| Lockheed F-104 Starfighter | ||
|---|---|---|
| Typ: | Jagdbomber | |
| Entwurfsland: | USA | |
| Hersteller: | Lockheed Corporation | |
| Erstflug: | 4. März 1954 | |
| Indienststellung: | 20. Februar 1958 | |
| Produktionszeit: | 1956 bis 1979 | |
| Stückzahl: | 2.578 | |
Die Lockheed F-104 Starfighter war ein US-amerikanisches Kampfflugzeug, das ab 1954 von Lockheed in großer Stückzahl gebaut und in den Luftstreitkräften mehrerer NATO-Staaten eingesetzt wurde. Die F-104 gehörte zur sogenannten Century-Reihe (F-100 bis F-110).
Außer unter seinem offiziellen Namen wurde der Starfighter auch unter anderem als Witwenmacher, Erdnagel, fliegender Sarg, oder Sargfighter bekannt, was auf seine hohe Unfallquote anspielte.
Das Kampfflugzeug war als reiner Tag- und Abfangjäger konzipiert, optimiert für hohe Geschwindigkeiten und Steigraten. Von der United States Air Force, die ihn ursprünglich in Auftrag gegeben hatte, wurde er allerdings nur kurz eingesetzt, da man später größeren und vielseitigeren Typen den Vorzug gab. Im Ausland wurde er länger eingesetzt, in Italien sogar bis 2004. Dabei wurde jedoch das Einsatzprofil häufig geändert, so diente die F-104 in Deutschland zuletzt als Allwetter-Jagdbomber.
In Deutschland führten die Umstände der Beschaffung zum Lockheed-Skandal; eine Absturzserie dieses Flugzeugtyps in den 60er Jahren ist als Starfighter-Affäre bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Im Dezember 1951 reiste Clarence Johnson, Chefingenieur der Lockheed Advanced Development Projects Unit nach Korea und befragte Jägerpiloten zu ihren Erwartungen an ein neues Jagdflugzeug. Zu dieser Zeit trafen die gut ausgebildeten US-Piloten mit ihren North American F-86 auf die MiG-15; und obwohl die MiG-15 von schlechteren Piloten geflogen wurde, war das Flugzeug der größeren und komplexeren F-86 in vielen Dingen überlegen. Deshalb gingen die Anforderungen der Piloten in Richtung eines kleinen und einfachen, aber dennoch leistungsfähigen Flugzeuges.
Zurück in den USA, begann Johnson mit dem Entwurf eines solchen Flugzeugs. Knapp ein Jahr später war der Prototyp Lockheed L-246 startbereit, der dem späteren Starfighter schon sehr ähnlich sah.
Der Entwurf wurde der Air Force im November 1952 präsentiert, und die Verantwortlichen dort waren interessiert genug, um eine entsprechende Ausschreibung auch an andere Hersteller zu senden. Drei zusätzliche Designs wurden evaluiert, die Republic AP-55, eine verbesserte Version des Prototyps XF-91 Thunderceptor, die North American NA-212, aus der später die YF-107 wurde, und die Northrop N-102 Fang, ein neues Design mit dem J79-Triebwerk. Lockheed lag uneinholbar in Führung und erhielt im März 1953 einen Entwicklungsvertrag. Bereits Ende Mai konnte mit dem Bau von zwei neuen Prototypen begonnen werden. Da das J79-Triebwerk noch nicht fertig war, benutzten beide Prototypen stattdessen das Wright J65. Der Erstflug eines Starfighters fand am 4. März 1954 statt. Die Gesamtzeit zwischen Auftragserteilung und Erstflug betrug nur etwa zwei Jahre. Eine kürzere Entwicklungszeit hat es nur bei der He 162 gegeben, bei der der Zeitraum zwischen Auftragserteilung und Erstflug nur 69 Tage betrug. Heute ist bei neuen Jets eine Entwicklungszeit von etwa 10 bis 15 Jahren üblich.
Am 16. Mai 1958 stellte eine F-104A mit 2259,538 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord auf, und am 14. Dezember 1959 erreichte eine F-104C die Weltrekordhöhe von 103.395 Fuß (=31.535,5 m). Der Starfighter war das erste Flugzeug, das gleichzeitig die Rekorde für Geschwindigkeit, Höhe und Steigzeit hielt.
