| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Oberspreewald-Lausitz | |
| Höhe: | 102 m ü. NN | |
| Fläche: | 126,94 km² | |
| Einwohner: | 27.515 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 217 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01968 (alt: DDR-7840) | |
| Vorwahl: | 03573 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OSL (bis 1994: SFB) | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 66 304 | |
| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 01968 Senftenberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Fredrich (SPD) | |
Senftenberg (niedersorbisch: Zły Komorow für „Schlimmer Mückenort“[1]) ist eine Mittelstadt im Süden Brandenburgs in der Niederlausitz. Sie ist Kreisstadt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz und befindet sich an der Schwarzen Elster sowie am Senftenberger See, welcher einer der größten künstlich angelegten Seen Europas ist.
Die Festungsanlage mit dem Schloss ist der wichtigste Ausgangspunkt der Stadtentwicklung. Aus einer Urkunde des Jahres 1279 stammt die erste nachweisliche Erwähnung Senftenbergs. Anfangs zählte die Siedlung etwa 300 bis 400 Einwohner. Die Siedler lebten von Ackerbau, Obst- und Weinbau sowie handwerklicher Produktion. Um 1860 wurde das „Schwarze Gold“ – die Braunkohle – gefunden. Eine rasante Industrialisierung und ein wirtschaftlicher Aufschwung waren besonders kennzeichnend für diese Zeit.
Senftenberg entwickelte sich kontinuierlich zur Energiezentrale der DDR. Seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 verlor die Braunkohle ihre bisherige Bedeutung und die Stadt musste sich in den vergangenen Jahren dem Strukturwandel stellen. Heute ist Senftenberg das wirtschaftliche und touristische Zentrum des Landkreises; durch die gute Infrastruktur gilt dies ebenso für die Bereiche Gesundheitswesen, Bildung und Forschung, vor allem in der Biotechnologie als Standort der Fachhochschule Lausitz.[2]
Inhaltsverzeichnis
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Senftenberg befindet sich in der Niederlausitz im Süden des Bundeslands Brandenburg in der Grenzregion zu Sachsen. Die Stadt liegt an der Schwarzen Elster und am Senftenberger See. Senftenberg bildet mit Hoyerswerda den Kern des Lausitzer Seenlandes. Dabei handelt es sich um die künftig größte künstliche Seenplatte Europas mit einer Gesamtausdehnung von Westen nach Osten von ungefähr 80 Kilometern, von Norden nach Süden (je nach Abgrenzung) zwischen 32 und 40 Kilometern.
Senftenberg liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Cottbus und etwa 60 Kilometer nördlich von Dresden.
Das Stadtgebiet ist Teil der sogenannten Ruhland-Königsbrücker Heide und gehört damit zur Landschaft des Oberlausitzer Heidelands.[3]
Zur Stadt Senftenberg gehören die sechs eingemeindeten Ortsteile Brieske, Hosena, Sedlitz, Peickwitz, Niemtsch und Großkoschen mit dem Gemeindeteil Kleinkoschen. Mit dem Stadtgebiet verschmolzen sind die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eingemeindeten ehemaligen Vororte Buchwalde, Jüttendorf, Thamm und Neusorge, die aber keine eigenständigen Ortsteile darstellen.
Die Senftenberger Nachbarstädte und –gemeinden vom Nordosten ausgehend über Westen bis nach Süden gehören zum Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Die nördliche Nachbarstadt Senftenbergs ist Großräschen, jedoch getrennt durch den entstehenden Ilse-See. Im Nordosten grenzt die Gemeinde Neu-Seeland des Amts Altdöbern und im Nordwesten die Gemeinde Schipkau an. Die westliche Nachbarstadt ist Schwarzheide, im Südwesten liegen die Stadt Ruhland und das Amt Ruhland. Südlich benachbart ist die Gemeinde Hohenbocka, die ebenfalls zum Amt Ruhland gehört.
In südöstlicher und östlicher Richtung liegen bereits sächsische Städte und Gemeinden des Landkreises Bautzen, so im Osten die Gemeinde Elsterheide mit den Ortsteilen Geierswalde und Klein Partwitz und im Südosten die Stadt Lauta mit ihren Ortsteilen. Geierswalde und Klein Partwitz liegen an den nach ihnen benannten Seen, dem Geierswalder und dem Partwitzer See, die aus ehemaligen Tagebauen entstehen.
Das Senftenberger Stadtgebiet befindet sich auf einer sandbedeckten Platte auf dem Grauwackemantel des Lausitzer Granitmassivs. Diese Grauwacke tritt an manchen Stellen direkt zu Tage und bildet mit dem Koschenberg die höchste Erhebung der Elsterniederung.
Senftenberg liegt im Lausitzer Urstromtal der Schwarzen Elster, das ein Teil des Breslau-Magdeburger Urstromtales ist. Tagebautätigkeiten gestalteten seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Landschaft dieses Urstromtals und der angrenzenden Sander vollkommen um. Die ältesten Gesteine entstammen dem jungen Präkambrium und sind etwa 600 bis 700 Millionen Jahre alt. Dabei handelt es sich um metamorphe Grauwacke in 150 bis 200 Metern Tiefe. Darüber gibt es eine Schichtlücke, die das Zeitalter vom Paläozoikum bis zum Mesozoikum umfasst. Diese ist auf fehlende Sedimentation oder auf Erosion zurückzuführen. Darüber lagern tertiäre Sedimente in denen vier Braunkohleflöze eingelagert sind. Das jüngste ist das Lausitzer Oberflöz (1. Lausitzer Flözhorizont), das bereits in den vergangenen 120 Jahren vollständig abgebaut wurde. Dieses Flöz hatte eine durchschnittliche Mächtigkeit von 22 Metern. Das Lausitzer Unterflöz (2. Lausitzer Flözhorizont) ist durch pleistozäne Erosion durch das eiszeitliche Schmelzwasser in eine Vielzahl von Feldern zerschnitten worden. Der 3. Lausitzer Flözhorizont ist in der Senftenberger Gegend nicht stark ausgeprägt; teilweise besteht er nur aus Schluff. Der vierte und älteste Flözhorizont wird aufgrund seiner tiefen Lage nicht abgebaut. Über diesem Flözhorizont lagerten sich die sogenannten Spremberger Schichten (helle Tone und grobe Sande) ab. Diese bildeten sich durch die Heraushebung und einsetzende Verwitterung des Oberlausitzer Berglandes. Das abgetragene Material wurde nach Norden in das tertiäre Meer transportiert, das die Gegend um Senftenberg bedeckte. Über den Spremberger Schichten lagern der Braunkohleschluff (3. Flözhorizont) und darüber die Briesker Schichten. Dabei handelt es sich um 30 bis 40 Meter hohe Meeressedimente (Glimmersande). Diese Schichten werden vom 2. Flözhorizont bedeckt, der durch die Raunoer Schichten abgeschlossen wird. Die Raunoer Schichten bestehen aus hellem Ton und Quarzsand und entstanden durch erneute Hebungen im weiter südlich gelegenen Oberlausitzer Bergland. Darüber lagerte das jüngste Kohleflöz, das von pleistozänen Sanden mit einer Mächtigkeit von 10 bis 15 Metern bedeckt war.[4][5][6]
Die Stadt Senftenberg befindet sich in der kühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima bereits spürbar.[8]. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 9,1 Grad Celsius. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 18,8 Grad Celsius. Der kälteste Monat ist der Januar mit −0,7 Grad Celsius im Mittel. Die Differenz zwischen dem Maximum und dem Minimum, die so genannte Amplitude, beträgt 19,5 Grad Celsius.
Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge beträgt 47,7 Millimeter. Der meiste Niederschlag fällt im August mit 66,2 Millimetern im Durchschnitt, der wenigste im Februar mit 32,8 Millimeter im Mittel. Es gibt ganzjährig Niederschläge, im Sommer sind diese jedoch stärker. Das Klima ist damit ganzjährig humid. Der Jahresniederschlag liegt mit nur 572,4 Millimetern unter dem bundesdeutschen Schnitt von 700 Millimetern.
Der Name der Stadt leitet sich von mittelhochdeutschen Wort für „sanft am Berg“ ab, da die Stadt von Hügeln und Bergen, wie zum Beispiel dem Koschenberg im Südosten und den Raunoer Bergen im Norden, umgeben war; eine Namensübertragung durch die Siedler ist ebenso denkbar.[9]
Eine ältere, heute aber nicht mehr als gültig angesehene Erklärung für den Namen der Stadt stellt die Ableitung von „sumpftenburg“ dar. Die Teilwörter sumpften und Burg sollten die naturräumlichen Gegebenheiten der Stadtentwicklung erklären. Die Burg, in deren Schutz sich die Stadt entwickelte, war von den Sumpfgebieten Laugk und Haag umgeben. Die Flüsse Schwarze Elster, Storchelster und Wolschinka speisten die Sümpfe, so dass Senftenberg wie eine Insel von Wasser und Sümpfen umgeben war.
Der sorbische Name Senftenbergs lautet Zły Komorow. Dafür gibt es die beiden möglichen Übersetzungen „Schlimmer Mückenort“ und „Schlimme Kammer“.[10] Die erste Variante ist auf die naturräumliche Lage Senftenbergs in Sumpfgebieten und das damit verbundene starke Auftreten von Mücken zurückzuführen, Variante zwei leitet Komorow von Kammer (sorb. komora, komorkaide) ab und bedeutet in diesem Falle „Gerichtsstand“ oder „Gericht“.[11]
Bereits in der Jungsteinzeit siedelten Menschen in der Gegend um Senftenberg und im Elstertal. Darauf weisen Steinwerkzeuge hin, die bei Grabungsarbeiten in der Schmiedestraße gefunden wurden.
Urnen- und Buckelurnenfunde (z. B. am Koschenberg) weisen auf eine Besiedlung während der Bronze- und frühen Eisenzeit (900 bis 500 v. Chr.) hin. Bei Tagebauarbeiten wurde im Laugk 1931 ein Ringwall mit Pfostenhäusern aus der letzten Periode der frühen Eisenzeit entdeckt. Die Siedlungsscherben sind dem Billendorfer Typ zuzuordnen. Diese Siedlung war durchgehend von ungefähr 650 Personen bewohnt. Die Grabungen leitete Alfred Götze aus Berlin.
Senftenberg wurde im Zuge der deutschen Ostsiedlung gegründet. Die Siedlung Senftenberg entwickelte sich im Schutze einer Burg (heute das Schloss der Festungsanlage), die deutsche Ritter errichteten. Die Stadt lag westlich der Burganlage und war planmäßig angelegt. Sie besaß einen kreisförmigen Grundriss, die Häuser waren um den trapezförmigen Marktplatz angeordnet. Durch Senftenberg führte von West nach Ost eine alte Handelsstraße. Da die Stadt im Norden und Osten durch Gewässer (Schwarze Elster und Storchelster) und Sümpfe (z. B. den Laugk) geschützt war, verlief die Stadtmauer südlich und westlich der Stadt mit jeweils einem Stadttor im Osten und Westen. Das Stadttor im Westen hieß Kreuztor und das im Osten Schlosstor. Die Bezeichnung des Kreuztores und der davon zum Markt führenden Kreuzstraße leiten sich von der Kapelle Zum Heiligen Kreuz ab, die unweit im Vorort Jüttendorf stand.
Die älteste nachweisliche Erwähnung Senftenbergs findet sich in einer am 6. Oktober 1279 unterzeichneten Urkunde. Diese befindet sich heute im Brandenburgischen Hauptstaatsarchiv Potsdam. Darin bescheinigte Markgraf Heinrich der Erlauchte dem Kloster Dobrilugk den Erwerb des Dorfes Dobristroh von Otto von Schlieben. Die Lage des Ortes wird mit zwischen vitatem Calowe et Sennftenberc angegeben. Im Jahr 1301 wird Senftenberg erstmals als oppidum et castrum bezeichnet.[12] Die Einwohner lebten vorwiegend vom Acker-, Obst- und Weinbau sowie von der Fischerei. Die Handwerker (Töpfer, Böttcher, Leineweber und Korbmacher) produzierten hauptsächlich für den eigenen Bedarf. Die Niederungen der Schwarzen Elster ermöglichten nur wenig ertragreiche Ernten. Deshalb bewegte sich die Einwohnerzahl im Mittelalter nur zwischen etwa 300 und 400 Einwohnern. [12] Im Jahr 1423 wurden die Senftenberger Ratsherren erstmals genannt. Die Stadt war in Viertel eingeteilt, jedem Viertel stand ein Viertelmeister oder Ratsverwandter vor. Er vertrat die Interessen seines Viertels vor dem Rat, sorgte für die Einhaltung der städtischen Ordnung und übernahm die Organisation seines Viertels bei der Brandbekämpfung oder Stadtverteidigung.
Im Jahr 1290 werden Johann und Konrad von Senftenberg als erste Besitzer der Burg genannt. Nach kurzer brandenburgischer Herrschaft Anfang des 14. Jahrhunderts galt die Stadt Senftenberg wie die gesamte Lausitz ab 1368 als böhmischer Besitz. Unter den Herren von Penzig und von Gorenz war die Burg Senftenberg zu Beginn des 15. Jahrhunderts ein Raubnest. Im Jahr 1413 übernahm der Landvogt und Pfandinhaber der Niederlausitz, Hans von Polenz, den Ort mit der gesamten Markgrafschaft. Hans von Polenz besaß bereits seit 1406 einen Teil von Senftenberg, er setzte dem Raubrittertum ein Ende. Als die Hussiten auf ihren Kriegszügen in die Niederlausitz eindrangen, blieb der Ort Senftenberg 1431 von Plünderungen verschont. Hans von Polenz' Sohn, Nickel von Polenz, verkaufte 1448 die Stadt und Herrschaft Senftenberg an die Wettiner unter Herzog Friedrich II. Hiernach gehörte der Ort fast 400 Jahre zu Sachsen.
