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Stammesherzogtum Sachsen :

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Stammesherzogtum Sachsen

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Das Stammesherzogtum Sachsen, auch Altsachsen genannt, war ein frühmittelalterliches Stammesherzogtum zwischen dem Niederrhein und der Unterelbe. Es entstand aus dem Siedlungsgebiet der Sachsen, welches zwischen 772 und 804 etappenweise durch Karl dem Großen erobert und dem Frankenreich angeschlossen wurde. Das erste Herzogtum Sachsen hatte bis 1180 Bestand.

Das Kerngebiet des sächsischen Herzogtums umfasste das Gebiet der heutigen Länder Niedersachsen, Holstein, Westfalen-Lippe und den nördlichen Teil von Sachsen-Anhalt. Heinrich der Löwe erweiterte durch Eroberung der später Mecklenburg und Pommern genannten Gebiete das Herzogtum Sachsen nach Osten.

Zu dem heutigen Bundesland Sachsen (Obersachsen) gibt es keinen direkten Bezug. Der Titel eines Herzogs von Sachsen ging mit der Kurwürde auf das Gebiet des heutigen Freistaates über.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Überlieferungen

Nach einer Mitte des 10. Jahrhunderts von Widukind von Corvey aufgeschriebenen Herkunftssage der Sachsen waren diese, von den Franken als Verbündete gegen die Thüringer angeworben, aus Britannien gekommen und zuerst in Hadeln in der nördlichen Spitze des Elbe-Weser-Dreiecks gelandet. Von dort aus habe sich das sächsische Volk nach Süden bis nach Westfalen ausgebreitet. Vermutlich vermischten sich hier Traditionen und bezogen eine mögliche Rückwanderung ein. Nach anderer Überlieferung, die durch Urnenbefunde gestützt wird, eroberten im 5. Jahrhundert Sachsen, u. a. aus dem Elbe-Weser-Dreieck, unter der Führung eines sagenhaften Brüderpaars Hengist und Horsa Britannien, welches die Römer wegen des Zerfalls ihres Imperiums nicht mehr halten konnten. Dies wären die ersten Sachsenführer, deren Namen überliefert wären. Bemerkenswert ist, dass es im Elbe-Weser-Dreieck in der Nähe von Stade dem Ort Harsefeld gibt, der im Mittelalter auch Rosenfeld genannt wurde. Damit sind nicht Rosen, sondern Rosse gemeint, so dass es die gleiche Bedeutung wie Horsa (= eng. horse) hat. In Harsefeld, welches ab 1000 als Stift und Kloster Grablege der Udonen war, bestand nach der Klosterchronik zuvor ein heidnisches Heiligtum, vermutlich ein Pferdehain, aus dessen Holz die erste Kirche gebaut wurde.

Gestützt auf Ergebnisse der Ortsnamenforschung wird neuerdings in Zweifel gezogen, dass der sächsische Stamm sich von Hadeln aus südlich verbreitete. Allerdings liegen konkrete Untersuchungen der Ortsnamenforschung für das Elbe-Weser-Dreieck, nach der Sage die Wiege des Stammes, nicht vor.

[Bearbeiten] Vorchristliche Zeit

Es ist fraglich, ob es vor der Eroberung und Christianisierung durch Karl den Großen in Sachsen schon ein Stammesherzogtum mit einer Person oder gar einer Familie, in deren Händen dauerhaft die Führung des ganzen Sachsenstammes lag, gab. Nach Widukind von Corvey waren Herzöge zunächst das, was der Name aussagt: derjenige, der in Kriegszeiten ausgewählt war, vor dem Heer herzuziehen (dux belli).

