Outils :Vous avez un site web ? Un blog ?
Technorati reactions rencontre |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Hochtaunuskreis | |
| Höhe: | 150–200 m ü. NN | |
| Fläche: | 4,4 km² | |
| Einwohner: | 9954 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 2262 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 61449 | |
| Vorwahl: | 06171 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HG | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 34 010 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Gartenstraße 20 61449 Steinbach (Taunus) |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Peter Frosch (CDU) | |
Steinbach (Taunus) ist eine Stadt im Hochtaunuskreis und grenzt südöstlich an Frankfurt am Main. Weitere Nachbarstädte sind Oberursel (Taunus), Kronberg im Taunus sowie Eschborn. Die Ersterwähnung erfolgte 789 als Schenkung an das Kloster Lorsch. Damit gehört Steinbach zu den ältesten Gemeinden des vorderen Taunus. Die Stadtrechte wurden im Rahmen der Gebietsreform 1972 verliehen. Vorher gab es den Plan, sich mit Nachbargemeinden zusammenzuschließen.
Steinbach liegt im Vordertaunus, am Fußrand des Naturpark Hochtaunus und ist etwa sieben Kilometer von der Frankfurter Stadtgrenze entfernt. In Sichtweite befinden sich Richtung Nordwesten Altkönig und Großer Feldberg und Richtung Südwesten ist bei klaren Sichtverhältnissen der Odenwald zu erkennen. Im Süden erhebt sich die Frankfurter Skyline, die bei sonnigem Wetter den Blick bis zum Staudinger-Kraftwerk in Großkrotzenburg freigibt.
Die Stadt ist umgeben von weiten Feldfluren. Im Südosten ist das Tal des Steinbachs landschaftsprägend, das als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen ist. Der westliche Gemarkungsteil mit verstreut liegenden Streuobstwiesen und Feldhecken ist Teil eines großflächigen Vorranggebietes für Natur und Landschaft. Richtung Nordwesten liegt der Steinbacher Heidewald. Ohne Autofahrt können bequem die Gipfel des Altkönigs und Feldberges erreicht werden.
Das alte Dorf war ursprünglich ein Runddorf, dessen Häuser sich in einem Umkreis von 100 Metern um den alten Laufbrunnen am heutigen Pijnacker Platz gruppierten. Der dortige Brunnen („Bütt“) diente den Einwohnern als Frischwasserquelle. Die Wasserleitung wurden wie die Gasleitungen erst 1954 gelegt, nachdem Steinbach zum Obertaunuskreis gehörte. Vom Platz aus führen noch heute Unter- und Kirchgasse sowie Bornhohl – in der Verlängerung die Obergasse – ab.
Im Uhrzeigersinn beginnend im Norden grenzt Steinbach an die Städte Oberursel mit dem Stadtteil Stierstadt, Frankfurt am Main (mit den Stadtteilen Niederursel, Praunheim und Rödelheim), Eschborn (mit dem Stadtteil Niederhöchstadt) und Kronberg.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Steinbach im Jahre 789 im codex traditionum: „Die ‚Marca Steinbach‘ geht als Schenkung an das Benediktinerkloster Lorsch.“ Von 1866 bis 1945 bildete Steinbach eine hessische Insel – gemeinsam mit dem Berg „Altkönig“ – im ansonsten preußischen Vordertaunus: als einzige Gemeinde im Frankfurter Westen gehörte es nicht zum von Preußen 1866 annektierten Herzogtum Nassau, sondern zum Landkreis Offenbach im Großherzogtum Hessen, seit der Revolution 1918 zum Volksstaat Hessen. Bis 1945 war Offenbach am Main, die nächste größere Stadt, Kreisstadt für Steinbach. Die Stadtrechte wurden nach dem Aufbau einer Wohnstadt 1972 verliehen.
Das Wasser des Steinbachs und der fruchtbare Lössboden im Taunusvorland waren Grund genug, dass Menschen schon in vorgeschichtlicher Zeit hier siedelten und ihren Lebenserhalt mit Ackerbau und Viehzucht in den Anfängen bestritten. War es doch im Jungsteinzeit die Bandkeramische Kultur (etwa 5000 v. Chr.), die in der Flur 7 am Viehweg Siedlungsspuren wie Keramik, Handmühlen (Reibsteine) und Werkzeuge hinterließen, die bei einer Grabung auf dem Gelände der Gewerkschaftsschule zu Tage kamen. Folgt man weiter dem Steinbach zur Mündung der Nidda, kommen wir am Wohngebiet Süd vorbei, wo ebenfalls bei Bauarbeiten Scherben von Keramikgefäßen zum Vorschein kamen, die belegen, dass Menschen der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit: 800–450 v. Chr.) hier lebten. Die darauffolgenden Völkerwanderungen und die fränkische Besiedlung der Gemarkung durch die Merowinger und Karolinger brachten durch schriftliche Urkunden Licht in das Dunkel um Steinbachs Vorvergangenheit.
