Die Stadtmauern von Babylon waren der Festungsgürtel der antiken Stadt Babylon und gehörten zu den sieben Weltwundern der Antike. Nach ihrem Verfall wurden sie jedoch aus der Liste gestrichen und durch den Leuchtturm von Alexandria ersetzt. In seiner Gesamtheit betrachtet spricht man nur von einer Mauer.
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Die Mauern von Babylon sind nach den Pyramiden von Gizeh das zweitälteste der sieben Weltwunder. Sie wurden um 600 v. Chr. von König Nebukadnezar II. errichtet. Zu dieser Zeit war Babylon die Hauptstadt des neubabylonischen Reiches und wuchs gerade zur ersten wirklichen Weltstadt der Geschichte heran. Nebukadnezars visionäres Ziel war es, Babylon größer und schöner zu machen, als es je zuvor eine Stadt war. Mit seiner Bauwut übertraf er selbst seinen Vater, Nabopolassar, den Gründer Babylons. Nebukadnezar verfügte über die Reichtümer Assyriens, Syriens, Jerusalems und Palästina. Er gab den Auftrag zu zahlreichen majestätischen Bauten innerhalb der Stadt. Auch was die Befestigungsanlage der Stadt betraf, hatte er neue Pläne. Die alten Mauern, die sein Vater errichtet hatte, schienen ihm für eine solch glanzvolle Stadt mit ihren prächtigen Tempeln, den hohen Türmen und feierlichen Prozessionsstrassen einfach zu klein, zu bescheiden und ungenügend. Nach seiner Ansicht brauchte die Stadt einen größeren Wall, der die Feinde vor Ehrfurcht erstarren ließ und die Bewohner der Stadt zum Staunen brachte. So ist ein antiker Text in Keilschrift von Nebukadnezar erhalten, in dem es heißt: "Was kein König vor mir getan hat, tat ich, 4000 Ellen Land (ca. 2km) seitwärts der Stadt, fern, unnahbar, ließ ich eine gewaltige Mauer, gen Osten zu, Babylon umschließen. Ich vollendete Babylon." Obwohl Nebukadnezar oft Ruhmsucht nachgesagt wird, so hatte zumindest die Errichtung der riesigen Stadtmauern ganz pragmatische Gründe. Bei den Städten der Antike handelte es sich um Festungen und ein riesiger Mauerring musste den Wohnplatz der Einwohner wie ein schützender Gürtel einheitlich umspannen. Da Babylon die größte Stadt des antiken Orients war, auch Ninive nicht ausgenommen, lag es also nahe, einen der Größe und dem Glanz der Stadt entsprechenden Befestigungswall anzulegen. Darüber hinaus schützte der Wall die Stadt bei Hochwasser vor dem Strom des Euphrats. Nach Nebukadnezars Tod wurde die Stadt von den Persern unter Kyros dem Großen und später von den Makedonen unter Alexander dem Großen eingenommen. Beide Herrscher schickten sich an die Stadt zu belagern, um die Mauern nicht berennen zu müssen.
Als Babylon im Laufe der Zeit zerfiel und von der Weltstadt zu einer Kleinstadt sank, am Ende gar zu einem kleinen Dorf schrumpfte, verblasste auch die Schönheit und Erhabenheit der einstigen Weltwundermauern Babylons. Der Verfall des Mauerwerks muss zu Beginn des 3. vorchristlichen Jahrhunderts schon sehr weit fortgeschritten gewesen sein. So ist es auch zu erklären, dass in der zweitältesten Aufzählung der Sieben Weltwunder die babylonischen Mauern gestrichen und dafür der neu errichtete Pharos von Alexandria eingesetzt ist. Heutzutage ist von dem Weltwunder so gut wie nichts mehr erhalten. Nur noch Mauerreste und weithin verstreute Ziegel zwischen Wüste, Bohrtürmen und Ölleitungen zeugen vom einstigen Prachtbau. Während der Ära Saddam Husseins wurden um die Ruinen der alten Stadt Babylon neue Mauern gebaut.
Das alte Babylon, am Ostufer des Euphrats gelegen, war nach Norden, Osten und Süden hin befestigt, durch Mauern und einen 80m breiten Wassergraben. Nach Westen zu schützte der Euphrat und der Wall. Nebukadnezar erweiterte die bereits bestehenden zwei Grabenmauern seines Vaters um eine dritte. Diese baute er längs der anderen und vereinigte sie mit der Böschungsmauer. Er grub ihren Graben bis auf das Grundwasser. Den Uferrand baute er mit Asphaltmörtel und Brandziegeln und fügte ihn mit der ursprünglichen Landmauer zusammen. Mit der Ufermauer umhegte er den Wall vom Babylon. Er vollendete auch die östliche Ufermauer des Arachtu-Kanals, die sein väterlicher Erzeuger vom Ischtar-Tor bis zum Tor des Urasch erbauen ließ. Auf der Westseite des Euphrats entstand ein neuer Stadtteil, der ebenfalls mit Mauern umgeben wurde. So entstand ein Festungsviereck, durch das der Euphrat floss. Darüber hinaus wurde noch weiter draußen eine Außenmauer gebaut, die die östlichen Vorstädte und vielleicht auch noch bebautes Freiland umschloss, wohl um in Kriegszeiten als riesige Fluchtburg dienen zu können.