Die fränkischen Reichsannalen beginnen 741. Anno 743 führte der Hausmaier Karlmann ein Heer nach Sachsen, eroberte die Hochseeburg und machte den Sachsen Theoderich tributpflichtig. Im nächsten Jahr unterwarfen Karlmann und sein Bruder Pippin den Theodericus Saxo erneut. Ihr Bruder Grifo, mit dem sie um die Herrschaft im Frankenreich kämpften, floh 747 mit seinem Gefolge zu den Sachsen und sammelte ein sächsisches Heer. In diesem Zusammenhang kam es zu den ersten schriftlichen Erwähnungen von Orts- und Flußbezeichnungen (Ohrum (Orheim) und Schöningen (Scahaningi) nebst den dortigen Flüssen Oker (Obacra) und Missaue (Missaha)). Von dort aus eroberte er 748 vorübergehend das Herzogtum Bayern.

Nachdem der Hausmaier Pippin 750 den letzten Merowingerkönig Hildrich in ein Kloster gezwungen und sich selbst zum König hatte wählen lassen, führte er 753 erneut ein Heer nach Sachsen, wobei weder der Anlass noch der sächsische Heerführer bekannt sind. 758 machte König Pippin das Sachsenvolk (vermutlich nur Teilstämme in Westfalen) tributpflichtig. Seine Söhne Karlmann und Karl teilten das Reich ihres Vaters unter sich.

[Bearbeiten] Eroberung von Sachsen

Hauptartikel: Sachsenkriege

Nach dem Tod seines Bruders Karlmann begann Karl der Große 772 mit der Eroberung von Sachsen. Der Ablauf wiederholte sich jahrzehntelang. Wenn Karl der Große siegreich war, unterwarfen sich die Sachsen, versprachen Frieden und Tribut und stellten dafür Geiseln. Vermutlich andere Sippen, die an den Abmachungen nicht beteiligt waren, machten im nächsten Jahr Raubzüge in fränkische Gebiete und stachelten die Auseinandersetzungen wieder an. Teilweise opferte man auch bewusst die Geiseln.

Widukind von Corvey berichtet, dass der sächsische Stamm in drei große Teilstämme aufgeteilt war, nämlich die Ostsachsen bzw. Ostfalen, die Engern und die Westfalen. Diese Dreiteilung wird dadurch bestätigt, dass nach den Reichannalen die Teilstämme unter ihrem jeweiligen Heerführer separate Vereinbarungen trafen. 775 unterwarfen sich an der Ocker zunächst die Ostsachsen unter der Führung von Hassio und stellten Geiseln. In demselben Jahr stellten im Raum Bückeburg die Engern mit ihrem Anführer Bruno nach einer Niederlage gegen Karl den Großen Geiseln. Eine anderes fränkisches Heer war zu der Zeit bei Lübbecke an der Weser von den Westfalen, vermutlich unter der Führung Widukinds, angegriffen worden. Als Karl der Große mit dem Hauptheer angriff, zwang er auch die Westfalen, sich zu unterwerfen und Geiseln zu stellen.