In der Zeit, als die Spitzen der Taunusberge noch gänzlich unbewaldet waren und Bären und Wölfe rund um die Dörfer lebten und sich in den Tälern große Seen aufgrund der Schneeschmelze bildeten, befand sich einer von diesen Seen im Norden von Steinbach und reichte zur heutigen „Bornhohl“ hinunter, wo er durch einen natürlichen Erdwall aufgehalten wurde. Die ersten Siedler wurden deshalb am nördlichen Seeufer sesshaft (heutige „Rombergstraße“). Westlich der heutigen Waldstraße belegen Funde, dass sich zirka 4000 bis 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung hier eine Bandkeramikersiedlung befand, in der 250 bis 300 Personen lebten. Erst die Beschäftigung mit den alten Steinbacher Flurnamen führte auf den Bestand eines Sees zurück. Denn noch im 19. Jahrhundert wurde die Bezeichnung „An der Schleuse“ verwendet. Ob hier auch das für das 12. Jahrhundert gedachte Schloss seinen Standort hatte und dadurch vielleicht ein Wasserschloss war, ist aber unklar. Der alte Stausee ist hingegen seit Jahrhunderten versiegt. Vorhanden sind nun nur noch die beiden eingefassten Steinbachquellen auf Privatgrundstücken und die Parkanlage „Am alten See“.
Ein gewisser Alaholf, der dem Kloster Lorsch am 14. September 789 dreißig Tagwerk Ackerland schenkte[1], könnte in Steinbach gelebt haben. Es ist aber nicht auszuschließen, dass er Besitz abgab, dessen Verwaltung ihm, da er nicht in Steinbach ansässig war, Mühe bereitete. Nicht lokalisierbar ist Ilisa, die am 21. November 800 alles, was sie in Steinbach, aber auch in Eschborn und Oberursel besaß, ihrem Seelenheil opferte. Ebenfalls unbekannt sind die Örtlichkeiten einer Hofreite mit dem darauf erstellten Bauwerk, ein Weinberg, sowie ein Baumgarten und sieben Leibeigene, die das Ehepaar Roine und Hildegart in Eschborn, Steinbach und Rödelheim bis zum 24. August 804 ihr eigen nannten. Wahrscheinlich lebte und starb Wachar in Steinach, für den Theothgoz am 10. Juni 818 dem Kloster Lorsch posthum alles übereignete, was er bis zu seinem Ableben in der Steinbacher Mark besaß.
Der Steinbach hat dem Dorf seinen Namen gegeben und hat wohl schon in vorgeschichtlicher Zeit den ersten Menschen, die hier siedelten, die Voraussetzungen zum Leben geschaffen. Das nach Südosten zur Nidda fließende Gewässer hat dreierlei Herkunft:
Heute schlängelt sich der Bach durch das Wiesental hin, bildet vor der Eisenbahnbrücke (Viadukt) ein Sumpfgebiet und mündet in Praunheim in die Nidda.
Das nach der Kirche älteste Gebäude Steinbachs, das Schultheißenamt in der Bornhohl, wurde erstmals 1549 urkundlich erwähnt. Schultheiß Neustat, der auch von Neuenstein genannt wurde, was auch den Schluss zulässt, dass er aus dem württembergischen Ort gleichen Namens kam, bewohnte 1549 bis 1553 mit seiner Ehefrau, die namentlich unerwähnt bleibt, die unteren Räume des Gebäudes. Der erste Stock diente zur Aufbewahrung von Getreide und Hülsenfrüchten aller Ortsbewohner. Erst am 16. September 1765 fand das Haus erneut Erwähnung. Nach Einführung der Gemeindeordnung im Großherzogtum Hessen wurden 1821 die eingesetzten Schultheißen entmachtet und die Wählbarkeit eines Bürgermeisters eingeführt. Von diesem Zeitpunkt an verrichteten Steinbachs ehrenamtliche Bürgermeister, zumeist wohlhabende Landwirte, ihre Amtsgeschäfte in heimischen Wohnzimmern.