Um die geplante Flugleistung zu erreichen, entwickelten die Lockheed-Ingenieure für die Tragflächen des Starfighter ein radikales neues Konzept: Sie waren so dünn wie möglich ausgelegt und relativ kurz, um den Luftwiderstand im Überschallbereich zu vermindern. Eine solche Auslegung reduziert die Änderungsrate der Luftströmung über die Tragfläche und vermindert den Wellenwiderstand, der die Schallmauer verursacht.
Die meisten anderen schnellen Düsenflugzeuge jener Zeit hatten nach hinten gepfeilte Tragflächen, die selbst bei geringer Spannweite eine lange Flügelsehne ermöglichten und Platz für die Steuerelemente, das Fahrwerk und interne Tanks boten. Die Tragflächen des Starfighter waren dagegen trapezförmig und so dünn, dass innen kein Platz für Fahrwerk und Tanks blieb. Diese Komponenten wurden stattdessen im hinteren Teil des Rumpfes untergebracht.
Die Kanten der Tragflächen waren so scharf, dass das Bodenpersonal nach der Landung als Erstes Gummileisten an den Flügeln anbringen musste, damit sich niemand verletzte. Der Vorteil dieser Konstruktion war ein exzellentes Verhältnis von Steigrate zu Luftwiderstand unter den meisten Bedingungen, außer im Luftkampf auf kurze Distanz, bei dem dieser Flügel in scharfen Wendungen einen sehr hohen Widerstand hervorrufen konnte. Für den geplanten Einsatz als Abfangjäger zum Einsatz gegen in großer Höhe einfliegende sowjetische Bomber war dieser Nachteil jedoch unerheblich.
Ein weiterer Nebeneffekt eines kleinen Flügels ist eine hohe Landegeschwindigkeit. Aus diesem Grund erhielt der Starfighter spezielle Klappen, die bei der Landung Luft aus den Triebwerken über den hinteren Teil des Flügels leiteten und so für mehr Auftrieb sorgten. Dieses System war zu jener Zeit populär, wurde aber später nicht mehr so häufig verwendet, da sich herausstellte, dass es einen immensen Wartungsaufwand erforderte.
Auch der lange, schlanke Rumpf des Starfighter trug zu seiner hohen Leistung im Überschallbereich bei. Aufgrund der geringen internen Treibstoffkapazität hatte das Flugzeug ohne Außentanks jedoch nur eine beschränkte Reichweite. Mit Zusatztanks dagegen wurden die ohnehin bescheidenen Möglichkeiten zum Tragen von Waffen und Ausrüstung weiter eingeschränkt.
Im Luftkampf erwies sich die F-104 als bestenfalls unterdurchschnittlich, da ihre kleinen Flügel die Manövrierbarkeit einschränkten. Außerdem hatte sie Probleme bei schlechtem oder regnerischem Wetter. Das wurde vor allem während der diversen indisch-pakistanischen Konflikte deutlich, als pakistanische Starfighter auf indische MiG-21 trafen. In Luftgefechten auf kurze Distanz in niedriger Höhe, für die das Flugzeug konstruktiv nicht ausgelegt war, machte es entsprechend keine gute Figur.
Die Maschine verfügte über ein damals hochmodernes Radargerät Typ NASARR (North American Search and Ranging Radar) der US Firma Autonetics. Ein Infrarot-Zielgerät mit Schussbereichsrechner waren ebenfalls an Bord.
Unter dem Cockpit wurde links eine sechsläufige 20-mm M 61 A-1 „Vulcan" Maschinenkanone (System Gatling) mit einer Kadenz von 4000 Schuss/min. eingebaut - die Kanone wurde bei den Aufklärerversionen durch den Kamerasatz ersetzt. Eine Rumpfstation und zwei Unterflügelstationen ermöglichten das Mitführen diverser Abwurfmunition: Bomben max. 1000 lbs (ca. 450kg), Raketen (Luft/Boden „FFAR 70 mm") und Lenkflugkörpern (Luft/Luft Sidewinder AIM-9B, Luft/Boden AS 30, Luft/Schiff „Kormoran").[1]
Der Starfighter wurde in mehreren Versionen produziert. Die US Air Force bestellte nur 296 Starfighter in ein- und zweisitzigen Versionen.
