

In einigen Stadtteilen gibt es teilweise weitere Unterteilungen, die sich im Laufe der Geschichte eingebürgert haben. Dabei handelt es sich meist um Neubausiedlungen oder Wohngebiete, deren Grenzen durchaus auch fließend sind. Diese sind in der nachfolgenden Übersicht hinter dem jeweiligen Stadtteil eingerückt genannt. Jeder Stadtteil und deren Untergliederungen tragen für statistische Zwecke eine dreistellige Nummer.

[Bearbeiten] Raumordnung

Tübingen liegt im Süden des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt bildet mit der Nachbarstadt Reutlingen das Oberzentrum der Region Neckar-Alb, dem folgende Mittelzentren zugeordnet sind:

Für folgende Städte und Gemeinden des Landkreises übernimmt Tübingen auch die Aufgaben des Mittelbereichs:

[Bearbeiten] Geologie

Der oberflächennahe geologische Untergrund Tübingens wird überwiegend von den Gesteinen der Mittleren Keuper (km) gebildet. Auf die steilen Keuperhänge folgen Schichtflächen, die von den Tonsteinen der Schwarzen Jura (Lias α1) gebildet werden. Die Schichtflächen liegen zwischen 440 und 500 m ü. NN und weisen meist eine gering mächtige Löss-Überdeckung auf, die während der Kaltzeiten dort abgelagert wurde.

Folgende Schichtenabfolge ist aufgeschlossen:

Die von Alluvium, Stubensandstein und Lias α gebildeten Verebnungen haben eine wichtige Bedeutung als stabiler Baugrund und auch für die Anlage große Flächen in Anspruch nehmender Gebäude. Universität und Gewerbe wurden auf der alluvialen Schwemmlandebene angesiedelt. Neue Kliniken, das Neubaugebiet Waldhäuser Ost und die Naturwissenschaftlichen Fakultäten auf der Morgenstelle entstanden auf Stubensandstein und Lias α.

Hinderlich für die Bebauung und deshalb die bauliche Entwicklung hemmend ist der Knollenmergel. So ist beispielsweise der Nordhang des Österbergs deswegen frei von Bebauung.

[Bearbeiten] Klima

Klimadiagramm von Tübingen[2]

Das Tübinger Klima bewegt sich etwa im Durchschnitt Baden-Württembergs. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 8,7° und liegt damit ungefähr in der Mitte zwischen den Werten der klimatisch begünstigten Städte im Rheintal (z.B. Karlsruhe: 10,3°) und den kalten Orten auf den Hochflächen (z.B. Villingen-Schwenningen: 6,7°). Auch die im langjährigen Mittel gemessene jährliche Niederschlagsmenge von 741 mm liegt etwa im Durchschnitt der Werte anderer Städte in Baden-Württemberg (z.B. Stuttgart: 679 mm / Freiburg im Breisgau: 954 mm).

Der regelmäßig wärmste Monat in Tübingen ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 18°, der kälteste der Januar mit einem Durchschnitt von -0,7°. Mit mittleren 101 mm fällt der meiste Regen im Juni. Die regenärmsten Monate sind der März und der Dezember mit einem langjährigen Durchschnitt von 39 mm. Trotz der Lage Tübingens im Neckartal tritt Nebel relativ selten auf.

Das Stadtklima ist stark durch die zahlreichen Erhebungen geprägt. So ist es im Winter keine Seltenheit, dass die am Neckar gelegenen Stadtteile völlig schneefrei sind, während die Höhenlagen eine geschlossene Schneedecke aufweisen. Auch die Lage der Hänge hat klimatische Auswirkungen. So ist beipielsweise der Südhang des Spitzbergs ausgesprochen warm und artenreich, während die Nordseite wesentlich kälter ist und nur einen Bruchteil der biologischen Vielfalt der Südseite aufweisen kann.

[Bearbeiten] Geschichte

Tübingen um 1650, umgeben von Weingärten, Kupferstich von Merian
Tübingen um 1900
Marktplatz mit Rathaus, Aufnahme von 1954

[Bearbeiten] Vorgeschichte und erste urkundliche Erwähnung

Um circa 12.000 v. Chr. wurde die Gegend um das heutige Tübingen erstmals besiedelt. Aus der Zeit um 85 n. Chr. stammen Spuren der Römer, die hier den Neckar-Limes errichteten. Im Zusammenhang mit der Belagerung von „castrum twingia“ (Zwingburg) durch König Heinrich IV. wird Schloss Hohentübingen 1078 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es ist von einer ländlichen Vorgängersiedlung auszugehen, die im Bereich des hochflutsicheren Sattels zwischen Schloss- und Österberg zu verorten ist. Darauf gibt allein schon der Ortsname den Hinweis: der Name des Ortsgründers Tuwo in der Vorsilbe und die Namensendung auf -ing(en) deutet auf Gründung während der Völkerwanderungszeit hin. Die Tübinger Unterstadt hat dort ihren Ursprung. Die Oberstadt entstand erst später als Erweiterung der Burgmannensiedlung unterhalb der Burg.

[Bearbeiten] Mittelalter

Aus dem Jahre 1191 stammt die erste Erwähnung von Kaufleuten, was als Beweis für einen Marktplatz gilt. Stadtrechte für Tübingen werden 1231 zum ersten Mal genannt. Im Jahre 1262 gründete Papst Alexander IV. ein Augustiner-Eremitenkloster, mit einem Franziskanerkloster folgte das zweite Kloster in Tübingen, gegründet mit Unterstützung des Pfalzgrafen Heinrich von Tübingen, genau zehn Jahre später. 1342 verkauften die Pfalzgrafen von Tübingen Burg und Stadt an die Grafen von Württemberg. Die Stadt wurde kurz darauf Sitz eines Amtes.