Eine Testgrabung, die im September 1988 im Nordwesten Steinbachs durchgeführt wurde, um die vermutete Existenz römische Gebäude innerhalb der Steinbacher Gemarkung zu beweisen, war erfolgreich. Auf einer Fläche von 4 mal 50 Metern kamen mehrere römische Steinfundamente zum Vorschein, die zum Teil Reste von Gebäudemauern sind. Die bisher durchgeführten Maßnahmen ließen darauf schließen, dass es sich bei den Gebäuderesten um einen kleinen Ausschnitt eines Gebäudekomplexes handelte. Ob hier vor rund 1900 Jahren mehrere Einzelbauten standen, wie Scheunen oder Wohngebäude, konnte allerdings nicht geklärt werden. Die Fundmenge ist zwar spärlich in der Menge, gibt aber andererseits eindeutige Hinweise auf die Datierung. Offenbar wurden viele der römischen Bauernhöfe im 3. Jahrhundert n. Chr. freiwillig aufgegeben und die meisten Gegenstände mitgenommen. Anzeichen von Zerstörung fanden sich während der Grabungen jedenfalls nicht.
Im ersten Teil des 20. Jahrhunderts nahm die Steinbacher Bevölkerung durch hohe Geburtenzahlen um bis zu 25 Prozent zu. Im alten Schulhaus (heute Jugendhaus) an der Eschborner Straße platzten die beiden Klassen der zweiklassigen Volksschule aus allen Nähten. Eine dritte Klasse musste deshalb 1907 im Sitzungszimmer des Rathauses installiert werden. Doch schon zwei Jahre später 1909 waren auch diese drei Klassen hoffnungslos überfüllt, so dass eine Schule notwendig war. Winter 1909 begannen die Bauarbeiten, für die die Gemeinde ein Darlehen in Höhe von 50.000 Reichsmark aufgenommen hatte. So wurde am 13. Oktober das neue Schulhaus seinen Bestimmungen übergeben. In den 1950er- und an Anfang der 1960er-Jahre wurde die Volksschule erst dreiklassig, später vierklassig geführt. Aufgrund des Baubooms gab es zunächst zusätzlich einen Pavillon mit zwei Klassenzimmern in der Gartenstraße (heute Café) und Schichtunterricht. Daraufhin wurde die Geschwister-Scholl-Schule gebaut. Auf dem Schulhof in der Gartenstraße pflanzte man 1909 kleine Lindenbäume, von denen einige noch heute das Rathaus überragen.
Über den Schreibtisch der damaligen kaiserlichen Postagentur in Weißkirchen wanderten im August 1914 die Einberufungsbescheide der großherzoglichen-hessischen Rekrutierungsstelle. 184 Steinbacher wurden bis zum Jahre 1918 einberufen worden, was ja immerhin ein Fünftel Steinbachs Gesamtbevölkerung war. Drei Steinbacher Soldaten starben im ersten Kriegsjahr. In den folgenden vier Jahren ließen weitere 26 Steinbacher ihr Leben.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges kamen vor allem junge Polinnen und Russinnen nach Steinbach, wo sie überwiegend im Haushalt beschäftigt waren. Dann folgten französische Kriegsgefangene, deren Arbeitskraft in landwirtschaftlichen Betrieben gebraucht wurde. 1944 schließlich wurden dann zwei Massenlager im Ort eingerichtet: ein italienisches Kommando in der Turnhalle und ein russisches Kommando auf dem alten Sportplatz. Die Italiener zogen Mitte Januar 1944 zu Fuß vom Bahnhof frierend Richtung Obergasse, wo die dortige Turnhalle mit Strohsäcken notdürftig als Lager vorbereitet war. Einzelne Gruppen der Italiener wurden von der Bahn zum Arbeitseinsatz abgeholt. Die dagebliebenen wurden von den Einheimischen gelegentlich beschäftigt, hatten viel Freizeit und fühlten sich schon heimisch. Als am 29. März 1945 amerikanische Truppen in Steinbach einmarschierten traten die Italiener die Heimreise an. Die Russen „wohnten“ auf dem alten Sportplatz im Steinbacher Wald in vier Baracken und wurden zum Einsatz der Deutschen Reichsbahn eingesetzt. Zu sehen bekam man die Lagerinsassen nur selten, da sie bereits frühmorgens zu Einsätzen abgeholt und erst spätabends zurückkehrten.
Am 21. November 1908 wurde Josef Schwarzschild geboren. Sein jüdischer Vater Abraham wurde Bahnwächter der preußischen Eisenbahngesellschaft und zog mit seiner Familie in das Bahnwärterhaus am Viadukt im Süden Steinbachs, das sich auf Eschborner Gemarkung befindet. So wurden die Schwarzschilds Eschborner Bürger. Zur Schule ging Josef allerdings ab 1915 nach Steinbach.