Im Jahr 1453 bestätigte die Frau des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen Margaretha von Österreich Senftenberg das Recht, einen Jahrmarkt vor Sankt Galli (16. Oktober) abzuhalten.[13]
Die sächsischen Kurfürsten ließen die alte Burg nach italienischem Vorbild unter dem Amtshauptmann Hans von Dehn-Rothfelser und dem Italiener Graf Rochus von Lynar zu einer moderneren Verteidigungsanlage ausbauen.
Die Reformation in Senftenberg begann 1539. Im Jahr 1550 belehnte der Kurfürst den sächsischen Minister Georg von Carlowitz mit dem Amt Senftenberg. Er ließ eine hölzerne Röhrfahrt anlegen, die die Senftenberger Brunnen mit Trinkwasser versorgte. Das Wasser gelangte aus den nördlich von Senftenberg gelegenen Weinbergen aus dem Flurstück Soienza in der Nähe des Ortes Sauo nach Senftenberg. Die Röhrfahrt blieb bis in das 19. Jahrhundert bestehen. Die älteste erhaltene Darstellung Senftenbergs und des Schlosses stammt aus dem Jahr 1628. Dabei handelt es sich um eine vom sächsischen Baumeister Wilhelm Dilich gefertigte Federzeichnung.
Im Jahr 1512 wird erstmals ein Rathaus als Sitz des Amthauptmanns Dehn-Rothfelser erwähnt. Die Stadtbrände 1641 und 1670 zerstörten dieses Rathaus. Nachdem ein erneuter Stadtbrand das 1680 neu gebaute Rathaus im Jahre 1717 beschädigte, wurden dessen Reste im selben Jahr abgetragen und ein kleines schmuckloses Ratsgebäude errichtet. Während des Dreißigjährigen Krieges mussten das Schlosstor und Teile der Stadtmauer auf Befehl des Kurfürsten 1642 aus strategischen Gründen abgetragen werden.
Im 16., 17. und frühen 18. Jahrhundert hemmten zahlreiche Katastrophen die Entwicklung Senftenbergs. So zerstörten große Brände (1509, 1512, 1525, 1530, 1641, 1670 und 1717) die Stadt mehrfach vollständig. Die Pest, die u. a. in den Jahren 1567 und 1630 zum Ausbruch kam, dezimierte die Bevölkerung der Stadt. Die Bevölkerung hatte unter den großen Kriegen der damaligen Zeit zu leiden. Im Dreißigjährigen Krieg quartierten sich schwedische Truppen in Senftenberg ein. Im Jahr 1641 kam es zu einem kleinen Gefecht mit den Schweden in der Soienza bei Sauo, dabei starben 15 Senftenberger. In den Jahren 1679 und 1686 hatten die Einwohner unter großen Dürreperioden zu leiden. Im Nordischen Krieg folgten erneute Truppeneinquartierungen, so 1704/1705 russischer und 1706/1707 schwedischer Truppen. Im Siebenjährigen Krieg litt die Stadt erneut unter Kontributionen und Einquartierungen; am schlimmsten war ein dreitägiges preußisches Feldlager mit 46.000 Mann auf der Senftenberger Feldmark.[12]
Während der Befreiungskriege kam es unweit des Alten Friedhofs zu einem Erkundungsgefecht zwischen Husaren des Freikorps Hellweg und Truppen des französischen Marschalls Neys.
Im Ergebnis des Wiener Kongresses verloren die Wettiner 1815 das sächsische Amt Senftenberg an Preußen. Ende des 19. Jahrhunderts und während des gesamten 20. Jahrhunderts erlebte die Stadt ein enormes Wachstum durch den Braunkohlebergbau, der zunächst unter, dann über Tage stattfand. Durch den Tagebau wurde die Schwarze Elster mit ihrer Artenvielfalt in den Auen in das nördlich fließende Bett der Sornoer Elster gezwängt; durch die Senkung des Grundwasserspiegels wurden die grundwassernahen und sumpfigen Niederungen trockengelegt.
Während der Separation wurden in Senftenberg die Grundstücke so verteilt, dass jeder Ackerbauer ein Stück Ackerland, Wiese und Wald bekam. Die Separation wurde unter der Amtszeit von Bürgermeister Moritz Blankenberg (Amtszeit: 1845–1889) abgeschlossen. Die Äcker lagen im Nordwesten und Südwesten der Stadt im sogenannten Viertel an der Windmühle und in der Dubina. Die Wiesen befanden sich östlich und nordöstlich der Stadt in den Sumpfgebieten des Laugk. Die Namen der Flurstücke sind zum Teil noch sorbischen Ursprungs und weisen auf natürliche Besonderheiten hin, so bezeichnet Dubina einen Ort, an dem Eichen wachsen, und Laugk den Ruf der Frösche.[13] Im Laugk stachen die Bauern Torf. Er war von Kanälen durchzogen. Mit Kähnen (ähnlich den Spreewaldkähnen) konnten die Bauern auf diesen Kanälen ihre Waren zum Markt transportieren. Im Norden der Stadt lagen die Senftenberger Weinberge. Neben den Ackerbauern gab es in Senftenberg auch Handwerker. Das am häufigsten anzutreffende Handwerk war die Gerberei. Dies war bedingt durch die in der Niederlausitz betriebene Schafzucht und wurde zudem durch die vorhandenen großen Mengen sauberen Wassers begünstigt, das für das Gerberhandwerk benötigt wurde. Auf Grund des Wassers gab es zahlreiche Färber.
In den 1870er Jahren wurde Senftenberg aufgrund der Bedürfnisse des Tagebaus an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Das Bahnhofsgebäude wurde 1869 im Norden der Stadt gebaut, dadurch dehnte sich die Stadt über den bisherigen Altstadtring in diese Richtung aus. An der von 1852 bis 1856 ausgebauten Kreischaussee der späteren Bahnhofsstraße entstanden erste Gärten und in einiger Entfernung Wohnhäuser. Der angrenzende Laugk wurde durch die Verlegung der Schwarzen Elster entwässert; damit wurde weiteres Siedlungsland gewonnen. Die Bahnhofsstraße war zur damaligen Zeit noch von Kanälen umgeben. Im Jahr 1899 wurden diese Gräben aufgrund des zurückgehenden Grundwassers zugeschüttet. In den Jahren 1882/83 wurde an der Bahnhofstraße ein Kaiserliches Postamt gebaut. In den 1920er Jahren entstanden Wohnhäuser an der Bahnhofstraße und verdrängten die Gärten. Die Straße wurde mit Bäumen bepflanzt und zu einer prächtigen Allee ausgebaut. Durch die sich ausbreitende Stadt hatte die alte Stadtbefestigung ihre Bedeutung verloren und wurde allmählich abgetragen; so wurde beispielsweise das Kreuztor 1848 entfernt, da im Jahr zuvor ein Fuhrmann mit seinen Wagen darin stecken blieb.