[Bearbeiten] Tübingen wird Universitätsstadt

Mit der Verlegung des Sindelfinger Martinsstiftes nach Tübingen 1476 wurde ein Kollegiatstift gegründet, das die wirtschaftlichen und personellen Voraussetzungen für die Gründung einer Universität bot. Die Pfarrkirche St. Georg wurde zur Stiftskirche. Die Gründung der Eberhard Karls Universität erfolgte ein Jahr darauf. Am 8. Juli 1514 wurde der Tübinger Vertrag, der als wichtigstes Verfassungsdokument des Herzogtums Württemberg gilt, geschlossen. Als Ort des Vertragsabschlusses darf Tübingen seither die württembergischen Geweihstangen in seinem Wappen führen. Mit der Einführung der Reformation endete zwischen 1534 und 1535 die Geschichte der Klöster der Stadt. 1535 nahm Leonhart Fuchs einen Ruf an die Universität an, ein Jahr später wurde von Herzog Ulrich von Württemberg als Stipendium für evangelische Theologiestudenten das Evangelische Stift Tübingen gegründet, das 1547 in das ehemalige Augustinereremiten-Kloster einzog.

[Bearbeiten] Dreißigjähriger Krieg

Zwischen 1622 und 1625 besetzte nach der Schlacht bei Wimpfen am 6. Mai die Katholische Liga das evangelische Herzogtum Württemberg. 1629 trat dann das Restitutionsedikt in Kraft. Während des „Kirschenkriegs“ vom 28. Juni bis 11. Juli wurde Tübingen geplündert. Im September 1634 übergab der Kommandant Johann Georg von Tübingen das von 70 Bürgern besetzte Schloss Hohentübingen an die Kaiserlichen Truppen. Tübingen war anschließend meist von bayerischen Truppen besetzt. In den Jahren 1635 und 1636 starben 1.485 Menschen in der Stadt an Pest. Zwei Jahre später fiel die Schwedische Armee in Tübingen ein. Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde Schloss Hohentübingen 1647 von den Franzosen belagert (Belagerung von Schloss Hohentübingen). Am 14. März wurde der Südostturm mit Hilfe einer Mine gesprengt. Die bayerische Besatzung gab auf und erhielt ehrenvollen Abzug. Die Franzosen blieben bis 1649 in Tübingen.

[Bearbeiten] Neuzeit

Bei einem Stadtbrand wurden 1789 große Teile der Altstadt im Bereich der heutigen Neuen Straße zerstört. 1798 gründete Johann Friedrich Cotta in Tübingen die Allgemeine Zeitung, die in den folgenden Jahren zur führenden politischen Tageszeitung Deutschlands werden sollte. Von 1807 bis 1843 lebte Friedrich Hölderlin in Pflege im Hölderlinturm am Neckar.

[Bearbeiten] 20. Jahrhundert

Durch die Deutsche Gemeindeordnung wurde Tübingen 1935 zum Stadtkreis erklärt, blieb aber innerhalb des Landkreises Tübingen, dessen Gebiet 1938 erheblich vergrößert wurde. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in der Gartenstraße 35-37 von SA-Männern niedergebrannt. An 14 jüdische Opfer der Shoa erinnert heute ein Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof nördlich der B 28 Richtung Wankheim. Auch an der Mauer zur Stiftskirchenseite auf dem Holzmarkt wird seit 1983 mit einer Gedenktafel der jüdischen Opfer der NS-Diktatur gedacht.[3] Am 19. April 1945 endete für Tübingen der Zweite Weltkrieg. Durch die Initiative des Standortarztes Theodor Dobler wurde die während des Krieges beinahe unversehrt gebliebene Stadt kampflos an die französischen Truppen übergeben. 1946 wurde Tübingen Hauptstadt des Landes - ab 1949: Bundeslandes - Württemberg-Hohenzollern, bis dieses im neuen Land Baden-Württemberg aufging. Die Stadt wurde „unmittelbare Kreisstadt“. 1952 wurde Tübingen Sitz des Regierungsbezirks Südwürttemberg-Hohenzollern, der bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 in den Regierungsbezirk Tübingen überführt wurde. 1956 erhielt Tübingen die Bezeichnung Große Kreisstadt. 1965 wurde Tübingen mit dem Europapreis für hervorragende Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Durch die Eingliederung von acht Gemeinden erreichte das Stadtgebiet zwischen 1971 und 1974 seine heutige Ausdehnung. Bei der 1973 durchgeführten Kreisreform erhielt der Landkreis Tübingen ebenfalls seine heutige Ausdehnung.

La Place de Tübingen-Reutlingen, ehemaliges Zentrum der französischen Garnisonsstadt
Als Hauswand verbauter Rest der ehemaligen Stadtmauer nahe dem Haagtor

Bis in die 1990er Jahre blieb Tübingen französische Garnisonsstadt. Die französischen Soldaten prägten das Stadtbild mit. Die Kasernen beanspruchten größere Teile des Stadtgebietes.

