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Eine Sturmflut ist ein durch Sturm mit auflandigen Winden erhöhter Tidenstrom.
Inhaltsverzeichnis |
Von einer Sturmflut wird gesprochen, wenn der Tidenhöchststand das mittlere Tidenhochwasser um 1,50 Meter oder mehr übersteigt. Ab 2,50 Meter wird von einer schweren Sturmflut und ab 3,50 Meter wird von einer sehr schweren Sturmflut gesprochen. Sturmfluten treten verstärkt im Frühjahr und im Herbst auf. Die Deutsche Bucht ist nach Ansicht des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie eines der am stärksten von Sturmfluten bedrohte Gebiet weltweit. Bedingt durch die Geographie der Nordseeküste und den Trichtereffekt der Elbmündung tritt dieses Phänomen häufiger auf als anderswo.
Sturmfluten bedeuten eine Gefahr für die betroffenen Küstenregionen durch Überschwemmungen soweit sie die von Menschen geschaffenen Deiche durchbrechen. Im Mittelalter veränderten im Nordseebereich Sturmfluten den Küstenverlauf und schufen großräumige Meeresbuchten, wie den Jadebusen und den Dollart. Sturmfluten verleihen Wellen eine erhebliche Energie.
Sturmfluten und ihre Wirkungen sind etwa seit dem 11. Jahrhundert überliefert. Zuverlässige Angaben gibt es dabei – bis in die neuere Zeit hinein – allenfalls für das Ausmaß der jeweiligen Landverluste. Welche Sturmflut im Hinblick auf die Zahl der Toten die verheerendste war, ist nicht bekannt. Die früheren Angaben zur Zahl der Toten sind einerseits sehr widersprüchlich und andererseits ist zu vermuten, dass einige Zahlen im Hinblick auf die mittelalterliche Siedlungsdichte an der Nordsee deutlich zu hoch angesetzt sein dürften.
Die Opfer der Sturmfluten von 1953 (vor allem in den Niederlanden) und 1962 (vor allem in Deutschland und Dänemark) waren Anlass für umfangreiche Küstenschutzmaßnahmen, wie die Deltawerke. Diese enormen Investitionen in den Küstenschutz, insbesondere durch Deichbau und Sperrwerke, haben dafür gesorgt, dass die jüngsten Sturmfluten weitaus weniger Schäden verursachten als frühere, niedrigere Sturmfluten.
Im Zuge der globalen Erwärmung durch den verstärkten Treibhauseffekt wird allerdings mit einer Erhöhung der Sturmflutgefahren durch drei Effekte gerechnet: Erhöhte Sturmwahrscheinlichkeit, Erhöhung der Sturmintensitäten und genereller Anstieg des Meeresspiegels.
Sturmfluten wurden auch Gegenstand literarischer Werke wie beispielsweise in der Novelle Der Schimmelreiter von Theodor Storm, der darin außerdem recht interessant die Entwicklung im Deichbau an der Nordsee im 19. Jahrhundert beschreibt. Die Sturmflut wird dabei in der deutschen Literatur sowie in Liedertexten oft auch als Blanker Hans bezeichnet.
Sturmfluten der Nordseeküste:
Andere Sturmfluten:
Die folgende Tabelle enthält die bei den letzten Sturmfluten gemessenen Pegelstände (ab 5,00 Meter über NN) am Beispiel der Pegel von Hamburg–St. Pauli und Cuxhaven:
| Datum | St. Pauli | Cuxhaven | Differenz | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 3. Januar 1976 | 6,45 | 5,10 | 1,35 | Höchster bisher gemessener Pegelstand |
| 28. Januar 1994 | 6,02 | 4,50 | 1,52 | |
| 10. Januar 1995 | 6,02 | – | – | |
| 3. Dezember 1999 | 5,95 | 4,50 | 1,45 | |
| 24. November 1981 | 5,81 | 4,75 | 1,06 | |
| 23. Januar 1993 | 5,76 | – | – | |
| 28. Februar 1990 | 5,75 | – | – | |
| 5. Februar 1999 | 5,74 | 4,50 | 1,45 | |
| 17. Februar 1962 | 5,70 | 4,95 | 0,76 | siehe Sturmflut 1962 |
| 9. November 2007 | 5,40 | 4,41 | 0,99 | |
| 28. Januar 2002 | 5,26 | – | – | |
| 4. Februar 1825 | 5,24 | 4.66 | 0,58 | |
| 30. Januar 2000 | 5,16 | – | – |