Unter Bürgermeister Karl Ziehm (Amtszeit: 1896–1913) wurden die Straßen gepflastert; Senftenberg bekam einen Anschluss an das Gasnetz und eine neue Wasserversorgung. Im Mai 1910 wurde das Gerichtsgebäude eingeweiht. Bürgermeister Emil Kieback (Amtszeit: 1913–1917) plante die Kanalisation, dieses Projekt setzte sein Nachfolger Albert Seedorf (Amtszeit: 1918–1930) um. Unter Seedorf wurde gleichfalls der Stadtomnibusverkehr eingerichtet und Senftenberg an die Telefonleitung Berlin-Wien angeschlossen. Das Gebiet um das Senftenberger Schloss wurde ab 1912 zu einem Stadtpark ausgebaut.
Die Industrialisierung und der damit verbundene Zuzug fremder Arbeiter verdrängte die zuvor vorherrschende wendische Sprache nahezu vollständig.
Im Jahr 1928 fasste die Ratsversammlung den Beschluss, das 1717 gebaute Rathaus durch einen Neubau zu erweitern. Bereits im September 1928 wurde der Turmknopf mit einem Durchmesser von 35 Zentimetern aufgesetzt. Am 1. Januar 1929 wurde der Bau eingeweiht.
Am 30. März 1933 musste Bürgermeister Herrmann Lindemann (ehemals SPD) zurücktreten, sein Amt übernahm Erich Beiche kommissarisch.
Nach der Eingemeindung der im Westen und Nordwesten liegenden Vorstädte Jüttendorf und Thamm dehnte sich Senftenberg in den 1930er Jahren Richtung Südwesten aus. Die sogenannte Vogelsiedlung entstand. Im Nordosten der Stadt baute die Hallesche Pfännerschaft im trockengelegten Laugkfeld Braunkohle ab.[14]
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus richtete die SA in der Turnhalle der Realschule ein berüchtigtes „Schutzhaftlager“ ein, in dem 265 Gegner der Nazis aus der KPD, der SPD und den Gewerkschaften interniert und gefoltert wurden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Ortsteil Großkoschen auf dem Gelände des Koschenberges 1944 ein Außenlager des KZ Groß-Rosen errichtet, belegt mit 600 bis 800 Häftlingen, die unter unmenschlichen Bedingungen lebten und abgeschossene Flugzeuge und Flugzeugteile zerlegen mussten. Die Todesrate war hoch. An die Toten erinnert seit 1977 ein Ehrenmal an der Südseite des Senftenberger Sees. Am 9. November 1938 kam es in Senftenberg wie in vielen anderen deutschen Städten zu Übergriffen auf jüdische Bürger und Plünderungen von Geschäften. Die Menschen wurden zum Teil auf den Marktplatz getrieben und waren körperlichen Übergriffen und Beschimpfungen ausgesetzt. Ein tragisches Beispiel ist der Rechtsanwalt Rudolf Reyersbach. Er wurde von seinem Haus über die Bahnhofstraße bis zum Markt geschleift und am Boden liegend getreten. An den Folgen des Übergriffs starb er auf der Polizeiwache. Im Gedenken an ihn wurde zu DDR-Zeiten die Straße, in der er lebte, nach ihm benannt. Sie trägt noch heute seinen Namen. Andere wurden, wie Saul Rosenzweig, in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
Am 20. April 1945 um 17:00 Uhr lag Senftenberg, das zur Festung erklärt worden war, unter sowjetischem Artilleriebeschuss. Im Morgengrauen des 21. April 1945 rückte die Rote Armee (1. Ukrainische Front unter General Konew) in die Stadt ein. Den gefallenen sowjetischen Soldaten wurde an der Westseite des Neuen Friedhofs durch Ernst Sauer ein Ehrenmal geschaffen. Es stellt eine Blume dar, die von Bajonetten geschützt wird.[15] Kriegseinwirkungen zerstörten 53 Gebäude, unter anderem wurde die Turmhaube der Peter-und-Paul-Kirche beschädigt. Am stärksten waren die Kreuzstraße und die Bahnhofstraße von den Kriegsschäden betroffen.[15] Durch den Zweiten Weltkrieg starben 861 Senftenberger und 625 kehrten als Invaliden heim.
Sofort nach dem Zweiten Weltkrieg begann durch die Senftenberger der Wiederaufbau der teilweise zerstörten Stadt. Die Arbeitsfähigkeit der mutwillig gefluteten Tagebaue wurde wieder hergestellt und bereits im Dezember 1945 konnte wieder Braunkohle gefördert werden. Das kulturelle Leben wurde wiederbelebt; so wurde auf Befehl des ersten Kreis- und Stadtkommandanten, des sowjetischen Gardeobersten Iwan Demjanowitsch Soldatow, 1946 in der Turnhalle und Aula der Walther-Rathenau-Schule das Senftenberger Theater der Bergarbeiter gegründet. Dabei griff das Theaterensemble auf die ehemalige Senftenberger Laienspielgruppe zurück. Im Jahr 1947 wurde die Bergingenieurschule gegründet, die spätere Ingenieurschule für Bergbau und Energie „Ernst Thälmann“, die noch heute als Fachhochschule Lausitz besteht. Im Senftenberger Gesellschaftshaus vereinigten sich am 24. März 1946 die beiden Arbeiterparteien KPD und SPD zur SED.[15]
In den 1950er und 1960er Jahren dehnte sich das Senftenberger Stadtgebiet Richtung Westen aus. Um die Ingenieurschule herum entstanden neue Wohngebiete; in Richtung Brieske wurden weitere Wohngebiete um die heutige Bertolt-Brecht-Straße und Johannes-R.-Becher-Straße gebaut.
Im Jahr 1950 wurde Senftenberg Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. Mit der Schaffung der Bezirke 1952 gehörte Senftenberg zum Bezirk Cottbus. Die Braunkohleförderung blieb industrieller Motor. Einige Teile der Stadt im Norden und benachbarte Orte (wie Rauno, Reppist und Sauo) wurden im Zuge des Braunkohlentagebaues abgebaggert. Unweit des ehemaligen Laugkfelds entstanden neue Wohnungen für die Bewohner dieser devastierten Orte. Die ausgekohlten Tagebaue wurden rekultiviert, so wurde 1962 die 1,2 Hektar große Laugkfeldkippe mit Bäumen bepflanzt.
Durch die Förderung der Braunkohle und den damit verbundenen Zuzug von Arbeitskräften erlebte Senftenberg einen starken Bevölkerungsanstieg. In den 1970er und 1980er Jahren entstanden zahlreiche weitere Neubaugebiete, polytechnische Oberschulen, Kindergärten und Kinderkrippen. So wurden zwischen 1980 und 1986 insgesamt 3055 Wohnungen errichtet. Dies waren die Wohngebiete „Am See“ im Südwesten der Stadt und „Süd“ im Süden. Die Ausdehnung in Richtung Süden war allerdings durch den entstehenden Senftenberger See begrenzt. Aufgrund des Bevölkerungsrückgangs nach der politischen Wende sind die Wohnungsgesellschaften jedoch gezwungen, eine Vielzahl dieser Wohnungen rückzubauen und zu renovieren.