[Bearbeiten] Geschichte der Stadtteile bzw. Ortschaften und Wohnplätze

Die Orte, die als Folge der Eingemeindung in den 1970er Jahren eine Ortschaftsverfassung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher haben, werden als Ortschaft bezeichnet, sind aber laut Hauptsatzung der Stadt ebenso Stadtteile wie die früher eingemeindeten Stadtteile. Ferner gibt es noch einen Wohnplatz, der nie eine selbständige Gemeinde war.

[Bearbeiten] Religionen

[Bearbeiten] Christentum

Tübingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „vor dem Wald“ (Kapitel Sülchen) zugeordnet. Infolge der Zugehörigkeit zum Herzogtum Württemberg wurde hier, wie im übrigen Württemberg, ab 1535 die Reformation eingeführt. Die in der Stadt tätigen Reformatoren waren Ambrosius Blarer und Balthasar Keuffelin. Danach war Tübingen über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. 1559 trat die große Kirchenordnung in Kraft. Tübingen wurde auch bald Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Tübingen) innerhalb der Württembergischen Landeskirche, das zunächst zur Generalsuperintendentur Bebenhausen gehörte. Ab 1692 gab es ein Dekanat Lustnau. 1806 wurde Tübingen Sitz einer eigenen Generalsuperintendentur. Seit 1911 gehört das Dekanat Tübingen zur Prälatur Reutlingen.

Die evangelische Hauptkirche Tübingens ist die Stiftskirche, die wohl aus einer um 1188 erwähnten Kapelle hervorging. Die St. Georg, später St. Georg und Maria geweihte Kirche wurde 1476 zur Stiftskirche erhoben, nachdem das Chorherrenstift Sindelfingen an die Tübinger Pfarrkirche übertragen worden war. Die heutige Kirche wurde ab 1470 errichtet. Der Turm stammt von der Vorgängerkirche. Die zweite alte Kirche der Stadt ist die 1337 erstmals erwähnte Jakobuskirche. Auch sie war ursprünglich eine Kapelle, die nach der Reformation mit dem Spital verbunden wurde. Die im Kern romanische Kirche wurde im 16. Jahrhundert gotisch umgestaltet. An ihr wurde 1910 eine Pfarrei errichtet. Weitere evangelische Kirchen sind die Eberhardkirche aus dem Jahr 1911 (Pfarrei ab 1911), die Martinskirche von 1955 (Pfarrei ab 1957), die Stephanuskirche von 1968 (Pfarrei ab 1965), die Albert-Schweitzer-Kirche und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, die zwischen 1983 und 1985 erbaut wurde. Diese sieben Kirchengemeinden der Kernstadt Tübingen bilden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Tübingen.

Das Wilhelmsstift, vom Turm der Stiftskirche aus gesehen
Die Albert-Schweitzer-Kirche

Aus dem im 13. Jahrhundert gegründeten Augustinerkloster ging nach der Reformation das Evangelische Stift hervor. Das um 1272 gegründete Franziskanerkloster wurde nach der Reformation in das Collegium Illustre umgewandelt. Hier zog 1817 das katholische theologische Seminar aus Ellwangen ein. Seither wird es als Wilhelmsstift bezeichnet.

Mit Ausnahme von Bühl und Hirschau wurde in den Stadtteilen Tübingens infolge der überwiegenden Zugehörigkeit zu Württemberg ebenfalls die Reformation eingeführt. Daher gibt es dort bis heute meist auch eine evangelische Kirchengemeinde oder zumindest eine evangelische Kirche. Derendingen hatte bereits um 1189 eine Kapelle. Die heutige Kirche wurde 1514 erbaut. Die evangelische Kirche Hagelloch wurde 1904 im neoromanischen Stil erbaut. Eine Pfarrei gab es in Hagelloch jedoch bereits seit 1545. In Kilchberg wurde die Reformation durch Georg von Ehingen eingeführt. Die Pfarrkirche in Kilchberg hat verschiedene Bauphasen. Der älteste Teil ist wohl romanisch. Zur Gemeinde Kilchberg gehören auch die Protestanten in Bühl. Die Kirche St. Martin in Lustnau wurde Ende des 15. Jahrhundert erbaut, doch gab es bereits im 12. Jahrhundert eine Kirche und Pfarrei. Von der Pfarrei Lustnau wird auch die Kirchengemeinde Bebenhausen betreut. Doch hat die Gemeinde mit der ehemaligen Klosterkirche auch eine eigene Kirche. Pfrondorf war zunächst eine Filiale von Lustnau. 1833 erhielt der Ort eine eigene Pfarrei und auch eine eigene Kirche. Unterjesingen hatte schon im 11. Jahrhundert eine Pfarrei und eine der Hl. Barbara geweihte Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Die heutige Kirche wurde 1470 bis 1494 erbaut. In Weilheim gab es eine dem Hl. Nikomedes geweihte Kirche. Die heutige Kirche wurde 1499 bis 1521 im spätgotischen Stil erbaut. Zur Gemeinde gehören auch die Protestanten aus Hirschau. Alle genannten Kirchengemeinden gehören ebenfalls zum Dekanat Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Bereits 1750 errichtete das Kloster Marchtal im Weiler Ammern eine katholische Gemeinde, die 1806 aufgehoben wurde, als die katholische Stadtkirchengemeinde Tübingen gegründet wurde. Die Gottesdienste wurden zunächst in der Jakobuskirche - der ehemaligen Spitalkirche - gehalten. Der Direktor des Wilhelmsstifts war ab 1817 zugleich katholischer Stadtpfarrer. 1818 konnte die Gemeinde ihr eigenes Gotteshaus, die Kirche St. Wilhelm in der Nähe des Wilhelmsstifts bauen. Die 1806 gegründete Gemeinde gehörte zunächst noch zum Bistum Konstanz, dann ab 1808 zum Generalvikariat Ellwangen und ab 1821 zum neu gegründeten Bistum Rottenburg (heute Diözese Rottenburg-Stuttgart). Die heutige Tübinger Pfarrkirche St. Johannes Evangelist wurde 1875 bis 1878 erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden weitere katholische Gemeinden und Kirchen in Tübingen und zwar St. Michael (1949, Pfarrei ab 1958) und St. Paulus (1974, Pfarrei ab 1975). Ein Klinikkirche wurde 1961 gebaut, wo eine Pfarrei bereits 1896 errichtet worden war. Das Hochschulpfarramt wurde 1933 errichtet. Zur Gemeinde St. Johannes Evangelist gehören auch die Katholiken aus Hagelloch und Unterjesingen. Die Katholiken aus Weilheim werden von der Gemeinde St. Michael betreut.