Er wurde Maurer und aktives Gewerkschaftsmitglied, Mitglied des Fußballclubs „Germania“ und wirkte bis Mitte der 1930er-Jahre als Wasserfahrer der Steinbacher Pflichtfeuerwehr mit. 1931 heiratete Josef Schwarzschild seine Jugendliebe Anna Maria und zog mit ihr in die Schwanengasse nach Steinbach. Mit Übernahme der Macht an die Nationalsozialisten musste sich Schwarzschild als Jude in Acht nehmen. Als er einmal vergaß beim Ausgang seinen Judenstern anzulegen, wurde er von der Gestapo abgeholt. Von April bis September 1943 wurde er in den Lagern Heddernheim und Köppern drangsaliert und schließlich ermordet.
In der Nacht vom 24. auf den 25. August 1942 wurde Steinbach mit Spreng- und Brandbomben angegriffen. Zahlreiche Brände entstanden, die Schule in der Gartenstraße (heute das Rathaus) brannte nieder.
Bei einem weiteren Angriff in der Nacht vom 27. auf den 28. August 1943 sprang ein britischer Offizier in Steinbachs Gemarkung ab, um die Flugabwehrkanonen, die immer wieder englische Bomber abschossen, auszuspionieren. Das Munitionslager lag im Steinbacher Wald, auf dessen Betonfundamenten die heutige Oberhöchstädter „Waldsiedlung“ steht. Der englische Spion Colonel J. W. landete bei seinem Absprung so unglücklich in einem Apfelbaum, dass er sich seinen Fuß verstauchte und sein Vorhaben aufgeben musste. Während er die heutige Eschbornerstraße Richtung Ortsmitte entlanghumpelte, bildeten die Einwohner einen Lynchmob. Diese Szenerie zwischen ein und zwei Uhr nachts beobachtete Heinrich Wäsch, ein Obergefreiter auf Durchreise. Er stürmte mit entsicherter Pistole nach draußen und schüchterte die Menschen ein. Der Colonel kam wohlbehalten nach England zurück und übermittelte Grüße, als die Tochter seines Retters, Heinrich Wäsch, in Steinbach heiratete.
Die Verbindung mit der Kreisstadt Offenbach war in den ersten Nachkriegswochen vollständig unterbrochen. Die Gemeindeverwaltung unterstellte sich der Verwaltung des Obertaunuskreises. Bald darauf wurde die hessische Enklave Steinbach aufgehoben und kam zunächst kommissarisch und von 1947 ab durch Gesetz zum Obertaunuskreis.
Das kleine Dörfchen Steinbach hatte große Ziele: Kurz nach dem Amtsantritt von Walter Herbst zum Bürgermeister zählte man 1900 Einwohner. Die soziale Struktur hatte sich kaum merklich verändert, trotzdem wuchsen Häuserblöcke aus dem Boden, wie es sich kein Steinbacher hätte denken können. Die „Frankfurter Neue Presse“ reagierte folgendermaßen auf die Ereignisse in Steinbach: „Die Steinbacher sind ja größenwahnsinnig, es kann nicht gut gehen, wenn eine heute gerade 2000 Einwohner große Gemeinde in fünf Jahren auf 8000 oder noch mehr Einwohner anwachsen will!“ Schon bald waren es 5000 Einwohner. Ohne die finanzielle Hilfe des Landes wäre so eine Entwicklung sicherlich nicht möglich gewesen. Neue Volksschule, Hallenschwimmbad, Kanalisierung und Schaffung von Freizeiteinrichtungen: damit konnte Steinbach den Sprung vom Taunusdorf zur Wohnstadt verwirklichen. Das alleine belegen die Zahlen: Die Bevölkerung stieg von 1956 bis 1968 um fast 270 Prozent, während sie im gesamten Obertaunuskreis um „nur“ 32 Prozent anwuchs. Es gab zu jener Zeit mehr Abrissbirnen und Kräne im „Dorf“ als Bauern. Steinbach hat den etwas ländlichen Charakter bis heute bewahrt und wird noch heute als Wohnstadt geschätzt, obwohl es hinter Frankfurt und Offenbach die dritthöchste Bevölkerungsdichte in Hessen besitzt.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1535 | 31 |
| 1750 | 220 |
| 1853 | 600 |
| 1945 | 1492 |
| 1960 | 1713 |
| 1965 | 4089 |
| 1975 | 10.642 |
| 1985 | 10.440 |
| 2007 | 10.005 |
In Folge der geschichtlichen Entwicklung Steinbachs und der besonderen Zugehörigkeit war Steinbach seit je ein überwiegend evangelisches Dorf. Dies änderte sich durch den Zuzug von Neubürgern nach dem Zweiten Weltkrieg derart, dass im Jahr 1964 der Anteil der katholischen Bevölkerung bereits etwa ein Viertel ausmachte. So wurde die katholische St.-Bonifatius-Kirche erbaut. Die evangelische St.-Georgskirche Steinbach wurde um 1270 errichtet und 1371 erstmals urkundlich erwähnt.