Im Jahr 1976 wurde das alte Rathausgebäude abgerissen, stehen blieb nur der Neubau von 1928. Die Freifläche wurde als Grünfläche genutzt. Die verschiedenen Teile der Stadtverwaltung waren über die ganze Stadt verteilt, bis in den 1990er Jahren ein moderner Rathausneubau diesen Zustand beendete. Am 7. August 1996 fand der erste Spatenstich für den Neubau dieses modernen Rathauses statt.
Die friedlichen Demonstrationen im Herbst des Jahres 1989 begannen am 25. Oktober 1989 auf dem Grundstück der Katholischen Kirche.
Am 18. Juni 1990 trat Klaus-Jürgen Graßhoff als erster frei gewählter Bürgermeister seit 1933 sein Amt an.
1999 stellte der Tagebau Meuro als letzter Senftenberger Tagebau die Kohleförderung ein. Die Kreis- und Hochschulstadt Senftenberg versucht gegenwärtig, sich zum touristischen Zentrum des Lausitzer Seenlandes zu entwickeln. Im Jahre 2004 feierte die Stadt ihr 725-jähriges Bestehen.
Mit dem flächenmäßigen Ausbreiten der Stadt Senftenberg im Zuge der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die vorgelagerten Orte eingemeindet. Eine zweite Eingemeindungswelle war bedingt durch das erneute Anwachsen Senftenbergs, als sich die Stadt in den 1970er zur Energiezentrale der Republik entwickelte. Die dritte und bisher letzte Eingemeindungswelle fand Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre statt, da sowohl Senftenberg als auch die umliegenden Orte mit sinkenden Bevölkerungszahlen zu kämpfen hatten. Ziel war unter anderem eine Straffung der Verwaltung.
In Senftenberg wird Niederlausitzer Mundart gesprochen, diese gehört zu den Lausitzischen Dialekten, die wiederum Teil der Ostmitteldeutschen Dialektgruppe sind. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war neben der deutschen Sprache das wendische oder sorbische die Sprache der einfachen Landbevölkerung und der Bewohner der umliegenden Dörfer. Mit dem Fortschreiten der Industrialisierung wurde die wendische Sprache fast vollständig verdrängt. Erhalten blieb jedoch die wendische Sprache in Bezeichnungen für Flur- und Ortsnamen (zum Beispiel Sumpfgebiete Laugk, Mutzk und Haag; Flussnamen Schwarze Elster; Ortsnamen Großkoschen, Hosena, Brieske).
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem schnellen Bevölkerungswachstum. Ausgelöst wurde dies durch den Zuzug von Arbeitskräften infolge des Braunkohlebergbaus, der Industrialisierung und des damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwungs. Doch seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 verlor die Braunkohle ihre bisherige Bedeutung. Die Stadt musste sich in den vergangenen Jahren einem gewaltigen Strukturwandel stellen. Dieser konnte nicht geordnet vonstatten gehen. Viele Bewohner verließen und verlassen noch ihre Heimat. Besonders hoch ist der Anteil der Jugendlichen, die nach Abschluss ihrer Schulausbildung aus der Region abwandern. Durch die Eingliederung der umliegenden Dörfer im Zuge der Gemeindereform stieg die Einwohnerzahl im Jahre 2001.
| Einwohnerentwicklung in Senftenberg von 1300 bis 2007[16][17] | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | |||||
| 1300 | 400 | 1858 | 1.517 | 1939 | 17.566 | 1989 | 31.580 | 1996 | 26.647 | 2003 | 29.474 | |||||
| 1474 | 600 | 1867 | 1.638 | 1946 | 17.783 | 1990 | 29.622 | 1997 | 27.109 | 2004 | 29.136 | |||||
| 1555 | 900 | 1875 | 2.847 | 1950 | 18.260 | 1991 | 28.840 | 1998 | 26.424 | 2005 | 28.774 | |||||
| 1575 | 918 | 1890 | 5.134 | 1964 | 24.053 | 1992 | 28.470 | 1999 | 25.576 | 2006 | 28.071 | |||||
| 1680 | 1.150 | 1910 | 13.742 | 1971 | 24.367 | 1993 | 28.123 | 2000 | 24.740 | 2007 | 27.515 | |||||
| 1806 | 979 | 1925 | 17.472 | 1981 | 32.005 | 1994 | 27.637 | 2001 | 30.539 | |||||||
| 1818 | 819 | 1933 | 17.803 | 1985 | 32.278 | 1995 | 27.336 | 2002 | 29.957 | |||||||
Bis zur Reformation war Senftenberg römisch-katholisch. Unter Herzog Heinrich dem Frommen wurden 1539 der protestantische Glaube in Senftenberg wie in allen Teilen des albertinischen Sachsens eingeführt. Die evangelische Hauptkirche war die Peter-und-Paul-Kirche am Markt, die in Abgrenzung zur Wendischen Kirche als Deutsche Kirche bezeichnet wurde.
Erst mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen Zuzug von Industriearbeitern aus anderen Gegenden stieg der Anteil der katholischen Bevölkerung. Der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation wurde am 20. November 1887 im damaligen Hotel Baranius unweit des Bahnhofs abgehalten. Bald darauf wurde eine katholische Interimskirche im Norden der Stadt in der Calauer Straße geweiht. Als diese ebenfalls bald zu klein wurde, wurde mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen. Durch die Geldentwertung verzögerte sich jedoch der Bau und die Kirche wurde erst am 25. Mai 1925 durch den Breslauer Weihbischof konsekriert.
Im Jahr 1900 lebten in Senftenberg 4455 Protestanten, 912 Katholiken und sechs Juden.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Senftenberg eine Evangelische Freie Gemeinde, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, die Landeskirchliche Gemeinschaft und die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK). Die Kirche der SELK befindet sich unweit des Alten Friedhofs im ehemaligen Vorort Jüttendorf. Sie wurde 1900 als altlutherische Kirche geweiht. Als diese Kirche gebaut wurde, stand sie auf einem freien Feld, heute ist sie von Plattenbauten umgeben.[18]
Heute leben in Senftenberg etwa 2300 Protestanten, dies entspricht ungefähr 8% der Bevölkerung. Senftenberg gehört zum Dekanat Lübben-Senftenberg des katholischen Bistums Görlitz. Jüdische oder muslimische Gemeinden gibt es in Senftenberg nicht.
Bei der Kommunalwahl vom 26. Oktober 2003 erhielten die CDU und die PDS (heute Die Linke) die meisten Stimmen. Von den 24.766 wahlberechtigten Senftenberger Bürgern beteiligten sich 8.840, was einer Wahlbeteiligung von 35,69% entspricht. Insgesamt 25.040 der abgegebenen Stimmen waren gültig und 343 Stimmzettel waren ungültig.
Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 32 Stadtverordneten, die sechs verschiedenen Parteien oder Wählergemeinschaften angehören, sowie dem Bürgermeister als stimmberechtigtem Mitglied.[19]
| Sitzverteilung der Stadtverordnetenversammlung seit der letzten Kommunalwahl am 26. Oktober 2003[20]: | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fraktion | CDU | PDS/ Die Linke | SPD | SFB +) | UWH #) | Bündnis 90/Die Grünen | Bürgermeister | ||
| Stimmen | 7.712 | 7.494 | 5.465 | 1.912 | 1.1260 | 831 | |||
| in Prozent | 30,80 | 29,93 | 21,82 | 7,64 | 5,03 | 3,32 | |||
| Sitze | 10 | 10 | 7 | 2 | 2 | 1 | 1 | ||
Anmerkungen: +) Stimme Freier Bürger (Wählergruppe SFB); #) Unabhängige Wählergruppe Hosena (UWH)
Die nächsten Kommunalwahlen in Senftenberg finden am 28. September 2008 statt.
Klaus-Jürgen Graßhoff, langjähriger Bürgermeister der Stadt seit 1990, schied 2007 mit Erreichen des Rentenalters aus dem Amt. Am 15. Oktober 2006 wurde ein neuer Bürgermeister gewählt. Zur Wahl standen fünf Kandidaten.
Da keiner der Bewerber die erforderliche Stimmenzahl im ersten Wahlgang erreichte, kam es am 12. November 2006 zur Stichwahl. Andreas Fredrich, SPD, und Elke Löwe, Die Linke.PDS, wurden als Bewerber zugelassen. Die Senftenberger wählten den bisherigen ersten Beigeordneten der Stadt, Andreas Fredrich, zum Bürgermeister. Er trat sein Amt im Februar 2007 an.
Blasonierung: „Geviert von Silber (Feld 1 und 4) und Rot (Feld 2 und 3). Im Feld 1: schräg gekreuzt schwarzer Schlägel und schwarzes Eisen; Feld 4: eine nach links wehende rote Fahne.“
Schlägel und Eisen weisen auf Senftenbergs Geschichte als Bergbaustadt hin. Auf alten Wappen ziert eine fünfzinnige rote Krone den Schild. Diese Krone soll die Bergmannskrone darstellen, die ein Teil der Kleidung der Bergarbeiter war. Jedoch entspricht diese Krone nicht den Regeln der Heraldik und ist deshalb entfernt worden.
Das älteste Siegel Senftenbergs ist ein sogenanntes sprechendes Siegel, es zeigt zwei Senfpflanzen, die links und rechts eines Berges oder Hügels wachsen. Im Jahr 1423 durften die Senftenberger Ratsherren erstmalig das eigene Siegel verwenden.[21] Nachdem Senftenberg 1449 zu Sachsen kam, wurden neue Siegel eingeführt. Das große Stadtsiegel stellt einen Turm mit geschlossenem Fallgitter dar, im Obergeschoss sitzt ein Löwe. Auf dem Turmdach befindet sich eine Fahne mit den gekreuzten sächsischen Kurschwertern als Symbol für das Amt des Erzmarschalls. Auf dem kleinen Sekretsiegel ist eine Fahne mit Kurschwertern abgebildet. Diese beiden Siegel wurden bis 1947 genutzt.
Die Flagge der Stadt zeigt das Wappen der Stadt auf silbernen (weißem) Flaggengrund.
Senftenberg und die saarländische Stadt Püttlingen schlossen bereits zu DDR-Zeiten im Jahr 1989 eine deutsch-deutsche Städtepartnerschaft. Diese Partnerschaft wurde im Mai 1991, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, durch nochmals gefasste Beschlüsse des Stadtrates Püttlingen und der Stadtverordnetenversammlung Senftenberg bekräftigt. [22]
Die Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Nowa Sól wurde 1992 geschlossen. Eine Zusammenarbeit gibt es vor allem in den Bereichen Kultur, Sport und Jugendaustausch.[23]
Zur gleichnamigen Gemeinde Senftenberg in Niederösterreich besteht seit 1993 eine Städtepartnerschaft. Die Marktgemeinde mit etwa 2.000 Einwohnern liegt im unteren Kremstal. Wahrzeichen des in erster Linie für seinen Weinanbau bekannten Ortes ist die Burgruine. Die beiden Städte treten bei Tourismusmessen oft gemeinsam auf.
Im Jahr 1996 gründeten Senftenberg und Püttlingen mit ihren Partnerstädten Nowa Sól, Saint-Michel-sur-Orge, Veszprém und Žamberk ein bis heute einmaliges europäisches Städtebündnis, welches 2003 durch den Beitritt von Fresagrandinaria erweitert wurde.
Der deutsche Name der tschechischen Partnerstadt Žamberk lautet ebenfalls Senftenberg. Žamberk wird gleichfalls Tor zum Adlergebirge genannt. Die französische Stadt Saint-Michel sur Orge liegt 25 Kilometer südlich von Paris. In Saint-Michel sur Orge leben ungefähr 20.000 Einwohner. Das ungarische Veszprém liegt am Nordufer des Balatons und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Komitats. In Veszprem leben ungefähr 65.000 Einwohner. Die italienische Stadt Fresagrandinaria ist mit ungefähr 1.100 Einwohnern die kleinste Partnergemeinde Senftenbergs. Im Jahr 2003 war Fresagrandinaria Gastgeber einer mehrtägigen Konferenz der Bürgermeister des „Europäischen Städtebündnisses für Kultur- und Jugendaustausch“. Bei dieser Zusammenkunft wurde das Bündnis offiziell um Fresagrandinaria erweitert.[24]
Mit einer Fläche von etwa 1300 Hektar und einer guten Wasserqualität[25][26] ist der Senftenberger See ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel für Erholungssuchende und Wassersportler. Auf dem See verkehrt das Motorschiff Santa Barbara (Schutzheilige der Bergleute). Der Name des Schiffes erinnert daran, dass der See aus dem ehemaligen Tagebau Niemtsch entstand, in dem Braunkohle gefördert wurde. Der See ist touristisch mit Radwanderwegen erschlossen. Er wird durch die Schwarze Elster gespeist. Zukünftig soll er über einen Kanal mit den anderen Seen des Lausitzer Seenlandes verbunden werden. Derzeit wird eine schiffbare Verbindung zum benachbarten Geierswalder See gebaut. Im See befindet sich eine Insel, die als Naturschutzreservat nicht betreten werden darf.
Am Großkoschener Ufer des Sees, eingebettet in einen Kiefernwald, befindet sich ein Ferienpark. Er bietet für circa 2600 Urlauber Übernachtungsmöglichkeiten. Durch zahlreiche Investitionen im Ferienpark wurden Verkehrsanbindungen, 40 Ferienhäuser, ein Rezeptionsgebäude und eine Wasserrutsche neu geschaffen. In Höhe des ehemaligen Kinderferienlagers entstand ein Wassersportzentrum. In Niemtsch wurde ein Comfort-Campingplatz angelegt.[27]
Am Südufer des Senftenberger Sees wurde am 31. März 2001 ein 31,5 Meter hoher schiefer Aussichtsturm in der Gemarkung Hosena, direkt am Seeradweg zwischen Großkoschen und Niemtsch, errichtet. Er ermöglicht einen Ausblick über den See, ins Innere der Insel und in die Niederlausitz. Bei guter Sicht sind überdies die Tribünen des Lausitzrings und die Kamenzer Berge zu sehen.