Im Stadtteil Bühl wurde 1275 eine Kirche und Pfarrei genannt. Da Bühl über verschiedene Herrschaften schließlich unter die Oberhoheit Österreichs gelangte, blieb der Ort katholisch. Dennoch wurde durch Georg von Ehingen und David von Stein im 16. Jahrhundert vorübergehend die Reformation eingeführt, doch 1609 wieder rückgängig gemacht. Die heutige Pfarrkirche St. Pankratius in Brühl wurde 1902 erbaut, der Turm stammt noch vom Vorgängerbau 1599. Zur Gemeinde gehören auch die Katholiken aus Kilchberg. Die Einwohner aus Hirschau gehörten zunächst zur Pfarrei Sülchen bei Rottenburg, teilweise auch zu Wurmlingen. 1461 wurde die Kapelle St. Ägidius in Hirschau zur Pfarrei erhoben. Die heutige Kirche St. Ägidius ist im Kern gotisch, wurde aber zwischen 1851 und 1852 überwiegend neu erbaut. In Lustnau wurde 1956 die Kirche St. Petrus erbaut und 1961 zur Pfarrei erhoben. Dazu gehören auch die Katholiken aus Pfrondorf. Alle katholischen Kirchengemeinden im Tübinger Stadtgebiet gehören heute zum Dekanat Rottenburg des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Tübingen auch eine Griechisch-orthodoxe Gemeinde sowie Freikirchen, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Friedenskirche), eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten – Kreuzkirche), die TOS Gemeinde Tübingen e.V., eine Freie Christliche Gemeinde, eine Selbständige Evangelisch-Lutherische Gemeinde (Philippus-Gemeinde), eine Adventgemeinde (Siebenten-Tags-Adventisten) und eine Freikirchliche Pfingstgemeinde (Arche). Auch die Neuapostolische Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Christengemeinschaft sind in Tübingen vertreten.

[Bearbeiten] Islam

Es existieren zwei Moscheen in Tübingen. Zum einen die IGMG in der Reutlinger Straße, zum anderen im Türkischen Verein im Stadtgraben.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

In die Stadt Tübingen wurden folgende Gemeinden und Gemarkungen eingegliedert:

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Siehe auch Einwohnerentwicklung von Tübingen

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hatte Tübingen wenige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So forderten Pestepidemien 1348 und während des Dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1634 und 1635 zahlreiche Todesopfer. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 7.500 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 15.000. Bis 1939 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 30.000. Durch die Eingemeindung von acht kleineren Nachbargemeinden Anfang der 1970er Jahre wuchs die Bevölkerung von 55.000 im Jahre 1970 auf 70.000 im Jahre 1973. Am 30. Juni 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Tübingen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 83.864.[4] Ab 2009 wird in Tübingen eine Zweitwohnungsteuer eingeführt. Um dieser Steuer zu entgehen, werden sich viele neue Einwohner - insbesondere Studierende - statt mit Zweitwohnsitz gleich mit Erstwohnsitz anmelden oder Bürger, die bisher mit Zweitwohnsitz gemeldet waren, ummelden. So wird sich die Einwohnerzahl deutlich erhöhen.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Bürgermeister

Tübinger Rathaus am Marktplatz (Mai 2008)

In Tübingen ist seit etwa 1300 ein Rat und ein Gericht nachweisbar, wobei der Rat das Gericht einschloss. Beide Gremien vertraten die Bürgerschaft gegenüber der Herrschaft. Nach dem Übergang an Württemberg gab es zunächst nur ein Gericht. Ein Rat wurde erst wieder 1477 eingerichtet, doch hatte er völlig andere Aufgaben. Im 16. Jahrhundert wurden beide Gremien auch als „Magistrat“ bezeichnet.

Mit der Einführung der württembergischen Gemeindeverfassung 1819 gab es keinen Unterschied mehr zwischen Gericht und Rat. Das nunmehrige Gremium wurde als Stadtrat bezeichnet. Das Stadtoberhaupt hieß zunächst Oberbürgermeister, ab 1823 Stadtschultheiß und ab 1903 erneut Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Bürgern für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Verwaltung. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ sowie der Zweite Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Bei der Wahl des Oberbürgermeisters am 22. Oktober 2006 wurde Boris Palmer mit 50,4 % der Stimmen zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Er hat sein Amt am 11. Januar 2007 angetreten.

