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| Stepenitz | |
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Stepenitz am Kloster Marienfließ |
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| Daten | |
| Lage | Deutschland, Brandenburg |
| Länge | 84 km |
| Quelle | 5 Kilometer südöstlich von Meyenburg |
| Mündung | bei Wittenberge in die Elbe52.9879811.76398Koordinaten: 52° 59′ 16,7″ N, 11° 45′ 50,3″ O 52° 59′ 16,7″ N, 11° 45′ 50,3″ O52.9879811.76398 |
| Flusssystem | Elbe |
| Einzugsgebiet | 1293 km² |
| Linke Nebenflüsse | Dömnitz, Karthane |
| Kleinstädte | Perleberg, Wittenberge |
Die Stepenitz ist ein rund 84 Kilometer langer, rechter Nebenfluss der Elbe in Brandenburg.
Sie gilt als einer der saubersten Flüsse Deutschlands und ist im Oberlauf weitgehend unverbaut. Die größten Zuflüsse der Stepenitz, deren Einzugsgebiet etwa 1.293 km² umfasst, sind die Dömnitz, der Schlatbach und der Jeetzbach. Im Projekt „Elblachs 2000" bilden die Stepenitz und ihre Nebenflüsse das zentrale Gewässersystem. Das Flusstal wurde im Jahr 2004 als Naturschutzgebiet Stepenitz ausgewiesen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stepenitz entspringt in einem nördlichen Zipfel von Brandenburg im Landkreis Prignitz etwa 5 Kilometer südöstlich von Meyenburg.
Die Quelle entspringt auf einem langgestreckten Höhenzug etwa 140 m ü. NN zwischen den Dörfern Schmolde, Ortsteil von Meyenburg, und Warnsdorf, das zur Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf gehört. Nur jeweils wenige Kilometer von der Quelle der Stepenitz entfernt beginnen die Elde und die Dosse. Die Elde fließt zu Beginn Richtung Nordwesten zur Müritz, die Dosse Richtung Südosten zur Havel und die Stepenitz in der Hauptrichtung nach Südwesten.
Unterhalb der Quelle verliert die Stepenitz schnell an Höhe und fließt in nordwestlicher Richtung Meyenburg. Im Ort bildet sie die östliche Grenze des Schlossparks am Schloss Meyenburg. Etwas weiter erreicht der Fluss die Gemeinde Marienfließ mit dem Ortsteil Stepenitz. Hier verläuft sie nahe am Zisterzienserkloster Marienfließ. Dieses älteste Nonnenkloster der Prignitz wurde um 1230 gegründet und besitzt die erhaltene backsteinerne Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert.
Unterhalb des Klosters führt der Fluss durch Wiesen und Buchenwälder mit Uferabbrüchen, kleineren Erlenbrüchen und auwaldähnlichen Abschnitten. Links der Ruhner Berge biegt der Verlauf nach Süden. In Putlitz durchfließt er eine der ältesten Städte der Prignitz. Unterhalb der Dömnitzmündung folgt Wolfshagen mit einem Renaissanceschloss von 1590. Mit den Wassern der Stepenitz war dieses ursprünglich von den „edlen Herren Gans zu Putlitz“ als Wasserburg angelegt. Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné schuf in den 1850er Jahren beiderseits der Stepenitz einen Landschaftspark.
Bei dem Dorf „Lübzow" mündet von rechts der Schlatbach. Rund fünf Kilometer flussabwärts umfasst die Stepenitz mit zwei Armen das Zentrum der Westprignitz, Perleberg. Der historische, restaurierte Kern der Rolandstadt Perleberg liegt auf einer Insel des Stepenitz-Laufes. Anschließend mündet der Jeetzbach. Dadurch wird die Abflussmenge durch den Perleberger Stadtforst in den Naturpark Brandenburgische Elbtalaue beachtlich.
Zu Mündung hin berührt die Stepenitz westlich mit Wittenberge den traditionellen Elbübergang von der Westprignitz zur Altmark. Sie mündet gemeinsam mit der Karthane in die Elbe.