In der Zeit von 1959 bis 1966 leitete der Steinbacher evangelische Pfarrer Martin Knolle noch zusätzlich die Filialgemeinde in Stierstadt/Weißkirchen, heute Versöhnungsgemeinde. Dort waren in den reinkatholischen Gemeinden sehr viele evangelische Neubürger zu gezogen. Umgekehrt betreute die katholische Gemeinde St. Sebastian Stierstadt die Katholiken in Steinbach.
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 46,7 | 15 | 44,5 | 14 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 29,7 | 9 | 33,6 | 10 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 14,1 | 4 | 12,9 | 4 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 9,5 | 3 | 9 | 3 |
| Gesamt | 100 | 31 | 100 | 31 | |
| Wahlbeteiligung in % | 48,2 | 57,9 | |||
Steinbach-Hallenberg, Deutschland
Saint Avertin, Frankreich
Pijnacker-Nootdorp, Niederlande
Das Wappen Steinbachs stellt einen doppelstrahligen, gelben Brunnen auf blauem Grund dar. Das Symbol des Wappens befindet sich auf dem Pijnackerplatz und ist heute das Wahrzeichen Steinbachs. Allerdings hat sich der Brunnen im Laufe der Jahre äußerlich verändert. Bevor er heute seinen einen Zufluss besaß, speiten aus dem Brunnenkopf zwei Wasserstrahlen, wie dies im Wappen dargestellt ist. Der Brunnen auf dem Pijnacker Platz (früher: der freie Platz, im Volksmund „Dalles“) wird noch heute bei der sogenannten Bachrechtstaufe als Aufnahme von Neubürgern genutzt und aus seinem Wasser die Neubürger „getauft“.
Steinbach verfügt über ein 14 Hektar großes Gewerbegebiet. Ein weiteres Gewerbegebiet von sechs Hektar soll zusammen mit der Nachbarstadt Oberursel erschlossen werden. Der aktuelle Gewerbesteuerhebesatz liegt bei 320 Prozent. 2007 betrugen die Gewerbesteuereinnahmen 1,9 Millionen Euro.
In Steinbach (Taunus) werden 23 Unternehmen dem High-Tech-Bereich zugeordnet. Dies ist mit rund acht Prozent aller Arbeitsstätten ein relativ hoher Anteil im Vergleich zu anderen Städten. Ein Drittel dieser Unternehmen produzieren auch vor Ort, während zwei Drittel ausschließlich Vertriebs- und Beratertätigkeiten ausführen. Der Schwerpunkt (14 Unternehmen) liegt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik. Hier werden unter anderem Computer, EDV-Zubehör, elektronische Geräte sowie Software hergestellt und vertrieben. Der Bereich Sensorik, Mess- und Regelungstechnik steht mit sechs Unternehmen an zweiter Stelle. Die Technikfelder Medizintechnik, Mikroelektronik sowie Produktions- und Verfahrenstechnik sind mit jeweils ein bis zwei Unternehmen vertreten.
Unternehmen, die in Steinbach ihren Hauptsitz unterhalten oder eine Geschäftsstelle betreiben.
Steinbach liegt in der Nähe des Main-Taunus-Zentrums Sulzbach (Taunus) und des Frankfurter Nordwestzentrums. Oberursel, Bad Homburg vor der Höhe, Eschborn und Frankfurt selbst sind mit ihren umfangreichem Angebot gut erreichbar. Aber auch in Steinbach säumen sich an der Bahnstraße einige Geschäfte und Supermärkte sind vorhanden. Die Pläne, im geplanten Baugebiet „Taubenzehnten“ einen neuen Markt mit einer Nutzfläche von 1500 Quadratmetern zu errichten, sind aufgrund eines Bürgerentscheides am 25. November 2007 revidiert worden.
Es gibt keine direkte Straßenverbindung nach Frankfurt. Pläne in der Vergangenheit, eine direkte Straßenanbindung zu schaffen, scheiterten. Wenige Kilometer entfernt befinden sich Anschlüsse zu den Bundesautobahnen 5 und 66. Der Flughafen Frankfurt am Main ist 15 Kilometer entfernt.