Schon im nächsten Jahr opferten die Sachsen ihre Geiseln und schleiften die Eresburg, in der Karl der Große eine fränkische Besatzung gelassen hatte. Auch hier war der Vergeltungsschlag Karls des Großen noch in 776 erfolgreich. Er zwang die besiegten Westfalen an der Quelle der Lippe zur Taufe. 777 setzte Karl der Große erstmals einen Reichstag in Sachsen, nämlich in Paderborn, an, zu dem er auch die tributpflichtigen Sachsen vorlud. Widukind erschien nicht, sondern war mit seinem Gefolge zu den Nordmannen geflohen. Es ist nicht ganz sicher, ob damit die drei sächsischen Gaue in Nordalbingien oder das angrenzende Dänemark gemeint war. Vielleicht war Widukinds Mutter oder Frau eine dänische Prinzessin. 778 bewog Widukind die Sachsen erneut zum Aufstand, der sie bis vor die Tore Kölns führte, aber letztlich wieder scheiterte. 779 überrollte Karl der Große die Westfalen und nahm von den Engern wieder Geiseln. 780 führte er sein Heer von Westfalen aus bis zur Elbe und zwang die Bewohner des Bardengaus (Raum Bardowick/Lüneburg) sowie auch Sachsen nördlich der Elbe zur Taufe. 782 hatte Karl der Große einem Einfall der Slaven in sächsische und thüringische Gebiete gemeldet bekommen. Er schickte seinen Kämmer, seinen Marschall und einen Pfalzgrafen, ein ostfränkisch-sächsisches Heer gegen die Slaven auszuheben. Als seine Legaten erfuhren, dass Widukind die Sachsen erneut zum Aufstand geführt hatte, führten sie ihre ostfränkischen Truppen gegen ihn und erlittet eine vernichtende Niederlage, die zwei der Legaten und vier Grafen unter ihrem Kommando das Leben kostete. Karl der Große rächte ihren Tod in demselben Jahr mit dem Blutbad bei Verden an der Aller, bei dem 4.500 aufständische Sachsen gerichtet worden sein sollen. Widukind floh wieder zu den Nordmannen. 783 gewann Karl der Große Auseinandersetzungen in Detmold, Paderborn und an der Haase. Er überquerte die Weser und rückte erneut bis zur Elbe vor. 784 bekämpfte Karl der Große die Ostfalen und sein gleichnamiger Sohn die Westfalen. Selbst ein zusätzlicher Winterfeldzug wurde in diesem Jahr nötig. 785 war der Widerstand der Sachsen soweit gebrochen, dass Karl der Große wieder eine Reichsversammlung in Paderborn abhalten und ohne Auseinandersetzungen bis zum Bardengau vorrücken konnte. Dort begann er Verhandlungen mit Widukind und dessen Schwager Abbi, die sich unterwarfen und taufen ließen. Beide scheinen Grafschaften zugesagt und erhalten haben. Spätestens mit der Taufe Widukinds gehörten die Sachsen jetzt zum fränkischen Reich und Aufgebot. Direkte Nachrichten über die Führer der sächsischen Abteilungen gibt es nicht. Karl der Große betrieb aber eine rege Heiratspolitik. Als Amtsgrafen in den sächsischen Gauen setzte er sächsische Adlige, die fränkische Frauen erhalten hatten, ein – vermutlich zumindest teilweise ehemalige Geiseln. Den Oberbefehl erhielten Franken, deren Frauen aus vornehmen Sippen der Sachsen stammten. Sächsische Kontingente sind 787, 788, 789 und 791 bezeugt. 793 rieben Sachsen in Rüstringen (linkes Ufer der Unterweser) eine Abteilung unter dem Kommando eines Königsverwandten Graf Theoderich auf. 794 führten Karl der Große und sein Sohn Karl wieder zwei Heere im Zangengriff gegen die Sachsen, die sich daraufhin ergaben. 795 töteten die Sachsen in Lüneburg den Slavenkönig Witzin, der ein enger Verbündeter und vielleicht Statthalter Karls des Großen war, was der Frankenkönig erfolgreich rächte. 796 brach er einen Feldzug nach Sachsen ergebnislos ab, um im nächsten Jahr das Elbe-Weser-Dreieck zu erobern. 798 begannen die Nordalbingier den Aufstand, die Karl der Große durch seinen Legaten und den Fürsten der Abodriten niederschlagen ließ. Im nächsten Jahr hielt Karl der Große Hof in Paderborn und schickte seinen Sohn Karl mit der Hälfte des Heers weiter, die Verhältnisse im Bardengau weiter zu stabilisieren. 802 schickte er ein sächsisches Heer gegen die weiterhin aufständischen Nordalbingier. Im Sommer 804 beendete er die Sachsenkriege endgültig, indem er im Elbe-Weser-Dreieck und nördlich der Elbe die Aufständischen besiegte und die Überlebenden mit Frau und Kind in das Frankenreich deportieren ließ. Nordalbingien überließ er den mit ihm verbündeten Abodriten, da ihm ein weiteres Vorrücken über die Elbe hinaus zu gefährlich erschien. Der Dänenkönig Godofrid hatte sein Aufgebot und seine Flotte bei Schleswig zusammengezogen.