Die ausgeschilderte „Gänsetour" im Flusstal führt durch die anliegenden historischen Stätten auf rund 70 Kilometern vom Oberlauf der Stepenitz bei Meyenburg bis zur Mündung. Der Name der Tour und ihr wegweisendes Gänselogo verweisen auf eines der ältesten und bedeutendsten Adelsgeschlechter der Prignitz, den „Edlen Herrn" Gans zu Putlitz. Nahezu alle kulturhistorischen Stätten entlang der Tour sind mit dieser Familie verbunden. Der Ritter Johann Gans zu Putlitz stiftete 1230 das Nonnenkloster Marienfließ, um die Grenze gegen Mecklenburg zu sichern. Klösterlicher Boden blieb im Mittelalter meist von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont.
Lachse waren noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine der Haupteinnahmequellen der Elbe-Prignitz-Fischer. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts galten Lachse und Meerforellen in der Stepenitz als ausgestorben. Wehre und andere Wasserbauwerke verhinderten die Wanderung der Fische, ökologische Belastungen verringerten das Nahrungsangebot. Seit 2000 versucht das Land Brandenburg mit dem Programm „Elblachs 2000" den Lachs als „Leitfisch" für Fischökologie und Fischerei an der Elbe wieder anzusiedeln. Mit dem Programm sollen sich selbst reproduzierende und fischereiwirtschaftlich nutzbare Lachs- und Meerforellenbestände in der Elbe und ihren Nebenflüssen wieder hergestellt werden.
Im Modellversuch bildet die Stepenitz das zentrale Gewässer. Am 1. April 1999 wurden nahe der Schönhagener Mühle 50.000 Junglachse und 10.000 Meerforellen in den Nebenfluss Dömnitz eingesetzt. Seit 2002 sind 54 Lachse und 35 Meerforellen zum Laichen in das Stepenitzsystem zurückgekehrt. Dies stieß auf internationale Beachtung. Aufgrund des Erfolges begann das Land Brandenburg 2004 ein Wiederansiedelungsprogramm für Lachse auch in der Pulsnitz und in der Schwarzen Elster. Ein ähnliches Projekt unter dem Namen Lachs 2000 besteht auch am Rhein
Zur Renaturierung Stauanlagen rückgebaut und Fischrampen angelegt. Im Schlatbach dem wasserreichen Stepenitzzufluss wurde ein Wehr bei Gramzow durch eine Sohlgleite ersetzt, die einen Höhenunterschied von knapp 2 Metern überwindet. Mit Steinriegeln wird eine Beckenstruktur hergestellt, die den Fischen auch im sommerlichen Niedrigwasser die Wanderung erlaubt. Im Ober- und Unterwasser der Gleite wurden zudem künstliche Laichplätze angelegt. 105.000 Meerforellenbrütlinge setzte das Land bis 2005 insgesamt im Schlatbach aus.
Rückkehrende Lachse sind zwischen Mitte November und Mitte Dezember zu beobachten. Die Ziegelhofbrücke über der Stepenitz am Südausgang der Perleberger Altstadt ist für die Beobachtung besonders geeignet.
Das Naturschutzgebiet Stepenitz umfasst mit einer Gesamtfläche von rund 2.500 Hektar mehrere Gemeinden entlang des Flusslaufs von Meyenburg über Putlitz und Triglitz bis nach Perleberg. Schutzzweck ist das reich gegliederte Fließgewässersystems des Prignitzer Platten- und Höhenlandes mit weitgehend natürlichen bzw. naturnahen hydrologischen Verhältnissen, verschiedenartigen Quellhorizonten und punktförmigen Quellen im Bereich der Talrandhänge und talrandnahen Auenbereiche[1].
der Populationen von Fischotter (Lutra lutra), Westgroppe (Cottus gobio), Steinbeißer (Cobitis taenia), Lachs (Salmo salar), Bachneunauge (Lampetra planeri), Flussneunauge (Lampetra fluviatalis), Kleine Flussmuschel (Unio crassus), Schmaler Windelschnecke (Vertigo angustior), Bauchiger Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) und Kammmolch (Triturus cristatus) als Tierarten nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
In der Region bestehen bereits die Naturschutzgebiete Marienfließ und Quaßliner Moor.
Von der Quelle zur Mündung gib es die folgenden Zuflüsse.
Entlang der Stepenitz liegen die Orte Meyenburg, Stepenitz, Putlitz, Wolfshagen, Perleberg, Wittenberge.