  • Melchior Metzger († 1563)
  • Georg Calwer († 1618)
  • um 1667: Johann Wilhelm Schwartz
  • um 1674: Johann Jacob Baur
  • von 1718 bis 1721: Johann Adam Kurrer
  • um 1724: Abel Renz
  • um 1743: Johann Michael Kohler
  • um 1787: Christoph Adam Dörr
  • um 1801: Johann Jacob Rehfues
  • von 1805 bis 1815: Johann Immanuel Bossert
  • von 1815 bis 1819: Jos. Phil. Rehfues
  • von 1819 bis 1823: Johann Andreas Laupp
  • von 1823 bis 1857: Ernst Wilhelm Bierer

[Bearbeiten] Gemeinderat

Sitzverteilung im Gemeinderat

Seit der Wahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat (40 Sitze) folgende Zusammensetzung:

Gruppierung Sitze
AL/GRÜNE 14
CDU 8
SPD 7
UFW 3
W.U.T. 2
Die Linke 3
FDP 3

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Stadt Tübingen zeigt in Gold an drei roten Trageringen die dreilatzige rote Fahne der Pfalzgrafen. Auf dem Schild zwei schräg gekreuzte, mit roten, golden geschlitzten Puffärmeln bekleidete Männerarme, die zwei mit Spitzen aufwärts zeigende Hirschstangen halten. Die Stadtflagge ist rot-gelb.

Das älteste Siegel der Stadt stammt aus dem Jahr 1272 und zeigt bereits die Fahne der Pfalzgrafen, die auch in den Wappen von Böblingen und Herrenberg abgebildet ist. Auch nachdem die Stadt württembergisch wurde, blieb das Wappensymbol erhalten. Doch verlieh Herzog Ulrich von Württemberg am 18. August 1514 als besonderes Ehrenzeichen für die Treue der Stadt beim Aufstand des Armen Konrad das so genannte Oberwappen, die Hirschstangen mit den beiden Landsknechtarmen.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Tübingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Auch einige Stadtteile von Tübingen haben Partnergemeinden:

Panorama von der Stiftskirche

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßenverkehr

In Tübingen kreuzen sich zwei wichtige Bundesstraßen: Die B 27 SchaffhausenDonaueschingen–Tübingen–StuttgartHeilbronn und die B 28 StraßburgFreudenstadt–Tübingen–ReutlingenUlm. Die B 27 ist in Richtung Norden autobahnähnlich ausgebaut, so dass die Bundesautobahn 8 bei Stuttgart schnell erreicht werden kann. Der vierspurige Ausbau ab Derendingen bis Dußlingen wurde im Herbst 2006 fertig gestellt. Zur Entlastung der Südstadt fehlt dazwischen der Schindhautunnel. Zudem wird derzeit die B 28a gebaut. Das Stück bis zum Hirschauer Knoten wurde im Herbst 2007 als vierspurige Straße fertiggestellt. Geplant ist eine durchgehende Verbindung nach Rottenburg am Neckar, die außerdem als Zubringer zur Bundesautobahn 81 dienen soll.

In Tübingen wurde 2008 eine Umweltzone eingerichtet, so dass bis auf die Durchfahrtsstraßen B 27 und B 28 Tübingen nur noch mit Feinstaubplakette befahren werden darf.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Der Tübinger Hauptbahnhof ist ein Eisenbahnknotenpunkt mehrerer Bahnen. Auf der „Neckar-Alb-Bahn“ von Stuttgart über Plochingen und Reutlingen nach Tübingen fährt neben RB und RE ein zweistündlicher IRE mit nur einem Halt in Reutlingen und stellt in Stuttgart Verbindung zum Fernverkehr her. Im Zuge des Großprojektes Stuttgart 21 soll eine direktere Linienführung über den Flughafen ohne den Umweg über Plochingen zu einer deutlichen Verbesserung der Anbindung nach Stuttgart sowie zum Fernverkehr führen.

Zum Fahrplanwechsel 2009 wird Tübingen einen Fernverkehrsanschluss bekommen. Die IC-Züge werden über Stuttgart und Mannheim bis Düsseldorf/Berlin fahren.[5]

Von Tübingen aus verkehren außerdem die „Obere Neckarbahn“ nach Horb, die „Ammertalbahn“ nach Herrenberg sowie die „Zollernalbbahn“ über Sigmaringen nach Aulendorf.

[Bearbeiten] Regionalstadtbahn

Seit einigen Jahren wird die Einrichtung einer Regionalstadtbahn Neckar-Alb nach dem Karlsruher Modell geplant. Hierzu soll insbesondere eine Stadtbahnstrecke vom Hauptbahnhof über Universität und Universitätskliniken zum Wohngebiet Waldhäuser Ost entstehen, die mit dem regionalen Zugverkehr durchgebunden wird. Eine Machbarkeitsstudie ergab eine äußerst positive volkswirtschaftliche Nutzen-Kosten-Relation von 2,0.

[Bearbeiten] ÖPNV

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird durch den Stadtverkehr Tübingen (SVT), einen Betriebszweig der Stadtwerke Tübingen GmbH, organisiert. Die einzelnen Stadtbuslinien werden ausgeschrieben und für einen bestimmten Zeitraum an ein Busunternehmen vergeben. In den Nächten von Donnerstag auf Freitag, von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag verkehren Nachtbusse. Der Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) eingebunden. Für Studenten der Eberhard Karls Universität wird ein Semesterticket angeboten, das im gesamten NALDO-Netz gültig ist.