[Bearbeiten] Karolingische Amtsträger

Nach den Sachsenkriegen - sicherlich auch schon während dessen - gab es in Sachsen zunächst Grafen, die vom König bzw. Kaiser situationsbedingt mit besonderen Befugnissen ausgestattet wurden. Dabei wurden Amtsträger bevorzugt, die einerseits familiäre Bindungen zum Königshaus und andererseits zu den vornehmen sächsischen Sippen hatten.

Zumindest zeitweiliger Oberbefehlshaber in Sachsen war des Königs Vetter Wala, der 811 als vornehmster Franke an der Eider den Frieden mit den Dänen beschwor. Walas Vater Graf Bernhard war ein Sohn Karl Martells und damit ein Onkel Karls des Großen; seine Mutter jedoch eine vornehme Sächsin.

Im Rahmen der Auseinandersetzungen mit den Dänen war 809 einem Grafen Ekbert von Kaiser das Kommando über die sächsischen Grafen für einen Vorstoß über die Elbe nach Nordalbingien gegeben worden, der die fränkische Burg Esesfelt (Itzehoe) errichten ließ. 811 war ein Graf Ekbert einer der Grafen, die mit Graf Wala für die fränkische Seite Frieden schworen. Es wird angenommen, dass es sich hierbei um den Grafen Ekbert handelt, welcher nach der Überlieferung aus Sachsen stammte, die spätere heilige Ida von Herzfeld heiratete und angeblich noch von Karl dem Großen zum Herzog der Sachsen zwischen Rhein und Weser ernannt wurde. Ob dux Ekbert Sachse oder doch Franke war, ist umstritten. Die Politik Karls des Großen spricht mehr für die Überlieferung seiner sächsischen Herkunft. Da seine Nachkommen sich karolingischer Herkunft rühmten, wird seine Frau Ida mit Karl dem Großen verwandt gewesen sein. In einer Überlieferung aus 860/877 wird Ekbert als Graf und Herzog bezeichnet. Es ist anzunehmen, dass Graf Ekbert erst nach dem Tode Karls des Großen eine herzogähnliche Stellung zwischen Rhein und Weser dadurch erlangte, als Graf Wala zusammen mit seinen Brüdern 814 durch Kaiser Ludwig den Frommen gezwungen wurde, Mönch zu werden.

Graf Ekberts Sohn Cobbo I. wird in einer westfränkischen Quelle zweimal als Herzog tituliert, während in sächsischen Quellen nur seine herausragende Stellung als Graf betont wird. 845 führte er im Auftrag von Ludwig dem Frommen das sächsische Aufgebot gegen die Normannen, die zuvor die Hammaburg erobert hatten.

838 wird in Le Mans ein Graf Banzleib als sächsischer Markgraf und Parteigänger Ludwigs des Frommen bezeichnet, der sein Amt mit dessen Tod wieder verloren zu haben scheint.

[Bearbeiten] Jüngeres Stammesherzogtum

[Bearbeiten] Liudolfinger (Ottonen)

Nach Widukund von Corvey bestand Sachsen schon vor der fränkischen Eroberung aus den Teilen Engern, Westfalen, und Ostfalen. Es ist unklar, ob Nordalbingien ursprünglich zu Engern gehörte oder einen selbständigen Teil bildete. Zumindest die Dreiteilung wird dadurch bestätigt, dass während der Sachsenkriege sich jeweils Anführer der Teilstämme ergaben. Auch in karolingischer Zeit ist unklar, inwieweit die Befugnisse des jeweiligen dux gingen.

852 gründete Liudolf, Stammvater der Ottonen, das Kloster Gandersheim. Es wird angenommen, dass er ein Sohn oder Enkel des Ekbert war, der nach der Überlieferung das Dukat zwischen Rhein und Weser innehatte. Gesichert ist das aber nicht. Liudolf wird zeitgenössisch nur als Graf bezeichnet. Erst als seine Nachkommen die Königswürde erlangt haben, wird er als Herzog des östlichen Sachsens, also von Ostfalen, vereinzelt aber auch ohne diese Einschränkung, tituliert. Er war mit der Tochter eines fränkischen Fürsten Billing verheiratet, was zu dem Muster der karolingischen Amtsträger in Sachsen passt. 866 starb er.

