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| Sterzing | |||
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| (ital.: Vipiteno) | |||
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| Bezirksgemeinschaft | Wipptal | ||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | ||
| Region: | Trentino-Südtirol | ||
| Staat: | Italien | ||
| Einwohner (VZ 2001 / 01.01.2009): | 5.785 / 6.203 | ||
| Sprachgruppen laut Volkszählung 2001: |
75,03 % deutsch 24,67 % italienisch 00,30 % ladinisch |
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| Koordinaten | 46° 54′ N, 11° 26′ O46.911.433333333333935 - 2.714 m (Zentrum 948 m)Koordinaten: 46° 54′ N, 11° 26′ O | ||
| Meereshöhe: | 935 - 2.714 m (Zentrum 948 m) | ||
| Fläche / Dauer- siedlungsraum: |
33,18 / 1,18 km² | ||
| Fraktionen: | Ried, Thuins, Tschöfs | ||
| Nachbargemeinden: | Brenner, Freienfeld, Pfitsch, Ratschings | ||
| Partnerschaft mit: | |||
| Postleitzahl: | 39049 | ||
| Vorwahl: | 0472 | ||
| ISTAT-Nummer: | 021115 | ||
| Steuernummer: | 81005970215 | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister (2005): | Dr. Fritz Karl Messner (SVP) | ||
Sterzing (ital. Vipiteno) ist eine Stadt am Eisack in Südtirol. Zur Gemeinde Sterzing zählen neben der Stadt selbst die Ortschaften Tschöfs, Thuins und Ried. Aufgrund der Lage zwischen den alpinen Übergängen Jaufen- und Brennerpass sowie Penserjoch war Sterzing seit altersher eine wichtige Handelsstadt. Als Einkaufsstadt und Wirtschaftsstandort hat sie auch heute große Bedeutung im südlichen Wipptal.
Inhaltsverzeichnis |
Besiedelungsspuren finden sich schon aus prähistorischer Zeit. 14 v. Chr. entstand unter Drusus die römische Siedlung Vipitenum. Deren Name diente als Vorlage für die 1923 im Zuge der "Italienisierung" aus politischen Gründen geschaffene italienische Ortsbezeichnung Vipiteno.
Der Ortsname Sterzing kann 1180 (in der Schreibweise Sterzengum, vom altbaiuwarischen Sterzingen) erstmals urkundlich nachgewiesen werden. Graf Meinhard II. von Tirol erhob die Siedlung ca. 1280 zur Stadt und erweiterte durch Neuausweisungen von Baugrund "in agris et campis" (in Äckern und Feldern) den Altstadtkern durch das Areal südlich vom Zwölferturm, die so genannte Neustadt.
Ausgezeichnet durch ein Handelsprivileg begann der Ort am Südhang der wichtigen Brennerroute aufzustreben. Den steilsten Aufschwung erlebte die Stadt im 15. Jahrhundert: Als um 1400 im Wipptal der Bergbau einsetzte (vor allem Silberminen wurden erschlossen), wählten viele Unternehmer die Stadt als Firmensitz. Sie gestalteten ihre Häuser im Stil der Patrizier vielfach neu und überbauten die ältere Bausubstanz. Auf diese Gründerzeit gehen die charakteristischen Bauten der Stadt zurück.
Das Hl. Geistspital mit Hl. Geistkirche wurde 1399-1402 erbaut, das Wahrzeichen der Stadt, der Zwölferturm, wurde 1468-1472, das Rathaus mit spätgotischer Stube 1468-1474 und der Ansitz Jöchlsthurm mit angeschlossener St. Peter- und Paulskirche 1474 und 1496 errichtet. An der Peripherie der Stadt erbauten die Bürger 1417-1456 den Chor der Pfarrkirche; die spätgotische Kirchenhalle (das Langhaus) entstand 1496-1524. Der Hochaltar im Kirchenchor enthält fünf Figuren des sogenannten Multscher-Altars des Ulmer Meisters Hans Multscher, aufgestellt 1459. Der Altar, ein Kunstwerk von europäischem Rang, ist nur fragmentarisch erhalten; einige der großen Bildtafeln (1,70 x 1,85 m) sind im nahe gelegenen Museum in der ehemaligen Deutschordenskommende ausgestellt.
Sterzing spielte wegen der günstigen, geographisch zentralen Lage im Wipptal in der Geschichte Tirols trotz der geringen Einwohnerzahl zeitweilig eine bedeutende Rolle als Handels- und Marktplatz, Gerichtssitz, Tagungsort wichtiger Versammlungen und Beratungen, Verkehrsknotenpunkt, Zentrum des Bergbaues, bäuerlicher Wirtschaft, Kultur und Kunst.
Ende des 16. Jahrhunderts beginnt mit der Erschöpfung der Silbervorkommen der wirtschaftliche Niedergang der Stadt, der bis Ende des 19. Jahrhunderts anhält. Die Entsumpfung des Sterzinger Mooses ermöglicht die Entwicklung einer leistungsfähigen Landwirtschaft.
In den ersten Nachkriegsjahren nach dem 2. Weltkrieg diente Sterzing aufgrund der Nähe zum Brennerpass als wichtiger Durchgangsort einer sogenannten „Rattenlinie“, eine Route, auf der hochrangige Nationalsozialisten aus Europa flüchteten. Sterzing diente diesen Reisenden häufig als vorübergehende Unterkunft. Der Sterzinger Pfarrer, wie auch andere katholische Geistliche in Südtirol, beteiligte sich als Fluchthelfer. So verhalf er etwa Adolf Eichmann zu einer Unterkunft im Franziskanerkloster Bozen. [1] Die über Jahrhunderte vorherrschende Kleinstadtstruktur, geprägt durch Handel und Gewerbe, befindet sich in einem Umbruch: Neben Handel und Verwaltung haben in der heutigen Zeit Gesundheitsversorgung, Sport und Tourismus an Bedeutung gewonnen; der Fremdenverkehr hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Die Wirtschaftsstruktur im einzelnen: Handel (186 Betriebe), Handwerk (159), Landwirtschaft (143), Hotels und Gaststätten (103), Industrie (28).
Das Sterzinger Moos war vor der Austrocknung im Jahr 1877 eine sehr sumpfige Gegend. In vielen Nordtiroler Fasnachtsbräuchen ist das Sterzinger Moos die Gegend, wo nach der Legende alle ledigen Jungfern hin mussten, um für ihre eheliche Entsagung zu büßen. Auch die heiratsunwilligen Junggesellen wurden in der Volkserzählung kritisiert und ebenso wie die Frauen an einen tristen Ort verbannt. Die Männer sollten für ihr Ledig sein auf einem Berg nahe dem Sterzinger Moos büßen. Dort sollten sie, gleich wie die eheunwilligen Frauen, völlig unnütze Tätigkeiten verrichten, z.B. Fürze kleben, Felsen abreiben oder Wolken schieben.[2] Beim Larchzieh'n in Umhausen stellt das Sterzinger Moos einen wesentlichen Bestandteil dieses jahrhundertealten Brauches dar.
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