[Bearbeiten] Medien

Über das lokale Geschehen im Raum Tübingen berichtet das Schwäbische Tagblatt , die Lokalzeitung mit der Südwest-Presse als Mantelteil.

Der Südwestrundfunk betreibt in Tübingen ein Landesstudio, aus dem unter anderem auch das Regionalprogramm „Radio Tübingen“ innerhalb von SWR Baden-Württemberg produziert und ausgestrahlt wird. Weitere Hörfunkprogramme sind die Uniwelle Tübingen, die Wüste Welle, das Freie Radio für Tübingen und Reutlingen und die helle welle. Aus dem Raum Reutlingen und Tübingen sendet auch das private Regionalfernsehen RTF.1.

[Bearbeiten] Behörden, Gerichte und Einrichtungen

CRONA-Kliniken des Universitätsklinikums Tübingen auf dem Schnarrenberg

Tübingen ist Sitz des Regierungspräsidiums und des Landratsamts Tübingen.

Ferner gibt es ein Land-, ein Amtsgericht und Notariate, die zum Bezirk des Oberlandesgerichts Stuttgart gehören, sowie ein Finanzamt. Vormals gehörten die Tübinger Gerichte zum Oberlandesgericht Württemberg-Hohenzollern.

Neben dem Uniklinikum gibt es seit 1957 die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik mit 327 Betten und seit 1916 das Paul-Lechler-Krankenhaus für Tropenkrankheiten mit 101 Betten.

In Tübingen ist der Sitz der Baden-Württembergischen Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte, eine dem Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg nachgeordneten Dienststelle.

Die Stadt ist Sitz des Kirchenbezirks Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

[Bearbeiten] Bildung

Universität

Universität Tübingen, Neue Aula

Die Eberhard Karls Universität ist eine der ältesten und renommiertesten deutschen Universitäten und wurde 1477 gegründet. Diese Bildungseinrichtung war zeitweise Studienort der Männer der Widerstandsbewegung vom 20. Juli 1944. Im Foyer der Neuen Aula wird seit 1984 an diese Widerstandskämpfer mit einer Gedenktafel erinnert.[6]Der Universität ist ein Klinikum mit 17 verschiedenen Kliniken und circa 1.500 Betten angeschlossen. Seit 1998 wird das Klinikum als eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts geführt.

Das Evangelische Stift der Evangelischen Landeskirche in Württemberg existiert seit 1536. Des weiteren befindet sich in Tübingen die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, die 1999 von Esslingen am Neckar weggezogen ist.

Einen bedeutenden und bundesweit einmaligen Beitrag zur Studienorientierung leistet das Leibniz Kolleg, eine ehemalige Einrichtung der Universität, die nun von einer Stiftung geleitet wird.

Tübingen hat ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien).

Tübingen ist darüber hinaus Sitz folgender Institute:

Schulen[7]

Grundschulen

  • Grundschule Innenstadt
  • Grundschule Hügelstraße
  • Französische Schule
  • Dorfackerschule Lustnau
  • Grundschule am Hechinger Eck mit Ludwig-Krapf-Schule
  • Melanchthonschule
  • Grundschule auf der Wanne
  • Grundschule im Aischbach
  • Grundschule Winkelwiese/Waldhäuser-Ost
  • Pestalozzi-Schule
  • Grundschule Pfrondorf
  • Grundschule Kilchberg
  • Grundschule Weilheim
  • Grundschule Bühl
  • Grundschule Hirschau
  • Grundschule Hagelloch
  • Grundschule Unterjesingen
  • FAS – Freie Aktive Schule Tübingen e. V.

Gesamtschulen

  • Freie Waldorfschule Tübingen

Hauptschulen

  • Mörikeschule
  • Hauptschule Innenstadt
  • Geschwister-Scholl-Schule
  • Dorfackerschule Lustnau
  • FAS – Freie Aktive Schule Tübingen e. V

Sonderschulen

  • Kirnbachschule
  • Pestalozzi-Schule
  • Rudolf-Leski-Schule

Realschulen

Gymnasien

Berufliche Schulen

  • Gewerbliche Schule Tübingen
  • Mathilde-Weber-Schule (Hauswirtschaftliche Schule)
  • Wilhelm-Schickard-Schule (Kaufmännische Schule)
  • Bildungs- und Technologiezentrum Tübingen

Sonstige Schulen

  • Deutsch-Amerikanisches Institut
  • Institut Culturel Franco-Allemand (Deutsch-Französisches Kulturinstitut Tübingen e. V.)
  • VHS Volkshochschule Tübingen
  • VIVAT LINGUA! Sprachtrainingsprogramme
  • Sprachinstitut Tübingen SIT des Internationalen Bundes (IB)
  • Krankenpflegeschule am UKT
  • Hebammenschule am UKT
  • Humanistisches Kolleg Tübingen

Schulämter

  • Regierungspräsidium Tübingen – Schule und Bildung
  • Landratsamt Tübingen – Schulamt
  • Kreismedienzentrum Tübingen

[Bearbeiten] Weinbau

Für einen Großteil der Tübinger Bevölkerung war der Weinbau bis ins 19. Jahrhundert der dominierende Erwerbszweig. Die damaligen Weingärtner wurden als Gôgen bezeichnet und verspottet. Noch heute erzählt man sich so genannte Gôgenwitze, die besonders derb sind und das beschwerliche Leben der Weingärtner in früherer Zeit widerspiegeln. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert kam der Weinbau in Tübingen fast vollständig zum Erliegen, da der Anbau hochwertiger Weine im Raum Tübingen nicht möglich ist. Zwar bieten die reichlich vorhandenen Südhänge ausreichend Wärme, aber keine für den Weinbau geeigneten Böden. Die oberen Erdschichten bilden nur eine relativ dünne Auflage über dem darunter liegenden Gestein aus Gipskeuper, Buntem Mergel und Stubensandstein. Die Böden der Hanglagen sind daher karg und für die landwirtschaftliche Nutzung wenig geeignet. Dementsprechend liegt der überwiegende Teil dieser Flächen heute brach.