Das Senftenberger Theater Neue Bühne Senftenberg wurde am 21. Oktober 1946 als Stadttheater Senftenberg in der Turnhalle der Schule „Walther Rathenau“ auf Befehl des ersten Kreis- und Stadtkommandanten, des sowjetischen Gardeobersten Iwan Demjanowitsch Soldatow, gegründet. Als Bergarbeitertheater erwarb es sich in der Folgezeit einen guten Ruf und war Sprungbrett für viele bekannte Schauspieler. Im Jahr 1990 erhielt es seinen gegenwärtigen Namen; 1993 wurde es in ein Einspartentheater umgewandelt. Die Zeitschrift Theater heute wählte es 2005 zum deutschen Theater des Jahres.[14]
Im Mai 2001 wurde im Ortsteil Großkoschen direkt am Senftenberger See ein Amphitheater eröffnet. Es bietet Platz für 600 Zuschauer und vereint klassische und moderne Elemente. Die halbrunde Spielfläche und die ansteigenden Sitzbänke sind im Stil des griechischen Theaters angelegt. Darüber hinaus verfügt es über moderne Licht-, Ton- und Bühnentechnik. Die 17 mal 30 Meter große Spielfläche sowie der Balkon über der Bühne als weitere Spielebene sind gut geeignet für Sprech- und Musiktheater. Während der Sommersaison werden Theaterstücke, Bühnenshows und Open-Air-Konzerte aufgeführt.[28]
Im Gebäude des Senftenberger Schlosses ist das Kreismuseum untergebracht. Die Ausstellung beleuchtet anhand von Funden und Ausstellungsstücken das Leben der Menschen in der Bronzezeit, im Mittelalter bis hin zum Auffinden der Braunkohle und der beginnenden Industrialisierung. Im Museum ist ein Modellbergwerk in Originalgröße dargestellt. Im Innenhof befindet sich die Plastik „Der Bettler“ von Ernst Barlach. Im Jahr 1907 begann der Senftenberger Otto Mingau mit der Sammlung historischer Gegenstände im Pulvertürmchen auf der Festungsanlage des Schlosses. In den 1930er Jahren bekam Mingau durch die Stadt Teile des Schlosses für seine Sammlung zugewiesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Museum 1950 wiedereröffnet und Otto Mingau wurde erster Museumsdirektor. Im Innenhof des Museums liegt ein Eichenstamm. Der letzte erkennbare Jahresring ist aus dem Jahr 1163. Als Fälldatum wird das Jahr 1183 (+/- zehn Jahre) angenommen, damit ist der Eichenstamm der älteste Nachweis von Holzbearbeitung in der Region. Gefunden wurde er bei Arnsdorf.[29]
Zum Museum gehört die Galerie am Schloss im Polenzhaus mit wechselnden Ausstellungen. Sie befindet sich unweit des Schlosses im Schlosspark. Das Polenzhaus wurde 1937 anlässlich des 500. Todestages Hans von Polenz' gebaut. Mit seinen schlichten Formen ist das zweigeschossige Gebäude stilistisch an das Senftenberger Schloss angelehnt; mit einem Turm an der Giebelseite, Fenstern, die den Renaissancefenstern nachempfunden sind, und einem Arkadengang. An der Giebelseite wird auf einem Sgraffito von Günther Wendt Hans von Polenz als Lehnsherr der Niederlausitz dargestellt. In der Hand hält er eine Fahne, auf welcher der Niederlausitzer Stier abgebildet ist.[12]
Im Ortsteil Großkoschen befindet sich der Museumshof, ein typischer Senftenberger Vierseitenhof aus dem Jahre 1864. Das Gehöft steht unter Denkmalschutz und ist eines der letzten und zugleich sehr gut erhaltenen Höfe der Region. Es gibt einen Einblick in historische Wirtschaftsformen eines Bauernhofes um 1900. So können neben einer Vielzahl landwirtschaftlicher Geräte ebenso die täglich anfallenden Arbeiten auf dem Hof erlebt und angesehen werden. Der Anbau alter Kulturpflanzen wie Lein, Buchweizen, Waid und Ackerspörgel sowie die Haltung vom Aussterben bedrohter Haustierrassen und deren Nutzung, z. B. die Imkerei, stehen dabei im Mittelpunkt. Zum Hof gehören ein Pferdegöpel, eine bäuerliche Hausmüllerei und eine Backstube. Der Heimatkundler Wilhelm Ratthey bemerkte bei seinen Wanderungen im Umkreis von Senftenberg, dass spezielle Hofformen besonders häufig vorkommen. Er unterschied sechs verschiedene Arten. Der Begriff Senftenberger Vierseitenhof stammt von Ratthey. Die Höfe wurden meist von 1820 bis 1880 errichtet und aus Feldsteinen gebaut. Ihre wuchtige und geschlossene Bauweise ist ebenfalls ein markantes Zeichen. Die Vierseitenform besteht aus Torhaus, Wohnhaus und Stallgebäuden; nach hinten wird sie durch Schuppen oder eine angebaute Scheune geschlossen.
Das private Bergbaumuseum Niemtsch wurde am 1. Juli 1996 anlässlich der 500-Jahr-Feier von Niemtsch eröffnet. Geleitet wird es von Dietmar Müller. Er hat in seiner 45-jährigen Tätigkeit im Braunkohlebergbau Gegenstände des Bergbaues gesammelt und im Bergbaumuseum ausgestellt. Zur Sammlung gehören rund 1.250 Briketts, vor allem Schmuck-, Sonder- und Zierbriketts. Darunter befinden sich wertvolle Stücke, z. B. das erste Brikett der Firma „Henkel“ aus dem Jahre 1871. Darüber hinaus enthält das Museum Bergmannslampen, Steigerhäckel und weitere Bergmannsutensilien sowie grafische Darstellungen von bergmännischen Produktionsabläufen.
Im ehemaligen Briesker Schulgebäude befindet sich die Heimatstube „Gartenstadt Marga“.
Um den Markt der Stadt hat sich der historische Altstadtkern der Innenstadt entwickelt. Die angrenzenden Gebäude aus verschiedenen Stilepochen wurden nach der Wende aufwendig rekonstruiert. Die bis dato mit Grünanlagen gestaltete Südfront des Marktes wurde im September 1998 durch das neue Rathaus mit Ratskeller und Café sowie 1999 durch den Sparkassenkomplex geschlossen. Eine Besonderheit ist das sehr steile Dach des alten Rathausbaus aus dem Jahr 1929, der mit dem modernen Rathausgebäude verbunden ist. Das Dachgefälle beträgt 72,9 Grad. Das neugebaute Rathaus wurde 1999 mit dem Architekturpreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet.
Eines der dominierenden Gebäude an der Nordseite des Marktes ist die 1902 in wilhelminischer Zeit errichtete Adler-Apotheke. Durch dieses fünfgeschossige Gebäude wird die überwiegend zweigeschossige Bebauung des Marktes aufgebrochen. Die Fassade ist reich geschmückt, unter anderem mit Schlangen und Totenschädeln sowie zwei überlebensgroßen Adlern, die der Apotheke den Namen geben. Im Erdgeschoss befinden sich die Geschäftsräume der Apotheke. Die erste Apotheke Senftenbergs wurde bereits 1680 erwähnt.