Die Stellung der Liudolfinger in Sachsen verstärkte sich, als Liudolfs Tochter Liutgard vermutlich 869 den Karolinger Ludwig den Jüngeren, einen Sohn des ostfränkischen Königs Ludwig der Deutsche, heiratete. Als Ludwig der Deutsche 876 starb, wurde die Sächsin Liutgard neue Königin des Ostfränkischen Reichs. Vermutlich verdankte Brun, der älteste Sohn Liudolfs, es seiner königlichen Schwester, dass er als dux das sächsische Aufgebot gegen die Wikinger führte, was ihn jedoch 880 das Leben kostete. Herzog Brun gilt nach der Überlieferung als Stammvater der Brunonen. Ob er nur über die Ostfalen gebot oder seine Befugnisse weiter gingen, ist unbekannt.

Die Aufgabe, an der Herzog Brun gescheitert war, übernahm zunächst weder ein Nachkomme noch sein Bruder Otto. König Ludwig der Jüngere hatte bereits als Thronfolger 866 den Babenberger Graf Heinrich als seinen princeps militae eingesetzt. Er scheint ähnlich wie Graf Cobbo I. in Westfalen und ggf. auch in Engern eine herzogsähnliche Stellung bekleidet zu haben. Als Ludwig der Jüngere 882 erbenlos starb, übernahm sein Bruder Kaiser Karl der Dicke auch das ostfränkische Reich. Karl der Dicke stützte sich auf den bewährten Feldherrn seines Bruders und ernannte ihn zum Herzog des Ostreichs (Austrien). 884 führte er die Sachsen gegen die Normannen, 885 befreite er Friesland vom dänischen Einfluss. 886 fiel jedoch Herzog Heinrich gegen die Normannen vor Paris, als sein Pferd in eine Fallgrube stürzte. Mit dem Verlust seines fähigsten Vasallen war auch das Schicksal des Kaisers gesiegelt. 887 wurde er wegen Unfähigkeit zur Abdankung gezwungen.

Nun wurde Bruns jüngerer Bruder Otto der Erlauchte neuer Herzog. Er war höchstwahrscheinlich der Schwiegersohn von Herzog Heinrich, dessen Tochter Hathui (Hedwig) er geheiratet hatte. Da er vermutlich die Stellung seines eigenen Vaters Liudolf in Ostfalen und die seines Schwiegervaters in den anderen Teilbereichen Sachsens vereinigte, bildete sich unter Herzog Otto das jüngere Stammesherzogtum des sächsischen Stammes heraus. In der Babenberger Fehde unterlagen die Brüder der sächsischen Herzogin 906 gegen die Konradiner im Kampf um die Vorherrschaft in Franken. Vermutlich flüchteten die verbliebenen Babenberger in den Schutz Ottos des Erlauchten und seiner Frau. 911 wurde der fränkische Herzog Konrad der Jüngere zum ostfränkischen König (Konrad I.) gewählt. Die Krone soll zunächst Otto dem Erlauchten angetragen worden sein, der darauf verzichtete. 912 starb Herzog Otto.

Da die beiden älteren Söhne Herzogs Otto vorverstorben waren, folgte ihm als Herzog von Sachsen sein Sohn Heinrich, höchstwahrscheinlich benannt nach dem Großvater mütterlicherseits Herzog Heinrich († 886). Als der Konradiner Konrad I. 919 starb, wurde der Sachsenherzog Heinrich als Heinrich I. auf dem Reichstag von Fritzlar zum König des ostfränkischen Reiches gewählt.