An den Südseiten von Schlossberg, Spitzberg und Schnarrenberg ist noch heute die Terrassierung der Hänge aus den Tagen des Weinbaus weitgehend erhalten, an vielen Stellen aber von Wald oder Gestrüpp überwachsen. Seit 2004 gibt es wieder ein privates Weingut in der Stadt. Außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets befinden sich am Südhang des Spitzberges oberhalb des Stadtteils Hirschau sowie am südlichen Schönbuchrand im Ortsteil Unterjesingen eine Reihe privater Weingüter. Die Tübinger Weinlage Sonnenhalde zählt zum Bereich Oberer Neckar des Weinbaugebietes Württemberg.

Der Tübinger Wein ist heute aufgrund der geringen Anbaumenge nur begrenzt in Tübingen und Umgebung erhältlich. Häufig wird er zeitlich befristet in Besenwirtschaften ausgeschenkt. Es existiert auch ein aus Tübinger Wein hergestellter Sekt (Schloss Hohentübingen), der in einigen Lokalen in der Altstadt erhältlich ist.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Blick vom Schloss
Schlossportal
Schloss und Rathaus vom Turm der Stiftskirche im Juli 2007
Das Tübinger Steinkrokodil

[Bearbeiten] Theater

Das bekannteste Theater der Stadt ist das Landestheater Tübingen (LTT). Daneben gibt es das Zimmertheater Tübingen, ein kleines und zeitgenössisches Theater in der Bursagasse inmitten der Altstadt, sowie das Literarische Programm, ein kleines Theater auf dem Neckar.

[Bearbeiten] Museen

Bekannte Tübinger Museen sind die Kunsthalle Tübingen, das Museum Schloss Hohentübingen, wo unter Federführung der Universität Tübingen Exponate aus denkmalorientierten Wissenschaftbereichen ausgestellt werden, das Stadtmuseum im Kornhaus Tübingen, ein Heimatmuseum mit der Lotte-Reiniger-Scherenschnittsammlung und das Auto- und Spielzeugmuseum Boxenstop Tübingen in der Brunnenstraße. Außerdem kann noch die Gesteins- und Fossiliensammlung im Geologischen Institut der Universität mit zahlreichen Saurier-Präparaten besucht werden. Zusätzlich gibt es noch den von Herbert Rösler umgebauten G91 Bau, der Ausstellungszwecken dient.

[Bearbeiten] Musik

Zahlreiche Chöre und Orchester, die der Universität oder Kirchengemeinden zugeordnet sind oder selbständig sind, prägen das Musikgeschehen der Stadt. Überregionale Bekanntheit hat die Tübinger Motette in der Stiftskirche als allwöchentliche musikalische Samstagabend-Andacht nach Leipziger Vorbild erlangt.

Wichtigster Veranstaltungsort für Rock- und Pop-Musik ist das Sudhaus, das Kulturzentrum der Sudhaus e. V.

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Stadtbild

Das Rathaus und die Altstadt sind vollständig erhalten. Es gibt zahlreiche Fachwerkhäuser und viele enge Gassen. Die Neckarfront mit dem Hölderlinturm ist ein weithin bekanntes Fotomotiv der Stadt und ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

[Bearbeiten] Kirchen und Klöster

Die Stiftskirche Tübingen von 1470 ist die evangelische Hauptkirche der Stadt. Hier sind die württembergischen Herzöge Eberhard im Bart (gestorben 1496), Herzog Ulrich (1550) und Herzog Christoph (1568) in dem mit dem Lettner abgetrennten Chorraum der Stiftskirche begraben.

Die zweite alte Kirche der Stadt ist die 1337 erstmals erwähnte Jakobuskirche, die aus einer Kapelle hervorging. Die im Kern romanische Kirche wurde im 16. Jahrhundert gotisch umgestaltet.

Aus dem im 13. Jahrhundert gegründeten Augustinerkloster ging nach der Reformation das Evangelische Stift hervor. Das um 1272 gegründete Franziskanerkloster wurde nach der Reformation in das Collegium Illustre, den heutigen Wilhelmsstift, umgewandelt.

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes wurde 1875 bis 1878 erbaut, die evangelische Eberhardkirche im Jahr 1911. Ein interessantes Beispiel des Neuen Bauens in der Weimarer Republik ist die 1931 erbaute Neuapostolische Kirche von Karl Weidle.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele neue Kirchen errichtet. Evangelische Kirchen sind die Martinskirche von 1955, die Stephanuskirche von 1968, die Albert-Schweitzer-Kirche und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, die zwischen den Jahren 1983 und 1985 erbaut wurde. Katholische Kirchen aus dieser Zeit sind St. Michael (1949), St. Petrus (1956) und St. Paulus (1974).

Zu den Kirchen in den Tübinger Stadtteilen siehe den Abschnitt Religionen.