Die Landstraße 3006 führt mitten durch den Ortskern und verursacht ein sehr hohes Verkehrsaufkommen. So wird schon seit mehr als 40 Jahren eine Südumgehung geplant, die die Steinbacher Durchgangsstraßen entlasten soll. In Eschborn soll die Umgehungsstraße direkt vom Gewerbegebiet Ost abzweigen und nach etwa zwei Kilometern eine Anbindung zum Steinbacher Gewerbegebiet schaffen und dann schließlich in Weißkirchen an der ehemaligen Krebsmühle an die Rosa-Luxemburg-Straße anknüpfen.
Über die Station Oberursel-Weißkirchen/Steinbach an der Homburger Bahn ist Steinbach an das S-Bahn-Netz des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) angeschlossen. Mit der Linie S5 können die größeren Städte Oberursel, Bad Homburg vor der Höhe und Frankfurt am Main direkt erreicht werden.
Die S-Bahnen verkehren zur Hauptverkehrszeit (5 bis 18 Uhr) im Viertelstundentakt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude stand sowohl auf Steinbacher, als auch auf Weißkirchener und Stierstädter (heute Stadtteile von Oberursel) Gebiet und wurde aufgrund des Brückenbaus über die S-Bahn-Schienen 1976 abgerissen. Die Grenzen verliefen quer durch das Bahnhofsgebäude.
In jede Nachbarstadt verkehren Buslinien.
Autoverbindungen Landstraße:
Nach Jahren der Stagnation vor und während des Krieges, erlebte Steinbach Anfang der 1960er-Jahre einen wahren Wohnungsboom. Im Süden wie auch im Norden entstanden weitläufige Mehrfamilien- und Hochhäuser. In einem 1400 Quadratmeter großen Siedlungsgebiet sollten 628 Wohnungen entstehen. Das Projekt war mit 20 Millionen DM veranschlagt. So wurden vor etwa 45 Jahren im Süden Steinbachs die erste Reihe von Wohnhäusern bezugsfertig. Dabei handelte es sich hauptsächlich um junge Familien. Im Jahre 1960 betrug die Einwohnerzahl Steinbachs noch 1713. Zehn Jahre später, 1970, waren es schon 7255 und im Jahre 1980 lebten nun 10.550 Menschen in Steinbach.
Seit dem Anfang der 1990er-Jahre gab es so gut wie keine Siedlungsaktivität, was hauptsächlich an der ungünstigen Verkehrslage Steinbachs lag.
Zur Zeit in der Umsetzung befindet sich das Baugebiet „Am Eschborner Weg“ am Ortsausgang Richtung Eschborn. Hier entstehen Wohnungen, Reihenhäuser sowie 15 Bauplätze. Der regionale Flächennutzungsplan sieht für Steinbach Baugebietsausdehnungen in Höhe von 26 Hektar vor. Gewerbegebiete sollen um sechs Hektar erweitert werden.
| Art der Nutzung | Fläche (Hektar) |
|---|---|
| Gemarkungsgebiet | 440 |
| Bebaut | 146,5 |
| Ackerland/Wiese | 218,5 |
| Waldgebiet | 75 |
Das Netz der Rad- und Wanderwege beträgt rund 20 Kilometer.
Vor 1900 gab es noch keine Straßennamen in Steinbach. Die Häuser waren jedoch mit einer Durchlaufnummerierung versehen, mit eins in der Untergasse versehen, im Uhrzeigersinn um den heutigen Pijnacker Platz herum und an der Eschborner Straße mit der Nummer 107 abschließend. Bezeichnungen für die Straßen und Wege gab es offiziell erst ab 1910, wobei sich im Ort Bezeichnungen eingebürgert hatten, die noch heute ihre Gültigkeit besitzen. So sind hier Ober- und Untergasse zu nennen, die auf die Hanglage des Ortes zielten. Im Frühjahr 1904 wurde aus Bad Nauheim (Wetterau) der großherzogliche Geodät Hofmann nach Steinbach entsendet, der eine gründliche Vermessung der Steinbacher Gemarkung vornahm. Das entstandene Kartenwerk, das noch heute Grundlage bauamtlicher Berechnungen bildet, enthielt erstmals Straßenbezeichnungen wie Kirchgasse, Borngasse, Eschborner Straße oder Gartenstraße. Ab 1910 wurde mit der Bebauung der Gartenstraße begonnen. 1925 beschloss die Gemeindevertretung die Umbenennung in Friedrich-Ebert-Straße, 1933 war es allerdings wieder die Gartenstraße. Zur Zeit des Nationalsozialismus hieß der Pijnacker Platz Adolf-Hitler-Platz, die Eschborner Straße wurde in Hindenburgstraße umbenannt und die Bahnstraße hieß fortan Hermann-Göring-Straße.