Das Flugzeug schien für die NATO-Partner nützlicher zu sein, und so wurden 2.578 Stück (teilweise im Rahmen eines Militärhilfe-Programms der USA) in verschiedene Länder geliefert bzw. dort gebaut. Im Wesentlichen: Kanada, Bundesrepublik Deutschland, Italien, Norwegen, Niederlande, Belgien, Dänemark, Griechenland, Türkei, Spanien, Republik China und Japan. In Europa wurde die F-104 (Version G - Germany von mehreren Arbeitsgemeinschaften (ARGE) in Deutschland und den Niederlanden sowie von Fiat/Italien (Version S) in Lizenz hergestellt. :
ARGE Nord (Deutschland/Niederlande):
ARGE West (Belgien):
ARGE Süd (Deutschland):
Italien:
Das Trägheitsnavigationssystem Typ LN3 der US-Firma Litton wurde in Deutschland (Freiburg) hergestellt, das NASARR-Radargerät in Lizenz bei Telefunken in Ulm – ebenso die Sidewinder Luft/Luft Lenkflugkörper bei der Bodenseewerk Gerätetechnik GmbH (Überlingen).
Canadair (Kanada) war Zulieferer für verschiedene Komponenten der europäischen Fertigung und an Lockheed selbst.
1958 befürworteten der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß und die Bundesluftwaffe die Einführung des modernen Starfighters, um die bisherigen verschiedenen Kampfflugzeugtypen u. a. F-86F Sabre, F-84F Thunderstreak und RF-84F Thunderflash durch ein Mehrzweckkampfflugzeug zu ersetzen. Allerdings war einer der Aufträge des Jets bald obsolet geworden. Die F-104G wurde nicht mehr benötigt, um sowjetische Bomber mit Luft-Luft-Raketen in großer Höhe anzugreifen, da ein Großteil der Bomber durch Interkontinentalraketen ersetzt wurden.
Die Bundeswehr setzte von Sommer 1960 bis zur Ausmusterung am 22. Mai 1991 insgesamt 916 Starfighter ein; davon gingen knapp ein Drittel, nämlich 292 Maschinen, durch Unfälle verloren. Allein von 1961 bis 1964 waren es 64 Maschinen. Bis 1991 verunglückten 116 deutsche Piloten tödlich. Im Jahr 1970 unter anderem auch der Marineflieger Olt. z. S. Joachim von Hassel[1], Sohn des damaligen Bundestagspräsidenten Kai-Uwe von Hassel. Fürsprecher des Starfighters betonten dagegen, dass die F-104 besonders in ihren letzten Dienstjahren bei der Luftwaffe durchaus beliebt gewesen sei. Viele Piloten seien enttäuscht gewesen, als ihre Geschwader auf die F-4 Phantom II oder die Panavia Tornado umgerüstet wurden.
Die Bundeswehr setzte den Starfighter als Jäger in den Jagdgeschwadern 71 und 74, als Jagdbomber in den Jagdbombergeschwadern 31, 32, 33, 34 und 36, als Aufklärer in den Aufklärungsgeschwadern 51 und 52 sowie zur Seezielbekämpfung in den Marinefliegergeschwadern 1 und 2 ein. Die Ausbildung erfolgte bei der USAF in den USA sowie bei der Waffenschule der Luftwaffe 10 in Nörvenich (später Jever). Das Jagdbombergeschwader 31 war zudem am 20. Juni 1962 als erster Starfighter-Verband einsatzbereit.
Die Bundeswehr nutzte dabei die Versionen F-104G in unterschiedlichen Rüstzuständen als Jäger, Jagdbomber und zur Seekriegsführung. Weiterhin die RF-104G, welche statt der Bordmaschinenkanone der F-104G mit mehreren Kameras zur Aufklärung ausgerüstet war. Zur Ausbildung wurde in den ersten Jahren die F-104F, ein zweisitziger Trainer auf Basis der F-104D der USAF, genutzt, da die eigentlich vorgesehene TF-104G, ein ebenfalls zweisitziger Trainer auf Basis der F-104G, noch nicht fertig war. Diese wurden aber relativ schnell durch die TF-104G ersetzt und ausgemustert.
Nachdem es innerhalb der Luftwaffe bereits einige Kunstflugteams mit verschiedenen Flugzeugmustern in den Flugzeugführerschulen A und B gab, die breites Interesse bei der Bevölkerung fanden, und Formationsflüge von bis zu vier F-104F im normalen Übungsflugbetrieb wie auch bei der ersten öffentlichen Vorstellung des Flugzeuges im September 1961 in Fürstenfeldbruck ohne Probleme verliefen, entschied die Bundeswehr ein Kunstflugteam mit F-104 aufzustellen. Dieses sollte die Fähigkeiten der F-104 demonstrieren. Die erste Darbietung war für den 20. Juni 1962 angesetzt, dem Tag der Indienststellung des Starfighters beim JaboG 31. Einen Tag vorher stürzte jedoch die Formation aufgrund eines Pilotenfehlers ab, vier Flugzeugführer fanden den Tod. Die Luftwaffe löste daraufhin alle Kunstflugteams auf.