[Bearbeiten] Sonstige Bauwerke

Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schloss Hohentübingen, die Eberhard Karls Universität, das Goethehäuschen, das Nonnenhaus, das Kloster Bebenhausen, das Französische Viertel („Stadt der kurzen Wege“, ab 1991 im Entstehen) und der Österbergturm.

Zu den wenigen unrühmlichen Bauwerken der Stadt ist besonders die ins Auge fallende Bauruine an der Blauen Brücke zu erwähnen. Ende der 1990er Jahre sollte dort ein großes Konzerthaus entstehen. Da die Kreditgeber die Weiterfinanzierung stoppten, wurde der Bau eingestellt. Auch die weitere Nutzung als Multiplexkino wurde verworfen. Zwangsversteigerungen des verkehrsgünstig gelegenen Objektes scheiterten bislang und die weitere Nutzung des Geländes ist offen.[8]

[Bearbeiten] Parks

Neuer Botanischer Garten

Sie bilden Ruheorte, Flanier- und Spielplätze im Stadtzentrum Tübingens und sind stark frequentierte Naherholungsgebiete. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Alte Botanische Garten mit altem und artenreichem Baumbestand und dem Hölderlindenkmal. Auf der grünen Neckarinsel befindet sich die über 180 Jahre alte malerische Platanenallee gegenüber der Neckarfront mit Denkmälern für Friedrich Silcher und Ottilie Wildermuth, unweit davon der Park am Anlagensee zwischen Bahnhof und den drei „alten“ Tübinger Gymnasien: Uhland-, Kepler- und Wildermuthgymnasium. Zwischen Neckar und Altstadt liegt der Österberg, der nach einer Seite hin fast vollständig unbebaut ist und im Sommer den Spaziergängern und Gleitschirmfliegern, im Winter den Rodlern dient. Die Tübinger Parkanlagen sind im Sommer auch Studententreffpunkte und Lernorte.

Der Neue Botanische Garten Tübingen auf der Morgenstelle beherbergt verschieden temperierte Gewächshäuser, darunter ein „Fuchsien-Haus“ mit einer Sammlung von nach Leonhart Fuchs benannten Pflanzenarten.

Zu den innerstädtischen Grünanlagen ist auch der Stadtfriedhof mit den zahlreichen Gräbern prominenter Bürger zu zählen. Auf dem Gräberfeld X befindet sich auch die Bestattungsstelle des Anatomischen Instituts, wo fast 600 Opfer staatlicher Gewalt bestattet sind, die keines natürlichen Todes starben: Politische Gegner des NS-Systems, Zwangsarbeiter, Deserteure, Kriegsgefangene. An sie erinnern Gedenkplatten mit deren Namen. 1980 ließ die Universität eine weitere Gedenkplatte hinzufügen für die Opfer der NS-Medizin.[9]

Am Fuß des Spitzbergs befand sich von 1907 bis 1919 der Zoo Mannheims Tierpark.

[Bearbeiten] Sport

Die Basketballer des SV 03 Tübingen spielen als Walter Tigers Tübingen in der 1. Bundesliga. In der Basketball-Regionalliga sind die Derendingen Academics sowie die 2. Mannschaft des SV 03 („Tigerle“) vertreten. Daneben spielen die Tübingen Hawks in der 2. Baseball-Bundesliga Süd. Zudem tragen die Erstligavolleyballer des TV Rottenburg ihre Heimspiele in Tübingen aus.

Bekannt sind die Leichtathleten wie Dieter Baumann und Marius Broening von der LAV ASICS Tübingen sowie die Turnerin Marie-Sophie Hindermann.

Seit Oktober 2004 gibt es an der Europastraße eine Großsporthalle, die zunächst TüArena genannt wurde und heute Paul Horn-Arena heißt. Schwimmen kann man in einem modernen Freibad und zwei Hallenbädern, darunter das historische Uhlandbad. Außerdem hat das Sportinstitut der Universität ein breites Angebot.

Universitätskliniken Tübingen Schnarrenberg

[Bearbeiten] Studentenverbindungen

Verbindungshäuser auf der Wielandshöhe oberhalb des Neckars

→ Siehe auch: Liste aktiver Tübinger Verbindungen

In Tübingen gibt es derzeit 32 Studentenverbindungen, die insbesondere durch ihre stattlichen Häuser das Stadtbild von Tübingen prägen. Vor allem der obere Österberg und der Schloßberg sind von Verbindungshäusern gesäumt. Die Studentenverbindungen pflegten bis 2008 die studentische Traditionen, den Mai einzusingen (Maieinsingen). Das alljährlich im Frühsommer stattfindende Stocherkahnrennen lebt auch von den teilnehmenden Studentenverbindungen. Mehr als ein Viertel sind schlagende Verbindungen.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Kinos

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Verschiedene lokale und überregionale Persönlichkeiten bekamen von der Stadt Tübingen die Ehrenbürgerwürde verliehen. Eine vollständige Auflistung seit 1868 findet sich unter

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Tübingen

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Die Liste enthält bekannte Personen, die in Tübingen geboren sind, unabhängig davon, ob sie später auch ihren Wirkungskreis in Tübingen hatten.

Hauptartikel: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Tübingen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Geoklima 2.1
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 92ff.
  4. nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern
  5. http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/unternehmen/presse/presseinformationen/bw/bw20090423,version=2.html
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 92
  7. http://tübingen.de/19_1645.html
  8. RTF1-Bericht vom 17. Januar 2003
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 94f.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Tübingen – Bilder, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Tübingen – Nachrichten
Wiktionary Wiktionary: Tübingen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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