Steinbach liegt im Rhein-Main-Gebiet und bietet nicht viele historische Gebäude, dennoch hier ein kleiner Überblick: Im Herzen Steinbachs auf dem Pijnacker Platz: Hier steht das Wahrzeichen die „Bütt“, ein Laufbrunnen, der direkt aus dem Steinbach gespeist wird. Eingerahmt wird dieses Zentrum von den beiden Gasthöfen „Zum Goldenen Stern“ und „Zum Schwanen“, mit ihrer denkmalgeschützten Fachwerkfassade. Beide Lokale haben eine sehr lange Tradition. Der älteste Gasthof Steinbachs „Zum Taunus“ in der Bornhohl existiert allerdings nicht mehr. In der Kirchgasse, befindet sich das Backhaus, in dem man noch nach altem Brauch Brot selbst backen kann. Die Räume des Backhauses werden aber auch für verschiedene Ausstellungen und Vorlesungen genutzt. Hier befindet sich auch ein Trauzimmer. Die St. Georgskirche (evangelisch) ist nebenan. Sie wurde um 1270 erbaut, entstammt romanischer oder frühgotischer Zeit und wurde 1371 erstmals urkundlich erwähnt im Testament des Ritters Francken von Cronbergks,: „Item saßte Hrhr Viertzig gld. die Kirchen zu Steinbach wieder zu machen“. In Steinbach gibt es einige alte Gebäude, an denen Bronzetafeln über das Baujahr und sonstige wichtige Details informieren, wie beispielsweise das alte Schultheißenhaus in der Bornhohl, das 1549 erstmals urkundlich als Haus des Schultheißenamtes erwähnt wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Interessant und historisch wertvoll ist auch das Haus Untergasse 2, indem von 1782 bis 1856 Johann Christoph Diehl lebte, der Lehrer des Frankfurt Mundartdichters Friedrich Stoltze. Ein bronzenes Schild erinnert an den ehemaligen Steinbacher.
Die erste Eiche des Steinbacher Stadtwaldes ist ein Baumdenkmal. Sie ist die südlichste Eiche des Taunus.
Im kleinen, spitzen Türmchen der St. Georgskirche hängen zwei Glocken. Die älteste, die St. Georgenglocke aus dem Jahr 1622 (also noch aus dem Dreißigjährigen Krieg) hat ein Gewicht von 250 Pfund und ist auf den Ton „dis“ gestimmt. Ihre Inschrift lautet „1622 Goß mich Johannes Schneidewindt in Frankfurdt“. Die andere, die Johannesglocke gegossen am 2. Dezember 1956 von Gebrüder Rinker in Sinn wiegt 220 Pfund und ist auf den Ton „fis“ gestimmt. Sie wurde durch den langjährigen Pfarrer Martin Knolle geweiht. Ihre Inschrift lautet „Lasset euch versöhnen mit Gott“, der Spruch des Frankfurter Kirchentages von 1956.
In Steinbach existiert seit 1966 die Geschwister-Scholl-Schule (Grundschule). Sie beherbergt rund 450 Schüler. Im Gebäude der früheren Volksschule ist heute das Rathaus. Es wurde eine größere Schule benötigt, nachdem Steinbach in den 1960er-Jahren explosionsartig wuchs. Nach dem Besuch der Grundschule müssen die Kinder in benachbarte Schulen wechseln, etwa in die Integrierte Gesamtschule Oberursel-Stierstadt oder an das Gymnasium Kronberg oder Oberursel. Steinbach verfügt über drei Kindergärten, eine Kindertagesstätte, einen Kinderhort und eine Bücherei.
Steinbach verfügt über drei Sporthallen – Altkönighalle, Friedrich-Hill-Halle und Schulturnhalle, ein Sportzentrum – mit einem Rasenplatz mit 400 Meter Laufbahn sowie zwei Hartplätze –, Tennisplätze, Tennis- und Reithalle. Das Schwimmbad wurde in den 1990er-Jahren geschlossen und steht zum Verkauf. Pläne, auf dem brachliegenden Gelände einen großen Schwimmteich zu errichten, sind nicht weiter verfolgt worden.
Der Radsportverein Wanderlust 1905 hat mit den Bereichen Kunstradfahren und Rollschuhkunstlaufen mehrfach deutsche und europäische Meisterschaften errungen.
Einen größeren Stadtpark sucht man in Steinbach vergeblich. Es wurden jedoch in den 1960er-Jahren zwischen den entstandenen Wohnblocks großzügig Freiflächen geschaffen, hier gibt es ausgeprägten Baumbestand. Am südwestlichen Ende Steinbachs gibt es einen Weiher (eine gute Lösung für einen Löschteich); der Ort verfügt zudem über eine große Anzahl an Spielplätzen.