Nach späterer Auffassung hätte Heinrich I. als König das Herzogtum Sachsen, welches nach dem Sachsenspiegel zu den sächsischen Fahnenlehen gehörte, nicht behalten dürfen. Seine Machtbasis war aber vermutlich zu schmal, um es aus der Hand zu geben. Er beauftragte daher enge Vertraute und Verwandte, als Legaten Aufgaben innerhalb Sachsens zu erfüllen. Wichtigster Legat war dabei Graf Siegfried von Merseburg, der als zweiter nach dem König galt und dem in der Abwesenheit des Königs Sachsen anvertraut wurde. Graf Siegfried war der Cousin von Heinrichs erster Frau und vielleicht zusätzlich dessen Schwager.

Heinrich I. hatte sich wegen angeblicher Ehehindernisse von seiner ersten Frau scheiden lassen und um 910 - noch als Graf - seine zweite Frau Mathilde aus der Nachkommenschaft des westfälischen dux Wikukind geheiratet. Aus dieser Ehe wurde 912 als ältester Sohn Otto geboren. 929 wurde dieser von seinem Vater unter Verdrängung seines älteren Halbbruders Thankmar zum Thronfolger bestimmt und vereinzelt schon als König bezeichnet. Otto I. wurde 936 kurz nach dem Tod des Vaters zum römisch-deutschen König gewählt und in Aachen gesalbt.

[Bearbeiten] Billunger

Otto I., genannt Otto der Große, folgte für Sachsen der Politik seines Vaters und belehnte keinen eigenen Herzog damit. 938 ernannte er unter Zurücksetzung von dessen älteren Bruder Wichmann I. und anderer Hermann Billung zum princeps militiae gegen die Redarier, deren früherer Legat Graf Bernhard († 935) höchstwahrscheinlich schon ein früher Billunger gewesen war. Später wurde Hermann Billung als Markgraf der sogenannten Billunger-Mark tituliert. Nach den Quellen wurde er 953, 961 und 966 mit der Vertretung des Königs in Sachsen beauftragt, wobei unklar bleibt, ob sich seine Befugnisse auf ganz Sachsen erstreckten. Die Hofkanzlei vermied für Hermann Billung die Bezeichnung dux, er wird nur vereinzelt in zeitgenössischen Quellen so genannt. Neben Hermann Billung setzte Otto I. Legaten ein. Einer davon war Graf Heinrich I. von Harsefeld/Stade, genannt der Kahle; nach dem Zeugnis seines Enkels Thietmar von Merseburg ein enger Verwandter des Königs und höchstwahrscheinlich ein Verwandter - vermtl. Bruder - von Hermann Billungs Frau Oda. Graf Heinrich I. wurde zunächst beauftragt, für die minderjährigen Söhne des 944 gestorbenen Wichmann I. dessen Grafschaft beidseits der Niederelbe zu verwalten. Graf Heinrich der Kahle unterstützte seinen mutmaßlichen Schwager Hermann Billung in den Auseinandersetzungen mit den Grafen Wichmann II. und Ekbert der Einäugige. Sie waren die Söhne von Wichmann I. und väterlicherseits Neffen Hermann Billungs sowie mütterlicherseits Königsverwandte. Als Hermann Billung jedoch 971, während Otto I. in Rom weilte, als dessen Stellvertreter königsgleiche Privilegien für sich beanspruchte, floh Graf Heinrich der Kahle zu seinem Verwandten nach Italien, um von dort mit Vollmachten für eine Maßregelung Hermann Billungs und seiner Verbündeten zurückzukehren.

Als Otto I. 961 zum zweiten Mal Hermann Billung mit seiner Stellvertretung beauftragt hatte, bereitete er sich auf die Heerfahrt gegen Oberitalien und Rom vor. Vorsorglich hatte er auch seinen siebenjährigen Sohn Otto II. zum Mitkönig gekrönt. Siegreich in Rom angekommen, wurde Otto I. zum Kaiser gesalbt. Während der dritten Stellvertretung durch Hermann Billung ließ Otto der Große 967 seinen Sohn Otto. II. zum Mitkaiser erheben. Otto II. heiratete 972 in Rom die byzantinische Prinzessin Theophanu. Im nächsten Jahr starben zunächst im März 973 Hermann Billung in Quedlinburg und im Mai 973 Otto der Große in seiner Pfalz Memleben, wodurch Otto II. formal zum Alleinherrscher wurde.