Auf dem Markt wurde am 18. Oktober 2000 eine Kopie der ehemaligen Kursächsischen Postmeilensäule aufgestellt. Das Original stand ab 1731 auf dem Markt und wurde 1847 unter preußischer Herrschaft abgebaut.
Von 1932 bis 1998 befand sich auf dem Markt ein schlanker Stahlbetonlichtmast. Im Volksmund trug er den Namen Langer Herrmann in Anspielung auf Herrmann Lindemann, der zur Bauzeit das Bürgermeisteramt bekleidete.[14]
Östlich des Marktes schließt sich der Kirchplatz mit der Evangelischen Peter-und-Paul-Kirche (auch als Deutsche Kirche bezeichnet) an. Diese Kirche wurde im 13. Jahrhundert im Stil der Gotik errichtet und verfügt über ein prachtvolles Netzgewölbe.
In unmittelbarer Nähe der Peter-und-Paul-Kirche befindet sich das Bürgerhaus Wendische Kirche. Nach der Sanierung wurde die Wendische Kirche für rund 400.000 Euro rekonstruiert. Sie wurde in ein soziales und kulturelles Begegnungszentrum umwandelt und am 28. März 2003 eingeweiht.[30]
Die erste wendische Kirche wurde in Senftenberg nach der Reformation im Jahr 1540 errichtet. Mehrfach musste das Bauwerk nach Bränden erneuert werden. Das heutige Gebäude wurde 1749 errichtet. Im Jahr 1834 mussten die Gottesdienste wegen Baufälligkeit eingestellt werden. In den folgenden Jahren wurde der Sakralbau mehrfach saniert. Der letzte Gottesdienst in wendischer Sprache wurde 1881 gehalten. Im Jahr 1993 war der Abriss der Kirche vorgesehen, das Bauwerk wurde jedoch unter Denkmalschutz gestellt und zunächst die Fassade saniert. An der östlichen Giebelwand ist ein Sgraffito des Malers Günter Wendt aus dem Jahr 1934 angebracht. Es stellt Jesus am Kreuz dar. Das Sgraffito ist durch Einschüsse aus dem Zweiten Weltkrieg beschädigt, diese bleiben als Mahnung erhalten.
Der Altstadtkern wird durch den historischen Ring, der aus der Töpfer-, Salzmarkt-, Bader-, Ritter- und Burglehnstraße gebildet wird, begrenzt. Die ältesten Gebäude Senftenbergs befinden sich in der Töpferstraße.[14]
Südlich des Altstadtrings liegt der im Jahr 2004 neugestaltete Neumarkt. Er wurde von einem großflächigen Parkplatz in eine kleine Parkanlage mit einem künstlichen Flusslauf, einem kleinen Spielplatz und einem Brunnen mit Bronzeplastiken umgewandelt. Die Plastiken stammen von Ernst Sauer. Sie wurden 1983 der Öffentlichkeit präsentiert und sollten ab 1984 als Brunnen Spiele am Wasser an der Südseite des Neumarkts aufgestellt werden. Durch den Bau einer Trafostation an der geplanten Stelle sollte der Brunnen an der Nordostseite errichtet werden. Die geplante Heiztrasse verhinderte dies. Die Plastiken blieben zunächst auf dem Grundstück der Familie des Künstlers. Im Jahr 2004 mit der Umgestaltung des Neumarkts wurden sie als Brunnenensemble abweichend vom ursprünglichen Entwurf des Künstlers aufgestellt. Die Plastiken wurden in der Kunstgießerei Lauchhammer gegossen.[31]
Ein Teil des Senftenberger Stadtbildes war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert die seit 1448 zu einer modernen Wehranlage umgebaute Renaissancefestung. Zur Festung gehörten das Schlossgebäude, ein Kommandanten- und Zeughaus (angedeuteter Grundriss), die Wallanlagen mit Poterne und geheimem Wasserausfall, die Kasematten und auf dem Wall das sogenannte Pulvertürmchen. Der Erdwall mit seinen vier Bastionen ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ein Bau- und Bodendenkmal. In seiner Form und Anlage ist er einmalig und besitzt damit nationalen Stellenwert. Im Schloss ist das Kreismuseum untergebracht. An der Außenmauer des Schlosses befindet sich eine Gedenktafel für Hans von Polenz, den ehemaligen Landvogt der Niederlausitz. Die Restaurierung des gesamten Bauwerks wurde 1991 begonnen. Die umfassenden Bau- und Rekonstruktionsmaßnahmen wurden in Einklang mit dem laufenden Museums- und Veranstaltungsbetrieb organisiert. So fanden trotz Umbau verschiedene kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Vorträge, Museumsnächte und -feste sowie große Sonderausstellungen statt. Beim Glück-Auf-Festival des Senftenberger Theaters Neue Bühne in der Spielzeit 2007/2008 wurde die Festung als Spielort der Inszenierung Fäuste genutzt; so wurde hier der Helenaakt aus Faust II dargestellt. Das Schlossgebäude mit seinen Nebengelassen wurde unter preußischer Herrschaft als Schule, Rentamt, Gerichtsgebäude und Gefängnis genutzt.
Heute ist die Festung von einem weitläufigen Park, dem Schlosspark, umgeben. Ab 1912 wurde der Schlosspark während der Amtszeit von Bürgermeister Kieback angelegt. Dazu wurden die Reste des ehemaligen Schlossteiches, der die Festung umgab, trockengelegt. Der Park verfügt noch heute über seinen ursprünglichen Baumbestand. Im Schlosspark sind ein Denkmal für Turnvater Jahn, das 1911 vom Turnverein Germania aufgestellt wurde, sowie ein Denkmal aus dem Jahr 1962 von Ernst Sauer für antifaschistische Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus errichtet. Der Schlossteich, der durch eine Bogenbrücke optisch in einen großen und kleinen Teich geteilt wird, sowie ein ostasiatisch aussehender Pavillon lassen der Schlosspark romantisch wirken. Die Teiche werden von zum Teil unterirdisch verlaufenden Kanälen gespeist, die von der Schwarzen Elster kommend das Schloss östlich und nördlich umfließen.
Der Senftenberger Tierpark befindet sich ebenfalls im Schlosspark und wird begrenzt durch die Wallanlage der Festung und die Schwarze Elster. Am 12. Juni 1931 wurde er mit einheimischen Tieren, darunter Reh- und Damwild, besetzt. Der Eingang bestand aus einem halbrunden Fachwerkbau mit einem Walmdach, welcher während und nach dem Zweiten Weltkrieg als Materiallager genutzt wurde. Am 14. Juli 1954 wurde der Tierpark wiedereröffnet. Im Jahr 1957 wurde das Bärengehege mit den beiden Braunbären Puppi und Moritz besetzt; bislang kamen hier über 50 Jungbären zur Welt. Im Laufe der Zeit wurde der Bestand der einheimischen Tiere mit exotischen Exemplaren wie Rhesusaffen und Leoparden ergänzt.