Der Steinbacher Stadt- und Heidewald ist Ausgangspunkt ausgedehnter Wanderungen in den Taunus. Die hessische Apfelweinroute führt durch die Steinbacher Gemarkung.
Mehrmals im Jahr bietet die Stadt auf der Bürgerhausbühne Theaterstücke mit bekannten Schauspielern, sowie Kabarett und Kinderprogramm.
Im Juni jeden Jahres – jeweils am Wochenende nach Fronleichnam – findet das Steinbacher Stadtfest statt, veranstaltet vom Gewerbeverein Steinbach auf der Bahnstraße. Am ersten Sommerferienwochenende ist sonntags Bürgerschoppen auf dem Pijnacker Platz. Zum letzten Sonntag der Sommerferien gibt es Rathauskonzert und Flohmarkt, am zweiten Wochenende im Oktober ist Steinbacher Kerb auf dem St.-Avertin-Platz und am ersten Adventswochenende Weihnachtsmarkt rund um Pijnacker Platz und Kirchgasse.
Bis 2006 fand ab 1992 jedes Jahr der Steinbacher „Kultursommer“ auf dem Gelände der Bildungsstätte IG BAU statt. Hier traten Soul- Jazz- und Salsagruppen auf.
In Steinbach existiert ein Heimatmuseum (Gartenstraße).
Die Taunus-Zeitung, die Regionalausgabe der Frankfurter Neuen Presse, die Regionalausgabe der Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten ausführlich über das Geschehen im Hochtaunuskreis. Die Steinbacher Informationen werden vom Steinbacher Gewerbeverein herausgegeben und kostenlos an alle Haushalte verteilt.
Im Gewerbegebiet ist das auf Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien zugeschnittene Radio Suton ansässig, welches im Rhein-Main-Gebiet etwa 270.000 Jugoslawen erreichen kann und ein 24-Stunden-Programm aus Musik, Information und aktuellem Service sendet.
Anfang Februar 2008 gab der Hessische Rundfunk (hr) bekannt, künftig in Steinbach das Hessenquiz mit Moderator Jörg Bombach drehen zu wollen. Als Kulisse diente eine leerstehende Lagerhalle im Steinbacher Gewerbegebiet. Nach einem Monat waren die Folgen für die kommende Staffel abgedreht.
Früher herrschte die Meinung vor, dass der Steinbacher Boden nicht für den Anbau edler Obstsorten geeignet sei. Vor langer Zeit wurde sogar Wein angebaut. Die Bezeichnung „Wingerte“ am Verlauf des Steinbachs weist noch darauf hin. Der Wein schmeckte nicht und der Anbau wurde eingestellt. Trotzdem begann man in den zwanziger Jahren mit dem feldmäßigem Anbau von Erdbeeren mit großem Erfolg. Die Sorten wechselten häufig, einzelne Arten haben sich durch Jahrzehnte behauptet. Auch mit dem Anbau von Spezialobst ging es langsam aber stetig aufwärts. Nachdem Steinbach bei drei großen Gartenbauausstellungen die höchste Bundesauszeichnung für feinstes Tafelobst (Cox Orange) eingeheimst hatte, wusste man, dass der Obstanbau in Steinbach noch jahrelang Erfolg bereiten würde. Früher wurde das Obst überwiegend in der heute nicht mehr existierenden Kronberger Markthalle genossenschaftlich verkauft. Die Sammelstelle war in der Eschborner Straße, wo sich heute die Gaststätte „Ile de Re“ befindet. Das Obst wurde unter anderem unter dem Begriff „Kronberger Erdbeeren“ bundesweit vermarktet. Heute nach dem Bauboom der 1960er-Jahre fehlen die Anbauflächen in der Landwirtschaft und der Obstanbau hat nur noch geringe Bedeutung auch aufgrund der billigen Angebote aus dem südlichen Ausland. Bis etwa in die 1970er-Jahre hin wurde aus Steinbacher Äpfel Apfelwein gekeltert. Die Äpfel wurden in verschiedenen Gaststätten in Lohnmosterei gekeltert, etwa „Zum Schwanen“ und im „Goldener Stern“.
Bad Homburg v. d. Höhe | Friedrichsdorf | Glashütten | Grävenwiesbach | Königstein im Taunus | Kronberg im Taunus | Neu-Anspach | Oberursel (Taunus) | Schmitten | Steinbach (Taunus) | Usingen | Wehrheim | Weilrod