Trotz der frühen Bemühungen Ottos des Großen, seinem Sohn Otto II. die Herrschaft zu sichern, war dessen Stellung nicht unangefochten. Oft in Italien weilend und mit einer Ausländerin verheiratet, hatte Otto II. nördlich der Alpen nicht den Rückhalt wie seiner Vater. Er konnte Bernhard I., dem ältesten Sohn Hermann Billungs, die Stellung als Herzog der Sachsen nicht verweigern oder beschneiden.

Das Herzogtum Sachsen um das Jahr 1000

Ob Herzog Bernhard I., der wie sein gleichnamiger Sohn auch Benno genannt wurde, noch durch Otto den Großen belehnt wurde oder dies erst durch Otto II. geschah, ist unbekannt. Durch die rasche Todesfolge der Ottonen wurde die Stellung des Sachsenherzogs weiter gestärkt. Otto II. starb 983 in Rom. Sein Sohn Otto III. folgte schon 1002 seinem Vater in den Tod. Heinrich II. mußte den Sachsen zu Händen ihres Herzogs erst ihre alten Rechte zusichern, bevor sie ihn zum König wählten. 1011 starb Herzog Bernhard I. in demselben Jahr wie sein Bruder Graf Liudger.

Bernhard II. wurde als ältester Sohn Bernhards I. Herzog von Sachsen und blieb dies bis zu seinem Tod im Jahr 1059.

Ihm folgte 1059 sein Sohn Ordulf, auch Otto genannt, der seit 1042 mit Wulfhild, der Halbschwester des dänisch-norwegischen Königs Magnus, verheiratet war.

1066 Ordulfs Sohn Magnus betreibt den Sturz des Erzbischofs Adalbert von Bremen. Herzog Magnus wird mit dem Tod seines Vaters 1072 neuer Herzog. 1106 stirbt er ohne männlichen Erben, womit die Billunger-Dynastie endet.

[Bearbeiten] Epigonen

Die billungischen Lande gehen über Magnus Töchter Wulfhild und Eilika an die Welfen und Askanier. Lothar von Süpplingenburg wird Herzog von Sachsen.

1112 wird Otto von Ballenstedt von Heinrich V. zum Herzog von Sachsen ernannt. 1115 besiegt Lothar von Süpplingenburg den Kaiser in der Schlacht am Welfesholz und wird 1125 in Mainz zum König (Lothar III.) gewählt. Er stirbt 1137. Der Welfe Heinrich X. der Stolze, seit 1126 bereits Herzog von Bayern, und Ehemann Gertruds, der Tochter Lothars III., wird sächsischer Herzog. 1138 strebt Heinrich X. nach der Königswürde, gerät jedoch in Reichsacht. Die Herzogwürde wird vom neuen König Konrad III. an den Askanier Albrecht der Bär (Schwiegersohn von Magnus) übergeben. Nachdem 1139 Heinrich X. gestorben ist, verzichtet 1141 Albrecht der Bär auf die sächsische Herzogwürde, da er sich gegen die Macht der Welfen nicht durchsetzen kann.

1142 gibt König Konrad III. die Herzogwürde an den Welfen Heinrich den Löwen. Dieser betreibt eine besonders intensive Expansionspolitik. Heinrich unterwirft die Slawen in Mecklenburg und Pommern (Slawenfeldzüge). 1180 entzieht Kaiser Friedrich Barbarossa Heinrich dem Löwen das Lehen. Während der Herzogstitel an die Askanier unter Bernhard I. geht (s. Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg), entstehen auf dem Territorium des ehemaligen Herzogtums mehrere dutzend Nachfolgestaaten, u. a. übernehmen die Erzbischöfe von Köln das Herzogtum Westfalen-Engern.

[Bearbeiten] Herrscherhäuser

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

Stammesherzogtum Sachsen - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Stammesherzogtum Sachsen - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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