Ausgrabungen haben ergeben, dass die Ufermauern am Euphrat zwischen 8 bis 10 m waren. Die Befestigungswälle um die Innenstadt herum 17,5 m. Die Außenmauern waren gar 27 bis 30 m stark. Die Befestigungsanlage um den historischen Stadtkern ragte 25m, die Außenmauer 30m hoch auf. Man mauerte innen und außen hoch und füllte den Zwischenraum mit Schutt und Lehm von Grabenaushub. Auf diese Weise entstand eine breite Dammkrone. Auf dem 30 m starken Wall hinter den schützenden Türmen, Zinnen und Schutzbrüstungen wurde ein Fahrweg angelegt von mehr als 12 m Breite, den der Belagerer nicht einsehen konnte. Es war genügend Platz, so dass Gespanne ohne sich zu behindern, aneinander vorüberjagen konnte. Wo immer es einem Angreifer gelingen mochte, die Mauer überraschend zu erklimmen, konnte der Verteidiger von den Bereitstellungsräumen aus vierspännige Streitwagen heranführen. Die Stadtmauern waren so dick, dass auf der Mauerkrone Streitwagen-Quadrigen fahren und wenden konnte.
Über die genauen Ausmaße der Mauern gab es lange nur Spekulationen. Der Text Nebukadnezars enthält keine Maße. Das ist jedoch nicht weiters verwunderlich. Das Bauerwerk galt als unüberwindlich und für die Ewigkeit erbaut. Was nicht in Vergessenheit geraten sollte, war lediglich der ruhmvolle Name des Erbauers. Herodot selbst, der als recht zuverlässiger Beobachter gilt, gibt die Länge der Stadtmauern mit umgerechnet 86 km an. Doch diese Länge ist durch die Jahrhunderte immer wieder stark bezweifelt worden, entspräche sie doch einem Quadrat von über 20 km Seitenlänge. Der deutsche Archäologe Robert Koldewey, der Babylon Anfang des letzten Jahrhunderts ausgegraben hat, stellte fest, dass Herodot mehr als vierfach übertrieben hat, dass die Mauer tatsächlich "nur" 18 km lang war. Auch 18 km sind noch immer riesig. Wie mächtig und groß die Festungsmauern von Babylon waren, kann man beim antiken Schriftsteller Pausanias nachlesen. Pausanias, der die Mauern erst im Zustand des gänzlichen Verfalls gesehen hat, nennt sie noch immer ein gewaltiges Bauwerk; man sei versucht, sich vorzustellen, dass Dämonen mit übermenschlichen Kräften sie zerstört hätten.
Die Mauer war nicht, wie man es sich vielleicht von einem unbezwingbaren antiken Bollwerk erwartet, aus tonnenschweren Steinquadern zusammengefügt, sondern war größtenteils aus gebrannten Lehmziegel geschichtet und mit gestampfter Erde gefüllt. Zwischenräume stopfte man mit Schutt und Lehm. Für die Griechen, die Werksteinmauern aufführten, waren die Festigungswälle von Babylon gerade deshalb bestaunenswert und mitteilungswürdig gewesen. Der römische Satiriker Juvenal schrieb darauf anspielend, die Mauern der Weltstadt Babylon seien "von Töpfern" befestigt worden. Trotz des einfachen Materials haben sich die Wälle auf Grund ihrer enormen Ausmaße dennoch als überaus standhaft erwiesen.
Mehrere Faktoren führten zum Verfall der Mauern. Als der Zahn der Zeit am Bauwerk zu nagen begann, erwies sich das Baumaterial als sehr zerbrechlich und immer anfälliger für Schäden. Auch Überschwemmungen trugen ihren Teil zum Zerfall des Walls bei. Streckenweise war die Festungsmauer Damm für die Fluten des Euphrats. Das Wasser löste mit der Zeit das gelockerte Material auf, schwemmte Erde fort und höhlte die Wälle aus. Die fest gefügten Ziegel wurden weithin zerstreut. Es entstanden zudem Hügel und Bodenwellen, die immer mehr zusammensackten. Das gesamte Bauwerk zerbröckelte langsam und wurde so nutzlos.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."