Bei den Marinefliegern der Bundeswehr wurde ab den 1970er Jahren ein Display-Team aus zwei Maschinen bei diversen Flugtagen vorgeführt, zum Ende des Jahrzehntes wurden diese Vorführungen wieder eingestellt. Für den Flugtag auf der Marinefliegerbasis Eggebek im Jahr 1983 plante man allerdings erneut eine einmalige Vorführung mit zwei Starfightern, wobei aber keine Kunstflugmanöver mehr geflogen werden sollten sondern lediglich Demonstrationen der Taktik. Durch parallelen Flug zu den Zuschauern wurden Risiken im Falle eines Absturzes verringert. Das Konzept erwies sich als überaus erfolgreich, und die Maschinen führten von da an unter dem Namen „Vikings“ weitere Schauflüge durch. Die „Vikings“ erlangten vor allem im Ausland große Popularität und unternahmen sogar eine Abschiedstour quer durch die USA, wobei sogar die Golden Gate Bridge in San Francisco im Tiefflug überflogen werden durfte. Im Inland sorgte dieses Team dafür, den Ruf der F-104 zu verbessern. Den letzten Auftritt mit Starfightern hatten die Vikings 1986 beim Flugtag des JG 74 in Neuburg, die Tradition wurde danach auf dem Tornado fortgesetzt.
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Typ: | Jagdbomber |
| Länge: | 16,66 m |
| Flügelspannweite: | 6,36 m |
| Flügelfläche: | 18,22 m² |
| Flügelstreckung: | 2,22 |
| Tragflächenbelastung: |
|
| Höhe: | 4,09 m |
| Leergewicht: | 6.350 kg |
| Normales Startgewicht: | 9.365 kg |
| Maximales Startgewicht: | 13.170 kg |
| Höchstgeschwindigkeit: | Mach 1,74 bzw. 1.845 km/h (auf optimaler Höhe) |
| Steiggeschwindigkeit: | 244 m/s |
| Dienstgipfelhöhe: | 15.240 m |
| Einsatzradius: |
|
| Überführungsreichweite: | 2.623 km |
| Besatzung: | 1 Pilot |
| Triebwerk: | ein General Electric J79-GE-11A-Strahltriebwerk |
| Schubleistung: |
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| Schub-Gewicht-Verhältnis: |
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| Stückpreis: | 1,42 Million US-$ |
| Bewaffnung: |
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| Zivile Baureihen | Vega – 9 Orion – 10 Electra – 12 Electra Junior – 14 Super Electra – L-1049 – L-188 Electra – L-1329 JetStar – L-1011 TriStar |
| Militärische Baureihen | A-12 – A-28/A-29 – B-34 – C-5 – C-130 – C-141 – F-16 – F-22 – F-35 – F-94 – F-104 – F-117 – P-2 – P-3 – P-38 – P-80 – PV – S-3 – SR-71 – T-33 – U-2 – XFV-1 – XV-4 |
Strahlgetriebene Kampfflugzeuge: Eurofighter Typhoon | MiG-29 | Tornado | Alpha Jet | F-4F Phantom II | F-104G Starfighter | Fiat G.91 | Sea Hawk | F-84 Thunderstreak
Schulflugzeuge: Piper PA 18 | Northrop T-38 | Cessna T-37 | Grob G 120A
Verbindungsflugzeuge: Dornier Do 27 | Dornier Do 28 | Piaggio P.149
Hubschrauber: Kampfhubschrauber UHT Tiger | Schulungshubschrauber EC 135 | Transporthubschrauber CH-53G/GS | NH90 | Panzerabwehrhubschrauber BO 105VBH / BO 105P | Westland Mk.88 „Sea Lynx“ | Sikorsky S-61 „Sea King“ | Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1D | Eurocopter AS532U2 | Bristol 171
Transportflugzeuge: Airbus A310 | Transall | Airbus A400M | Canadair CL-601 | Noratlas
Marineflugzeuge: Dornier Do 228 | Breguet Atlantic | Lockheed P-3
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."