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Sophisten

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Als Sophisten (griechisch σοφισταί sophistaí, lat. sophistae) bezeichnet man eine Gruppe von griechischen vorsokratischen Gelehrten, die in die Geschichte der antiken Philosophie unter der Bezeichnung Lehrer der Weisheit und der schönen Rede eingegangen sind.

Nach ihren Ansichten und ihren logischen Lehren werden sie in einige Gruppen eingeteilt:

Ähnliche Gedanken fasst auch Friedrich Nietzsche im 19. Jahrhundert, sie finden sich auch im Nihilismus: „das schaffende, wollende, wertende Ich“ werde das „Maß und der Wert der Dinge“. Dieser Satz unterscheidet sich deutlich vom Grundsatz des Sokrates: Ich weiß, dass ich nichts weiß!. Dies macht Nietzsches Haltung gegenüber Sokrates (in: Götzen-Dämmerung) verständlich.

Seit der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts vor der Zeitrechnung wurden in Griechenland alle Menschen als Sophisten bezeichnet, die z. T. gegen Bezahlung die Lehre der Sprechkunst, des Denkens und Prozessierens anboten. Auch zeigten sie besondere Methoden des Auftretens, des Handelns und des selbständigen Denkens. In den Hochzeiten der Sophistik haben ihre Vertreter die Menschen auf die Probleme des subjektiven Faktors im Erkennen und Werten hingewiesen, allerdings im Sinne eines Skeptizismus. In späterer Zeit wurde für die Sophisten auch die Bezeichnung Rhetoren verwendet.

[Bearbeiten] Rezeption

Sokrates und Platon kritisierten die Lehren und das Vorgehen der Sophisten scharf; ihre Kritik wurde von zahlreichen Wissenschaftlern und Politikern übernommen und fortgeführt. So nannte auch Aristoteles die Sophisten „Lehrer der Scheinweisheit“. In seinem Traktat Über sophistische Widerlegungen gab er eine systematische Darstellung der Widerlegungen sophistischer Tricks, mit deren Hilfe man im Streitgespräch den betrügerischen Anschein eines Sieges erzielen kann.

Theodor Gomperz gab folgendes Urteil ab:

Platons Sophisten-Verhöhnung steht auf der gleichen Linie mit Schopenhauers Schmähung der 'Philosophenprofessoren' oder mit Auguste Comtes Ausfällen gegen die 'Akademiker' (in: Griechische Denker, 3 Bände, 1896 bis 1909)

Thomas von Aquin bezeichnet die Sophisten als qui apparent scientes et non sunt. (die als Wissende erscheinen und es nicht sind.)

Bei Immanuel Kant findet sich eine ähnliche Bewertung:

Es giebt also eine natürliche und unvermeidliche Dialektik der reinen Vernunft, nicht eine, in die sich etwa ein Stümper durch Mangel an Kenntnissen selbst verwickelt, oder die irgend ein Sophist, um vernünftige Leute zu verwirren, künstlich ersonnen hat, … (KrV, AA III, 327)

Die weit verbreitete negative Einschätzung der Sophisten, die sich auch auf ihre im alten Griechenland unübliche Tätigkeit gegen Bezahlung bezieht, ist sicher nicht immer gerechtfertigt. Dabei dürfte gerade Platons Kritik für die weitere Rezeptionsgeschichte des Sophismus prägend gewesen sein. Wichtig ist allerdings festzuhalten, dass Platon selbst äußerst konservative politische Ansichten hegte und deshalb die Sophisten nicht zuletzt wegen ihrer häufig demokratischen Überzeugungen bekämpfte; insofern ist es aus heutiger Sicht wichtig, die Tradition des Sophismus differenzierter zu beurteilen (von Fromberg 2007). Insbesondere haben einige Sophisten die Ausbildung der Rhetorik sehr gefördert (Lamer 1995).

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

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